Ich melde mich nochmal.
Wie hoch der Suchtdruck ist, habe ich vor einigen Tagen zu spüren bekommen, als er sich um unser gemeinsames Kind von ihm angekündigt, alkoholfrei kümmern wollte.
Er konnte keine zwei Stunden nüchtern bleiben. Hat dann irgendeinen banalen Grund vorgeschoben und ist dann Trinken gegangen. Ich habe geweint für unser Kind. Entschuldigt hat er sich später, weil ICH ihm ein schlechte Gewissen gemacht habe (Schuldumkehr?), worauf ich aber nicht mehr eingegangen bin. Worte sind nur Worte und bedeutungslos ohne passende Handlungen.
Ich habe heute in einem anderen Faden von der Alkoholsucht und dem Erreichen eines persönlichen Tiefpunkts gelesen. Wenn es nicht nur der Wille, sondern die Kombination aus Tiefpunkt und Willen ist, dann wird es wohl noch dauern oder auch nie passieren.
Aktuell fühlt es sich so an, als wäre ich Alleinerziehend und verwitwet. Ich kann mich ja kaum auf einen nassen Alki verlassen, auch wenn ich das jahrelang gemacht habe. Dafür schäme ich mich, gerade seit unser Kind auf der Welt ist.
Durch den ganzen Orgakram mit eventuellen rechtlichen Schritten, die in die Wege geleitet werden müssen, komme ich nur selten zum Trauern. Wenn wir räumlich getrennt sind, wird mich aber vermutlich diese Trauer mit voller Wucht erwischen. Davor habe ich Angst.