Beiträge von Cat-Mom

    Wie lange hat es denn bei dir gedauert, bis du dich ausreichend davon abgrenzen konntest?

    Das war ein Prozess, die ersten Monate war es noch sehr schlimm, dann wurde es über die Jahre immer leichter.

    Gleich am Anfang haben mir meine Freunde geholfen, die mir versichert haben dass sie mir glauben, und mir von seinen verrückten Anschuldigungen berichtet haben.

    Ich habe auch einige klärende Gespräche geführt, bei Leuten wo es mir wichtig war, nämlich mit der Erzieherin im Kindergarten und dem Lehrer.

    Meine Töchter hatten mit etwa 18 den Kontakt zum Vater abgebrochen, mit Anfang 30 hatten sie es vor kurzem nochmal probiert. Anstatt die Gelegenheit wahr zu nehmen, hat er ihnen sofort wieder vorgejammert wie böse ich zu ihm war, und hat über mich hergezogen. Sie haben den Kontakt daher wieder abgebrochen, und ihm das auch klar gesagt.

    Seine neue Frau ist Verkäuferin, seit sie in einem Bekleidungsgeschäft arbeitet bin ich dort nicht mehr hingegangen. Vor einigen Jahren dachte ich dann, wie dumm von mir, ich liebe den Laden doch. Ich bin dann rein, als sie mich beraten hat hab ich mich vorgestellt. Zuerst war sie fast panisch, ich dachte schon sie zieht gleich ein Kreuz oder Pfefferspray aus der Tasche. Dann hat sie schnell gemerkt dass ich eigentlich ziemlich nett bin.:) Wir haben uns nett unterhalten, und sie meinte sogar, ich könnte meine Töchter ja mal begleiten zum Kaffee, wenn sie ihren Vater besuchen. (Damals hatten sie gerade Kontakt)

    Für mich war das befreiend, es war alles gar nicht so schlimm wie ich dachte.

    Liebe Jana,

    ich habe deine Beiträge wegen deinem angeblichen Seitensprung jedesmal gelesen und überlegt ob ich etwas dazu schreibe.

    Denn du hoffst vermutlich dass er irgendwann zugibt dass das ganze erfunden ist.

    Ich bin jetzt seit 25 Jahren geschieden, mein Ex hat sich ebenfalls seine eigene Geschichte über mich gebastelt, ich bin nicht sicher ob er sie selbst glaubt. In seiner Version bin ich allein schuld an der Trennung, ich bin eine bösartige Schlampe. Er hat versucht das meinen Töchtern, Freunden und Bekannten einzureden. Kurz nach der Trennung wurde ich sogar beim Einkaufen beleidigt, andere Mütter aus der Schule haben mich geschnitten. Er hat sogar versucht die Lehrer und Erzieherinnen aufzuhetzen.

    Ich war sehr unglücklich und wütend, konnte ihn aber nicht zur Vernunft bringen.

    Der einzige Weg für mich war Abgrenzung.

    Meine Freunde und meine Töchter kennen mich und ihn, sie haben immer gewusst was wahr ist, und haben zu mir gehalten. Die Menschen die mir wichtig sind waren immer für mich da.

    Heute kann ich über das Vergangene lachen, es sind so skurile Sachen dabei. Er hat z.B. den Mann meiner besten Freundin versucht davon zu überzeugen, wir hätten eine lesbische Beziehung, weil sie mich so sehr unterstützt hat.

    Erst neulich stand eine ehemalige Schulmutter neben mir beim Bäcker, es war ihr offensichtlich unangenehm, mir ist dann eingefallen warum. Ich hab sie dann besonders freundlich gegrüßt und in mich rein gelacht.


    Wichtig ist zu wissen wer du selbst bist, und was wahr ist. Wenn er sich Lügen basteln muss um die Trennung zu begründen, zeigt das nur seine eigene Unfähigkeit der Wahrheit ins Auge zu blicken. Seine Sucht ist schuld an der Trennung, aber da er das nicht zugeben kann, erfindet er etwas.

    Diesen Schuh brauchst du dir aber auf keinen Fall anzuziehen.

    Ganz liebe Grüße

    Cat-Mom

    Liebe Schmidtty,

    ich habe gerade deine letzten Beiträge gelesen, und bin richtig wütend.

    Deine Familie nutzt deine Krankheit und dein schlechtes Gewissen für die Vergangenheit schamlos aus, um dich zu schikanieren.

    Du hast dein Leben geändert, dafür verdienst du Respekt.

    Du kannst stolz auf dich sein, und das sollten sie auch sein.

    Ganz liebe Grüße

    Cat-Mom

    Liebe Mine,

    ich hab deine Beiträge immer mit Bangen verfolgt, weil ich immer damit gerechnet habe dass eine schreckliche Nachricht kommt. Es ist so wunderbar, dass dein Mann sich erholt und eine neue Chance bekommen hat.

    Die skeptischen Beiträge sind alle nur deshalb, weil jeder sich so große Sorgen um dich macht. Aber du schaust ja nach dir und deinen Kindern.

    Hoffentlich wird alles gut für euch, und dein Mann geht jetzt einen trockenen und damit gesunden Weg. Er hat ja einen deutlichen Hinweis seines Körpers bekommen, der ihn sicher zutiefst aufgerüttelt hat.

    Mein Partner ist gerade auch auf dem richtigen Weg, er ist jetzt seit Anfang Juli trocken. Darum schreibe ich in meinem Faden gerade nicht mehr.

    Ich wünsche dir und deiner Familie ganz viel Glück, und dass du dich von diesen Strapazen erholen kannst.

    Ganz liebe Grüße

    Cat-Mom

    Liebe Lotta,

    ohne euch zu kennen ist es schwierig Ratschläge zu geben.

    Ich kann nur von mir selbst berichten, vielleicht ist das etwas hilfreich.

    Meine Töchter waren 6 und 8 Jahre alt, als ihr Vater damals ausgezogen ist. Sie haben schon sehr viel verstanden. Ich habe viel mit ihnen geredet damals, und versucht so sachlich wie möglich zu erklären warum wir nicht zusammen bleiben konnten.

    Ihr Vater versucht noch heute mir die alleinige Schuld an der Trennung zuzuschieben, er verdreht die Wahrheit wie es ihm gefällt, zum Glück erfolglos.

    Ich glaube gerade weil er so unsachlich übertreibt, und ich sachlich und vernünftig geblieben bin, haben die Mädchen schnell erkannt was wahr ist.

    Liebe Grüße

    Cat-Mom

    ... Ich muss auch ehrlich gestehen (was ich im Nachhinein auch sooo schlimm finde) dass ich bestimmt 3 Jahre lang mit dem Kredo gelebt / das alles "ausgehalten" Habe, dass ich ja seine baldige Leberzirrhose Diagnose hatte und er ja nichts geändert hat und ich dachte... Ja gut dann bleibst du halt die 4 Jahre bis zu seinem Tod noch mit ihm zusammen und dann hast du ja eh ein neues Leben ☹️

    Nun als die Zeit aber rankam habe ich gemerkt wie furchtbar diese Einstellung war... Ich habe die richtig eiskalt als teilweise meinen Freunden gegenüber vertreten... Richtig mies, 😞

    Das bist ja eigentlich gar nicht du gewesen, diese Gedanken sind durch seine Sucht bei dir entstanden. Mies ist nur diese Krankheit, durch die er dich so schrecklich behandelt hat.

    Ich hab oft gesagt, die Sucht meines Partners bringt meine schlimmsten Seiten hervor. Ich war immer ein total friedlicher Mensch, und hab mich immer sehr über mich selbst erschreckt, was für Gedanken sein Trinken bei mir ausgelöst hat.

    Du hast ein schönes glückliches Leben verdient.

    Du verdienst es liebevoll und wertschätzend behandelt zu werden.

    Die Kinder sind doch noch klein, in dem Alter findet man schnell neue Freunde.

    Ich bin damals kurz vor der Einschulung meiner Tochter umgezogen, sie kam dann in eine Schule wo sie niemand kannte.

    Die Mütter im Kindergarten haben mir in den Ohren gelegen, dass "das arme Kind" doch mit ihren Kindergarten-Freundinnen eingeschult werden müsste. Dann hätte sie aber einen viel weiteren Schulweg gehabt.

    Am Einschulungstag ist sie etwas ängstlich rein gegangen, dann kam sie eine Stunde später strahlend mit neuen Freundinnen heraus.

    🙏 danke Lila 77 .
    Das hilft mir sehr , ich hoffe, dass ich das eines Tages auch sagen kann .
    Ich weiß das ich auf dem richtigen Weg bin , aber ich komme immer wieder von ab , das ärgert mich .
    Ich sehe das er leidet , aber ich bin mir nicht sicher ob er wegen der „räumlichen „ Trennung leidet oder weil sein bequemes Leben vorbei ist .

    Andere Frauen können sich einfach so trennen und leben ihr Leben weiter. Ich wünschte , ich könnte das auch .
    LG

    Zabou

    Liebe Zabou,

    ich bin seit 25 Jahren in dieser Co-Spirale gefangen, und habe jetzt erst begonnen mich zu befreien.

    Jeder Fall ist anders, du bist doch auf einem guten Weg!

    Ein Alkoholiker leidet meiner Meinung nach immer, egal was wir als Co-Abhängige tun, er leidet durch seine Sucht selbst.

    Wenn er jetzt durch dein Handeln einen Leidensdruck empfindet, kann das nur gut für ihn sein.

    Liebe Grüße

    Cat-Mom

    Wie verhältst Du Dich mit seiner Alkoholerkrankung jetzt? Immer auf Beobachtungsposten?

    Ich schaffe es, nicht mehr zu kontrollieren, da hab ich mich tatsächlich verbessert, auch dank dieser Gruppe. Wenn er trocken bleibt bin ich sehr froh, ich weiß aber inzwischen dass es nur bei ihm liegt.

    Wenn Ihr über seine Krankheit sprecht, wie sieht er das Ganze für Sich? Schleicht sich evtl. ein bagatellisieren ein ( ..." so schlimm war es ja nicht " )?

    Er ist zum Glück weiter motiviert, und redet seine Sucht nicht klein.

    Du hattest ja für Dein Haus klare Angaben gemacht was den Alkohol angeht. Stehen die Richtlinien noch?

    Ja, dabei bleibe ich ganz fest.

    Auch meiner Mutter habe ich klar gesagt, dass ich in meinem Haus keinen Alkohol mehr dulde.

    Kennt Dein Mann was Du willst und was Du nicht willst und wie Du zu dem kommen wirst, was Du willst? Hat er es verstanden?

    Gebe Dir selbst eine ehrliche Antwort.

    Ich denke, er merkt dass ich anders drauf bin, aber ich sollte ihm noch deutlich sagen wie ich mich fühle.

    Wie könnte Dein Plan aussehen?

    Ich würde ihm helfen ein Zimmer zu finden, und ihn beim Auszug unterstützen. Und ihm noch helfen seine Angelegenheiten zu regeln, da ich das bisher immer getan habe. Wegen einiger Schwierigkeiten, die er sich durch den Alkohol eingebrockt hat, würde das eine Zeit dauern, aber es ist absehbar.

    Hoffentlich tritt dieser Fall nicht ein, aber schlimmstenfalls ist das mein Weg, denn in das alte Leben kann ich nicht zurück.

    Hm, vielleicht wäre es eine Überlegung wert, was du selber am liebsten erreichen würdest, was du für dich selbst für Ziele hast. Das kann ja alles mögliche sein, beruflich, Hobbies usw. Und dann entsprechend einen Schritt nach dem anderen gehen. So kommst du aus der Warteschleife raus.

    Ich weiß zumindest was ich nicht mehr will, nämlich mit einem nassen Alkoholiker zusammen leben. Also gehen meine Überlegungen dahin, wie trenne ich mich von ihm, falls er wieder trinkt und dabei bleibt.

    Mit der harten Tour, Anwalt, Polizei usw. komme ich nicht klar bisher, ich bekomme extreme Beklemmungen bei dem Gedanken. Ich habe ihn immer bemuttert, und ich fürchte ich käme nicht klar mit dem Gedanken, ihn einfach rauszuwerfen.

    Ich brauche einen brauchbaren Plan mich von ihm zu trennen, mit dem ich leben kann, ohne mir ewig Vorwürfe zu machen und mich schlecht zu fühlen.

    Guten Morgen, hier mal ein Update von mir.

    Zur Zeit bin ich in einer Art Schwebezustand, weil ich mein weiteres Vorgehen von ihm abhängig mache.

    Er ist aus der Entgiftung zurück, besucht die Selbsthilfegruppe, sagt er will abstinent bleiben.

    Es ist nur so, dass ich sehr, sehr skeptisch bin ob er das ernst meint und es packt.

    Seit er da ist, fühle ich mich angespannt, und irgendwie in Warteposition. Ich kann mich noch nicht freuen über sein trocken sein.

    Ich versuche gerade meinen Kopf zu klären, und einen Plan für den Worst Case für mich zu machen, damit ich mich nicht mehr so ausgeliefert fühle. Das ist bei anderen Punkten meines Lebens immer mein Vorgehen, zu überlegen was schlimmstenfalls passieren kann, und wie ich dann vorgehe.

    Ja, man vergisst irgendwann wie er mal früher war.

    Auch, wenn der Eintrag schon älter ist… habt ihr diese „zweite Persönlichkeit“ nur erlebt, wenn der Partner alkoholisiert war? Oder auch im nicht-alkoholisierten Zustand?

    Bei uns war es immer ab einem gewissen Pegel.

    Die Stimme und Mimik verändert sich, aggressiver und lauter. Und der Blick wird kalt und hart.