Beiträge von wieweiter

    Liebe Dorothea, nein die Schuld gebe ich mir nicht an seinem Tod. Seine Leber war schon lange schwer geschädigt und selbst wenn er es das letzte Jahr geschafft hätte mit dem Trinken aufzuhören, wäre er auch nicht alt geworden. Er hat mir auch nie die Schuld daran gegeben, dass er trinkt.

    Aber vielen Dank für die Denkanstöße und auch vielen Dank für Eure Beiträge. Sie geben mir Kraft und Hoffnung.

    Eine Reha bekomme ich nicht.

    Aurora, Du hast zum Teil recht. Aber es sind nicht die Träume, das wird mir klar. Er war optisch und körperlich mein Traummann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass mir nochmal ein Mann gefällt.

    Liebe Aurora, wenn ich mir vorstelle, was Du für einen Schicksalsschlag hast erleben und verarbeiten müssen, dann bewundere ich Deine Stärke.

    Ich weiß, dass viele Menschen geliebte Angehörige aufgrund von Krankheiten oder Unfällen verlieren, das berührt mich sehr und ich kann es mir kaum vorstellen wie schrecklich das sein muss, wenn man glücklich zusammen war. Daher kann ich es selbst nicht verstehen, warum meine Trauer schlimmer wird. Vielleicht ist es auch die Eingeständnis meiner Hilflosigkeit, die ich verarbeiten muss.

    Zu wissen, dass die Alkoholkrankheit ein Selbstmord auf Raten ist und den Tod dann zu erleben, das sind schon zwei verschiedene Dinge. Ich denke immer an den Menschen den er hätte sein können. Ja und ich frage mich, ob ich mehr hätte tun können. Zu akzeptieren, daß es nicht möglich war, fällt schwer. Ich hoffe auf den Tag, an dem die Trauer ihren Höhepunkt erreicht und langsam weniger wird. Es ist eine Erfahrung, die ich so nie für möglich gehalten hätte.

    Wünsch Euch frohe Ostern.

    Ich stelle langsam Veränderungen bei mir fest. Ich habe wieder ansehnliche Fingernägel. Ja, ich habe die letzten Jahre ständig meine Fingernägel abgekaut oder abgerissen. Und die K.tz Attacken haben aufgehört.

    Heute habe ich Ostern mit der Familie meines Sohnes und meiner Tochter verbracht. Das erste Ostern ohne ihn, seit er gestorben ist. Aber das stimmt so nicht. Letztes Jahr war es auch schon so. Da war er auch nicht dabei, da er daheim auf der Couch lag und es ihm nicht gut ging. Ich weine immer noch, weil ich so traurig bin, daß er sein Leben nicht ändern konnte.

    Ich unternehme viel mit anderen Menschen und merke, dass ich auch immer besser alleine sein kann.

    Mein XY hatte lange eine Hausärztin, die nichts anderes als seine Krankmeldungen gemacht hat. Ich habe oft gedacht, die müsste doch mal sagen was Sache ist. Es gab aber auch tolle Ärzte und Ärztinnen im Krankenhaus, die Klartext mit ihm geredet haben. Hat alles nichts genützt. Wenn er nicht wirklich will, dann ändert sich nichts. Ich drück Dich

    Ich kann nur von mir sagen, dass ich die Alkoholkrankheit neines XY nicht verheimlicht habe. Ich bin damit immer offen umgegangen. Wenn wie ehrlich zu uns sind, dann wissen oder ahnen es die Menschen in unserem Umfeld sowieso. Nichts schlimmeres, als so zu tun, dass alles in Ordnung wäre und alle hinter meinem Rücken sagen, was macht die sich den vor.

    Vielleicht kannst du gar nicht loslassen, ohne dich an etwas Neues klammern zu können.“

    Nein, das ist nicht mein Problem. Ich war bevor ich mit ihm zusammenkam glücklicher Single. Aber ich mochte ihn schon, als ich ihn das erste Mal gesehen habe. Da war ich noch verheiratet und er in einer Beziehung. Ich war in meinem Leben nie jemand, der geklammert hat. Er schon. Er war so ein hübscher Kerl und wir hatten schöne Tage. Ich bin unendlich traurig, dass er es nicht geschafft hat, mit mir oder ohne mich. Klingt vielleicht komisch, ist aber so

    Ich habe liebe Menschen um mich, ich kann es selbst nicht einordnen, wieso ich so unter diesem Verlust leide. Ich habe mir lange Zeit mein Leben zurück gewünscht, jetzt, wo ich es wieder habe kommt mir alles wie ein Alptraum vor. Ich war verliebt in eine Illusion und jetzt ist es schwer von dieser Illusion Abschied zu nehmen. Ich frage mich immer wieder ob ich nicht irgendwann was hätte beeinflussen können. Wenn ich ehrlich zu mir bin, weiß ich, dass es nicht in meiner Macht stand. Das zu akzeptieren ist wieder eine andere Nummer. Holt Euch professionelle Hilfe, solange es noch geht. Für Euch und für Eure Lieben.

    Da kann es schon beängstigend sein wenn das wegfällt. Es kann dann erstmal wie ein Loch sein was mit Daueraktion gefüllt war und nun ist es leer.

    Es,geht mir gerade total schlecht.

    Obwohl ich die Beziehung so nicht mehr wollte, ich vermisse ihn so sehr. Ich komme mit seinem Tod nicht klar. Es,tut so weh.

    Aber einen Mann, der permanente Stimmungsschwankungen hatte, zu wenig zu gebrauchen und stattdessen eher selbst bedürftig und auf sich fixiert war. Liebevoll ist anders, das stimmt.

    Mein XY war auch sehr bedürftig und auf sich fixiert. Jeder Satz fing mit Ich an. Wie es ihm ging, was er brauchte, was er wollte.

    Ich wünschte mir oft, dass er mich mal fragte wie es mir ging, was ich wollte.

    Seine Gedanken kreisten nur noch um sich selbst.

    Das mit dem Strohhalm und dem Licht im Tunnel kenne ich nur zu gut.

    Ich wünsche Dir viel Kraft.

    Guten Morgen,

    Es ist geschafft, die Wohnung und der Keller sind leer und gestern war die Übergabe. Ich habe unzählige Kartons, Möbel, Pflanzen, Kleidung usw. sortiert, geschleppt, verschenkt und entsorgt. Noch ist nicht alles an seinem Patz . Die letzten Tage waren dann die Maler in der Wohnung und nachdem ich Fenster, Böden, Küche und Bad nochmal geputzt habe, ist sie in einwandfreiem Zustand. Nichts mehr zu sehen, von dem Elend, das sich darin abgespielt hat.

    Nach all der Anstrengungen kommt ein wenig Angst, wie komme ich mit der vielen freien Zeit, die ich jetzt habe, zurecht.

    Schön ist, dass es Frühling ist und ich mich auf den Garten freuen kann. Ich wünsche mir auch wieder Ruhe zum Lesen zu finden.

    Wie oft habe ich mir in den letzten Jahren gewünscht mein Leben zurück zu bekommen, jetzt ist es soweit und es macht mir ein wenig Angst.

    Irgendwie habe ich das Gefühl alles noch nicht so richtig realisiert zu haben.

    Ich bin froh, dass ich dieses Forum gefunden habe, es hat mir sehr geholfen und hilft mir immer noch vieles zu verstehen.

    Wieweier, nach vorne

    Heute hab ich meinen Tiefpunkt. Er ist jetzt seit 2 Monaten tot und ich heule den ganzen Tag. Ich dachte, dass ich es besser wegstecke aber es ist nicht so.

    Als ich ihn das erste Mal gesehen habe, war er mir total sympathisch. Ich hatte nie daran gedacht, dass ich ihn mal als Partner bekommen könnte, da er viel jünger als ich war und in einer Beziehung mit einer Bekannten. Ich mochte ihn vom ersten Augenblick. Ein paar Jahre später, ich hatte gehört, dass er getrennt war, haben wir uns zufällig in einer Kneipe getroffen. Er baggerte mich an und ich dachte nur, ich bin doch viel zu alt. Zu dem Zeitpunkt dachte ich, dass er so wie soviele halt gerne mal was trinkt. Dass er so alkoholkrank war, hab ich erst nach und nach gemerkt. Dazu kamen Depressionen und Angstzustände. Ich bin von der Fraktion geht nicht gibts nicht. Für alles gibt es eine Lösung. Aber hier war ich so hilflos wie noch nie in meinem Leben. Ich vermisse ihn so sehr obwohl ich oft nicht mehr konnte. Was bleibt ist die Liebe zu einem Menschen, der seine Sucht nicht überwinden konnte.

    Ich hoffe, dass die Tränen irgendwann aufhören

    Ich hatte heute eigentlich einen guten Tag. Die Wohnungsauflösung geht dank meiner Tochter voran. Ich war dann in meiner Lieblingskneipe, wo man immer jemanden trifft und es war auch schön. Nur jetzt zuhause ist alles zusammengebrochen. Ich vermisse ihn so sehr.

    Jetzt ist es schon 2 Monate her, dass er gestorben ist. Ich bin seither mit der Auflösung unserer gemeinsamen Wohnung beschäftigt. Ich denke viel nach und lese auch viel im Forum. Manchmal möchte ich gerne antworten, kann es dann doch nicht.