Beiträge von Sonnenschein CoA

    Und wie willst Du heute weiter vorgehen?

    Er wird doch sicher ganz selbstverständlich wieder in der Nacht auftauchen. Und dann?

    Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich wird es eine schlaflose Nacht. Ich mach mir erst mal einen Tee.

    Vielleicht schämt er sich und denkt drüber nach und morgen kommt dann eine Nachricht voller Vorwürfe. Davon geh ich jetzt erstmal aus. Ich glaube nicht, dass er gewalttätig wird. Das gibt sein Zustand gar nicht her. Aber er kann mit Worten verletzen. Wenn ich gut drauf bin, kann ich das abprallen lassen. Anderenfalls bin ich im freien Fall.

    Was soll ich tun?

    Hat er wirklich den Schlüssel da gelassen und ist ab- bzw. ausgezogen?

    Nein, eben nicht. Er hat keine Sachen gepackt und auch keinen Schlüssel da gelassen. Ich habe gehofft, dass jetzt etwas Ruhe einkehrt.

    Die Kinder sind nunmal so groß (14 und 17), dass es das Verbergen vor ihnen nicht mehr wirklich gibt. Sie sind nur irritiert, weil für sie der Streit aus dem Nichts kam, schließlich hat er ja gestern nicht getrunken.

    Hallo zusammen,

    ich fühle mich gerade total erschöpft. Mein ganzer Elan ist weg und ich bin wieder einige Etagen tiefer. Mein Tag hat bescheiden angefangen und genau so aufgehört.

    Heute Morgen hab ich den Beweis dafür gefunden, dass mein XY nun nicht nur trinkt, sondern zusätzlich oder statt dessen seit mindestens einer Woche eine andere illegale Droge konsumiert.

    Ich hab ihn direkt meine Erkenntnis mitgeteilt und ihn aufgefordert Seine Sachen zu packen und den Schlüssel dazulassen. Das ich so die Schnauze voll hab von ihm und wir alles weitere über die Anwälte regeln können.

    Er hat das Haus verlassen, als wäre nichts gewesen.

    Dann heute Abend der Termin mit den Kindern bei der Suchtberatungsstelle. War leider für den A……. Hätte ich mir sparen können. Ärgert mich und hat mich runtergezogen.

    Und dann zwischendurch Diskussion mit den Kindern, weil ich nicht sagen will, weshalb es in der Früh Streit gab.

    Und ich häng noch immer oder wieder in der Schwebe. Alles kacke heute.

    Kaettl, das bringt doch nichts. Du kontrollierst und fühlst dich schlecht. Er trinkt trotzdem und lügt dich an und du fühlst dich noch schlechter.

    Wie wäre es verlaufen, wenn du nicht in die Kneipe gegangen wärst, wenn du nicht mit ihm diskutiert hättest und wenn du nicht im Keller nachgeschaut hättest?

    Ich hoffe so sehr, dass er irgendwann nüchtern wird und mir vergibt.
    Mir vergibt, dass ich ihm sein Zuhause, seine Kinder und seine Ehe genommen habe.

    Die beiden Sätze kommen mir total verdreht vor. Wie auf den Kopf gestellt.

    Warum glaubst du, dass du Schuld an irgendetwas hast?

    Er war es doch, der dich in diese Situation gebracht hat. Und du bist von euch beiden die noch einzig vernünftig denkende Erwachsene, die sich und ihre Kinder in Sicherheit bringt.

    Du hast doch auch viel verloren, wegen seiner Sauferei und er macht es sich einfach und betäubt sich weiter. Du musst Entscheidungen treffen und dich den Reaktionen anderer und deinen Gefühlen stellen.

    Mach dich nicht so klein.

    Ich frag mich immer wieder was ich verbrochen habe dass ich schon wieder sooo eine schwere Last zu tragen habe

    Ohhhh, diesen Satz kenn ich auch zugut. 🫣

    Ich hab das irgendwann umformuliert in: Was steht mir noch bevor, dass ich auf so eine harte Probe gestellt werde?

    Inzwischen ist es: Jetzt weiß ich warum ich das alles in den letzten 20 Jahren mitmachen musste. Das hat mich geformt und zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Es hat mich zielstrebig, stark, selbstbewusst und unabhängig gemacht. Vor 20 Jahren wäre ich an meiner jetzigen Situation zerbrochen, ganz klar.

    Kaettl,

    du wirst einen Weg finden, auch in Bezug auf deine Situation mit den Tieren. Da bin ich mir sicher. Vielleicht versuchst du dich mal mit dem Gedanken der Trennung auseinanderzusetzen. Nur im Kopf. Oft kommen dann Lösungen oder ein Problem wird immer kleiner, bis es gar keins mehr ist.

    Und vielleicht solltest du über deine „Hoffnung“ nachdenken. Was ist wenn er aufhört? Bist du bereit den steinigen Weg mit ihm zu gehen? Auch, wenn er sich im Wesen bereits verändert hat und du den Mann auf den du hoffst nie wieder zurück bekommst? Auch wenn er gesundheitlich bereits so mitgenommen ist, dass ein normales altersgerechtes Leben nur noch mit starken Einschränkungen möglich ist? Auch wenn du mit Rückschlägen rechnen musst? Ist das die Hoffnung, die du hast?

    Das kann alles auf dich zukommen.

    Ich persönlich bin Mitte 40 und kerngesund und eigentlich lebensfroh. Ich möchte mein Leben genießen und nicht meine Zeit mit hoffen verschwenden. Die Zukunft, die ich mir vor über 20 Jahren bei meiner Hochzeit ausgemalt habe, ist nicht eingetreten und wird es auch nicht mehr. Ich möchte neu durchstarten und diese bedrückende Enge, die diese Krankheit in meine Familie gebracht hat, hinter mir lassen.

    Ich habe die Heimlichtuerei auch vor Monaten abgelegt. Jedesmal wenn ich Ausreden für ihn erfunden habe, hat es sich wie Verrat gegenüber mir und den Anderen angefühlt. Ich geh damit nicht hausieren. Reden tue ich darüber nur mit Freunden und dem engsten Familienkreis. Aber ich habe im Nachhinein oft erfahren, das die meisten es wussten oder geahnt haben. Die Nachbarn, die ihn antreffen, wenn er torkelnd nach Hsuse kommt. Freunde und Familie, die sehen wenn jemand „gerne“ trinkt. Und letztlich auch die Kinder, die das anders wahrnehmen. Der Papa guckt komisch. Der Papa hat schlechte Laune. Der Papa ist immer müde und krank. Der Papa ist unzuverlässig. Irgendwann können Sie das Thema beim Namen nennen.

    Für mich war es eine Erleichterung und hat zusätzlich den Vorteil, dass man darüber reden kann. Und die meisten haben selbst einen Freund, Nachbarn oder ein Familienmitglieder mit einer Alkoholsucht.

    Anfangs habe ich mich gegenüber meinem XY schlecht gefühlt, aber am Ende ist ER es doch, der seine SUCHT offen auslebt. ER stellt sich nicht den Fragen des Umfelds. Das bleibt an der Familie hängen.

    Ich liebe meinen Mann über alles und kann mich nicht damit anfreunden dass ich ihn aufgebe. Ich habe so panische Angst. Ich würde jeden nur so steinigen Weg für mich aufnehmen wenn er es realisieren würde. Ich bin total am Boden.

    Weißt du Kaettl, auch du musst deinen Weg erst finden. Und zwar in deinem Tempo. Ich arbeite noch auch mit meinem Mann zusammen und habe auch geglaubt, wenn ich nur noch mehr übernehme und ihm seinen Freiraum lasse und ihn unterstütze, dann wird er wieder zu sich kommen.

    Ende letzten Jahres war ich dann am Ende meiner Kräfte. Ich habe nicht nur die Kinder versorgt und von A nach B gefahren, den Haushalt geschmissen, meinen 40 Stunden-Job versucht perfekt zu machen, sondern auch noch seinen Job gemacht, weil er lieber irgendwo saufen war, anstatt in der Arbeit. Ich war todunglücklich und konnte kaum noch schlafen. Am Ende fühlte es sich wie ein Kampf ums Überleben an. Ein Kampf den ich nie gewinnen konnte.

    Dann bin ich hier aufgeschlagen und habe genauso reagiert wie du auch. Ich wollte nicht hören, dass ich ihm nicht helfen kann, sondern an mich denken soll. Ich war verzweifelt und wütend und habe dann erst einmal nur viel mitgelesen. So war ich unsichtbar. Nun, 6 Monate später, sage ich. Dieses Forum hat nicht meine ursprünglichen Erwartungen erfüllt, aber mein Leben und das meiner Kinder gerettet.

    Und auch ich liebe den Mann noch immer den ich damals geheiratet habe. Aber den gibt es nicht mehr.

    Gib dir Zeit.

    Ja, ich bin noch bei ihm. Obwohl ich ihm mehrfach gesagt habe, dass er ausziehen soll wenn er weitertrinken möchte, wohnt er noch hier. Er kommt jedoch unter der Woche meistens erst in den Morgenstunden nach Hause und schläft dann das ganze Wochenende. Das kann ich vorübergehend aushalten. In 2 Wochen habe ich einen Anwaltstermin. Ich erhoffe mir davon, dass ich weiß wie ich ihn aus der gemeinsamen Wohnung bekomme. Kampflos gebe ich unser zu Hause nicht auf. Die Kinder leben hier seit 13 Jahren und für die Miete bekomme ich hier nichts anderes. Schon gar nicht als Alleinerziehende mit 2 Kindern und 2 Katzen. Mit dem Vermieter bin ich befreundet und die Wohnung kann ich mir leisten. Außerdem wohnen Freunde im Haus und in der unmittelbaren Umgebung und für meinen Mann alleine wäre die Wohnung viel zu groß.

    Hallo zusammen,

    ich möchte dazu noch etwas loswerden.

    Mein Mann ist nur Biertrinker. Seine Aussage dazu ist immer was ich denn hätte er trinkt doch nur Bier und keine Kurzen oder ähnliches. Wenn ich aber sehe dass es im Durschnitt 6 Bier/Tag sind und sm Wochenende sogar bis zu 10 dann sage ich dazu nur Alkohol ist Alkohol. Er ist so garnicht einsichtig. Normale Getränke sind es kaum, die kann ich an einer Hand abzählen die er in der Woche trinkt. Da kommt er vll auf 2 Liter alkoholfreies.

    Ironie an:

    Also mein Mann ist „nur“ Vodka-Lemon-Trinker. Und auch nur 1-2 Dosen am Tag.

    Ironie aus !

    Meiner Erfahrung nach ist alles „nur“ und tatsächlich sieht es anders aus oder ist bedeutend mehr oder andere Substanzen kommen mit der Zeit dazu (weil die kann man nicht riechen).

    Noch kann ich es nicht lassen ihn zu kontrollieren.

    Das solltest du dringend einstellen. Es ändert nichts an seinem Trinkverhalten und es stresst DICH. Seit ich damit aufgehört habe, geht es mir viel besser. Ich bin befreit, als hätte jemand eine Last von mir genommen.

    Es ist so zermürbend, aber ich liebe ihn über alles und möchte ihn auf keinen Fall verlieren.

    Sorry, aber du hast ihn schon verloren. Sein Herz gehört dem Alkohol. Du bist nur praktisch, solange du nicht störst in der Beziehung zwischen ihm und dem Bier.

    Hat von euch schon mal jemand den Hausarzt eures Mannes darüber informiert welche Vermutung ihr habt?

    Das finde ich übergriffig und bringt doch nichts. Was soll der Hausarzt machen, wenn er nicht hingeht und sich nicht helfen lassen will? Er ist noch nicht bereit zur Einsicht und wird es vielleicht nie werden.

    Dann habe ich noch eine Frage. Gibt es denn auch Fälle die Positiv ausgegangen sind. Man liest hier oft dass das kämpfen gegen den Alkohol oftmals doch nur der Alkohol gewinnt und alles kaputt gegangen ist.

    Die gibt es wohl schon. Einige wenige. Wenn du dich bei den Co‘s mal durchliest wirst du feststellen, dass das eine sehr kleine Minderheit ist. Ich habe auch immer geglaubt, dass ich und die Kinder alles für meinen Mann sind. Und schließlich sind wir beste Freunde und Seelenverwandte, einfach ein besonderes Paar, dass durch viele schwere Zeiten gegangen ist. Aber die Realität ist anders: Er trinkt weiter, obwohl er weiß, dass er mich verliert. Er trinkt weiter, obwohl er weiß, wie er den Kindern weh tut und das sie ihn inzwischen hassen. Er trinkt weiter, obwohl er gerade seinen Job verliert und seine Geschäftsanteile an Wert verlieren. Er trinkt weiter, obwohl er körperlich ein totales Wrack ist und auch sein Hirn merklich Schaden genommen hat.

    Mittlerweile bin ich so weit dass wenn ich der Meinung bin dass ich nach Hause möchte einfach gehe und nicht warte ob er noch eins trinkt oder nicht. Somit gebe ich die Verantwortung an ihn ab.

    Sehr gut. Ich habe das damals auch gemacht. Und genauso musst du die Verantwortung beim Flaschenzählen abgeben. Ich mache inzwischen alle Aktivitäten ohne ihn oder sage ab, wenn er vor hat hinzugehen. Das meiste kann er aufgrund des schlechten gesundheitlichen Zustandes eh nicht mehr machen.

    Hast du Kinder? Das ist, wie ich finde auch immer noch einmal ein anderes Thema. Ich kann mir Zeit lassen und mich demnächst nur auf mich konzentrieren

    Gerade wenn du Kinder hast, solltest du einen Gang höher schalten. Bis vor 5 Monaten habe ich noch geglaubt, dass meine Kinder das nicht so mitbekommen bzw. nicht so darunter leiden. Jetzt sehe und höre ich, welchen Schaden sie bereit erlitten haben.

    Befreie dich. Du verlierst nur wertvolle Zeit. Die Schritte dürfen winzig sein und du darfst auch mal verharren und trauern , aber geh weiter, wenn die Kraft es zulässt. Wenn er dann zur Einsicht kommt und noch nicht so kaputt ist, dass er ein Pflegefall ist oder eine andere Persönlichkeit angenommen hat, dann kann man auch ein Paar mit getrennten Haushalten sein. Das gibt es hier auch mehrfach.

    Bleib stark. Ich denk an dich.

    Liebe Grüße

    Hallo Tiger1991,

    ich beneide dich. Das hast du super gemacht.

    So ein ähnliches Gespräch hatte ich vorgestern Abend. Nur mit dem Unterschied, dass in seiner Welt WIR versagt haben und WIR schuld sind. Und leider steht mir das finale Gespräch zwecks Trennung und Auszug noch bevor. Am 24.04 hab ich den Anwaltstermin und dann geht mein Weg weiter.

    Du bist stark und ein Vorbild für mich.

    Liebe Grüße

    Hallo Kaettl,

    so wie dir, geht es hier vielen. Der Austausch wird dir in schweren Stunden helfen klarer zu sehen.

    Ich bin auch ein Co und seit Oktober 2024 hier aktiv. Das was du beschreibst kenne ich auch. Abstreiten, leugnen, Lügen. Ich vertraue inzwischen nur noch meinem Bauchgefühl. Denn das hat mich noch nie enttäuscht.

    Auch ich lassen meinen XY seit Oktober links liegen, führe mein eigenes Leben und suche keine Gespräche mehr. Ich habe die Zeit für mich gebraucht um meinen Weg zu finden und mit mir im Reinen zu sein.

    Ganz am Anfang hat mir jemand gesagt (ich glaube Hartmut) ich solle mir etwas Gutes tun. Blumen kaufen, ein Bad nehmen usw. Ich war völlig fassungslos, wie mir jemand solche Vorschläge machen kann, obwohl mein Leben gerade ein Trümmerhaufen ist und mein Herz blutet. Jetzt 6 Monate später habe ich es verinnerlicht. Er hatte Recht. Nur so bleibe ich am Leben, bei mir und meinen Kindern.

    Nimm dir Zeit und lies bei den anderen und du wirst deinen Weg finden.

    Liebe Grüße