Beiträge von AnnaBlume

    Sei offen und ehrlich zu den Hilfen! Ich höre raus, dass du ihn immer noch ‚schützt‘- aus Angst oder noch festhängender Loyalität kann ich nicht beurteilen. Die Hilfe ist für dein Kind da und damit auch für dich. Sie werden dich bei einer Trennung unterstützen. Ich lese da keine Liebe mehr raus nur Angst und Sorge etwas falsch zu machen. Lass dir bitte wirklich helfen und nimm keine Rücksicht mehr auf ihn.

    Ich vermute, dass viele ältere Ärzte da irgendwie andere Maßstäbe anlegen- vielleicht weil viele sonst selbst erkennen müssten, dass sie über ‚zeitweise problematisch‘ längst raus sind.

    Diese Bagatellisierung habe ich bei einem Radiologen erlebt. Nach einem CT mit deutlich sichtbarer Fettleber, knuffte mich der Arzt kumpelhaft in die Seite und sagte schmunzelnd ‚na, gelebt haben wir gut‘.
    Damals war ich heilfroh nicht ‚erwischt‘ worden zu sein, weil ich pitschnass war.

    Irgendwie fehlt das Kapitel Alkoholsucht in der Ausbildung für Ärzte- obwohl die Krankheit doch weiß Gott nicht selten und schon gar nicht harmlos ist!

    Ich lese, dass selbst in der kurzen Zeit in der du hier deine Bedingungen schreibst, ein klitzekleines Aufweichen stattfindet.
    Erst soll er nie mehr trinken, jetzt nicht mehr in der Wohnung.

    Du solltest für dich festlegen, was genau ein Verstoß gegen die Abmachung ist und was die direkte Konsequenz. Aurora hat schon ein Szenario genannt, ich verkleinere das mal auf eine Fahne. Reicht das schon?
    Deine Hoffnung ist tragisch aber völlig verständlich und ich glaube zu erkennen, dass vor allem du selbst ihn nicht verlieren willst.

    Dein Sohn wird auch getrennt einen Weg finden, eine Beziehung zu seinem Vater zu haben. Keiner kann vorhersagen ob für ihn eine Trennung schädlicher ist als die jetzige Situation.

    Ich hätte es besser gefunden, wenn mein Vater sich getrennt und uns alleine groß gezogen hätte. Wenn ein Elternteil nicht hilfreich ist, ist es eben manchmal besser ohne. Du machst ja schon alles alleine- welche Stellung nimmt er dann noch ein?

    Vertrackte Situation. Ich hoffe du findest einen guten Weg für dich.

    Ich finde deine Gedanken zu ‚hätte man ihm doch mehr angesehen‘ völlig verständlich.

    Leider verbinden viele Menschen - darunter auch Ärzte- Alkoholiker sein eben mit diesen von dir genannten Symptomen. Wie falsch das ist, sieht man bei deinem Mann.

    Aber selbst wenn alle Welt es gesehen hätte und er von allen Seiten Warnungen und Hilfsangebote bekommen hätte, hätte das nicht automatisch seinen Weg geändert.

    Bei mir wurde auch versucht, den Karren von außen rum zu reißen- ohne jeden Effekt.

    Ein hätte hätte führt also auch immer zu der gleichen Stelle. Es ist einfach traurig, dass die Sucht ihn so hart im Griff hatte, dass er eben nicht mehr wenden konnte.

    Vielleicht dominiert in deinem Gedanken irgendwann wieder die gesündere Zeit mit schönen Erlebnissen. Das wünsche ich dir, aber das braucht Zeit. Nimm sie dir.

    Ich finde nicht dumm, dass du dir Hoffnungen gemacht hast. Jetzt hat die harte Realität zugeschlagen und vielleicht muss sie das noch ein paar Mal, bis die Erkenntnis vom Kopf in den Bauch wandert.
    Verurteile dich nicht. Jede in ihrem Tempo.

    Ich finde den Spruch echt gut.

    Das klingt himmlisch mit deinem Familienleben, aber sei gewappnet, dass es da auch andere Tage geben wird.

    Die Kinder spüren die Veränderung deutlich und wollen jetzt alles richtig machen, damit es so bleibt. Wenn alles gut läuft, wird die ‚neue Mama‘ irgendwann selbstverständlich und sie werden wieder tun was Kinder halt so tun- herausfordern!

    Aber genieße erst mal die schöne Zeit und schaffe dir dein Steinhaus-Fundament.

    Mein Exmann war zwar kein Alkoholiker aber diese Gefühle, die du gerade beschreibst, kenne ich vom Anfang meiner Trennung auch. Alles hatte er bestimmt- die Wohnungsgestaltung, das Fernsehprogramm, welche Cafés ‚angesagt‘ sind, was ‚man kauft‘ was ‚man macht‘.

    Nach und nach habe ich wieder zu meinen Wünschen und Vorlieben gefunden, aber das hat lange gedauert. Genieße diese Entdeckungsreise und sei gespannt wo deine Nase dich noch hin führt. Machste toll!!!

    Alles ist mir noch so fremd. Was vor dem Alk automatisch ablief hinterfrage ich ständig. Habe mich ein Stück weit verloren und weiss nicht wo ich mich wiederfinden soll.

    Das Gefühl kenne ich. Ich fühlte mich am Anfang der Abstinenz erst mal euphorisch, dann auch wieder ganz komisch verletzlich, dünnhäutig und irgendwie wund.

    Ich war vorher schon in Therapie und habe das einfach weiter gemacht. Ob mit oder ohne- Geduld ist hier gefragt und glaub mir- das ist absolut nicht meine Stärke.
    Aber nach zwei Jahren Nüchternheit und einigen Tiefen, ist meine Haut wieder dicker und ich erkenne mich wieder. Das war ein schleichender Prozess.

    Nimm dir alle Unterstützung die du brauchst und hab Geduld.

    Richte deinen Fokus weg von ihm, zurück auf dich. Das ist ganz sicher nicht leicht- deine Gedanken kreisen seit langer Zeit um ihn.

    Trinkt er? Geht es ihm gut? Liebt er mich noch?

    Lass das los! Es ist irrelevant für dich. Was machst du gerne, wo willst du hin, wie willst du leben? Welche Menschen möchtest du um dich haben?

    Sieh es so: Die Zeit und Energie, die du in ihn gesteckt hast, kannst du für so viel schöneres verwenden!
    Du kannst ihm nicht helfen- nur dir selbst. Ich weiß, dass das fürchterlich schwer ist, aber es ist eine Chance. Nutze sie!

    Offenbar bist du in einem Umfeld groß geworden in dem Männer sehr mittelpünktig gesehen werden.
    So was prägt mehr als einem lieb ist und du denkst sogar, dass du einen ‚Berechtigungsschein‘ deines Mannes für starke Gefühle brauchst. Nö!

    Deine Gefühle gehören dir und wenn du sie äußern möchtest, tust du es. Er muss schauen wie er damit klar kommt.

    Du änderst gerade dein Leben radikal und das ist auch für deinen Partner nicht leicht. Geh deinen Weg und schau wie sich das dann ‚zurecht ruckelt‘, aber mach nicht den Fehler ihm zu liebe die Handbremse anzuziehen.

    Wenn es dann nicht mehr passt, kann man sich immer noch trennen.

    Warm halten und gleichzeitig umschauen ist niemandem gegenüber fair.

    Ich glaube da ändert sich aber gerade was. In meiner Jugend galt Saufen bis zum Umfallen als cool. Gerade wir feministisch angehauchten Mädchen wollten da in nix nachstehen und erzählten laut und prahlerisch von unseren Exzessen.
    Bei der Clique meiner Tochter ist das völlig anders- da wird schon auch mal Bier getrunken, aber wenn jemand auf einer Party rum fällt, wird gefragt was los ist, ob alles ok ist bei ihm.
    Das gefällt mir sehr gut. Alle wird man dadurch nicht aufhalten, aber zumindest ist so ein Umfeld weniger gefährdend als meins damals.

    Verlange nicht zu viel von dir. Ratschläge bedeuten nicht, dass alles sofort umgesetzt werden muss. Du leistest gerade sehr viel. Es ist einfach gut zu wissen, dass du eigentlich niemandem eine Erklärung schuldig bist.
    Bei mir weiß nur das engste Umfeld, dass ich Alkoholikerin bin. Bei allen anderen genügt ein ‚Nein Danke ich trinke keinen Alkohol‘ oder ‚ich komme nicht‘. Fertig.

    Da für sich den richtigen Weg zu finden dauert eine Weile.

    Erst mal super, dass du das hier teilst! Ich dachte sofort:‘Schade, dass dieser nette Mann, der ihr so gut den Rücken stärkt, so oft weg ist.‘

    Aber wir müssen ja eh letztendlich alleine die Verantwortung für unsere Abstinenz tragen.

    Was ich zu Beginn meiner Abstinenz lernen musste, war, dass ich mich oft gegen Erwartungen aus meinem Umfeld stellen musste. Das war nicht leicht und ich lese das bei dir auch. Irgendwann wirst du keine Ausrede mehr brauchen, wenn deine Kinder alleine zum Kindergeburtstag gehen (was völlig normal ist in meiner Welt), sondern ein einfaches ‚Nein‘ genügt oft. Dein Mann geht ja auch nicht hin.

    Ich finde gut, dass du mit der Pflegeleitung sprichst und schreibe weiter hier von deinen Triggern- die sind noch sehr präsent und schreiben hilft.