Beiträge von Sonnenschein CoA

    Durchfall, Übelkeit...Du bist doch krank und einer deiner Kollegen weiß Bescheid! Magst Du Dich wirklich nicht krank schreiben lassen (bevor Du zusammenbrichst und dann sowieso nicht zur Arbeit gehen kannst...)

    Hast Du eine Idee / einen Ort wo Du hingehen könntest, wo Dir nicht die Decke auf den Kopf fällt

    Ihr habt alle so Recht. Aber inzwischen erscheint es mir für den Moment leichter mit dem Alkoholiker zu leben, als sich von ihm zu trennen.
    Meine Panikattacke ist inzwischen abgeklungen. Ich werde ins Büro fahren und um 10:00 Uhr meinen Geschäftstermin absolvieren. Da soll ER eigentlich auch dabei sein. Danach schau ich, wie ich mich fühle und was ich weiter tun kann.

    Ich will unter keinen Umständen aus der Wohnung hier weg. Das ist im Moment meine Festung, mein Hafen. Meine engsten Freunde sind ganz nah. Meine Familie weit weg.

    Guten Morgen BuyMyselfFlowers,

    der Weg zum Anwalt scheint noch viel zu groß und drastisch. Ich würde ihm gerne eine Tür öffnen und ihm meine Gedanken mitteilen. Und auch das mit Tasche packen und nicht mehr betrunken nach Hause kommen usw. So kennt er mich noch nicht, mit der Klarheit. Das hätte mir jetzt geholfen. Die Karten auf den Tisch legen und den nächsten Schritt gehen.
    Ich hab gerade die Kinder weg gefahren und nun ist er wieder verschwunden. Das war meine Chance für heute. Das auszuhalten tut so weh. Ich würde ihn so gerne schütteln und ihm sagen, was er gerade alles kaputt macht und er zur Besinnung kommen soll. Diese Hilflosigkeit mach mich krank.

    Guten Morgen,

    heute ist ein sehr schlechter Tag. Meine Übelkeit und der Durchfall beeinträchtigen mich sehr. Zudem kommen die ständigen Gedanken und Sorgen, die nicht still stehen bleiben. Offensichtlich denkt mein Mann, dass ich ihn betrüge. Ist ja auch schön einfach, sich sowas einzureden. Er hat scheinbar versucht mein Handy auszuspionieren, weil ich mich so abwertend ihm gegenüber verhalte. Was wird heute noch alles auf mich zukommen?

    Du sprichst mir aus der Seele BuyMyselfFlowers. Genauso fühle ich mich und genauso habe ich mich verhalten oder tue es noch immer.
    Mein nächster Schritt soll sein, dass ihm sage, dass er sich eine Tasche packen soll, damit er sich ein Zimmer nehmen kann, wenn er meint trinken zu müssen. Ich möchte ihn so nicht mehr sehen und ertragen und das sollte er auch für die Kinder so akzeptieren. Das Problem wird es sein, den richtigen Zeitpunkt abzupassen. Ich sehe ihn nur morgens oder am Wochenende nüchtern. Und wenn er merkt, dass ich etwas unangenehmes zu klären habe in der Früh, dann verschwindet er noch bevor die Kinder aus dem Haus sind und die Chance ist vertan. Was mach ich, wenn er sich nicht daran hält und es ihm egal ist? Dann muss ich mich anwaltlich beraten lassen, welche Möglichkeiten ich habe mich zu wehren. Die Zeit wird eine Lösung bringen.

    Kannst Du nicht zum Arzt und Dich mal komplett rausnehmen?

    Doch bestimmt, aber ich brauche die Ablenkung. Wenn ich daheim den ganzen Tag alleine bin verfall ich nur ins Grübeln. Und ich musste mich unangenehmen Fragen aussetzen. Wir sind eine Firma bestehend aus 2 Familien und 2 weiteren Angestellten. Also familiär und freundschaftlich. Jeder würde sofort merken, dass etwas nicht stimmt und ich könnte nicht MEINEN Weg gehen. Es würde eine Lawine losbrechen und mich überfordert.

    Guten Morgen Api,

    ich ärgere mich nur so sehr über mich selbst. Und genauso wütend bin ich auf ihn. Totales Gefühlskarussel.

    Nein, ich bin in keiner Therapie. Ich hab vor 1 oder 2 Jahren mal Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe für Angehörige in der Nähe aufgenommen. Doch abends an einem bestimmten Tag alle 2 Wochen war nicht passend für mich. Ich bin nie hingegangen. Wenn er abends betrunken nach Hause kommt, möchte ich meine Kinder schützen. Er ist nie gewalttätig, aber er kann sehr gemein und unfair sein. Deshalb fahr ich nie alleine weg und bin jeden Abend daheim. Dieses Problem möchte ich als erstes angehen. Etwas Freiheit gewinnen, schließlich sind die Kinder alt genug. Er darf nicht mehr betrunken hier sein. Das ist meine 1. Regel. Mal sehen, wie weit ich komme.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag.

    Guten Morgen,

    es ist wieder soweit. Das Wochenende war ruhig. Er hat wie immer keinen Alkohol angerührt und ich hab ihn diesmal links liegen lassen. Er scheint eine Änderung bei mir registriert zu haben, denn er verhält sich minimal zuvorkommend, Nun ist Montag. Ich wache auf und habe wieder meine Beschwerden vor lauter Panik was der Tag so mit sich bringt und welchen Problemen ich mich zu stellen habe. Ich muss hart bleiben und meinen Weg weiter gehen, sonst wird sich nie etwas ändern. Ich habe am Wochenende im Vorum viel gelesen. Und ich war so dumm. Ich habe jahrelang geglaubt, es wäre alles gar nicht so schlimm, aber ich hab es damit nur schlimmer gemacht und kostbar Lebenszeit verschwendet. Ich hoffe, dass ich stark genug bin meine Grenzen zu kommunizieren und durchzusetzen.

    LG

    Auch ich sehe seit Jahren zu wie mein Mann und Vater meiner Kinder sich zerstört. Der Körperliche Verfall ist unübersehbare. Und mittlerweile befürchte ich geistige Schäden. Es hat mir lange das Herz zerrissen und ich konnte diese Gleichgültigkeit gegenüber der eigenen Gesundheit nicht nachvollziehen. Wie will er für seine Kinder sorgen, wenn mal was mit mir sein sollte?

    Inzwischen ist mir seine Gesundheit egal. Es ist sein Leben. Ich bin nur noch wütend.

    Ich wünsche dir ganz viel Stärke. 😊

    Hallo akila,

    Willkommen.

    Ich selbst bin erst seit wenigen Tagen hier und mir geht es schon viel besser. Hier kann man sich unabhängig von irgendwelchen Zeiten einfach alles von der Seele reden und erhält Feedback von ganz unterschiedlichen Betroffenen und Angehörigen. Die verschiedenen Perspektiven helfen mir zu Klarheit in meinem Handeln.

    Hallo Car-Mom,

    ich sehe auch viele Parallelen. Ich habe bei dir etwas zurück gelesen und mich gleich wiedererkannt. Auch ich glaube, dass wir oft viel zu lange verständnisvoll sind. Aber wir stecken auch in der Situation. Ich weiß warum er so ist wie er ist und du wirst das bei deinem Mann auch wissen. Und das macht es so schwer. Ich habe erst vor einigen Monaten wirklich begriffen, dass mein Mann Alkoholiker ist, aber es bis heute nach außen hin nie ausgesprochen. Ich war geblendet von den „Trinkpausen“, wie es hier genannt wird. Für mich war ein Alkoholiker ein Dauertrinker. Für mich war mein Mann das nicht, weil er jedes Wochenende nichts angerührt hat, auch nicht, wenn auf einer Feier alle um ihn herum getrunken haben. Wir haben auch schon alles durch: Autos kaputt gefahren, Führerschein weg, Job verloren, Stunden und Nächte verschwunden, Krankheiten. Immer wieder ist er aus allem unentdeckt raus gekommen. Bei den Krankheiten gab es auch immer wieder andere Ursachen, nur hab ich nie ein Arztgespräch mitbekommen. Erst vor ca 3 Monaten. Da ging es ihm wieder sehr schlecht, wollte jedoch nicht zum Arzt und er war nur noch Ballast für mich. Da hab ich ihm gesagt, dass er sein Leben ändern muss und ich mich nicht um ihn kümmern werde, wenn er ein Pflegefall wird. Nur wurde in diesem Zusammenhang nie der Alkohol angesprochen. Er hat dann von sich aus aufgehört und 6 Wochen durchgehalten. Sobald seine Beschwerden nachlassen hatten, ging es weiter mit dem Saufen. Er ist nicht einmal 50 und sieht aus wie ein 80 Jähriger Pflegefall. Als es mir vor einigen Jahren das erste Mal sehr schlecht ging war Corona. Da war es für mich so unerträglich, dass ich ihn nur raus haben wollte. Es hatte keine Pension offen und kein Hotel und schon war man weiter gefangen und die Leidensstufe wurde etwas höher gesetzt.
    Cat-Mom, ich bin nicht anders als du und will deshalb nicht urteilen, aber du musst das beenden. Ich sehe das als nur Lesende auch als nur BlaBla von deinem Mann. In welcher Sprache braucht er die Regeln noch?

    LG

    Vielen Dank für alle eure Zusprüche und Kopfwäschen. Das hat heute sehr geholfen und mich wachsen lassen.
    Ich habe für mich folgendes erörtert: Mein Ehemann ist Alkoholiker und ich werde ihm mehr Grenzen setzen. Der Vater meiner Kinder ist Alkoholiker und ich werde darüber offener mit den Kindern kommunizieren. Mein bester Freund ist Alkoholiker und ich kann ihm nicht helfen und habe die Freundschaft auf Eis gelegt. Mein Vorgesetzter ist Alkoholiker und es geht mich nichts an, denn dafür sind andere zuständig. Und schon ist der Berg auf meinen Schultern erheblich geschrumpft.

    Kurzes Update:

    Nachdem er heute ab mittags wieder seinen Pegel aufgefüllt hat, wurde er gemein und unfair zu mir. Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn nichts getan habe, sondern immer geholfen und unterstützt und er nicht so gemein zu mir sein soll. Schließlich entscheidet er sich doch jeden Tag aufs Neue für den Alkohol und gegen seine Familie und die Angestellten. Das hat gut getan und mich befreit. Auch wenn er nur dasaß und gegrinst hat. Die erste Grenze ist gesetzt :thumbup:

    Guten Morgen,

    heute ist wieder ein schlechter Tag.
    Grundsätzlich bin ich ein sehr starker Mensch und meine Sorgen sieht man mir nicht an. Ich kann mich gut verstellen und wenn man IHN nicht „erlebt“ hat, dann würde man mir nichts ansehen. Daheim komm ich mit der Situation meistens klar. Ich lasse ihn links liegen und gehe ihm aus dem Weg. In der Arbeit funktioniert das leider nicht. Wir sind Teilhaber einer Firma und arbeiten dort. Er ist auch mein Vorgesetzter. Vorgestern hat mich ein Geschäftspartner auf seinen Zustand angesprochen. Das er ihn nur in der Früh anruft, weil er mittags schon betrunken ist und das ihn auch schon Kunden angesprochen haben, dass er am Telefon lallt und er alles vergisst. Das ist mir nicht nur unglaublich peinlich, sondern widerstrebt meinen Idealen vollkommen. Ich versuche immer alles perfekt und allen gerecht zu machen. Tag für Tag übernehme ich seine Aufgaben im Büro um die Angestellten zu schützen. Dadurch arbeite ich grundsätzlich für 2 Jobs und seit 2 Wochen mach ich 3, da ich eine Urlaubsvertretung übernehmen muss, wofür er eigentlich zuständig ist. Er kommt jedoch erst nachmittags ins Büro, ab 11:00 Uhr lallt er schön am Telefon, und dann ist er nach 1-2 Stunden wieder verschwunden ohne etwas großartig getan zu haben und kommt aber nicht vor 20:00 Uhr nach Hause.
    Gestern Früh ging es mir sehr schlecht. Nachdem er gefahren und die Kinder in der Schule waren, bin ich unter der Dusche zusammengebrochen. Ich habe lange geweint und mir eine schützende Person gewünscht, die mir all die Last von meinen Schultern nimmt. Heute geht es mir nicht viel besser. Es steht ein wichtiger Termin heute an und er wird es versauen oder mich damit hängen lassen und nicht auftauchen. Ich bekomme tagtäglich alles ab.
    Seit Wochen stehe ich jeden Morgen auf und verbringe erst einmal die meiste Zeit auf der Toilette. Magenkrämpfe, Übelkeit, Duchfall. Ich nenne es „meine morgendliche Panikattacke“. Zusätzlich kann ich die meiste Zeit nicht essen und schlafen. Ich funktioniere nur und versuche alle belastenden Gefühle auszuschalten.

    Ich habe hier sehr viel davon gelesen, dass man etwas Gutes für sich tun soll, doch wie kann ich das in meiner Situation? Ich versuche aktuell irgendwie jeden Tag durchzustehen und mir für die Kinder nichts anmerken zulassen. Ich kann doch nicht meinen Job hinschmeißen und meinen Mann aus der Wohnung und das in meinem emotionalen Zustand. Davon abgesehen würde er dann sehr wahrscheinlich seinen Job verlieren und und irgendwo einsam weitertrinken. Ich bin seit über 20 Jahren seine beste Freundin und seine Familie. Es gibt niemanden mehr in seinem Leben. Hab ich da nicht die Pflicht ihn bei seiner Krankheit zu helfen und beizustehen? Darf man einen besten Freund so fallenlassen?

    Ich dreh mich in einer Spirale und finde nicht raus. Was soll ich tun?

    Hallo Hera und ByMyselfFlowers,

    ihr hab vollkommen Recht. Wie sich die Kinder fühlen, weiß ich nicht so wirklich. Wir haben eine enge Bindung und ich versuche immer einen offenes Ohr für sie zu haben. Sie sind inzwischen schon groß (17 und 14). Die 14 Jährige leidet wahrscheinlich am meisten unter seinen Stimmungsschwankungen und den ungerechten Unterstellungen. Ich bin fast nie weg, um in solchen Momenten für sie einzuspringen. Die Große ist voll im Bilde. Da fallen immer wieder Sätze wie: er hat wieder getrunken, oder warum ist er so gemein? Ich versuche es zu erklären, doch wie kann man das ohne sein Verhalten zu entschuldigen? Ich scheu mich nicht davor offen mit den beiden darüber zu reden, aber ich will ihn auch nicht schlecht machen. Sie lieben ihren Vater trotzdem sehr.
    Leider macht er auch immer wieder diese Spielchen mit uns. Gestern Abend nachdem ich hier geschrieben habe, kam er wie gewohnt viel zu spät und viel zu betrunken nach Hause. Diesmal mit einer Tüte Süßem für die Kids und einem Blumenstrauß für mich. Ich kann das einordnen und es macht mich sauer, aber wie verstehen es die Kinder?