Beiträge von Kazik

    Hi Boss,

    zuerst einmal die Frage ist Deine Bude alkfrei? Wenn es so ist, dann bist Du safe. Alkohol kommt nicht alleine durch die Tür rein.

    Zweitens, hast Du Dir Grundbausteine noch einmal durchgelesen? Hast Du sie verstanden und umgesetzt?

    Drittens, hast Du Deinen Notfallkoffer gepackt?

    Viertens, Du bist jetzt in der vierten Woche, da war Suchtdruck bei mir auch mal da. Ist zu erwarten, oder? Ich habe von Anfang an, wie ich es hier gelernt habe, die Gedanken, die mir mein Suchtgedächtnis aufdrängen wollte, nicht festgehalten. Die Kreisen dann eine Weile und verschwinden dann wieder. In Minuten eher, als in Stunden. Ich habe mich auf gar keinen Fall mit diesen Gedanken beschäftigt. Worauf es hinausläuft, ist eh klar.

    Kennst Du die HALT Regel? Mir hat bei Saufdruck immer gut geholfen ordentlich zu Essen oder zu Trinken. No Alk natürlich.

    So und ganz zum Schluss. Ich war ca. 10 Jahre meines Lebens als Tischler selbstständig. Allerdings war in dieser Zeit kein Alkoholiker. Und ich hatte gerade zu Beginn nicht erst einen Alkoholentzug gemacht und meine Abstinenz begonnen. Was ich damit schreiben will, wäre ich an Deiner Stelle würde ich den Beginn meiner Selbstständigkeit um mindestens ein Jahr verschieben. Und das Jahr dazu nutzen stabil trocken zu werden und mich in aller Ruhe auf die Selbstständigkeit vorbereiten. Denn mein Eindruck ist das Du trotz Deines Nicks Boss jetzt schon auf Anschlag gehst. Kein Angriff. Aber das heißt Selbstständigkeit. Du bist der Boss vom Ganzen.

    Hatte gestern leider auch eine richtige Krise, stand dem Rückfall ziemlich nah. Naja gut, war ein gebrauchter Tag. Abhaken. Nach vorne schauen.

    Brauche definitiv auch etwas zum entspannen. Vielleicht probiere ich es auch mal mit einer Maske.

    Hi Boss,

    ich habe diese Zitat von Dir mal Bibitor 66 zu Dir geholt.

    Und hätte dazu zwei Fragen. Sprichst Du von gestern Montag oder von Sonntag? Und wenn ersteres warum schreibst Du darüber nicht in Deinem Faden?

    Hi Ihr,

    ich habe mich in meinem Umfeld privat und beruflich als Alkoholiker zu erkennen gegeben. Und ich habe damit gute Erfahrungen gemacht. Jedenfalls keine negativen. Manche Menschen wissen jetzt offensichtlich nicht, wie sie mit mir umgehen sollen. Aber das kann und werde ich nicht ändern.

    Der Hauptgrund war, dass ich damit proaktiv Veränderungen in meinen Verhalten begründet habe. Was ich damit schreiben will, für mich wäre es keine Option bei Menschen, bei denen ich, denke das, es wichtig, dass sie wissen sollten, dass ich Alkoholiker bin zu warten. So haben Sie wenigstens die Möglichkeit zu verstehen, warum ich mein Verhalten ändere. Allerdings ändere ich mein Verhalten, auch wenn sie es nicht verstehen.;)

    Hi Schmitty,

    zunächst einmal freue ich mich für Dich das es Dir besser geht und das Du stabil abstinent bist. Das ist die Hauptsache.;)

    Zu Deiner Frage. Meine Depressionen waren da, bevor ich abhängig wurde. Und in den letzten Jahren der Sauferei bin ich aus meiner Depression nicht mehr rausgekommen und mir ging es grenzwertig schlecht. Ich kann eine Depression nicht bewältigen, wenn ich saufe. Das konnte ich erst wieder, als ich stabil abstinent war. Außerdem war es für mich wichtig, dass ich meine Depression und meine Sucht strikt auseinanderhalte. Das sind zwei getrennte Krankheiten von mir, die ich getrennt angehen muss. Und die Reihenfolge ist zuerst die Sucht stoppen und dann die Depression angehen.

    Ich hätte Angst, dass mir der Stoff dann nicht reicht und ich zum echten Bier greifen möchte.

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass irgendwelche alkoholfreien Ersatzprodukte meinem Suchthirn nicht reichen werden. Denn es will den Rausch, das Glücksversprechen der Droge. Genauso bin ich mir sicher, dass solche Produkte mein Suchthirn triggern. Vielleicht nicht gleich, aber steter Tropfen höhlt den Stein.

    Ich gehe auch nicht auf einen Weihnachtsmarkt. Weil ich dort eben getriggert werden könnte und dann stehe ich nur eine Handbreite entfernt von Alkohol. Und dieses Risiko bin ich dann freiwillig eingegangen. Fehler.

    Es gibt zwei Dinge, die mich bei den Diskussionen über das Eingehen von Risiken echt befremden.

    Erstens, das Risiko, welches ich vermeide, ist immer ein Rückfall. Das ist das, was ich um jeden Preis vermeiden will. Und deshalb diskutiere ich nicht mit mir, ob oder wie ich vielleicht doch ein Risiko eingehen könnte, weil ich damit rechne, dass der Preis, den ich bezahle, ein Rückfall ist. Und den kann und will ich mir nicht leisten.

    Das Zweite, was mich befremdet ist, dass ich mich ja schließlich nicht einschließen kann als Begründung für das Eingehen von "Risiken". Ich bin jetzt fast ein Jahr abstinent und habe mich nicht eingeschlossen. Aber ich habe konsequente Risikovermeidung betrieben. Alles wo ich mich geistig, seelisch oder körperlich auf Armlänge Alkohol nähere habe ich vermieden. Kling anstrengend? War es nicht. Klingt nach Verzicht? War es nicht. Ich lebe ein ganz normales Leben. Ich treffe mich mit Freund*innen. Gehe arbeiten. Nur die Vereinbarung ist, dass niemand in meiner Gegenwart trinkt. Und ich treffe mich auch nicht an Orten, an denen denen der Alkoholkonsum in Vordergrund steht oder an denen ich selbst schon einmal getrunken habe.

    Hallo R/no ,

    freut mich, dass Du es Dir anders überlegt hast. Das ist hier schließlich Deine SHG in der Du Deinen jetzt abstinenten Weg gegangen bist. Und es wäre sehr schade, wenn Du darauf verzichtet hättest.

    Ich nehme Deine Entschuldigung an. Wenngleich was es mich angeht nichts wirklich zu entschuldigen gibt. Das ist hier ja kein Streichelzoo, wenn es um unsere Sucht geht.

    Und ich finde auch gut, dass Du Dich damit beschäftigen willst, warum Deine Zündschnur manchmal so kurz ist. Das ist ja bestimmt auch nervig für Dich.

    Auf jeden Fall hast Du meinen Respekt für das, was Du geschrieben hast.

    Wenn Du es so hasst, mit was verführen Dich dann die Gedanken?

    Vielleicht steckt darin ja auch der Grund, warum Du so kämpfst? Ich persönlich hasse weder Alkohol noch das saufen. Damit würde ich Alkohol und Saufen viel zu Platz in meinem Kopf geben. Und Hass ist ja auch ein starkes Gefühl, was ich die ganze Zeit aufrechterhalten müsste, um abstinent zu bleiben. Fällt der Hass weg, hat das Suchtgehirn freie Bahn.

    Für mich als Alkoholiker ist es eine Notwendigkeit nicht zu trinken, denn ich kann meine Sucht nur stoppen. Also trinke ich nicht. Und der sicherste Weg nicht zu trinken ist Umsetzung der Grundbausteine und konsequente Risikovermeidung. Das war für mich kein Verzicht, sondern Selbstfürsorge. Verzicht wäre es für mich, wenn ich noch trinken wollte.

    Mir fällt bei Dir von Anfang an auf, dass Du bei Deinen Beiträgen immer ein wenig latent aggressiv wirkst. Du benutzt auch gerne viele Ausrufezeichen. Und habe mich schon einige Male gefragt, worauf ist der Kerl so wütend? Mein Eindruck ist auch, dass Du Dich selbst von irgendetwas überzeugen willst.

    Ansonsten verabschiede ich mich für heute mal bevor ich mich noch zu Aussagen hinreißen lasse die dann zum Rauswurf führen,

    Hi R/no ,

    auch auf die Gefahr hin das ich bei Dir auf Zwergpinscher Liste und NPC Liste gesetzt werde.;)Mal, das ist jetzt zum wiederholten Mal, das Du hier steil gehst und Nutzer*innen angehst. Du bist hier nicht in der Kneipe, also reiß Dich mal zusammen. Wenn Dir irgendetwas nicht passt, was Dir geschrieben wird, dann lass es doch einfach liegen.

    Hi Ihr,

    unterschiedliche Wege? Mein Weg ist eine Kopie. Ich habe die Grundbausteine umgesetzt. Betreibe konsequente Risikovermeidung. Das Mindset habe ich mir von einigen Langzeit trockenen und Nutzer*innen die ein ähnliches Mindset haben abgeschaut. Das habe ich dann verglichen und die Gemeinsamkeiten für meine Kopie mitgenommen. Mein Ziel war es, den Weg möglichst einfach und schlank zu halten. Was nicht dran ist, kann nicht kaputtgehen oder in meinem Fall zu einem Rückfall führen. Ansonsten habe und bin ich noch dabei, die Sucht von allem zu befreien, was dort nicht hingehört. Emotionen, Glücksversprechen, Depressionen, Erinnerungen..... Das alles erreiche ich, indem ich hier viel lese und schreibe. Und dann nehme ich aus den Erfahrungen und dem Austausch mit, was für mich passt und lerne.

    Warum mache ich das? Als ich mich hier angemeldet habe, wusste, ich das ich Alkoholiker bin, das ich trinken musste. Und ich wusste, dass der einzige sinnvolle Weg daraus ist, dass ich nicht trinke. Nie mehr. Und ich wusste, dass Alkoholsucht eine starke Sucht ist, die Rückfallquoten waren mir bekannt und sie sind erschreckend. Ich hatte keine Idee für einen eigenen Weg. Ich wollte auch keinen eigenen Weg finden, im Gegenteil, ich wusste, dass ich keinen Fehler machen durfte. Also machte ich etwas, was ich in meinen Leben quasi als Grundeinstellung sehr selten mache, ich folge den erfolgreich Trockenen, passe mich Ihnen, wenn es um das erfolgreiche Stoppen der Sucht geht an und setze meine Abstinenz an erste Stelle.

    Zum Schluss. Ich finde die Diskussionen um unterschiedliche (eigene) Wege zwar manchmal befremdlich, aber notwendig. Denn am Ende des Tages geht es ja darum, dass alle so wie ich einen sicheren Weg finden abstinent zu sein und zu bleiben. Auch wenn dieser Weg wie bei mir eine Kopie ist.;)

    Hi Matcha,

    dazu passt meiner Meinung der Satz, nur nicht trinken reicht nicht.;) Natürlich wirst Du jetzt abstinent nicht plötzlich zum Menschenfreund und verlierst alle sozialen Ängste. Und auch mit Deinem Weltschmerz kannst Du nicht besser umgehen. Da wirst Du Dich schon bewegen müssen. Und das weiß ich aus eigener Erfahrung.;)

    Ein niedrigschwelliger Einstieg in die Welt menschlicher Kontakte wäre z.B. dass Du Dich hier mehr austauscht. Ich kann Dir versichern, ich bin ein Mensch.;) Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass Du damit gleichzeitig etwas für Deine Abstinenz tust.

    Im weiteren Verlauf des Buchs hieß es dann auch, zu jeder lebenslangen Abstinenz gehöre eine zurückliegende Geschichte mit Rückfällen. Überspitzt gesagt: Wer noch nie einen Rückfall erlebt habe, sei noch nicht auf dem Weg zu 'lebenslang'. Zu jeder Suchtgeschichte gehörten Rückfälle.

    Hi Mattie,

    ich habe in den 10 Jahren, in denen ich abhängig gesoffen habe, eine Trinkpause gemacht. Das war ca. 2 Jahre, bevor ich aufgehört habe. Ich wollte sehen, ob ich aufhören kann. Und als ich merkte, dass ich es kann, habe ich nach ca. 3 Monaten weitergesoffen. Das war gefühlt kein Rückfall, weil ich gar nicht das Ziel hatte, dauerhaft aufzuhören. Mir war aber schon klar, dass ich abhängig war. Insofern bin ich jemand, der in seiner abhängigen Zeit keinen Rückfall hatte.

    Zu der Theorie dieses Buches. Das geht ja auch in die Richtung der Theorie, dass Rückfälle ein Symptom der Sucht sind. Ich persönlich beschäftige mich mit einem Rückfall nur insofern, dass wenn ich hier davon, lese mir, die Gründe anschaue und wie ich diese für meine eigene Risikovermeidung berücksichtige und einbaue. Denn ein Rückfall hat ja einen Vorlauf. Ich versuche aus den Fehlern zu lernen, das ist auch einer der Hauptgründe, warum ich hier weiter aktiv bleibe. Das ist meine Rückfallprophylaxe.

    Meiner Meinung nach sind die oben genannten Theorien gefährlich. Zum einen verharmlosen sie Rückfälle. Und zum anderen erhalten sie den Gedanken, dass es eben doch nicht notwendig, dass ich nie mehr trinke. Gehört ja scheinbar dazu.

    Für mich und meine Abstinenz ist entscheidend, dass es mir in den letzten drei bis vier Jahren meiner Kombination aus Saufen und Depressionen körperlich, seelisch und geistig grenzwertig schlecht ging. Heißt ich weiß ganz genau wie sich das Leiden anfühlt, denn ich habe gelitten. Und ich weiß, dass ich das nicht mehr lange durchgehalten hätte. Dass ich eher früher als später draufgegangen wäre. Deshalb ist für mich ein Rückfall keine Option.

    Hallo Matcha,

    ich kann mich dem, was Nayouk schreibt, ohne Einschränkungen anschließen. Menschenfeindlichkeit ist überhaupt keine gute Haltung. Sie ist eine gefährliche Haltung, die schon viel Unheil angerichtet hat.

    Deshalb würde ich Dir raten Wege aus dieser Haltung zu finden. Menschliche Kontakte suchen. Und bevor Du mich hier falsch verstehst, ich meine nicht das Du alle Menschen lieben sollst. Mache ich auch nicht. Aber ich habe ein Umfeld von Menschen, die ich mag und manche liebe ich auch.;)

    Hi Ihr,

    ich habe wegen der Wirkung dem Rausch getrunken. Punkt.

    Ich musste mich anfangs Jugend/Junger Erwachsener richtiggehend "trainieren" um mein Getränkt der Wahl Bier in der "nötigen" Menge runter zu kriegen. Und Schnaps ging lange fast überhaupt nicht. Mit manchen "Ingetränken" (z.B. Appelkorn)in meinem Umfeld hatte ich mich schnell völlig über trunken. Und konnte das Zeug noch nicht mal mehr riechen, ohne zu brechen.

    Aber als ich dann mit Ende vierzig angefangen habe ernsthaft zu saufen war ich dann "trainiert". Nur gegen Ende wurde es schwieriger, das Zeug drinnen zu behalten.

    Hi Kecke,

    schön von Dir zu lesen, dass es Dir abstinent gut geht.

    Dies ist Deine Selbsthilfegruppe und dies ist Dein Faden. Hilfe zu Deiner Selbsthilfe kann Dir nur gegeben werden, wenn Du etwas über Dich schreibst. Und es ist völlig egal, ob Du über etwas schreibst, was so oder so ähnlich hier schon oft aufgetaucht ist. Völlig egal. Es geht um Dich. Um Dich ganz alleine und darum, dass Du Deine Themen ernst nimmst und hier teilst. Dass Du einen sicheren Weg und das dazugehörige Mindset findest, um stabil und zufrieden abstinent zu leben. Sei es Dir wert.

    Ich überspitz es jetzt mal, mir persönlich nützt es überhaupt nicht nur bei anderen zu lesen, wie sie Ihren Weg gehen. Ich selbst muss mich mit dem Weg, der hier vorgeschlagen wird, auseinandersetzen, ihn verstehen und dann praktisch umsetzen. Und dabei hilft mir, mich hier auszutauschen. Ich kann und will nicht das Leben von anderen nachleben. Wollte ich noch nie.;)