Beiträge von Jump!

    Liebe Alexa,

    das mit der Kontrollinstanz kenne ich zu gut. Es kann aber auch sein, dass der Partner sich dann darauf verlässt, die Kontrolle sozusagen externalisiert und weniger Eigenverantwortung übernimmt.

    In den Monaten in denen mein Mann nichts getrunken hat, "obwohl" ich jeden Versuch der Beeinflussung unterlassen hatte, war er sichtlich gewachsen und selbstbewusster geworden. Ich glaube er hat vorher selbst gedacht er schafft es nicht ohne mich.

    Dass du deine eigene Sucht so eisern zum Stillstand gebracht hast finde ich bewundernswert!

    Wie aufregend, dass du nun schon eine Nacht in deinem neuen Reich warst. Und dich wohl gefühlt hast. Ich freue mich für dich!

    Mein Mann ist heute zur Entgiftung in die Klinik gegangen. Er hat gesagt er hat keine Kraft mehr und hat alles selbst in die Wege geleitet.

    Ich mach mir jetzt einen schönen Tag mit meiner Schwester. Und ich freue mich sehr auf meine eigene Wohnung. Du hast ja damals mal geschrieben, dass ich bestimmt auch eine schöne finde. Und jetzt wird das Wirklichkeit und ich werde tatsächlich am offenen Fenster stehen und in die Ferne blicken.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    Ich habe gerade einen Vortrag gehört, in dem erklärt wurde wie alkoholfreies Bier bei Alkoholikern wirkt. Ich hoffe ich kriege es noch richtig zusammen:

    Es wird ja genauso gebraut wie jedes Bier, es wird dann aber der Alkohol, also das Ethanol, entzogen. Dabei entstehen kleine Mengen Methanol.

    Die Leber von Alkoholikern hat mit der Zeit "gelernt" das Enzym MEOS zu bilden. Dieses bewirkt, dass Alkohol schneller abgebaut wird, jedoch eine längere Phase von Unwohlsein und Craving nach sich zieht. Weshalb auch das erneute Trinken angefixt wird.

    Jedenfalls verbindet sich das Methanol mit dem MEOS. Dies bewirkt, dass zwar kein Rausch entsteht, aber eben dennoch unangenehme Nachwirkungen ausgelöst werden. Was in der Folge die Gefahr zu Alkohol zu greifen erhöht.

    Neben der psychischen Komponente gibt es also auch noch eine chemisch-messbare 🤓

    Cat-Mom, das ging mir ganz genauso. Ich war vor Jahren in der Reha meines Mannes in einem Angehörigen-Seminar dabei und ich würde sagen, dass mir das regelrecht geschadet hat.

    Oft hatte ich sowieso den Eindruck egal was ich mache, es ist verkehrt. Entweder war ich angeblich zu wenig rücksichtsvoll. Oder zu viel. Auf jeden Fall war ich "verdächtig".

    Wir mussten auch viele Übungen machen oder Fragestellungen diskutieren ohne dass das dann am Ende nochmal aufgefangen oder zusammengefasst worden wäre. Das war einfach ein "Programmpunkt". Fertig.

    Es scheint auch ein mögliches Zuhause für Dein Kater zu sein?

    Leider nein, liebe Momo und Stromer. Das kann ich der feinen Katzendame nicht antun. Ich habe mehrere wilde Freigänger und die würden der Königin ihr Reich streitig machen. Das geht nicht.

    Stromer, ich kann so gut verstehen was du schreibst. Ein Leben ohne Katzen ist bitter. Und so sehr traurig, wenn ein Katerchen krank wird. Wir hatten bisher 7 Katzen und jede war/ist vollkommen anders vom Charakter.

    Ich würde gerne noch detaillierter erzählen oder antworten, aber hier im offenen Bereich komme ich dann schnell an den Punkt, an dem die Möglichkeit der Wiederkennung zu groß wird.

    Heute bin ich mit einem guten Gefühl aufgestanden. Ich fange an in Gedanken einzurichten, welche Möbel wohin, was nehme ich mit. Es bewegt sich was, es ist spannend und auch toll nochmal ein neues Lebens-Kapitel aufzuschlagen. Ich wünschte ich könnte schnipp machen und Zack wäre alles schon fertig.

    Hallo Stromer,

    Ja es ist ein altes Haus, aber leider kein Altbau im klassischen Sinn. 50er Jahre. Eigentlich hatte ein Investor das Haus bekommen sollen, der es natürlich abreißen wollte und neu bauen. Aber das ging nicht weil: die Verstorbene hat ihrer KATZE Wohnrecht auf Lebenszeit im Testament eingeräumt 😜. Daher ist ein Abriss nicht möglich. Alle Rechtsmittel , die der Investor eingelegt hatte wurden abgelehnt. Und meine Vermieterin konnte das Haus kaufen. Verrückte Geschichte 😻

    Die Katze wird natürlich vergöttert 👑

    Mein Mann weiß Bescheid, dass ich ausziehe. Auch dass ich den Vertrag unterschrieben habe. Er sagt ich soll das machen und zeigt sich ansonsten völlig indifferent. Wir haben aber kaum Kontakt. Er zieht sich meist ins Gästezimmer zurück.

    Ah, eine gute Sache noch (Fokus verändern): ich glaube das Viertel, in dem meine zukünftige Wohnung ist, hat die höchste Dichte an Eissalons weltweit 😂...also geschätzt. Eine typische Jump!-Schätzung 😉.

    Liebe Rennschnecke,

    ich will dir nur mal sagen, dass ich deine Art zu schreiben einfach liebe! Diese Mischung von Humor, Ironie, aber auch Ernsthaftigkeit und Reflexion.

    Da weiß ich oft gar nicht welches Emoji ich jetzt setzen will: lachen, traurig, gefällt mir...das ist immer eine Mischung.

    Ich gratuliere dir zu deinem halben Jahr und hoffe dich noch ganz viel lesen zu können.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    So. Ich habe unterschrieben! Einzugstermin wurde allerdings auf 1.9. verlegt und für mich sieht es so aus, als ob es noch länger dauern müsste, denn es ist echt noch viel zu tun. Ich kann aber vorher schon Möbel rein bringen und einräumen.

    Liebe Lütte, Danke dir so sehr. Du bist ja auch mein Vorbild. Mit zu bekommen wie es sich bei dir entwickelt, gibt mir viel Auftrieb.

    Du gibst Deinem Hamsterrad gerade einen Tritt.

    😂😂😂


    Stromer, das hat mich sehr gefreut, was du geschrieben hast. Vielen Dank! Das ist ein echter Seelenstreichler ❤️

    Es ist wirklich toll, was diese Wohnung in mir auslöst. Das Haus ist alt und alles ist sehr ungewöhnlich, verwinkelt, verschroben. Aber es strahlt so eine Ruhe aus und inneren Frieden. Ich hätte einfach direkt da bleiben können.

    Ich habe lange mit der Vermieterin und ihrem Partner (der im Haus wohnt) geredet. Wir haben noch Pläne geschmiedet was wie noch gemacht werden kann. Ich habe wunderschöne Fliesen mitgebracht, die ich noch übrig habe und sie will sie in der Küche noch einfügen. Sie war auch sofort begeistert.

    Sie ist Künstlerin, also so richtig. Sie malt und macht Skulpturen. Sie will oben drüber ein Atelier einrichten. Sie selbst wohnt aber woanders.

    Das tolle ist, dass ich eine große Terrasse habe mit Blick auf einen kleinen! Yachthafen. Und es ist ruhig, keine Autos. Dafür ist aber wirklich alles sehr unkonventionell. Also das Gegenteil von modern.

    Ich glaube die beiden wollen mich quasi "adoptieren" und ich bin noch unentschieden, ob das genau das Richtige oder mir das too much ist 😅. Das sind so offene, unkomplizierte Menschen.

    Jetzt geht es mir ganz gut. Nur die Begrüßung meiner Kater war wieder schmerzhaft. A schläft.

    So Stromer, du bist schuld 🤣 dass ich so viel geschrieben habe, gell... jetzt hast du mich am Wickel.

    Heute Abend unterscheibe ich den Mietvertrag. Einzug ist Mitte August.

    Ich fühle mich komplett im emotionalen Ausnahmezustand. In mir ist eine blanke Panik, die ich nur durch Ablenkung weg kriege. Ich kann mich auf nichts konzentrieren. Beim Duschen wusste ich nicht mehr ob ich mir jetzt eigentlich schon die Haare geschäumt hatte oder nicht...hab's dann einfach nochmal gemacht. Sowas passiert mir dauernd.

    Ich fühle mich wie so ein Eisbrecher oder wie diese Schiffe heißen, die sich durchs Eis vorarbeiten. Aber ich fahre langsam immer weiter, auch wenn's überall knaxt und eiskalt ist. Nur nicht anhalten.

    Ich habe vorgesorgt. Habe diese Woche viel vor. Gleichzeitig bin ich sehr müde und dauererschöpft.

    Als ich gestern spazieren war, konnte ich nicht fassen, dass ich vor nur einer Woche denselben Weg noch mit meinem Mann gelaufen bin. Und jetzt ist er völlig unerreichbar. In so kurzer Zeit.

    Ich kann es genauso wenig fassen, dass ich in dieser kurzen Zeit schon eine Wohnung gefunden habe. Okay, das kommt natürlich auch daher, dass ich ja quasi vorbereitet war.

    Teilweise nimmt es mir den Atem. Ich könnte schreien. In mir sind Erdbeben.

    Was aber dennoch sehr hilft, das ist, dass ich jetzt eine reale Perspektive habe. Sich die neue Wohnung wirklich konkret vorstellen zu können, zu wissen wo und wie sie aussieht ist etwas ganz anderes, als in der Luft zu hängen - weg zu wollen, aber nicht zu wissen wohin. Ich kann mir das jetzt ausmalen. Und sehe nicht mehr nur was ich verliere, sondern eben auch was ich bekomme.

    Die nächsten Wochen werden allerdings eine Tortur werden. Immer wenn eine meiner Katzen auf meinen Schoß springt könnte ich heulen. Oder wenn ein besonderer Lichtstrahl unser Haus leuchten lässt oder die Pflanzen rascheln.

    Es wird schwer sein ein neues Gefühl von "Zuhause" zu entwickeln. Bei dem Gedanken fühle ich mich erst Mal sehr verloren.

    Schritt für Schritt.

    Lea, das hast du hier richtig gut auf den Punkt gebracht!

    Aber ganz ehrlich, ich empfinde es umgekehrt oft als würden die Partnerinnen sich selbst regelrecht bestrafen. Wenn sie schon den armen kranken weiter saufenden Alkoholiker verlassen, dann soll er wenigsten im gemeinsamen Heim bleiben, es nicht noch schwerer haben als ohnehin schon.

    Das ist gerade ein Augenöffner! Gerade weil es so überspitzt ist. Da muss ich jetzt auch nochmal nachdenken.

    Liebe Alexa,

    ganz herzlichen Dank, dass du mich gestern so sehr unterstützt hast.

    Ich glaube du hast gemerkt, dass ich in einem sehr verletzlichen Zustand war. Und ich hab dich ein bisschen wie ein Schutzschild erlebt. ABER

    Pass' du gut auf dich auf und auf deine Grenzen! Wenn ich lese wie innerlich zerwühlt du dich gestern gefühlt hast, dann denke ich du hättest vielleicht lieber abschalten sollen.

    Das was du zu der Identifikation mit dem Partner geschrieben hast, das ist sehr hilfreich für mich. Ich glaube das trifft es auf den Punkt. Das ist es auch was Momo meinte, glaube ich. Da geht es ja ebenfalls um meine (Ich-)Grenze.

    Das werde ich mir jetzt bewusst machen. Danke!

    Hallo Lananana,

    ich weiß nicht ob ich dieses Fass jetzt nochmal öffnen soll. Ich mach's trotzdem.

    Die Cos sind verwundert über den Rückfall des Trinkers und finden die eigenen Rückfälle nicht nur normal sondern auch noch als „fürsorglich“ oder „liebevoll“ … und greifen die an, die etwas sagen, was ihnen nicht gefällt.

    Ich weiß nicht wen du mit "die Cos" meinst. Ich finde mich in deiner Zuschreibung jedenfalls so nicht wieder.

    Das ist aber was anderes als sich immer wieder zurück ins Suchtsystem ziehen zu lassen und zu sagen: „ist halt auch schwer aufzuhören“ und „ich verstehe es gar nicht - gerade war doch alles so gut“.

    Auch hier sehe ich den Bezug nicht. Aber da du das ja im Zusammenhang mit meinem Faden geschrieben hast gehe ich davon aus du meinst mich.

    Vielleicht hat meine Satz "ohne Vorboten" das ausgelöst? Auch bei Whitewolf. Damit meinte ich nicht, dass ich nicht damit gerechnet habe. Deshalb habe ich mich schließlich hier im Forum angemeldet und mir den Namen Jump! gegeben.

    Mit Vorboten meinte ich, dass es scheinbar aus dem Nichts kam, wobei mir natürlich völlig klar ist, dass es nicht wirklich so ist. Es gab keine für mich erkennbare Stresssituation, das meinte ich. Und es ging so schnell bergab, nicht schleichend, wie sonst. Aber das Wort Vorboten hätte ich mir einfach sparen sollen. Ich hatte auch gar nix mehr versucht zu erkennen oder zu erahnen.

    Ich habe seit langem kapituliert.

    Aber ich finde hier ist eine Selbsthilfegruppe, wo sich Betroffene unterstützen, um etwas zu verändern - und nicht, um sich zu bestärken immer weiter im System zu bleiben

    Ich sehe hier niemanden, der oder die andere darin bestärkt im System zu bleiben. Allgemeine Zuschreibungen finde ich schwierig.

    Was ich deshalb nicht verstehe: Warum man hier so oft einen übergebraten bekommt, weil man mehr sagt als „tut mir leid“.

    Ich verstehe nicht weshalb du dich so angegriffen fühlst. Du stellst meine Sichtweise in Frage. Ich reagiere. Ich nenne das Auseinandersetzung. Im besten Fall konstruktiv.

    Ich habe auch gar nicht den Eindruck, dass hier die meisten nur sagen "tut mir leid". Es ging in erster Linie darum mir Mut und Kraft zuzusprechen, um im Handeln zu bleiben. Ich habe ja jetzt nicht geheult wie schlimm alles ist und ich mach' nix.

    Lananana, ich will dich überhaupt nicht angreifen. Wenn das so rüber kommt, dann tut mir das leid. Aber ich mag auch keine Zuschreibungen annehmen, die auf mich nicht zutreffen. Vieles was du schreibst ist ür mich so hilfreich. Aber manches sehe ich anders und das sage ich dann auch.

    Whitewolf, ich habe keine Ahnung wie du auf deinen Eindruck von mir kommst. Es macht mich wütend und enttäuscht mich. Es kommt mir vor als hättest du meine Beiträge gar nicht richtig gelesen.

    Lananana, ich finde ich bleibe sogar sehr bei mir.

    Du schaust nicht in seinen Kopf. Seine Handlungen sprechen aus meiner Sicht eine andere Sprache.

    Du kannst das schlicht nicht beurteilen. Ich werde hier auch nicht anfangen zu erklären. Das ist auch nicht relevant, denn es geht darum, dass ich den Ausstieg schaffe. Dafür ist es nicht nötig meinem Mann eine Schuld oder mangelnden Willen zu unterstellen.

    Es ist aber eine Krankheit die zum Stillstand gebracht werden kann.

    Ich finde diesen Satz selbstgerecht. Ich habe es schon öfter gesagt und sage es nochmals: auch mit aller Einsicht, allem Willen schafft es die Mehrheit der Alkoholiker nicht. Das sind nicht alles Leute, die sich nur nicht genug angestrengt haben.

    Ja, ich habe Mitgefühl. Das will ich mir auch bewahren. Und ich habe Ängste, mache mir Sorgen, spüre unglaubliche Hilflosigkeit. Schritt für Schritt sage ich mir. Schneller geht's nicht.

    Wow! So viele Reaktionen! Das tut wirklich gut.

    Natürlich hat mich jetzt direkt eine Migräne-Attacke erwischt. Das ist typisch.

    Trotzdem habe ich eben noch eine zweite Bewerbung auf eine Wohnung abgeschickt. Hier ist es sehr sehr schwer etwas zu finden.

    Durch einen extremen Zufall muss ich heute nur wenig arbeiten. Das ist gut. Oder auch nicht, weil mich das auch ablenkt und stabilisiert. Aber heute ist, glaube ich, heulen angesagt.

    Könnte auch heißen:Wenn ich bleibe stirbt er. Sterben wir beide.

    Genauso meinte ich es.

    Ich habe übrigens überhaupt nicht die Hoffnung oder Ambition ihn durch meinen Auszug wach zu rütteln. Ich rette mich einfach nur selbst. Er ist sehr schwer krank. Wenn er könnte, würde er aufhören, das weiß ich.

    Warum setzt du ihn nicht raus

    Das hört sich an, als ob ich ihn abstrafen soll. Nein, so erlebe ich das nicht. Es ist ja nicht so, dass er keine Krankheitseinsicht hat. Er würde auch sofort ausziehen. Also wir schauen in alle Richtungen.

    oder nackig im Garten lebst und mit Katzen tanzt

    Lea, du bringst mich zum Lachen ❤️. Weißt du was, wenn ich tatsächlich die Wohnung bekomme, die ich morgen anschaue, dann musst du mich besuchen und wir tanzen nackig unterm Sternenhimmel!

    "Es kommt der Moment da muss man sich entscheiden. Leben oder Sterben. Man kann auch emotional sterben."

    Ganz genau.

    Hamsterrad ade.

    So einfach wird es mit Sicherheit nicht sein. Eine eigene Wohnung heißt noch lange lange nicht, dass ich es schaffe auch los zu lassen. Ich habe jetzt schon Bilder um Kopf, wie er halbtot im Haus liegt. Wahrscheinlich fahre ich dann andauernd hin nachgucken. Auch nach den Katern gucken. Das wird noch ein zäher Prozess. Und ich habe jetzt schon Angst, dass ich euch bald einen Text schreibe mit tausend Gründen weshalb ich bleibe...

    So habe ich es empfunden, als mein Mann nach 6 Jahren trocken sein angetrunken einen Autounfall hatte.

    Das ist ja schockierend Morgenrot! Er war so lange trocken und dann trotzdem.

    Genau das ist es ja, was es mir so sehr schwer macht: dass er ja aufhören will und es auch immer wieder geschafft hat und immer wieder Hilfe gesucht hat. Aber dazwischen waren immer Monate, die für mich die Hölle waren.

    Ich bin sehr sehr verzweifelt. Mein Mann trinkt wieder. Und gleich vorweg: morgen habe ich eine Wohnungsbesichtigung.

    Ich muss wirklich meinen ganzen Mut und meine ganze Kraft zusammen kratzen um jetzt wirklich meinen Jump zu machen.

    Ich hatte eine schlimme Nacht, voller Ängste, tiefer Trauer, Fassungslosigkeit, starke Zweifel, riesengroßes Mitgefühl, mit mir selbst, aber vor allem mit ihm. Ich konnte Weinen, das war gut. Meistens versteinere ich innerlich, halte alles in mir drin. Im Moment ist da keine Wut. Leider. Denn die würde mir mehr Mut geben. Ich fühle mich erbärmlich und klein und hilflos.

    Es war so gut. Und dann plötzlich, ohne Vorboten, Peng - unerreichbar, wie getrieben. Ich kenne das, da kommt er nicht mehr raus.

    Wenn ich gehe stirbt er. Wenn ich bleibe sterben wir beide. Ich innerlich, im Herz, in der Seele.

    Ich weiß trotzdem nicht ob ich es schaffe. Kopf einschalten, Gefühl aus, sag ich mir. Machen, nicht denken.

    Das hier ist mein Zuhause, das ich liebe. Meine Kater, die ich liebe. Okay, jetzt Schritt für Schritt, sage ich mir. Dann wird es sich regeln. Wenn da bloß nicht diese unfassbare Schwäche über mich kommen würde. Ich fühle mich gelähmt. So müde. So klein. So alleine.

    Aber eine brennende Ziege geht nicht zurück ins Hamsterrad.

    Er geht ja im September in die Reha. Zuerst dachte ich, das warte ich ab. Diese Chance muss ich noch nutzen. Dann dachte ich, nein. Diese Chance kann er dann nutzen. Wenn ich jetzt gehe, dann weiß ich, dass er dort hin kann. Das macht es auch einfacher für mich.

    Aber ich bin wackelig. Ich habe das Hamsterrad durch eine Achterbahn ersetzt und hoffe ich fliege nicht aus der Kurve.

    Okay...ich höre mal auf, bevor ich noch mehr Unsinn schreibe.

    Das meinte ich jetzt auch nicht als Vorwurf mit dem Still-Sein. Will hier auch nicht über ihn spekulieren, ging nur um mich. Weshalb ich mir selbst gewünscht hatte, er könnte kontrolliert trinken. Was natürlich Schwachsinn war.