Beiträge von Jump!

    Liebe Alexa, jetzt erst mal nur kurz...

    Du schreibst:

    Ich beobachte mich genau, bei ersten Anzeichen wird die Dosis sofort wieder erhöht.

    Und dann:

    Ich bin heute gefühlt gelähmt aufgewacht, mit großer Angst und habe lange gebraucht um die Starre zu überwinden.

    Ist das denn dann nicht ein Anzeichen?

    Mir wäre es zu riskant da abzuwarten.

    Das Wesen einer Psychose ist ja nun mal, dass ich selbst es eher nicht merke, weil ich meine Wahrnehmung ja für die Wirklichkeit halte. Stell' dir mal vor du hättest die Ärztin damals nicht für eine Göttin gehalten, sondern für einen Teufel. Dann hättest du das Zeug wahrscheinlich nicht geschluckt... Das ist schon alles sehr riskant, denn du weißt ja nicht was passieren kann.

    Der Sohn einer Bekannten hatte vor einiger Zeit plötzlich wieder einen Schub. Er dachte er wird verfolgt und ist panisch in einen S-Bahn-Tunnel gerannt und wurde tot gefahren.

    Dein Arzt hat dir doch bestimmt etwas empfohlen, oder? Erhöhen, sobald was komisch ist? So würde ich es dann auch machen.

    Ich melde mich demnächst wieder.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    Ja Aurora, diese Bilanz - Suizide kann ich aber noch verstehen. DAS ist ja, was mich in meinem Hamsterrad hält. Zu denken, dass die Sucht so extrem mächtig ist, dass es viele schlicht nicht schaffen da raus zu kommen. So wie hier ja oft geschrieben wird: ich "musste" saufen. Und ich kenne auch Alkoholiker, die sich schließlich umgebracht haben. Das haben die ja nicht gemacht, weil sie zu blöd sind die Grundbausteine umzusetzen. Sondern aus tiefer Verzweiflung nicht raus zu kommen aus der Sucht.

    Aber dass es dann geht, aufgrund des Führerschein-Verlustes aufzuhören. Das verstehe ich nicht. Warum geht es dann plötzlich?

    Der Betroffene in dem Beitrag hat sich ja nicht umgebracht, weil er rückfällig wurde, sondern weil er wusste, jetzt, nach dem zweiten Mal "erwischt" mit Alkohol am Steuer, kriege ich den Lappen nie mehr zurück. Und ohne Auto wollte er nicht mehr leben. Das ist etwas, dass ich nicht verstehe.

    in seiner schlimmen Zeit bis April 2024 hat er 2 Flaschen Wodka am Tag getrunken. Aufgrund seines MPU Nachweises war er ein Jahr lang abstinend

    Für mich ist es so unvorstellbar, wenn man ein ganzes Jahr lang nichts getrunken hat dann wieder mit dem Alkohol anzufangen als wäre nie was gewesen......

    Für mich ist es durchaus vorstellbar, dass jemand nach einem Jahr wieder anfängt. "Unvorstellbar" ist eher wie jemand, der so große Mengen getrunken hat, es plötzlich schafft aufzuhören. Dass die MPU das bewirken kann, aber nicht, dass das restliche Leben den Bach runter geht.

    Sowas zu hören ist wichtig für mich, weil es mir zeigt, dass es anscheinend "geht". Und zwar auch dann, wenn der Konsum schon so weit fortgeschritten ist.

    Da muss ich an einen Beitrag denken vor längerer Zeit, in dem eine Angehörige geschrieben hatte, dass ihr Mann direkt wieder getrunken hatte nachdem er den Führerschein zurück hatte. Dann erneut erwischt wurde und Suizid begangen hat.

    Ich meine, das ist doch nur ein Lappen. Wie kann das wichtiger sein, als Gesundheit, Familie, Arbeit. Ich verstehe es nicht. Und kann mir auch nicht vorstellen, dass das jemand erklären kann.

    Jump! 🏵️ sehr nachdenklich

    Hallo foxi,

    Ich habe mich zuerst auch total aufgeregt, als mein Mann plötzlich wieder Zuhause war aus der Notaufnahme. Habe dort sogar angerufen in der Klinik und einen lautstarken Aufstand am Telefon gemacht 🙈. Jetzt, nachdem ich mich wieder beruhigt habe, sehe ich es anders.

    Wenn jemand so lange Zeit immer wieder trinkt, dann ist nach der Entgiftung wahrscheinlich vor der Entgiftung. Und wenn der Betroffene immer wieder sofort aufgefangen wird, dann erreicht er keinen Tiefpunkt.

    Damit meine ich jetzt nicht, dass natürlich der Rettungsdienst gerufen werden muss, wenn es lebensbedrohlich aussieht. Und diese Frage fand ich auch oft sehr schwer zu beantworten. Ich bin eher jemand, die sehr schnell Panik bekommt und denkt er ist kurz vorm Exodus. Letztendlich muss ich diese Entscheidungen ja vor mir selbst verantworten.

    Die Kliniken sind nun mal überfüllt. Aber selbst wenn es freie Betten gäbe stellt sich mir mittlerweile die Frage, ob es gut wäre jemanden immer sofort aufzunehmen, ihn aufzupäppeln und weiter geht's mit der Sauerei. Aber es ist ein schmaler Grat. Natürlich habe ich Sorge er schädigt sich jetzt soweit, dass er bleibende oder tötliche Schäden davonträgt. Dann denke ich: "Mensch! Ihr müsst den doch aufnehmen, sonst passiert sonst was". Ich atme tief ein, wenn ich das schreibe und denke dann mit tapferem Kopf: vielleicht ist es auch seine Chance wenn "sonstwas" passiert. Andernfalls wird es jedenfalls immer so weitergehen, auf sanfte Weise wird das nicht funktionieren. Hilfe durch Nichthilfe. Aber das muss jeder mit sich selbst ausmachen, finde ich. Fühlt sich auch ein bisschen wie russisch Roulette an für mich.

    Das Gefühl: ich hätte dies und das machen sollen, wenn er dann stirbt, das will ich auch nicht haben, will mit mir im Reinen sein. Wobei ich vermutlich immer was finden würde, was ich mir nachträglich vorwerfe... Und dieser Gedanke zeigt auch wieder dieses typische Co-Denken, als ob ich überhaupt die Macht hätte irgendwas auszurichten. Eigentlich ist es egal was ich mache, ich habe ja gar keinen nachhaltigen Einfluss. Und auch eine Millionen Entgiftungen werden nichts ändern, wenn der Betroffene nicht das verdammte erste Glas stehen lässt.

    Was ich bei deinem Sohn nicht verstehe ist, weshalb er bei dieser langen Geschichte noch nie in einem Suchthilfe-Zentrum war. Dort kann er doch jederzeit den Bericht für den Reha-Antrag schreiben lassen und bekommt alle Unterstützung. Dafür ist doch gar kein Klinik-Sozialdienst nötig. Dort werden Gruppen angeboten, auch therapeutisch angeleitete. Das ist alles kostenlos.

    Aber vor allem weshalb ihr als Eltern noch nie dort hin gegangen seid? Dort bekommt ihr doch die passende Beratung, die ihr braucht, um in dem ganzen Chaos nicht unterzugehen.

    Freundinnen sind wichtig und hilfreich und eine riesige Stütze , aber sie sind ja keine Expertinnen und die spezielle Dynamik in punkto Sucht braucht einen ganz anderen Blick, finde ich.

    Also ich würde ihm maximal die Telefonummer/Adresse des nächstgelegenen Suchthilfe-Vereins geben und dort kann er alles weitere klären. Und diese Angebote wahrnehmen. Arbeiten geht er ja auch noch ab und zu, habe ich verstanden und Nachschub kann er auch besorgen, dann kann er dort doch auch selbst hin gehen.

    Sagt Jump! 🏵️ die jeden Tag selbst um die eigene Abgrenzung ringt, aber stur weiter macht

    Liebe Ella, so jetzt komme ich dazu dir in Ruhe zu antworten.

    und ich hab mich wieder zu weit aus der Deckung gewagt.

    Ich kann so gut nachfühlen wie du das meinst. Ich wollte vor zwei Wochen nur ganz kurz aus organsatorischen Gründen was hinbingen und schwupps war ich wieder voll in der Dynamik drin.

    Gibt es bei Dir und Deinem Mann eine ausdrücklich ausgesprochene Trennung?

    Nein, es gibt gar keine Trennung. Weder ausdrücklich noch unausgesprochen. Ich habe nur die Regel, dass wir uns nicht sehen, wenn er getrunken hat. Das kann dann unter Umständen auch monatelang sein, ich weiß es nicht. Vor zwei Monaten waren wir ja noch zusammen im Urlaub.

    Das ist ein Ultimatum an ihn, vor allem aber auch an mich selbst.

    Das finde ich gut. Auch, dass du das hier in deinem Faden nochmal so schreibst. Das ist dann verbindlicher.

    Wie füllst denn Du Deine frei gewordene Zeit, Jump?

    Och, ich mache eigentlich das Selbe wie vorher. Ich lese gerne, gehe ganz viel spazieren, kümmere mich um die Pflanzen, koche, ab und zu treffe ich Leute, was hier einfacher ist, weil ich nun zentraler wohne. So viel mehr Zeit habe ich eigentlich gar nicht, jetzt muss ich ja mehr selbst machen, also haushaltsmäßig.

    Es ist mir am Anfang nur schwer gefallen wirklich zur Ruhe zu kommen in der neuen Umgebung. Aber jetzt kann ich hier genauso gut nichts-tun wie vorher 😉. Ich brauche nicht so viel Action. Am meisten vermisse ich meine Kater.

    Ich bin gespannt wie es bei dir weiter geht Ella.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    Liebe foxi,

    bei deinem Nickname muss ich an "fix und foxi" denken, also fix und fertig mit den Nerven. Das kann ich jedenfalls sehr gut nachfühlen.

    Mein Mann ist kürzlich ebenfalls trotz Einweisung nicht in der Klinik aufgenommen worden. Als Angehörige ist es sehr schwer auszuhalten, dass jemand in so einem Zustand abgewiesen wird. Und sich dann immer weiter zugrunde richtet.

    Er steht jetzt auf der Warteliste. Hier gibt es 2-3 Monate Wartezeit. Und er muss jede Woche anrufen, um auf dieser Liste zu bleiben. Das ist eine sogenante "qualifizierte Entgiftung". Diese dauert hier zwei Wochen.

    In der Reha in einer Suchtklinik wird vorausgesetzt, dass der Betroffene bereits entgiftet ist und nüchtern kommt. Andernfalls besteht auch die Möglichkeit dies in einer kooperierenden Klinik vorher zu machen. Dazu gibt es vorher von der Suchtklinik Informationen.

    Der Antrag für die Reha kann in einer Suchthilfe-Einrichtung geschrieben werden. Die gibt es z.B. von der Caritas, aber auch von freien Trägern. Also es gibt sehr viel mehr als nur die AAs. Das ist ja Selbsthilfe. Aber es gibt auch professionelle Hilfe. Dort könntest du auch eine Beratung für dich selbst bekommen. Das ist auch kostenlos.

    Bei meinem Mann wurde der Reha-Antrag sehr schnell bewilligt, innerhalb von ein bis zwei Wochen. Er musste aber 8 Monate warten bis er einen Platz bekommen hat. Er wollte aber auch in eine bestimmte Klinik. Na ja "warten" hört sich so harmlos an. In echt kam dann auch wieder der Rettungswagen zwischendrin und für mich war das alles die Hölle.

    Du schreibst Privatklinik. Ist das denn auch eine Suchtklinik? Denn eine andere Klinik wird nicht hilfreich sein. Ehrlich gesagt würde ich das nicht bezahlen wollen, wenn die Wahrscheinlichkeit so gering ist, dass es dauerhaft hilft.

    Warst du denn in der ganzen Zeit noch nie selbst zur Beratung in einer Suchtberatung? Ich kann das nur empfehlen.

    Gut, dass dein Mann morgen vor Ort in eine.Selbsthilfegruppe geht. Ich war auch in einer Angehörigen-Gruppe und dort waren viele Eltern, so wie ihr.

    Ich finde es sehr gut und auch tapfer wie ihr euch als Eltern abgrenzt. Ich würde das auch der Ehefrau wünschen.

    Viel Kraft und alles Gute von Jump! 🏵️

    Hallo Ella,

    Ich bin jetzt erst auf deinen Faden gestoßen. Und war ganz überrascht, denn ich habe schon oft deine klugen Beiträge bei anderen gelesen und dachte daher du bist längst abgelöst.

    Vieles was du schreibst könnte von mir sein. Ich habe mich ja damals hier angemeldet, um sicherzustellen, dass ich auch wirklich ausziehe, wenn mein Mann wieder trinkt. Und so war es dann auch.

    Ich lebe mein Leben. Was trotzdem geblieben ist, ist die Sorge, dass er stirbt, sich verletzt, massive Schäden davon trägt. Es kostet mich viel Kraft dennoch nicht zu handeln, mich nicht zu kümmern.

    Den räumlichen Abstand zu haben hat aber extrem viel verändert. Früher habe ich mich der Dynamik ausgeliefert gefühlt und konnte kaum abschalten und war quasi ausgebrannt. Jetzt kann ich das ausblenden und zu mir selbst kommen und meine Wohnung ist mein safe place. Ha, ha, die Worterkennung wollte aus "place" gerade dauernd "Placebo" machen. Da fühle ich mich dann aber auch ein bisschen ertappt, denn gedanklich bin ich noch viel bei meinem Mann, ich agiere es halt nur nicht mehr. Oder zumindest sehr viel weniger.

    Bist du weiter standhaft, dass er nicht in deine Wohnung kommt nach der Reha? Hat dieser Berater seine Wohnung tatsächlich gesichtet? Denn tatsächlich auch praktische Hilfe zu bekommen, ist ja eher die Ausnahme. Ich frage, weil die Abgrenzung für dich dann vermutlich einfacher wäre. Aber ich weiß natürlich, dass hier ein Dilemma besteht, denn wenn ich mich nur raus ziehen kann, weil jetzt jemand anderes das Kümmern übernimmt, dann bin ich ja weit davon entfernt ihm wirklich zuzutrauen und zuzumuten selbst sein Leben zu regeln. Und das ist der Punkt in dem sich mein eigenes Hamsterrad wieder dreht: der Zweifel, dass er das kann (jetzt rede ich von meinem eigenen Mann), der Eindruck er ist seiner Sucht ausgeliefert.

    Und ich weiß natürlich, dass das eigentlich ein Grund mehr ist mich vollständig zu lösen. Denn so stirbt einer und sonst sterben zwei.

    Alles Liebe, Jump!

    Minze es rührt mich sehr was du schreibst. Bei meinem Mann habe ich einen entzugsbedingten epileptischen Anfall miterlebt. Und das war sehr schlimm. Das alles nicht verhindern zu können ist schwer auszuhalten.

    Aber jetzt erst mal herzlich Willkommen. Du bist nicht alleine und gut, dass du hier her gefunden hast.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    Rainbow, du musst dich doch nicht entschuldigen für die Länge deiner Texte! So ein Quatsch. Ich finde jedes einzelne deiner Worte ist es wert aufgeschrieben zu werden.

    Du siehst die Situation sehr klar.

    Es ist schlimm zu sehen wie die Sucht einen Menschen komplett gekapert hat. Da hilft alles Zureden und rationale Argumentation nichts mehr. Es macht soo wütend und hilflos. Das kenne ich zu gut.

    Schreib so viel du willst!

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    Danke SouthAfrica für deine Rückmeldung. Ich finde es gut, dass du das teilst, auch wenn du hier viel Gegenwind bekommen hast.

    Ich erinnere mich, dass dein Partner damals selbst, aus eigenem Antrieb in die Klinik gegangen ist, Krankheitseinsicht hatte und die Notwendigeit seiner Abstinenz selbst erkannt hat. Ich denke das ist die Vorraussetzung für eure positive Wendung.

    Ich betone das, weil sonst der Eindruck entstehen könnte es lohnt sich, doch noch beim süchtigen Partner zu bleiben, auch wenn er null Veränderungsmotivation hat.

    Deine sachliche, bedachte Umgehensweise hat mich damals schon beeindruckt.

    Alles Gute dir, Jump! 🏵️

    Hallo Jalina,

    gehe am besten gleich morgen zu deinem Psychiater und bespreche alles mit ihm. Sag ihm/ihr wirklich deutlich wie es dir geht.

    Du kannst auch jederzeit in deine zuständige psychiatrische Klinik gehen und dort ein Gespräch mit dem diensthabenden Arzt verlangen, wenn du akut gefährdet bist.

    Eine Mutter-Kind-Kur hat den Fokus weniger auf psychiatrische Probleme und ist recht kurz. Vielleicht schaust du mal nach einer psychosomatischen Klinik, da gibt es auch welche in der Kinder mitkommen dürfen.

    Du kannst dich auch an den sozialpsychiatrischen Dienst deiner Stadt wenden, um hierbei Unterstützung zu bekommen.

    Such' dir eine langfristige Psychotherapie bei einer Kassen-Praxis. Ein kostenloses Erstgespräch wird dich nicht weiter bringen - im Gegenteil, du öffnest dich und stehst dann da, weil alles weitere sehr viel Geld kostet. Pass' auch auf, ob es wirklich eine approbierte Psychotherapeutin ist.

    Am besten holst du dir die Liste von deiner Kassenärztlichen Vereinigung (gibt's im Internet) und telefonierst hier alle durch. Notiere dir die Telefonsprechzeiten und rufe dann an, so dass du auch jemanden an der Strippe hast. E-Mail oder AB ist meist erfolglos. Oder über die Service Nummer der KV: 116117. Aber darüber bekommst du wahrscheinlich auch nur Erstgespräche, die aber immerhin kostenlos für dich sind und dir bei der weiteren Planung helfen.

    Eine weitere Möglichkeit wäre eine Beratungsstelle für Familien oder eine Lebensberatung z.B. bei der Caritas. Dort bekommst du vielleicht schneller einen Termin und sie begleiten dich bis du einen Therapieplatz bekommst.

    Bleib' am Ball, aber mach' keine halben Sachen. Es geht um dich! 💖

    Du liebe Momo,

    jetzt suche ich seit Tagen nach den richtigen Worten und finde sie nicht.

    Danke, dass du das mit uns teilst! Und es stimmt so sehr, dass das Leben so fragil ist und nicht verschwendet werden sollte... Mir das immer bewusst zu machen überfordert mich aber auch zuweilen...

    Es gibt ja diese Frage: was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass du nur noch x Tage zu leben hättest? Ich selbst würde gar nix tun. Hab zum Glück alles gemacht, was ich wollte, da ist nix offen.

    Aber Momo du bist für mich so ein starkes Vorbild, so voller Energie und Lebensmut. Du wirst das schaffen. Und außerdem brauch' ich dich hier im Forum!

    Alles Liebe, von Jump! 🏵️ die dir sämtliche good vibes rüber schickt, die es im Universum gibt

    Das ist echt schade, denn Heidelberg ist für mich auch super erreichbar. Aber ich komme an dem Wochenende gerade von Griechenland zurück und schätze das wird dann zu viel für mich. Also ich wäre dann höchstens vielleicht ein Überraschungsgast für sonntags, aber will mich nicht festlegen, weil mich das dann stressen würde. Mal sehen...

    Liebe Alexa, ich freue mich immer von dir zu lesen, deine ehrliche, nachdenkliche Art und immer mit einer Prise wunderbarem Humor.

    Gleichzeitig dachte ich: "Und täglich grüßt das Murmeltier". Wohlwissend das mein eigenes Murmeltier ja auch auf der Lauer liegt. Du hängst quasi wieder im "Transit-Bereich" fest - so kommt es mir vor.

    Dein Faden heißt ja 'Alexa - alles anders' und ja es ist einiges anders. Du schreibst du baust dir Inseln, du ziehst dich nicht mehr zurück, kommst viel viel besser klar. Das ist gut. Aber reicht dir das?

    Ich habe nicht verstanden was deine Therapeutin meint, wenn sie sagt ein halbes Jahr Abstinenz sei doch was? Klar gilt es das zu validieren - aber die meiste Zeit ist er weg in der rosa Blase und dann hast du zwei Monate voller Sorge es kippt wieder... Nee, das ist nix. Oder?

    Wenn du überlegst ob du einen neuen Zahnputzbecher oder Wäscheständer kaufst, dann mach' das doch für dich selbst, dachte ich. Und nicht damit 'er' es dann würdigt. Du kannst den Kram doch dann auch mitnehmen... Hauptsache du machst es dir jetzt so, dass du dich selbst wohl fühlst.

    Du schreibst so wenig von dir. Wie läuft es mittlerweile auf der Arbeit? Ich glaube du hast zuletzt geschrieben, dass es eine ziemliche Umstellung ist nun voll zu arbeiten? Was machen deine kreativen Hobbys? Glitzern deine Nägel 💫?

    Du schreibst wie viel Respekt andere vor deinem Partner haben. Was für wundervolle Menschen an der Sucht zugrunde gehen. Du bist sehr bei anderen. Was ist mit dir selbst? Ich denke an die "Überidentifikation" von der du mal geschrieben hast.

    Gleichzeitig kann ich mich sehr in dich hinein fühlen. Du siehst den Menschen hinter der Sucht. Und nach der Entgiftung ist er plötzlich wieder da. Ich glaube was uns verbindet ist, dass unsere Partner ja nichts verleugnen und immer wieder selbst raus wollen aus der Suchtspirale. Also schon Verleugnen im Sinne des "erlaubnisgebenden Gedankens", aber grundsätzlich zugeben: ja, ich bin süchtig. Sich in Therapie begeben. Das macht die Abgrenzung schwerer, weil immer wieder diese Hoffnung entsteht. Ich weiß nicht ob bei dir aufgrund deiner eigenen Geschichte auch noch mehr "Verständnis" da ist? Aber eigentlich könntest du ja gerade deshalb mit einem ganz anderen Standing deine Grenzen setzen. Zumal du doch auch dich selbst schützen musst. Stimmt, jetzt fällt es mir wieder ein, du hattest doch auch von deiner eignen Gefährdung geschrieben. Wie ging es dir damit?

    Und was passiert in der Zwischenzeit eigentlich mit deiner eigenen Wohnung? Wie geht es deinem Hund? Wurde er in der Zwischenzeit operiert?

    Pass' gut auf dich auf!

    Jump! 🏵️ (die sich tatsächlich zum ersten Mal die Augenbrauen gefärbt hat 😜)

    Huhuuuu! 🌼

    Mir geht es gerade supergut! Ich war auf einer zauberhaften, abenteuerlichen Reise im Kaukasus und dort waren meine Tage so prall gefüllt, dass ich gar keine Zeit hatte ins Forum zu gehen.

    Ja, mein Mann war (nüchtern!) dabei. Sonst wäre ich alleine gefahren. Ich bin mittlerweile knallhart was das angeht.

    Die Natur dort war einfach überwältigend! Wir haben unglaubliche Wanderungen gemacht, waren auf mindestens fünf Vegetationszonen unterwegs von schneebedeckten Gipfeln bis in die Halbwüste; subtropischem Dschungel und vulkanischer Hochebene, saftig grüne Berg-Täler und weite Steppe.

    Ich hatte vorher ein wenig Sorge, dass uns überall selbstgemachter Wein und Schnaps angeboten wird und es dann in dieser Kultur unhöflich wirkt abzulehnen...aber es war überhaupt gar nicht so. Im Gegenteil. Alkohol war dort gar kein Thema, auch nicht um uns herum.

    Ich versuche den Zauber, der mich dort erfasst hat, mit aller Kraft wach zu halten 🧚🏼‍♀️ und nicht so schnell zurück in den Alltag zu flutschen...

    Jetzt muss ich hier erst mal so einiges nachlesen...aber ich habe oft an euch gedacht.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    Müsste da das Jugendamt nicht längst handeln

    Damit das JA handeln kann, wäre es wichtig, dass du dort erzählst, dass häusliche Gewalt statt findet und schilderst was du mitbekommen hast.

    Du solltest jedenfalls nicht denken, dass sie sowieso schon "unter Beobachtung" sind und das reicht. Du sagst selbst, dass deine Schwester andere gut blenden kann.

    Vor einer Inobhutnahme werden normaleweise erst alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft. An erster Stelle, dass die Mutter mit den Kindern gemeinsam geschützt wird. Auch werden vielleicht Auflagen gemacht...wie es bei deiner Schwester ist, weiß ich natürlich nicht, das ist ja individuell. Eine Inobhutnahme ist jedenfalls immer der allerletzte Schritt. Und hier wird meist zuerst geprüft, ob jemand aus der Familie (Tante, Oma etc.) die Kinder aufnehmen kann, bis das Weitere geklärt ist.

    Du kannst auch anonym beim JA eine Meldung machen, das ist dann aber vermutlich weniger effektiv. Oder dich bei einem Kinderschutzzentrum etc. beraten lassen wie du am besten vorgehst. In dem Artikel, den du von der Moderation bekommen hast stehen ja viele Anlaufstellen.