Hat schonmal jemand eine Therapie gemacht gegen die Trauer oder würde es mehr Sinn machen, zu einem Verein zu gehen, der sich explizit um Angehörige von Alkoholkranken kümmert? Ich komme nicht aus der Traurigkeit heraus. Ich denke oft, dass das alles nicht wahr sein kann. Was für eine Therapie wäre das überhaupt? Es gibt ja unterschiedliche Formen.
Beiträge von c.o.ma
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Man steht hilflos vor dem Scherbenhaufen. Ich weiß nicht mehr was ich noch tun kann und wieviel Zeit man für die Trauer lassen muss. Es bleibt fast alles liegen und es gibt viel zu viel zu tun. Das ist erdrückend.
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Zunächst einmal ein riesiges Dankeschön für Eure Anteilnahme!
Ja, es ist ein Kraftakt für die ganze Familie. Ich komme kaum dazu zu trauern, eher kommt mir so langsam die Wut hoch und ich machen mir riesige Sorgen, weil mein Kind leidet wie ein Hund und ich fast rund um die Uhr damit beschäftigt bin, ihn aufzurichten und in die Spur zu bringen. Kaum geschafft, kommt der nächste Zusammenbruch. Selbstvorwürfe, was er alles hätte besser machen können, damit sein Vater länger lebt. Ja wie denn bei der heimlichen Trinkerei? Als er es bemerkt hatte, war es doch längst zu spät, oder nicht?
Und wie soll er denn Einfluss nehmen können, wenn derjenige sein ganzes Leben nur damit beschäftigt war, alles zu verheimlichen, hier und dort Alkohol zu kaufen, damit ja niemand etwas merkt? Ist dann die Sucht nicht sowieso zu weit fortgeschritten, als dass man als Angehöriger etwas hätte tun könnte? Hätten da nicht eher Ärzte etwas sagen müssen, wenn sie etwas bemerkt haben?
Ist es nicht eher so, dass so jemand nur aus eigenem Antrieb hätte etwas ändern könnte? Oder ist derjenige dann komplett willenlos und hört auf geliebte Menschen aus dem näheren Umfeld? Anders gefragt: ist Sucht stärker als Liebe?
Davon abgesehen: "hätte" - nützt nichts, sich selbst eine Schuld zuzuschreiben.
Natürlich macht man sich Selbstvorwürfe, ging mir ja auch nicht anders. Wenn ich doch dieses oder jenes getan hätte. Habe ich aber nicht und hätte vermutlich auch nicht mehr geholfen.
Leider..
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Er ist gegangen für immer und es gibt nichts, was diese Lücke schließen.

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Natürlich macht ihr euch alle Sorgen, aber um was kämpft ihr alle?
Um sein Leben in letzter Zeit. Immerhin ist er, nach langer Wartezeit, in welcher er immer mehr abgebaut hat, zuletzt nicht mehr aufstehen konnte, in treuen Händen und wird medizinsch versorgt. Ob das bereits zu spät war, wissen wir noch nicht, aber wir mussten bis zum Termin ja versuchen, ihn zu motivieren, durchzuhalten. Er wollte nämlich zuletzt einen kalten Entzug machen und das wäre total gefährlich geworden. Verwirrt war er und wir wussten nicht, hat er nun etwas getrunken oder nicht, isst er etwas oder nicht. Er ist glücklicherweise nicht direkt auf der Intensivstation gelandet, also gehe ich davon aus, dass noch Hoffnung besteht.
Ich denke auch, dass er nun weiß, wie wichtig das für ihn ist. Jetzt kann er nur noch alleine weitermachen mit Hilfe der Therapeuten. Der Wille ist da!
Und ich kann mich jetzt auch besser entspannen.
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Ich glaube und hoffe, dass das nun auch genau so ist. Er will nicht mehr trinken, Er hatte keine Freude mehr daran und es geht ihm sehr schlecht. Ziemlich späte Einsicht. Hoffentlich nicht zu spät. Ich habe hier vermutlich zu viele Berichte über Todesfälle zuerst gelesen
und muss mich erstmal durchwühlen. Natürlich auch Pausen einlegen und runterkommen von den letzten Vorkommnissen, die mich so fertig gemacht haben und den Rest der Familie natürlich auch. Es sind alle involviert und machen sich Sorgen und kämpfen um ihn. Ich versuche zur Ruhe zu kommen. Werde mal ein wenig Serie gucken. Das lenkt ab -
Ja, ich lese schon einiges. Bis jetzt leider nur traurige Geschichten, aber ich bin ja noch lange nicht durch und brauche zwischendurch auch Pausen. Jetzt heißt es warten. was in der Klinik passiert haben wir ja nicht unter Kontrolle. Wenigstens sind dort viele Abteilungen, die eingreifen können, falls Delir oder andere Vorkommnisse. Vielleicht können wir uns dort auch ein paar Verhaltensregeln "abholen" für einen besseren Umgang.
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Hallo und willkommen c.o.ma,
wenn Alkoholiker bereit sind in ein dauerhaft trockenes Leben zu starten, muss oft das Umfeld erneuert werden. Das ist tatsächlich so. Innerhalb der Familie ist das nicht immer möglich, da gibt es andere Strategien. Zum Beispiel Familienfeste zu meiden, zuhause keinen Alkohol zu haben, auch nicht für Gäste usw.
Aber das ist die Aufgabe und Verantwortung des Alkoholikers, seine Bedürfnisse durchzusetzen und auf sich zu achten. Das ist nicht deine Aufgabe, bzw die Aufgabe des Partners oder der Familie. Dass du als Partnerin nicht in seiner Gegenwart trinkst finde ich allerdings selbstverständlich. Alles andere muss er selbst für sich festlegen und durchsetzen.
Du schreibst, dass du gegangen bist. Das heißt, ihr seid getrennt. Verstehe ich das richtig?
Liebe Grüße Aurora
Vor vielen Jahren bin ich gegangen wegen des Konsums und der Uneinsichtigkeit. Freunde sind wir aber dennoch geblieben. Ich werde dann alles alkoholische (bei mir) wegsperren/-schütten oder in den Keller bringen, falls mal irgendwann Besuch ansteht. Das wird sich aber sicher noch hinziehen. Momentan weiß er nicht wo vorne und hinten ist

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So wie ich Dich verstehe lebt ihr zusammen? Alles Schritt für Schritt.
Alkohol würde ich natürlich aus dem Haushalt entfernen. Aber wenn er wieder auf den Füßen steht, kann das besprochen werden. Er ist ja erwachsen und kein Kind.
Was tust Du für Dich jetzt in dieser Zeit? Du schreibst, dass Du keine Kraft mehr hast. Was durchaus verständlich ist. Aber vielleicht nutzt Du die Zeit Dir um Dich Gedanken zu machen. Was ihm betrifft muss er sich dann Gedanken machen.
LG Momo
Nein wir leben nicht zusammen. Längst getrennt, aber dennoch in Kontakt mit Rat und Tat. Für mich, ja das ist ein Problem. Ich habe gerade Sorgen, dass ihm etwas passiert und der Rest der Familie eben auch. Immerhin habe ich jetzt aufgehört nach den Spätfolgen wie delir und Kosakow zu googeln. Hat ja keinen Sinn, sich den Kopf zu machen. Dafür gibt es ja die Klinik. Hab nun Kekse gebacken und Küche aufgeräumt. Dann die Überlegung, wann man ihn am besten mal in der Klinik besucht oder es besser wäre, nicht hinzufahren. Immer im Zwiespalt, mache ich zu viel oder zu wenig?
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Hallo coma,
willkommen in der Gruppe. Was für Trigger meinst Du? Es gibt ja für alle Personengruppen Trigger. Für uns Co's auch. Mir hilft der komplette Kontaktabbruch zu ihm (ist bei dir wohl gerade schwierig) und seinem kompletten nassen Umfeld.
Ich wäre sonst zu sehr gefangen in den ganzen Themen und meine Energie würde dann nicht mehr ausreichen, mich um mich selbst zu kümmern. Und das ist das was wir Co's halt lernen müssen.
Ich bin übrigens schon fast ein Jahr hier im offenen Bereich. Erkannt hat mich noch niemand. Und da es ja um mich geht, kann ich vieles so schreiben, dass keine Details (die meistens auch unwichtig sind) geschrieben werden müssen.
Das Forum hat mir sehr geholfen. Gerade die direkten und ehrlichen Antworten und Sichtweisen.
Also Dir ein gutes Ankommen hier.
LG Momo
Ein kompletter Abbruch geht aus familiären Gründen schonmal nicht und wenn er dann trocken ist, biete ich definitiv nichts mehr an. Ich werde alles wegpacken, falls mal ein besuch stattfinden sollte. Abgesehen davon sind wir langjährige Freunde. Das würde mir echt fehlen. Kann natürlich sein, dass sich das irgendwann ändert, weil er sich verändert. Sowas weiß ich natürlich nicht vorher. Vom Prinzip her ist er aber schon ein guter Mensch.
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Als Betroffenen meinte ich den Alkoholabhängigen. Wenn er sich von allen fernhalten muss, dann wird es einsam für ihn und natürlich wäre ich dann gewissermaßen auch betroffen und einige andere aus dem Umfeld auch. Ich selbst trinke fast keinen Alkohol und habe sowas nur für Besucher hier. Das sollte ich vielleicht auch mal wegkippen

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4 Wochen sind eine lange Zeit. Entweder ist dann der Klinikaufenthalt beendet oder aber..
Eine Frage habe ich aber noch: Betroffene sollen sich ja von Triggern schützen, gilt das auch für Angehörige oder Freunde/Kollegen, die mit ihm getrunken haben? Also kein Kontakt mehr?
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Achso, ich dachte, ich sei hier im offenen Bereich. ich wollte in den geschützten
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Danke Elly und wo finde ich nun den Bereich? Ich bin gerade überfordert.
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Hallo,
ich bin neu hier, weil es mich gerade innerlich zerreißt und ich hoffe, den einen oder anderen Rat zu bekommen, wie ich mich wieder fangen kann.
Mein Ex-Mann geht endlich in den Entzug. Leider ist es bei ihm nun schon so weit fortgeschritten, dass alle um sein Leben bangen.
Man hilft wo man kann, aber da eine Grenze zu ziehen, fällt schwer. Ich merke nur, ich kann nicht mehr und bin total traurig darüber, dass es erst bis zum kompletten Absturz kommen musste, damit etwas passiert.
Ich war gegangen, um ihn zu retten. Das hat nicht geholfen.