Beiträge von NovaSol

    Nein, Rechenschaft muss ich nur mir ablegen. Vielleicht war es sowas wie vorauseilender Gehorsam. Es hat niemand verlangt, dass man sich abmeldet. In meiner ersten Gruppensitzung hieß es, wer da ist, ist da und wer nicht da ist, braucht nicht zu gehen. Mein Mann hat wohl Bescheid gegeben, weil er dachte es gehört sich so und ich erschrak, weil mein Hirn gleich 5 Schritte weitergalloppiert ist. A la wenn ich gleich nach dem ersten Treffen fortbleibe, dann denken sie vielleicht ich habe mich nicht wohl gefühlt, oder ich sitze sternhagelvoll zu Hause und dann machen sie sich Gedanken oder ihre Gefühle sind verletzt…also ein klassischer Fall von ich denke, dass sie denken, dass ich denke…

    Guten morgen ☀️,

    Mir geht es endlich viel viel besser. Heute Nacht bin ich ein mal hochgeschreckt und mir fiel siedendheiß ein, dass ich meine Selbsthilfegruppe verpasst habe. Ich wollte dann gleich heute früh Bescheid geben, dass alles okay ist, ich nur krank war. Hat mein Liebster aber bereits gestern erledigt. Ich habe grad mit meiner Hausärztin telefoniert, sie würde die Krankschreibung gerne noch bis mindestens Mittwoch kommender Woche verlängern. Im Augenblick ist der Test ohnehin noch positiv und ihr Credo ist, wenn ich kommenden Mittwoch noch zu krank für die Gruppe bin, bin ich erstrecht noch nicht fit genug für die Arbeit. Ich beuge mich und werde das Schonprogramm weiterfahren. Habt alle einen schönen Tag

    So: tag 25 ☺️

    Guten morgen Welt, nachdem es mich gestern nochmal richtig niedergestreckt hat, scheint es heute deutlich besser. Die rasenden Kopfschmerzen sind endlich weg(das hat mich echt zermürbt) und ich habe sogar ohne Medikamente nur noch erhöhte Temperatur. Der coronatest ist immernoch positiv. Ich bin so froh, dass ich in dieser bescheidenen Situation nicht auch noch trinken musste. Ich bin noch ziemlich schlapp, das war echt ein Ritt. Beim ersten Mal Corona ging es mir nicht ansatzweise so dreckig. Naja nun geht’s bergauf. Mit meiner Abstinenz habe ich mich die letzten Tage nur insofern beschäftigt, dass ich nüchtern geblieben bin. Aber viel lesen oder mich anderweitig damit befassen konnte ich nicht. Jetzt ruhe ich mich weiter aus und schaffe es vielleicht heute mal kurz an die Luft zu kommen. Ich wünsche euch allen einen tollen Tag

    Danke ihr lieben. Ich liege immernoch im Bett aber das Fieber lässt sich inzwischen mit paracetamol auf erhöhte Temperatur senken. Die ersten Tage hatte ich trotz Medikamenten weiter hohes Fieber. Habe heute auch endlich etwas essen können, ich denke also das allerschlimmste ist durch. Die Tage kleckern so vor sich hin. Mein Liebster hat mir einen Laptop im Krankenlager aufgebaut, und Netflix leihert einfach durch. Ich gucke immer mal kurz, dann schlafe ich wieder ein und dann ist es plötzlich dunkel und dann wieder hell. Wach geworden bin ich die ersten Tage nur wenn mein Partner mir die Wadenwickel gewechselt hat. Verrückt, wie mein Körper ausgecheckt hat. Ich hoffe, dass ich morgen mal ein bisschen raus kann (wenigstens mal 10 Minuten auf der Terrasse sitzen) wenn nicht, auch ok. Ich bin hier grade nur Beifahrer. Also ihr lieben, ich glaube ich bin auf dem Weg der Besserung. Ich glaub ich hab mein kleines dreiwöchiges abstinäum verpennt. Passt auf euch auf

    Ich hüte noch immer das Bett. Habe immernoch Fieber und überhaupt keinen Appetit. Der Husten macht mich fertig. Mein Liebster hat beim Einkauf in der apo explizit darauf geachtet, dass in keinem der Medikamente Alkohol enthalten ist. Ich wollte nur ein Lebenszeichen da lassen.

    Tag 18 🎉,

    Heute nur ganz kurz, da ich hundemüde bin. Der „Umtrunk“ war wirklich schön. Es gab auch keine langen Gesichter. Mir geht es heute nicht so gut. Seit dem frühen Nachmittag hab ich Schüttelfrost und mir tut alles weh. Ich hoffe ich brüte nichts aus.
    Für heute soll es das gewesen sein. Habt einen schönen Abend

    Alles in allem ist es mir gut ergangen. Ich habe heute zum ersten Mal ein Projekt abgelehnt. Es hätte viel reiseteätigkeit, Übernachtung in Hotels und unzählige Geschäftsessen erfordert.
    Das ist mir noch nichts. Da ich aktuell aber noch an zwei zusätzlichen Projekten arbeite, war mein Chef nicht überrascht oder enttäuscht, als ich abgewunken habe. Ich fühle mich wohl mit der Entscheidung. Morgen findet dann der „Umtrunk“ für mein letztes abgeschlossenes Projekt statt. Hier zu Hause herrscht Harmonie, ich bin kuschelig, er auch und er ist sehr sehr umsichtig. Fragt ob dieses oder jenes so ok sei? Ob es etwas gibt, worauf er achten muss (wenn er zum Beispiel kocht, das tut er unter der Woche nämlich sogut wie immer). Also alles soweit gut 🙂

    Heute sind es 17 Tage und ich war das erste mal in einer realen Selbsthilfegruppe. Puh, ich kann meine Gedanken dazu grade noch nicht so richtig zum Ausdruck bringen. Mir geht es gut aber mir schwirrt der Kopf. Ich habe mich heute erstmal nur vorgestellt und einen kleinen Abriss gegeben, danach habe ich nur zugehört. Ich glaube ich muss mich erstmal daran gewöhnen, dass es in der Gruppe nicht ausschließlich um das Thema Bewältigung im Alltag geht, sondern sehr sehr viel Raum für das wieso und warum a oder b Alkoholiker geworden ist. Versteht mich nicht falsch, solche Gruppen sollen ja Raum für jeden geben und dem einen sind die Gründe wie es soweit kam eben wichtig. Nur, weil ICH keine Verwendung für die Gründe habe, stellt das ja nicht das Evangelium dar. Der Gruppenleiter hat zu Beginn erklärt, dass jedes Gefühl, jeder Gedanke und alles was einen belastet (und sei es die quietschende Kühlschranktür) dort Platz hat und das wurde natürlich auch in Anspruch genommen. Ich denke ich habe mir das einfach ein bisschen anders vorgestellt aber ich werde auch nächste Woche wieder hingehen. Vielleicht fühlt es sich für mich auch etwas natürlicher an, sobald ich mich selbst etwas mehr geöffnet habe. Ich wünsche euch einen tollen Abend

    Tag 16 ist eingetütet ☺️.

    Guten Abend ihr Lieben. Der Arbeitsumtrunk ist organisiert und es gibt nun Catering und milchshakes in verschiedenen Sorten. Leider war ein life smoothie Event außerhalb des Budgets. Aber gut, ich denke so wird es auch gehen. Dazu Säfte und ein paar Softdrinks. Ich bin zufrieden mit dieser Lösung.
    Heute war ich außerdem noch beim Ultraschall. Sah alles gut aus. Meine Organe haben also keine sichtbaren Schäden genommen. Dafür bin ich sehr dankbar. Meine Leberwerte waren leider zu Beginn der Entgiftung erhöht, da wird aber Ende November nochmal geschaut.
    Morgen bin ich dann das erste mal in der Selbsthilfegruppe. Ich bin ein bisschen aufgeregt. Ganz komisches Gefühl eine Mischung aus „so wie früher, wenn man mit den Eltern auf den Rummel durfte und von weitem die Musik und das rattern der Fahrgeschäfte gehört hat“ und „die Eltern waren zum Elternabend und man weiß nicht, ob die Lehrerin den letzten Unfug, den man angestellt hat, auf die Nase gebunden hat“. Also ein bisschen freue ich mich aber gleichzeitig hab ich schiss. Naja bange machen is nicht. Jetzt geht’s morgen dahin und Ende der Diskussion. Ich wünsche euch allen einen schönen Abend

    Catering ist gut.

    Meine Idee: Hole dir jemand der Life Smoothies mixt. Süß und herzhaft. Da stellt sich die Alkohol Frage nicht. Dazu kleine Bowls. Das macht sogar einen guten gesunden und modernen Eindruck.

    Was für eine grandiose Idee 👏🏻. Vielen Dank dafür. Dann klemme ich mich morgen mal dahinter und bringe in Erfahrung wie hoch das Budget ist. Danke für diesen wirklich tollen Vorschlag.

    Ich habe heute einige Projekte auf der Arbeit beendet und mir keine neuen (zusätzlichen) Aufgaben an Land gezogen. Ich denke ich werde jetzt mal eine Weile kürzer treten und das tun, was von mir erwartet wird und wofür man mich bezahlt, ohne mir aber mehr Druck aufzuladen, der nun mal auf mich zurollen würde, wenn ich wie bisher auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanze. Das ist vielleicht egoistisch, aber das nehme ich mir jetzt mal raus.
    Ich brauche bitte nochmal eure Ratschläge, wenn ihr so lieb seid. Ich habe ja heute ein sehr großes und für meinen Arbeitgeber wichtiges Projekt abgeschlossen. Es gehört zum guten Ton in meiner Firma, nach so einem Abschluss einen kleinen Umtrunk zu organisieren. Üblicherweise gibt es appetithäppchen und -ja genau- Sekt. In mir sperrt sich grade alles, diesen Umtrunk so zu organisieren, wie er sonst abläuft. Gar nichts machen ist keine Option. Nun spiele ich mit dem Gedanken, Catering zu bestellen und zum anstoßen Säfte anzubieten, ggf. als höchstes der Gefühle alkoholfreien Sekt. Ich möchte noch nicht für eine Stunde in einem Raum mit Alkohol „gefangen“ sein. Wenn ich ehrlich bin, behagt mir auch die Sache mit dem alkoholfreien Sekt nicht zu 100 Prozent (die Geräusche, eventuell der Geruch, die Gläser und das ganze Tamtam). Ich weiß nicht, ob ich jetzt einfach erwarten darf, dass hier auf Arbeit alle um mich herumkreisen müssen und ich mich nicht ans „Protokoll“ halte, weil ICH ein Problem habe. Hat vielleicht jemand eine ganz andere Idee?

    Guten Morgen ihr Lieben,

    Vielen Dank für eure lieben Worte. Ich bin gestern richtig erleichtert eingeschlafen. Mir ist bewusst, dass ich die Verantwortung für mich trage, das mein Partner nun weiß was los ist, vereinfacht die sache für mich insofern, dass er mich nicht versehentlich in Versuchung führt. Er bekommt hin und wieder von seinen Kunden Wein geschenkt, den hat er früher natürlich mit nach Hause genommen. Das wird er nun nicht mehr tun. Jetzt geht’s auf in die neue Woche. Danke für eure Unterstützung und Bestärkung, das hat mir wirklich sehr geholfen.
    Tag 15 ☺️

    So, die Katze ist aus dem Sack.
    Kurzversion: es ist alles gut und er wird mir jede Unterstützung geben, die ich brauche.

    Hier noch die Langversion, falls es jemand lesen mag:

    Als er heim kam, haben wir in Ruhe gegessen, er erzählte von seinem kinderwochenende und wir sprachen über die kommende Woche. Was steht an, wer hat wann was vor und wann machen wir unsere monatliche Datenight.
    Beim Thema „was steht kommende Woche an“ sah ich die Gelegenheit, mein Thema zu platzieren. Ich habe ihm gesagt, dass ich einen Termin in einer Selbsthilfegruppe habe und ihm jetzt sagen möchte, warum ich da hingehe. Ich habe ihn kurz darum gebeten, erstmal nur zuzuhören, weil ich nicht weiß, ob ich nochmal den Mut aufbringe zu sagen, was Sache ist, falls er mich jetzt -auch mit den besten Absichten- unterbricht. Nachdem er mir das versprochen hatte habe ich es wie Pflaster abreißen gemacht „ich bin alkoholikerin“. Ich hatte mir vorher so viel zurecht gelegt (habe euch ja heut früh meine Gedanken zum Gesprächseinstieg mitgeteilt) aber es war mir in diesem Moment so wichtig, dass er genau das aus meinem Mund hört. Ich habe ihm dann noch mit wenigen Sätzen gesagt, was die letzten zwei Wochen los war (Arztbesuche, nicht mehr getrunken etc.) und erklärt, wie es jetzt weitergeht (wöchentlich in die Selbsthilfegruppe, Ultraschall, ggf. Flankierend Therapie). Dann war ich still und schaute ihn an. Er fragte mich, ob ich fertig sei und als ich das bestätigte, stand er auf, kam zu mir herum, nahm mich in die Arme, küsste meine Stirn und flüsterte „ich hatte einen Verdacht, ich bin stolz auf deine Entscheidung und auf dich, wenn ich dich unterstützen kann, egal wann, egal was es ist, ein Wort genügt“. Mir wurde ganz schlecht, auf der einen Seite war ich so unendlich erleichtert, dass er so reagiert hat und auf der anderen Seite kam sofort die Scham…er hat es geahnt, also war ich nicht im Ansatz so versteckt, wie ich dachte. Es ist nun vergangen und ich bin grade dabei gesund zu werden. Ich möchte im Augenblick noch nicht wissen, woher sein Verdacht rührte. Er sagte mir aber, dass er, wenn er nicht plötzlich eine Änderung in meinem Verhalten bemerkt hätte, von sich aus das Gespräch gesucht hätte. Ihm ist aufgefallen, dass das gut gefüllte Weinregal plötzlich leer war und es ist ihm aufgefallen, dass ich ihn total unbefangen begrüße, wenn er abends heim kommt. Das bin ich, wenn ich keine Angst habe „aufzufliegen“ und ich bin so erleichtert, dass ich diese Angst nie wieder haben muss, wenn ich auf meinem Weg bleibe.

    Es geht mir gut. Ich habe einen tollen Mann und gehe sehr gestärkt aus diesem Gespräch. Danke, dass ihr mich bestärkt habt.

    Danke für eure Bestärkung. In einer Stunde wird er hier sein. Ich bereite grade das Essen vor und werde es dann während/nach dem Abendessen hinter mich bringen. Ich glaube meine größte Angst ist, dass er mich plötzlich mit anderen Augen sieht. Irgendwie als „defekt“ wahrnimmt. Naja ich bleibe dabei, er soll es erfahren und am Ende des Tages wird der Gang nach Canossa vermutlich gar nicht so schlimm. Ich erzähle euch später/morgen, wie es gelaufen ist.

    Mahlzeit,

    heute trinke ich seit 14 Tagen nicht mehr. Ich könnte selbst unter größter Anstrengung nicht sagen, wann ich zuletzt so lange nüchtern war. Am Ende des Tages spielt es aber auch keine Rolle mehr, denn ich will nicht mehr an diesen furchtbaren Ort zurück, den ich vor 2 Wochen verlassen habe. Ich habe mir heute selbst die Hintertür zugeschlagen und heute Morgen -als mein Partner mich anrief- gesagt, dass ich ihm gern heute Abend etwas erzählen möchte. Nun gibt es kein zurück mehr und das ist ok. Ich bin etwas nervös aber ich werde ab der kommenden Woche ein mal in der Woche abends weg sein, um an einer Selbsthilfegruppe vor Ort teilzunehmen. Ich will ihn nicht belügen. Und ich möchte auch nicht ständig Ausflüchte suchen, wenn ich mal dünnhäutig oder hibbelig bin. Ich möchte ihm -falls nötig- sagen können „Ich habe grade Saudruck, kannst du mich bitte da und da hinfahren, da ist grad einen gruppenstunde“ Ich habe zu Beginn gesagt, ich will es ihm nicht sagen…ich habe aber auch gesagt, ich werde tun was nötig ist, um gesund zu werden. Der Wunsch gesund zu werden ist größer, als die Angst vor seiner Reaktion, also…Augen weit auf und los! Ich habe mir überlegt, ihm zu sagen, dass mir mein alkoholkonsum sorge bereitet hat, ich immer öfter, mehr und unkontrollierter getrunken habe und für mich den Entschluss gefasst habe, abstinent zu leben. Dann frage ich ihn, ob er dazu Fragen hat oder Gedanken äußern möchte und dann ist es gut.
    Habt einen schönen Sonntag