Ich hab immer am Wochenende eine Tafel Schokolade bekommen, die hab ich mir dann auf zwei Tage aufgeteilt. Am tollsten fand ich Luftschokolade. Und abends vorm Fernseher wurde samstags Chips gegessen. In den 70er Jahren wurde ja auch noch extrem geraucht, auch im Beisein von Kindern und in den Räumen. Ich weiß noch, dass das Fernseh-Bild immer hinter einem Rauch-Schleier lag. Süßes war noch nie meins, aber Chips könnte ich heute noch massenhaft in mich rein schaufeln. Damit darf ich gar nicht erst anfangen.
Als Kind etwas "heimlich" zu machen kann ja viele Bedeutungen haben. Mir fällt dazu ein: Etwas ganz für sich allein haben zu wollen, ein Geheimnis haben, der Reiz des Verbotenen, der Kick nicht erwischt zu werden...
Bei uns war alles frei zuänglich. Sogar die Medikamente. Weil die so schön bunt waren, wie Bonbons, habe ich einmal aus allen Packungen was zusammen gemischt und geschluckt. Zum Glück musste ich mich kurz drauf übergeben.
Nur die selbstgebackenen Weihnachtsplätzchen wurden immer oben auf dem Schlafzimmer-Schrank platziert, damit wir da nicht dran kommen. Ha! Als ob ich da nicht durch waghalsige Konstruktionen irgendwie hoch gekommen wäre.
Später hatte meine Mutter dann zur Abschreckung ein Bild aus einer Illustrierten von einem mageren Top-Model in die Innenseite des Süßigkeiten-Schranks geklebt - nicht für mich, sondern für sich selbst. Dabei waren wir alle spindeldürr.
Aber Alkohol - damit hatte ich schon sehr früh Kontakt. Und mochte es.