Liebe Herzilein56, was würdest Du denken, wenn Du deinen Text von jemand anderen lesen würdest? Ehrlich? Sei froh, dass ihr nicht zusammenwohnt. Ich bin einige Jahre älter als Du und mein Partner ist mit 58 Jahren vor sechs Wochen an seiner Alkoholkrankheit gestorben. Tu Dir das nicht an. Du brauchst keine Schuldgefühle zu haben, an was solltest Du Schuld sein? Wenn er trotz seiner massiven Gesundheitsprobleme weiter trinkt, ist das Selbstmord auf Raten. Davon kannst Du ihn nicht abhalten. Du hast ein besseres Leben verdient.
Beiträge von wieweiter
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Es ist oft so, dass der "Absturz" Zeit verzögert kommt. Das unfassbare muß erst einmal ankommen
So empfinde ich es gerade. Ü
Ich konnte das gar nicht. Ich habe angefangen und wurde total panisch
Ich versuche jeden Tag etwas zu erledigen. Wie weiter? Jeden Tag einen kleinen Schritt.
Danke Euch
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Ich glaube ich habe heute meinen Tiefpunkt. Seit Tagen bin ich damit beschäftigt unsere gemeinsame Wohnung aufzulösen. Seine Kleidungsstücke zu entsorgen tut so weh. Es nimmt kein Ende. Ich fühle mich so alleine obwohl mir meine Kinder helfen.
Es ist so endgültig. Ich habe das Gefühl als ob alles erst jetzt so richtig real für mich ist. Ich vermisse ihn so sehr
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Lieber Topfmann,
Ich lese schon eine Weile mit. Das bei Dir ist halt schon eine besondere Konstellation. Hier geht es meistens um Partnerschaften, wo einer süchtig ist und der oder die andere sich wünscht, dass ihr oder ihre xy mit dem Trinken aufhört und darüber glücklich wäre, wenn er oder sie es so wie Du durchzieht. Bei Dir hat es klick gemacht, bei Deiner Partnerin anscheinend nicht. Das ist sehr schade und ich wüsste nicht, was ich Dir raten sollte. Ich wünsche Dir, daß es bei ihr auch klick macht. Du bist jetzt sowohl ein Alkoholiker, der auf einem guten Weg ist Abstinent zu bleiben, als auch ein Co, der um seine Beziehung kämpft. Das kostet sehr viel Kraft. Ich wünsche Dir viel Kraft und die richtige Entscheidung
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Ich hoffe Du hast den Tag gut überstanden.
Bei mir ist es jetzt 2 1/2 Wochen her. Sosehr mir die Vernunft sagt, es ist gut so, er hat seinen Frieden gefunden und ich kann meinen Frieden auch finden, sosehr tut diese Endgültigkeit doch weh. Ich stelle mir dann immer vor, wie schlimm der Tod eines Menschen für dessen Angehörige sein muss, wenn es eine große Liebe ohne Sucht und Probleme war. Es ist nur ein kleiner Trost, ich vermisse ihn unendlich. Aber ich sage mir auch, irgendwann müssen wir alle gehen und das ist gut so. Wie singt Reinhard Mey so schön in seinem Lied lass nun ruhig los das Ruder,
Und wir dürfen weinen.
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Eine uneinsichtige Co und ein trockenwerdender Alkoholiker passen nicht mehr zusammen.
Wenn ich so darüber nachdenke, mein xy war in den kurzen nüchternen Momenten (manchmal nur Stunden, manchmal Tage nach einer Entgiftung)immer extrem aufgedreht. Er wollte mir ständig vorsagen was ich zu tun und zu lassen habe. Und er wollte für jede Kleinigkeit ständig gelobt werden. Das ging mir dermaßen auf den Zeiger. Da kam von mir auch mal der Spruch, alles dreht sich immer nur um Dich.
Es war für mich nicht leicht, diese zwei extremen Verhaltensweisen auszuhalten. Entweder er trank und mit ihm war nichts anzufangen und ich war für alles alleine zuständig. Oder er war kurzzeitig trocken und verfiel in diese Überaktivität. Ich wollte einfach nur ein normales Leben.
Wie das bei Dir und Deiner Frau ist, kann ich nicht beurteilen. Dass Du hier schreibst und Dich selbst reflektierst, finde ich sehr gut. Das hätte mein xy nicht gekonnt, er hat dann lieber wieder getrunken.
Alles Gute
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Ich denke wenn die Wohnung leer und an den Vermieter übergeben ist, ist es ein Schritt nach vorne. Das Geld von der Pflegekasse geht in den Topf für die Beisetzungskosten. Die Rente wird sofort eingestellt, da wir ja nicht verheiratet waren. Dass die Miete 3 Monate weiergezahlt werden muss, interessiert niemanden. Ich schau jetzt nach vorne, behalte ihn in meinem Herzen und weine wenn mir danach ist. Lieben Dank für Deine Worte Pingu
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Bei seiner Beisetzung war auch seine Ex Frau und meine Vorgängerin dabei. Beide waren lange Jahre mit ihm zusammen und haben sich wegen seiner Alkoholkrankheit getrennt. Ich glaube ihnen ging es so wie Dir. Es war ja mal Liebe da und er war ja im Grunde ein lieber Mensch. Aber die Krankheit machte ein normales Leben unmöglich.
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Die Auflösung der gemeinsamen Wohnung fordert mich ganz schön. Die Kleiderberge wollen einfach nicht kleiner werden, obwohl ich schon einige Säcke mit Kleidung entsorgt habe. Es tut weh seine schönen Kleidungsstücke wegzutun, er war immer sehr eitel.
Heute hab ich Post von der Pflegekasse bekommen. Sie haben Pflegestufe 3 zuerkannt. Nützt mir nun nichts mehr. Es bestätigt aber wie schwer krank ein Alkoholabgängiger mit der Zeit wird. Ich hab mein Leben zurück und dennoch sitze ich hier und weine. Weine um einen sinnlosen Tod.
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Heute war ich beim Zahnarzt. Ich habe mit Schrecken festgestellt, dass ich 3 Jahre nicht mehr dort war. Mir wird immer mehr bewusst, dass sich die letzten Jahre alles um meinen xy gedreht hat. Jetzt muss oder darf ich wieder lernen, dass es auch um mich geht.
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Wenn mein xy zum Entzug in der Psychiatrischen Klinik war, war das für mich fast wie Urlaub. Die Klinik lag in einem großen parkähnlichen Gelände und wir machten täglich schöne Spaziergänge. Dann gab es ein nettes Café, wo wir gerne gesessen haben. Ich wusste ihn aufgehoben und er regenerierte sich unglaublich. Und da war sie wieder, die Hoffnung. Wieder zuhause hielt es leider nicht an.
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Heute war ein guter Tag. Ich hab bei Ikea 6 CD Regale geholt und selbst aufgebaut. Für meine vielen Bücher. Ich bin ganz stolz. Und heute Abend war ich bei einem wunderschönen Klavierkonzert. Die Musik hatte soviele Facetten, ich konnte alle meine Gefühle darin erkennen, Liebe, Wut, Hilflosigkeit, Trauer, Hoffnung und Trost.
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01/24 nach einen Epilepsischen Anfall in die Psychiatrie eingewiesen und fiel ins Alkohol Delir! Dann machte er noch 4 Wochen Therapie und wurde 03/24 entlassen.
Mein xy ungefähr das Gleiche. Danach war er ein halbes Jahr trocken. Dann fing alles wieder von vorne an und es wurde immer schlimmer. Es endete mit dem Tod. Du hast Dich getrennt, bleib auf Deinem Weg. Er meinte einmal zu mir, man müsste ihn praktisch einsperren, damit er nicht mehr trinkt.
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Liebe Silberstreifen,
Ich habe alles versucht. Mit Liebe und dann mit Liebesentzug.
Hat alles nichts gebracht. Ich mache mir Vorwürfe, dass ich die letzten Wochen so abweisend war, ich wollte damit erreichen, dass er in eine Klinik geht.
Ich weiß nichts hätte etwas genutzt, es war zu spät.
Alles Liebe
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Ja das tue ich. Es wird eine Zeit dauern. Ich habe zum Glück viele liebe Menschen, die mich auffangen. Trotzdem vermisse ich ihn so sehr. Das muss ich mit mir selber ausmachen. Er war die Liebe meines Lebens.
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Ich glaube ich habe gerade meinen Tiefpunkt erreicht. Ich heule ohne Ende. Ich hoffe das geht vorbei
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Schön, dass ihr das geschafft habt. Ich denke, Du weißt das zu schätzen. Ich wünsche Euch alles Gute
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Ich wünsche es Dir und Deinem Mann auch sehr.
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Ich will das nicht.
Ich will dass er gesund wird.
Ich will nicht aufgeben.Genauso habe ich auch gedacht. Geendet hat es mit seinem Tod.
Wenn er nicht selbst zur Einsicht kommt, wird er den einfachen Weg wählen. Eine andere Frau, die ihn wieder eine Weile nicht nervt. Das tut weh, ich weiß
Bei der Beisetzung von meinem xy waren seine Exfrau, seine Exfreundin und ich. Beide hatten sich aufgrund seiner Alkoholsucht von ihm getrennt. Er ist immer den einfachen Weg gegangen um weiter trinken zu können.
Denk an Dich und Dein Leben. Es liegt nicht in deiner Macht ihn zu retten.
Alles Gute
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Den Podcast kenne ich und ich war überrascht, dass du dir sowas antust. Es hilft zu verstehen.
Ich habe vieles dabei erkannt. Besonders das Thema über seine damalige Lebensgefährtin als er so abhängig war. Ich habe mich oft gefragt, wieso ich mit meinem xy zusammengekommen bin. Was er in mir gesehen hat. Er war 9 Jahre jünger als ich und durch diesen Podcast habe ich es begriffen. Ich war der Freifahrtschein. Am Anfang wusste ich nichts über das Ausmaß dieser Alkoholabhängigkeit. Ich habe auch gerne mal was getrunken und wir hatten Spaß. Später wurde ich unbequem, ich wollte ein normales Leben. Das war aber nicht möglich. Die Sucht war stärker. Ohne die Sucht wären wir wahrscheinlich nie zusammengekommen.
Ja das Kapitel ist geschlossen. Ich versuche nach vorne zu schauen.