AnnaBlume - Annas Geschichte

  • Der wurde immer so schnell kalt.

    Und mir war er immer zu lange zu heiß. Konnte ich gar keinen "ordentlichen" Schluck nehmen. ;)

    Habe mir mit meinem Freund jeder immer gleich fünf Bons geholt. Dann musste ich nicht ständig an der Kasse anstehen.

    Danach mussten wir erst mal ins Warme. Was trinken gehen. :/ Hm, seltsam, dass mir da nicht irgendetwas aufgefallen ist.

    Jedenfalls habe ich im ersten, nüchternen Jahr, Weihnachtsmärkte absolut gemieden.

    Letztes Jahr haben meine Freundin und ich dann einen gefunden, bei dem die Wurst- und die Glühweinstände alle an einer Stelle stehen. Da konnten wir entweder drumherum oder schnell durchgehen und hatten dann einen richtig guten Markt. Kann gut sein, dass wir da dieses Jahr nochmal hingehen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Heute im Spiegel ist ein alter Artikel von Januar 2023 über Alkoholismus bei Frauen. Er ist etwas oberflächlich geraten, aber in dieser pseudo feministischen Attitüde ‚schicker Wein am Feierabend‘ erkenne ich mein saufendes ich in manchen Phasen schon wieder.

    Nur weil der Wein teuer, das Glas hübsch ist und dabei noch ein Buch auf dem Tisch liegt, ist das Trinken ja nicht plötzlich was völlig anderes. Das waren meine Versuche ‚kultiviert‘ zu trinken. Die Flasche war am Ende auch mit Chichi leer und wenn ich dann nicht genug hatte bin ich in die Kneipe weiter gezogen. Das war so weit weg von Chichi wie nur was, aber im Kern ging es um das selbe- Alkohol.

    Ich bin eine überzeugte Feministin, aber das heißt nicht dass man dringend den statistischen Gap zwischen Männern und Frauen in selbstschädigenden Verhalteb ausgleichen muss. Aber irgendwie schwebte diese Idee in mir. So ein Quatsch.
    Dass man ‚nüchtern die bessere Feministin‘ sei- wie im Text so schön gespreizt formuliert wird, kann ich nicht beurteilen.

    Nüchtern ist man halt eine nüchterne Feministin. Klingt nach Crazy Cat Lady- fühlt sich aber gut an!

  • Hab gerade nachgezählt 150 Tage!!! Wow!

    Bin sehr stolz und erwische mich dabei zu überlegen wie viele Filmrisse ich meinem Gehirn erspart habe. Ca. 20?

    Ich muss ja plötzlich super Hirn sein 😂

    Immerhin bin ich wach und vergesse nicht dauernd Termine- trotz Erkältung bin ich fitter im Kopf.

  • Herzlichen Glückwunsch zu 150 nüchternen Tagen. 💐

    Jeder nüchterne Tag ist ein guter Tag, auch, wenn irgendwas da mal gar nicht so gut ist.
    Letztendlich geht es um das nüchterne Leben, welches sich Tag für Tag stabilisieren kann. Dazu gehört Achsamkeit und Selbstfürsorge, beides machst du gut, finde ich.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Linde66 30. Oktober 2024 um 11:59

    Hat den Titel des Themas von „AnnaBlume - Annas Geschichte- seit 4 Monaten nüchtern“ zu „AnnaBlume - Annas Geschichte“ geändert.
  • Hallo Anna,

    auch von mir herzlichen Glückwunsch zu 150 trockenen Tagen! Bleib dran. :thumbup:

    Ich habe mal deine Überschrift angepasst, weil die sich ja ständig ändern müsste. :)

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Herzlichen Glückwunsch zu 150 Tagen :) Dann wirst du mir immer 50 Tage voraus sein :)

    Das mit der Feministin könnte auch bisschen von mir sein. Ich wollte auch immer dazu gehören und empfand die Empfehlung, dass Frauen nur die Hälfte von Männern trinken sollten, immer als ungerecht. Habe dann geschaut, dass ich eher mehr als der Mann trinke... Aus heutiger Sicht total schräg. Hab ich wirklich mal sowas Blödes gedacht und gemacht? :/ Leider ja. :oops:

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

  • Hi Anna, herzlichen Glückwunsch zu 150 Tagen nüchtern sein.
    Ich bin auch in die Life Style Sauf Falle getappt. Hauptsache der Rotwein ist Demeter und die Eiswürfel für den Gin Tonic passen zum Glas. Was für ein Selbstbetrug in Wahrheit kam es immer auf die Umdrehungen an. Aber so konnte ich lange Zeit meinen Alkoholkonsum schön reden.
    Auf zu den nächsten nüchternen Tagen

  • Ich habe gerade ein wenig gelesen in deinem thread Rina und echt viele Parallelen entdeckt. Auch ich wollte plötzlich Noise Cancelling Kopfhörer und habe auch den bevorzugten Musikstil verändert. Früher diente Musik dazu sich vor dem ‚Feiern‘ aufzupushen oder sich im eigenen Leid zu suhlen. Jetzt höre ich ruhigere Sachen- sogar auch mal Klassik. Überhaupt dient die Musik weniger meinem Image, als dass sie einfach meine Stimmung unterstreicht.
    Es ist schön beim Gassi gehen am Abend Klaviermusik zu hören. Das verschafft der Umgebung so einen Zauber und meinen Hund finde ich bei Klaviermusik irgendwie auch besonders süß.

    Jetzt werde ich auf meine alten Tage noch romantisch 🫣

  • Hallo Anna.

    Total verspätet ein Herzlich Willkommen von mir :)

    Ich lese die ganze Zeit mit und habe schon in Deinem ersten Beitrag sehr viele Parallelen entdeckt.

    Party machen, peinliche Dinge machen, die nüchtern niemals in Frage gekommen wären, schon seit der Jugend ständig unterwegs gewesen, immer getrunken, außer in Schwangerschaften, Filmrisse, Kinder haben es mitbekommen usw…...

    Ich bin so froh, dass das alles hinter mir ist.

    Glückwunsch zu 150 Tagen in Freiheit!

    Ich lese Dich gern :)


    LG Cadda

  • Hallo Anna,

    ich hoffe Du bist weiterhin Käptn peng Fan. Ich werde mir auf jeden Fall den von Dir empfohlenen Film ansehen. Allein schon wegen Käptn Peng!8)

    Ich finde sowohl die Alkoholiker Geschichten als auch die Erlebnisse der Angehörigen ähneln sich sehr. Jeder belügt sich irgendwie selbst, bis das Kartenhaus einstürzt und erst dann geht es weiter. Desto länger mein Hirn nicht mehr vernebelt ist, desto mehr verstehe ich, was mit nassem Denken gemeint ist. Ich hätte früher wirklich nie gedacht, dass ein abstinentes Leben überhaupt Sinn macht und Spaß erst recht nicht. Tja, das Leben ist Veränderung. Ich bin sehr gespannt, wie unser Weg weiter geht.

    Liebe Grüße Rina

  • Liebe AnnaBlume, wie geht es dir denn?

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

  • Mir geht es gut! Ich bin übers Wochenende bei Verwandten beim Umzug helfen. Nüchternheit läuft top- ich bin auch endlich nicht mehr ganz so erkältet.

    Muss jetzt schlafen- morgen geht es um 8 los mit räumen. Freu mich aber weil ich morgen einige Cousinen treffe die ich nicht oft sehe. Abends gehen wir essen, aber da herrscht kein alkoholalarm- die trinken schon immer selten. Also alles ganz entspannt.

    Danke fürs Fragen Naira - ich schau mal gleich in Deinem Thread vorbei…

  • Es freut mich sehr, daß dir gut geht. Und daß du schon sehr entspannt mit dem Thema Alkohol umgehen kannst. Du bist mir ja immer ca. 50 Tage voraus ;) Deswegen macht es mir immer bei dir besonders viel Mut, bei dir zu lesen :)

    Vielen Dank für deine Antwort und viel Spass beim räumen :)

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

  • Ich will auch hier im offenen Bereich mal ein Update da lassen. Ich bin jetzt 6 1/2 Monate nüchtern und fühle mich sehr gut damit. Manchmal habe ich noch suchtdruck in sehr stressigen Situationen oder wenn mich ein Eindruck triggert. Aber nie wirklich stark und sehr kurz. Ich trinke dann sehr saure Zitronenlimo und/oder mache wechselatmung oder gehe mit dem Hund raus.
    Weihnachten rückt näher und das ist bestimmt für alle, für die es auch das erste nüchterne Weihnachten ist, ein Thema.

    Meine Familie habe ich mehrfach gebrieft, dass ich an Weihnachten Saft trinke und früher gehe wenn ich merke dass es mir zu viel wird. Es kann sein dass ich sehr früh gehe aber hier geht es ja um meine Nüchternheit und nicht um irgendwelche Befindlichkeiten.

    Mir hat dieses Forum bis jetzt total geholfen- wenn ich mir gerade diesen Thread nochmal durchlese merke ich, dass das so wie es am Anfang versucht habe, nicht dauerhaft funktioniert hätte. Wichtig war für mich den Satz ‚ich bin Alkoholikerin‘ hier das erste mal zu formulieren. Hier fällt es mir inzwischen leicht- ‚draußen‘ ist es immer noch schwer und ich verwende dort oft ausweichende Formulierungen wie ‚Ich habe ein Problem mit Alkohol‘ oder ‚Ich trinke nicht mehr- es war zu viel‘. Wichtig war auch zu begreifen, dass das Leben nicht dort stattfindet wo viel getrunken wird, sondern dass ich auf Grund meiner Sucht immer auf der Suche nach Trinkanlässen war und dann wurden die Trinkanlässe der Mittelpunkt. Ich musste im Kopf umswitchen von ‚ach ich kann ja noch auf jede Party und muss nur eben alkoholfreies Bier trinken‘ zu ‚was soll ich eigentlich da- ich stehe zwischen besoffenen und halte mich an alkoholfreiem Bier fest‘. Meine Freizeit hat sich total verändert. Statt Freitag Nacht durchzusaufen und den Samstag im Bett zu verbringen - vielleicht abends noch ne Runde und den Sonntag wieder zu verpennen, sind die Wochenenden plötzlich total lang.
    Ich treffe Freunde, gehe in die Therme, mache Sport oder hänge auch einfach mal rum- das musste ich ohne Kater erst lernen.

    Meine Probleme sind nicht alle plötzlich weg aber ich sehe sie klarer und gehe sie an.

    Das allerschönste ist aber, dass meine Jüngste mir immer wieder sagt, wie toll sie es findet, dass ich geschafft habe nüchtern zu werden und wie viel besser ihr diese nüchterne Mutter gefällt.

    Als große Ehre darf ich sogar als ‚Begleitperson‘ auf ihrem 18. Geburtstag sein (der Raum darf nur angemietet werden wenn eine Person über xy Jahre anwesend ist). Das wäre in der nassen Zeit nie passiert (sie hätte Angst gehabt dass ich mich betrinke und peinlich werde) und macht mich sehr stolz.

  • Als große Ehre darf ich sogar als ‚Begleitperson‘ auf ihrem 18. Geburtstag sein

    Das freut mich auf der einen Seite für Dich. Aber wenn ich mich an meinen und eigentlich alle anderen 18. Geburtstage erinnere, geht es da alkoholtechnisch mächtig zur Sache.

    Bei aller Freude. Überlege Dir das nochmal gut. Ich vermute, dass die erwachsene Aufsichtsperson nicht einfach verschwinden darf.

    Ich war auch nach ca. einem halben Jahr auf einem Betriebsfest. Also nach ziemlich genau der Zeit, wie Du jetzt. Nach zwei Stunden war ich sowas von bedient und habe mich auf Französisch verabschiedet.

    Du nimmst es ja auch mit. Mir ist das Betriebsfest heute noch im Kopf. 2 1/2 Jahre später.

    Das von diesem Jahr dafür z. B. nicht mehr.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!