Beiträge von Jana

    Liebe Mare,

    bei Medikamenten dieser Art das eine sehr häufige Nebenwirkung, die kann sich aber noch legen und ansonsten wird im Normalfall das Präparat gewechselt. Besprich es jedenfalls nochmal mit der Ärztin, wenn es nicht besser wird.

    Ja, schade, wenn die Therapeutin nicht mehr drauf hat als "nach Winter kommt Frühling" - hast du nach der Möglichkeit eines Wechsels gefragt?

    Neben Lindes Tipps könntest du auch versuchen die Gedanken an die Wand zu projizieren und dann mit einer Malerrolle zu überstreichen oder versuch mal gedanklich von 100 in 7er Schritten nach unten zu zählen.

    Je mehr Du auf den Tisch packst, um so vollständiger wird das Bild und dann kann eine gezielte Strategie entworfen oder auch Empfehlungen für Später ausgesprochen werden.

    das ist wirklich ganz wichtig - niemand kann dir helfen eine Strategie für deinen Alltag zu entwickeln, wenn nicht alles am Tisch liegt.

    Dass dir die Entspannungsgruppe schwer fällt, ist wenig verwunderlich, du stehst ja zu Hause unter Dauerstress und das schon sehr lange. So gesehen ist Entspannung etwas, das du wohl "verlernt" hast. Versuch mitzumachen, aber sei auch nicht so streng mit dir selbst, wenn es nicht so gut klappt wie erhofft. Ist ein Lernprozess.

    Alles Gute für dich!

    Jana

    Der Verstand spricht eine klare Sprache. Da kommen die Gefühle immer mal gern um die Ecke, um zu verwirren.

    Ja, aber das ist normal. Wenn man für jemanden mal viel empfunden hat, dann geht das nicht so einfach weg. Du gehst deinen Weg, du siehst die positiven Zeiten mit Freunden und Familie, die du vorher nicht genießen konntest. Das ist ganz viel wert.

    Ich habe es auch sehr zu schätzen gewusst, und tue is noch immer, dass ich Freunde und Familie habe, die mir in der Situation sehr viel halt gegeben haben und ich war auch sehr froh um dieses Forum. Auch wenn es nicht immer leicht war, sich mit den eigenen Schattenseiten auseinanderzusetzen... aber viele Geschichten hier haben mir sehr weitergeholfen...

    Wie will man einen Neuanfang mit diesen Menschen wagen, der einem so massiv enttäuscht hat und vor allem auch so massiv zerstört hat. Beziehungsweise unsere Existenz am zerstören ist.

    Es ist wirklich heftig, Lolli, was du durchmachst. Man kann diese Wunschträume aber wohl erst loslassen, wenn man selbst so weit ist. Weil man entweder sich selbst wiederentdeckt oder die Liebe oder nochmal ordentlich eins drauf kriegt von der jeweiligen Person. Bei mir waren es alle 3 Faktoren!

    Liebe Jana, ich finde deine Einstellung super. Die Momente genießen, die da sind.

    Ja, ich bemühe mich da im Moment sehr drum. Auch keine Angst zu haben, dass es doch nciht halten könnte und wehtun könnte. Ich will es jetzt genießen. Das Leben ist kurz, keiner von uns weiß wie lange er hat. Diesen Mann musste ich in mein Leben lassen. Es ist alles noch super frisch, also mal schauen...

    Liebe Aurora.

    danke fürs Ohr abquatschen oder das Auge ;-), bitte immer wieder. Ich habe ja deinen ganzen Faden damals verschlungen und mich so für dich gefreut, dass du deinen Dante gefunden hast! Ja, im Moment ist es sehr schön und es kommt mir auch nicht wie Zufall vor, dass wir ein ähnliches Schicksal mit einer alkoholkranken Person hinter uns haben, bei ihm noch viel krasser als bei mir. Ich weiß, dass es eigentlich zu früh ist und dass ich mich noch viel mehr mit mir selbst beschäftigen müsste, aber wie du sagst, das Chaos hatte ich lange genug und Garantien, dass es hält kriegt man keine und muss dann damit umgehen, wenn es so weit ist. Trotz dieser schönen Gefühle, glaube/hoffe ich sehr, dass ich mich auch ausreichend mit mir auseinandersetze und damit wie mir sowas passieren konnte.

    Also, ihr Lieben, haltet mir die Daumen, dass es weiter gut geht - ich halte sie auch allen da draußen, die das lesen und sich noch in einer schwierigen Situation befinden. Denn selbst wenn die neue Liebe nicht hält, das mit meinem Noch-Mann ist erledigt. Ich bin froh, dass er von selbst gegangen ist, ich fürchte ich hätte noch sehr viel Leid gebraucht um selbst diesen Schritt zu setzen!

    Alles Liebe

    Jana

    nach diesem klärenden Gespräch habe ich mich auch monatelang gesehnt, inzwischen bin ich mir sicher, dass das gar nix bringt, weil er null Einsicht hat und auch dem Anwalt und mir immer wieder erklärt, dass die Ehe schon zerrüttet war und mein Beitrag dazu genauso groß war wie seiner. Das ist seine Meinung und davon wird er niemals abgehen. Wahrscheinlich kann er sich dem auch einfach nicht stellen. Oder er will es nicht. Es ist seine Realität und die werde ich niemals ändern können. Also kann ich nur versuchen, mich an den Tatsachen zu orientieren und mich neu zu finden. Ohne ihn und ohne ein Gespräch.

    Diese Fantastereien, er kommt vom Alkohol weg und wir leben glücklich bis ans Ende unserer Tage, hatte ich auch lange. Aber wie will man jemandem jemals wieder vertrauen, der jegliches Vertrauen missbraucht hat und so einen Weg gegangen ist. Das wird, zumindest in meinem Fall, niemals passieren und das will ich auch nicht mehr.Wie tief ich in dieser co Abhängigkeit drin saß kann ich erst jetzt erkennen und diese Erkenntnis ist nicht immer schön.

    Auch bei dir Lolli, kann ich mir dieses happy end mit dem Mann, der dich so enttäuscht hat, schwer vorstellen - wobei ich mir für dich auf jeden fall ein happy end vorstelle, entweder alleine und in Frieden oder mit einem neuen Mann und natürlich auch in Frieden - ich wünsche es dir von Herzen und dir natürlich auch, liebe buymyselfflowers!

    Liebe Lolli,

    mit der Abhängigkeit hast du natürlich nicht ganz unrecht - verliebt sein regt ja auch im Gehirn die gleichen Areale an wie es die Sucht macht. Und das merke ich schon, und manchmal erschreckt es mich auch. Und möglicherweise ist es wirklich zu früh, aber es tut mir grade einfach gut nach der schlimmen Zeit mit meinem Mann. Einfach wieder Aufmerksamkeit zu bekommen, respektvoll und liebevoll behandelt zu werden und diese Ruhe zu verspüren, die er mir neben der aufregenden Verliebtheit auch gibt. Aber durch die ähnliche Vergangenheit wissen wir um die Verletzlichkeit des anderen... wir sind vorsichtig, aber vor Verletzung kann man sich nie ganz schützen... ich versuche einfach den Moment zu genießen und nicht zu viel an morgen zu denken...

    Als mein Mann merkte, dass es ihm "an den Kragen geht" und ich einen Anwalt eingeschalten hab, da wollte er einlenken und es plötzlich im Guten lösen. Aber das kommt für mich nicht mehr in Frage, verarschen kann er jemand anderen und ich habe mir viel zu lange viel zu viel bieten lassen. Im Nachhinein schüttelt man den Kopf und frage mich wie man da reinrutschen konnte, aber man sollte niemals nie sagen und viel Verständnis haben für jeden, dem das passiert... und achtsam sein, dass es einem selbst nicht wieder passiert...

    Durch unser beider Vergangenheit mit alkoholkranken Partnern trinken wir beide nicht und das ist sehr schön. Wir sind auch beide sehr zuverlässig, was uns beiden gut tut. Aber ja, sich auf die Liebe einzulassen ist ein Risiko... aber es nicht zu tun auch...

    Ich wünsche dir sehr, liebe Lolli, dass bei dir alles gut wird und du bald wieder mit mehr Vertrauen in die Zukunft blicken kannst :)

    Alles Liebe

    Jana

    In solchen Situationen kommt dann der Wunsch hoch, dass ich ihm irgendwann begegne, er trocken und wieder der Alte ist. Mit dem ich über das Erlebte, Geschehene und die Gefühle reden kann.

    Verstehe ich komplett. Ich hätte mir auch lange Zeit so sehr ein klärendes Gespräch gewünscht. Im Moment ist es mehr so, dass ich ihn nie wieder sehen möchte und auch ein Gespräch für mich völlig obsolet ist. Jemand, der sich so benommen hat wie er, hat in meinem Leben nichts mehr verloren.

    Liebe Lolli,

    selbstverständlich erinnere ich mich. Es scheint jetzt zumindest so bei dir, dass du einen Weg gefunden hast, mit dem du leben kannst, das freut mich für dich, auch wenns insgesamt eine unerfreuliche Situation ist.

    Ich war eine Weile überhaupt nicht mehr hier, weil ich mich ein bisschen verliebt hab und mir das so gut getan hat, einfach mal Abstand zu bekommen und was anderes zu fühlen als Wut und Ärger und Hilflosigkeit. Was draus wird, man wird sehen... interessanterweise war die Ex-Frau dieses Mannes auch Alkoholikerin, sodass wir da beide ziemlich verletzt sind und somit auch etwas vorsichtig.

    Mein Noch Mann ist nicht mehr wirklich Thema für mich, da hat mir dieses neue Gefühl von verliebtsein sehr geholfen. Ich frage mich jetzt, im Nachhinein immer klüger, warum ich ihn nicht schon vor einem Jahr vor die Tür gesetzt habe. Mit etwas Abstand unfassbar, was ich mir hab bieten lassen, angeblich um der Liebe willen, aber mit Liebe hatte das nicht mehr viel zu tun... das merke ich jetzt, wo jemand in meinem Leben ist, der nicht herumschreit, keine Türen knallt, keine grundlose Eifersucht an den Tag legt....

    Mein Anwalt hat ihm diese Woche einen Brief geschrieben mit meinen Forderungen, sehe da wenig Chancen, dass er da drauf einsteigt oder das auch nur verhandelt. Mir bliebe dann die Klage oder einfach alles so weiter laufen zu lassen, wie es ist und am Papier halt verheiratet zu bleiben. Hab mich da letztlich noch nicht entschieden.

    Werde jetzt mal versuchen meinen Lese-Rückstand hier aufzuholen ;)

    Alles Liebe

    jana

    Kann man nicht darauf hoffen, dass der Mann trocken wird. Und seine co Abhängigkeit trotzdem angehen. Das heißt. Ich stabilisiere mich selber, ich wasche ihm seine Wäsche nicht mehr hinterher. Räume ihm nicht hinterher, gucke nach mir und den Kids. Und entweder passt er rein oder nicht. Wenn er getrunken hat schlafe ich nicht bei ihm, er muss mir jetzt beweisen, dass er es ernst meint, mit Bluttest und Therapie. Ich fahre mit ihm nicht in den Urlaub, bis er seinen Alkoholkonsum über längere Zeit in Griff hat usw.

    Ich habe mir diesen Absatz mehrmals durchgelesen und mir fallen ein paar Sachen auf:

    Ja, hoffen kann man. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Aber es scheint auf deine Gesundheit zu gehen, auf deine Geduld, auf deine Nerven... Hast du den Eindruck, dass dein Mann veränderungsbereit ist. Ich selbst habe auch gehofft. Bei mir waren es ca 3 jahre. Rückblickend. Ich hatte immer so viel Hoffnung, wenn er dann wieder mal aufgehört hat zu trinken und ich gedacht habe, jetzt wird alles gut. Ich bin ü50, ich wollte sicher auch so manches nicht wirklich sehen, will man in dem Alter wirklich wieder alleine dastehen? Selbst wenn dein Mann von Einsicht und Veränderung spricht, so sind die Worte ohne darauffolgende Taten leider nichts anderes als eine Manipulation. Glaube mir, ich hab das auch auf die harte Tour lernen müssen. Rückblickend frage ich mich, wie konnte ich ihm denn immer wieder glauben, wo er doch immer und immer wieder bewiesen hat, dass seine Worte nicht zählen.

    Und was den Rest deines Absatzes betrifft: ist das die Ehe, die du führen möchtest? Die Ehe, die du deinen Kindern vorleben möchtest?

    Beweise mit Bluttest und Therapie: verstehe ich, man glaubt, wenn man den Konsum kontrolliert, bekommt man das gemeinsame Leben unter Kontrolle. Leider nein. Es treibt einen nur in den Wahnsinn. Es entspricht dem, was viele hier beschreiben, das Flaschen zählen und genau beobachten um dann die eigene Wahrnehmung auch beweisen zu können.

    Und ja, natürlich ist es wichtig, dass du die Dinge in deinem Tempo angehst und dich nicht noch mehr überforderst. Dennoch bitte ich dich, genau hinzuschauen, was diese Situation mit dir macht. Ich spüre in deinen beiträgen so viel Stress und Überforderung, wie lange schaffst du das noch?

    Alles Liebe

    Jana

    Liebe BuyMyselfFlowers,

    wunderbarer Name! Seit meiner Trennung kaufe ich mir tatsächlich manchmal selbst Blumen. Du auch? Ich hatte fast immer Blumen zu Hause als ich noch in meiner Beziehung war, eine Bekannte meinte mal, ich hätte so einen tollen Mann, weil bei mir immer frische Blumen sind, dabei waren es jeweils Entschuldigungsblumen nach eskalationen...

    Schön, dass du es geschafft hast, dich zu trennen, auch wenn es schmerzhaft war und immer noch ist.

    Das mit den red flags kenne ich auch. Aber ich erkenne sie tatsächlich erst im Nachhinein. Ich kannte mich mit Alkoholismus überhaupt nicht aus und war diesbezüglich ziemlich naiv, sodass ich sagen muss, dass ich sie in dem Moment nicht gesehen habe oder auch nicht sehen wollte. Zb dass er immer schon viel getrunken hat. Aber er war immer noch gleich lieb und freundlich, also hat es mich nicht gestört. Oder dass er im betrunkenen Zustand mal unsere Verlobung gelöst hat und am nächsten Tag nichts mehr davon wusste. Aber die Abstände solcher Ereignisse waren so groß, dass ich sie gut wegschieben konnte...

    Sie alle helfen meiner Tochter und mir zur Zeit sehr, die Räume im Haus umzugestalten, um die „bösen Geister“ zu vertreiben.

    Schön, dass du Menschen hast, die dich unterstützen. Hast du auch geräuchert? Ich habe bereits zweimal geräuchert seit der Trennung. Hilft es nix, schadets auch nix ;) Mir hats gut getan!

    Liebe Pinguin,

    ich habe gerade deine Geschichte gelesen und mir fallen dazu ein paar Dinge ein:

    du schreibst, du wärst längst weg, wenn du keine Kinder hättest - bist du sicher, dass das wirklich der Fall ist? Kann es sein, dass es manchmal einfacher ist, da die Kinder "vorzuschieben", weil man sich dann nicht wirklich Gedanken machen muss, was man selbst will? Meine Eltern, die haben keine gute Ehe geführt, viel Streit, viel Toxizität, ich weiß, dass ich mir als Kind nichts mehr gewünscht habe als dass die sich scheiden lassen. Ich habe dann später im Erwachsenen Alter mal meine Mama gefragt, warum sie nicht gegangen ist. Sie sagte, wegen der Kinder. und ich dann, und als wir groß waren? ach, da hat es sich nicht mehr ausgezahlt, außerdem hatten wir ja auch nur Streit wegen der Kinder ... Ich will jetzt nicht behaupten, dass es bei dir so ist, aber vielleicht hilft es dir, das mal kritisch zu hinterfragen.

    Was den Wechsel von Schule und Kindergarten betrifft, da kann ich dir aus eigener Erfahrung berichten. Ich war in 3 verschiedenen Kindergärten und in 2 verschiedenen Grundschulen und ja, es hat mich jedes Mal geärgert, weil ich immer dachte, dass ich nie wieder so tolle Freunde finde und ich glaube ich habe auch mal geweint, aber im Grunde glaube ich, dass es mich zu der offenen Person gemacht hat, die ich heute bin. Mich leicht in eine neue Gruppe einfüge, keine Hemmungen in neuer Gesellschaft usw. Und jedes Mal, wenn so ein Wechsel war in meiner Kindheit, hatte ich schon am zweiten Tag neue Freunde gefunden...

    Ich kenne gut diese Gefühle, die du beschreibst - dieses: übertreibe ich? oder: ist es wirklich so schlimm? oder: na, jetzt trinkt er doch eh schon ein paar Tage nicht, so schlimm isses doch nicht. Und dennoch hört man bei dir raus wie gestresst du bist, wie sehr dich deine Beziehung stresst und der Alkoholkonsum deines Mannes. Und dass dich das auch ungeduldig macht mit den Kindern und dass dir auch deine neue Arbeit zu viel ist.

    Apropos Arbeit: was mir oft auffällt ist die finanzielle Abhängigkeit von Frauen mit Kindern in Teilzeitarbeit. Ist ein strukturelles problem und ein sehr großes Problem in Anbetracht der hohen Trennungsquote in westlichen Ländern. Problematisch auch, das schlechte Gewissen, das Frauen gemacht wird, die Vollzeit arbeiten, wobei wir Frauen es der Gesellschaft eh nie wirklich recht machen können. Ist man Hausfrau ist man zu faul zum arbeiten, ist man in Vollzeit ist man eine Rabenmutter. Eine alleinerziehende Mama ist ganz selbstverständlich was die alles wuppt und der alleinerziehende Vater, der meist ein großes Unterstützungssystem hat, der große Held. Lange Rede, kurzer Sinn: natürlich sollte jede Frau selbst entscheiden können wie sie leben will, aber wenn sie unabhängig sein will, dann kommt sie im Normalfall um ein höheres Pensum an Arbeit nicht herum... aber es gibt ihr halt auch sehr viel Freiheit - nämlich niemals aus finanziellen Gründen in einer schlechten Beziehung bleiben zu müssen.... weil ja die emotionalen Gründe ein Gehen schon schwer genug machen....

    okeeee, ist wohl mal Zeit hier auch wieder mal was up-zu-daten. Überlege oft, ob ich was schreiben soll, aber es gibt so wenig Neues.

    An unserem 15. Jahrestag hat mir mein Noch-Angetrauter eine so beschissene Email zukommen lassen, dass ich mich wahnsinnig aufgeregt habe. War eeeewig lange die mail, viel Geschwafel, blabla und echt Großteils völliger Mist, was er da in Bezug auf die Beziehung und auf das Beziehungs-Aus schrieb.

    Quintessenz: er will seine Sachen und er will die Scheidung. Ich wollte keinesfalls, dass er das Haus betritt am Ende noch irgendwelchen Nachbarn irgendeinen Blödsinn erzählt (die ist mir fremdgegangen, etc) und ein Gespräch mit mir lehnt er ja ohnehin ab, dazu ist er zu feige. Deshalb habe ich alles abgesucht und seine Sachen vollständig gepackt. Einen Lagerraum angemietet und in einer nacht- und Nebelaktion alle Sachen mit einer Freundin und 2 Autos dorthin gebracht. Hab ihm das auch so erläutert und ihm den Zugangs-code geschickt und gesagt er hat dort die Schlüssel zu hinterlegen. Das war mega viel Arbeit, ihm die Sachen zu packen und auch noch nachzutragen und dafür auch einen Raum anzumieten, aber es war mir lieber als er kommt hier an, labert irgendeinen Blödsinn und nimmt dann erst nur die halben Sachen mit bzw lässt da, was er nicht mehr haben will und ich kanns dann entsorgen.

    ich hatte ihm auch das Hochzeitsalbum dazu gelegt, also bin ich am nächsten Tag nochmal zum lager gefahren um das zu holen, weil ich es ihm doch nicht überlassen wollte. Dann waren alle Sachen weg. Das hat mir die erste Panikattacke meines Lebens beschert. Und damit hatte ich auch nicht gerechnet, also weder damit dass die Sachen schon weg sind noch, dass es mich nochmal so zurück schmeißt. Ich hatte dann noch einen nicht enden wollenden Heulkrampf. Aber ein Freund hat mich dann abgeholt und dann gings auch wieder.

    Vielleicht war dieser Tiefpunkt aber auch nötig. Seither geht es mir besser und ich schlafe auch wieder ruhiger, da er mir dort die Wohnungsschlüssel hinterlassen hat und ich jetzt auch keine Angst mehr haben muss, dass er hier betrunken auftaucht.

    Dass er die Scheidung will, ist schön für ihn, kann er auch haben, wird aber kosten. Das wird ihm der Anwalt auch so verklickern nächste Woche.

    Ich war immer gesprächsbereit, aber jetzt bin ich es nicht mehr. Ich finde er hat sich in keinster Weise erwachsen benommen in diesem Trennungsprozess. Und trotzdem er sich aufgeführt hat, wie der letzte Trottel hab ich ihm 2x die hand gereicht um zumindest vernünftig über die Trennung zu reden. jetzt denke ich so, wir haben keine gemeinsamen Kinder, ich muss mit ihm weder befreundet sein noch ein gutes Auskommen mit ihm haben. Ich muss ihn auch nie wieder sehen, da es auch niemanden in seinem Umfeld gibt, an dem mir was liegt. Mit meinem Stiefsohn habe ich Kontakt aufgenommen und ihm gesagt, dass ich immer für ihn da bin, wenn er das möchte. Ich habe darauf keine Antwort bekommen, aber es war mir wichtig hier die Tür nicht zuzumachen. Mein Noch Ehemann hat ja meinen Sohn blockiert und das finde ich unmöglich.

    Insgesamt würde ich sein Verhalten im Trennungsprozess bezeichnen als respektlos, feige, rückgradlos und niveaulos. Ob das der Alkohol aus ihm gemacht hat oder die Trennung oder beides oder ob das in seinem Charakter bereits so angelegt war, aber nicht zu Tage trat, das weiß ich nicht. Es ist traurig, den Mann verloren zu haben, der er mal war.

    Für mich klärt sich immer mehr. Auch das Thema co-abhängigkeit. ich weiß, dass ich dafür eigentlich nicht der "Typ" bin (falls es diesen "Typ" überhaupt gibt), weil ich es in meinen vorherigen Beziehungen nicht war und da mit ihm und seinem steigenden Konsum "reingerutscht" bin. Und wie ich in Jumps Faden kürzlich geschrieben habe, ich war in der Beziehung zum Schluss bereits ziemlich distanziert zu ihm, hab mein eigenes Ding gemacht und es ging mir eigentlich recht gut, da hat er es beendet. Wahrscheinlich war ich zu dem Zeitpunkt nicht co-abhngig genug für ihn, um dann nach der Trennung nochmal anständig in die co-abhängigkeit und in die Verzweiflung zu rutschen.

    Jetzt bin ich am Weg in die Freiheit. Es ist nicht ganz das Leben, das ich mir gewünscht hatte und es ist nicht angenehm, jeden Tag in ein leeres zu hause zu kommen. Aber die Vorstellung, dass ich nach Hause komme und ER sitzt da, die fühlt sich inzwischen richtig gruselig an.

    Ich bin für sehr vieles dankbar, ich habe eine Arbeit, die mir meistens gefällt, einen wunderbaren Sohn, ein gutes Auskommen mit meiner Familie, wirklich gute Freunde, ein Zuhause, in dem ich mich wohl fühle, finanzielle Unabhängigkeit und gesund bin ich auch. So what!

    Alles Liebe

    Jana

    Trocken zu werden (und es zufrieden zu bleiben) ist ein langer Prozess und erfordert viel mehr als einfach nur aufzuhören zu trinken!

    Das ist ein Punkt, den habe ich auch erst hier verstanden. Ich war immer so erleichtert, wenn mein Mann eine Trinkpause gemacht und für mich war das "trocken". Dass das mit "trocken" rein gar nix zu tun hat, ist mir erst gedämmert als ich hier sehr sehr viel gelesen habe und auch erkannt habe, dass mein Mann zu keinem einzigen Zeitpunkt so weit war, wirklich trocken zu werden. Dafür hätte es viel mehr Schritte gebraucht als er zu gehen bereit war. Schade, aber nicht zu ändern. Zumindest nicht von mir.