Beiträge von Sonnenschein CoA

    Hallo Mathilde,

    du musst tun, was sich für dich richtig und gut anfühlt. Und manchmal ist es auch von der Tagesform abhängig.

    Ich bin mir damals erst einmal klar darüber geworden, was ich möchte, und was nicht. Wie weit bin ich bereit zu gehen für mein Wohlbefinden. Diese Wünsche und Bedürfnisse habe ich klar kommuniziert, ohne wenn und aber. Und ganz klar mitgeteilt, was für mich die Konsequenz ist, wenn meine Wünsche nicht respektiert werden. An der Stelle sollte man nur das äußern, was man wirklich bereit ist zu tun, ansonsten wird man unglaubwürdig und unter Umständen zum Spielball für den Gegenüber.

    Nachdem dann bei uns daheim nur teilweise oder gar nicht auf meine Bedürfnisse eingegangen wurde, habe ich die Konsequenzen gezogen. Ich habe nur mein Leben gestaltet und meinen Mann außen vorgelassen. Ich habe angefangen für mein Wohlbefinden zu sorgen. Ich habe keine gemeinsamen Aktivitäten oder Urlaube mehr geplant. Ich habe mich alleine mit Freunden verabredet und einfach mein Ding gemacht.

    Die Veränderung meines Verhaltens und das keine weitere Kommunikation zum Thema Alkohol mehr gelaufen ist (schließlich war von meiner Seite her schon alles 100 Mal gesagt), hat die Gegenseite wahrgenommen. Nur anstatt etwas zu ändern, wurde ich zum Feindbild. Also hab ich kurzer Hand die Trennung vollzogen.

    Zu diesem Zeitpunkt war es mir inzwischen egal, ob er zum Entzug geht, aufhört zu trinken oder total abstürzt. Ich wollte damit nicht mehr leben. Ich war mir inzwischen selbst mehr wert, als nur ein Schatten seiner Sucht zu sein.

    LG ☀️

    Hallo MoniSi,

    Wie geht es dir heute, nach einem Jahr Trennung lieber Sonnenschein? Wie lange hast du das mitgemacht und wie verlief die Trennung bzw Ablösung?

    Mir geht es bedeutend besser. Nein, mir geht es gut. Natürlich belastet mich noch immer was ich erlebt habe, wie viel Zeit verronnen ist, wie blind ich war und was ich mit mir hab machen lassen. Aber ich kann inzwischen akzeptieren, dass genau das mein Weg war, der gegangen werden musste. Ich bin 45 Jahre alt und habe 2 Töchter (15 und 18). Ich steh gefühlt in der Blüte meines Lebens. Die Zeit der dauernden Kinderbespaßung ist vorbei. Ich kann wieder Unternehmungen und auch kleine Reisen übers Wochenende alleine machen. Das würde ich natürlich gerne mit jemandem an meiner Seite tun. Das fehlt mir schon manchmal. Aber im Moment komm ich alleine super klar und genieße das auch. Zu akzeptieren, dass die Zukunft jetzt doch ganz anders verlaufen wird, wie es jahrelang der Plan war, ist nicht einfach. Es ist ein Prozess.

    Und genauso war es mit der Abnabelung. Ich hab im Nachhinein in einem alten Tagebuch gelesen und festgestellt, dass ich 11 Jahre vor der Trennung bereits ein Problem mit seinem Alkoholkonsum hatte. Die letzten 5 Jahre waren belastend und die letzten 2 Jahre vor der Trennung für mich kaum noch auszuhalten. Ich habe zum Schluss fast täglich unter Panikattacken gelitten. Ich konnte nicht mehr essen und schlafen.

    Mein Mann hatte nach vielen Krankheiten von sich aus im Sommer 2024 eine 14 wöchige Trinkpause eingelegt. Und da wurde mir erst bewusst, wie schön es sein kann ohne Alkohol und wie furchtbar belastet mein Leben mit seinem Konsum war. Als er dann im Herbst 2024 rückfällig wurde, war mir klar, dass ich das nicht mehr möchte. Das ganze hin und her, die ständigen Versprechungen und Lügen. Zeitgleich hab ich mich hier angemeldet und verstanden, was daheim eigentlich abgeht. Dann wurde im Winter eine meiner Töchter psychisch krank aufgrund seines Verhaltens und ich war kurz davor zusammenbrechen. Es gab nur noch eine Option für mich. Ich muss das beenden und mich und die Kinder aus dem Schlamassel holen. Ich hab angefangen mich vorzubereiten und im April 2025 saß ich das erste Mal beim Anwalt und hab die Trennung meinem Mann gegenüber ausgesprochen.

    Dann ging alles ganz schnell bergab bei ihm. Auto schrott, Führerschein weg, Straftaten begangen, ich hab Kokain gefunden, Job weg, Gesundheit im Eimer usw. Dann hab ich ihn rausgeschmissen. Aber er kam immer wieder, was auch sein Recht war. Im Mai/Juni war er dann für 6 Wochen in der Klinik. Dort hat er auch konsumiert und danach auch immer wieder mal. Im August wurde er gewalttätig gegen meine Tochter. Ich hab ihn wieder rausgeschmissen und per Gericht eine Wohnungszuweisung bewirkt. Seither hat er uns das Leben zur Hölle gemacht. Es gab mehrere Polizeieinsätze, Suizidandrohungen, Bedrohungen, Beschimpfungen, Beleidigungen und Manipulation jenseits von gut und böse.

    Hallo MoniSi.Wenn ein Partner/Partnerin abhängig trinkt, verändert sich seine Persönlichkeit. Je länger die Abhängigkeit besteht, umso schlimmer wird es für dich werden. Enttäuschungen, Lügen,Verharmlosungen sind vorprogrammiert. Das ist dann kein Partnerschaft mehr, sondern ein Gefühlschaos deinerseits von Hoffnung über Wut.Hilflosigkeit,Fehlersuche bei dir selbst.

    Das hab ich ganz genau so erlebt. Mein Mann hat seine Persönlichkeit so verändert, dass er ein komplett anderer Mensch ist. Da ist rein gar nichts mehr übrig von der Person, die er einmal war. Und inzwischen ist er auch körperlich ein Wrack. Ich habe damals meinen Mann aufgegeben und ihn in meinem Kopf für tot erklärt. Der Mann den ich vor 22 Jahren geheiratet habe, ist nicht mehr da und wird nicht wiederkommen.

    LG ☀️

    Hallo MoniSi,

    willkommen.

    Versteh das bitte nicht falsch, aber ich möchte dich mal etwas triggern.

    Nüchtern harmonieren wir sehr gut, allerdings sind diese Zeiten überschaubar, er trinkt jeden Tag.

    Ja, das kenne ich auch aus meiner Ehe. Aber wie kann man harmonieren, wenn eine Seite seinen Gelüsten nachgeht, während die andere Seite auf dem Zahnfleisch daher geht? Wenn er jeden Tag trinkt, dann ist er permanent nicht wirklich er selbst. Wie oft ist dein ursprünglicher Mann noch präsent und wie oft der schreckliche Alkoholiker, der dich wie Dreck behandelt?

    Er gesteht sich seit einem halben Jahr sogar ein Alkoholproblem ein (davor wurde es Kleingeredet), will sich aber keine Unterstützung holen. Er schaffe das selbst. Und scheitert trotzdem immer wieder…

    Ja, genauso habe ich das auch erlebt. Viele Jahre lang und mein Mann hat sich noch immer nicht die Hilfe gesucht. Wie lange willst du darauf warten?

    Ich bin hin- und hergerissen, zwischen Liebe, Wut, Hilflosigkeit und Traurigkeit :(

    Ich bin inzwischen seit einem Jahr getrennt und inzwischen ist nur noch Wut und Traurigkeit übrig. Aus der Hilflosigkeit kannst du dich befreien und die Liebe vergeht. Es dauert und es tut weh, aber es gibt einen Weg.

    Muss zuschauen, wie sich mein Liebster selbstzerstört und unsere Beziehung zerstört. Er ist labil und ich unterstütze ihn in vielen Bereichen.

    Mit anzusehen, wie meine große Liebe sich gesundheitlich zerstört, war für mich das schlimmste überhaupt. Irgendwann sah er so schlecht und krank aus, dass ich ihn nicht mehr anschauen konnte, ohne in Tränen auszubrechen. Und meine Unterstützung war bis dahin schon so groß geworden, dass ich mich verloren hatte. Mich gab es nicht mehr, sondern nur noch eine Person, die für ihren Partner alles gemacht hat. Mein Tag richtete sich nach ihm und seinen Stimmungen.

    Wie sieht dein Leben aus? Und damit meine ich wirklich DEIN Leben, nicht das was du für ihn führst. Was wünschst du dir für dich?

    LG ☀️

    Guten Morgen Jen,

    Was meint ihr kann er es alleine schaffen ? Wird er wieder trinken ? Ich weiß das mir dies niemand beantworten kann aber ich erhoffe mir ein wenig Austausch vielleicht einfach Mal eine Meinung von jemand der außen vor ist

    Wenn du in den Fäden der anderen Angehörigen hier liest, mein Faden eingeschlossen, dann wirst du recht schnell feststellen, dass es da viele Parallelen gibt. Meiner Meinung nach ist das, was du erlebst, grad der Anfang.

    Die Frau ist unzufrieden und sucht sich Hilfe und Information, während der Partner zwar beruflich funktioniert, aber ansonsten daheim nur durchhängt und zu nichts zu gebrauchen ist. Wenn sie bestimmter wird, dann legt er eine Trinkpause ein, alles entspannt sich und die Partnerin wurde wieder resetet.

    Vielleicht versteht er es irgendwann und schafft es sich Hilfe zu suchen, ohne die schafft es kaum einer. Vielleicht auch nicht. Wenn ja, wann wird das sein? Wie viele Jahre hast du dann bereits unglücklich in dieser Beziehung verharrt? Welchen Schaden haben die Kinder davon getragen? Ist es das wert?

    Wenn er es nicht schafft, dann wird es dir vielleicht irgendwann so gehen, wie das was ich erlebt habe. Und da bin ich hier nicht Einzige. Ich habe viele Jahre solche Extrarunden in der Beziehung gedreht, immer mit der Hoffnung, dass es diesmal klappt. Tatsächlich wurde es immer schlimmer und zum Schluss ging alles rasend schnell. Geld weg, Führerschein weg, Job weg, Auto schrott, Kinder psychisch belastet, Krankheiten, Gewalt und Strafanzeigen und Drogen kamen ins Spiel.

    Heute weiß ich, dass ich nie eine Chance hatte und wertvolle Lebenszeit verschenkt habe. Ich habe die Gesundheit meiner Kinder aufs Spiel gesetzt und am Ende alles verloren. Meinen Geschäftspartner, meinen besten Freund, meinen Mann, meine große Liebe, den Vater meiner Kinder, meine finanzielle Absicherung und meine Würde. Das alles wieder in Ordnung zu bringen, hat mir viel abverlangt und mich am Ende viel gekostet. Und er macht unbeirrt weiter. Er trinkt und konsumiert und fällt von einer Katastrophe in die nächste. Und in seiner Welt bin ich an allem Schuld, obwohl ich alles gegeben habe, bis zur Selbstaufgabe.

    Keiner kennt deine Reise, aber du bist schon ein ganzes Stück weiter als ich es ich damals war. Vielleicht denkst du darüber nach was deine Grenzen sind. Was du vom Leben und deinem Partner erwartest. Dann kannst du das klar kommunizieren und verteidigen und dann wirst du sehen was passiert. Nimm den Fokus von ihm weg und leg ihn wieder auf dich und die Kinder. Wenn er rumliegen will, dann lass ihn und genieß dein Leben alleine. Werde selbstständiger und „übe“ das alleine sein. Freunde dich mit dem Gedanken an, „was wäre wenn“ und denk ihn zu Ende. Du wirst in dir einen Prozess lostreten und er wird es merken und zeigen was in ihm steckt.

    Ich möchte dir etwas mit auf den Weg geben, was mir geholfen hat:

    Trinkpausen sind nicht aufhören. Aufhören ist aufhören. Trinkpausen dienen nur dazu das Umfeld in dem Glauben der Kontrolle darüber zu lassen.

    Versetze dich in die Vogelperspektive. Ist er wirklich noch so ein guter Mann, der arbeitet und alles im Griff hat und dann nur fertig ist? Ich habe mit meinem Mann immer zusammenarbeiten und daher wusste ich, dass da schon lange nichts mehr funktioniert hat. Nach außen hin, war er immer der super beschäftigte und fleißige Geschäftsführer. Kannst du das wirklich einschätzen? Ist es nicht eher so, dass er sich mit Kater und Entzugserscheinungen durch den Arbeitstag windet und gar nicht die richtige Leistung erbringen kann und dann vor Erschöpfung und Suchtdruck daheim dem Verlangen nachgibt?

    Und zu allerletzte: Rede!!!! Öffne dich gegenüber Familie und Freunden. Sprich hier, wenn es anfangs nicht so klappt. Du musst dich nicht schämen, du machst nichts falsch. Du darfst drüber reden, es betrifft schließlich auch dich. Deck ihn nicht weiter vor dem Umfeld. Gib ihm die Verantwortung für sein Handeln zurück. Warum sollte er sonst etwas ändern wollen, solange sich das Umfeld mit ihm arrangiert?

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und einen hilfreichen Austausch hier. Bleib am Ball und du wirst wieder glücklich sein können.

    Sorry für den langen Text. Das war nicht der Plan.🫣

    Liebe Grüße ☀️

    Liebe Aurora,

    herzlichen Glückwunsch von mir zu glücklichen 15 Ehejahren. Ich wünsche dir und Dante noch mindestens genauso viele Jahre in gesunder und trauter Zweisamkeit.

    Schön zu sehen, dass es auch ein Happy End geben kann.

    Liebe Grüße ☀️

    Hallo Eloed,

    ich verstehe, dass du Zweifel hast, aber die sind meiner Meinung nach nicht angebracht.

    Du hast Grenzen gesetzt und verteidigst diese. Du bist für deine Kinder da und das ist im Moment deine Hauptaufgabe.

    Natürlich versucht sie dich weiter zu beeinflussen. Das hat lange funktioniert und nun merkt sie wie du einen neuen Weg einschlägst.

    Mir hat damals geholfen, nicht so weit in die Zukunft zu planen. Lass es laufen. Hauptsache dir und den Kindern geht es gut. Und wenn es dir mit dem Kontakt zu ihr schlecht geht, dann schränke das ein. Du bist ganz wichtig im Moment. Deine Kinder sind auf dich angewiesen und deswegen muss es dir gut gehen, sonst funktioniert das nicht. Ich weiß, die Gefühle kann man nicht einfach ausblenden. Du wirst aber lernen klar zu kommen.

    Was ich eigentlich sagen wollte…. Lass sie die Therapie machen. Wenn du merkst, dass es für die Kinder nicht funktioniert, dann hol sie heim. Du wirst sehen, wie ernst sie es meint. Du musst nicht heute deine Scheidung festlegen. Mach kleinere Schritte. Vertrau deinem Gefühl. Du machst das vollkommen richtig.

    LG ☀️

    Hallo Eloed,

    schön, dass du uns gefunden hast. Ich habe einen ähnlichen Weg durchgemacht wie du, nur das meine Konder schon älter waren, ich mich viel zu lange damit aufgehalten habe und es am Ende eskaliert ist. Ich hatte die gleichen Gefanken und Gefühle und ich kann mich nur anschließen.

    Du machst alles richtig. Du bist das einzige funktionierende Elternteil und du musst für deine Kinder da sein. Sie selbst können sich nicht aus der Situation befreien. Du machst das toll. Das ist anstrengend, ich weiß. Du bist mit deinen Kräften am Ende. Aber es wird besser werden. Nicht von heute auf morgen, aber stetig.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und das du dich von deinem Weg nicht abbringen lässt.

    LG ☀️

    Hallo Farfalla,

    Wie kann man mit dieser Wut und Verachtung umgehen? Unsere Familie ist sehr eng miteinander vernetzt, einen Kontaktabbruch will ich nicht

    Ich glaube nicht, dass hier jemand darauf eine zufriedenstellende Antwort geben kann. Du musst einen Katalysator finden, der dir hilft diese Gefühle zu reduzieren, umzuwandeln oder verschwinden zu lassen. Und meiner Meinung nach, bleibt dann nur der Kontaktabbruch, um nicht weiter solche Gefühle aufkommen zu lassen. Sonst drehst du dich ständig im Kreis.

    LG ☀️

    Guten Morgen Lenethu,

    ich schließe mich Morgenrot an. Du darfst deiner Wahrnehmung trauen. Das ist nicht ernst gemeint und wird zu nichts führen. Sowas habe ich mir auch anhören dürfen und hat immer wieder Hoffnung in mir geweckt.

    Ich frage mich, was in dieser Situation eigentlich besser ist. Immer wieder eintreten und fragen, wie es ihm geht. Zeigen, das man da ist.

    Auf keinen Fall. So ein Verhalten hat mich in der Spirale gehalten. Eine Versprechung, eine Handlung und schon keimt ein Hoffnungsschimmer und ich habe mir alle Gliedmaßen ausgerissen, um zu helfen.

    Dieser Eiertanz ist für mich Stress pur. Ich bin zuhause, sollte mich hier eigentlich wohl fühlen und kann kaum abschalten. Die Gedanken kreisen nur um dieses eine Thema.

    Das ist es. Stress pur. Ich war irgendwann nicht mehr bereit so zu leben. Ich wollte nicht mehr hoffen, bangen und leiden. Mir war es irgendwann egal ob er trinkt oder nicht, ob er sich Hilfe sucht oder sonst was tut. Ich habe angefangen wieder für mich und meine Kinder zu leben und nicht für ihn und seine Sucht. Gib ihm seine Verantwortung zurück.

    Wenn du glaubst, der Urlaub könnte dir etwas gutes bringen, dann mach ihn. Ansonsten würde ich den absagen oder verfallen lassen. Warum willst du freiwillig Lebenszeit mit unschönen Momenten verschwenden?

    LG ☀️

    Hallo Potterzauber,

    atme erst einmal tief durch. Du musst dich beruhigen, sonst landest du in einem Strudel aus Angst und Panik.

    Schön, dass du hierher gefunden hast. Ich habe dich still mitgelesen und möchte dir nun einige Gedanken dazu aufschreiben.

    Ich bin Mutter von 2 Töchtern. Meine größere Tochter (18 Jahre) hat im November/Dezember 2024 eine Angst- und Panikstörung entwickelt. Dies führte zu Zwangsgedanken. Ich habe mir sehr oft anhören müssen, wie sich meine Tochter vorstellt ihr Leben zu beenden. Das ist das Schlimmste, was ich als Mutter ertragen musste. Es hat mich gebrochen. Ich kann mir also sehr gut vorstellen, wie verzweifelt du bist.

    Zeitgleich habe ich damals meinen Mann aufgegeben. Er ist Alkoholiker und konsumiert weitere Drogen. Der körperliche Verfall war so rasend schnell, dass ich jedes Mal kurz vor einem Nervenzusammenbruch stand, wenn er sich umzog und ich ihn ohne Kleidung sehen konnte. Innerhalb kürzester Zeit war er mit seinen 1,85 m nur noch ein Hauch von 62 kg. Das mitansehen zu müssen, hat mir das Herz zerrissen. Auch er war vorher schon mehrfach im Krankenhaus mit ganz schlimmen Werten und Verdachtsmomenten. Damals war Corona und ich durfte ihn nur vor der Notaufnahme abliefern und habe mich zwei mal in 2 Jahren von ihm verabschiedet. Ich dachte wirklich, dass ich ihn verliere.

    Auch ich wurde belogen, betrogen und manipuliert. Kleinigkeiten, aber auch über große und wichtige Dinge. Ich bin an seiner Sucht fasst zerbrochen. Erst der Rückfall nach einer 14 wöchigen Trinkpause, was dann auch noch die psychische Erkrankung bei meiner Tochter ausgelöst hat, hat mich handlungsfähig gemacht. Zu diesem Zeitpunkt war ich ganz weit unten. Ich wusste nicht, wie ich das psychisch überleben sollte. Ich habe mir nur noch Sorgen gemacht, bin jeden Morgen mit einer Panikattacke in den Tag gestartet, ich konnte nicht mehr essen und nicht mehr schlafen. Ich war an meinem Tiefpunkt wegen seiner Sucht,

    Du wirst erstaunt sein, wie viel Kraft du aufbringen kannst, wenn du musst. Du hast alles richtig gemacht und deine Grenzen gesetzt. Du musst das nicht alleine aushalten. Du hast deinen Sohb und ganz viele Mitleser. Versuch den Ballast hier nieder zu schreiben, triff dich mit Freunden und rede, geht in eine örtliche Selbsthilfegruppe für Angehörige, tu dir was Gutes. Das hat mir alles geholfen. Es dauert und beginnt ganz langsam und auch ich habe Rückfälle und mir geht es dann schlecht, aber wird sind nun einmal Menschen mit Gefühlen und keine Maschinen.

    Deine Tochter ist erwachsen und sie weiß wie und wo sie Hilfe bekommt. Das muss sie alleine schaffen. Jetzt kannst du zuschauen und dich zerfleischen oder weiter machen. Beides ändert nichts an ihrem Zustand, aber an deinem Wohlbefinden.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft.

    Liebe Grüße ☀️

    Hallo Tiger,

    es tut mir leid, dass du sowas durchmachen musst. Ich kann mir gut vorstellen, wie grausam das für dich ist. Und welche Schäden das bei den Kindern verursacht.

    Meine Kinder sind inzwischen groß und verweigern sich dem Vater. Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen. Jugendamt und Anwalt. Das sind die Zauberwörter. Das Sorgerecht zu entziehen scheint fast unmöglich zu sein, aber vielleicht findest du eine Möglichkeit für sicheren Umgang bzw. für Umgang mit Auflagen. Ich brauche auch ständig seine Zustimmung für Entscheidungen. Dafür gibt es Wege beim Gericht. Mühsam, aber machbar.

    Zu deiner Frage mit den Lügen und der erfundenen Vergangenheit und Realität. Das kenne ich. Mein Mann führt ein Doppelleben. Er erklärt z. B. sein krankes Aussehen mit einer Krebserkrankung, die es nie gab. Sogar Krebskranken erzählt er das und sammelt sich Mitleid. Angeblich konsumiert er nicht mehr, bestellt sich aber bei jeder Gelegenheit Alkohol und begründet das dann mit einem besonderen Anlass. Mein Mann hat die letzten 3 Jahre neu erfunden und selbst die gewaltsame Attacke gegen unsere Tochter stellt er ihr gegenüber anders dar. Für sie ist das besonders schmerzhaft.

    Ich habe mich oft gefragt, ob es unbewusste Verdrängung ist oder bewusstes Lügen oder eine krankhafte Wahrnehmung. Ich weiß es nicht. Bitte lass dich aber nicht beirren. Geh weiter deinen Weg. Du hast so viel geschafft und bist so stark. Deine Wahrnehmung ist richtig und du darfst dich verteidigen. Ich habe gelernt, dass andere das ganz genau einzuordnen wissen. Der Suchtkranke kann diese Scheinwelt nicht ewig aufrechterhalten.

    Ich schicke dir ganz viel Kraft.


    LG ☀️

    Hallo Lenethu,

    willkommen.

    Ich kenne diese Gedanken und Gefühle nur zu gut. Als im Oktober 2024 hier aufgeschlagen bin, war ich ungefähr an dem gleichen Punkt.

    Ich habe damals erstmals verstanden, dass ich meinem Mann nicht helfen kann und das ich nur etwas für mich mich ändern und tun kann. Das klang anfangs wie eine Floskel und war keine greifbare Lösung für mich. Dann lernte ich viel über Achtsamkeit und Selbstfürsorge. Ein bis dahin für mich unbekanntes Wort. Ich habe mich wieder achten und lieben gelernt. Ich wurde mir selbst wieder wertvoll und konnte für meine Bedürfnisse eintreten.

    Und dann ist die Lawine von ganz alleine ins Rollen gekommen (für jeden hier nachlesbar). Ich hab meine Grenzen gesetzt, kommuniziert und verteidigt. Ich habe geweint, gewütet und getrauert. Anfangs war die Wunsch nach Einsicht meines Mannes und das unser vermeintlich schönes Leben wieder kommt. Irgendwann dachte ich, dass getrennte Wohnungen die Situation entschärfen würden. Am Ende musste ich einsehen, dass mein Mann sich körperlich und geistig so stark verändert hat, dass er für mich nur noch ein fremdes Scheusal war und ist.

    Heute kämpfe ich immer noch mit meinen Dämonen. Mit dem Unterschied, dass ich sie inzwischen kenne und ihnen gegenüber treten kann. Ich brauche keine Ängste mehr haben und ich schäme mich nicht mehr. Ich spreche offen über mein Leben und das tut mir gut. Viel zu lange habe ich mich isoliert und alles mit mir selbst ausgemacht. Der Weg ist nicht einfach, aber bei mir gab es irgendwann keine andere Option mehr.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und einen produktiven Austausch.

    LG ☀️

    Danke Simsalabim,

    das werde ich tuen. Ich schreibe einen Brief, um meine Last abzugeben. Was ich dann damit mache, kann ich immer noch entscheiden. Vielleicht kommt irgendwann der richtige Moment ihm den zu geben oder sogar vorzulesen.

    Oder eine Übergabe erübrigt sich und ich kann ihn irgendwann verbrennen.

    Das fühlt sich grad richtig an.

    Danke dir.

    LG ☀️

    Die Fragen habe ich mir auch gestellt.

    Was ist meine Motivation? Was erwarte ich mir davon?

    In Erster Linie möchte ich meinem Vater sagen, wie sehr ich ihn liebe. Ich kann mich nicht daran erinnern, das jemals getan zu haben. Ich hab viele schöne Erinnerungen an ihn bevor ich in Pubertät kam und wir uns noch nahe standen. Außerdem möchte ihm sagen, wie mich sein Verhalten in den letzten 30 Jahren immer wieder verletzt hat. Ich möchte ihm keine Vorwürfe machen. Ich wünsche mir nur Liebe und Aufmerksamkeit von ihm.

    Ich hab das Gefühl, dass ich es einfach mal los werden muss. Ich habe keine Erwartungen. Wahrscheinlich würde er den Brief gar nicht lesen, da er Konflikten aus dem Weg geht. Selbst wenn, würde ich höchstwahrscheinlich keine Reaktion erhalten oder er würde mich noch mehr links liegen lassen. Kommunikation ist seine große Schwäche. Und je nach Zustand und Pegel kommt eh nichts an oder wird falsch verstanden.

    Also wohl doch eine Schnapsidee.

    Danke, das gibt Kraft.

    Ich habe mir über die Osterfeiertage Ruhe verordnet. Ich habe letzte Nacht seit ewig mal wieder lange und gut geschlafen. Ich fühle mich emotional gefestigter. Schlafmangel ist ätzend für die Psyche.

    Ich möchte etwas teilen, was mich seit dem letzten Wochenende bewegt.

    Ich war auf diesem besagten Seminar vor 2 Wochen und habe mich mit meinen Schuldgefühlen auseinandergesetzt. In diesem Zusammenhang wurde näher beleuchtet, wie Schuldgefühle entstehen. Und es war nicht überraschend, dass meine Kindheit, Erziehung und Prägung einen großen Einfluss darauf hat. Die Alkoholabhängigkeit meines Vaters habe ich als Kind und Teenager bis zur Trennung meiner Eltern erlebt. Seither war der Kontakt zu meinem Vater kaum vorhanden oder sehr schlecht. Ich habe mich von ihm nicht geliebt und unerwünscht gefühlt seither.

    Ich hatte letzte Woche Geburtstag und mein Vater wollte mich mit einem Besuch überraschen. Wir wohnen über 800 km auseinander und haben uns zuletzt vor fast 2 Jahren gesehen. Er war nur 2,5 Tage da und es hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

    Ich war mir die letzten Jahre nicht sicher, ob ich seine Alkoholproblematik neu bewerten muss. Als Teenager war ich mir sicher, dass er Alkoholiker ist. Aufgrund der Entfernung, der seltenen Treffen und der Tatsache, dass er dann auch oft nur alkoholfreies Bier getrunken hat, hat mich an meiner Wahrnehmung zweifeln lassen.

    Wie war es jetzt? Jetzt, nachdem ich meine Co-Rolle bei meinem Mann erkannt und aufgearbeitet habe? Jetzt, wo ich die Brille abgenommen habe und klar sehen kann? Jetzt sind die Tatsachen bei mir klar aufgeschlagen.

    Da war mein Vater, der äußerlich gesund aussieht, abgesehen von dem massiven Bierbauch. Seine Frau erzählte mir, dass er aktuell kein Bier trinkt, das sein Arzt ihm vor einigen Wochen von seinen schlechten Leberwerten berichtet hat und er strickt auf Alkohol bis zum nächsten Kontrolltermin verzichten soll. Was sah ich in den 2,5 Tag noch? Meinen Vater, der sich ärgert, weil sein Arzt sich noch im Urlaub befindet und somit seine aufdiktierte Abstinenz um eine weitere Woche verlängert wurde. Am 2. Tag seines Besuchs hat er sich im Restaurant ein Bier bestellt und ansonsten wurde Gott und die Welt in Bewegung gesetzt, um sein Tonic zu besorgen, dass er gerade so dringend braucht.

    Seine Darmprobleme, wegen denen schon der eine oder andere Urlaub und einige Treffen abgesagt wurden, haben natürlich nichts mit seinem Konsum zutun. Seine Frau wurde nicht müde, dass mehrfach ausgiebig zu betonen. Sie selbst Tochter eines Alkoholikers und Ex-Frau eines Alkoholikers, beide inzwischen verstorben, lebt in ihrer Co-Rolle so richtig auf. Es hat mich fast zerrissen, diese Konstellation mit anzusehen.

    Seither führe ich einen Monolog in mir drin. Ich denke darüber nach, alles ungesagte meinem Vater zu schreiben. Ich würde ihm gerne so viel sagen und erklären, aber ich hatte nie die Möglichkeit dazu. Meine Wahrnehmungen und Gefühle in der Kindheit, dann später als wir auseinandrifteten und jetzt, was ich sehe und fühle.

    Meint ihr es wäre eine gute Idee? Oder ist es sinnlos? Ich habe schon kaum Kontakt zu ihm und ich habe Sorge, dass er sich dann ganz abwendet, wenn ich ihn konfrontiere.

    LG ☀️