Beiträge von Sonnenschein CoA

    Hallo orangeblau,

    danke für deine Fragen. Ich verstehe dich, warum du das loswerden musst. Mir geht es auch nicht anders. Ich denke, wir beide stehen ungefähr am gleichen Punkt in unserer Entwicklung.

    Ich habe verstanden, dass ich Co bin und mich aus meiner Situation befreit. Ich bin nun seit fast einem Jahr getrennt. An der Stelle könnte ich sagen „Ende gut, alles gut“ und mich hier ausklinken. Aber so einfach ist das leider nicht. Es bedeutet Aufarbeitung.

    Ich muss weiter wachsam sein, um nicht wieder in die gleiche Falle zu tappen und leider muss ich weiterhin mit den Alkoholikern in meinem Umfeld leben.

    Ob es nun mein Vater ist, der allen versucht klar zu machen, dass es kein Problem gibt. Oder mein Bruder der inzwischen besorgniserregende Verhaltensweisen an den Tag legt und mir zu verstehen gibt, dass ich übertreibe. Oder mein Noch-Mann, der mich weiterhin beleidigt und beschimpft, mir die Schuld zuschiebt und sein Leben weiter der Bach runtergehen lässt. Mit dem ich aber gerade versuche eine Scheidung über die Bühne zu bringen und wir ein gemeinsames Sorgerecht ausüben müssen.

    Ich würde mir wünschen, all diese suchtbelasteten Menschen aus meinem Leben aussperren zu können, doch dann bleibt da von der Familie nicht mehr viel übrig. Und schon zieht man sich wieder zurück aus dem Sozialleben.

    An Dates oder Verabredungen ist gar nicht zu denken, da auch hier schnell eine ungute Situation entstehen kann. Aber ist die Situation überhaupt bedenklich? Hat der Gegenüber ein alkoholproblem und ich sollte mich besser fernhalten oder trinkt er nur ein Glas Wein oder Bier zum schönen Essen?

    Das Problem für das Verständnis und die Einordnung hat sich nach außerhalb der ursprünglichen Suchtbeziehung verlagert. Deswegen ist es auch für mich wichtig, bestimmte Verhaltensweisen zu verstehen oder einordnen zu können. Zumal einem ja jahrelang eingeredet wurde, dass es anders ist. Oder man erst gar keine Antworten bekommen hat. Das ist reiner Selbstschutz und Selbstfürsorge. Ich achte auf mich und schaue, das es mir gut geht.

    Ich danke dir für deine Fragen.

    LG ☀️

    Hallo Dalida,

    ich wollte dir eigentlich nicht antworten, weil du wahrscheinlich etwas anderes hören möchtest, als ich zu sagen habe, aber bevor keiner antwortet…..

    Ich sehe es ähnlich wie Rennschnecke. Und solche Gedanken nach 11 trockenen Wochen finde ich schwierig.

    Vertrauen wieder aufzubauen ist etwas ganz schweres und sehr langwierig. Ich konnte bzw. wollte zu meinem Partner kein Vertrauen mehr aufbauen, da einfach im Laufe der Jahre viel zu viel gelogen wurde. Außerdem steht da immer noch die ständige Gefahr eines Rückfalls im Raum. Das möchte sich auch nicht jeder dauerhaft antun, auch wenn das Vertrauen wieder aufgebaut werden möchte.

    Ich frag dich mal was anderes aus meiner Co-Perspektive. Warum konntest du erst aufhören, als er sich getrennt hat? Er hat doch bestimmt vorher schon zig Mal was gesagt, oder? Würdest du dann noch einmal so viel Zeit und Arbeit in eine Beziehung stecken, wenn du an seiner Stelle wärst? Wir wissen hier alle nicht, was in deiner nassen Zeit zwischen euch vorgefallen ist und wie lange dein Ex vergeblich versucht hat, dich zu bekehren. Ich glaube, nur er kann dir beantworten, ob er Vertrauen wieder aufbauen WILL und die Zeit wird dann zeigen, ob es funktioniert.

    LG ☀️

    Guten Morgen Olga,

    das macht mich stutzig. Lebst du nicht in Deutschland? Ein Kind in dem Alter kann eigentlich nicht einfach so entscheiden, bei wem es leben will. Aber du hast eingangs von einer Gerichtsverhandlung gesprochen. Da scheint dann wohl mehr vorgefallen zu sein.

    Ich muss damit weiter leben und irgendwie mein Kind unterstützen. Daher bnin ich hier.

    Ich wüsste nicht, wie dir hier jemand damit helfen kann.

    Erzähl doch ein bisschen mehr davon, warum du diese Sorgen hast. Geht es dem Kind schlecht?

    Was sagt das Jugendamt?

    Guten Morgen Verwirrt,

    willkommen.

    Im Moment weiß ich nicht genau was ich mir gutes tun kann. Habe auch in der Beziehung meine sozialen Kontakte komplett heruntergefahren, weil er mir oft unangenehm war und ich das Trinken verhindern wollte.

    So ging es mir auch. Nachdem ich verstanden hatte, dass ich mich um mich kümmern muss, hab ich ihn sein Ding machen lassen. Ich hatte plötzlich wieder ganz viel Zeit und wusste nichts mit mir anzufangen. Jahrelange hatte sich alles um den Süchtigen gedreht.

    Ich habe ganz klein angefangen. Ich habe Hobbys wieder aufleben lassen. Lesen, nähen, Diamant Painting. Ich habe die Wohnung nach meinen Wünschen schön gemacht und renoviert.

    Ich habe angefangen eine Serie von Anfang bis Ende zu schauen. Und ich habe Freundschaften wieder gepflegt und über mein Problem gesprochen.

    Ich habe eine reale Selbsthilfegruppe besucht, was ich schon seit 2 Jahren tun wollte. Ich konnte aber nie die Kinder abends mit ihm alleine lassen. Dort gehe ich nun 1x die Woche hin seit 9 Monaten und versuche jedes Treffen wahrzunehmen. Dort habe ich viele tolle Menschen kennengelernt.

    Letzte Woche habe ich mich im Fitnessstudio angemeldet. Das hab ich früher auch gemacht und dann nicht mehr tun können.

    Ich musste lernen allein sein zu genießen, mein Leben wieder für mich und meine Kinder nach unseren Bedürfnisse zu gestalten. Morgen gehe ich wandern und zwar ganz alleine. Und Ich freue mich darauf.

    Das ist ganz viel Freiheit, die du jetzt gewinnst. Und das macht glücklich.

    Vor ein paar Tagen hat meine große Tochter mit ihren fast 19 Jahren zu mir gesagt: „Mama, jetzt gehst du auch noch ins Fitnessstudio. Ich erkenne dich kaum wieder. Du hast dich total verändert. Du wirkst so glücklich.“

    Meine Antwort darauf: „Ich habe mich nicht verändert. Ich bin nur wieder die Person, die ich früher war. Du konntest mich so nur nie kennenlernen.“

    LG☀️

    Hallo Feuersalamander,

    willkommen.

    Ich bin am Ende meiner Kräfte...

    Das war ich auch, als ich vor 1,5 Jahren hier aufgeschlagen bin.

    Ich möchte dir gerne ein paar Gedanken da lassen, die mir bei deinem Vorstellungstext gekommen sind.

    vielleicht hat es hier wirklich ein Alkoholiker dauerhaft geschafft zum kontrollierten Trinker zu werden?

    Mein Alkoholiker hat das auch vor vielen Jahren schon versucht und ist kläglich gescheitert. Inzwischen hat er alles verloren, konsumiert zusätzlich andere Drogen und macht trotzdem weiter.

    Ich fühle mich weniger Wert als Alkohol.

    Das bist du definitiv in seiner Welt. Die Sucht duldet keine Konkurrenz. Der Alkohol ist seine Liebe und du störst diese Liebesbeziehung wenn du willst, dass er aufhört.

    Eine Trennung würde bedeuten, dass ich den Kindern (10 und 12 Jahre) alles nehme - Papa, Haus, Tiere, Freunde, weil ich zu meiner Familie in ein anderes Bundesland zurück ziehen würde.

    Nicht DU nimmst den Kindern etwas, sondern ER nimmt es euch durch sein Verhalten. Er weiß, welche Konsequenzen das hat. DU nimmst deinen Kindern die Chance unbelastet aufzuwachsen, wenn du weiter in dieser Beziehung verharrst. DU kannst ihnen mit so einer Entscheidung nichts schlechtes tun. Sie werden es irgendwann verstehen und dir dankbar dafür sein.

    Ich kann dir nur sagen, dass ich da keinerlei Einsicht sehe bei deinem Mann und ohne die geht es nun einmal nicht. Nimm deine Kinder und fang ein neues und freies Leben an.

    LG ☀️

    Hallo Susy,

    ich denke, es muss nicht immer gleich Trennung sein. Es können Grenzen gesetzt werden, die der Co dann aber auch verteidigen sollte. Man kann sich erst einmal räumlich trennen, damit wird vieles klarer und tut dem leidtragenden der Beziehung gut. Deiner Geschichte nach, ist bei euch die Zeit für Experimente schon fast abgelaufen.

    Und trotzdem ist es leider so, dass meistens eine Trennung unausweichlich ist. Ich habe auch zwei Teenager daheim. Beide sind aufgrund der Sucht meines Mannes psychisch erkrankt. Das ist 100%ig auch nicht spurlos an deinem Kind vorbei gegangen. Da kannst du hier bei den EKA’s lesen, was das mit einem macht. Ich bin selbst EKA und leider zum Co geworden. Du bist in der Verantwortung dein Kind zu schützen. Das sollte mehr wert sein, als die Unterstützung für den Süchtigen.

    Wie lange willst du noch warten? Bis er ein Pflegefall ist oder etwas schlimmeres passiert? Meinst du, du kannst dich dann leichter trennen? Es wird sich nichts ändern, wenn du nichts änderst. Warum sollte er es tun?

    Du lebst nur einmal. Möchtest du dein Leben leben oder als Schatten eines Süchtigen um ihn herumschwirren?

    Lies dir gerne meinen Faden durch, der ist für jeden einsehbar. Dann wirst du sehen, wie schnell alles den Bach runter gehen kann. Ich habe den Absprung im letzten Moment geschafft. Er hätte mich mit in den Abgrund gerissen.

    Ich bereue es heute so viel Lebenszeit verschwendet zu haben. Ich hätte viel eher für mich und die Kinder etwas ändern sollen.

    LG ☀️

    Ich muss noch etwas nachschicken. Ich habe auch ein Schuldgefühl mir selbst gegenüber. Achtsamkeit und Selbstfürsorge gab es nicht in meinem Wortschatz. Ich habe mich ausgebeutet und nicht auf mich geachtet. Wäre ich mir selbst mehr wert gewesen, als es mir andere waren, dann hätte ich die Dynamik vielleicht früher verstanden.

    Hierfür musste ich vor ca. 4 Jahren erst meinen Glaubenssatz erarbeiten.

    „Ich achte auf meine Bedürfnisse und sorge gut für mich selber. Wenn ich in der Fülle meiner Kraft bin, kann ich für andere da sein.“

    Sonnenschein, schau dir mal deine eigene Vorstellung von damals an. Du bist jetzt ein paar Jahre weiter, und da verändert sich die Sicht ganz automatisch. Aber du hast damals sehr deutlich beschrieben, wie du in dieser Dynamik drin warst, dass du Co bist, dass du dich zurückziehst, dass du alles zusammenhältst, ihn in der Arbeit deckst, nicht weißt, was du zuerst tun sollst, Angst vor den Konsequenzen hast und nicht sicher bist, ob du die Kraft hast.

    Das ist klassische Co‑Verantwortungsübernahme. Du hast getragen, gehalten, geschützt, organisiert und für zwei gedacht. ;)

    Da hast du vollkommen recht und sicher habe ich meine Sichtweise verändert.

    Ich war/bin Co und ich habe Verantwortung übernommen. Verantwortung für die Firma und die Angestellten, Verantwortung für alles was Familie, Kinder und Finanzen betraf. Ganz klar und völlig richtig. Das war aber auch ein Stück weit der Selbsterhaltungstrieb. Ich habe Verantwortung übernommen als Partnerin/Ehefrau und als Partnerin/Geschäftspartnerin. Ich habe versucht, den Schaden für alle Beteiligten so gering wie möglich zu halten. Und natürlich habe ich versucht ihm sein Fehlverhalten/Missbrauch/Sucht vor Augen zu führen und es wurden Hilfsangebote gemacht. Alles Co-Verhalten.

    Trotzdem habe ich mir zu keinem Zeitpunkt einreden lassen, dass ich irgendwie Schuld an seinem Konsum habe. Er wusste meiner Meinung nach zu jeder Zeit, was er tut. So würde ich es im Nachhinein einordnen. Warnungen gab es genug aus verschiedenen Richtungen. Doch es wurde so gedreht, dass anderen die Schuld gegeben wurde.

    Die einzigen Schuldgefühle, die ich habe, sind gegenüber meinen Kindern. Ich hätte das Ausmaß eher erkennen müssen. Aufgrund der Täuschungen und meiner Unwissenheit zu diesem Thema hab ich mich in die Irre führen lassen. Das ist meine Schuld die ich trage.

    Nicht der Alkoholiker macht den Co verantwortlich, sondern der Co macht sich selbst verantwortlich, weil er sein eigenes Schuldgefühl für zu wenig Verständnis der Wahrheit hält.

    Also ICH habe mich für gar nichts verantwortlich gemacht. Ich WURDE verantwortlich gemacht und vieles andere auch. „Der Job ist so stressig. Ich muss so viel arbeiten, weil Frau und Kinder schön in den Urlaub fahren wollen. Daheim zanken die Kinder. Alles geht schief. Andere sind unfäir. Ich bin krank. Die Kindheit war belastend……“

    Viele Co-Abhängige machen aus jeder eigenen Reaktion gleich eine Selbstbewertung. „War ich zu hart? War ich zu weich? Habe ich zu wenig getan? Habe ich zu viel getan? Das hält die Dynamik beiderseits am Laufen.

    Auch das war bei mir nicht so. Ich habe sein Verhalten nicht auf mich projizieren. Ich habe versucht zu verstehen, weil es für mich unlogisch war. Verstehen und unterstützen. Und dann geht das jonglieren los. Wenn ich etwas wegen dem Alkoholkonsum sage, dann tut er es erst recht. Wenn ich nichts sage, auch. Wenn er krank ist, unterstütze ich. Wenn ich krank bin, kommt kein Entgegenkommen. Es ist ein einseitiges egoistisches Verhalten meines Mannes gewesen. Und zwischendurch wird alles getan um den Co bei der Stange zu halten. Lügen, manipulieren, falsche Tatsachen vorspielen und sich nach außen verstellen. Damit ist der Co gleich noch unglaubwürdig und übertreibt.

    Eine Schuld für seinen Konsum habe ich bei mir nicht gesucht.

    Hallo Susy,

    willkommen.

    Es belastet mich, aber nicht so, dass ich ihn verlassen möchte. Würde er mich und meinen Sohn im Suff verprügeln, wäre ich weg, aber so ist das Zusammenleben in der Regel in Ordnung

    Ist das wirklich so? Man muss sich ja nicht immer gleich trennen, aber ist das dein Maßstab? Weil er nicht schlägt und nicht aggressiv ist, passt es für dich?

    Warum bist du dann hier? Was ist deine Vorstellung von einer Beziehung auf Augenhöhe?

    Nicht falsch verstehen. Ich hab auch mal so gedacht.

    LG ☀️

    Hey Jen,

    Mein Vater war auch Alkoholiker, ich kenne dies zu gut allerdings hat er noch viel mehr getrunken, hat etliche Therapien hinter sich gehabt , ich fande es als Kind auch sehr schlimm obwohl er immer lieb zu uns war fand ich es sehr unangenehm.

    So bist du aufgewachsen. Wie wachsen deine Kinder jetzt auf?
    Du bist in einer Beziehung mit einem Alkoholiker gelandet und in die Co-Abhängigkeit geraten. Soll sich dieser Kreislauf bei deinen Kindern weiter führen?

    Mein Vater ist auch Alkoholiker und da war es in meiner Kindheit normal, dass der Vater nach der Arbeit und am Wochenende sich zahlreiche Biere hintergekippt hat und dann ständig nur auf dem Sofa lag und meine Mutter sich aufgearbeitet hat. Also hab ich das angelernte Muster übernommen. Es hat mich daher lange nicht gestört, dass mein Mann abends und am Wochenende getrunken hat. Bzw. Ich fand es nicht gut, aber andere machen das doch auch, ist doch normal. Und das ich dann als gute Ehefrau nach der Arbeit und den Kindern noch den Haushalt und den Papierkram schmeiße, war selbstverständlich.

    Ich wollte für meine Töchter etwas besseres. Ich wollte ihnen zeigen, dass es nicht normal ist so mit einem Süchtigen zu leben und wie man sich aus so einer Lage befreien kann. Man muss das nicht akzeptieren oder sich arrangieren.

    Das war mein größter Antrieb. Meine Kinder.

    LG ☀️

    Hallo Jen,

    Hat jemand vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht ?

    Ja, ich.

    Ich habe das Gefühl er kritisiert mich ständig , du bist zu langsam komm beeile dich , du lässt dies und jenes liegen, die Spülmaschine räumst du falsch ein ......usw ,alles so Kleinigkeiten aber dies täglich.

    Er ist schlecht drauf, weil er auf Entzug ist. Nach trockenen 2 Wochen würd ich das so einordnen.

    Dann wird er sehr launisch und wir streiten uns , er meint dann ich tue ihm nicht gut ich bin die jenige die immer unzufrieden ist egal was er macht ob er trocken ist oder trinkt .

    Das ist aus seiner Sicht wahrscheinlich auch so. Er trinkt nicht mehr, weil du es so willst. Also geht es ihm schlecht, wegen dir. So wird sein Gedankengang sein.

    Er muss es selbst wollen und das seh ich bei dem Verhalten nicht.

    LG ☀️

    Guten Morgen Schwester S,

    und willkommen.

    Ich lasse ihn nicht allein.

    Das ist edel und selbstlos von dir, aber genau das ist das Problem der Angehörigen. Du musst ihn sich selbst überlassen. Er muss den Weg aus der Such aus eigenem Antrieb beschreiten.

    Ich bin müde aber komm gar nicht zur Ruhe vor lauter Gedankenkarussell. . .

    Das sind die Folgen für dich, aus deiner Unterstützung. Du machst dich kaputt und ihn bringt es keinen Schritt weiter.

    Lies dich hier ein und arbeite bei dir und nicht an ihm. Nur so wird es für dich erträglicher. Es ist kein leichter Weg, denn auch loslassen ist eine große Sache, aber du bist räumlich auf Abstand und somit kannst du dich besser abgrenzen.

    Ich wünsche dir viel Kraft.

    LG ☀️

    Hallo Otto,

    deine Situation erinnert mich an die Geschichte einer Bekannten. Sie hat über Jahrzehnte den Absprung aus der Beziehung mit ihrem alkoholkranken Mann nicht geschafft. Irgendwann war er schon so gut wie ein Pflegefall. Sie hat es geschafft, dass er unter Betreuung gestellt wird und in einem geeigneten Heim gelandet ist. Inzwischen ist er Dement und total glücklich, da wo er ist. Meine Bekannte blüht jetzt so richtig auf. Sie ist nur noch am Reisen und ihr Leben genießen.

    Ich weiß nicht wie alt ihr beide seid, aber vielleicht wäre das auch ein Weg für euch. Du wirst das nicht ewig aushalten können. Du brauchst Hilfe.

    Hast du es beim Krisendienst versucht?

    LG ☀️

    Hallo releaseme,

    schön, wieder was von dir zu lesen.

    ich weiß nur das er mir auch jeden stein in den weg gelegt hat den er nur finden konnte, er wollte rache weil ich in seiner versoffenen kasperwelt ja die böse war. wie konnte ich mich erdreisten sein ego nicht mehr an oberste stelle zu stellen

    Dieser Text von Dorothea könnte von mir sein. Genauso läuft das bei uns ab. Und genau dieses Verhalten hat dafür gesorgt, dass ich mich gefühlsmäßig immer weiter entfernt habe. So etwas hat nichts mit Partnerschaft oder Liebe zutun.

    Und dieses Thema mit den „2 Bier und nicht mehr“ stößt mir auf. Warum überhaupt noch etwas trinken, wenn daran die Beziehung kaputt gegangen ist und die Gesundheit leidet? Hier scheint die Priorität immer noch falsch zu liegen.

    Ich denke auch, du solltest eine Lösung suchen, um den Kontakt noch weiter einzugrenzen. Das wühlt nur immer alles wieder auf und würde mich auch ganz kirre machen.

    Bleib stark releaseme. Du bist schon so weit gekommen und den Kindern geht es scheinbar auch besser. Halte durch.

    LG ☀️

    Hallo,

    ich wusste nicht, dass ich mich hier nicht äußern darf.

    Ich wollte nur kurz erklären, warum vielleicht Simsalabim diese Frage gestellt hat. Den Gedankengang konnte ich nachempfinden.

    Und noch kurz zur Vervollständigung bevor ich mich in meinen Bereich zurückziehe:

    Wenn ich hier im Forum aufschlage, dann ja genau mit der Erkenntnis, dass das, was ich zu Hause gemacht habe reden, kontrollieren, hoffen, beobachten, interpretieren nicht geholfen hat. Oder?

    Mir war das damals nicht klar, als ich diese Seite hier gefunden habe. Ich wusste, dass etwas nicht passt, aber ich konnte es nicht einordnen. Ich hatte Vermutungen und Empfindungen. Deshalb war ich im Netz auf der Suche nach Informationen. Was ist normal beim Alkoholkonsum? Wann ist man Alkoholiker? Letztlich habe ich hier das erste Mal etwas von „Trinkpause“ und „Co-Abhängigkeit“ gelesen und konnte so das Verhalten meines Mannes besser deuten und verstehen lernen. Und erst dann habe ich meine Rolle bei dem Drama verstanden.

    LG ☀️

    Hallo,

    Ich weiß nur, dass es bei Co‑Abhängigen fast immer um zwei Dinge geht, entweder eine Bestätigung ihres Verdachts zu bekommen oder herauszufinden, ob sie dem Alkoholiker noch vertrauen können. Beides ist komplett irrelevant.

    Ich denke für den Co ist das nicht irrelevant. Meistens wird doch alles versucht und ausgeschöpft bis man einsieht, dass die Sucht mächtiger ist . Erst dann schaffen einige Co‘s den Absprung. Nach jahrelangem austricksen und belügen traut man seiner Wahrnehmung nicht mehr. Und da ist dann Hoffnung, wenn endlich eine Therapie gemacht wird und man möchte dem anderen nicht zu unrecht etwas unterstellen.

    Wenn jemand wirklich begriffen hat, dass er Alkoholiker ist, und daraus die Erkenntnis gewinnt, dass er nie wieder saufen kann, dann hat er überhaupt erst eine reale Chance, einen Weg daraus zu finden

    Das ist vollkommen korrekt. Der Co kann aber nicht einschätzen, ob der Zeitpunkt da ist oder einem nur wieder ein Theater vorgespielt wird.

    Dem Co‑Abhängigen hilft das am Ende auch nicht weiter

    Vielleicht schafft es der Co mit diesem Wissen zur Erkenntnis, dass die ganze Show nur weiter geht.

    Zu deiner Frage Simsalabim: Ich glaube, das es sehr wohl möglich ist, aber über kurz oder lang auffliegt.

    Meine Erfahrung dazu:

    Mein Mann war 6 Wochen in einer Klinik zur Therapie. Er wurde in der Zeit 2x für einige Tage auf die geschlossene Station verlegt. Mir hat er damals erzählt, dass er sich mit einem anderen Patienten gestritten hat und dieser heimlich Cannabis konsumiert und ihn angepustet hat. Wegen dem Streit und dem positiv gemessenen Wert wurde er auf die geschlossene Abteilung strafversetzt. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass er sowohl positiv auf Cannabis, als auch auf Alkohol getestet wurde.

    Das zweite Mal gab es angeblich wieder Stress mit einem anderen Patienten, weshalb er übers Wochenende auf die geschlossene Station verlegt wurde. Dort hat er sich eine Richterin kommen lassen, damit er nach den 72 Stunden, also Montag, wieder auf die normale Station kann. Am kommenden Donnerstag wurde er dann entlassen, da er stabil sei und der Platz gebraucht wird. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass er eine gewaltige Menge Kokain konsumiert hatte und deswegen auf die geschlossene Station kam. Nachdem er die Richterin hinzugezogen hatte, wurde er am Montag rausgeschmissen. Er hat sich dann bis Donnerstag bei einem Freund aufgehalten, um mir seine Geschichte weis zu machen.

    Du siehst also, dem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt. Das kann sich ein nicht Süchtiger gar nicht ausdenken.

    Sei einfach wachsam und trau deiner Wahrnehmung.

    LG ☀️