releaseme - Wie soll es weitergehen?

  • Liebe releaseme,

    ich denke es ist gut so wie es ist. Ihr seid ohne deinen Mann besser dran. Deine Eltern werden dich unterstützen. Du hast mehr Hilfe und Hilfen als du jetzt vielleicht siehst und bedenkst.

    Lass dich so schnell wie möglich anwaltlich beraten.

    Ich wünsche euch einen guten Start in ein hoffnungsvolles und besseres neues Jahr! Es wird alles gut werden!

  • Liebe releaseme, Du bist nicht alleine! Du hast Deine Kinder, Du hast Deine Eltern und ganz sicher eine Freundin. Und Du hast uns.

    Und das allerwichtigste: Du bist nicht schuld! Wenn es nach Dir ginge, dann hättet ihr eine schöne Zweisamkeit. Du bist nicht täter sondern Opfer.

    Dein Mann ist krank, schwer krank. Solange er das nicht einsieht und nicht von sich aus Verantwortung über sein Leben nimmt sondern so weiter macht, wie bisher, kannst Du an seinem Zustand rein gar nichts machen und ihm in keinster Weise helfen.

    Behalte die Nerven, sammel Dich erst einmal und lass Dich beraten. Mir fällt da ein Rechtsanwalt ein aber auch die Suchtberatung die zumindest bei uns auch für Angehörige ganz tolle Angebote hat und Hilfe anbietet.

    Pass auf Dich auf, er wird nun unberechenbar sein. Ich rate Dir nicht alleine zu ihm zu gehen! Nim eine Freundin mit, wenn Du ihn siehst, treff Dich mit ihm nur an belebten Orten.

    Ich wünsche Dir alles Gute

  • Danke! Ja es war ein sehr schwerer Tag. Das erste Silvester alleine seit 20 Jahren. :(

    Und dann sind da die Gedanken, ob ich ich da was anders hätte machen sollen... Diese Nachricht die er mir geschickt hat, dass er so viel gemacht hat in den letzten Wochen für eine Veränderung, die geht mir ans Herz.. Und man fragt sich ob es anders ausgehen hätte können.. Ehe.. sollte eigentlich für immer sein.. Es tut gerade einfach weh...

  • dass er so viel gemacht hat in den letzten Wochen für eine Veränderung,

    Was hat er denn gemacht? Außer einer Trinkpause? Was hat sich wirklich geändert? Was hat er geändert? Ich konnte da bisher nicht wirklich was lesen.

    Es hat sich angefühlt wie damals nur dass er heute nicht betrunken gewirkt hat und nicht so geschrieen hat wie sonst. Er versucht über mein Leben zu bestimmen..

    Es ist ja in all den Monaten so viel passiert. Diese verbalen Entgleisungen mir und den Kindern gegenüber. Er meint mit seiner Entschuldigung und Reue könne man das alles vergessen. Dann dieses uns Hängenlassen- sich nicht mehr um die Familie kümmern, alleinerziehend verheiratet zu sein,

    Und dann sind da die Gedanken, ob ich ich da was anders hätte machen sollen...

    Ich lasse das jetzt einfach mal so stehen. Denk mal darüber nach, ob wirklich DU was hättest anders machen sollen….

  • Guten Morgen releasme,

    du hast das einzig Richtige und vor allem auch Sinnvolle gemacht. Weiter zuzuschauen wie er seine Gesundheit ruiniert und dir und deinen Kindern die Hölle macht wäre nicht nur verrückt, sondern auch fahrlässig gewesen.

    Er dreht am Rad, weil er gemerkt hat, dass er dich nicht mehr unter Kontrolle kriegt. Das sind Machtspiele. Aber du bist ausgestiegen.

    Das hier:

    Ehe.. sollte eigentlich für immer sein.

    Kommt aus einer Zeit in der die Menschen eine deutlich geringere Lebenserwartung hatten. Außerdem ist es ein "Instrument", um Frauen zu binden. Eine Ehe sollte in erster Linie ein respektvolles, liebevolles Miteinander sein. Dass jede zweite (?) Ehe geschieden wird zeigt, dass die Realität eine andere ist, als das was romantisch suggeriert wird.

    Dass deine Gefühle jetzt Purzelbäume schlagen ist normal. Wenn es so läuft wie ich hier bei vielen gelesen habe, dann wird er jetzt noch zig Mal zwischen Liebesschwüren, Drohungen, Versprechungen, Beschimpfungen, Mitleids-Versuchen hin und her switchen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er jetzt wieder trinkt, also denk dran, dass er nicht wirklich ernst zu nehmen ist.

    Gut, dass du bei deinen Eltern bist. Da traut er sich hoffentlich nicht hin.

  • Eine Stunde später kam dann die Nachricht, dass es vorbei ist. Dann ging es los- Nachrichten im Minutentakt.. er sperrt das Konto, kündigt den Kredit, sperrt mir die Tür ab, usw usw usw.. Ich weiß dass er rechtlich vieles nicht darf.

    Es war ein bisschen ein Schlag ins Gesicht seinen echten Charakter zu sehen. Kein Wort von Liebe, nur von Existenz und Geld..

    Und dann sind da die Gedanken, ob ich ich da was anders hätte machen sollen... Diese Nachricht die er mir geschickt hat, dass er so viel gemacht hat in den letzten Wochen für eine Veränderung, die geht mir ans Herz..

    Das eine ist das, was gerade passiert. Erpressung und Manipulation - abgesehen vom Grundproblem „Alkohol“. Das andere ist das, was Du ersehnst. Liebe, Mitgefühl Zweisamkeit, Familie …


    Ich fühle mit Dir. Aber bring Dich in Sicherheit. Das was Du sehen willst, ist da leider nicht. Er hat nichts gemacht für eine Veränderung. Er manipuliert und erpresst Dich.


    Ich wünsche Dir einen kraftvollen Start in ein gutes neues Jahr!

  • Mein Sohn hat sich zuerst geöffnet (8J) und mir gesagt, dass er letztens wie er bei Papa war ihn erwischt hat, dass er eine Sektflasche von draußen rein getragen hat- auf seine Frage was das sei meinte er "Kindersekt" 🫣

    Und er hat ihn 2 Bier trinken sehen- ich habe meinen Sohn gefragt ob er sich sicher sei, dass es nicht das alkoholfreie war - er meinte nur: mama ich kann lesen und ich kenne doch die Farbe der Etikette (alkoholfrei hat eine andere Farbe). Er wollte mich nicht noch trauriger machen.. Das hat richtig weg getan! Unfassbar wie tief unser großer da schon mitdrinnen steckt...:-(

    Ich bin so so so traurig, dass wir alles verlieren und mein Mann noch immer Spielchen spielt..

  • Hallo Du Liebe.

    Ich fühle mit Dir, aber vielleicht ist das jetzt Deine Chance auf ein glückliches und befreites Leben.

    Eins möchte ich Dir aber dringend ans Herz legen. Mach schnell einen Termin bei einem Anwalt. Es sollte ein Fachanwalt für Familienrecht sein. Dieser berät Dich und wird die Korrespondenz mit der Seite Deines Mannes übernehmen.

    Lass Deine Kinder zur Ruhe kommen und pass auf, dass Dein Großer nicht denkt, er müsste jetzt Verantwortung übernehmen. Deine Schilderung seiner Worte hat mich gerade etwas erschreckt.

    Alles Liebe.

  • Hallo releaseme

    Ja Kinder bekommen viel mehr mit, als wir selbst vermuten.

    Das war bei meinen beiden Kindern nicht anders.

    Dein Mann sieht seine Erkrankung einfach nicht.

    Es ist traurig, wenn man alles aufgeben muss, aber Du gewinnst auch wahnsinnig viel wieder zurück.

    Du kannst dein Leben und das deiner Kinder wieder selbst bestimmen und nach euren Wünschen gestalten. Du hast Unterstützung deiner Eltern. Du stehst nicht mehr unter seiner Kontrolle.

    Was er dir bieten wollte, war kein goldener Käfig, sondern nur ein Käfig.

    Ich wünsche Dir viel Kraft für die weiteren Schritte.

    Du hast bereits jetzt schon unglaublich viel Stärke bewiesen. Und genau das spüren deine Kinder auch.

  • Hallo releaseme,

    release me - lass mich frei, das macht er nicht. Er versucht immer wieder, dich festzuhalten. Du bist dabei in der passiven Rolle.

    I free myself - ich befrei mich selbst. Da bist du gerade dabei. Das ist aktiv. Das ist ein Unterschied und das wird dich weiterbringen. Ich wünsche dir dafür weiterhin viel Mut. Du schaffst das, hast es schon ein ganzes Stück geschafft, du hast schon ganz viele Schritte gemacht.

    Und die einen Anwalt zu suchen ist ein nächster wichtiger Schritt.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Ich bin so so so traurig, dass wir alles verlieren

    Du siehst nur, was du verlierst, weil du noch nicht sehen kannst, was du gewinnst.

    Now, you are released. Keep it safe.

    Alles Gute.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Man möchte meinen, dass, wenn man soviel miterleben musste, es eigentlich wie eine Befreiung sein müsste. Und dennoch liege ich hier und weine mir die Augen aus dem Kopf aus Liebeskummer. Man hat das Ende selbst eingeleitet und dennoch ist es, als wäre man verlassen worden. Jemanden gehen zu lassen mit dem Wissen, dass man ihm nicht helfen kann ist so schwer zu ertragen. Ich denke mal es wird vielen hier ähnlich gegangen sein. Ich weiß was ich gesehen und erlebt habe und trotzdem zweifelt man - vl wäre es auch leichter, wenn der andere zugeben würde, dass er ein Problem hat. Vl könnte man dann leichter abschließen. Oder so wie in meinem Fall wo er so halbherzige Änderungen unternimmt- das weckt ein furchtbar schlechtes Gewissen in mir. Ich kann gerade wirklich nur alles schlechte sehen , alles was ich verliere, das Ende eben... Und noch weiß ich nicht was als nächstes passiert! Das macht Angst;-( Ich wünsche,dass ich irgendwann erkennen kann für mich, dass es wirklich richtig war und dass es eine Chance ist für meine Kinder und mich!

  • hallo,

    Ich weiß was ich gesehen und erlebt habe und trotzdem zweifelt man

    dass ist ganz wichtig, dass du deinem gesehenen vertraust. Deine Wahrnehmungen sind richtig.
    Es ist natürlich, dass du jetzt in einer Trauerphase bist, aber die Zeit wird kommen, wo du erkennst, dass es richtig war, für dich und deine Kinder.

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Liebe Releaseme,

    ich war letztes Jahr genau an dem gleichen Punkt wie du. Ich kann dir nur sagen, hab Vertrauen, es ist normal, dass es dir gerade so geht. Diese Akzeptanz braucht viel Zeit. Dein Schmerz ist völlig normal. Es wird einfacher werden.

  • vl wäre es auch leichter, wenn der andere zugeben würde, dass er ein Problem hat.

    Nein - mein Ex-Freund hat sogar eine Langzeittherapie während unserer Partnerschaft erfolgreich und mit bester Prognose durch seine Therapeuten abgeschlossen.

    Ich fand es trotzdem unfassbar schwer loszulassen.

    Seine Krankheitseinsicht war für mich eher ein zusätzliches Band, das soooo viel Hoffnung geschürt hat. Ich dachte, er sieht doch ein, dass er krank ist - dann schaffen wir das doch gemeinsam. Aber so funktioniert das nicht.

    Klar - Einsicht ist die Voraussetzung, dass der Kranke genesen kann … aber sie rettet nicht automatisch den Alkoholiker oder die Partnerschaft- oder macht das Gehen leichter … im Gegenteil…

  • So denke ich auch gerade. Selbst wenn mein Partner sich dazu entscheiden würde, Langzeittherapie, Entzug etc durchzuziehen, so gibt es keine Wiederumkehrung der Dinge, die bereits geschehen sind. Das Risiko eines Rückfalls spielt immer mit und meine Erfahrungen und Erinnerungen an die schlechte Zeit sind für immer da. Mein Vertrauen ist so erschüttert, dass es wahrscheinlich nicht mehr wiederkommen wird, erst Recht nicht so wie es früher einmal war.

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