wieweiter - Was tun?

  • ich denke auch das es völlig normal ist, du hast ihn ja trotz allem geliebt. da kann man doch gar nicht in so kurzer zeit wieder auf normal schalten. in früherer zeit war das "witwenjahr" das kam ja nicht von ungefähr- in der zeit hatte es niemand zu wagen einer witwe einen heiratsantrag zu machen. weil es einfach die regel ist das die trauer so lange anhält. natürlich gibt es ausnahmen, in beide richtungen, aber so ein jahr ist wohl die zeit die die meisten brauchen um so einen verlust zu verarbeiten.

    hast du denn niemanden mit dem du mal reden kannst? wo du dir mal all deinen frust und die trauer, die ganzen probleme die du hast allein zurecht zu kommen, von der seele reden kannst. jemandem mit dem du auch intime dinge besprechen kannst ohne das es die ganze welt zu hören bzw lesen bekommmt. fühl dich mal gedrückt-

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Ich habe liebe Menschen um mich, ich kann es selbst nicht einordnen, wieso ich so unter diesem Verlust leide. Ich habe mir lange Zeit mein Leben zurück gewünscht, jetzt, wo ich es wieder habe kommt mir alles wie ein Alptraum vor. Ich war verliebt in eine Illusion und jetzt ist es schwer von dieser Illusion Abschied zu nehmen. Ich frage mich immer wieder ob ich nicht irgendwann was hätte beeinflussen können. Wenn ich ehrlich zu mir bin, weiß ich, dass es nicht in meiner Macht stand. Das zu akzeptieren ist wieder eine andere Nummer. Holt Euch professionelle Hilfe, solange es noch geht. Für Euch und für Eure Lieben.

  • Hey, du arme liebe wieweiter, ich kann gut verstehen, dass du so sehr trauerst. Vielleicht auch um all die verpassten Möglichkeiten und um das was nicht mehr war. Nicht mehr sein konnte.

    Es heißt, dass die unglücklichen Beziehungen, sei es zu Partnern oder auch zu Eltern, ein besonders Loch hinterlassen, weil es dann auch so endgültig ist, dass es nie mehr besser geworden ist. (Ich hoffe ich drücke mich verständlich aus).

    Zu denken, dass du irgendwie doch noch etwas hättest verhindern können, ist tatsächlich Hybris. Du hattest keinerlei Möglichkeit. Du konntest nichts machen. Und es war eine extrem schwere Zeit für dich selbst. Was du mitgemacht hast, was du gesehen und miterlebt hast, das war schlimm.

    Ich hoffe du bist achtsam und gut zu dir selbst. Wenn du kannst, dann sei dankbar für die guten Momente. Das wünsche ich dir. Den Menschen hinter der Sucht wieder zu sehen und ohne Bitterkeit loszulassen.

    Ich hoffe ich bin heute nicht zu pathetisch. Ist gerade irgendwie so meine Stimmung. Dir alles Liebe!

  • Hi wieweiter ,

    ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld mit Dir selbst. Einen Schritt nach dem anderen.

    Für mich persönlich ist es ein Unterschied, ob ich eine Illusion von etwas habe, was tatsächlich einmal anders war oder von dem ich sicher weiß, dass es mal anders war.

    Oder ob ich eine Illusion von etwas habe, was es nie gegeben hat.

    Ich kann mir vorstellen, dass Dein Partner für Dich in die erste Kategorie fällt.

    Und ich war auch schon traurig darüber das sich Menschen von mir oder ich mich von Menschen getrennt habe, weil diese sich einer Weise verändert haben das es nicht mehr passte. Diese Menschen sind nicht gestorben, aber eben für mich gestorben. Und das hat mich manchmal sehr traurig gemacht.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Es,geht mir gerade total schlecht.

    Obwohl ich die Beziehung so nicht mehr wollte, ich vermisse ihn so sehr. Ich komme mit seinem Tod nicht klar. Es,tut so weh.

    „Vielleicht kannst du gar nicht loslassen, ohne dich an etwas Neues klammern zu können.“

    Manchmal ist nicht der Abschied das Schwerste, sondern das Aushalten der Leere danach. Du warst so lange erfüllt von Durchhalten, Tragen, Hoffen – und am Ende hast du trotzdem verloren. Oder vielleicht auch nicht – wenn du jetzt deinen eigenen Rhythmus findest - versuch‘s!

  • Vielleicht kannst du gar nicht loslassen, ohne dich an etwas Neues klammern zu können.“

    Nein, das ist nicht mein Problem. Ich war bevor ich mit ihm zusammenkam glücklicher Single. Aber ich mochte ihn schon, als ich ihn das erste Mal gesehen habe. Da war ich noch verheiratet und er in einer Beziehung. Ich war in meinem Leben nie jemand, der geklammert hat. Er schon. Er war so ein hübscher Kerl und wir hatten schöne Tage. Ich bin unendlich traurig, dass er es nicht geschafft hat, mit mir oder ohne mich. Klingt vielleicht komisch, ist aber so

  • Liebe wieweiter,

    Trauer hat ihre ganz persönlichen Muster. Es gibt kein Richtig oder Falsch oder es dauert soundso lange. Es ist individuell.

    Es war ja praktisch erst gestern als er gegangen ist. Und da kommt eben immer wieder eine Welle der Trauer. Vieles wird einem erst nach und nach bewusst, wie sehr der Mensch fehlt, welche Lücke er hinterlassen hat. Gedanken an die schönen Zeiten. Und dann immer wieder das "Warum". Das alles darf sein.

    Du hast ja auch gute Zeiten und das ist wichtig. Denn Trauer ist da und darf das auch. Aber du lebst ja noch und das darfst du auch. Bitte vergiss das nicht.

    Bisher warst du noch mit allem Möglichen beschäftigt. Wohnungauflösung usw. Jetzt kommst du zur Ruhe und das ist die Zeit, in der die Trauer sagt: jetzt komm ich mal, ich bin auch wichtig, damit du das verarbeiten kannst.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • "Die Zeit heilt alle Wunden" ist einer der duemmsten Sprueche, die es gibt, oder wenigstens naiv. Zeit ist linear, Trauer setzt uns immer in eine Zeitmaschine. Du hast diesen Menschen ja wirklich sehr geliebt. Ein Geruch, ein Bild, eine schoene Erinnerung schickt uns zurueck. Du hast ja gute gemeinsame Erinnerungen, die ihr Recht weiter einfordern werden, vielleicht gerade dann, wenn das Leben andere Plaene hat. Die Zeit vergeht unerbittlich, da musst du umso mehr Geduld mit dir haben.

  • Wünsch Euch frohe Ostern.

    Ich stelle langsam Veränderungen bei mir fest. Ich habe wieder ansehnliche Fingernägel. Ja, ich habe die letzten Jahre ständig meine Fingernägel abgekaut oder abgerissen. Und die K.tz Attacken haben aufgehört.

    Heute habe ich Ostern mit der Familie meines Sohnes und meiner Tochter verbracht. Das erste Ostern ohne ihn, seit er gestorben ist. Aber das stimmt so nicht. Letztes Jahr war es auch schon so. Da war er auch nicht dabei, da er daheim auf der Couch lag und es ihm nicht gut ging. Ich weine immer noch, weil ich so traurig bin, daß er sein Leben nicht ändern konnte.

    Ich unternehme viel mit anderen Menschen und merke, dass ich auch immer besser alleine sein kann.

  • Liebe wieweiter,

    vielleicht trauerst du gerade um ganz viel. Um den Menschen, der nicht mehr da ist aber auch um deine Träume, Wünsche, gute Zeiten. Um all das, was ja auch mit ihm zusammenhing.

    Hast du schonmal überlegt ob du eine zeitlang einfach mal eine Trauergruppe besuchst? Kirchengemeinden bieten sowas an, zum Beispiel. Bei Google kannst du bestimmt erfahren, ob sowas in deiner Nähe ist. Ich habe mich nach dem Tod meiner Tochter und meines Enkels eine Weile in einem Internetforum für verwaiste Eltern ausgetauscht. Das hat mir gutgetan weil ich mich nicht mehr so alleine gefühlt habe.

    Da waren andere Mütter und Väter, denen das gleiche wie mir passiert ist.

    Es gibt bestimmt auch Foren für trauernde Partner. Nur mal so als Idee.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Wäre eine Reha für Dich etwas?

    Von einer Bekannten weiß ich, dass sie mehrere Wochen in Reha war und es ihr gutgetan hat. Erkundige Dich doch mal.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Eine Reha bekomme ich nicht.

    Aurora, Du hast zum Teil recht. Aber es sind nicht die Träume, das wird mir klar. Er war optisch und körperlich mein Traummann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass mir nochmal ein Mann gefällt.

    Liebe Aurora, wenn ich mir vorstelle, was Du für einen Schicksalsschlag hast erleben und verarbeiten müssen, dann bewundere ich Deine Stärke.

    Ich weiß, dass viele Menschen geliebte Angehörige aufgrund von Krankheiten oder Unfällen verlieren, das berührt mich sehr und ich kann es mir kaum vorstellen wie schrecklich das sein muss, wenn man glücklich zusammen war. Daher kann ich es selbst nicht verstehen, warum meine Trauer schlimmer wird. Vielleicht ist es auch die Eingeständnis meiner Hilflosigkeit, die ich verarbeiten muss.

    Zu wissen, dass die Alkoholkrankheit ein Selbstmord auf Raten ist und den Tod dann zu erleben, das sind schon zwei verschiedene Dinge. Ich denke immer an den Menschen den er hätte sein können. Ja und ich frage mich, ob ich mehr hätte tun können. Zu akzeptieren, daß es nicht möglich war, fällt schwer. Ich hoffe auf den Tag, an dem die Trauer ihren Höhepunkt erreicht und langsam weniger wird. Es ist eine Erfahrung, die ich so nie für möglich gehalten hätte.

  • Ich hoffe auf den Tag, an dem die Trauer ihren Höhepunkt erreicht und langsam weniger wird

    Den wirst du erst im Nachhinein erkennen. Vielleicht war er schon da.
    Ich fühle mit dir, auch wenn ich Gott sei dank einen solchen Verlust (noch) nicht erleben musste. Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass der Schmerz bald wieder besser zu ertragen ist.

  • Daher kann ich es selbst nicht verstehen, warum meine Trauer schlimmer wird.

    Liebe Wieweiter,

    Trauer verläuft nicht linear sondern wellenförmig und sie wird immer ein Teil von Dir bleiben. Es gibt professionelle Trauerbegleiter, vielleicht ist das was für Dich? Bei uns in der Stadt werden Trauergruppen angeboten. Ab einem gewissen Punkt hat das Umfeld nicht mehr soviel Verständnis für die Trauernde und die Trauernde bleibt alleine mit Ihren Gefühlen. Da wo viel Trauer ist, war auch viel Liebe. Ich habe sehr viel Mitgefühl für Dich und drücke Dich (wenn Du magst)

    Liebe Grüße Rina

  • Du liebe wieweiter, es ist gerade mal drei Monate her. Das ist gar nichts. Gib dir Zeit.

    Am Anfang ist da der Schock. Dann musstest du so viel organisieren. Und langsam sickert immer mehr durch, dass es nun wirklich für immer ist. Unumkehrbar. Das dauert.

    Du hast ja geschrieben, dass du eigentlich eine Macherin bist, eine taffe Frau. Diese Hilflosigkeit zu akzeptieren und wirklich zu verinnerlichen, dass du absolut nichts tun konntest, um das alles aufzuhalten ist schwer.

    Zu erleben, dass du jetzt auch deine Trauer nicht beschleunigen, stoppen oder kontrollieren kannst, ist vielleicht auch etwas was dich hilflos macht. Das ist aber normal. Dieser unfassbare Schmerz. Das muss auch nicht begründet oder erklärt werden. Deine Gefühle sind da und sind berechtigt. Ohne Ablaufdatum.

    Ich hoffe du schaffst es dennoch immer wieder den Blick nach Außen zu richten. Jetzt im Frühling blüht alles und erwacht zum Leben. Vielleicht empfindest du das auch als Affront. Als meine Mutter (vor 25 Jahren) gestorben war, fand ich, dass doch jetzt die ganze Welt stehen bleiben müsste. Aber es geht nun mal weiter. Immer. Das "wie" war ja damals deine Frage wieweiter. Das bekommt jetzt nochmal eine andere Bedeutung.

    Es ist gut, dass du das Schöne in Erinnerung hast. Aber vergiss nicht, dass es am Schluss für eine lange Zeit auch sehr schlimm war. Der Mann, in den du dich verliebt hast, der war schon länger tot, glaube ich. Aber dieser Prozess war schleichend. Wie, ab wann, soll da getrauert werden? Da ist noch Wut, irrationale Hoffnung, Verzweiflung, Zorn, Fassungslosigkeit - ein Gefühlsmatsch. Und dann ist der Mensch wirklich tot. Das muss doch alles verarbeitet werden. Das dauert.

    Drei Monate sind gar nichts.

    ❤️ Jump!

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