Beiträge von SummerSun

    Ich melde mich nochmal.

    Wie hoch der Suchtdruck ist, habe ich vor einigen Tagen zu spüren bekommen, als er sich um unser gemeinsames Kind von ihm angekündigt, alkoholfrei kümmern wollte.

    Er konnte keine zwei Stunden nüchtern bleiben. Hat dann irgendeinen banalen Grund vorgeschoben und ist dann Trinken gegangen. Ich habe geweint für unser Kind. Entschuldigt hat er sich später, weil ICH ihm ein schlechte Gewissen gemacht habe (Schuldumkehr?), worauf ich aber nicht mehr eingegangen bin. Worte sind nur Worte und bedeutungslos ohne passende Handlungen.

    Ich habe heute in einem anderen Faden von der Alkoholsucht und dem Erreichen eines persönlichen Tiefpunkts gelesen. Wenn es nicht nur der Wille, sondern die Kombination aus Tiefpunkt und Willen ist, dann wird es wohl noch dauern oder auch nie passieren.

    Aktuell fühlt es sich so an, als wäre ich Alleinerziehend und verwitwet. Ich kann mich ja kaum auf einen nassen Alki verlassen, auch wenn ich das jahrelang gemacht habe. Dafür schäme ich mich, gerade seit unser Kind auf der Welt ist.

    Durch den ganzen Orgakram mit eventuellen rechtlichen Schritten, die in die Wege geleitet werden müssen, komme ich nur selten zum Trauern. Wenn wir räumlich getrennt sind, wird mich aber vermutlich diese Trauer mit voller Wucht erwischen. Davor habe ich Angst.

    Guten Morgen,

    ich merke gerade was da für ein dickes Paket auf mich zukommt. Mein Mann setzt sich bei Gesprächen in die Opferrolle, behauptet permanent, wie enttäuscht er doch von mir ist, wie fremdgesteuert er war und dass ich natürlich in den Jahren Beziehung nie ehrlich zu ihm war.

    Anfangs dachte ich wir könnten also gute Eltern zusammenarbeiten. Mittlerweile merke ich aber, dass er Absprachen nicht einhält, es komischerweise immer dann wenn er etwas mit dem Kind unternehmen soll, zu Konflikten kommt, wo er dann einfach abhaut und dass er quasi nur noch wegfährt um betrunken nach Hause zu kehren.

    Ich bin froh, dass hoffentlich bald die räumliche Trennung geschafft ist, mache mir aber schon Sorgen zwecks der Aufenthalte des Kleinkinds bei ihm. Und zusätzlich auch noch, dass er mir bei gemeinsamen Sorgerecht permanent Steine in den Weg wirft. Wie mache ich das alles am besten?

    Guten Morgen an alle,

    Auch hatte in den vergangenen Tagen zwei Wutausbrüche, weil ich mit dem Triggerpunkten, die er gesetzt hat, einfach nicht gut umgehen konnte. Manchmal fällt es mir leichter mit bösen Sprüchen umzugehen, aktuell leider nicht so. Vielleicht auch, weil ich gerade so wahnsinnig traurig darüber bin, dass diese Familie zerbricht, und alles sich ändern wird.


    Tatsächlich haben wir nochmal gesprochen, einfach als Eltern und normal. Es war ein Gespräch in dem mir wieder bewusst wurde, dass mein Mann nach wie vor den guten Kern hat, in den ich mich verliebt habe. Ich habe ihm gesagt, wie traurig ich bin, dass alles zerbricht und dass er seine Problematik nicht sieht.

    Er meinte zu mir, dass ich ihm die Möglichkeit/Chance einräumen müsse für sich selbst aufzuwachen. Leider ist er das nicht. Aber irgendwie hatte es etwas hoffnungsvolles. Die Wahrscheinlichkeit ist bei 1%, dass er es jemals tut, aber es hat mir geholfen mich mit der Situation besser abzufinden. Die Trennung ist unausweichlich, die Wunden müssen heilen, aber vielleicht kann er irgendwann seine Themen angehen und wenn es nur für sein Kind ist. Realistischerweise wird das nicht passieren, aber es trägt mich ein bisschen durch diese Hoffnungslosigkeit.

    Du solltest darauf achten, dass er betrunken keine Zeit mit eurem Kind verbringt. Bitte schütze das Kind, Betrunkene sind kein Umgang für Kinder.

    Das Problem wird sein, dass er sich nicht darauf einlassen wird, dauerhaft nüchtern zu sein, wenn er sein Kind sieht. Was heißt das dann für mich? Eine Art Sorgerechtsrosenkrieg? Er ist so uneinsichtig, er hat ja kein Alkoholproblem. Und die letzten Jahre hatte ich ja auch kein Problem damit, dass er sich angetrunken, um das Kind kümmert. Das werde ich mir anhören dürfen...

    Das einzige Gefühl, das negativ haften bleibt, ist dass er damit auch einem Kind den Vater nimmt und sich in Verantwortungslosigkeit übt. Ich glaube er versteht gar nicht, wie tief er in der Sucht steckt. Ich muss jetzt nur schauen, wie ich mein Kind am besten schützen kann. Und keine Ahnung, wie ich das am besten mache.

    Vielen lieben Dank für deine Worte!


    Heute hat er mir gesagt, dass er weiß, was er falsch gemacht hat. Aber wenn er meiner Forderung nach einem Entzug und einem alkoholfreien Leben nachkommen würde, würde er sich selbst verraten, weil er es für mich, aber nicht für sich machen würde.

    Ich denke das ist eine sehr schmerzhafte, aber klare Antwort.

    Ich weiß. Ich habe mich ja schon von ihm getrennt. Die räumliche Trennung habe ich vor Ende unseres gemeinsamen Mietvertrags erbeten. Und trotzdem fällt mir das Loslassen schwer. Die Einsicht, dass er nichts ändern will. Nicht mal für sein Kind. Die Angst, die ich vor der Zukunft habe, vor dem gemeinsamen Sorgerecht. Die Trauer darüber, dass unser Wert für ihn nicht da ist. Es wird gerade alles so real, dass es mich zerreißt.

    Hallo zusammen,

    ich habe mich für letzten Tage mal ein wenig durchs Forum gelesen, um zu Erkenntnissen zu kommen, die sich anscheinend bei den meisten Alkoholikern und den dazugehörigen COs ähneln:

    - Verhalten des A. gleicht dem Eines Teenagers, vernünftige Gespräche sind rar gesät und wenn sie stattfinden, dann nur um danach nicht dazu passende Handlungen folgen zu lassen

    - CO wird oft klein geredet, beleidigt, und es werden irgendwelche Gemeinheiten in den Raum geworfen, die mit dem eigentlichen Sachverhalt nichts zu tun haben

    - Einlullen erfolgt oft, wenn sich CO dann einmal hart zeigt und klare Grenzen setzt, über Liebesgeflüster oder andere Eingeständnisse, die dann aber nie umgesetzt werden

    - es wird alles vernachlässigt vom A, bei den meisten funktioniert es aber noch den Job halbwegs gut auszuführen.

    - die meisten COs stehen oft ganz gut im Leben,.kümmern sich um die Kinder, den Haushalt, arbeiten vielleicht noch nebenbei.


    Diese Erkenntnis hat mich heute sehr schockiert. Es gibt ja As die wahrscheinlich relativ freundlich sind, auch wenn sie trinken, aber die Gemeinheiten, auch wenn sie mal nüchtern sind, scheinen doch eher an der Tagesordnung zu sein. Wahlweise dann auch das Selbstmitleid, wie schwer sie es doch im Leben haben.


    Spreche ich meinen Mann jedoch darauf an, dass er sich in die Opferrolle begibt, ist er außer sich. Ich habe ihm gestern vor Wut einmal alles ins Gesicht gesagt, was ich von ihm halte. Allen voran, dass er ein Feigling ist, der sich lieber betäubt als seine Themen anzugehen. Mir war bewusst, dass ich ihn damit in seinem männlichen Stolz angreife, aber es tat so gut.

    Guten Morgen zusammen,

    ich benötige ein bisschen euren Support. Das gesamte Wochenende habe ich mein Kind betreut, mein Mann war unterwegs, trinken, hat sich nicht an Absprachen gehalten und dann in der einen Stunde, die er betrunken Zeit mit seinem Kind verbracht hat, bevor das Kind ins Bett gegangen ist, so getan als wäre er der Vater des Jahres.

    Ich durfte mir immer wieder kleine Gemeinheiten anhören. Jedes Mal, wenn ich mit meinem Kind nach Hause gefahren bin,hatte ich ein ungutes Gefühl, weil ich nicht wusste, ob mein Mann Zuhause ist, und wenn ja, in welchem Zustand.


    Heute Vormittag hat er nüchtern mit mir gesprochen und erzählt, dass wir ja jetzt alle Orgasachen besprechen müssen und ganz sachlich. Ich habe ihn gebeten, die Gemeinheiten sein zu lassen. Er hat nach diesen Gemeinheiten gefragt, und als ich davon erzählt habe, diese klein geredet.

    Ich bin so wütend, wie er sich selbstherrlich darstellt, als hätte er die Contenaince (schreibt man das so?) und ich wäre einfach empfindlich.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass er auf der einen Seite Angst hat den Brief zu lesen. Aber wäre er bereit für Kritik und Selbstreflexion würde er ihn lesen. Gerade weil es von dem wichtigsten Menschen in seinem Leben kommt.

    Aber wir mussten/müssen ja leider lernen, dass die wichtigste Person im Leben eines Alkoholikers Alkohol ist.

    Ich stimme Api da komplett zu. Im Endeffekt ist es ein Prozess, auf den man sich einlassen muss. Bei mir gab es schon ein Schlüsselerlebnis, aber die Zweifel waren danach immer noch da, es war eher so als würde man im dichten Nebel ganz leicht etwas erkennen. Der Weg durch den Nebel, bis man alles klar sieht, ist aber Arbeit, Selbstreflexion und ungeschönte Betrachtung der Realität. Das braucht Zeit. Und am wichtigsten finde ich ist es, die Handlungen zu betrachten, nicht die Worte. Ich habe mich immer wieder darauf fokussiert und das Puzzle fügt sich so schmerzhaft klar zusammen, dass man sich nichts mehr vormachen kann.

    In einer Sitzung mit meiner Therapeutin hat diese mir ganz klar geäußert, dass ich Opfer von emotionalem Missbrauch bin. Seitdem ich das weiß, versuche ich noch mehr alle Gemeinheiten an mir abprallen zu lassen. Schockiert bin ich trotzdem, weil das schon sehr krass ist. Aber ja, es ist wohl wahr und ich kann meinem Partner nun einfach gar nicht mehr trauen. Die räumliche Trennung kann ich nun kaum abwarten. Solche Menschen sind unberechenbar. Und ich Frage mich, ob er mich je wirklich geliebt hat...

    An alle: vielen lieben Dank für eure ermutigenden Antworten.

    Mein Mann neigt auch außerhalb seines Konsums zu einer destruktiven Lebensweise. Er zeigt unabhängig seines Konsums narzisstische und bindungsunfähiges Verhalten.

    Und wenn ich eure Geschichten hier so lese und auch seine Vergangenheit betrachte, wird er wieder andere Frauen haben, aber es wird wie vorher ähnlich ablaufen.

    Wer weiß, ob er sich nicht ändern will oder es faktisch nicht kann. Schmerzhaft ist es trotzdem, weil ich so daran geglaubt und gehofft habe. Die Illusion ist weg und zurück bleibt die bittere Realität.

    Was meinst du mit angriffen summersun? Ich sehe es ähnlich wie linde. Dein mann trinkt. Jeden tag. Er kommt betrunken nach hause. Du bist solange ihr noch zusammenwohnt, verwundbar. Ein trinkender alkoholiker kann gefährlich werden. Und wenn er zwischendurch nichts trinkt, um sich oder dir was zu beweisen, kann er in den kalten entzug kommen. Pass auf dich auf.

    Er ist bislang noch nie gewalttätig geworden. Er verletzt mich halt verbal. Das kann er auch ziemlich gut, ob nüchtern oder nicht nüchtern. Aber davor habe ich keine Angst. Diskutieren würde ich mit ihm auch immer nur im nüchternen Zustand. Und er beginnt erst am Abend mit dem Trinken.

    Hallo SummerSun,

    wie ist denn die Lage, hast Du schon eine neue Wohnung?

    Und wie willst Du weiter mit der belastenden Situation umgehen, hast Du einen Notfallplan?

    Ich habe noch keine neue Wohnung, aber Besichtigungen. Wir haben auch noch drei Monate Zeit bis zum Auszug.


    Gute Frage. Er ist nicht immer ausfallend. Im Regelfall kommt er zwar betrunken nach Hause, aber dann gehe ich meist schon ins Bett. Und bei allen anderen Dingen, siehe das Thema mit meinem Kind, suche ich die Konfrontation. Für das Kind kämpfe ich wie eine Löwenmama. Auch, wenn das Endlosdiskussionen bedeutet, Angriffe etc. Das bin ich dem Kind schuldig. Und vielleicht wacht mein Mann zumindest dahingehend auf.

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    Unser Haus wird jetzt neu vermietet und steht online. Als ich die Anzeige gesehen habe, ist eine Welt über mir zusammengebrochen..ich wollte meinem.Kind so viel bieten, Ruhe, Garten, ein Zuhause in dem man sich frei bewegen kann und nun muss ich das alles ausgeben, wieder in eine Wohnung ziehen. In diesem Haus wollte ich Jahre verbringen, hab hier im Dörflichen Kontakte in und um Kita gesucht und jetzt ist das alles vorbei. Und dafür gebe ich meinem Mann die Schuld.