Beiträge von Sonnenschein CoA

    Je mehr Abstand ich habe, desto mehr wird mir bewusst, wie sehr ich von Kind an verraten wurde. Alle wussten von der Erkrankung meines Vaters und alle haben geschwiegen und so getan, als ob alles normal wäre.

    Ich habe von Kind an auf das Schweigen und die Unstimmigkeiten reagiert und wurde dafür meist auch noch bestraft oder runter gemacht. Ich musste sinnlos leiden, nur weil Erwachsene es nicht auf die Reihe bekommen haben, Verantwortung zu übernehmen und Konsequenzen zu ziehen. Das ist gerade echt hart.

    Danke Anthurie,

    diese Sätze geben mir die Motivation für den heutigen Tag und die Bestätigung das richtige für meine Kinder zu tun, trotz allen Sorgen und Qualen die innerlich immer wieder hochkommen.

    Viele Dank für das Teilen!!!!

    Ino bleib stark. Du schaffst das. Schlafmangel trübt unsere Sinne und erzeugt ungute Emotionen. Er wird wieder bessere Tage geben. Gestern war ich auch noch ein Häufchen Elend und heute bin ich wieder auferstanden und bereit für mein Leben. Morgen geht es dir bestimmt besser und wenn nicht, dann schreibst du einfach und wir schicken dir gute Gefühle. Du machst alles richtig und du hältst dir vor Augen, was geschehen ist. Das tut weh, aber so wirst du bei dir bleiben und nicht von Weg ankommen.

    Hallo Rennschnecke,

    Was genau soll sich durch diesen Klinikaufenthalt denn ändern?Auch wenn er bis zum Ende in der Klinik "durchhält", heißt das doch gar nichts, Sonnenschein, zumal er sich ja, wie Du schreibst, nicht einmal wegen seiner Sucht behandeln lässt, sondern "nur" wegen Depression.

    Was soll sich ändern? Er soll sich wieder finden und sein Leben leben wollen und können. Vielleicht hab ich mich nicht klar genug ausgedrückt. Er lässt sich nicht „nur“ wegen Depression behandeln. Das haben die Ärzte so eingestuft. Sie wissen von dem Alkohol und Drogenproblem und er war zwischdurch für eine Woche auf der Suchtstation. Die Ärzte schätzen das anders ein. Auch auf der jetzigen Station muss er regelmäßig und unregelmäßig Blut und Urin abgeben und bei Verdacht pusten. Das wird also nicht komplett vernachlässigt. Mit „Durchhalten“ meinte ich, dass er alles bereitwillig mitmacht. Zimmer teilen mit Fremden und bestimmte Ausgangssperren. Das wäre für mich auch echt schwer so ohne Privatsphäre. Fakt ist, die Ärzte sehen sein Hauptproblem in einer schweren Depression mit Burnout. Daraus resultiert der Alkoholismus, riskante Lebenweisen und Essstörung.

    Und er belügt dich immer noch, stellt schon wieder Forderungen....Und Ihr genießt die Ruhe ohne ihn....

    Er lügt und erzählt Geschichten, wie er es oft getan hat, um sich im besseren Licht dazustellen. Aber ich durchschaue ihn, das ist der Unterschied zu früher. Und ich möchte keinen Geschichtenerzähler mehr.

    Mir gegenüber ist er sehr reumütig und bettelt um eine weitere Chance. Aber Geschäftspartner hat er enttäuscht und geschädigt und das kann er noch nicht begreifen. Da fühlt er sich ungerecht behandeln und stellt Forderungen auf. Das wird ihm noch schmerzhaft bewusst werden müssen. Aber das hat nichts mit mir zutun.

    Hallo Ino,

    schön, dass es euch soweit gut geht. Das mit deiner Tochter tut mir leid. Ich wünsche dir viel Kraft für deine Tochter. In solchen Situationen habe ich meinen Kindern immer gesagt, dass ich immer für sie da bin und sie sich immer darauf verlassen können, egal was passiert. Das hat ihnen Sicherheit gegeben und dafür sind sie mir dankbar und geben ganz viel Liebe zurück. Du schaffst das. Ich drück dich.

    Hallo Ino,

    möchtest du, dass er wieder nach Hause kommt?

    Im Moment, ganz klar nein. Auch die Kinder wollen das nicht. Das haben sie schon ganz klar geäußert. Erst wenn er entlassen wird und nicht, wenn er vorzeitig abbricht hat meine Große gesagt.

    Über alles andere denke ich gerade bewusst nicht nach. Es gibt gerade so viele Variablen, dass ich nichts planen kann.

    Wie geht es dir so? Was gibt es neues?

    Hallo Frankenstein,

    niemand soll das tun, was alle anderen machen! Wir sind alle Individuen und das ist gut so. Jedoch gibt es bestimmt Verhaltensweisen, die sich sehr ähneln und die wir in bestimmten Situationen ähnlich empfinden oder durchleben. Das fängt schon mit der Trotzphase an und geht mit der Pupertät weiter. Jeder der Angst verspürt, wird versteinern oder wegrennen. Keiner wird in so einer Situation ein Clownskostüm anziehen und Witze erzählen. Und das ist genau das, was dir die User mitgeben möchten.

    Ja, du bist individuell und deine Frau ist individuell und deine Kinder auch. Aber die Lebenssituationen ähnelt sich sehr mit anderen.

    Was kannst du tun? Du kannst in deiner Situation verharren, bis du am Ende deiner Kräfte bist und zusätzlich vor einem Scherbenhaufen stehst. Manchmal muss man einfach erst einen Weg gehen, um das Ziel zu sehen. Und ich glaube, du gehst bereits deinen Weg, sonst wärst du nicht hier. Oder du versuchst den Weg abzukürzen und zu reflektieren. Gibt es nicht doch Parallelen, zu dem was dir gesagt wird und zu dem was zu Hause passiert?

    Ich habe auch gedacht bei uns ist alles anders und wir sind Seelenverwandte und es wird nicht eskalieren. Ich war von den negativen Aussichten und den von mir verstandenen Anfeindungen auch vor den Kopf geschlagen. Aber hier will dir keiner was böses. Fakt ist: Mein Mann ist in der Klinik, aber erst nachdem er alles verloren hatte und ich zudem die Beziehung als gescheitert erklärt habe. Ich stehe vor einem riesigen Scherbenhaufen. Die Kinder haben unter der Situation sehr gelitten, was uns allen erst im Laufe der Zeit bewusst geworden ist. Kleine Verhaltensweisen z.B. wie das nur bestimmte Freunde eingeladen wurden, weil man sich für den Vater geschämt hat. Dazu kommt ganz viel Wut, Enttäuschung und Trauer. Das macht etwas mit den Kindern. Und das macht etwas mit dir. Vielleicht stellst du mal deine Antennen ein bisschen sensibler ein, anstatt wegzusehen und dann wirst du sehen, was wirklich abgeht.

    Das ist nicht böse gemeint, aber mit der Zeit kannst vieles anders einordnen.

    Hallo Ino,

    danke der Nachfrage.

    Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht. Er ist jetzt seit 5 Wochen in der Klinik. Er wird aber nicht wegen Sucht behandelt, sondern in erster Linie wegen Depression. Das hat mich verunsichert und ich musste lange drauf rumdenken. Wir telefonieren mittlerweile täglich und 1x die Woche fahre ich ihn mit den Kindern besuchen. Zwischendurch habe ich das Gefühl, dass sich alles bessert. Ganz langsam. Er hat inzwischen fast 10 Kilo zugenommen und versucht seine Fitness auf Vordermann zu bringen. Heute habe ich zum ersten Mal wieder etwas an gewohnter Attraktivität wahrgenommen. Und dann gibt es andererseits am Telefon Kommentare, die mich zutiefst verunsichern und dann sofort wieder alle Lampen angegeben und alle Vorhänge zugehen. Auch ertappe ich ihn immer noch immer wieder beim Lügen. Und dann sind ihm die Konsequenzen seines Absturzes noch nicht voll Bewusst. Ich würde mich zutiefst schämen und im Boden versinken, bei dem was er anderen mit seinem Handeln angetan hat. Statt dessen stellt er Forderungen und sieht nicht, dass ihm mehr entgegen gekommen wird, als notwendig.

    Dann gibt es Tage wo ich über die verlorene Liebe Trauer. An anderen Tagen bin ich nur wütend, weil ich auf der beruflichen Ebene immer wieder mit seinem Fehlverhalten der letzten 2 Jahre konfrontiert bin. Das ist manchmal kaum auszuhalten. Dann bin ich wütend darüber, was er mir angetan hat und das er jetzt in seiner rosa Blase in der Klinik sitzt und ich mich dem allen stellen muss. Dann die vielen Fragen von Freunde, Nachbarn, Verwandten, Bekannten, Kunden und Geschäftspartnern. Die meiste Zeit bin ich entspannt und müde. Ich lebe mein Leben mit den Kindern. Bei uns ist Ruhe eingekehrt und niemand muss sich mehr Sorgen machen oder Angst haben. Der einzige Schatten der über uns schwebt ist die Ungewissheit. Wird er die Zeit in der Klinik bis zum Ende ausschöpfen oder vorher abbrechen? Was ist, wenn er wieder Heim kommt? Bei uns ist seit seinem Klinikeinzug alles auf Stillstand umgestellt. Inzwischen wurde er gekündigt, was vieles schwieriger machen wird.

    Ich hänge irgendwie in der Luft. Ich kann es nicht beschreiben.

    Hallo Koda,

    für mich war es so eine erleichterung, als xy tatsächlich ins krankenhaus ging, - aufgenommen wurde - und da erst mal blieb. und sich andere kümmerten. / der rest lag bei ihm, und nur bei ihm.

    So fühle ich mich gerade. Da ich eh schon immer fast alles alleine gemacht habe und er zusätzlich die letzten Monate kaum daheim war, fehlt jetzt nicht wirklich was. Statt dessen braucht sich niemand mehr Sorgen zu machen, in welchem Zustand er Heim kommt oder enttäuscht zu sein, dass er Absprachen nicht eingehalten hat. Wir sind zur Ruhe gekommen.

    Trotzdem wird täglich nach dem Vater gefragt und angerufen. Und für Sonntag ist ein Besuch bei ihm geplant. Sie genießen die Ruhe, aber vermissen ihn auch sehr.

    Die Wahrscheinlickeit, dass er das nächste Jahr trocken bleibt, liegt trotz dieses scheinbaren Tiefpunkts bei 10 bis 20 Prozent, je nach Statistik für Alkoholiker, die aufhören wollen.. Also in dem Glas ist jetzt bestenfalls ein kleiner Schluck drin, um bei Deinem Bild zu bleiben.

    Hallo LK,

    danke für deinen Reminder. 😉

    Trotzdem wünsche ich mir für ihn, dass er es schafft und wieder Freude am Leben findet. Das Glas, was du dort beschreibst ist aber seines aus unserer Perspektive.

    Konzentrierst Du Dich jetzt auf Dich oder wartest Du immer noch, dass er was ändert?
    Du stehst machtlos daneben, das ist so.
    Aber niemand zwingt Dich, Dir das anzutun.
    Natürlich sind manche Dinge zu regeln. Wie bei jeder Trennung.

    Ich warte seit Oktober nicht mehr. Ich ändere seither mein Leben Stück für Stück soweit es mir möglich ist. Ich habe mich um das Seelenwohl meiner Kinder gekümmert, mich in der Arbeit unentbehrlich gemacht und somit Job und Einkommen erhöht und abgesichert. Ich habe Geld gespart für Notfälle, wichtige Papiere geregelt und umgeschrieben, Freunde und Familie eingeweiht, die Wohnverhältnisse klar gestellt, mich anwaltlich beraten lassen und offiziell die Trennung eingereicht. Das alles ändert sich nicht durch seinen Klinikaufenthalt. Es wird deshalb keine Stopp-Taste gedrückt oder zurückgespult.

    Wenn Du jetzt weiter hoffst, dass er sich ändert, und Du dabei bleibst, weil Du es nicht verstehst, kann DIR das noch mehrmals passieren.

    Ich hoffe nicht LK. Ich bin Realist. Und genau deshalb ist die Situation wie sie ist. Natürlich würde ich gerne hoffen, dass er erfolgreich aus der Klinik zurückkommt. Schon allein für meine Kinder. Realistisch betrachtet ist er nun jedoch nur noch Ballast. Auch weiß ich nicht wie groß die geistigen und körperlichen Schäden sind. Er ist mittlerweile nicht mehr in der Lage vernünftig und selbstständig seinen Alltag zu bewältigen. Hinzu kommt, dass er demmächst kein Einkommen mehr hat und für sehr lange Zeit keinen Führerschein. Und dann noch die Strafen und Schadenersatzforderungen, die noch auf ihn zukommen….. ganz abgesehen von der Rückfallgefahr. Ich möchte das nicht noch einmal durchmachen. Nie wieder. Ich wünsche mir, dass er leben will.

    Ich schicke dir, sei es auch lediglich virtuell, viel Kraft und pass auf dich auf ❤️

    gestellt. Mein Mann hat Schwierigkeiten bekommen, auch sein Job verloren und sein Auto ist nicht mehr fahrbar. Gelbe Briefe stapeln sich und bleiben ungeöffnet.

    Ich fühle mich ausgelaugt und meinen Blutdruck spinnt, sehne mich nach Ruhe und Gelassenheit. Bin manchmal sehr wütend und probiere damit umzugehen.
    Eine große Umarmung für dich und bleib stark

    Hallo Ino,

    dann hast du wohl in einem ähnlichen Film mitgespielt, wie ich. 😉

    Ich wünsche dir Kraft und Durchhaltevermögen

    Wir sind nicht allein. Es hat mir wahnsinnig gut getan, zu sehen, wie viele liebe und unterstützende Menschen ich um mich herum habe. Das war mir vorher so nicht bewusst.

    geht er freiwillig in die klinik?

    Hallo Koda,

    ja, er geht freiwillig. Das hat mit mir nichts mehr zutun. Er hat sich auf eigenen Wunsch und aus eigenem Antrieb selbst um einen Platz gekümmert und er wird morgen auch selbst schauen, wie er da hinkommt. Mein einziges Dazutun lag darin, dass ich ihm einen Platz auf dem Sofa für die 5 Tage bis zum Klinikeinzug zum Schlafen gewährt habe, nachdem er kein Geld mehr hatte. Und das auch nur, weil ein Familienfest zu Ehren meiner Tochter stattfand und es ihr wichtig war, dass er dabei ist. Außerdem hätte ich ihn so oder so in die Wohnung lassen müssen.

    Hallo Ino,

    danke der Nachfrage. Ich habe die letzten 7 Tage versucht zu überleben. Mein Mann hat nun scheinbar seinen Tiefpunkt erreicht, was für mich natürlich sehr traumatisch war. Ich möchte hier nicht zu sehr ins Detail gehen, aber er hat an einem Tag ALLES verloren (Arbeit,Auto,Familie,Geld, Führerschein) und hat sich auch noch strafbar gemacht. Das hat mich unheimlich getroffen. Zum einen Scharm, zum anderen Wut, aber auch Trauer und Verzweiflung. Ich habe nun ein paar Tage gebraucht um wieder auf meinen Füßen zu landen. Zeitgleich musste ich funktionieren und handeln um weiteren Schaden für mich und die Kinder abzuwenden, während ich 3 Tage nicht gegessen und kaum geschlafen habe.

    Stand jetzt hat er ab morgen einen Klinikplatz und ich kann erst einmal zur Ruhe kommen und meine Stärke wiederfinden.

    Ich hatte eine Woche lang eine Nebenrolle in einem ganz schlechten Film. Das hatte ich mir so nicht vorgestellt.

    Wie geht es dir Ino? Was gibt es neues bei euch?

    Guten Morgen Ino,

    vielen Dank für deine Worte. Reality Check!!! Das werde ich die nächsten Tage auch tun.

    Heute Morgen bin ich aufgewacht und konnte gerade so eine Panikattacke verhindern. Heute ist der Tag voller Termine und dann ist noch so viel zutun bis zum Familienfest am Wochenende. Ich habe kurz mit meiner Mygi (Amygdala) gesprochen und ihr versichert, dass kein Säbelzahntiger hinter mir her ist und die gefälligst mit dem Quatsch aufhören kann. Dann kurz Realitätscheck gemacht, danke Ino. Und nun werde ich den Tag schon schaukeln und andere in der Arbeit um Hilfe bitten. Und wenn zum Fest am Wochenende nicht alles perfekt ist, geht die Welt auch nicht unter. Wichtig ist nur, dass für meine Kleine alles passend ist.

    Jetzt mach ich mir einen Tee aus meinem Notfallkoffer, nehme eine Dusche und dann schau ich mal, wie ich mich fühle.

    Oh LK, da sind zwei interessante Charaktere aufeinander getroffen. 😉 Da scheinen wir beide an unterschiedlichen Polen zu leben. In deinem Text hört sich „dein Glas immer halb leer an“. Meines ist immer mindestens halb voll. Und wenn es einmal völlig leer sein sollte, dann hat das in meiner Welt einen Sinn, der sich mir noch erschließen wird. Ich bin lebensbejahend. Jeden Tag genießen. Und da gehört es auch dazu, dass man seine Arbeit mag. Da verbringt man schließlich einen Großteil seiner Lebenszeit. Und wenn man unzufrieden ist, muss man was ändern.

    Was würdest du tun wenn du im Lotto gewinnst? Dieses Thema konnte ich mit meinem Mann totdiskutieren. Ich würde trotzdem noch arbeiten gehen, nur weniger. 🫣

    Ich ruf mir dann die anstrengenden Situationen mit xy in Erinnerung, dann ist diese Phase oft vorbei. Oder gehe mit dem Hund, das hilft fast immer 🙂 Hast Du auch so einen "Anker" für solche Momente?

    Hallo EllaDrei,

    Danke für deine Nachricht. Das habe ich heute auch versucht. Die letzten schlimmen Situationen aus dem Hirn gekramt und mir überlegt, wie schlimm es noch werden könnte. Dann alles aus dem Sichtfeld geräumt, was mich triggert. Seinen getragenen Pulli gleich in die Waschmaschine geschmissen, damit er mich nicht wieder zum Schnüffeln verleitet. Dann harte Techno Music an (damit ja nichts kommt, was wieder Tränen verursacht) und dann werkeln und putzen bis zum Umfallen. Einen Hund habe ich leider nicht. Und meine Katzen kommen nur zum Schmusen, weil sie meinen Gemütszustand spüren. Die sind keine große Hilfe bei so was. 🫣😅