Ganz einfach: Die Abstinenz hat dir so gut getan, körperlich und seelisch, dass Du "einfach" so weitermachen möchtest. Fertig. Ist ja nicht gelogen (finde ich immer am einfachsten und außerdem ist mir der aufrechte Gang lieber), nur nicht die ganze Wahrheit.
Exakt so formuliere ich es auch. Sehr sehr enge Personen bekommen schon die ganze Wahrheit- aber die konnte ich nur in Scheibchen servieren. Ja die Scham ist sehr groß und umso schöner, wenn man nach ein paar Monaten merkt, wie befreiend es ist, niemandem mehr was vormachen zu müssen. Was sie sehen ist das was es ist. Nicht eine Säuferin, die sich ständig zusammenreißt, verstellt, Pfefferminze kaut gegen die fahne. Die ständig denkt ‚wenn ihr wüsstet‘.
Und nebenbei erkennt man noch, wer die wirklich nahen Personen sind. Bei einigen ging das ‚ich glaube ich bin süchtig‘ ganz leicht, bei anderen bleibt es bei ‚ich trinke gerade nichts‘. Daran kann ich die Tiefe der Beziehung ablesen.
Was du von deinem Freundeskreis schreibst klingt gut- hier im Forum gibt es einige, die Freunde verloren haben, weil es ohne Trinken keine Gemeinsamkeiten mehr gab.