Hi TM,
ich freue mich für Dich das Du einen guten Tag hattest. Ich persönlich gehe bis weiteres nicht in Lokalitäten, wo ich getrunken habe und speziell nicht mit Menschen, mit denen ich dort getrunken habe, das ist mir zu heikel.
LG
Kazik
Hi TM,
ich freue mich für Dich das Du einen guten Tag hattest. Ich persönlich gehe bis weiteres nicht in Lokalitäten, wo ich getrunken habe und speziell nicht mit Menschen, mit denen ich dort getrunken habe, das ist mir zu heikel.
LG
Kazik
aber sie wissen nicht das ich mich hier angemeldet habe.
Nein, sie sollten es auch nicht wissen, dies hier ist deine SHG und nur für dich.
Hi Carmen,
ich komme noch einmal auf diese beiden Zitate zurück weil die mich beim Lesen verwirrt haben. Ich habe mir nahestehenden Menschen und übrigens auch meiner Ärztin erzählt das ich in einer Online Selbsthifegruppe bin ich hätte Ihnen auch erzählt wenn ich in einer echten Selbsthilfe bin. Aber das ist eben mein Umgang. Was Nayouk mit dem sie sollten es auch nicht wissen meint ist glaube ich das es nicht gut wäre wenn sich z.B. Dein Mann hier auch anmelden würde weil Du dann nicht mehr frei schreiben könntest. Ich würde auch nicht wollen das sich mir nahestehende Menschen hier anmelden. Habe aber auch diesbezüglich keine Bedenken.
Liebe Grüße
Kazik
Hi nochmal Carmen,
ich finde Du machst das gut. Und ich finde es sehr mutig von Dir, dass Du Deine Alkoholsucht angehst. Dich hier angemeldet hast und von Dir erzählst. Das ist Dein Faden und hier kannst Du alles schreiben, was Dich auf Deinem jetzt trockenen Weg beschäftigt.
Ich habe wie Du Alkohol ab einem bestimmten Zeitpunkt als eine untaugliche Selbstmedikation genutzt. Und ich wusste und habe von Anfang an gespürt, dass das nach hinten losgeht. Trotzdem habe ich es ca. 9 Jahre durchgezogen. Verrückt? Na klar! Aber ich kann es jetzt nicht mehr ändern. Deshalb konzentriere ich mich jetzt ganz darauf, ohne Alkohol weiter durch das Leben zu gehen. Und mir ging und geht es in diesen dreieinhalb Monaten in meiner Welt meistens gut oder okay.
Ich habe hier durch Lesen und Schreiben sehr, sehr viel für mich gelernt. Weil hier einfach ein Riesenerfahrungsschatz versammelt ist. Und das wirklich tolle ist, dass hier Menschen schreiben, die schon viele viele Jahre trocken sind und die deshalb eben wissen, wie ich am Besten den Rest meines Lebens trocken bleibe. Ich schreibe jedenfalls in meinem Faden über alles, was mich beschäftigt. Das entlastet mich und das ist für mich zunächst das wichtigste. Und dann schreiben andere etwas dazu oder ich lese woanders etwas, was mir weiterhilft. Und so hangele ich mich Schritt für Schritt voran.
Liebe Grüße
Kazik
Fühlt sich so an das ich diesen Kampf verloren habe.
Hi Sam,
ich will Dir nicht zu Nahe treten, aber das klingt mir zu weinerlich. Ich kann aus Deinem Thread nicht herauslesen, dass Du um Eure Beziehung gekämpft hast. Ich kann herauslesen, dass Du saufen wolltest und alle möglichen Tricks angewendet hast, um das zu tun, obwohl Du lange wusstest, dass das Eure Beziehung existenziell gefährdet. Und in dem ganzen habt Ihr auch noch ein Kind, das alles miterlebt. Und ein nasser Vater ist für kein Kind gut. Also komm mal aus Deinem Selbstmitleid raus.
Liebe Grüße
Kazik
Vielen Dank für Deinen Einsatz, Marie. Ich wünsch Dir viel Kraft und ein gutes Händchen für diese Aufgabe.
Liebe Grüße
Kazik
Egal ob mit einer Sucht oder auch psychischen Problemen, stößt man meistens auf Unverständnis. Da habe ich mich dran gewöhnt .
Hi Carmen,
aufgrund einer traumatischen Kindheit und Jugend habe ich wiederkehrende, teils schwere Depressionen. Eine Persönlichkeitsstörung und PTBS wäre mir diagnostiziert worden, brauchte offiziell aber nie.
Mit Deinem psychischen Päckchen musst Du besonders auf Dich aufpassen. Sprich auf jeden Fall mit Deinen Therapeut*innen und Ärzt*innen. Das verschafft Dir auch Sicherheit, dass die Therapie auf die Tatsache das Du nun trockene Alkoholikerin bist angepasst wird.
Bei mir waren die ersten zehn bis zwölf Tage schwierig. Körperlich ging es mir in den ersten Tagen schlecht, wurde dann aber rasch und stetig besser. Seelisch war es eher Achterbahn und hat gerne Mal schnell gewechselt. Du hast, wie ich gelesen habe, eine Bedarfsmedikation, die kannst Du dann ja auch nach Bedarf nehmen. Nach drei Wochen war alles wieder ziemlich gut.
So ein Entzug ist körperlich und seelisch echt anstrengend. Gefühlt war bei mir manchmal alles auf Vollgas. Ich habe versucht mich so gut es geht zu schonen. Und obwohl ich tatsächlich kaum etwas gemacht habe, war ich oft sehr erschöpft.
Liebe Grüße
Kazik
Hi Leonie,
ich finde, das klingt soweit ganz okay. Klar ist da noch ordentlich Luft nach oben, aber eben auch gefühlt deutlich mehr Luft nach unten.
Ich finde es gut, dass Du auf Deinen Energielevel achtest und habe das Gefühl, dass Du gut zu Dir bist. Und in der Sonne rumliegen ist ja auch für die Psyche gut.![]()
Wann geht es denn mit der Klinik los?
Liebe Grüße
Kazik
Vielleicht fällt Dir da ein Für oder Wider ein. Darum gehs nicht.
Nein tatsächlich fällt mir zu Beiden nichts ein. Und ganz ehrlich ich will da auch gar nicht drüber nachdenken. So gar nicht.
Und ja nüchtern sind meine Chancen besser. Denn schlechter als mit Alk geht nicht.![]()
Liebe Grüße
Kazik
Aber zur Beruhigung, ich habe inzwischen auch gelernt, mich in einer Depression nicht noch zusätzlich selbst zu schädigen.
Hi Ihr,
noch eine kurze Ergänzung hierzu, weil mir das doch zu glatt klingt. Ich schädige mich so gut ich kann nicht selbst. Heißt ich mache schon Dinge die nicht gut für mich sind. Ich esse manchmal nicht regelmäßig und das nicht nur, weil ich keinen Appetit habe sondern weil ich es "vergesse". Ich trinke manchmal Zuwenig aus dem gleichen Grund. Ich beschäftige mich manchmal nach Feierabend mit meinen Aufgaben und spiele quasi selbst mit mir Schach. Ich verbringe unnötig Zeit im Internetz. Ich rauche. Die Liste ließ sich endlos fortsetzen. Und ich kriege mich auch immer irgendwie wieder eingefangen. Aber das mit Abstand schädlichste Verhalten war meine Sauferei. Und das werde ich garnicht mehr machen.
Meine Depressionen fühlen sich wie eine Strafe an und das sind sie auch. Und wenn ich ganz genau hinschaue, was ich nicht immer will oder kann, sind sie in Teilen eine Selbstbestrafung. Bei mir, weil ich mich nicht meinen Eltern unterworfen habe und weil ich das "Geheimnis" Ihrer Gewalt mir gegenüber verraten habe. Und zweitens, weil ich mein inneres Kind nicht beschützt habe. Es gibt bestimmt noch andere Gründe, aber das sind die Hauptgründe. Und weil meinem Unterbewusstsein das normale Elend einer Depression manchmal nicht ausreicht, gibt es noch "Extrastrafen". Und wenn ich nicht genau aufpasse, dann "sitze" ich diese Extrastrafen ab.
Liebe Grüße
Kazik
Hi wieweiter ,
Du bist eine echt taffe Lady. Ich freue mich sehr für Dich, dass Du jetzt mit der Wohnung durch bist und wünsche Dir vor allem Ruhe und Entspannung.
Liebe Grüße
Kazik
Eine Frage die mich von Anfaang an beschäftigt: Habt ihr Moderatoren hier ein Ranking von wegen wer schafft es abstinent zu bleiben und wer nicht?
Eine Frage meinst Du das Ernst? Wenn ja, dann wärest Du hier tatsächlich falsch. Ein Ranking? Was kommt als Nächstes, dass es hier eine Clique gibt, die Wetten darauf abschließen, wer als Nächstes über die Klippe geht? Komm mal zu Dir. Wir sind hier alle in Eigenverantwortung. Und Du hast Recht, wenn die nächste kniffelige Situation für Dich kommt bist Du alleine und das wärest Du, auch wenn wir alle direkt neben Dir sitzen würden. Denn die Entscheidung ob Du das nächste Glas Alkohol trinkst, triffst Du ganz alleine. Was Du hier bekommen kannst, sind Hinweise wie andere Leute es geschafft haben das diese Situation für sie irgendwann nicht mehr kniffelig waren oder was sie tun wenn eine Situation eben doch wieder kniffelig wurde.
Liebe Grüße
Kazik
Ich hab's geschafft, trotz aller Widrigkeiten". Was hat Du denn geschafft, Rede doch mal davon. Vom jetzt!
Äh, Lebenskuenstler ist seit über zwanzig Jahren trocken? Und was seine Alkoholsucht angeht muss er in seiner Vergangenheit wohl diesbezüglich alles richtig gemacht haben. Und Du hast die einmalige Chance von ihm zu lernen, wie er das wohl angestellt hat. Dir muss nicht alles gefallen was er schreibt und noch weniger musst Du etwas mitnehmen. Aber am Ende des Tages hat er seine Sucht bis heute erfolgreich gestoppt.
Liebe Grüße
Kazik
Hallo Zoe,
kleine Rückmeldung und vielleicht auch nicht hilfreich für Dich. Aber Du bist nicht alleine damit, dass Dich das Verhalten Deines XY stresst, das stresst mich schon beim Lesen. Aber wie schon geschrieben, es geht hier um Dich und darum, dass Du Wege findest, um aus diesem Stress rauszukommen. Ich persönlich würde Ihm ein Umzugsunternehmen schicken und Ihm den Tag nennen wann die vorbeikommen. Wenn er dann zu dem vereinbarten Termin nicht da ist und/oder die Sachen nicht rausrückt, begeht er eine Unterschlagung. Es geht um Dein Eigentum. Und dann kannst Du von dort weiter überlegen, wie Du weiter vorgehst. Du kannst ihn anzeigen. Und dann geht das über die Polizei seinen Weg. Oder Du lässt dann die Sache auf sich beruhen. Oder Du machst etwas ganz anderes. Entscheidend ist für Dich, dass Du Dir das Steuerrad von Dir selbst zurückholst und machst, was Du willst.
Liebe Grüße
Kazik
Und noch ein kleiner Funfact zu Gruppen. Nach meinem ersten langen Klinikaufenthalt 1997 haben mir meine Therapeuten mit auf dem Weg gegeben, dass ich von einer anschließenden Gruppentherapie am meisten profitieren würde. Also machte ich mich auf die Suche nach einer therapeutischen Gruppe. Die erste Gruppe bestand außer mir aus zwei Typen und dem Therapeuten. Ich bekam überhaupt keinen Draht zu irgendwem und konnte mich selbst auch nicht überwinden einfach loszuplappern. Ich habe das dann nach ein paar Monaten abgebrochen. Aber da es mir ja nicht gut ging und ich auch stur bin, suchte ich mir eine andere therapeutische Gruppe. Dort waren wir zu sechst plus Therapeuten. Dasselbe Ergebnis, ich bekam keinen Draht und konnte nicht aus mir herauskommen. Diesmal hielt ich zweieinhalb Jahre durch und brach ein halbes Jahr vor Ende ab. Beide Gruppen waren analytisch bzw. tiefenpsychologisch orientiert. Meine Depressionen sind Traumabedingt. Tiefenpsychologische bzw.. Analytische Ansätze setzen darauf, dass der Client seine Probleme selbst erkennt und sie bearbeiten auch nur Probleme, die der Client selbst erkennt. Mein Problem war, dass ich meine Traumata ganz lange nicht erkennen konnte, weil ich sie abgespalten und so tief in meinem Unterbewusstsein vergraben hatte, dass ich sie selbst nicht mehr spüren konnte. Was ich lange Zeit gesehen habe, war ein emotionaler Stummfilm der traumatischen Ereignisse und selbst der war in gewisser Weise weichgezeichnet. Geholfen hat mir dann erst im Jahr 2005 und folgend eine Verhaltenstherapie, weil die sich hauptsächlich darauf konzentriert meine Gedanken und mein Verhalten im Hier und Jetzt zu verändern und meine Gefühle würden dem Folgen. Und das war so. Meine Ängste konnte ich so bewältigen. Und bei meinen Depressionen konnte ich danach mein Verhalten und meine Gedanken so weit kontrollieren, dass ich weitestgehend handlungsfähig blieb.
Liebe Grüße
Kazik
Hi LK,
das ist gut, dass es gute Tage waren. Und ich kann mir vorstellen, dass die Tage für Deinen Freund und dessen Familie auch gut waren. Denn Traurigkeit und Trauer sind ja nicht schlecht, sondern notwendig und gut. Und die brauchen eben Ihre Zeit besonders, wenn es um einen guten Menschen geht.
Ich schreibe gern bei Dir, weil ich mehrere Phasen hatte, in denen es mir äusserst beschissen ging. Von daher, und auch weil Du mich am Anfang ja auch mal angeschrieben hattest, empfinde ich eine innere Nähe zu Dir. Deine Depressionen sind mir nicht so fremd, wie das vielleicht manchmal aussieht. Ich versuche, Dich zu verstehen.
Das mit der Nähe geht mir genauso. Wir haben aus meiner Sicht auch außer der Tatsache, das wir beide Alkoholiker sind, viele Gemeinsamkeiten. Auf jeden Fall biografische Gemeinsamkeiten. Aber die Hauptgründe warum Du mich von Anfang an mitgenommen hast, ist Deine Ehrlichkeit Dir selbst und auch mir gegenüber. Dass Du, auch wenn Du es öfters hinter der rauen Schale des Straßenköters verbergen möchtest, über Deine Gefühle sprichst oder sie zumindest durchscheinen lässt. Dass Du Gefühle von anderen wahrnimmst und da nicht einfach drüber wegtrampelst. Und ich kann mit Deiner Denke und der Art zu denken tatsächlich viel anfangen. Weil sie ergebnisorientiert, zielgerichtet und mit Dir selbst im Mittelpunkt ist, wenn es drauf ankommt und Du Dich aber auch selbst hinterfragst und wenn notwendig zu anderen Schlüssen kommst. Damit kann ich etwas anfangen. Und in bestimmten Teilen meines Lebens mache ich es ganz genauso, weil das der beste Weg ist, wie ich Dinge in meinem Sinne bewegt bekomme.
Deine Depressionen sind mir nicht so fremd, wie das vielleicht manchmal aussieht. Ich versuche, Dich zu verstehen.
Mach Dir da mal keinen Stress. Obwohl ich soviel über meine Depressionen weiß, verstehe ich sie auch nicht. Denn meine Depressionen sind auch nicht zu verstehen, weil sie eben eine Krankheit sind. Es gibt keine logische Erklärung dafür, warum ich innerhalb kürzester Zeit antriebslos, völlig erschöpft, schwermütig, pessimistisch und anderes bin. Ich habe Strategien erlernt, wie ich mir selbst helfen kann, dass ich eine Depression besser überstehe. Und ich kann inzwischen in einer Depression die meiste Zeit klar denken und vor allen Dingen klar handeln. Aber ich weiß inzwischen auch, wann es Zeit ist zu kapitulieren und mich in Sicherheit zu bringen. Und wenn ich hier über meine Depressionen schreibe, erkläre ich es mir ebenso wie Euch so gut wie ich kann, was in einer Depression in mir vorgeht. Aber eine wirkliche Erklärung für meine Depression ist das nicht.
Liebe Grüße
Kazik
Hi Lebenskuenstler ,
zunächst einmal hoffe ich das Du offline ein paar schöne Tage hattest. Und außerdem möchte ich mich dafür entschuldigen, dass wir Deinen Faden in Deiner Abwesenheit zugespammt haben.![]()
Zu beiden diesen Zitaten kann ich nur sagen, das kann ich so nicht wirklich nachvollziehen.
Das glaube ich, dass Du das nicht nachvollziehen kannst, denn ich schreibe dort über meine Depressionen und die sind für mich auch weder rational noch emotional nachvollziehbar. Wären sie es, hätte ich keine Depression. Ich habe diese Scheissegalhaltung erlernt, um meine Depressionen besser aus halten zu können. Hätte ich es nicht erlernt, würde es mir in einer Depression noch wesentlich schlechter gehen. Und damit diese Selbstberuhigung funktioniert bezieht sich das egal wirklich auf alles. Egal ob ich es Morgens nicht geschafft habe mir nicht die Zähne zu putzen oder mir eine Buddel Schnaps reinhaue, um nichts mehr zu merken. Denn schlecht geht es mir ja so oder so und der Unterschied von einem schweren Kater, zu dem wie ich mich fühle, wenn ich eine schwere Depression habe, ist nur graduell. Aber zur Beruhigung, ich habe inzwischen auch gelernt, mich in einer Depression nicht noch zusätzlich selbst zu schädigen. Außerdem habe ich hier auch schon geschrieben, wenn eine Depression bei mir in full swing ist, habe ich bisher nie etwas getrunken. Weil mir selbst der graduelle Unterschied von Kater und Depression dann schon zu viel war.
Die Entscheidung nicht mehr zu trinken war bei mir rational. Ist sie vermutlich bei Allen inklusive Dir so. Denn eine Sucht ist irrational. Es ging mir während der Sauferei nach den ersten Jahren täglich hundeelend. Aber das war nichts, was ich nicht schon kannte, den in einer schweren Depression ging es mir auch schon über Monate hundeelend. Wie geschrieben, der Unterschied ist nur graduell. Und in einer schweren Depression hält mich nur die bewusste, rationale Entscheidung am Leben. Würde ich dort auf ein mein Bauchgefühl hören, wäre ich schon längst nicht mehr am Leben. Allerdings hatte ich bis jetzt auch das Glück, dass mein Bauchgefühl bisher immer leben wollte. Und mein Bauchgefühl sagt mir jetzt auch, dass ich nicht mehr trinken will. Geist und Gefühl sind sich einig.
Und noch einmal zu rational. Du bist offensichtlich sehr intelligent und rational, denn vieles was Du über Dich schreibst, liest sich so, dass Dein Bewusstsein ab einem bestimmten Zeitpunkt übernimmt und die unangefochtene Kontrolle über das Unterbewusstsein hat. Und ich kann mir vorstellen das dies Folge Deiner Geschichte ist. Nun ich bin in einem Umfeld aufgewachsen, in der Intelligenz oder der Beste zu sein keinen besonderen Wert hatte. Dort reichte es aus, mittelmäßig zu sein und sich unterzuordnen. Nun, ich wollte mich nicht unterordnen. Und wenn mich etwas wirklich interessierte, dann lernte ich so lange, bis ich es wirklich ganz verstanden hatte und wenn es um etwas Praktisches ging, lernte ich so lange bis ich es gut konnte. Damit machte ich in gewisser Weise unangreifbar, weil alle anderen "Experten" eben auf Augenhöhe waren. Und mir niemand ein X für ein U verkaufen konnte.
Was ich von Beginn an hatte war eine ganz gute emotionale Intelligenz.
Liebe Grüße
Kazik
Hi Hartmut ,
Es wirkt auf mich im ersten Moment noch zu verkrampft.
ich würde es vorsichtig nennen und ich bin im Moment lieber vorsichtig als zu lässig.
Tatsächlich ist Alkohol für mich kein Mittel mehr für irgendetwas. Und ich werde Alkohol auch voerst nicht in irgendeiner anderen Verwendung beispielsweise Lacke oder als wirkliches Lösungsmittel zur Reinigung o.ä. verwenden. Das macht manches schwieriger, aber nicht unlösbar.![]()
Als Strafe empfinde ich irgendwelche Maßnahmen, die ich ergreife nicht. Liegt daran das ich mich was meine Sauferei angeht auch nicht schuldig fühle.
Es sollte, so mein Denken auch ein Schalter im Kopf umgestellt werden, dass das jetzige Leben, wie es auch ist, nichts mit dem Saufen zu tun hat. Das Saufen hat mich nur jahrelang mit dahin geführt. Und wenn ich Krankheiten wie Depressionen und Alkohol nicht als eigenständige Krankheiten trenne, bleiben sie immer ein Bestandteil für einen Saufdruck.
Das ist ein guter und richtiger Gedanke. Der allerdings ein hohes Abstraktionsdenken und die entsprechende Akzeptanz der beiden Krankheiten erfordert. Und da die Depressionen bei mir, wenn sie manifest sind, mein Denken und mein Fühlen verändern, ohne dass ich es unmittelbar, merke das, beispielsweise der von Dir genannte Schalter weiterhin umgestellt ist. Und das führt mich zu meinem Ausgangspunkt für diesen Teil meines Fadens zurück. Die Akzeptanz meiner Depression macht mich verletzlicher für Alkohol. Weil der Gedanke ich könnte in einer Depression einfach irgendetwas nehmen (Pille, Alkohol, etc.) und dann ginge es mir einfach wieder gut zwar irrational ist, der Wunsch danach aber trotzdem besteht.
Wie arbeitet man an Geduld?
![]()
Klar, ist das ein Widerspruch.
Aber ich muss mich im Moment tatsächlich bewusst zur Ruhe bringen. Meine Hoffnung ist, dass es das bewusste irgendwann nicht mehr braucht.
Liebe Grüße
Kazik
Hi Stern und Ihr,
danke für Deinen Beitrag und den Begriff alkoholfreie Zone im Kopf finde ich super. Tatsächlich klappt dieser Teil meiner mentalen Aufstellung ganz gut. Und wie geschrieben habe ich keinen Saufdruck. Ich bin auch zuversichtlich, dass ich mir meine Stadt zurückerobern kann und Orte finden werde, wo ich mich mit Menschen treffen kann. Das klappt ja jetzt auch schon. Aber mein ganzes Leben hat sich eben verändert, ich bin jetzt ein Tagmensch. Heißt, ich habe überhaupt keine Lust mich Abends zu treffen. Auch am WE. Und mir fehlt deshalb auch nichts. Dadurch fallen aber alle Abendveranstaltungen und Lokalitäten weg. Dazu kommt, dass sich mein Tag-, Nachtrhythmus in einer für mich guten Weise verändert hat, dieses bei meinen Freund*innen und Bekannten aber nicht so ist. Und insofern ist, wenn ich vorschlage, lass uns doch zusammen Frühstücken oder Nachmittags einen schönen Spaziergang machen und danach einen Kaffee trinken erst mal ungewöhnlich. Dazu kommt, dass eine ganze Reihe von Ihnen Kinder hat und dann haben die eben auch gefühlt erst Abends "frei". Auch am WE. Und das kann ich auch verstehen. Ich bin aber zuversichtlich das sich das noch einspielen wird.
diese Erschöpfung, begleitet mit einer melancholischen Traurigkeit.
Das ist im Moment das Hauptproblem. Das kenne ich eben aus meinen Depressionszeiten und das führt bei mir zu einer gewissen Scheißegalhaltung. Und diese Haltung ist gut, weil sie mir während einer Depression den Stress nimmt alles schaffen zu müssen. Denn gegen eine Depression oder eine Erschöpfung kann ich nicht gegen anarbeiten. Da muss ich pfleglich mit mir sein, mich auf meine unbedingten Kernaufgaben konzentrieren und mir sowenig Druck wie möglich machen. Alles andere ist kontraproduktiv.
Aber diese Scheißegalhaltung ist für mich gefährlich, wenn es um Alkohol geht. Denn es ist nicht scheißegal, ob ich Alkohol trinke. Und deshalb muss ich im Moment halt gut auf mich aufpassen.
Liebe Grüße
Kazik
Hi Ihr,
noch ein kleiner Nachtrag zu meinem inneren Antreiber. Ich schicke den nicht in den Urlaub, das hat der gar nicht verdient. Meine Idee ist das wir beide zusammen lernen, was das richtige Tempo für uns ist. Und dass wir beide zusammen Geduld lernen. Wenn, das klappt, dann sollte unser Verhältnis ganz harmonisch werden.
Liebe Grüße
Kazik
Hi Nayouk
danke für Deine Nachricht.
diese Erschöpfung, begleitet mit einer melancholischen Traurigkeit.
Das ist eine ziemlich gute Beschreibung, wie ich mich gerade fühle. Wobei ich die Traurigkeit irgendwie unscharf spüre.
Den inneren Antreiber habe ich auf Erlebnisurlaub geschickt, ohne mich und ich habe wieder Geduld erlernt.
Ja, mein innerer Antreiber ist gerade extrem unzufrieden, weil ich Ihn ungefragt ausgebremst habe. Das ist mit meinem Antreiber immer eine schwierige Balance. Weil wenn ich eine richtige Depression habe, ist er absolut notwendig, um mich zumindest ein wenig am Laufen zu halten. Und im Normalbetrieb, wenn er und ich im gleichen Takt sind, dann macht es mir auch Spaß, weil ich es auch schön finde, wenn es richtig gut läuft. Wie gesagt, es ist eine delikate Balance.
Und an meiner Geduld arbeite ich auch gerade. Weil mir natürlich auch klar ist, dass ich noch ganz am Anfang meines abstinenten Weges bin. Ich versuche gerade ein richtiges Tempo zu finden, also nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam. Das Gute ist, dass ich nicht zurückgehen will. Da will ich nicht wieder hin.
Liebe Grüße
Kazik