Beiträge von Sonnenschein CoA

    Vielleicht lieber keine details zu regionen hier posten? Die caritas hat doch sicher auch eine reale adresse oder telefonnummer. Alternativ gibt es auch malteser, das jugendamt, oder den sozialpsychiatrischen dienst.

    Ich hab doch gar keinen Ort genannt oder hab ich da was überlesen. Die Caritas gibt es doch überall. Ich muss doch aber erst einmal einen Termin machen. Und da es am Donnerstag Abend sehr spät war habe ich eine E-Mail geschrieben. Das heißt nicht, dass es das jetzt war, aber mein erster Versuch war gleich niederschmetternd und das hat mich zurückgeworfen.

    Ich habe bereits am Donnerstags im Internet gesucht nach Hilfe für mich und die Kinder. Ich weiß, dass früher die Caritas eine Anlaufstelle für Sucht bei uns in der Nähe hatte. Ich hab im Internet die E-Mail-Adresse rausgesucht und angeschrieben. Ist aber zurückgekommen, weil es die E-Mail-Adresse nicht mehr gibt. Das hat mich zurückgeworfen. Ich weiß grad nicht weiter.

    Ich habe gerade mal meinen ganzen Beitrag inklusive der Antworten durchgelesen. Unglaublich, wie ich mich bei fast jeder Antwort angegriffen fühlte und wie emotional ich reagiert habe. :oops: Und erstaunlich, dass sich die von mir Angegriffenen trotzdem noch die Mühe gemacht haben und machen, mir zu antworten und mir weiterzuhelfen.

    Das kenne ich auch! 😂🤪

    Aber wir mussten/müssen ja leider lernen, dass die wichtigste Person im Leben eines Alkoholikers Alkohol ist.

    So ist es. Er hat den Brief erst gestern oder heute gelesen und er konnte ihr grad kaum in die Augen sehen.
    Er war hier um mir zu sagen, dass er sich entschlossen hat im Januar zur Therapie in eine Klinik zu begeben. Im Moment kann er das nicht wegen der Arbeit….

    Sagt alles, oder?

    Ich bin sehr stolz auf meine beiden, auch wenn einen diese Teenager jeden Tag an seine Grenzen bringen können. 😮‍💨

    Sie wollten ihm soviel sagen und konnten es nicht, weil er immer betrunken war, wenn er abends kam. Dann hatte ich die Idee mit dem Brief, ohne Druck. Sie sollten sich alles von der Seele schreiben. Ob sie ihm den Brief dann irgendwann geben oder nicht war da noch offen. Die Kleine kann sich noch nicht so richtig formulieren und schreibt seither für sich Tagebuch. Die Große hat am selben Abend sieben Seiten geschrieben und ihm dann den Brief vor seinem Arztbesuch gegeben. Sie hatte die Hoffnung, dass es ihm hilft durchzuhalten. In der folgenden Realität war er dann nur 10 Tage nüchtern und hat den Brief auch erst Wochen später gelesen.

    Das klingt nach Rücksichtnahme auf ihn. Was muss denn zur Sprache kommen (möglichst sachlich natürlich), damit das Gespräch für DICH einen Sinn hat?

    Sind die Kinder bei dem Gespräch in Hörweite? Ich hoffe nicht ...

    Das ist genau das Thema. Rücksicht auf die Kinder.

    Meine Gefühle und Gedanken kann ich klar formulieren. Da werden ich auch keine Rücksicht auf ihn nehmen. Natürlich wird das unter 4 Augen stattfinden. Was ist mit den Kindern? Unsere Große hat ihm vor Wochen einen Brief geschrieben, den er bis gestern noch nicht gelesen hatte, weil er Angst davor hat. Ich erwarte von ihm, dass er sich damit auseinander setzt. Er hat sein Problem vor den Kindern ausgelebt und nun entzieht er sich der Verantwortung den Scherbenhaufen aufzuräumen. Seh ich das falsch? Was ist für die Kinder richtig? Ich möchte da nichts falsch machen? Sie sind Teenager und haben viele Fragen an ihn und viel Redebedarf.

    Du schreibst solange er "noch" "Nass". denkt.

    Wenn er Alkoholiker ist ordnet er das allem unter. Es ist wichtiger als alles andere. Leider...

    Hallo Korli,

    das ist richtig. Mittlerweile frag ich mich, ob ich überhaupt noch bereit bin, diesen Weg mit ihm zu gehen, selbst wenn er dazu plötzlich bereit sein sollte. Ob wir und unser Leben sich nicht schon zu sehr verändert haben?!
    Will ich mir das antun und ihn beim Entzug und der anschließenden Behandlung begleiten? Will ich mich ein Leben lang mit dem Thema auseinandersetzen? Will ich immer Angst vor einem Rückfall haben? Was dann? Will ich all das noch einmal durchmachen um mich abzunabeln?

    Die Antwort ist im Moment abhängig von meiner Tagesform. Aber vielleicht werd ich da im Laufe der Zeit auch noch klarer.

    Na du, wie war die Nacht und was habt ihr heute so vor, damit Du und die Kinder Kraft tanken können?

    Lg

    Hallo Api,

    die letzten beiden Nächte waren sehr unruhig. Ich muss das erst alles verarbeiten. Wir tanken Kraft im Miteinander. Wir reden darüber, sobald eines der Kinder das Bedürfnis hat. Es ist für alle nicht leicht.

    Er hat angekündigt heute auf ein Gespräch vorbei zu kommen. Ich frage mich wie schonungslos ich ihm gegenüber sein darf oder soll.

    Ansonsten ist in letzter Zeit viel Haushalt liegen geblieben. Und dann sind da noch die Kinder und die Hobbys, wo ich den Fahrdienst habe. Langweilig wird es bei uns nie. Wir funktionieren nicht mehr nur, sondern fangen wieder an zu leben und es uns gemütlich zu machen.

    Es geht bergauf….

    Danke, dass du da bist und dich nach mir erkundigst.

    Hallo Korli,

    willkommen.

    Ich bin süchtig nach ihr und sie nach ihrem Stoff.

    In meiner Abhängigkeit denke ich nicht mehr sachlich und klar.

    Genau das habe ich gestern in meinem Thread geschrieben.

    Als ich vor ein paar Wochen hier angekommen bin, ging es mir genauso. Nur ist meine Lage noch etwas verworrener weil lange verheiratet, 2 Kinder und geschäftlich verbunden. Ich habe mich die letzten Wochen JEDEN Tag mit dem Thema auseinandergesetzt. Immer und immer wieder, auch wenn es zwischendurch gut lief. Nur so kann man sein eigenes Handeln mit Abstand betrachten.

    Die Antworten, die du hier erhältst sind oft hart und schonungslos. Aber mit Abstand betrachtet, können sie helfen. Auf jeden Fall bist du nicht allein.

    Ich habe inzwischen Grenzen gesetzt und klar dem Gegenüber formuliert. Mein Mann wohnt seit Donnerstag Abend in einem Hotel, weil er hier nicht mehr betrunken rein darf.
    Für heute hat er sich zum Gespräch angekündigt. Mal schauen ob das was wird oder er sich erst Mut antrinken muss und dann eh wieder abtreten darf. Er war zwar inzwischen beim Arzt, sagt das er süchtig ist und es aber nicht schafft und damit ist für ihn dann alles gut. Aber nicht für MICH.

    Es ist ein harter Kampf, wegen den Emotionen. Aber ohne Kampf geht es nicht.
    Ich wünsche dir viel Kraft und einen guten Austausch.

    LG

    Hallo Williowtree,

    und herzlich willkommen. Ich bin da über ein paar Aussagen von dir gestolpert:

    Lange Zeit hatte ich immer den Glaubenssatz, dass Alkoholiker keine Trinkpausen einlegen können und auch noch mehr trinken müssten.

    Genau diesen Satz fast Wort für Wort habe ich hier vor nicht all zu langer Zeit auch geschrieben. Genau dieses Unwissen hat mich viel zu viele Jahre die Wahrheit nicht sehen lassen. Und trotzdem ist das Problem da.

    Da es alles schon so lange geht suche ich den Fehler bzw. Was war zuerst diese Abneigung gegen ihn und dann hat mich der Alkohol erst gestört und mein Unterbewusstsein sucht einen Grund um es zu begründen. Oder ist es wirklich der Alkohol welcher die ganze Zeit die Ursache ist und war. Da bin ich mir so unsicher.

    Spielt das eine Rolle? Das ist wie die Frage nach dem Huhn und dem Ei. Kaputt ist kaputt. Du bist einsam und unglücklich. Er hat ein Problem und sieht es nicht. Sein Problem hat aber nichts mit dir zutun. Das habe ich hier lernen dürfen. Du bist hier goldrichtig und du wirst Klarheit finden. Hier gibt es unzählige Geschichten, wie deine und meine.

    Heute habe ich ihm auch wieder einmal gesagt wie sehr mich das alles belastet er sieht aber kein Problem und sagt so Sachen wie "auch wenn ich mal ein paar Tage nicht trinke, willst du keine Nähe. Also egal was ich tue es ändert sich ja nichts" dann sagte ich ihm "ja weil es halt immer nur bei ein paar Tagen bleibt

    Ach, diese Vorwürfe kenne ich zur Genüge. Auch ich will keine Nähe mehr mit einem nassen Alkoholiker. Mein Mann wurde nicht müde dieses Thema immer wieder vor anderen aufzuwerfen und mich damit zu demütigen. Irgendwann hab ich zum Gegenschlag ausgeholt und geantwortet: „wenn du nicht immer betrunken und stinkend nach Hause kommen würdest …. und außerdem habe ich keine Lust mich ewig abzumühen, bis du mal einen …. kriegt. Du brauchst nicht glauben, dass ich nicht auch Bedürfnisse habe, die DU mir nicht erfüllen kannst.“ Seither ist er still.

    Ich sehe mich nicht als süchtig an nach meinem Mann. Die Gründe, die mich halten sind andere. Es käme mir (mir!) wie eine Ausrede vor, das als Sucht zu bezeichnen. Es gibt viele, auch beschämende Gründe, weshalb ich geblieben bin. Aber ich war nicht krank.

    Das sehe ich z.B ganz anders. Für mich gibt es außer Liebe aktuell keinen Grund mehr bei ihm zu bleiben oder der Beziehung nachzutrauern. Also kann es in meinen Augen nur eine Sucht sein. Etwas, dass ich über viele Jahre durch mein Verhalten so in mein Leben integriert habe, dass ich mich erst lossagen und entwöhnen muss.

    Ich bezeichne meinen Prozess auch nicht als nüchtern werden. Sondern durch das Forum habe ich Klarheit gewonnen. Darüber wie Sucht funktioniert. Was meine Rolle ist. Wie realistisch oder unrealistisch meine Gedanken und Hoffnungen sind.

    Auch ich habe erst hier begriffen, wie tief die ganze Familie in der Sucht-Thematik drinnen stecken und was das all die Jahre mit uns gemacht hat und wie es soweit gekommen ist. Wie man jedoch so tief abstürzen kann, dass man alles opfert für die Sucht, werde ich wohl nie begreifen können.

    Bei mir genau so, Sonnenschein CoA .

    Und genau dieses "Schauen Sie dass sie jetzt nüchtern bleiben!" Hat mir meine Therapeutin letzte Woche noch gesagt. Ich musste kurz überlegen, ob sie sich versprochen hat, dann habe ich verstanden. Für mich war das ein gute Bild.

    Danke Api,

    ich habe manchmal das Gefühl missverstanden zu werden. Du verstehst mich glaub ich am ehesten, weil sich unsere Geschichten ähneln.

    Ich weiß, ich bin Co Abhängig und ich versuche nüchtern zu werden. Und das stellt mein komplettes Leben auf den Kopf und tut im Herzen sch…. weh. Ich weiß nicht, wie lange ich dafür brauche und ob ich es Rückfallfrei schaffe. Mir ist das alles bewusst. Und doch bin ich ein Mensch mit Gefühlen.

    Versuch doch vielleicht heute was Schönes mit den Mädels zu machen. Vielleicht könnt ihr Backen, ins Kino gehen oder ne kleine Shoppingtour unternehmen. Dann bist du auch abgelenkt und beschäftigt, die Zeit geht schneller rum und ihr verbringt gemeinsame Stunden.

    Guten Morgen Panama,

    das ist ein guter Vorschlag. Wir erhalten gerade den Alltag aufrecht. Die Kinder haben sich für heute schon mit Freunden verabredet und ich bin beschäftigt mit Haushalt und Kindertaxi. Das hält mich am Leben und ich verfall nicht in Starre. Trotzdem brech ich ständig in Tränen aus und das Gedankenkarussell steht nicht still.
    Nach außen bin ich immer die Starke, aber im inneren das kleine Mädchen, was sich am liebsten daumenlutschend in einer Ecke verkriechen würde.
    Ich werde das Beste aus dem Tag mache.
    Dieser blöde Nebel drück so aufs Gemüt…..

    Ich wünsche dir einen schönen Samstag und danke für deine Worte.

    Guten Morgen Jump,

    ja, ich tue es ganz bewusst für mich und die Kinder. Nicht für IHN, weil da habe ich keinen Einfluss drauf. Nur geht es mir damit wie hier scheinbar vielen. Es ist ein Prozess der Abnabelung oder vielleicht des NÜCHTERN werden. Er ist mein Suchtmittel seit über 20 Jahren. Wir sind durch dick und dünn gegangen und haben viele Schicksalsschläge überstanden, die uns nur noch näher gebracht haben. Nun ist dieser Seelenverwandte krank und ich kann ihm nur helfen, wenn ich ihn fallen lasse. Das tut richtig weh und ist richtig schwer. Dabei noch die Kinder trauern zu sehen, um so mehr.
    Ich habe nicht gehofft, dass er aufhört und alles gut ist. Nein, diese rosarote Brille habe ich nicht auf, aber für mich und die Kinder habe ich gehofft, dass wir doch eine größere Rolle in seinem Leben spielen. Die Einsicht, dass es nicht so ist, tut weh.

    Ja, ich habe einen Notfallplan. Und mit „mich mit meinen neuen Leben anfreunden“ heißt: Ich versuche einen Plan in meinem Kopf zu bauen, mich vorzubereiten auf eine vielleicht unschöne Trennung. Ich habe bereits keine Urlaube oder Veranstaltungen mehr gebucht oder geplant. Das neue Auto muss auch warten. Ich habe meine Finanzielle Lage gecheckt und nun versuche ich dieses neue Leben in meinem Kopf einzupflanzen.

    Ich bin eine Löwenmutter und würde alles für meine Kinder tun.

    Ich hatte viel eher erwartet, dass er gestern wieder betrunken vor der Tür gestanden hätte. Aber so war es nicht. Und dafür bin ich dankbar.

    LG

    Guten Morgen,

    wieder eine Nacht ohne IHN. Wieder eine Nacht in der er sich für den Alkohol entschieden hat und gegen seine Familie 😢.

    Es hat nicht das erwirkt, was ich erhofft habe. Einziger Trost: Er hat meine Regel eingehalten und nimmt mich ernst. Die Sucht ist wohl doch größer, als ich gedacht habe.
    Das Herz tut weh und ich fange an mich im Kopf mit meinem NEUEN Leben anzufreunden.

    Ich wünsche euch allen einen schönen Samstag.

    LG

    Guten Morgen Api,

    danke der Nachfrage. Erstaunlicherweise gut. Sie war nicht lang, aber doch sehr erholsam und ruhig. Ich was sicher und nicht wie ein Tier in der Wildnis. Immer auf halb Acht Stellung.

    Die Große versucht den Alltag aufrecht zu erhalten. Ich merke aber, dass sie innerlich wütend ist. Die Kleine wollte heute nicht in die Schule. Ich habe sie trotzdem geschickt, damit sie nicht in ein Loch fällt. Die Ablenkung mit Gleichaltrigen wird ihr hoffentlich gut tun. Heute Abend treffen wir uns dann eh zum Essen mit Freunden.

    Ich bin gespannt wie der Tag so wird. Ich arbeite ja auch mit IHM zusammen. Entweder lässt er mich da heute hängen und taucht nicht auf oder…… ich weiß es nicht.

    Bin heute dicht am Wasser gebaut, hoffentlich verlier ich nicht die Kontrolle.

    LG