Beiträge von releaseme

    Hallo liebe Aurora .. Danke für deine Nachfrage...

    Mein Mann wollte am Freitag ein finales Gespräch. Ich hatte ihm zugesagt, war im Auto und bin umgedreht. Ich konnte es nicht, da ja alles gesagt ist. Ich habe ihm dann geschrieben, dass es für mich kein zurück gibt und dass wir nicht mehr kommen werden. Er solle nachdenken was er mit dem Haus machen will. Da kam nur ein "ich werde uns nicht aufgeben" zurück. Dann Funkstille.

    Am Montag als er arbeiten war bin ich heim gefahren um nochmal Kleidung etc für mich und die Kinder zu holen. Er hatte nicht am Schirm,dass ich kommen werde und siehe da, in der Garage stand eine leere Sektflasche, im Müll mehrere Bierverschlüsse. Ein paar Minuten später ist er dann hinter mir gestanden, er wollte mit mir reden. Ich habe ihn drauf angesprochen, auf seine Ziele, ihm mehrmals gesagt, dass er mir die Wahrheit sagen soll/kann. Er hat alles abgestritten. Ich musste zu zu meinem Termin bei der Suchtberatung für Angehörige und bin einfach gefahren und hab ihn stehen lassen.

    Bei der Beratung wurde mir nochmal alles erklärt und ich wurde gelobt, weil ich so gut informiert bin und das habe ich alles hier von euch gelernt! Dieses Forum hier ist so wertvoll! Auch wenn es manchmal weh tut die Wahrheit hier zu hören. Aber dort wurde mir exakt das gleiche gesagt. Krankheitseinsicht sieht anders aus.

    Mittags hat er mich dann mehrmals angerufen und angebettelt, dass ich abends mit ihm zur Eheberatung komme. Ich habe eingewilligt, ich wollte seine Sicht der Dinge hören wenn jemand externer dabei ist. Aber man kann sich denken, dass der Termin für ihn nicht so lief wie er es gerne gehabt hätte. Er dachte danach komme ich mit heim und wir tun so als ob nichts gewesen wäre. Wenigstens konnten wir den Umgang mit den Kindern festlegen- vorausgesetzt er hält sich dran. Da ich nochmal heim musste, weil ich die Krankenkarte des Sohnes brauchte bin ich ihm an dem Abend nochmal begegnet. Es ist aus mir herausgebrochen. Ich habe ihm den Müllsack vor die Füße geknallt und ihn gefragt warum er nicht die Eier in der Hose hat und mir die Wahrheit sagt, wenn alles schwarz auf weiß vor ihm liegt. Vorher sagte er das habe er beim Aufräumen gefunden, dann waren die Flaschen noch vom Keller, dann hat es sein Papa getrunken als er auf Besuch hier war und am Ende sagte er dann er habe nur 1 getrunken an Silvester, weil er so alleine war und sonst nie was..Die anderen Papierverschlüsse waren doppelt drauf und so Zeug. Er steht neben mir schaut mir in die Augen und windet sich von einer Lüge in die andere. Mir geht es nicht darum ob er es getrunken hat oder nicht- mir geht es darum dass er mir ins Gesicht lügt, ich habe kein Vertrauen mehr zu ihm. Ich glaube ihm nicht mehr. Ich war soo wütend! Und hab gesagt: deshalb werde ich nie mehr zurück kommen, weil ich dir nicht mehr vertrauen kann. Ich bin dann weg... Und nein, es war nicht gefährlich für mich falls das jemand denkt - es war in der Garage, die war offen und es war mir egal ob die Nachbarn was hören!

    Gestern bin ich wieder mal richtig eingebrochen. Diese Lügen haben mich so verletzt. Er hat nun endgültig alles zerstört. Und gleichzeitig hatte ich bei dem Eheberatungstermin sogar so Mitleid mit ihm- weil er wirklich niemanden mehr hat und weil mir bewusst wurde wie tief er wirklich im Dreck steckt. Ich kann es nicht fassen dass das aus uns geworden ist. Er bettelt und "kämpft" und liebt uns und spielt gleichzeitig ein mieses verlogenesä Spiel. Und trotzdem tut es im Herz so weh.

    Ja, es ist wirklich als hätte man mir mein Herz rausgerissen. Ich muss mich jetzt aufraffen und endlich stark werden, es müssen die Scheidungspapiere auf den Tisch!

    Heute hat er noch gesagt zu mir - er wolle endlich eine Entscheidung (obwohl ich ihm die ja schon gesagt hab) und dass ich wegbleiben kann aber nicht die Kinder und gestern schickt er Herzen..

    Und langsam erdrückt mich dieser Rucksack auf meinem Rücken! Ich muss mit ihm abschließen obwohl ich mit ihm alt werden wollte und ich muss alles aufgeben was wir uns hart erbaut habe und dann hatte ich endlich den Mut auszusteigen und jetzt redet der ganze Ort über mich! Ich habe das Gefühl, dass ich nicht mehr auf die Straße gehen kann, alle reden über mich, es wird mir ein Liebhaber unterstellt, weil warum würde man den sonst gehen..Ich bin Gesprächsthema überall! Aber er ist der Saubermann, weil niemand sieht was sich die letzten Jahre hinter der Haustür abgespielt hat. Aber so ist es' wir stehen beide sehr in der Öffentlichkeit durch unsere Jobs und ich habe es geahnt, dass das ein Lauffeuer entfachen wird. Ich kann langsam einfach nicht mehr :( Es ist so unfair! Ich werde morgen versuchen meine Anwältin zu erreichen.

    Ja, vl bin ich gegangen in der Hoffnung ihn zum Umdenken zu bewegen. Das war blöd und falsch und jetzt erst wird mir dieser riesige Trümmerhaufen immer mehr bewusst. Und trotzdem tut es einfach weh. Ein Leben ohne ihn , das ist es woran ich mich jetzt gewöhnen muss. Ich muss endlich loslassen:-(

    Als er es beendet hat zu Silvester war es momentan auch heftig, weil es so ist, aber es war gleichzeitig eine Erlösung für mich. Er hat es ausgesprochen. Die Last und die Verantwortung war weg von mir. Ich habe selber überlegt warum es so ist. Ich habe nur die Erklärung gefunden, weil er mir im letzen Jahr, als es wirklich heftig war zu Hause, mir immer gesagt hat, dass ich endlich aufhören soll immer zu nörgeln wegen dem Trinken, etc und weil ich wegen meinen Spinnereien unsere Ehe gegen die Wand fahre und dass ich Schuld habe, wenn die Kinder ihre Existenz verlieren.. Ich ich ich.. Schuldumkehr, immer wieder.. Und jetzt bin es dann wirklich ich, die es beendet. Er würde mich ja mit offenen Armen zurück nehmen, hat er gesagt, er liebt uns na alle so blablabla, aber ICH will ja nicht mehr. MAMA will dir Familie nicht mehr.. Ich denke das ist der Grund. Mir wäre auch alles anders lieber gewesen und ich hab mir diese Situation bestimmt nicht ausgesucht... Ich mache das ja nicht weil es gerade so langweilig ist oder weil ich lustig bin.. Vl hast du recht- es ist als würde ich von ihm die Erlaubnis haben wollen oder die Bestätigung, dass ich es beenden darf. Aber das wird nicht passieren. Denn er gibt nichts zu. Er hat ja jetzt alles geändert. Hätte nie gedacht, dass es so schwer ist sich zu trennen, obwohl man schon mehrere Wochen weg ist.

    Wann hört dieses verdammte schlechte Gewissen endlich auf???? Dieses schlechte Gewissen, dass ich die jetzige bin, die nicht mehr will ind alles wegwirft. Ich möchte endlich diese Zweifel loswerden.

    Ich denke nach all dem was ich mit ihm erlebt habe, darf ich doch auch einfach mal Stopp und Ende sagen, oder? Warum soll man ewig hoffen, sich verbiegen und aufopfern? "Nur" weil man gemeinsame Kinder hat und Besitz? Ich merke dass es mir wieder so schlecht geht, seitdem die Winterferien vorbei sind und ich wieder so oft im Haus bin zum Arbeiten. Seither hat er mir auch mehrfach abgepasst, Liebesbekundungen gemacht, die Kinder angestiftet mich zum Zurückzugehen zu bewegen, schwört Änderung , wovon ohnehin davon nicht viel wahr sein wird. Wäre ich zurück würde es wahrscheinlich 2 Wochen dauern und alles wäre beim Alten.. 😪


    Meine Kinder sind 3 und 8... wahrscheinlich habe ich wirklich zu viel Kontakt zu ihm und es ist deshalb so schwer.

    Ich war inzwischen 2x bei der Anwältin und bei einer psychologischen Lebensberstung, vor dem Jugendamt hab ich ehrlich gesagt Angst..Ich weiß nicht.. Mit Jugendamt verknüpft man so Negatives. Er hat mir im Nachhinein das Einverständnis zum Auszug unterschrieben.

    Es ist für mich deshalb so schwer,weil er es nicht akzeptiert.. er "kämpft" "verspricht" und weiß genau wie er es schafft die richtigen Hebel bei mir zu drücken.

    Ich will immer so stark und entschlossen wirken ihm gegenüber, aber kaum bin ich neben ihm, bin ich immer wieder so klein. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll. Null Kontakt geht nicht wegen den Kindern! Ich sehe ihn ja bei der Kinderübergabe und ich arbeite ja in unserem Haus..Da wartet er regelmäßig auf mich nach Arbeitsende, weil er ja im Haus ist.

    Die Woche haben ihn Bekannte beim Einkaufen gesehen, er hat scheinbar Bier gekauft. Ich halte diese Lügen nicht mehr aus. Er verspricht Änderung, nimmt Medis aber lügt mir ins Gesicht!? Und er ist so überzeugt, dass ich die nächsten Tage wieder zurückkomme, obwohl er eigentlich die Schlussstrich gezogen hat- aber das war ja auch wieder nicht so gemeint von ihm. Ich habe kein Vertrauen mehr zu ihm und trotzdem muss man ja irgendwie auskommen zwecks der Kinder... Ich habe das Gefühl , dass ich nicht mehr zur Ruhe komme.. :(

    Ihr Lieben...Wie soll ich nur damit umgehen- er hetzt jetzt die Kinder gegeben mich auf.. wenn sie beim ihm sind kommen sie immer verändert zurück. Mein großer hat sogar geweint, weil wir sollen jetzt zurück, weil Papa sonst so alleine ist.. er manipuliert die Kinder und er erwartet morgen ein Treffen...;

    Bei uns läuft vieles ähnlich wie bei dir. Und mittlerweile habe ich so viele Podcasts zum Thema Narzissmus gehört, dass ich weiß, dass mein Mann beides hat. Und so erklären sich für mich auch die extrem bösen Ausfälle und verbalen Attacken sowie die ständigen Manipulationen und die Schuldumkehr viel besser. Ich weiß nun, dass alles nicht "nur" am Alkohol liegt. Und bei und gab es diese Bekenntnisse zum "Alkoholiker" schon sehr oft: mal hat er sturzbetrunken im Familienurlaub meine Eltern amgefleht ihm zu helfen weg zu kommen, dann hat er kurz später wieder gesagt er sei kein Alkoholiker und das ging oft so. 3 Tage bevor ich ging sagte er noch er will sein Leben leben wie er es will, er lässt sich nicht trockelegen.

    Bei meinem Auzug sagt er wieder, er hat ein Problem, fuhr in die ambulante Suchtklinik, 2 Tage später sagte er , es ist wahnsinnig, was wir ihm angetan haben, wir haben ihn alle als Alokoholiker abgestempelt usw.. dann tut er es wieder nur für uns..Und so weiter.. Diese Endlosspirale will nicht enden. Und auch ich habe Angst nicht stark genug zu sein, zurück zu kehren und meine Lebenszeit zu verschenken und die meiner Kinder!! Und gleichzeitig habe ich auch Angst wenn wir uns scheiden lassen, wie es mit dem Sorgerecht weitergeht- was ist wenn die Kinder bei ihm sind am Wochenende? Ich verstehe dich soo gut! Es ist wirklich schwer :( aber ich würde mir so sehr ein normales Leben für mich und meine Kinder wünschen.

    Bei mir ist es so, dass ich da einfach nicht abschließen kann, weil seinerseits immer wieder kommt, dass er sich jetzt ändert/ dass er ja schon was ändert..Und man nie weiß, ob es wieder nur eine Trinkpause ist. Ich fühle mich tatsächlich emotional so abhängig von ihm - so viele gemeinsame Jahre, so viel was man gemeinsam geschaffen hat- eigentlich ein perfektes Leben.. aber nur eigentlich.. Und dann immer der Gedanke, und wenn du ihm jetzt wirklich diese eine Chance nicht mehr gibst?..also ich für mich kann sagen, dass ich durch diese Lügen und Manipulationen über die Jahre auch in einer Weise abhängig wurde. Und es ist als würde ein Faden einen immer wieder zurück ziehen, auch wenn man schon gegangen ist. Fürchterlich. Und es ist ja auch nicht wirklich eine "freiwillige" Trennung. Die Sucht des Partners "zwingt" einen dazu- obwohl man mit diesem Menschen alt werden wollte. So fühlt es sich für mich an. Vl können das andere nicht verstehen- ich kämpfe z.b. seit 5 wochen gegeben dieses Zurückgehen an! Ich weiß, fass ich zurück ziemlich sicher nicht glücklich werde - aber eine Trennung ist dennoch so hart und der da ist der Teufel auf der Schulter, der ein schlechtes Gewissen einreden will. Und das obwohl man sich so lange so verletzen und behandeln lies.. Manchmal denke ich es ist wie Selbstzerstörung - nur eben auf co Seite. Ich wünschte es würde mir anders gehen.

    Und für mich ist es so schwer weil ich jetzt weg bin und er verspricht, dass sich jetzt alles ändert. Aber im gleichen Satz sagt er, dass er das alles "nur" für die Familie macht und schafft und trinkt nebenbei alkoholfrei. Ich würde mir so wünschen, dass ich das alles ablegen kann und hinter mir lassen kann. Aber da sieht man erst wie stark man über die Jahre in all das verstrickt wird.. Der Begriff Co erkrankt finde ich für mich trotzdem passend. Ich muss genauso standhaft bleiben nicht wieder in das Spiel einzusteigen, genauso standhaft wie er bleiben müsste imum wegzukommen...

    Das unterschreibe ich zu 100%!

    Ich bin jetzt knapp 5 Wochen ausgezogen mit meinen Kindern und noch immer ist dieser Kreislauf für mich so aktuell! Und ich würde mich auch eindeutig als Co-Abhängig bezeichnen. Ich kämpfe jeden Tag dagegen nicht zurückzugehen - aber nicht weil "er" mir so fehlt - sondern ich habe jetzt sehr viel gelesen und vergleiche es mit Trennung nach toxischer Beziehung - unterbewusst ist man dieses auf und ab so gewohnt, dass es plötzlich komisch ist, wenn man das nicht mehr hat. So wie es den Alkoholiker zur Flasche zieht, zieht es mich in diese kranke Beziehung zurück! Weil das Gehirn einen Streich spielt - vl war es ja doch nicht so schlimm etc... Und weil in meinem Fall er sich dauernd meldet, dass er ab jetzt alles anders macht. Also ich bin deutlich Co abhängig und muss mich mich täglich mit Hand und Fuß dagegen wehren, mich wieder in dieses Karussell zu setzen.. Hoffnung, verfälschte Erinnerungen etc.. Also wenn es einen selbst nicht mehr gut geht, ständig die Gedanken um den Alkohol drehen - auch wenn man diesen nicht selbst konsumiert- das ist meiner Meinung nsch deutliche Co Abhängigkeit und hat mit einer normalen Beziehung nichts zu tun.

    Danke euch allen! Ich dachte nie, dass es so schwierig wird! Also ich dachte immer, dass da keine Gefühle mehr sind und wenn man mal heraußen ist, dass dann alles seinen Weg geht. Aber ich weiß nicht, seitdem mein Mann mir dauernd schreibt wir sehr er uns vermisst, dass er uns liebt, kommt bei mir alles ins Wanken. Er schwört, dass er nichts getrunken hat seit wir weg sind, dass er soviel ändert. Und ich gebe ihm nichtmal mehr eine Chance es zu beweisen. Ich schmeiße alles weg, ich will ihn nicht mehr... Das quält mich so sehr! Vl kennt ihr das- plötzlich fehlt er einem so, die alten Zeiten und das Erlebte wiegt nicht mehr so schlimm- ich möchte zurück und alles glauben ich würde mir ja wünschen, dass es so wäre. Aber mein Verstand sagt- nein!! Das ist so nicht! Und das weißt du! Der Alkohol alleine war ja gar nicht unser einziges Problem, das habe ich mittlerweile eingesehen. Es ist als würde ich einen Faden dran haben, der mich mit Gewalt zurück zieht! Das sind die narzistischen Züge meines Mannes wie ich denke! Und der Gedanke, dass ich ihm jede weitere Chance verwehre löst so ein schlechtes Gewissen in mir aus. Aber ich will nicht mein ganzes Leben lang über Alkohol nachdenken müssen und der springende Punkt ist ja, dass er zwar sagt er hat was geändert, hat aber als Ziel im Sommer wieder kontrolliert zu trinken. Der Satz er sei kein Alkoholiker, er steckt da nicht so tief drinnen wie ich denke quält mich zusätzlich. Ich merke wie meine Energie ausgeht! Ich bewundere alle die das geschafft haben und nicht wieder aufgeben! Dieser Trennungsschmerz gekoppelt mit dem schlechten Gewissen und den Zukunftsängsten und dem Verlustschmerz - das wünsche ich nichtmal meinem schlimmsten Feind:-( und dann sind da auch noch meine Kinder die mich brauchen.. er hat sich ketzt seit tagen nicht mehr nach ihnen erkundigt.. Das ist alles so schwer im Moment.

    Danke dass es euch alle gibt hier! Jede einzelne Antwort gibt mir immer wieder Kraft und Hoffnung:-)

    Dieses Zweifeln ist es was einen gefangen hält und das ist das Allerschlimmste,weil es so zermürbend ist und zu nichts führt.

    Update bei mir: Nachdem er am 31.12 den Schlussstrich gezogen hat,hat er heute angerufen und gefragt, wann wir wieder heimkommen! Er hat das nicht so gemeint. Er wollte mir nur zeigen, wie es kommen kann (mit Kontosperrung usw). Er liebt uns so und kann nicht ohne seine Familie. Es ist ein Psychsospiel und es saugt mir die Energie raus. Man zweifelt wieder einen Moment, aber letztenendes ändert es ja am ursprüngliche Problem nichts.

    Man möchte meinen, dass, wenn man soviel miterleben musste, es eigentlich wie eine Befreiung sein müsste. Und dennoch liege ich hier und weine mir die Augen aus dem Kopf aus Liebeskummer. Man hat das Ende selbst eingeleitet und dennoch ist es, als wäre man verlassen worden. Jemanden gehen zu lassen mit dem Wissen, dass man ihm nicht helfen kann ist so schwer zu ertragen. Ich denke mal es wird vielen hier ähnlich gegangen sein. Ich weiß was ich gesehen und erlebt habe und trotzdem zweifelt man - vl wäre es auch leichter, wenn der andere zugeben würde, dass er ein Problem hat. Vl könnte man dann leichter abschließen. Oder so wie in meinem Fall wo er so halbherzige Änderungen unternimmt- das weckt ein furchtbar schlechtes Gewissen in mir. Ich kann gerade wirklich nur alles schlechte sehen , alles was ich verliere, das Ende eben... Und noch weiß ich nicht was als nächstes passiert! Das macht Angst;-( Ich wünsche,dass ich irgendwann erkennen kann für mich, dass es wirklich richtig war und dass es eine Chance ist für meine Kinder und mich!

    Mein Sohn hat sich zuerst geöffnet (8J) und mir gesagt, dass er letztens wie er bei Papa war ihn erwischt hat, dass er eine Sektflasche von draußen rein getragen hat- auf seine Frage was das sei meinte er "Kindersekt" 🫣

    Und er hat ihn 2 Bier trinken sehen- ich habe meinen Sohn gefragt ob er sich sicher sei, dass es nicht das alkoholfreie war - er meinte nur: mama ich kann lesen und ich kenne doch die Farbe der Etikette (alkoholfrei hat eine andere Farbe). Er wollte mich nicht noch trauriger machen.. Das hat richtig weg getan! Unfassbar wie tief unser großer da schon mitdrinnen steckt...:-(

    Ich bin so so so traurig, dass wir alles verlieren und mein Mann noch immer Spielchen spielt..

    Danke! Ja es war ein sehr schwerer Tag. Das erste Silvester alleine seit 20 Jahren. :(

    Und dann sind da die Gedanken, ob ich ich da was anders hätte machen sollen... Diese Nachricht die er mir geschickt hat, dass er so viel gemacht hat in den letzten Wochen für eine Veränderung, die geht mir ans Herz.. Und man fragt sich ob es anders ausgehen hätte können.. Ehe.. sollte eigentlich für immer sein.. Es tut gerade einfach weh...

    Jetzt ist es soweit - ich bin frei. Er hat sich getrennt. Und das noch im alten Jahr!

    Er hat mich heute am späten Nachmittag angerufen und mich erpresst - ich soll sofort die Kinder zusammenpacken und nach Hause kommen. Er lasse sich nicht mehr hinhalten und ansonsten ist es vorbei und alles is verloren.

    Mir hat es die Luft angeschnürrt, habe dann aber geantwortet, dass ich mich nicht erpressen lasse! Sogar in der Klinik haben sie ihm gesagt, dass wir erstmal räumlich getrennt bleiben sollen.

    Eine Stunde später kam dann die Nachricht, dass es vorbei ist. Dann ging es los- Nachrichten im Minutentakt.. er sperrt das Konto, kündigt den Kredit, sperrt mir die Tür ab, usw usw usw.. Ich weiß dass er rechtlich vieles nicht darf.

    Es war ein bisschen ein Schlag ins Gesicht seinen echten Charakter zu sehen. Kein Wort von Liebe, nur von Existenz und Geld..

    Nun ist der Kampf eröffnet - ums Haus und um Hab und Gut. Ich fühle mich gerade leer. Irgendwo leichter aber auch voller Angst und Sorgen , Trauer um die Jahre und ja ich vermisse meinen alten Mann.. aber den gibt es nicht mehr.

    Und keine Spur von Einsicht! Er hat alles versucht, mir die Hand entgegengestreckt, er war beim Arzt meinetwegen!!!!, hat sich bemüht und wäre für die Kinder da usw..Ich hoffe es war richtig.. aber ich will kein Leben mehr mit Alkohol!

    Ich schreibe euch mitten in der Nacht, weil ich heute keinen Schlaf finde - und weil ich hoffe, dass ich dieses Gefühl von jetzt gerade nicht so schnell wieder verliere.

    Heute haben sich die Ereignisse für mich wieder überschlagen. Ich hatte heute einen Termin bei der Krisenstelle und Beratung für Angehörige von Alkoholikern. Das Gespräch war gut- das Ergebnis war aber, dass ich nun endgültig den Entschluss gefasst habe zurückzukehren und schlimmstenfalls nochmal eine Runde Im Karussell zu drehen - in der Hoffnung, dass es diesmal doch ausbleibt. Der Druck und die innere Stimme fühlten sich zu groß an.

    Dann bin ich am späten Abend zu ihm gefahren- er hatte heute auch wieder ein Gespräch mit dem betreuenden Suchtmediziner und wir wollten uns über unsere Erkenntnisse oder wie auch immer austauschen.

    Dann passierten aber im Zuge dieses Gespräches Dinge, die mich unfassbar beschäftigen. Als ich ihm den Flyer von der Alkoholberatung hingelegt habe mit dem Angebot, dass er sich dort ja melden könne wenn er will, weil die sehr kompetent sind, ist er wieder laut geworden - da war wieder dieser böse Blick, denn ich sonst nur angetrunken von ihm kenne und es schockiert mich, dass er diesen auch nüchtern drauf hat- es ist schlimm was wir alle ihm die letzen Wochen angetan haben, alle haben wir ihn als Alkoholiker abgestempelt. Das ist er nicht. Alle Blutwerte seien gut etc. Aber er halte locker noch durch und in einem halben Jahr darf er dann wieder kontrolliert trinken. Und dann stellte er sein alkoholfreie Bier auf den Tisch und sagte, dass er das jetzt extra so mache, weil es nicht sein kann, dass ich austicke, wenn er alkoholfrei trinkt (ich hab ihm vor einigen Tagen gesagt, dass das nicht gut sei zum jetzigen Zeitpunkt) ...

    Dann waren da noch Dinge- nicht nur er müsse was ändern sondern ich auch. Er machte mir Vorschriften wann ich zu arbeiten hätte (bin selbstständig), bezüglich Haushalt kamen ansagen, und dann wieder fas Thema mit meinen Eltern, dass er nicht mehr will, dass sie in unserem Haus was angreifen (meine Mutter hat mich gerne Mal bei abendlichen Fertigmachen der Kinder unterstützt oder im Sommer mal die Wäsche im Garten von der Leine genommen, wenn ich noch arbeiten war und sowas eben) und wie er geredet hat, Diese Wörter, diese Lautstärke, diese aggressive Art. Und am Ende wieder der Zwang, dass wir endlich heim kommen sollen,.weil er jetzt schon 3 Wochen lang zu Kreuze kriecht..dann hat er mir noch aufgezwungen Silvester mit ihm zu feiern und nicht bei meinen Eltern , obwohl ich da mit den Kindern wohne. Dann bin ich ins Auto und fast wortlos gefahren.

    Erst bei meinen Eltern ist mir bewusst geworden, was da gerade wieder passiert ist.. Es hat sich angefühlt wie damals nur dass er heute nicht betrunken gewirkt hat und nicht so geschrieen hat wie sonst. Er versucht über mein Leben zu bestimmen..Mir alles vorzuschreiben,.von seinem Problem lenkt er völlig ab..also wenn ich meine Familie zurück möchte sieht das anders aus. Für ihn und seine Familie geht es nur um Imagerettung, damit die heile Familie nach außen wieder stimmt und ich sitze im goldenen Käfig. Und mir machen sie ein schlechtes Gewissen, wie ich nur unser Hab und Gut aufs Spiel setzen kann.

    Das war die "Ohrfeige" die ich vl noch gebraucht habe um wieder auf meinen Weg zu finden.. Jetzt fehlt nur noch der Mut den Schlussstrich auszusprechen.

    Ich bin gerade räumlich getrennt und mache täglich einen 1/4 Schritt vorwärts und kaum kommt ein Lebenszeichen von Ihm geht es sofort 2 Schritte rückwärts. Auch ich werde nervös, mir wird übel, usw. Ich bin bei Weitem noch nicht so weit wie du, aber diese Knöpfe und die Gefühle dazu sind erstaunlich- negativ leider. Dass das dann auch nach einer Trennung noch so sein darf ist gut für mich zu wissen. Wünsche dir weiterhin alles Gute und sei stolz, dass du diesen Schritt schon hinter dir hast!