Kaettl - Betroffene

  • Hallo Kaettl!

    Das sind auch meine Gedanken und trotzdem habe ich das Gefühl ihn zu hintergehen.

    Nein das tust du nicht, mit ihm ist ja keine ehrliche Kommunikation möglich was sein Problem betrifft, da ist es doch nur legitim dich zu informieren und für dich selber Hilfe zu holen. Ich habe viele Jahre mit keinem Menschen gesprochen weil es mir peinlich war daß er trinkt, ich stand unter immensem Druck dadurch und es ging mir immer schlechter.

    Wenn man es genau sieht hintergeht er dich doch auch, er verschweigt dir das Ausmaß seines Alkoholkonsum und versucht alles schönzureden oder dich zu täuschen indem er alkoholfreies Bier trinkt. Es ist die Sucht die ihn treibt, sie verändert jeden Menschen.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Interessant, Kaettl. Geht der Sohn in ein Internat?

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Kaettl, ich kam mir auch erst so vor, als würde ich meinen Partner hintergehen. Und dann plötzlich hab ich es umgedreht und ihm offen gesagt, dass ich zur Suchtberatung gehe, Bücher lese usw. Das tat gut. Denn endlich blieb ich bei mir. Ich habe ab da versucht, nicht mehr zu sagen "Hör Du auf" sondern "ich fange jetzt an". Das war eine riesen Erleichterung!

  • "ich fange jetzt an"

    das stimmt, es ist eine riesige Erleichterung wenn ich feststelle, dass ich doch etwas tun kann und aktiv etwas für mich beginne. Das habe ich auch so empfunden.

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Guten Morgen an Alle,

    heute Nacht war die erste Nacht die ich seit langem mal wieder durchgeschlafen habe. Unser WOE war solala. Wäre ja auch komisch wenn anders.

    Ich hoffe ich galte das nicht kontrollieren diese Woche aus. Noch ist er krankgeschrieben bis einschließlich morgen. Ich hoffe inständig dass er ab Di wieder zur Arbeit gehen kann das wäre für mich das allerbeste. Das würde auch etwas Ruhe bringen so hoffe ich.

  • Ganz liebe Worte von dir Danke!

    Gerade schnürt es mir wieder alles zu. Wenn ich meine Tiere ansehe und merke wie angekommen ich hier bin macht es mich sehr traurig. Ich habe Angst das alles zu verlieren versteht ihr mich.

    Ich hoffe so sehr dass er seine sucht erkennen und handeln kann bevor alles kaputt ist

  • Ich frage nur deshalb so hartnäckig, weil ich hier schon von vielen COs gelesen habe, die viel zu viele Jahre an eine unbegründete Hoffnung verschwendet haben.

    (Hab ich ähnlich in jüngeren Jahren in Bezug auf andere Suchtmittel durch, deshalb erlaube ich mir überhaupt Beiträge im Co-Bereich.)

    Mein Rat für die Ostertage: Lies dich hier mal in Ruhe in den Faden einer Co Deines Vertrauens bzw. In einer ähnlichen Ausgangssituation ein.

    Oft traurig, aber auch tröstlich und motivierend zugleich...

    Du bist nicht allein und Deine Situation ist nicht ausweglos, wenn auch bestimmt gerade sehr schwierig.

  • Kaettl,

    du wirst einen Weg finden, auch in Bezug auf deine Situation mit den Tieren. Da bin ich mir sicher. Vielleicht versuchst du dich mal mit dem Gedanken der Trennung auseinanderzusetzen. Nur im Kopf. Oft kommen dann Lösungen oder ein Problem wird immer kleiner, bis es gar keins mehr ist.

    Und vielleicht solltest du über deine „Hoffnung“ nachdenken. Was ist wenn er aufhört? Bist du bereit den steinigen Weg mit ihm zu gehen? Auch, wenn er sich im Wesen bereits verändert hat und du den Mann auf den du hoffst nie wieder zurück bekommst? Auch wenn er gesundheitlich bereits so mitgenommen ist, dass ein normales altersgerechtes Leben nur noch mit starken Einschränkungen möglich ist? Auch wenn du mit Rückschlägen rechnen musst? Ist das die Hoffnung, die du hast?

    Das kann alles auf dich zukommen.

    Ich persönlich bin Mitte 40 und kerngesund und eigentlich lebensfroh. Ich möchte mein Leben genießen und nicht meine Zeit mit hoffen verschwenden. Die Zukunft, die ich mir vor über 20 Jahren bei meiner Hochzeit ausgemalt habe, ist nicht eingetreten und wird es auch nicht mehr. Ich möchte neu durchstarten und diese bedrückende Enge, die diese Krankheit in meine Familie gebracht hat, hinter mir lassen.

  • Das ist schön zu lesen dass es nicht ausweglos ist.


    Gerade fühle ich mich so als würde mir der Boden umter meinen Füßen weggezogen werden. Am schlimmsten für mich ist der Kontrollverlust und ich weiß auch dass ich lernen muss damit umzugehen.


    Ich war durch meine Erkrankung der Biopolaren Störung schon sooo tief unten und 8 Monate stationär in einer Klinik.

    Ich frag mich immer wieder was ich verbrochen habe dass ich schon wieder sooo eine schwere Last zu tragen habe

  • Ja, Selbstmitleid ist auch mal ok, wenn uns sonst keiner bedauert, finde ich, aber auf Dauer lähmt es.

    Darum sollten wir uns rechtzeitig besinnen, aufstehen, Krönchen richten usw.

    Du könntest dich z. B. irgendwann fragen, wie du (aufgrund welcher erlernten Muster) an einen alkoholkranken Partner geraten bist und ob davon davon wirklich auf Gedeih und Verderb dein ganzes Lebensglück abhängt.

  • Ich frag mich immer wieder was ich verbrochen habe dass ich schon wieder sooo eine schwere Last zu tragen habe

    Ohhhh, diesen Satz kenn ich auch zugut. 🫣

    Ich hab das irgendwann umformuliert in: Was steht mir noch bevor, dass ich auf so eine harte Probe gestellt werde?

    Inzwischen ist es: Jetzt weiß ich warum ich das alles in den letzten 20 Jahren mitmachen musste. Das hat mich geformt und zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Es hat mich zielstrebig, stark, selbstbewusst und unabhängig gemacht. Vor 20 Jahren wäre ich an meiner jetzigen Situation zerbrochen, ganz klar.

  • So einen psychischen Druck kannst Du mit Bewegung an der frischen Luft, laute Musik und Tanzen und durch Ablenkung etwas herunterbekommen.

    Und hier findest Du noch weitere Tipps, schau mal:

    Notfallkoffer für Co's - Was packt ihr in euren Notfallkoffer? - Erste Schritte für Angehörige und Co Abhängige - Alkoholiker Forum

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

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