Beiträge von Kazik

    Ich bin so ein ungeduldiger Mensch und hätte am liebsten jetzt schon ein Jahr Abstinenz hinter mir.

    Na ja in gewisser Weise spiegelt sich das in Deiner Idee wider, Du könntest jetzt einfach mal riskante Situationen ausprobieren. Dann verlieren die Ihren "Schrecken" und alles ist wieder gut. War ja nur ein "Schrecken". Und wenn ich das erkannt habe, dann kann ich ja weiter machen wie zuvor. Wenn es mal so einfach wäre.;)

    Hi Mattie,

    kein Aufschrei von mir. Warum auch ist ja Dein Leben. Allerdings bin davon überzeugt das nur die Buddel wegstellen nicht reicht. Deshalb zwei Gedanken von mir.

    Erstens ging es tatsächlich nur um Kreativität beim Saufen? Oder gab es auch Druck und Stress zu bewältigen? Abgesehen davon, das die Lösung mit Alkohol nie klappt. Würde letzteres andere Änderungen erfordern.

    Zweitens, warum nicht den Arbeitsplatz umbauen und/oder komplett verlegen? Bürogemeinschaft, shared space,..........

    beginnt ja schon beim Grund des Trinkens....wenn jemand zusätzliche Probleme hat, kann ich mir vorstellen, das der viel viel mehr tun muss um trocken zu bleiben...

    Hi 45,

    der Grund für das Saufen bei Alkoholiker*innen ist immer der Gleiche. Alkoholiker*innen trinken, weil sie müssen. Weil sie süchtig sind. Deshalb ist Deine Idee auch so gefährlich für Dich, wenn Du glaubst, Du hättest nur aus Spaß an der Freude getrunken oder einen nicht so "schwerwiegenden" Grund gehabt.

    Und süchtig ist süchtig. Da gibt es kein mehr oder weniger süchtig.

    vermute auch daher kommt der starke Gegenwind hier, denn "Fürsprecher" habe ich hier keine🤭 Aber es war halt so locker, und das wollte ich mitteilen eigentlich....und meinen Humor hatte ich nie verloren, den verstehen auch nur wenige.....

    Weswegen der starke Gegenwind kam, wurde Dir geschrieben. Und das sind auch die Gründe, warum Du keine "Fürsprecher" hast. Wobei "Fürsprecher" ein reichlich eigenartiger Begriff ist, wenn es um die Sucht geht. Es geht hier nicht um eine Abstimmung, sondern das hier Süchtige einen sicheren Weg lernen, wie sie Ihre Sucht stoppen und langfristig abstinent bleiben.

    Und von Deinem Humor schreibst Du ja nicht zum ersten Mal. Den verstehe ich, wenn es um meine Sucht geht, tatsächlich überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich finde ihn völlig unangebracht. Denn meine Sucht ist für mich eine todernste Sache. Und das sollte sie für Dich auch sein, denn Du schreibst ja selbst, dass Du Dich in den 45 Jahren ganz schön zum Wrack gesoffen hast.

    Hi 45,

    was will ich sagen, so ganz easy is halt auch nicht

    das wundert mich bei dem "Weg" den Du gehst überhaupt nicht. Dazu ist Dir hier ja auch schon einiges geschrieben worden.

    Die Frage ist es, ob es Dich wundert. Oder ob Du weiterhin der Ansicht bist, dass Du eine Blitztrocknung nach drei Monaten "geschafft" hast und in spätestens sechs Monaten mit dem "Thema" durch bist. Und all das ohne mehr zu ändern als die Buddel wegzustellen. Falls letzteres weiter auf Dich zutrifft, ist meine Prognose weiterhin nicht gut für Dich.

    Ich bezieh das jetzt auf mich und von "löschen" hab ich nichts geschrieben. Bitte nichts hinzudichten oder den Sinn verändern, da wäre ich wirklich dankbar dafür.

    Hi Hera ,

    ich habe in der Ich Form geschrieben (Ich als Alkoholiker). Ich habe zu dem, was Du geschrieben nichts hin zu gedichtet noch den Sinn verändert. Und ich habe vor allem Deine Erfahrungen nicht infrage gestellt. Ich wäre Dir dankbar, wenn Du mir das nicht unterstellst.

    Hi Mattie,

    ich plädiere nicht, sondern ich schreibe wie ich es mache.;) Ich bin jetzt bald neun Monate abstinent und in dieser Zeit habe ich konsequent jedes Risiko vermieden (Keine Feier, kein Urlaub, keine Veranstaltung, you name it). Wenn ich mich mit Menschen aus meinem Umfeld treffe, ist die Vereinbarung, dass sie in meiner Gegenwart keinen Alkohol trinken. Und wenn ich mich treffe, dann nicht an Orten, die alkohollastig sind und schon gar nicht an Orten, wo ich selbst missbräuchlich oder abhängig getrunken habe. Und das werde ich mindestens ein Jahr, wahrscheinlich länger durchziehen. Und bis jetzt fehlt mir auch nichts. Klar werde ich mir irgendwann irgendetwas wegen z.B. Urlaub überlegen, aber da bin ich zuversichtlich.;)

    Wie schaffst du es, in Situationen, die früher mit Alkohol verbunden waren, nichts zu trinken? Muss sich da nicht etwas am Mindset ändern, damit das funktioniert?

    Wenn eine Situation/Ort/Menschen für mich explizit hauptsächlich mit Alkohol trinken verbunden ist, vermeide ich sie für immer.

    Hi Mattie,

    ich als Alkoholiker kann, wenn es um Alkohol geht, meine Festplatte nicht überschreiben oder das "fehlerhafte" Programm löschen. Nicht jetzt, nie mehr. Und für mich wäre das mehr als riskant, wenn ich mir das einreden würde. Weil das schneller als ich gucken kann, in dem dem Gedanken mündet, ich hätte in Bezug auf Alkohol irgendwas unter Kontrolle.

    Und deshalb ist jede Situation in der ich mich körperlich, seelisch oder geistig auf Armlänge Alkohol nähere ein Risiko, welches ich konsequent vermeide.

    Ich finde es spannend, wie viele unterschiedliche ehemaligen Trinker es gibt, und ich glaube nicht, dass es - abgesehen von den nüchternen Grundbausteinen - nur einen Königsweg gibt, um dauerhaft abstinent zu bleiben.

    Was die Sucht angeht, sind alle Alkoholiker*innen gleich süchtig. Und was die erfolgreichen Wege um dauerhaft abstinent zu bleiben angeht, es gibt nur sehr, sehr wenige Wege insgesamt. Und diese ähnlichen bei genauer Betrachtung sehr. Und ich gehe lieber einen der sehr, sehr wenig erprobten Wege als auf "meinem" Weg im Rückfall zu landen.

    Hi Perdita,

    eine Frage, warum willst Du so lange mit dem Arzt warten? Du schreibst ja selbst, dass die Gereiztheit eine Gefahr für Deine Abstinenz ist. Was ich verstehe, wäre es bei mir auch. Bei mir wäre eine Depression eine Gefahr. Und es ist ja auch mehr als ungewöhnlich, dass die Gereiztheit plötzlich auftritt und solange anhält.

    Du schaffst das nicht!

    Hi Mattie,

    wie geschrieben, wir sind hier eine Selbsthilfegruppe. Und da wird eben Tacheles geschrieben. Kein Rumgeeiere, wenn es um die Sucht geht. Und noch einmal zu dem obigen Zitat. Ich habe Dir das, was ich geschrieben habe, geschrieben, weil ich es mit Deinem Weg nicht schaffen würde, abstinent zu bleiben. Da bin ich mir ganz sicher. Und weil ich mir sicher bin, habe ich das Dir geschrieben, was ich geschrieben habe. Was Du damit anfängst, liegt natürlich ganz bei Dir. Aber Du solltest nicht erwarten, dass ich etwas nicht schreibe, weil Du es nicht lesen magst. Wie geschrieben, wir alle haben hier auch eine Verantwortung über uns selbst hinaus.

    Hi,

    die Diskussion ist inzwischen ja schon einigermaßen eskaliert. Deshalb von mir R/no ich wünsche Dir das Du einen Weg findest wie rausfindest, was mit Deinen Beinen los, ist den, das belastet Dich ja schon lange. Wie Du das hinkriegen willst, wenn Du gleichzeitig Ärzt*innen, dem Gesundheitssystem und der ganzen Welt misstraust, kann ich Dir nicht sagen. Ich habe Ärzt*innen, denen ich vertraue und die mich bisher mehr als kompetent behandeln.

    Hi Mattie,

    Du bist hier in einer Selbsthilfegruppe. Nicht in einem Streichelzoo. Und die Sucht ist erbarmungslos und gefährlich. Und deshalb wird hier direkt und manchmal hart auf irgendwelche Gefahren hingewiesen. Auch um zu verhindern das andere Nutzer*innen, die das hier lesen, es Dir nachmachen und sich in Gefahr bringen. Du hast hier auch eine Verantwortung für andere.

    By the way Hartmut hat im Kern das Gleiche geschrieben wie ich. Jede Gefahr vermeiden ist der sicherste Weg zur dauerhaften Abstinenz.

    Liebe Grüße

    Kazik

    ch möchte auf keinen Fall irgendwelche Einträge bei der Krankenkasse, wenn ich nochmal mit ihm rede und mit Nachdruck erkläre das ich Alkoholiker bin trägt er doch was in die Akte ein, oder? Irgendeinen Code aus dem hervorgeht das ich Alkoholkrank bin, so stelle ich mir das vor.

    Hi R/no,

    wo ist das Problem, wenn Deine Krankenkasse weiß, dass Du Alkoholiker (mit oder ohne ICD Code) bist? Dein Arzt muss doch wissen aus welchen Grund Du möchtest das er die vom Doc vorgeschlagene Untersuchung machen soll.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Mattie,

    eine Challenge

    nur mal ein Gedanke dazu. Wenn ich schon im Vorfeld denken würde, etwas ist eine Challenge und ich auch schon konkrete Erfahrungen habe, wie ich diese Challenge vorher trinkend gelöst habe, dann würde ich gerade am Anfang darauf verzichten. Viel zu viel Risiko und neben der Tatsache dass ich das Risiko nie wieder einschätzen kann, wäre das gerade am Anfang eine völlige Überschätzung.;)

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Ihr,

    ich habe mich in meinem Umfeld privat und bei meinem Tagwerk als Alkoholiker geoutet. Gab nicht das allergeringste Problem, außer das einige aus meinem privaten Umfeld sich seitdem zurückhalten. Möglicherweise, weil sie nicht wissen, wie sie sich mir gegenüber jetzt trocken verhalten sollen. Ginge mir vielleicht auch so. Ansonsten treffen sich alle mit mir und trinken in meiner Gegenwart selbstverständlich keinen Alkohol. Auch absolut keine Probleme damit.

    Mir ist bis jetzt sonst noch nie Alkohol angeboten worden. Was auch daran liegen mag, dass ich nicht auf Gelegenheiten gehe, wo mir ungefragt Alkohol angeboten wird. Falls doch, würde ich sagen, dass ich keinen Alkohol trinke. Punkt.

    Ich beschäftige mich nicht mit irgendwelchen Ausreden, weil die Antwort ich trinke, keinen Alkohol zum einen wahr ist und völlig ausreicht.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Krieg war mehr Bildlich gemeint ( ein Schlacht verloren aber den Krieg gewonnen ist eine alte Metapher )

    Hi Doc,

    auch wenn es bildlich gemeint war, kommt es für mich nicht infrage. Denn das Bild wäre ja, dass ich einen Krieg führe, was ich wie geschrieben nicht mache. Weil es weder bildlich noch irgendwie anders bezüglich meiner Sucht für mich nicht infrage kommt.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Doc,

    Ich habe meine Probleme aufgearbeitet - wie geschrieben+ die Wunden heilen nie aber die sind gereinigt.

    Erkennen, was durch meinen Alkoholkonsum zerstört wurde. Soziales Leben, Vereinsamung, Beruflicher Niedergang, Psychisch Probleme aller Farben, Körperlicher Verfall und noch vieles mehr.

    ich schreibe mal etwas zu aufarbeiten und erkennen. Ich habe aufgrund meiner traumatischen Kindheit und Jugend eine komplexe PTBS. Und in der Folge eine schwere Angst- und Panikerkrankung und mehrere meist schwere Depressionen entwickelt. Zum Aufarbeiten. Ich habe zu Anfang versucht, diese Erkrankungen mithilfe tiefenpsychologischer Gesprächstherapie zu bewältigen. Das hat aber immer nur zum Teil oder temporär geklappt. Der Grund war das meine Traumata zu tief sitzen als das ich sie aufarbeiten (was auch immer das heißen mag)konnte. Bezüglich der genannten Erkrankungen hat mir dann eine kognitive Verhaltenstherapie geholfen diese zu bewältigen, wenn diese auftreten. Das klappt bis heute gut. Bezüglich meiner Traumata habe ich eine Traumatherapie abgeschlossen. Diese hilft mir zu erkennen, wann meine traumatisierten Ich Anteile aktiviert werden und hilft mir dabei in Kontakt mit diesen Anteilen zu treten und sie zu beruhigen, weil die ursprünglich traumatisierende Situation nicht in meiner jetzigen Realität stattfindet.

    Meine Zeit in der ich abhängig getrunken, habe ich nicht aufgearbeitet. Was passiert ist passiert. Ich konzentriere mich im Hier und Jetzt darauf, stabil abstinent zu sein. Und darauf an meinem Verhalten das zu ändern, was mir dabei hilft zufrieden abstinent zu sein.

    Ich habe einen Krieg gegen meine Sucht geführt und eine Schlacht verloren ( Rückfall nach 3 Jahren ) aber aus Niederlagen kann man auch lernen.

    Ich führe keinen Krieg gegen meine Sucht, weil ich weiß, dass ich diesen Krieg egal was ich mache verlieren würde. Also ziehe ich erst gar nicht in den Krieg.;) Ich vermeide konsequent jedes Risiko bei der ich mich körperlich, geistig und seelisch auf Armlänge oder dichter Alkohol nähere. Ansonsten trete ich meiner Sucht nicht gegenüber und räume Ihr nicht mehr Platz in meinem Kopf ein als sie ohnehin hat.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Lebensmut,

    ich lebe nicht in einer Partnerschaft. Aber ich sage es Dir ganz ehrlich ich halte es ausgeschlossen, das ich heute noch abstinent wäre, wenn ich mit einer Alkoholikerin zusammen leben würde. Maximales Risiko und kein sicherer Rückzugsraum. Und selbst wenn ich den hätte, wäre jeder direkte und indirekte Kontakt maximales Risiko.

    Liebe Grüße

    Kazik