Oh Gott vor lauter Kilo-Geschwätze ganz vergessen: Herzlichen Glückwunsch zum halben Jahr 💐
Beiträge von AnnaBlume
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Ich nehme kontinuierlich zu seit ich nüchtern bin. Aber ich habe (noch) kein dramatisches Übergewicht. Von daher bin ich da noch relativ entspannt.
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Ich werde mich Stück für Stück von ihm zurückziehen , komplett schaffe ich nicht 🥲 noch nicht !
Das klappt genauso wenig wie kontrolliertes Trinken. Radikaler Kontaktabbruch. Ihr habt weder gemeinsame Kinder, noch Immobilien. Nicht mal einen gemeinsamen Hund. Du hast keinen Grund diesen Kontakt weiter zu halten.
Das bringt dich in eine komfortablere Situation als viele andere hier. Du musst es nur machen. -
sehr unsicherer Gang
Herrje- aber offensichtlich wird es besser? Ich drücke die Daumen, dass du bald sicherer durch Leben gehst.
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Bei mir sind auch die Äderchen auf der Säufernase blasser. Allerdings bin ich etwas runder geworden, weil ich meinen Hunger wieder mehr spüre und nicht mehr chronisch Durchfall habe. Aber dann ist das wohl meine Körperform ohne Gift. Das nehme ich an.
Was sind das für Probleme in deinen Beinen?
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Wann war denn bei dir der Punkt erreicht, dass du gemerkt hast, dass du etwas ändern musst? Wie war dann dein Weg?
Das ging schleichend. Das Gespräch mit der Tochter und der Therapeutin rumorte schon in mir, spielte aber nur bedingt eine Rolle.
Ich verletzte mich öfter, weil ich besoffen stürzte. Dann kam nochmal eine Steigerung, weil ich in einer Partnerschaft war, in der wir beide viel tranken und uns potenzierten.
Oberflächlich war alles ok- Beruf klappte gut, ich machte Sport, kümmerte mich um den Haushalt und sah von außen normal aus.
Aber ich schämte mich immer mehr. Wenn ich in üblen Kneipen mit Menschen abhing, die ich nüchtern nicht so gemocht hätte. Auch die Filmrisse, das teilweise erwachen in fremden Betten setzte mir zunehmend zu.
Eines morgens wachte ich mit üblem Kater und Filmriss auf meinem Sofa auf. Eine Schürfwunde am Ellenbogen, das Handy weg. Meine Tochter rief an und es wurde in einer Bäckerei um die Ecke abgegeben- eine Ecke in der ich eigentlich nichts zu suchen hatte. Ich weiß bis heute nicht wo ich am Abend war. Da kam es wie ein Blitz in meinen Kopf ‚Anna, es reicht, du trinkst keinen Alkohol mehr‘.
Das ist jetzt fast 8 Monate her. Meine Tochter ist extrem glücklich über diese Entscheidung- aber in allererster Linie geht es mir viel besser.
Ein Meilenstein war, dass ich mich nach 4 Monaten hier angemeldet und das erste mal den Satz ‚ich bin Alkoholikerin‘ geschrieben habe. Das war die eigentliche Wende- denn Trinkpausen gab es auch vorher schon.
Jetzt ist es keine Pause sondern eine abstinente Zukunft.
Ich wünsche dir sehr dass deinen Papa auch so eine Erkenntnis trifft, aber wie gesagt, das muss von ihm kommen und ihr könnt zwar Hinweise geben, aber seid doch relativ machtlos, so leid mir das tut.
Steig nicht zu sehr in die Aufgabe ein ihn zu überzeugen. Dann geht es am Ende dir noch schlecht und dann ist niemandem geholfen. Schreib diesen Brief und kümmere dich dann um dein Leben.
Falls er doch noch eines Tages zur Vernunft kommt, hat er dann eine stabile Tochter. Falls nicht hast du wenigstens ein gutes Leben.
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Ich gehe jetzt schlafen, ich bin Hundehütte und kann hoffentlich mal richtig durchschlafen.
Die Autokorrektur schreibt manchmal kleine kuriose Geschichten. Gute Nacht lieber Topfmann in deiner Hundehütte.
Passiert mir übrigens auch dauernd- aber hier ist es irgendwie süß gelungen.
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ein Taugenichts usw und ich soll mir einen tollen Mann suchen der mir das alles geben kann was ich mir wünsche
Öhm. Was spricht eigentlich dagegen?
Ohne Spaß: wenn du weiter Kontakt mit ihm hast, kitzelt er immer wieder die Reflexe die dich an ihn binden. Das einzige das hilft ist Abstand, Abstand und nochmal Abstand.
Er hat ein zu Hause und braucht dich im Grunde nicht zum Leben. Am saufen kannst du ihn auch nicht hindern. Andere Mütter haben auch schöne Söhne und die saufen vielleicht nicht und küssen können sie evtl. auch noch- und das auch noch ohne Fahne. Stell dir das mal vor! -
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Ich glaube leider auch, dass ihm gar nicht bewusst ist, dass etwas an seinem Alkoholkonsum nicht in Ordnung ist. Oder denkst du (aus deiner Erfahrung) er verdrängt es nur?
Es kommt auf das selbe raus. Die Erkenntnis wirklich Alkoholiker zu sein ist ein krasser Schritt. Ich machte schon lange immer mal so Selbsttests im Internet und hatte die tollsten Ausreden wenn mal wieder ‚sie sind Alkoholiker- wenden sie sich an ihren Arzt‘ raus kam. ‚Die machen den Test bestimmt so streng dass mehr Leute zum Arzt müssen um auf Nummer sicher zu gehen‘ oder ‚das sind bestimmt so Abstinenz-Freaks, die schon zwei Bier zu viel finden‘ usw.
Man WILL es nicht wahrhaben- die Konsequenz wäre ja, dass man den Alkohol, der einen riesigen Raum im Leben eingenommen hat, weg lassen muss.
Ich liebe meine Kinder von ganzem Herzen- aber selbst ihr ganz offensichtliches Leiden unter meinem Konsum hab ich nicht sehen wollen. Ich glaube das kann man als nicht süchtiger nicht verstehen und es ist auch echt schrecklich, aber leider typisch.
Man glaubt dass Trinken Privatsache ist- dabei betrifft es das gesamte Umfeld. Sehen kann ich das erst jetzt.
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Die ersten zwei treffen waren ja auch gut
Vielleicht gibst du ihnen noch eine Chance. Mit Deiner Frau kannst du ja reden, falls es wieder doof ist.
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weil die Chemie zwischen uns nicht mehr passt
Genauso klingt das. Gibt es denn noch andere Gruppen, die gut für dich erreichbar sind? Soll ja gut tun und das klingt bei dieser Gruppe nicht so. Wenn die anderen aus der Art wie es läuft was mitnehmen, ist das ja auch völlig ok- nur du brauchst halt was anderes.
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Bei Partys habe ich nüchtern festgestellt, dass mich die so langweilen, dass ich früher da wohl gegen meine Langeweile angesoffen habe. Um die Leute überhaupt zu ertragen.
Magst du Menschen im Allgemeinen nicht oder warst du nur auf den falschen Partys?
Oder bezog sich das auf betrunkene Menschen?
Ich lese dich manchmal etwas selbstherrlich und über andere ‚erhaben‘, deshalb stolperte ich über diesen Satz.Geht nicht drum dich anzugreifen, es ist nur manchmal gut sich echt zu hinterfragen und dabei nicht mal gut auszusehen oder sich dabei interessant anzuhören.
Letztendlich sind wir hier alle Alkoholiker, die versuchen ihre Nüchternheit zu erhalten und eine gute Lebensqualität zu erreichen.
Ob da jetzt das Etikett ‚Manager‘, ‚Müllmann‘, ‚Prof.Dr‘ oder ‚Zauberer‘ drauf pappt ist Wurscht. ‚Find ich auch‘ wirst du sofort rufen und es blumiger ausdrücken. Aber stimmt das denn wirklich?
Wie gesagt geht es nicht darum dich anzugreifen. Mir ging es halt so, dass mich die Erkenntnis der eigenen Normaltät extrem weitergebracht hat. Der Versuch besonders, erhaben oder originell zu sein, ist etwas das ich auch von mir kenne und das mir hart im Weg steht. Deshalb hier der Finger in der Wunde.
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Ich finde das eine sehr gute Idee! Vor allem wenn es seine Kinder gemeinsam machen, hat es ganz schön Gewicht.
Mach dir aber nicht zu viel Hoffnungen wegen der Wirkung. Ich bin auch Alkoholikerin und meine Tochter führte mit mir und einer Therapeutin ein Gespräch. Ich reagierte aggressiv und trank weiter.
ABER: Jetzt wo ich aus mir heraus nüchtern geworden bin, hilft mir dieses Gespräch sehr. Es ruft mir in Erinnerung wie tief ich gesunken war, in so einer Situation rum zu motzen statt Einsicht zu zeigen.
Außerdem tut ihr als Geschwister was für euch. Ihr führt es ihm deutlich und schriftlich vor Augen und mehr könnt ihr leider nicht tun. Der Rest liegt allein bei ihm.
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Nach 6 Wochen Abstinenz ist der Blick in den Spiegel fast eine erfreuliche Angelegenheit.
Da musste ich gerade lachen. Aber es geht bergauf!
Dieses lebenslänglich wird immer weniger erschreckend, je länger man dabei ist. Bei mir sind es ja auch erst etwas weniger als 8 Monate, aber der Schrecken hat schon sehr deutlich nachgelassen.
Einfach weil ich viel verändert habe und saufen einfach auch nicht mehr ‚nötig’ Ist im Sinne von ich tue Dinge nur um zu saufen.
Wenn man mehr und mehr Dinge unternimmt bei denen saufen völlig unangebracht ist (und schon immer war) fehl halt nix.
Saufdruck hab ich natürlich ab und zu mal. Aber der geht auch wieder vorbei.
In den letzten Monaten hatte ich keine einzige Situation wo ich dachte ‚ach Mensch, mit Alkohol wäre das jetzt schöner gewesen‘. Und so soll das bleiben.
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Ja aber für ihn ist es kein Grund aufzuhören obwohl er immer sagt er möchte es.
Das tut mir echt leid, wundert mich aber nicht. Ich selbst bin mal besoffen vom Barhocker gestürzt und hatte ein Schädel Hirn Trauma mit Intensivstation. Zwei Wochen später saß ich wieder sturzbetrunken auf eben diesem Hocker.
Nasse Alkoholiker reden sich die Situation schön. Bei manchen macht es irgendwann Klick bei anderen nicht.
Mein Anlass war viel weniger dramatisch als das Schädel Hirn Trauma. Ich hatte mein Handy verloren und es wurde an einem Ort gefunden an dem ich meines Wissens gar nicht war. In diesem Moment dachte ich ‚Schluss aus, jetzt reichts- ich trinke nicht mehr!‘.
Das kam nicht von außen oder von Symptomen. Ja der Durchfall hat genervt, die Sprachstörungen hatten ‚nichts mit Alkohol zu tun‘ die Stimmungsschwankungen bildeten sich andere ein, die konzentrationsstörungen kamen vom Stress. Was einem halt so einfällt um ohne schlechtes Gewissen weiter trinken zu können. Und man hätte mir 1000 mal erklären können, dass meine Symptome vom saufen kommen und dass ein Bänderriss, eine Platzwunde und am Ende ein Schädel Hirn Trauma darauf schließen lassen, dass ich mich in Gefahr bringe. Nichts davon hätte mich daran gehindert weiter zu saufen. Nicht mal meine weinende Tochter die mich mit Hilfe ihrer Therapeutin konfrontiert hat. Da habe ich auch noch aggressiv reagiert- dafür schäme ich mich heute noch zu Tode!Ihr Angehörigen kämpft da echt gegen Windmühlen und das tut mir unendlich leid.
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Ich denke immer irgendwann müssen sich doch schwere körperliche Symptome zeigen.
Wortfindungsstörung, chronischer Durchfall, konzentrationsschwäche und offenbar auch eingeschränktes Denkvermögen sind für mich schon recht harte Symptome.
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Ich kann es von mir selbst sagen. Durchfall hatte ich nach ca. 10 Jahren wirklich exzessivem Saufen auch fast immer. Meine Tochter meldete mir auch extreme Stimmungsschwankungen rück und in den letzten Jahren hatte ich seltsame Sprachstörungen- ganz leicht wie stottern. Besonders an katertagen war das da. Andere merkten es kaum aber mir fiel es auf. Ich dachte ernsthaft über einen Hirntumor nach, aber nach 2-3 Monaten Abstinenz war das komplett weg.
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Aber jetzt merke ich das ich mal eine Pause brauch
Gut dass du das spürst. Nimm dir die Pausen. Nichts hat Eile- auch wenn du bestimmt die unangenehmen Dinge schnell hinter dich bringen möchtest. Deine Trauer in deinem ganz eigenen Tempo ist jetzt wichtig. Das ist harte Arbeit und braucht auch Pausen.