Tiger1991 - Kleine Kinder und Co-Abhängig

  • Nein, ich habe mich noch nicht beraten lassen. Im Grundbuch stehen wir beide und ja, ich könnte es alleine ohne Probleme halten.

    Hallo Tiger,

    Das klingt super! Dann musst du dir zumindest keine Sorgen machen wegen dem Haus.

    Ich würde mich an deiner Stelle einfach mal beraten lassen. Es gibt ja die Möglichkeit der wohnungszuweisung etc. Wobei ich persönlich solche Schritte erst dann gehen würde, wenn alles andere nicht hilft.
    Vielleicht könnt ihr auch einen Mediator oder sowas mit ins Boot holen, einfach damit dein Mann einsieht, dass er besser ausziehen sollte. Wäre zumindest eine friedliche Lösung.

  • Es ist nicht so, dass der Alkoholiker nicht fuer andere heilen soll - er kann gar nicht fuer andere heil werden.

    Er soll für sich heilen, für seine Kinder, aber auf keinen Fall für mich

    Es gab den grossen Knall, die Ehe ist kaputt - und er will ploetzlich um seine Gesundheit - und eure Zukunft - feilschen. Das ist kein Zufall und du hast ihn ja auch prompt durchschaut. Wie schoen, dass du das gemeinsame Haus womoeglich behalten kannst, das ist im Fall einer Trennung viel wert.

  • Hi zusammen,

    hier mal ein Update.

    Mein Mann sucht sich jetzt widerwillig eine Wohnung.

    Die letzten Tage hat er mich und die Kinder gemieden und sich verkrochen, ok, er braucht Zeit.

    Heute hatten wir ein Gespräch.
    Das 1. Mal hat er gesagt „ok, vielleicht hab ich da ein Problem“. WOW! Das ich das mal noch höre. Aber leider kam der Nachsatz „aber wozu soll ich jetzt zum Arzt gehen, wenn du unsere Ehe eh abgehakt hast“.. da war sie, die Klatsche.
    Ich dachte wirklich er hatte die letzten Tage einen Klickmoment.

    Dank euch, habe ich mich aber nicht einwickeln lassen. War ganz klar und hab ihm gesagt, dass ich absolut dafür bin, dass er sich Hilfe sucht aber nur, wenn er wirklich sein Problem erkennt.
    Am Ende des Gesprächs hat er mir das 1. Mal ganz offen gesagt, dass er der Meinung ist, dass ich Schuld am Alkohol bin, weil ich ihm nicht genug Liebe geschenkt habe.
    Bei einem anderen Gespräch hatte er ja schon einmal so etwas ähnliches gesagt, aber nicht so deutlich.

    Aber auch hier bin ich ganz ruhig geblieben, hab gesagt dass ich mir diesen Schuh definitiv nicht anziehe und andere Ehen auch Scheisse laufen, ohne dass sich einer Hilfe im Bier sucht.

    Auf alle Fälle zieht er aus, ob er sich dann ändert kann er mir nicht versprechen, weil ich ihm nicht verspreche ihn zurück zu nehmen falls er es schafft.. Sinnlos!

    Egal, ich ziehe es durch. Plane mein Leben für mich und die Kinder und hoffe, dass er bald eine Wohnung findet damit wir zur Ruhe kommen.

    Den Kindern haben wir noch nichts gesagt, ich möchte warten bis konkret ist wann er weg ist.

  • Mein Mann sucht sich jetzt widerwillig eine Wohnung.

    und hoffe, dass er bald eine Wohnung findet

    Zwischen Ankündigung und Umsetzung liegen bekanntlich Welten.

    Hoffentlich schlägt er mit dem Bier jetzt nicht richtig zu, da ja eh alles egal ist.

    Zumindest stimmt aber die Richtung erstmal.

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Hallo Tiger1991,

    ich beneide dich. Das hast du super gemacht.

    So ein ähnliches Gespräch hatte ich vorgestern Abend. Nur mit dem Unterschied, dass in seiner Welt WIR versagt haben und WIR schuld sind. Und leider steht mir das finale Gespräch zwecks Trennung und Auszug noch bevor. Am 24.04 hab ich den Anwaltstermin und dann geht mein Weg weiter.

    Du bist stark und ein Vorbild für mich.

    Liebe Grüße

  • Hoffentlich schlägt er mit dem Bier jetzt nicht richtig zu, da ja eh alles egal ist.

    Das war auch meine Angst. Er meinte er kann es nicht versprechen, dass es nicht so wird. Ich habe ihm daraufhin gesagt, dass auch das seine Entscheidung ist und ihm aber bewusst sein muss, dass er die Kinder dann nicht mehr zu sehen bekommt oder nur direkt nach der Arbeit mal zum spazieren, aber keinesfalls über Nacht etc.

  • Das war eine brilliante Reaktion von dir, weil du ihn prompt mit der Konsequenz seines Handelns konfrontiert hast, obwohl doch sein Trinken die Konsequenz deines unerwuenschten Verhaltens sein soll! Hast du ihm glatt den Wind aus den Segeln genommen. Nur so lassen sich solche Teufelskreise durchbrechen - toll, wie du das angehst.

  • Eure Worte tun so gut.
    Ich wurde in den letzten 2 Wochen, also seit der Trennung schon mehrmals angesprochen.. willst du nicht mich mal darüber nachdenken, wie kann man so einfach 20 Jahre wegwerfen, warum denn so plötzlich..

    Ich bin die Böse in dieser Trennung, kaum einer aus seinem engeren Kreis wie es mir die letzten Jahre ging.

    Aber dank euch weiß ich, dass ich hier nicht die böse bin. Er auch nicht, der Alkohol ist schuld und er hatte sicher nicht mit Vorsatz den Wunsch Alkoholiker zu werden, aber getrunken hat er ihm am Ende trotzdem allein.

  • Du hast 20 Jahre weggeworfen, um deine Zukunft nicht auch noch zu zerstören. Rechtfertigen musst du dich mal überhaupt nicht, sondern stolz sein, dass du es geschafft hast da raus zu kommen. Ich zieh da meinen Hut.

    LG, Hera

  • Ich finde auch es gehört zu so einem Schritt eine riesige Menge an Mut. Da bin ich leider noch nicht angekommen und ich weiß dass ich noch einen sehr steinigen Weg vor mir haben werde.

    Viel Glück dir weiterhin


    Lg

    Kaettl

  • Und du wirfst auch nicht einfach weg, Tigermama, sondern hast dir die Entscheidung alles andere als leichtgemacht, gerade, weil Kinder im Spiel sind.

    Wissen die "wohlmeinenden" Leute überhaupt von seiner Sucht? Trinken sie vielleicht selbst "gern"? Oder haben sie Sorge, dass sie sich kümmern müssen, wenn Du es nicht mehr tust?

    Am besten gar nicht groß erklären und schon gar nicht rechtfertigen, sondern freundlich, aber bestimmt solche "Diskussionen" beenden, z. B.

    "Danke, aber Ihr könnt davon ausgehen, dass ich meinen Kindern und mir die Trennung und die damit verbundenen Belastungen nicht ohne Grund und auch nicht ohne (jahre?)lange Vorüberlegungen zumute. Und mehr möchte ich dazu nicht sagen."

  • Danke, aber Ihr könnt davon ausgehen, dass ich meinen Kindern und mir die Trennung und die damit verbundenen Belastungen nicht ohne Grund und auch nicht ohne (jahre?)lange Vorüberlegungen zumute. Und mehr möchte ich dazu nicht sagen."

    Was für ein starker Satz. Den merke ich mir und hau ihn raus statt stundenlang darzulegen was mein Exmann für ein gruseliger Ehemann war- Danke!

  • Puh, was für Vorwürfe jetzt hier aus der Richtung meines Mannes kommen..

    Er muss scheinbar bei jedem unserer Gespräche völlig vernebelt gewesen sein.

    Ich hätte ihm ja nie geholfen vom Alkohol los zu kommen, wir hätten nie vernünftig darüber geredet und auch schön, seine Familie ist schuld weil er den Alkohol ja so vorgelebt bekommen hat..hab ich auch, aber ich bin auch kein Säufer geworden.

  • Wenn man einen Grund zum Saufen sucht, dann findet man ihn. Lass Dich nicht verunsichern, Tiger!

    Auch meine Eltern haben viel Alkohol getrunken, ich fand es immer ganz schrecklich. Und was habe ich getan? Genau das Gleiche und noch schlimmer.

    Das war jedoch meine Entscheidung und meine Verantwortung, da war ich schon erwachsen. Auch Dein Mann ist erwachsen!

    Und ich habe damals die Entscheidung getroffen für mich aufzuhören, aus der Suchtspirale auszusteigen, weil es mir immer schlechter ging. Dein Mann ist scheinbar noch nicht so weit.

    Anstelle sich sofort Hilfe zu suchen und mit Unterstützung von einem Arzt zu entgiften, entscheidet er sich dafür bei anderen die Schuld zu suchen und weiter zu saufen. Weil es für ihn einfacher erscheint. Er ist noch in der, wie wir immer schreiben, in der IaS Phase.

    Sollte er erstmal ausgezogen sein, dann wird es für Euch leichter, dann musst Du ihn nicht mehr jeden Tag sehen. Ich drücke Dir die Daumen, dass es sehr bald so weit ist.

    Besteht vielleicht die Möglichkeit, dass er erstmal bei Freunden, Familie etc. unterkommt, damit bei Euch Ruhe einkehren kann? Denn es ist von Einsicht, so wie Du schreibst, nichts zu spüren bei Deinem Mann.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Tiger,

    typisch, da spult jetzt der übliche Film ab.

    Ich armes Schwein, die böse Welt, ich bin Opfer aller Umstände.

    Da brauchst du gute Nerven, ich schick dir mal ein paar Päckchen davon.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Also ehrlich, ich zweifele an seinem Verstand. Heute Vormittag bettelt er per WhatsApp um ne Chance, wenn er nie wieder trinkt, die ich natürlich abgelehnt habe und jetzt sitzt er mit meinem Schwager im Garten und trinkt Bier. Da sieht man doch genau, dass er absolut nichts verstanden hat. Ich verstehe es nicht..

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