Beiträge von Jump!

    Ich hab immer am Wochenende eine Tafel Schokolade bekommen, die hab ich mir dann auf zwei Tage aufgeteilt. Am tollsten fand ich Luftschokolade. Und abends vorm Fernseher wurde samstags Chips gegessen. In den 70er Jahren wurde ja auch noch extrem geraucht, auch im Beisein von Kindern und in den Räumen. Ich weiß noch, dass das Fernseh-Bild immer hinter einem Rauch-Schleier lag. Süßes war noch nie meins, aber Chips könnte ich heute noch massenhaft in mich rein schaufeln. Damit darf ich gar nicht erst anfangen.

    Als Kind etwas "heimlich" zu machen kann ja viele Bedeutungen haben. Mir fällt dazu ein: Etwas ganz für sich allein haben zu wollen, ein Geheimnis haben, der Reiz des Verbotenen, der Kick nicht erwischt zu werden...

    Bei uns war alles frei zuänglich. Sogar die Medikamente. Weil die so schön bunt waren, wie Bonbons, habe ich einmal aus allen Packungen was zusammen gemischt und geschluckt. Zum Glück musste ich mich kurz drauf übergeben.

    Nur die selbstgebackenen Weihnachtsplätzchen wurden immer oben auf dem Schlafzimmer-Schrank platziert, damit wir da nicht dran kommen. Ha! Als ob ich da nicht durch waghalsige Konstruktionen irgendwie hoch gekommen wäre.

    Später hatte meine Mutter dann zur Abschreckung ein Bild aus einer Illustrierten von einem mageren Top-Model in die Innenseite des Süßigkeiten-Schranks geklebt - nicht für mich, sondern für sich selbst. Dabei waren wir alle spindeldürr.

    Aber Alkohol - damit hatte ich schon sehr früh Kontakt. Und mochte es.

    Ja, und genau das war so sehr spürbar! Diese stumme Bitte meiner Freundin mich nicht abschrecken zu lassen von etwas was nicht benannt werden konnte.

    Was mich aber auch erschreckt ist, dass ich in diesem Alter schon die Bar meiner Eltern geplündert habe...das hatte ich bislang eher als "lustige Episode" abgetan - aber mein Verhältnis zum Alkohol, meine eigenen Grenzen und Standards (diese beiden Begriffe begleiten mich jetzt unentwegt) sind von klein auf wirklich bedenklich gewesen. Kein Wunder...

    Ganz herzlichen Dank Linde für deine Offenheit. Wenn andere mir von sich erzählen, dann sind das für mich wahre Schätze!

    Jump! 🏵️

    Guten Morgen, ist ja so still zur Zeit im Forum...hoffe ihr genießt das schöne Wetter 🌞

    Ich möchte eine Erinnerung mit euch teilen. Von früher. Grundschul-Alter. Ich hatte eine Freundin, die bei uns im Viertel gewohnt hat. Sie war frech, lustig, selbstbewusst und wir zwei waren zusammen wild und haben viel gelacht. Sie war meist im "Zweierpack" mit ihrer leicht jüngeren Schwester unterwegs. Diese war ganz anders, still, verschleierter Blick. Wir haben immer draußen gespielt. Da waren viele Kinder. Waren eine richtige Kinder-Bande. Einmal hat sie mich zu sich in die Wohnung mitgenommen. Und da saß er. Ihr Vater. Ich weiß nicht mehr was er gesagt hatte oder wie er aussah. Ich erinnere mich nur noch an die Atmosphäre und dass ich als Kind sofort gespürt hatte, da ist etwas ganz ganz komisch. Ich bin stehen geblieben. Ich war wie angewurzelt. Es ist ja nicht so, dass ich es nicht gewohnt war betrunkene Leute um mich zu haben. In meiner Familie wurde sehr viel getrunken, immer in Gesellschaft, Anlässe gab es zuhauf. Es beschäftigt mich, weshalb sich dieses Bild dermaßen eingeprägt hat, dass ich es noch fast 50 Jahre später abrufen kann - es muss mich sehr verstört haben. Dabei waren es nur wenige Sekunden. Meine Freundin hat mich flehentlich am Arm weiter gezogen, komm! komm! - in ihr Kinderzimmer. Und wir haben wieder Quatsch gemacht, gespielt , gelacht.

    Heute weiß ich, dass ihr Vater Alkoholiker war. Damals war ich nur völlig durcheinander. Konnte es überhaupt nicht einordnen.

    Sie war sehr mutig. Meine Eltern waren samstags oft abends weg und ich hatte Angst alleine Zuhause. Da hat sie gesagt sie kommt zu mir, sie könnte sich Zuhause unbemerkt weg schleichen. Bei mir Zuhause haben wir dann die ganze Bar durchprobiert. Vor allem die Liköre, aber auch alles andere, als Mutprobe. Wenn sie um 23 Uhr wieder heim ist, habe ich ihr am Küchenfenster nachgeschaut, bis sie kurz vor ihrem eigenen Hauseingang verschwunden ist. Ich hätte mich niemals getraut um diese Zeit noch alleine draußen rum zu laufen. Unsere Eltern haben das nie raus gekriegt.

    Wahnsinn. Verschobene Welten. "Normal" war nicht normal.

    So viele Erinnerungen...

    Jump! 🏵️

    Beide Konten sind ausschließlich für das Forum, landet also nicht auf mein Privatkonto.

    Es wird nur für den Betrieb der Selbsthilfegruppe verwendet.

    Das ist doch klar! Das wollte ich auch auf keinen Fall andeuten!!!!

    Vielleicht noch eine kurze Info was der Balken bedeutet? Dann bin ich auch still, versprochen.

    Ja, das habe ich verstanden. Ich frage mich nur, ob es einen bestimmten Grund hat? Es wirkt auf mich, als sei es gewünscht, dass der Benutzername angegeben wird.

    Bei Pay Pal gibt es dann ja drei Möglichkeiten, ich glaube öffentlich, anonym und noch ein drittes, was ich jetzt grad nicht mehr weiß. Da habe ich auch nicht recht kapiert was das jetzt genau heißt 🤔 Ich dachte der Betrag wäre sowieso auf jeden Fall anonym? Will's einfach nur verstehen...

    Guten Morgen,

    eine Frage: ich wollte mal etwas spenden. Gibt es einen speziellen Grund weshalb da dazu aufgeordert wird den Benutzernamen anzugeben? Vielleicht bin ich paranoid, aber wenn ich da bei Verwendungszweck Jump! schreibe und als Empfänger Alkoholiker-Forum, dann wäre es ja für einen findigen Bankmitarbeiter oder eine KI ein Leichtes mein Pseudonym mit meinem Namen zu verbinden. 🤔

    Die andere Frage: was bedeutet der Balken mit den 2000 Euro? Auf welchen Zeitraum bezieht sich das? Ist das die Summe, die nötig ist, um das Forum zu finanzieren?

    Liebe wadasalles,

    Übrigens würde ich auch gern auf Dark Modus umstellen, also am Handy, aber es geht bei mir auch nicht.

    Ich hab es eben nochmal probiert und jetzt ging es mit dem dark Modus!

    Ich bin in mein "Kontrollzentrum". Dann "Einstellungen und Privatsphäre". Dann "Stil": Alter Stil. Und unten: Dunkles Farbschema. Dann "Absenden". Und Bingo! Hat geklappt.

    Gestern, nachdem ich das mit dem Alkohol-Tester gepostet hatte, habe ich mich den ganzen Tag schlecht gefühlt. Flau. Mich geschämt. Ich habe schon lange das Gefühl, dass das schräg ist, irgendwie kommt es mir demütigend vor, wenn er mir "beweißt", dass er nüchtern ist. Eigentlich war das dazu da, Vertrauen wieder aufzubauen, mir die Angst zu nehmen, meine Wahrnehmung zu stützen oder gerade zu rücken, wenn ich so ein "komisches Gefühl" hatte. Nach der ersten Reha hatte er den Tester auf meinen Wunsch angeschafft (seither natürlich neue gekauft, die Dinger müssen ja kalibriert werden...).

    Als ich gestern heim kam, hab ich ihn gefragt, weshalb er das eigentlich macht? Ob er sich damit selbst eine Hintertür schließen will, also für sich? Oder mich damit beruhigen will, also für mich? Er war grad am kochen (schlechter Zeipunkt , aber ich wollte es sofort sagen, bevor ich einen Rückzieher mache) und er meinte nur: Ich mach das mir zuliebe. Und ich mach das dir zuliebe. Für ihn ist das kein Ding. Einfach nur eine praktische Möglichkeit. Er macht sich da keinen Kopf.

    Ich hab dann jedenfalls gesagt, dass ich das nicht mehr will. Dass ich ihn nicht mehr kontrollieren will und meine Angst vor einem Rückfall selbst hinkriegen muss. Im Grunde bin ich ja sowieso ein personifizierter Alkoholtester. Ein fleischgewordenes Messgerät. Ich sehe es sofort an seinem Gesichtsausdruck.

    Als ich dann nach dem Essen ins Bad bin kam die schiere Panik über mich. Durchatmen. Mich im Spiegel anschauen. Mir meine Werte vergegenwärtigen. Nein, ich will keine Beziehung, die nicht auf Augenhöhe ist und in der sich einer klein macht. Auch wenn er es nicht so sieht, mir kommt es so vor. Meine Werte. Meine Standards. Er muss mir nichts beweisen. Ich werde es sowieso früh genug merken. Ich muss die Ohnmacht aushalten. Oder ich muss gehen. Meine Entscheidung. Nicht seine Verantwortung.

    Jump! 🏵️

    Eine Sache geht mir noch durch den Kopf. Er hat seiner Tochter 100 Euro geklaut. Ja, das ist schlimm. Sehr schlimm. JETZT ist die Empörung riesengroß. Jetzt muss eine Exit-Strategie her, muss Betreuung organisiert werden.

    Und als er noch bis vor kurzem täglich, jahreang betrunken war? Da hat er der Toc ter ja "nur" die Seele geklaut. Da muss man ja nix machen. Die Schäden, die ausgelöst werden, indem ein Vater trinkt und trinkt und trinkt sind nicht so greifbar, nicht sichtbar. Das ist ein schleichender Eingriff in die seelische Entwicklung. Mit enormen Folgen.

    Wenn mir mein Vater 100 Euro klaut kann ich wenigstens sauer sein, es in Worte fassen, mich entrüsten. Wenn mein Vater emotional unerreichbar ist, unberechenbar, ein "Zombie", wie Liesel sagt, und meine Mutter unglücklich und hilflos wirkt, dann wird eine viel tiefere Ebene beeinträchtigt. Man kann das nur nicht sehen.

    Jump!

    Ich möchte daran erinnern, dass Liesels Tochter schon die GANZE Zeit drei Tage /Woche alleine mit dem Vater ist. Auch als er noch getrunken hat. Die Frage der Betreuung stellt sich nicht erst mit einer Trennung. Diese Frage ist seit Jahren akut!

    Liesel du hast damals geschrieben, dass du es 2019 realisiert hast, dass er schwer abhängig ist. Er aber auch schon lange vorher getrunken hat. 2019 war deine Tochter 8 Jahre.

    Möglichkeiten zur Betreuung und Hilfe sind schon mehrfach diskutiert worden. Werden aber ignoriert.

    Guten Morgen alle,

    ich will berichten was gestern noch war...

    Ich hab mich auf die Couch gesetzt und spüre da was hartes unter mir. Huch, ein Mundstück vom Alkohol-Tester. Ich will es zurück legen und sehe: der Tester ist weg. Mein Mann auf der Arbeit. Was will er damit, wenn er doch angeblich nix trinkt, denke ich - und schreibe ihm das. Er antwortet der Knopf klemme und er wollte ihn dort reparieren. Ich denke natürlich 🤥...

    Das komische war, ich war ganz ruhig innerlich. Wie auf Autopilot. Ich hab die Immobilienanzeigen geöffnet, die Bauzinsen geprüft...

    Dann kam ein Video. Er spricht nichts. Ganz ernst hält er den Tester ins Bild, drückt, pustet, hält die 0,0 ins Bild fertig. Taten.

    Ich will den ganzen Auf und Abs nicht mehr ausgeliefert sein.

    Alexa du bist mein Vorbild! Hab's schon öfter gesagt.

    Ich lasse das mal so stehen.

    Jump! 🏵️

    Guten Morgen Ella,

    du hast mehrmals erwähnt, dass dein Mann schizophrene Anzeichen zeigt und sagt nicht mehr leben zu wollen. Von außen ist das nicht möglich abzuschätzen. Wenn du aber den Eindruck hast es liegt eine akute Eigengefährdung oder Fremdgefährdung, also akute Lebensgefahr! vor, dann kannst du den Notruf wählen. Dann wird ärztlicherseits entschieden, wie weiter vor gegangen wird. Andernfalls geht eine Behandlung nur mit seinem Einverständnis.

    Vielleicht magst du dich mal bei deinem zuständigen Sozialpsychiatrischen Dienst beraten lassen oder bei der Suchtberatung. Dort werden ja auch Angehörige beraten.

    Ich finde es sehr wichtig und gut, dass du ausziehst! Das ist das einzig sinnvolle! Wenn er noch nichts weiß davon - besteht die Gefahr, dass er dann austickt? Hast du Hilfe und Schutz?

    Du lässt ihn nicht alleine! Er ist ja derjenige, der dich quasi "verlassen" hat, denn er ist ja nicht mehr erreichbar. Du kannst nichts machen. Leider!

    Alles Liebe,

    Jump! 🏵️

    Guten Morgen,

    ich habe kleine "Taten" zu vermelden 😊:

    Anstatt dauernd meinen Mann zu belatschern, dass er sich doch nochmal gesundheitliche Durchchecken lassen soll... Habe ich jetzt für mich selbst endlich Mal 3 Vorsorge/Facharzt-Termine ausgemacht: Haut, Brust, Lunge.

    Bin schon immer Nicht-Raucherin, aber habe schon lange das Gefühl da stimmt was nicht. Bin allerdings auch eine kleine Hypochonderin.

    Jump! 🏵️