Beiträge von Sonnenschein CoA

    Liebe Momo,

    das klingt fast so. Aber ich führe keine Gespräche mit ihm, wenn er betrunken ist. Ich warte, bis er nüchtern ist oder zumindest für mich nur angetrunken wirkt.
    Was tue ich für mich? Also gestern war ich seit langem wieder zur Massage. Ich musste meinen Körper wieder spüren und mir seelische Streicheleinheiten abholen. Zudem habe ich viele Gespräche über das Thema geführt und Klarheit für mich gewonnen. Ich habe endlich einen Weg vor Augen, den ich durchziehen möchte. Ich werde z.B. nicht mehr arbeiten gehen, wenn er da ist, bevor er sich nicht Hilfe geholt hat. Das habe ich dort und auch ihm gegenüber klar kommuniziert. Somit habe ich mir dort wieder einen emotional sicheren Raum geschaffen und andere müssen für ihn mitarbeiten. Es bleibt nicht alles an mir hängen.

    Das klingt für einen Außenstehenden vielleicht nach nicht viel, aber für eine Woche fühlt es sich für mich wie ein Marathon an. Ich fühle mich müde und erschöpft. Dieser Kampf und die ganzen Emotionen haben mir viel Kraft abverlangt.

    Er bleibt heute zu Hause, also in seiner sicheren Umgebung und tankt Kraft. Und ich kann auch runterkommen.

    LG

    Hallo zusammen,

    er wurde nicht entlassen, sonder er hat die Möglichkeit bekommen bis Ende des Jahres sich „zusammen zu reißen „ , um dann ab Januar seine Sucht zu behandeln. Alternativen: er bekommt zum Jahresende die Kündigung. Das sind für mich beides keine Wege. Ich war entsetzt. Er ist JETZT krank und nicht erst in 2,5 Monaten. Ich habe ihm die beiden Artikel zum kalten Entzug und die Grundbausteine für ein nüchternes Leben mitgegeben. Zu Hause war er dann erst 5 Stunden später und total betrunken. Mir hat er dann erzählt, dass er für Freitag einen Arzttermin vereinbart hat und außerdem mit jemanden, der ihm schon einmal einen Job angeboten hatte. Danach haben wir viel geredet und ich war schon fast überzeugt, dass er es ernst meint. Heute Morgen wach ich dann auf und mir fällt ein, dass gestern Nachmittag der Arzt geschlossen hatte und er gar keinen Termin gemacht haben kann. Panikattacke und das Lügengerüst wird weiter gebaut.


    Wie habt ihr Angehörigen es geschafft, euer Gedankenkarussel in den Griff zu bekommen? Was hat euch gut getan?

    Hier schreiben. Immer und immer wieder. Ich hatte hier nie das Gefühl jemanden mit meinen Problemen und Gedanken zu belasten, wie z.B Freunde und Familie. Einfach zu jeder Zeit ungefiltert alles los zu werden. Und wirklich ungefiltert ist es ja nicht. Man muss seine Gedanken und Gefühle formulieren. Und die Antwort kann man immer und immer wieder lesen und auf sich wirken lassen. Parallel habe ich mir hier alle Artikel zu den Themen durchgelesen, mich einfach damit beschäftigt, und ein entsprechendes Buch aus der Büchervorschlagliste rausgesucht und bestellt.

    Guten Morgen,

    gestern ist SEINE Welt zusammengebrochen. Er hat einen Anruf bekommen, dass er wohl gekündigt ist und heute zum Gespräch kommen soll. Er was super betrunken, als er Heim kam. Das haben natürlich auch die Kinder mitbekommen. Ich hab dann die Situation genutzt und mit der Großen Tochter gesprochen. Die war sehr gefasst und einfach sehr vernünftig. Sie konnte klar formulieren was sie stört und was sie will.

    Dann hat ER das Gespräch mit mir gesucht, leider anfangs sehr taktlos. Meine jüngere Tochter hat nur mitbekommen: Papa ist Alkoholiker, Papa hat seine Arbeit verloren und meine Eltern trennen sich. Ich habe sie dann weinend unter der Dusche gefunden und dann lange mit ihr darüber gesprochen. Ich hab IHM dann einfach schonungslos meine Sicht der Dinge präsentiert. Er war einsichtig und wusste, dass irgendwann all das passieren würde. Ich hab ihn dann mit dem konfrontiert, was ich und vor allem die Kinder fühlen. Und bei ihm liefen die Tränen. Er ist hat aufgeschlagen. Dann schauen wir mal, was der Tag heute bringt und wie heute seine Sicht auf die Dinge ist.

    Was meint ihr? Soll ich das Gespräch mit meinen Kindern suchen. Schließlich sind sie schon 17 und 14. Oder soll ich das Thema lieber nicht präsenter machen?

    Kurzes Update:

    Ich habe heute den Tag im Büro durchgehalten, bis er wieder total voll aufgetaucht ist. Dann konnte ich es nicht mehr ertragen. Mein Gespräch gestern mit meinem Kollegen hat sich gelohnt. Er hat sich Gedanken gemacht und heute in der Früh gleich den 2. Vorgesetzten informiert. Damit hat er mir ein Problem abgenommen und jemand anderes kümmert sich jetzt. Zusätzlich habe ich mich heute meinen engsten Freundinnen anvertraut. Somit bin ich nicht alleine und jeder weiß Bescheid, wenn ich Hilfe brauchen sollte. Nun heißt es abwarten was in ihm passiert. Er wirkte heute sehr traurig.

    Sein Verhalten begründet er einem Freund gegenüber damit, dass ich seit fast einem Jahr eine Affäre hätte. Darüber können alle nur lachen, die mein Leben kennen. Aber in seiner Welt ist es real.

    Durchfall, Übelkeit...Du bist doch krank und einer deiner Kollegen weiß Bescheid! Magst Du Dich wirklich nicht krank schreiben lassen (bevor Du zusammenbrichst und dann sowieso nicht zur Arbeit gehen kannst...)

    Hast Du eine Idee / einen Ort wo Du hingehen könntest, wo Dir nicht die Decke auf den Kopf fällt

    Ihr habt alle so Recht. Aber inzwischen erscheint es mir für den Moment leichter mit dem Alkoholiker zu leben, als sich von ihm zu trennen.
    Meine Panikattacke ist inzwischen abgeklungen. Ich werde ins Büro fahren und um 10:00 Uhr meinen Geschäftstermin absolvieren. Da soll ER eigentlich auch dabei sein. Danach schau ich, wie ich mich fühle und was ich weiter tun kann.

    Ich will unter keinen Umständen aus der Wohnung hier weg. Das ist im Moment meine Festung, mein Hafen. Meine engsten Freunde sind ganz nah. Meine Familie weit weg.

    Guten Morgen BuyMyselfFlowers,

    der Weg zum Anwalt scheint noch viel zu groß und drastisch. Ich würde ihm gerne eine Tür öffnen und ihm meine Gedanken mitteilen. Und auch das mit Tasche packen und nicht mehr betrunken nach Hause kommen usw. So kennt er mich noch nicht, mit der Klarheit. Das hätte mir jetzt geholfen. Die Karten auf den Tisch legen und den nächsten Schritt gehen.
    Ich hab gerade die Kinder weg gefahren und nun ist er wieder verschwunden. Das war meine Chance für heute. Das auszuhalten tut so weh. Ich würde ihn so gerne schütteln und ihm sagen, was er gerade alles kaputt macht und er zur Besinnung kommen soll. Diese Hilflosigkeit mach mich krank.

    Guten Morgen,

    heute ist ein sehr schlechter Tag. Meine Übelkeit und der Durchfall beeinträchtigen mich sehr. Zudem kommen die ständigen Gedanken und Sorgen, die nicht still stehen bleiben. Offensichtlich denkt mein Mann, dass ich ihn betrüge. Ist ja auch schön einfach, sich sowas einzureden. Er hat scheinbar versucht mein Handy auszuspionieren, weil ich mich so abwertend ihm gegenüber verhalte. Was wird heute noch alles auf mich zukommen?

    Du sprichst mir aus der Seele BuyMyselfFlowers. Genauso fühle ich mich und genauso habe ich mich verhalten oder tue es noch immer.
    Mein nächster Schritt soll sein, dass ihm sage, dass er sich eine Tasche packen soll, damit er sich ein Zimmer nehmen kann, wenn er meint trinken zu müssen. Ich möchte ihn so nicht mehr sehen und ertragen und das sollte er auch für die Kinder so akzeptieren. Das Problem wird es sein, den richtigen Zeitpunkt abzupassen. Ich sehe ihn nur morgens oder am Wochenende nüchtern. Und wenn er merkt, dass ich etwas unangenehmes zu klären habe in der Früh, dann verschwindet er noch bevor die Kinder aus dem Haus sind und die Chance ist vertan. Was mach ich, wenn er sich nicht daran hält und es ihm egal ist? Dann muss ich mich anwaltlich beraten lassen, welche Möglichkeiten ich habe mich zu wehren. Die Zeit wird eine Lösung bringen.

    Kannst Du nicht zum Arzt und Dich mal komplett rausnehmen?

    Doch bestimmt, aber ich brauche die Ablenkung. Wenn ich daheim den ganzen Tag alleine bin verfall ich nur ins Grübeln. Und ich musste mich unangenehmen Fragen aussetzen. Wir sind eine Firma bestehend aus 2 Familien und 2 weiteren Angestellten. Also familiär und freundschaftlich. Jeder würde sofort merken, dass etwas nicht stimmt und ich könnte nicht MEINEN Weg gehen. Es würde eine Lawine losbrechen und mich überfordert.

    Guten Morgen Api,

    ich ärgere mich nur so sehr über mich selbst. Und genauso wütend bin ich auf ihn. Totales Gefühlskarussel.

    Nein, ich bin in keiner Therapie. Ich hab vor 1 oder 2 Jahren mal Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe für Angehörige in der Nähe aufgenommen. Doch abends an einem bestimmten Tag alle 2 Wochen war nicht passend für mich. Ich bin nie hingegangen. Wenn er abends betrunken nach Hause kommt, möchte ich meine Kinder schützen. Er ist nie gewalttätig, aber er kann sehr gemein und unfair sein. Deshalb fahr ich nie alleine weg und bin jeden Abend daheim. Dieses Problem möchte ich als erstes angehen. Etwas Freiheit gewinnen, schließlich sind die Kinder alt genug. Er darf nicht mehr betrunken hier sein. Das ist meine 1. Regel. Mal sehen, wie weit ich komme.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag.

    Guten Morgen,

    es ist wieder soweit. Das Wochenende war ruhig. Er hat wie immer keinen Alkohol angerührt und ich hab ihn diesmal links liegen lassen. Er scheint eine Änderung bei mir registriert zu haben, denn er verhält sich minimal zuvorkommend, Nun ist Montag. Ich wache auf und habe wieder meine Beschwerden vor lauter Panik was der Tag so mit sich bringt und welchen Problemen ich mich zu stellen habe. Ich muss hart bleiben und meinen Weg weiter gehen, sonst wird sich nie etwas ändern. Ich habe am Wochenende im Vorum viel gelesen. Und ich war so dumm. Ich habe jahrelang geglaubt, es wäre alles gar nicht so schlimm, aber ich hab es damit nur schlimmer gemacht und kostbar Lebenszeit verschwendet. Ich hoffe, dass ich stark genug bin meine Grenzen zu kommunizieren und durchzusetzen.

    LG

    Auch ich sehe seit Jahren zu wie mein Mann und Vater meiner Kinder sich zerstört. Der Körperliche Verfall ist unübersehbare. Und mittlerweile befürchte ich geistige Schäden. Es hat mir lange das Herz zerrissen und ich konnte diese Gleichgültigkeit gegenüber der eigenen Gesundheit nicht nachvollziehen. Wie will er für seine Kinder sorgen, wenn mal was mit mir sein sollte?

    Inzwischen ist mir seine Gesundheit egal. Es ist sein Leben. Ich bin nur noch wütend.

    Ich wünsche dir ganz viel Stärke. 😊

    Hallo akila,

    Willkommen.

    Ich selbst bin erst seit wenigen Tagen hier und mir geht es schon viel besser. Hier kann man sich unabhängig von irgendwelchen Zeiten einfach alles von der Seele reden und erhält Feedback von ganz unterschiedlichen Betroffenen und Angehörigen. Die verschiedenen Perspektiven helfen mir zu Klarheit in meinem Handeln.

    Hallo Car-Mom,

    ich sehe auch viele Parallelen. Ich habe bei dir etwas zurück gelesen und mich gleich wiedererkannt. Auch ich glaube, dass wir oft viel zu lange verständnisvoll sind. Aber wir stecken auch in der Situation. Ich weiß warum er so ist wie er ist und du wirst das bei deinem Mann auch wissen. Und das macht es so schwer. Ich habe erst vor einigen Monaten wirklich begriffen, dass mein Mann Alkoholiker ist, aber es bis heute nach außen hin nie ausgesprochen. Ich war geblendet von den „Trinkpausen“, wie es hier genannt wird. Für mich war ein Alkoholiker ein Dauertrinker. Für mich war mein Mann das nicht, weil er jedes Wochenende nichts angerührt hat, auch nicht, wenn auf einer Feier alle um ihn herum getrunken haben. Wir haben auch schon alles durch: Autos kaputt gefahren, Führerschein weg, Job verloren, Stunden und Nächte verschwunden, Krankheiten. Immer wieder ist er aus allem unentdeckt raus gekommen. Bei den Krankheiten gab es auch immer wieder andere Ursachen, nur hab ich nie ein Arztgespräch mitbekommen. Erst vor ca 3 Monaten. Da ging es ihm wieder sehr schlecht, wollte jedoch nicht zum Arzt und er war nur noch Ballast für mich. Da hab ich ihm gesagt, dass er sein Leben ändern muss und ich mich nicht um ihn kümmern werde, wenn er ein Pflegefall wird. Nur wurde in diesem Zusammenhang nie der Alkohol angesprochen. Er hat dann von sich aus aufgehört und 6 Wochen durchgehalten. Sobald seine Beschwerden nachlassen hatten, ging es weiter mit dem Saufen. Er ist nicht einmal 50 und sieht aus wie ein 80 Jähriger Pflegefall. Als es mir vor einigen Jahren das erste Mal sehr schlecht ging war Corona. Da war es für mich so unerträglich, dass ich ihn nur raus haben wollte. Es hatte keine Pension offen und kein Hotel und schon war man weiter gefangen und die Leidensstufe wurde etwas höher gesetzt.
    Cat-Mom, ich bin nicht anders als du und will deshalb nicht urteilen, aber du musst das beenden. Ich sehe das als nur Lesende auch als nur BlaBla von deinem Mann. In welcher Sprache braucht er die Regeln noch?

    LG