Da könnte der Alk schon helfen, sich weg zu träumen.
Mag sein, aber Erinnerungen lassen sich nicht löschen, sie sind Narben in deinem Leben.
Hi E69,
bei mir hat das mit dem mir meine Welt schön zu saufen nie geklappt. Sowohl als ich missbräuchlich als auch als ich abhängig gesoffen habe. Im Gegenteil, es wurde immer schlimmer. Natürlich hat mir mein Suchtgedächtnis weiter das Gegenteil erzählt und tut es noch heute, wenn ich es lassen würde.
Bestes Beispiel ist, dass ich vor zehn Jahren, als ich angefangen habe ernsthaft zu trinken versucht habe, meine Depressionen wegzusaufen. Obwohl ich wusste und spürte, dass ich abhängig werde und dass das Wegsaufen nicht funktionieren wird. Im Gegenteil. Und so ist es dann gekommen, ich wurde abhängig und das Wegsaufen funktionierte nicht. Im Gegenteil, es ging mir in den letzten Jahren mit meiner Kombination aus Saufen und Depressionen nur noch grenzwertig schlecht. Und das wortwörtlich. Und natürlich konnte ich in der Zeit, in der ich abhängig gesoffen habe, meine Depressionen nicht mehr bewältigen. Absolut keine Chance, das geht nur nüchtern.
Warum schreibe ich das? Als ich abstinent wurde, wusste ich, dass wenn ich überhaupt eine Chance haben wollte, dass ich ehrlich mir gegenüber sein muss. Und dass ich die Märchen, die mir mein Suchtgehirn erzählt, als das entlarve, was sie sind. Märchen.
Und dazu gehört eben auch, dass ich mir nicht einrede, dass das schönsaufen auch nur ansatzweise geklappt hat. Und auch das eine Erinnerung, das es doch geklappt hätte eine Fabrikation meines Suchthirnes ist.