Beiträge von Bleibenodergehen

    Es tut mir leid, dass es nicht besser für euch ausgegangen ist. Ich hoffe, dass es deinem Mann bald etwas besser geht, er die benötigte Transplantation erhält und dann abstinent lebt.

    Ich verstehe deine Wut, dass er es soweit hat kommen lassen sehr gut, aber bitte gib nicht dir die Schuld, du hättest nicht mehr tun können, nur er hätte die Chance gehabt, einen anderen Weg einzuschlagen.

    Ich wünsche dir viel Kraft und dass du trotz all der Sorgen um ihn auf dich achtest, denn auch für dich ist diese traurige Entwicklung ja sehr stark belastend und erschöpfend. Es wäre bestimmt gut, wenn du Hilfe bekommen könntest, um mit dieser schwierigen Situation zurecht zu kommen.

    Daher denke ich auch immer neu in die Richtung, dass ich an mir etwas ändern muss bzw. Ihm das geben muss was er fordert,damit er sich dann ändern kann, weil er vielleicht dann sieht dass mir die Ehe wichtig ist und ihm das Ansporn gibt

    Lass das bitte, das wird gar nichts ändern, er wird auch dann Gründe finden, warum er trinken "muss". Er muss seinen Ansporn finden, das Saufen aufzuhören, das ist nicht deine Aufgabe. Das macht mich ja fast schon wütend, diese von ihm absurde Argumentation zu lesen. Ich kann dir tausende Gründe nennen, warum mein Partner getrunken hat, der einzig wahre ist, er wollte das.

    Er hat vor einem Jahr seinen Vater an den Alkohol verloren. Hat sich oft darüber beschwert,dass sein Vater ein Sturkopf ist, sich nicht auf eine Therapie einlässt, dass es so schwer für ihn ist, dass sein Vater sich so verhält. Und nun macht er das gleiche. Zudem hat er ein paar Monate zuvor seinen Onkel an den Alkohol verloren, der war erst 45 Jahre alt

    Umso trauriger, dass ER keinerlei Einsicht und Engagement für Veränderung zeigt und stattdessen dir die Schuld zuschiebt.

    Ich habe Angst, dass meine Kinder mir nachher die Schuld geben, wenn ich mich trenne. Möchte nicht immer wieder erniedrigende Sprüche hören und auch nicht hinnehmen,dass meine Kinder ständig im militärischen Ton angesprochen werden oder hat noch schlimmer verbal angegangen werden a la " du kannst auch echt gar nix" ' du bist selbst zu blöd zum essen' etc

    Gerade angesichts seiner schlimmen Äußerungen denke ich, die Kinder werden später eher dir die Schuld geben, warum du sie nicht beschützt hast und in der Situation verharrt bist, wenn du nichts änderst. Sie können da ja nicht von selber weg und lernen gerade, dass so ein Umgang miteinander okay ist und dass sie doof und unfähig sind ☹️.

    Bitte mach dir einen Termin für Angehörige bei der Suchtberatung, um für dich zu sehen, dass du handeln musst. Aushalten wird nichts besser machen, deine Kinder werden geschädigt (und du auch, aber du kannst für dich entscheiden, was du ertragen willst, sie nicht).

    Wenn ich hier immer über Kinder lese, die von Alkoholismus so hart betroffen sind, macht mich das unheimlich traurig und wütend. Lass das nicht weiter zu.

    Für sich die Verantwortung tragen ist eine Sache, was man sich antut oder nicht liegt im eigenen Ermessen, aber wenn Kinder involviert sind, ist das nochmal eine ganz andere Hausnummer.

    Hallo Jacquy0,

    dass dir alle erzählen, was für einen tollen Mann du hast, ist ja für dich und auch die Kinder irrelevant, denn sie müssen nicht jeden Abend mit ihm Zuhause sein und darunter leiden, wenn er betrunken rumbrüllt, motzt, euch erniedrigt und nie für euch da ist. Das hört sich sehr schlimm und unerträglich an.

    Den Schuh, dass du an der Verschlechterung eurer Beziehung und mangelnder Nähe schuld sein sollst und faul bist (so ein Quatsch!), würde ich mir nicht anziehen. Er schiebt dir die Schuld zu, dass er in Ruhe weiter trinken kann, daran nichts ändern muss, denn das ist schwer und damit du dich schlecht fühlst. Lass dir das bitte nicht einreden, zu trinken ist allein seine Entscheidung und dafür findet man immer genug Gründe.

    Du kannst mit gar keiner Änderung herbeiführen, dass er das Trinken aufhört, das kann er nur selber. Einsichtig wirkt er allerdings diesbezüglich nicht.

    Mit einer Trennung nimmst du deinen Kindern doch nicht den Vater, sie können ihn weiterhin sehen, leiden aber nicht mehr jeden Tag unter seinem inakzeptablen Verhalten.

    Er scheint ein funktionierender Alkoholiker zu sein, der weiter seiner Arbeit nachgeht, das gibt es, aber das ändert ja nichts an eurem Leid.

    Es sieht nicht danach aus, als würde er etwas ändern wollen, d.h. Entzug und weiterführende Maßnahmen einzuleiten, um abstinent zu leben. Hast du ihm schon gesagt, dass du so nicht mehr weiter mit ihm leben möchtest und wie könnten diesbezüglich deine nächsten Schritte aussehen?

    Den ersten, dich hier zu öffnen, hast du ja schon gemacht, das ist gut. Es gibt auch Suchtberatung für Angehörige, vielleicht wäre das auch ein passender Schritt für dich, klarer zu sehen, vor allem, dass deine Kinder sehr darunter leiden und nur du daran etwas ändern kannst.

    Vielleicht liest du dich auch mal in den EKA-Bereich hier im Forum ein, wie sehr Kinder unter Alkoholikern leiden und siehst das dann klarer, wieviel ein Leben mit einem Alkoholiker bei Kindern kaputt macht.

    Du bist noch jung,so willst du doch nicht dauerhaft leben?

    Liebe Grüße

    Der nasse Alkoholiker lebt in seiner eigenen Welt. Aber trotz allem habe ich mich so nicht verhalten!

    Darauf wollte ich mit meinem Beitrag auch hinaus. Wenn sich jemand so mies verhält(jemanden klein machen, abwerten, anderen die Schuld zuweisen, keine eigenen Fehler sehen wollen, etc.) ist das für mich einfach eine Charakterschwäche, die vielleicht durch den Alkohol verstärkt wird, aber eh schon prinzipiell in jemandem drinsteckt.

    Wenn man lange zusammen gelebt hat und sich dann trennt, ist das wahrscheinlich auch sehr viel einfach die Gewohnheit, die es einem so schwer macht, er war halt immer da (aber auf keine gute Art!). In deinem Fall kommt natürlich noch erschwerend hinzu, dass du dich ja nicht trennen wolltest, wäre der Alkohol nicht zwischen euch gestanden und ihn noch liebst. Das macht es besonders schwierig.

    Ich muss aber auch mal sagen, dass die gerade sehr miesen Verhaltensweisen deines Ex wohl einfach zu seinem Charakter zu gehören scheinen. Bei uns ist ihm in den dunkelsten Stunden zwar zwei, dreimal was rausgerutscht, was echt nicht okay ist, ansonsten war er immer friedlich, lieb (wie er auch nüchtern ist) und einsichtig, dass das, was er tut, komplett falsch ist. Er war halt viel in seiner eigenen Welt, hatte wenig Lebensfreude und kaum Kapazitäten, mir Aufmerksamkeit zu schenken. Priorität hatte das Trinken, das fand ich sehr schlimm.

    Du schreibst ja aber selber, dass er auch nüchtern oft abwertend zu dir war. Das verstärkt der Alkohol wahrscheinlich noch, weil er enthemmt. Vielleicht findest du sogar, wenn der Liebeskummer überstanden ist, dass er unabhängig vom Alkohol nicht der passende Partner für dich war, der dir gut getan hat.

    Ich hatte das mal nach einer Trennung, die sogar noch von mir aus ging und nichts mit Sucht zu tun hatte. Mein Ex hat mir dann wohl aus Gewohnheit trotzdem gefehlt, aber bestimmt nicht, weil er mein Leben bereichert hatte. Das sollte eine Partnerschaft aber tun.

    Und dann gleich wieder die Vorwürfe: das bilde ich mir ein, er hat nur 0,3 Bier nach der Sauna getrunken, ich zerstöre das Wochenende mit meinen Spinnereien..

    Irgendwie merke ich jetzt langsam, dass mein Akku leer wird. Als hätte mir jemand wo ein Kabel angesteckt und es läuft mir permanent Strom aus ;) Ich merke, dass ich langsam resigniere..

    Bitte lass dir deine korrekte Wahrnehmung und deine inzwischen fein entwickelten Antennen, die seinen Zustand betreffen, nicht von ihm anzweifeln. Deine Beobachtungen sind richtig. Ich wusste immer ganz genau, wann mein Partner mehr getrunken hat als er zugeben wollte/ trotz seiner Behauptung er hätte nichts getrunken und ja, ab einem gewissen Punkt schaffen das Alkoholiker sehr gut hinter deinem Rücken, deshalb bringt auch das Kontrollieren nichts.

    Mein Partner wusste eh leugnen ist zwecklos, hat es aber trotzdem manchmal aus Angst vor meiner Reaktion getan, das hat mich dann erst recht total wütend gemacht, mich für dumm verkaufen zu wollen. Ich kenne ihn viel zu gut und sehe die Anzeichen. Wenn dein Mann trinken will, dann findet er auch einen Weg, egal was du tust, dann macht er es eben heimlich.

    Dass der ständige Alarmzustand an seiner Seite und der Dauerstress für dich total erschöpfend ist und dich deine ganze Energie kostet, du dich leer, ausgebrannt und resigniert fühlst, kenne ich nur allzu gut. Du hast deine Grenze erreicht und deshalb muss dein Fokus jetzt auf dir liegen.

    Dieses innerliche Loslassen und ihm seine Verantwortung zurück zu geben, fällt mir auch immer noch oft schwer, ich arbeite da sehr hart daran, mehr auf mich zu achten, das ist so wichtig.

    Na, da drückt er ja weiterhin genau die richtigen Knöpfe, um dich zu verletzen und deine momentane Verunsicherung weiter zu befeuern, sehr sympathisch. Scheint ja zu funktionieren, lass das nicht zu!

    Er fühlt sich ungerecht behandelt, weil du dich berechtigterweise getrennt hast und nutzt jetzt jede Gelegenheit, dir verbal eine Ohrfeige zu verpassen, um dir das heim zu zahlen. Das hat er doch schon die ganze letzte Zeit, als ihr noch zusammen gewohnt habt, gemacht.

    Wenn du es schaffst, gib ihm diese Gelegenheit am Besten gar nicht mehr und kontaktiere ihn nur noch auf der Sachebene, wenn es um euer Kind geht.

    Das tut mir sehr leid für dich. Ich kann mir vorstellen, dass du große Hoffnungen hattest, als er um Hilfe gebeten und den Entzug angetreten hat und du endlich wieder (sehr kurze Zeit) deinen Mann hattest wie er mal war. Die Enttäuschung ist bestimmt bitter und schmerzhaft, ich kann das sehr gut nachvollziehen.

    Hier gab es auch Trinkpausen oder Versuche, kontrolliert zu trinken. Bis zum Niveau vor der Pause hat es zwar etwas gedauert, ist aber immer wieder dahin gekommen. Geändert hat sich das (hoffentlich nicht nur vorübergehend) erst, als es wirklich Klick gemacht hat und er SELBER ernsthaft etwas ändern wollte (zunächst wollte er das auch nur, um mich nicht zu verlieren, inzwischen hat er für sich selber genug gute Gründe gefunden, es auch für sich nicht mehr zu wollen) und von sich aus nötige Maßnahmen ergriffen hat, das ist nicht meine Aufgabe. Er sagt auch inzwischen ganz klar, er wird und will nicht mehr trinken.

    Eure Intervention ist gut und lieb gemeint (und klar zu sagen, dass du so nicht mehr mit ihm leben wirst goldrichtig 👍), aber die Abstinenz könnt ihr ihm nicht einpflanzen. Er hat den Entzug wohl nur aus Angst gemacht, euch zu verlieren und nicht, weil er für sich das Saufen aufhören will, das reicht leider nicht, um nüchtern zu bleiben, deshalb wohl der schnelle Rückfall.

    Ich lese hier leider nicht, dass dein Mann soweit ist. Der Schalter im Kopf ist bei ihm umgelegt, "normales" trinken wird es bei ihm nicht mehr geben, er kann es nie mehr kontrollieren und genau diese Erkenntnis hat er bisher nicht. Entweder er wird lebenslang trocken oder es wird wieder wie vorher oder sogar schlimmer (so zumindest meine Erfahrung). Ich zum Beispiel habe sofort das Alkohol trinken eingestellt, als mein Partner ernsthaft soweit war (er ist noch ganz am Anfang der Abstinenz) und ich hatte damit null Probleme, warum auch, ich bin nicht süchtig, dein Mann schafft das nicht, weil er wohl abhängig zu sein scheint.

    Anscheinend hat er seinen persönlichen Tiefpunkt entgegen seiner vorherigen Aussagen nicht erreicht, eine wirkliche Krankheitseinsicht und der Wunsch nach lebenslanger Abstinenz ist nicht vorhanden. Er sagt ja selber, ein Leben ohne Alkohol kommt nicht in Frage und er kann und will nicht ohne sein Bier und das ist nun mal essenziell, um eure Situation von seiner Seite aus zu verbessern.

    Da wird dir wohl leider nur für dich und vor allem für eure Kinder, die du schützen musst, die Wahl bleiben, was du tun willst, um die untragbare Situation zu ändern, er wird es nicht tun, das hat er ganz klar geäußert . Dafür wünsche ich dir viel Klarheit, Konsequenz und Kraft.

    Liebe Grüße

    Liebe SummerSun,

    dass es jetzt so weit kommen musste und es dir das Herz zerreißt, weil du ihn liebst, tut mir sehr leid für dich, ich verstehe das so gut.

    Ich hoffe, wenn du den ersten Schock überwunden hast, dass du dann auch Erleichterung empfinden kannst, dass dein Leid mit ihm ein Ende hat und du heilen kannst.

    Du bist eine starke und bewundernswerte Frau, jetzt darfst du trauern und deine ganze Enttäuschung, Verletzung und den Schmerz rausweinen. Ich weiß, in dieser Situation helfen keine tröstenden Worte, aber es kommen auch wieder bessere Zeiten. Die wünsche ich dir von ganzem Herzen ❤️.

    Was soll ich den deiner Meinung nach tun ? Ihn auf die Straße setzten ? Ihn die Schlüssel zu unserer Wohnung abnehmen ? Ihn sein Geld wegnehmen? Ich unterstütze das nicht, ich versuche das Beste aus der Situation zu machen.

    Trotzdem danke ich dir für deine Antwort und die Unterstellung.

    Wenn ihr beide im Mietvertrag steht, kannst du das natürlich nicht tun und es wird bestimmt auch nicht von heute auf morgen gehen. Sein Geld wegnehmen - nein, wozu? Wenn er es vertrinken will, ist das ja seine eigene, erwachsene Entscheidung, warum solltest du daran etwas ändern können.

    Du könntest aber klare Kante zeigen und ihm sagen, dass du so nicht mehr mit ihm leben kannst und du dich (vielleicht auch zunächst nur räumlich) trennen wirst, wenn er nicht aufhört und zwar zeitnah- hast du das schon getan? Wenn du es tut, solltest du allerdings auch wirklich innerlich bereit sein, Konsequenzen zu ziehen, andernfalls nimmt er dich nicht mehr ernst.

    Er geht es weiterhin nicht ernsthaft an, trocken zu werden oder schafft es momentan eben nicht? Gut, als nächsten Schritt könntet ihr dann, wenn er mal einen nüchternen Moment hat, besprechen, wer in der Wohnung bleibt und wer sie verlässt oder ob sich beide in einer angemessenen Frist etwas Neues suchen und mal den Wohnungsmarkt sondieren.

    Ich weiß, es ist am Anfang immer hart und schmerzhaft hier im Forum unangenehme Wahrheiten zu hören, vor denen man lieber die Augen verschließen würde, aber keiner tut das, um dich zu verletzen oder weil er dir Böses will, sondern damit du die Augen aufmachst und neue Impulse bekommst, dir selbst zu helfen.

    Du kannst ihn nicht heilen, es gibt kein Zaubermittel, das hätten wohl alle Angehörigen gerne... Aber du kannst deine Lebensqualität zurück gewinnen. Du unterstützt es insofern, als dass du es tolerierst, wieso sollte er etwas ändern? Für ihn ist doch alles okay und in seinem benebelten Kopf sieht er bestimmt gar nicht, wie sehr du dich kaputt machst. Oder es interessiert ihn nicht mal mehr, weil saufen nun eben Priorität hat und nicht du/die Kinder/eure Beziehung/ seine eigene Gesundheit.

    Was heißt, du lässt ihn nicht hängen. Im Prinzip unterstützt du ja seine Sauferei.

    Ja, das sehe ich genauso. Diese Erkenntnis zu erlangen ist so wichtig.

    Für ihn ist ja insofern alles okay, du bist weiterhin da und umsorgst ihn, während er schön weiter saufen kann, machst dich dabei aber kaputt. Untergehen kann er auch alleine, aber du musst nicht mit untergehen, du hast die Wahl, ob du dir das weiter antun willst.

    Und wenn du die Situation verlässt, ist das, um dich zu retten, das darfst du nicht als aufgeben sehen.

    Da rauszukommen und aufzuhören, ist sein Kampf, nicht deiner. Deiner ist Selbstfürsorge und Grenzen setzen sowie diese auch einzuhalten und ja, wenn er nicht aufhören kann, bleibt dir nur zu gehen, wenn du dich wieder besser fühlen willst. Das heißt ja nicht zwangsläufig, dass alles zwischen euch vorbei sein muss, kommt er irgendwann zur Vernunft, wird trocken und stabil, könntet ihr dann immer noch schauen, was von euch als Paar übrig ist. Aber es sich nur von ihm zu wünschen, sich jedes Mal Hoffnungen zu machen, die eh nur enttäuscht werden und in der Situation in Schockstarre zu verharren wird nichts besser machen oder ändern, soweit bin ich inzwischen auch schon gekommen, das einzusehen.

    Liebe Rennschnecke,

    danke der Nachfrage und deiner Anteilnahme, das freut mich. Momentan ist es hier ruhig und nüchtern.

    In mir drin ist es allerdings leider gar nicht ruhig, ich bin immer noch innerlich in Aufruhr. Durch die letzten Ereignisse bin ich wohl unglaublich gestresst worden, was sich momentan körperlich äußert. Ich habe nächtelang kaum geschlafen, weil mein Kopf keine Ruhe gibt und fühle mich schwach und erschöpft. Meine Batterien sind gerade total leer. Mal sehen, was ich für mich tun kann, um das wieder zu ändern.

    Seinen Beratungstermin hat er wahrgenommen, war wohl auch ehrlich, konnte gut mit dem Therapeuten und hat auch schon einen Folgetermin vereinbart, bei dem weitere Maßnahmen besprochen werden sollen. Der Therapeut scheint bei ihm aus verschiedenen Gründen, auf die ich hier nicht näher eingehen will, zuversichtlich zu sein, er scheint es jetzt auch wirklich für sich zu wollen, ob er es langfristig kann steht natürlich in den Sternen. Seinem Umfeld setzt er gerade klare Grenzen und besteht auf Alkoholfreiheit, was ich toll finde.

    Wie ich schon geschrieben habe, ist es dieses Damoklesschwert, was mich gerade wahnsinnig macht, er steht ja noch ganz am Anfang. Ich habe erstmal von meiner Seite aus alles getan, was ich kann, nämlich ein alkoholfreies Zuhause geschaffen und ich trinke auch selber nichts mehr. Ein ganzes Leben lang nüchtern sein, wenn man es lange anders gelebt hat, ist sehr herausfordernd und das macht mir Angst, nicht meine Baustelle, ich weiß das vom Kopf her.

    Im Moment habe ich immer noch diesen Drang, auf ihn "aufzupassen"und melde mich, wenn ich gewisse Situationen für zu gefährlich/verlockend halte. Verrückt, dass ich schon diesen Blick darauf habe und er noch nicht immer. Ich weiß ja, dass das falsch von mir ist, kann aber momentan noch nicht anders.

    Aber ich hoffe, durch die weiteren Termine bei der Suchtberatung und hoffentlich auch dem Besuch einer SHG (dieser meiner Meinung nach essenzielle Schritt fehlt noch) bekommt er selber die benötigte Sichtweise der strikten Risikominimierung.

    Diese Woche stehen ein paar schöne Dinge nur für mich an und ich hoffe, dadurch weiter aus meiner Stressspirale rauszukommen, in der ich gerade tief drinstecke, denn nur weil es gerade ruhig ist, heißt das nicht, das es so bleibt. Trinkpausen hatten wir ja schon einige und gerade die waren trügerisch einlullend für mich 🙄. Zumindest habe ich das jetzt mal erkannt.

    Ich fühle aber auch, sehr klar, dass ich wenn er noch mal zum Alkohol greift, ich meine Sachen packe und gehe, denn das schaffe ich nicht und so will ich auch nicht leben.
    Ich habe keine Angst ohne Partner zu leben, dass kann ich, dass weiß ich. Ich bin auch nicht auf ihn (sein Gehalt) angewiesen.

    Das finde ich ganz toll, dass du dir da so klar drüber bist. Das hört sich sehr stark an und daran solltest du unbedingt festhalten.

    Hallo Mimi,

    es ist auf jeden Fall gut, dass du erste Schritte machst, um dir selber zu helfen wie dich hier zu öffnen und dir bei einem Therapeuten Hilfe zu suchen.

    Wenn man dich hier liest, ist deine Verzweiflung förmlich greifbar und du wirst regelmäßig fast verrückt vor Sorge, das stelle ich mir unheimlich belastend vor. Ich weiß, das ist das Schwerste für Angehörige, dahin zu kommen, das nicht mehr zu tun. Besser wäre sich Sorgen um dich und deine Kinder zu machen, die ja sicherlich auch stark belastet sind in dieser Situation.

    Für ihn kannst du nichts tun, er muss selber etwas tun, wenn er denn überhaupt etwas ändern will, was sich nicht so anhört. Das ist aber seine Verantwortung, nicht deine. Wenn er sich keine Hilfe sucht, wird sich sowieso nichts ändern.

    Dann kannst nur du etwas ändern an eurer Situation, indem du dich abgrenzst und wenn es so weiter geht, wird wohl nur die Ablösung von ihm bleiben. Dass du gerade nicht so weit bist, verstehe ich, aber dort hinzukommen sollte dann dein Ziel sein. Diesen Dauerstress durch seine Eskapaden hält doch kein Mensch auf Dauer aus, ohne selber davon krank zu werden und du brauchst deine Kraft für die Kinder, für sie trägst du die Verantwortung, für ihn solltest du das nicht mehr tun.

    Vielleicht kannst du die Zeit ohne ihn nutzen, dir Gedanken um dich zu machen, was dir gut tut und was nächste Schritte für dich sein können, ohne total in der Sorge um ihn zu versinken, auch wenn das sehr schwer ist, weil du ja im Panikmodus zu sein scheinst.

    Und ja, ich bin mir bewusst, dass sich mein Denken noch zu viel um ihn und uns dreht, was dieses Thema angeht.

    Sich davon zu lösen und mich wieder mehr auf mich zu fokussieren, daran muss ich noch arbeiten, denn natürlich haben wir in unserer langjährigen Beziehung an allem gemeinsam gearbeitet, was hier nicht möglich ist. Das fällt mir schwer.

    Ich bin aber soweit zu sehen, dass sich besonders im letzten Jahr zu viel um ihn gedreht hat und ich auch Bedürfnisse habe, die zu kurz gekommen sind. Das möchte ich gerne für mich angehen.

    Gerade lastet das über uns schwebende Damoklesschwert, dass er wieder trinken könnte, allerdings noch zu schwer auf mir, da bin ich mir noch unschlüssig, wie ich damit umgehen kann. Denn selbst wenn er es schafft, wird das ja nie mehr weggehen, oder? Wahrscheinlich denke ich da aber auch zu weit in die Zukunft, erstmal abwarten, wie es weitergeht, so weit ist es ja nicht.

    Vielleicht gibt es hier aber trotzdem Menschen, deren Partner schon länger trocken ist und mir ihre Erfahrungen damit schildern könnten, wie man mit dieser Angst leben kann? Oder ob man die irgendwann wieder ablegen kann? Das würde mich freuen.

    So, heute melde ich mich kurz zurück, die letzten Tage nach meiner Heimkehr waren erwartungsgemäß schwierig, wir haben sachlich, ruhig und vor allem nüchtern viel geredet, was logischerweise für beide Seiten kräftezehrend war.

    Ich bin für mich eingestanden und habe nochmal verdeutlicht, dass es jetzt höchste Eisenbahn ist, sonst ist der Zug abgefahren. Ich habe auch gesagt, ich will ihn nicht zusätzlich unter Druck setzen, aber mehrere Rückfalle werde ich nicht mittragen können und wollen. Ich sehe ja, wie viele Runden manche hier im Karussell mitgefahren sind und bin mir sicher, das nicht zu wollen. Wenn er wieder trinkt, bin ich nicht mehr da, erst emotional, dann so schnell wie möglich räumlich. Je nachdem wie sich die Situation weiter entwickelt, habe ich hier ja nun zum Glück die nötige Unterstützung, dann auch zu meinem Wort zu stehen.

    Also, nein, momentan werde ich mich nicht trennen, er hat selbständig den Beratungstermin vereinbart, der bald sein wird und dann werde ich ja sehen, wie ernst es ihm ist, sein komplettes Leben umzustellen und ob er die nötigen weiteren Schritte macht mit Arztbesuch und SHG usw. Ich bin noch bereit, ihm Zeit einzuräumen, denn sein gesamtes Denken umzupolen geht nicht von heute auf morgen, das ist mir bewusst, er muss es sich erarbeiten und dabei abstinent bleiben.

    Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, welche Vorteile eine sofortige vor allem räumliche Trennung hat, diese überwiegen offensichtlich in dieser unglücklichen Situation. Das würde allerdings so schnell aus gewissen Gründen gar nicht gehen, hier mal eben dauerhaft zur Tür rauszuspazieren, also werde ich erstmal an Bord bleiben, bisher hat er 4 Tage nichts getrunken, kann ganz klar auch wieder nur eine Pause sein, aber damit ist es Zuhause für mich gerade ganz gut. Damit bin ich für den Moment fein. Eine Ferienwohnung wäre allerdings eine Option, falls alle Stricke reißen, ich habe mir Notfallpläne gemacht, bin also nicht naiv und untätig.

    Ich habe die letzten Tage viel bei den trockenen Alkoholikern mitgelesen und es gibt sie ja, die die es mit der nötigen externen Unterstützung und dem richtigen Rüstzeug, welches er sich alleine aneignen muss, schaffen. Ob er dazu gehört oder nicht, wird sich zeigen. Ich mache mir da momentan keine Illusionen, dass es nun bei ihm ganz sicher so sein wird und er nüchtern bleibt, aber EINE Chance hat er verdient. Er geht es jetzt zum ersten Mal ernsthaft und nicht mit kontrolliertem Trinken an und sucht sich professionelle Hilfe. Ich bin bereit, zu ihm zu stehen, aber dabei natürlich auch auf mich zu achten.

    Meine Konsequenz, ins Hotel zu gehen, hat mir viel Stärke und Selbstvertrauen gegeben, es war nämlich sehr schwer, ihn in dieser Trinkepisode loszulassen und die Sorge auszuhalten, dass ihm betrunken etwas zustoßen könnte. Das habe ich nun zum ersten Mal geschafft, mich aus der Verantwortung zu nehmen, denn die muss er für sich selber tragen. Und ich denke, es hat ihm verdeutlicht, dass ich es ernst meine, wenn ich Konsequenzen ankündige.

    Wenn es nun schiefgeht und er es nicht schafft, dann weiß ich, wie schwer es wird, ihn sich selbst zu überlassen, denn dann droht der Totalabsturz, wenn noch Liebeskummer dazu kommt, da bin ich mir sicher. Das dann für mich emotional stemmen zu können, stelle ich mir extrem hart vor, aber ich versuche mich vorsorglich schon einmal damit auseinanderzusetzen. Und ich weiß nun, ich habe hier im Notfall ein Netz, das mich auffängt, mir Mut zusprechen und das mir Sicherheit und Klarheit geben wird.

    Ich glaube, es war jetzt sehr wichtig für mich, das hier schwarz auf weiß zu notieren, falls der Ernstfall eintritt. Als Mahnung an mich selber.

    Hat sich wieder gut angefühlt hier zu schreiben, schön, dass es euch gibt.

    Ja, diese Erkenntnis hatte ich leider auch schon und habe ihm das schon gesagt, wie schlimm das für mich ist, dass der Alkohol nun seine höchste Priorität hat und nicht ich und meine Gefühle oder sein Wohlbefinden oder wir. Ich weiß, dass er das ebenso schlimm findet und bestimmt auch scheißunglücklich ist, aber eben gerade nicht anders kann 😥.

    Das mit den Abstinent/Trocken- Versuchen habe ich ja auch schon geschrieben, das wäre am schlimmsten für mich, zu sehen, dass er es halt einfach nicht kann und immer wieder rückfällig wird wie bisher. Das könnte ich nicht dauerhaft mittragen.

    Ich kenne das ja inzwischen mit großer Reue und Zerknirschtheit und Liebesbekenntnissen, wenn er es wieder vermasselt hat. Das ist jetzt schon schwer zu ertragen 😥.

    Danke, dass du mir schreibst, das hilft mir sehr und auch wenn es wohl nicht klappen wird wie bei deinem Partner und dir, ist es irgendwie tröstlich ❤️. Ich fühle mich weniger alleine hier in meinem Zimmer.

    Vielen Dank für deine Antwort und die lieben Wünsche, SummerSun, ich habe deinen Thread mitgelesen und es stimmt mich leider nicht hoffnungsvoller ☹️.

    Wie du siehst, schäme ich mich inzwischen weniger, deswegen schreibe ich nun hier, Freunden könnte ich von seinen Problemen nicht berichten. Aber ich habe ja nichts falsch gemacht oder lasse mir einreden, zu seiner Sucht beizutragen, ich denke, das Problem liegt momentan eher bei seiner großen Scham, die ihn ungerne Hilfen in Anspruch nehmen lässt. Das kann ich sehr gut verstehen, Alkoholsucht ist ein großes Stigma.

    Ich sehe ja, in welchen Schwierigkeiten vor allem er, aber auch ich, stecken, er ist da jetzt der entscheidende Faktor, eine Änderung herbeizuführen. Allerdings machen einem die Beiträge hier wenig Hoffnung. Momentan ist ja alles seinerseits auch nur Lippenbekenntnis ohne Fortschritte.

    Ich denke, ich warte seine Beratung ab, die Schritte, die er danach ergreift oder eben auch nicht und sehe dann weiter. Es dauert nicht mehr lange bis dahin und ich werde mich jederzeit kurzfristig aus der Situation rausnehmen so wie heute, wenn es zuviel wird, egal, was es mich kostet, so gut kenne ich mich. Langfristig steht auf einem anderen Blatt... Ich habe einfach Sorge, dass die Liebe bald kaputt geht und es dann, selbst wenn er die Kurve kriegt, einfach nicht mehr reicht.

    Mich momentan abzugrenzen, kann ich zwar, aber die Schmerzen, die mir das bereitet und der Schaden, den ich jetzt schon habe, sind einfach heftig.

    Das ist ja mehr als Liebeskummer, der schon schlimm ist, es ist ja nicht so, dass wir uns nicht lieben und nicht mehr zusammen sein wollen, weil es halt nicht passt, es hat sich leider der Alkohol zwischen uns gedrängt, der alles kaputt machen wird. Die Chancen auf Heilung sind diesbezüglich leider echt schlecht.

    Vor dem heimlich trinken habe ich nun, nachdem es letztens zum ersten Mal passiert ist, sehr große Angst. Das macht soviel Vertrauen kaputt und ich will ihn ja eben nicht zukünftig kontrollieren. Das ist nicht der Sinn einer guten Beziehung.