Beiträge von Lavendel2024

    Hallo zusammen

    Ich stehe quasi kurz vor der Geburt unseres zweiten Kindes.

    Jetzt stelle ich mir immer die Frage, ob ich meine Vater dann darüber informieren sollte.

    Aktuell haben wir wie gehabt keinen Kontakt. Aber ist es nicht eine Information, die man ihm mitteilen sollte? So aus Anstand und bevor er es von jemandem anderen hört bzw man sich zufällig trifft.

    Auf der anderen Seite bin ich mir nicht sicher, was er dann daraus macht. Wird er den Kontakt suchen oä..

    Wie es ihm konkret geht, weiß ich nicht aber ich vermute, dass er noch in der Schiene alle und jeder hat Schuld an der Situation, nur er nicht.

    Wie schätzt ihr das ein?

    Und noch eine Frage, die mich beschäftigt.. Was bzw wie erklären wir es unserem Sohn (fast 5)?

    Aktuell sagen wir immer, Opa möchte gerade keinen Besuch und Kontakt. Aber er sagt manchmal sowas wie... Opa haben wir lange nicht besucht. Wir versuchen, dann meist das Thema zu ändern.

    Habt ihr Ideen oder Erfahrungen?

    Danke schon mal (:

    Erstmal großen Respekt an alle die die Sucht und der Krankheit überwinden konnten!

    Es ist so ein komplexes Krankheitsbild.

    Und schwer es zu akzeptieren, aber das ist was man tun muss. Man muss akzeptieren, dass der Alkoholiker sich so entschieden hat und keine Hilfe möchte. Es ist schwer aber was soll man tun außer es zu akzeptieren?

    Andere Menschen leiden unter anderen (auch tödlichen) Krankheiten, diese würden liebend gerne Hilfe in Anspruch nehmen aber manchmal muss man auch hier akzeptieren, dass die Krankheit vielleicht nicht heilbar ist.

    Manchmal kommt eher der Gedanke von Mitleid. Das der Alkoholiker sein ganzes Leben - im wahrsten Sinne des Wortes - aufgibt. Obwohl sie ja vielleicht wahnsinnig schlaue Menschen sind (im nüchternen Zustand). Man würde sie am liebsten nehmen und schütteln.. wach auf! Du verlierst bzw hast schon alles verloren. Deine Familie, Freunde, Job uvm. Du verpasst so viele tolle Dinge im Leben. Aber nur du kannst es wieder grade biegen oder landest im Grab.

    Es ist traurig.

    Das ist wirklich eine erschreckende Zahl!

    Elly , wie hast du zu der Einsicht gefunden, wenn ich fragen darf?

    Dadurch das mein Vater ein Jahr abstinent war, macht es das nochmal schwieriger. Man hatte eine schöne Zeit zusammen und auch unser Sohn hat das Jahr mit Opa genossen. Jetzt ist es so wie vor einem Jahr bzw noch schlimmer.

    Aber man hatte das Jahr in der Abstinenz jedes Mal die "Angst" das er rückfällig wird bzw es nicht so bleibt.. Dadurch ist es jetzt irgendwie nicht so schwer, man hat ja immer damit gerechnet.

    Es gab auch im Februar schon einen Rückfall, da habe ich es ihm sofort angesehen bzw angemerkt, dass er etwas getrunken hat. Am nächsten Tag habe ich ihn zur Rede gestellt und quasi alles an den Kopf geworfen und ihn schon darauf hingewiesen, dass ich das nicht nochmal mitmache und er dann seinen Enkel auch nicht mehr sehen wird.

    Aber das hat er scheinbar vergessen.

    Ich glaube da durch, dass ich ihm das gesagt und mir das von der Seele gesprochen habe, ist es jetzt leichter für mich.

    Dennoch fällt es mir manchmal schwer, diese Krankheit nach zu vollziehen.

    Vielen Dank für eure lieben Worte.

    Ich habe - auch durch die vielen Geschichten hier - verstanden, dass man nichts mehr für ihn tun kann, wenn keine Einsicht kommt.

    Ich frage mich, ob es generell (bei einigen Alkoholikern) auf Grund von übermäßigem Alkoholkonsum bzw Missbrauch auch gar nicht mehr zu einer Einsicht kommen kann. Der Alkohol macht ja den ganzen Körper und auch das Gehirn kaputt, vielleicht ist es dann so "kaputt", dass es bzw der Alkohol (als Übeltäter)diese Option der Einsicht nicht mehr zulässt.

    Versteht ihr wie ich meine?

    Ich gehe davon aus, dass bei meinem Papa keine Einsicht kommt. Er ist jetzt wohl wieder aus dem KH entlassen worden aber er war auch der Meinung, dass das ja mal passieren kann, dass man stürzt. Keine Rede vom Alkohol.

    Bei mir hat er sich auch nicht gemeldet, ich denke er will mich tatsächlich damit auf Grund der Schwangerschaft nicht belasten.

    Hallo, ich habe hier im Forum schon viele Beiträge gelesen und mich nun entschieden, auch meine Geschichte und Gedanken zu teilen.

    Ich bin EKA.

    Ich würde gerne erstmal die aktuelle Situation schildern und meine Gedanken dazu.

    Mein Vater ist nach einem Jahr Abstinenz wieder rückfällig geworden. Einsicht hat er keine.

    Meine Mutter hat dann den Entschluss gefasst, auszuziehen. Noch länger und vorallem nochmal wollte sie das nicht mitmachen.

    Wir haben gehofft, dass dann die Einsicht kommt.. aber Fehlanzeige. Es kam der zweite komplette Absturz. Mit Platzwunde und Krampfanfall. Er ist jetzt im Krankenhaus und es werden noch ein paar neurologische Tests gemacht.

    Er ist wohl etwas verwirrt und will natürlich nicht zum Entzug.

    Ich habe tatsächlich schon so gut wie mit der Sache und ihm abgeschlossen. Durch die Beiträge hier, weiß ich, dass man ihm nicht helfen kann, wenn er keine Hilfe möchte und keine Einsicht zeigt. Es ist auch nicht meine Schuld.

    Irgendwie weiß ich jetzt in der aktuellen Situation nicht, wie ich mich verhalten soll. Soll ich ihn kontaktieren? Oder erstmal warten bis er wieder zu Hause ist und schauen was passiert, ob er sich meldet.

    Wir haben uns jetzt schon ca 2 Monate nicht gesehen. Er schrieb mir nur als meine Mutter ausgezogen ist, ich solle sie zurück bringen usw. Ich habe ihm daraufhin deutlich und sachlich geantwortet und gesagt, dass er zum Entzug muss und er sich somit für den Alkohol und gegen die Familie entschieden hat.

    Aber darauf ist er nicht wirklich eingegangen, nur auf meine Mutter geschimpft, sie sei auf dem EgoTrip und der Alkohol ist nicht das Problem..

    Wahrscheinlich wird er dann zuhause wieder anfangen, dann legt er es aber auch darauf an zu sterben. Zweimal ist er nun schon davon gekommen, aber dann ist er alleine zuhause.

    Selbst wenn er es jetzt alleine schaffen sollte trocken zu bleiben, weiß ich nicht wie ich damit umgehen soll. Man wurde zu oft enttäuscht und er schrieb und sagte Dinge (nicht zu mir, aber zu meiner Mutter und meinem Freund), die man jetzt nicht so einfach unter den Tisch schieben kann.

    Es ist alles so ungewiss.. Ich will ihn nicht verlieren, aber das habe ich eigentlich schon und irgendwie auch damit abgeschlossen.. Trotzdem bleibt so ein Restfunke, wo man sich die heile Welt zurück wünscht.

    Danke fürs lesen.

    Ps: Wir haben bereits ein Kind und ich bekomme im November das zweite. So viel emotionalen Balst will ich mir auch nicht antun.