Beiträge von AnnaBlume

    Hast du ihm ein Datum gesetzt? Es klingt alles wirklich furchtbar und er muss gehen!

    Setze ihm eine Frist und wenn er sie nicht einhält wende dich ans Jugendamt bevor die Lage noch mehr eskaliert und am Ende am allermeisten das Kind leidet!
    Und eins noch: wer einmal handgreiflich war wird es immer wieder tun- wenn er sich genug in die Ecke gedrängt fühlt wird er kippen. Bitte schütze dich und hole unbeteiligte dazu!

    Uii, warum so angefasst?

    Weil Du es ab und zu drauf anlegst Hartmut . Ich weiß was dahinter steckt- in Watte packen hat noch keinem geholfen, Finger auf die Gefahrstellen legen usw. Ich habe großen Respekt vor Deiner Erfahrung und sehe Dein großes Standing hier. Dennoch empfinde ich die Art wie Du schreibst oftmals etwas grob und belehrend und auch auf die Gefahr hin, dass Dir das jetzt so gar nicht gefällt ist es irgendwo der bekannte Ton den Mansplaining. Hilft halt nicht bei jedem. Bei mir löst das auch eher Trotz aus- obwohl du sehr wahrscheinlich inhaltlich völlig richtig liegst. Aber der Ton spielt halt auch ne Rolle.
    Wie gesagt inhaltlich gebe ich Hartmut recht und es ist sicher für Dich Naira besser, wenn du jede Deiner Vorhaben nochmal darauf hin prüfst, ob du dich wirklich dem Risiko bzw. der Belastung aussetzen willst. Im Zweifel lieber weg bleiben. Man muss viel weniger als man denkt.

    Ok aber wie lange hat diese Motivation angehalten? Vielleicht will er es ja wirklich schaffen, aber dann alleine und nicht für dich. Er weiß was er tun muss und muss jetzt alleine den Weg gehen. Ich verstehe Dich sehr gut, aber mache mir Sorgen, dass Du Dich selbst aus den Augen verlierst…
    Versuche so viel Abstand wie möglich zu halten.

    Seit der Rückkehr aus der Klinik habe ich extremst darauf geachtet, wirklich bei mir zu bleiben,ich-Botschaften senden, wenig bis gar keine Kritik zu äussern, zuerst ihn verstehen und dann verstanden zu werden,

    Bei sich sein heißt nicht ich - Botschaften und keine Kritik sondern wirklich zu fragen ‚was brauche ich denn?‘

    Er hat mit viel Hilfe entzogen und ist gleich wieder rückfällig. Er ist also noch nicht bereit. Die Vorwürfe und das Geschimpfe kannst du getrost vergessen- er weiß dass der Alkohol gerade alles kaputt macht, aber den hat er ja gerade so lieb, also muss ein neuer Schuldiger her und das bist Du. Lass ihn los. Du musst dir das nicht mehr geben und Hoffnung ist da gerade keine so leid es mir tut. Wo soll plötzlich der Sinneswandel her kommen?

    Was du von deiner Familie erzählst klingt traurig. Vielleicht ist es gut, dass du da nicht so rein passt und anders bist. Dieser schmale grad zwischen Abgrenzung und Harmonie ist glaube ich für jeden schwer und für dich mit deinem Hintergrund besonders. Aber Du scheinst da auf einem guten Weg zu sein.

    Sei dir bewusst dass dich hier niemand persönlich kennt, dich also niemand bestimmen kann. Und um wirklich ausgeschlossen zu werden muss man wahrscheinlich ordentlich Regeln verletzen- ich glaube das hast du nicht vor. Von daher ist dies ein sicherer Ort.

    Ja es erfordert manchmal Überwindung klar zu sagen ‚Ja ihr alle macht es so- ich eben anders‘. Wenn ich mich dazu durchringe ist es erstaunlicherweise so, dass das, was mir ein riesen Kopfzerbrechen bereitet hat, bei anderen gar nicht riesig ankommt und die Antwort ist oft ein völlig entspanntes ‚ok‘.

    Außerdem ist es gut und richtig sich den Raum zu nehmen der einem zusteht.

    Es ist heute so normal auf Veganer, Menschen die koscher oder halal essen und/oder Unverträglichkeiten haben einzugehen- da haben auch Menschen ihren festen Platz, die keinen Alkohol zu sich nehmen wollen. Orte wo das nicht möglich ist stelle ich mir sowieso recht ruppig vor (ich habe gerade ein Bild von stiernackigen Männern im Kopf die um ein Lagerfeuer sitzen, fleischkeulen aus der Hand essen und dazu Bier aus großen Krügen trinken- jo sollen sie machen… 😂).
    Nur Mut!

    Ach Naira. Ich mochte den Text und ich glaube er hat sehr viel mit dir zu tun, weil er dich angesprochen hat. Ich glaube niemand wollte dir verbieten etwas zu schreiben oder nicht, sondern man wird hier öfter mal auf Dinge gestupst, die man unbewusst zwischen den Zeilen schreibt.

    Und das war eben, dass du eine Distanz geschaffen hast zwischen dir und dieser blöden Phase des Bereuens, dass man nicht trinken ‚darf‘. Ich kann Dir nur persönlich von mir sagen, dass ich zwar durchaus froh bin, dass ich nicht mehr trinken muss- aber ab und zu erwische ich mich doch bei dem Gedanken ‚ach wenn ich jetzt ganz normal ein Glas Wein trinken könnte‘. Aber nein. Kann ich nicht. Weil es- selbst wenn es diesmal sogar bei dem einen Glas bleiben würde- sehr schnell sehr viele Gläser sind. Und das will ich nicht. Ich glaube du machst deine Sache gut. Aber vielleicht fällt dir genauso schwer wie mir diesen Zwiespalt auszuhalten. Einerseits Glück dass man raus ist und Freude über die eigenen Fortschritte und dann wieder diese bescheuerten ‚ich darf nicht‘ Gedanken. Vielleicht ist es ja bei dir manchmal auch so und einige hier hatten Sorge, dass Du es vor Dir selbst vielleicht schwer zugeben kannst- was völlig verständlich aber für dich risikobehaftet wäre. Aber das ist nur Spekulation- du allein weißt was in Dir vorgeht.

    Mit der Angst ausgeschlossen zu werden hast Du wirklich ein Thema. Da treffen wir uns wenn die Zeit dafür gekommen ist im geschützten Bereich und dann erzählst du da mal drüber, wenn es dir dort lieber ist. Bis dahin fühl dich mal umarmt!

    Mir geht es gut! Ich bin übers Wochenende bei Verwandten beim Umzug helfen. Nüchternheit läuft top- ich bin auch endlich nicht mehr ganz so erkältet.

    Muss jetzt schlafen- morgen geht es um 8 los mit räumen. Freu mich aber weil ich morgen einige Cousinen treffe die ich nicht oft sehe. Abends gehen wir essen, aber da herrscht kein alkoholalarm- die trinken schon immer selten. Also alles ganz entspannt.

    Danke fürs Fragen Naira - ich schau mal gleich in Deinem Thread vorbei…

    Liebe Micaela,

    Das klingt jetzt total komisch, aber das erste was ich bei Deinem Text gedacht habe war ‚Glück gehabt‘- denn wenn ich das mit anderen Texten von Partnerinnen (ja es sind meist Frauen die hier als Angehörige schreiben) vergleiche, hast Du das Glück, dass er von alleine die Wohnung verlassen hat. Wenn Du die Kämpfe der vielen Angehörigen liest, die sie bis zur völligen Erschöpfung kämpfen, bist Du schon einen Schritt weiter. Er ist weg und das ist gut so.

    Ich bin Alkoholerin. Auch nass konnte ich lieben, aber für einen Partner trocken werden hätte niemals funktioniert und zur Trennung geführt- egal wie groß diese Liebe ist.

    Wir müssen es selbst begreifen- das passiert bei vielen aber leider nie.

    Es tut mir trotz ‚Glück‘ sehr leid was dir da passiert- bitte denke nicht dass es auch nur einen Millimeter an Dir liegt!

    Ich finde es grundsätzlich gut auch offiziell Hilfe vom JA anzunehmen. Als anschwärzen empfinde ich es nicht- es entspricht ja den Tatsachen. Ich hätte nur etwas Sorge, dass es bei ihm und auch bei seinen Eltern zu extremem Ärger führt, wenn jetzt sofort der offizielle Weg gegangen wird.

    Vielleicht erst mal klar und direkt.‘Ich möchte dass du am Tag xy hier raus bist.Wenn Du es nicht selbst schaffst hole ich mir Hilfe‘. Das gleiche zu seinen Eltern ‚Er soll am xy in seine Wohnung ziehen- ich werde nicht dabei sein um dem kleinen den Auszug zu ersparen. Schafft ihr den Umzug mit ihm oder soll ich das JA bitten mich zu unterstützen?‘.

    Ganz neutral- das soll auf keinen Fall als Drohung verstanden werden.

    Ist er schon mal aggressiv geworden? Kann immer sein wenn sich ein Abhängiger in die Enge getrieben fühlt…

    Schütze Dich und Dein Kind unbedingt selbst. Falls er aggressiv wird kann die Polizei ihn der Wohnung verweisen. Ich würde aber erst den ruhigen Weg versuchen…

    Ich merke oft dass meine Bedürfnisse genau dann nicht angenommen werden, wenn ich mir selbst nicht so richtig glaube. Vielleicht kennst du das. Du formulierst vorsichtig ein Bedürfnis, aber gleichzeitig denkst du ‚darf ich das?‘

    Wenn ich mir ganz sicher bin, dass ich etwas mit guten Gewissen verlangen kann, dann nimmt man mir das auch ab. Passiert immer öfter. ..

    Ich finde in Deiner Konstellation etwas ungünstig, dass ausgerechnet seine Eltern den Umzug bewerkstelligen sollen. Sie haben wahrscheinlich ein gewisses Interesse daran dass er bei dir in ordentlichen Verhältnissen bleibt statt sich in seiner Wohnung völlig fallen zu lassen. Genau das letztere muss aber geschehen. Kennst du wirklich niemanden mit einigermaßen Muskelkraft und Auto, der ihn da raus zerrt?

    Zu reden gibt es da nichts mehr. Tu das dir und dem Kind nicht länger an. Ob seine Wohnung bewohnbar ist oder nicht kann dir egal sein. Du hast alles getan was du für ihn tun konntest und jetzt musst du dich und dein Kind retten. Sollte ein Wunder geschehen und er trocken werden ist die räumliche Trennung für einen Neuanfang auch erst mal besser. Mach dir klar dass diese Situation Deinem Kind schadet. Setze ihm ein Datum. ‚Ich möchte dass du bis xy ausgezogen bist‘. Falls wirklich nur die Eltern als Umzugshelfer bleiben- sprich das Datum mit ihnen ab und NEIN sie kommen nicht zum reden und helfen- sie kommen um ihren Sohn umzupflanzen weil er das alleine nicht mehr hinbekommt. Am besten du bist an diesem Datum nicht da- und euer Sohn schon gar nicht. Ich weiß dass das furchtbar hart klingt aber nur so schützt du dich vor dem ‚einknicken‘.

    Ich habe gerade ein wenig gelesen in deinem thread Rina und echt viele Parallelen entdeckt. Auch ich wollte plötzlich Noise Cancelling Kopfhörer und habe auch den bevorzugten Musikstil verändert. Früher diente Musik dazu sich vor dem ‚Feiern‘ aufzupushen oder sich im eigenen Leid zu suhlen. Jetzt höre ich ruhigere Sachen- sogar auch mal Klassik. Überhaupt dient die Musik weniger meinem Image, als dass sie einfach meine Stimmung unterstreicht.
    Es ist schön beim Gassi gehen am Abend Klaviermusik zu hören. Das verschafft der Umgebung so einen Zauber und meinen Hund finde ich bei Klaviermusik irgendwie auch besonders süß.

    Jetzt werde ich auf meine alten Tage noch romantisch 🫣

    Hab gerade nachgezählt 150 Tage!!! Wow!

    Bin sehr stolz und erwische mich dabei zu überlegen wie viele Filmrisse ich meinem Gehirn erspart habe. Ca. 20?

    Ich muss ja plötzlich super Hirn sein 😂

    Immerhin bin ich wach und vergesse nicht dauernd Termine- trotz Erkältung bin ich fitter im Kopf.

    Heute im Spiegel ist ein alter Artikel von Januar 2023 über Alkoholismus bei Frauen. Er ist etwas oberflächlich geraten, aber in dieser pseudo feministischen Attitüde ‚schicker Wein am Feierabend‘ erkenne ich mein saufendes ich in manchen Phasen schon wieder.

    Nur weil der Wein teuer, das Glas hübsch ist und dabei noch ein Buch auf dem Tisch liegt, ist das Trinken ja nicht plötzlich was völlig anderes. Das waren meine Versuche ‚kultiviert‘ zu trinken. Die Flasche war am Ende auch mit Chichi leer und wenn ich dann nicht genug hatte bin ich in die Kneipe weiter gezogen. Das war so weit weg von Chichi wie nur was, aber im Kern ging es um das selbe- Alkohol.

    Ich bin eine überzeugte Feministin, aber das heißt nicht dass man dringend den statistischen Gap zwischen Männern und Frauen in selbstschädigenden Verhalteb ausgleichen muss. Aber irgendwie schwebte diese Idee in mir. So ein Quatsch.
    Dass man ‚nüchtern die bessere Feministin‘ sei- wie im Text so schön gespreizt formuliert wird, kann ich nicht beurteilen.

    Nüchtern ist man halt eine nüchterne Feministin. Klingt nach Crazy Cat Lady- fühlt sich aber gut an!