Beiträge von wieweiter

    Mein Verhalten war auf mich selbst gerichtet. Ich betone das, weil ich oft den Eindruck habe, dass alles was Angehörige machen aus der Sicht des Alkoholikern interpretiert wird. Mein Verhalten hat vor allem etwas über mich selbst ausgesagt. Über den Grad meiner eigenen Verunsicherung, meiner Verzweiflung, meiner Hilflosigkeit.

    So wie Du es beschreibst, so habe ich mich auch gefühlt.

    Du hast bis zur Selbstaufgabe Deinen Mann versorgt und jetzt ist es so, dass er noch nicht einmal mehr leere Flaschen tragen kann. Aber volle Flaschen nach Hause geht?

    Bei meinem XY war es so, dass er sich so schämte und daher alle leeren Flaschen und Tetrapacks immer verschwinden ließ.

    Ich habe auch nie leere Flaschen gefunden, nur volle. Er konnte keinen Wasserkasten ins 1. OG tragen, aber Nachschub kaufen kriegte er hin.

    Wenn ich deine Schilderungen so lese, werde ich ganz traurig. Ich habe mich zwar räumlich trennen können aber nicht emotional. Ich kann Dich gut verstehen.

    Ich hab ähnliches erlebt. Er hat mir die große Liebe vorgemacht und parallel seiner Ex geschrieben, dass er sie doch liebe. Und jetzt habe ich festgestellt, dass er als wir schon 1 1/2 Jahre zusammen waren, eine andere Frau angebaggert hat. Ich denke das war in den 7 Jahren unserer Beziehung nicht die einzige.

    Er brauchte ständig Bestätigung, das konnte ich ihm nicht dauernd geben Also hat er es sich woanders gesucht. Er war immer der Liebling der Arzthelferinnen , der Krankenschwestern usw. Im Grunde war er ein sehr unsicherer Mensch und einerseits brauchte und wollte er meine Stärke, aber sie machte ihm auch Angst

    Ich wäre der glücklichste Mensch gewesen, wenn mein XY aufgehört hätte zu trinken. Wenn er nach einem Krankenhausaufenthalt für kurze Zeit abstinent war, hab ich extrem darauf geachtet nicht aus Versehen Eis oder Kuchen mit Alkohol zu kaufen. Dann hatten wir schöne Tage und das war für mich die größte Freude.

    Bleib auf Deinem Weg wenn Du Leben willst, auch für Deine Kinder.

    Ich hatte eigentlich immer ein selbstbestimmtes Leben

    Ich war nie finanziell von einem Mann abhängig. Nach zwei langen gescheiterten Beziehungen wollte ich so sehr, dass diese Beziehung mit xy Bestand hat. Er war der erste Mann in meinem Leben, der sich nach einem Streit bei mir entschuldigt hat und wollte, dass wir wieder gut sind. Dass das letztendlich in seinem eigenen Interesse lag. Es kann nicht alles schlecht oder berrechnend gewese sein. Der Gedanke macht mich gerade ziemlich fertig, dass alles nur gespielt war.

    Und hier daheim hängt er auch wie ne Klette an mir. Immer in dem Zimmer wo ich auch bin- ausser er schläft.

    Das kenne ich auch. Ich konnte mich nicht mehr auf die Couch oder auf dem Balkon einfach hinsetzen ohne dass er sofort wie eine Klette an mir hing. Diese Bedürftigkeit hat mich manchmal richtig aggressiv gemacht. Hat ihn aber nicht davon abgehalten sich an die Nachbarin ranzumachen, weil die halt viel lieber war als ich. Ich hab ihm Stress gemacht und dann sucht man sich halt wieder eine Liebe Frau, die denkt sie könnte ihn retten

    Ich hatte das Glück einen tollen Vater zu haben. Er war ein fleißiger Mensch, dem seine Familie und seine Frau über alles ging. Politisch interessiert und auch im Alter über alles informiert. Er trank bei seinen Stammtischen immer einen Weinschorle und dann ein Cola. Zuhause gar nicht. Meine Mutter starb an Leberversagen obwohl sie nie getrunken hat. Ich habe lange gebraucht um das ganze Ausmaß der Erkrankung meines Xy zu erkennen und zu akzeptieren, dass ich da nichts bewirken kann.

    Du wirst mich gleich hassen.

    Ne, ich hasse Dich nicht. Du hast schon recht, ich will immer alles selbst machen. Es geht aber in erster Linie nicht um die Sachen von XY. Es sind fast alles meine Sachen, außer seine Kleidung. Ich hab schon einen Sperrmülltermin ausgemacht. Meine Kinder wollen einen Teil der Möbel, dauernd kommen aber so blöde Erkältungskrankheiten dazwischen und es klappt nicht mit der Abholung.

    Ich versuche wirklich mich auf das Notwendige zu reduzieren und hab schon ganz viel weggeschmissen. Aber dann finde ich wieder eine Kiste mit alten Erinnerungen, Konzertkarten, Theaterheftchen und und und.

    Die Zukunft soll ballastfreier sein. Nur noch das, was ich wirklich brauche.

    Ich bin auf dem Weg, aber noch herrscht das Chaos

    Ich bin mal wieder in der gekündigten Wohnung und kämpfe gegen alles was sich da angesammelt hat.

    Kennt das jemand von Euch , ich bekomme jedesmal wenn ich auf dem Weg zu der Wohnung bin oder in der Wohnung bin Würgreiz bis hin zum Erbrechen.

    Durch die Alkoholvergiftung ist das Gehirn durcheinander. Die Botenstoffe stimmen auch nicht mehr. Das hat extreme Stimmungsschwankungen zur Folge, Depressionen, Überempfindlichkeit in allen Bereichen. Entweder megaschlimm und traurig oder stark euphorisch.

    Das habe ich auch so erlebt und bin damit nicht klar gekommen. Eben noch voller Euphori , dann totale Depression. Die Stimmungsschwankungen waren nicht vorhersehbar. Versprechen, Vorfreude um dann wieder enttäuscht zu werden. Irgendwann hab ich nichts mehr geglaubt. Und dennoch gehofft.

    Ich bin im Moment zu Hause am ausmisten. Weil ich anfange den Minimalismus für mich zu entdecken

    Genau das mache ich zur Zeit auch. Ich bin zwar etwas in Zeitdruck, da die Wohnung Ende des Monats übergeben werden muss. In meiner kleinen Wohnung möchte ich nur noch das haben, was man oder Frau wirklich braucht.

    In unserem Psychiatrischen Zentrum gibt es extra Abteilungen für Suchtkranke. Dort findet eine qualifizierte Entgiftung statt. Es ist nicht 5 vor zwölf sondern 2 vor zwölf. Da kann ihn ein Arzt oder sogar er selbst einweisen.

    Aber wenn er nicht will. Die Frage ist wie geht es Dir damit. Ich kann nicht beurteilen wie weit fortgeschritten die Schädigung bei Deinem Mann ist. Ich hatte mich vor 4 Monaten räumlich getrennt, aber auch das hat meinen XY nicht zur Einsicht gebracht.

    Ich habe über seinen Zustand nicht gelogen, glaubst Du die anderen wissen oder merken nichts? Sie sagen nur nichts solange Du nichts sagst.

    Du hältst es geheim um ihn zu schützen, du akzeptierst, dass er nicht zum Arzt geht, weil er das nicht will. Was tut er für Dich? Das kannst Du nicht alleine stemmen und dabei noch die Fassade aufrechterhalten. Ich weiß wovon ich spreche. Wenn ich nicht mit meinen Kindern und Freunden ehrlich darüber hätte sprechen können, ich wäre kaputt gegangen.

    Guten Morgen Luffi,

    Mein Partner ist heute vor 7 Wochen im Krankenhaus aufgrund seiner Leberzirrhose verstorben. Wenn es Deinem Mann so schlecht geht, sollte er schnellstmöglich in einen Entzug und nicht bis Juni warten. Die größte Chance besteht in einem Psychiatrischen Zentrum. Vorausgesetzt er möchte das.

    Alles Liebe

    Er hat sich vorletztes Jahr mit seiner Ex getroffen, weil er was klären wollte. Was weiß ich bis heute nicht..Angeblich schuldete Sie Ihm Geld. Im Nachgang habe ich herausgefunden, das Sie die ganze Nacht bei Ihm war.... er schrieb ihr..er wäre so traurig das es zwischen den beiden so ausgegangen ist...und das obwohl er mit mir zusammen ist?? Ich habe ihm nie gesagt, das ich das weiß...

    Ich wollte gestern auf den Handy meines verstorbenen xy Daten löschen und bin auf einen Chat gestoßen, wo er eine Frau angemacht hat, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt sei "Ein und alles" war. Das tut weh. Im Nachhinein frage ich mich ob alles im unserer Beziehung gelogen war. Dein xy lügt sich auch seine Welt zurecht damit kommt man als normal tickender Mensch nicht zurecht. Und ich bin sogar davon überzeugt, dass sie ihre eigenen Lügen sogar glauben. 2 Jahre sind noch keine lange Zeit. Lass Dir deine Lebenszeit nicht rauben. Es wartet besseres auf Dich, auch wenn es "nur" ein glückliches Leben ohne Partner ist