Rennschnecke - bin froh, hier zu sein

  • Hallo Rennschnecke,


    bitte frage mich nicht warum.
    Ich hatte plötzlich den Wunsch, dir einfach ein liebes Hallo in deinem Faden dazulassen.

    LG Kyra

    Mein Weg in die Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit begann am 26.11.2025 und endet mit mir.

  • Vielen Dank, liebe Kyra! 🥰

    Dein Gruß hat mich daran erinnert, dass in meinem Faden noch ein halbfertiger Beitrag von mir in der Entwurfsversion schlummerte, den ich nun endlich mal fertigstellen und veröffentlichen möchte:

    Erst noch einmal danke für die lieben Reaktionen zu meinem nachträglich erwähnten 2,5-Jährigen. Normalerweise lade ich nicht zum Gratulieren ein, aber diesmal habe ich es wohl gebraucht. 😉 Konnte selbst kaum glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist und sich eine zufriedene Trockenheit eingestellt hat.

    Was mich in letzter Zeit beschäftigt hat:

    Als kürzlich eine relativ neue Teilnehmerin von der DIagnose ihres Psychiaters berichtete (laut ihm, entgegen ihrer eigenen Erkenntnis, "nur" Missbrauch, nicht Sucht), ratterte es plötzlich bei mir:

    Hatte sich nicht seinerzeit der Oberarzt beim Aufnahmegespräch in der Reha über die Diagnose meines überweisenden Psychiaters gewundert, weil da wohl nicht genau der ICD-Schlüssel stand, den er erwartete?

    Das hat mich nun ungefähr 2 Tage lang beschäftigt, aber auch wieder nicht so sehr, dass ich die Unterlagen hervorgekramt und nachgeschaut hätte, was da tatsächlich stand.

    Dann wurde mir klar: Da war kurzzeitig der unverbesserliche Teil meines Hirns, das Suchthirn, angesprungen und hatte Morgenluft gewittert: Vielleicht war es bei mir ja doch noch nicht so schlimm?

    Ja ne, is klar ...

    Dann kam die alte Gewissheit wieder durch, die mich zu meinem Abstinenzwunsch geführt hatte und mich auch in meiner Reha, angesichts ähnlicher Äußerungen z. B. von "Wiederholungstätern", unbeirrt meinen Weg hat gehen lassen: Die Sucht beginnt lange, bevor es "auffällig, peinlich oder irgendwie gefährlich" scheint.

    Kontrollverluste waren mir zwar noch erspart geblieben, dafür war ich aber schon so lange so felsenfest davon überzeugt gewesen, den Alk zu "brauchen" , dass ich nie auch nur eine einzige Trinkpause versucht habe.

    Und mein Konsum hatte sich über die Jahrzehnte(!) langsam aber sicher zu erstaunlichen Mengen gesteigert, Narkosen wirkten nicht mehr richtig, die gesundheitlichen Folgen wurden immer offensichtlicher usw.

    Mag sein, dass nur theoretisch bewanderte Ärzte "ihre" Alkoholiker erst in einem fortgeschritteneren Stadium kennenlernen und dies dann als Maßstab nehmen (mein Psychiater hatte auch mal auf einer Entgiftungsstation gearbeitet).

    Nicht umsonst wird hier im Forum der Standpunkt vertreten, dass nur die betroffene Person selbst wissen kann, ob sie bereits unumkehrbar süchtig ist.

    Das muste ich mir wohl noch mal zu Gemüte führen und wollte es hier in meinem Faden festhalten.

    Wie es aktuell, abgesehen von meiner Trockenheit, bei mir aussieht (Thema Selbstfürsorge: Nachsitzen!) , schaffe ich dann vermutlich erst wieder in ein paar Wochen/Monaten aufzuschreiben. 😉

  • Liebe Rennschnecke,

    diesen Versuch des Suchthirns, mich wieder zum Trinken zu animieren mit den Aussagen, dass es bei mir doch nicht so schlimm sei, dass ich überwiegend doch nur abends getrunken hätte, usw., kenne ich auch.
    Ob mich andere als Alkoholikerin sehen, weiß ich nicht.

    Wie du richtigerweise schreibst: Nur man selbst weiß, ob man Alkoholiker ist.
    Und ich weiß, dass ich Alkoholikerin bin, das allein zählt. Also Suchthirn, halt die Klappe.

    Wie es aktuell, abgesehen von meiner Trockenheit, bei mir aussieht (Thema Selbstfürsorge: Nachsitzen!) , schaffe ich dann vermutlich erst wieder in ein paar Wochen/Monaten aufzuschreiben. 😉

    kannst du zumindest kurz schreiben, ob alles im Großen und Ganzen grünen Bereich ist?
    Ich mache mit immer Sorgen bei solchen Ankündigungen. Wenn eine meiner Töchter mir sagt, sie müsse mit mir reden, denke ich sofort an Probleme. Daher fügen sie immer schon an, dass es nichts Schlimmes sei.

    Auf der anderen Seite stelle ich gerade fest, wenn es bei dir nicht so gut läuft und du das nur kurz erwähnst, mache ich mir auch Gedanken.

    Also schreibe nichts. Und ich versuche, gelassener zu werden bei irgendwelchen im Grunde wertfreien Ankündigungen.

    Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag.

    LG Kyra

    Mein Weg in die Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit begann am 26.11.2025 und endet mit mir.

    Einmal editiert, zuletzt von Kyra (27. September 2026 um 11:27)

  • Ich komme auch immer wieder mal an den Punkt zu denken ‚bei mir war es ja noch gar nicht so schlimm‘. Obwohl ich ganz klar Kontrollverlust, Filmrisse und Unfälle im Suff hatte. Meine Leberwerte waren gut, meine Arbeit erledigte ich gewissenhaft, von außen merkte man mir nix an- außer man sah mich in Kneipen rumfallen, aber das waren Kneipen für Trinker und da ist es nix besonderes.

    Nein. Alkoholiker ist man genau wie hier geschrieben, wenn man es selbst so empfindet. Bei Selbsttests war das Ergebnis auch immer eindeutig.

    Selten lese ich hier von Menschen die wirklich die seltsamen Kriterien einiger Ärzte erfüllen. Und doch sind wir alle Alkoholiker und es ist elementar, die absolute Nüchternheit als hohes Gut zu betrachten.

    Glückwunsch auch von mir- meine 2,5 sind auch bald geschafft. Ich lese dich gern!

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