Beiträge von KaDett

    Denke ich auch Lebenskünstler. Alles braucht seine Zeit. Hab ja auch mehr als 20 Jahre getrunken, da kann ich nicht erwarten, dass das Thema in ein paar Monaten durch ist. Jetzt ist wieder Geduld angesagt, dazu auch eine Portion Demut und eine gute Prise Gelassenheit.

    Langsam normalisiere ich mich wieder. Da werde ich mir Zeit nehmen und aufarbeiten. Hauptsache ist, dass ich nicht rückfällig geworden bin. Bin nach wie vor nüchtern. Habe auch was gelernt, nämlich, dass mein Notfallkoffer nicht Job geeignet ist. da ging weder Fahrrad fahren noch Liegestützen. Im Gegenteil ich musste mich Kollegen gegenüber so verhalten als wäre nichts. In der Firma weiß niemand was von meiner Abstinenz, also habe ich versucht mir nichts anmerken zu lassen. Bin mal auf Toilette geflüchtet, aber sonst gab es dort keine großen Möglichkeiten was zu tun.

    Bin nun aber wieder innerlich ruhig. Werde mir noch überlegen ob ich morgen wieder zum Job gehe. Warte da bis morgen früh mal ab.

    Ich habe mit so etwas nicht gerechnet, hoffe, dass es mich stärkt das überstanden zu haben. Jetzt setze ich auf Zeit.

    Ich bin auf dem Sofa, habe inzwischen eine Dose Vanilleeis gegessen. Mein Kopf fühlt sich matschig an, als wäre ich betrunken. Wegen dem Tee habe ich noch nicht geschaut, den habe ich auf der Arbeit stehen. Was mich so dermaßen aus den Latschen geworfen hat weiß ich nicht. Aber mit „Für immer“ und „Nie wieder“ hat es schon zu tun. Das klingt so riesig. Habe wieder angefangen mit dem ‚Glas nur heute stehen zu lassen‘. Nur heute ist nicht so groß. Mir ist heute morgen alles durch den Kopf geschossen wie eine Lawine. Für immer Alkoholiker, nie wieder…. Jedenfalls war alles negativ und wie eine nicht zu bewältigende Bank. Kazik kann echt sein, dass ich Angst vor dieser Größe bekommen habe. NIE wieder….beinhaltet Fasching, Urlaube, Feste, Geburtstagsfeiern usw. FÜR IMMER Alkoholiker hört sich so endgültig, so trostlos an, ohne Chance dem entkommen zu können. Meine ganze Trockenheitsarbeit hatte ich heut morgen auf einen Schlag vergessen. Habe mich schon sicherer gefühlt und habe nichts vom Notfallkoffer in meiner Arbeitstasche mehr dabei. Weder Traubenzucker, noch Pfefferkörner, keine Brote, oder Schokolade. OK Wasserflaschen gibt’s in der Firma soviel man möchte. Aber heute war ich aufgeschmissen. Muß den Notfallkoffer unbedingt auch jobtauglich einrichten.

    „Nie wieder“ und „Für immer“ waren heute zu übermächtig. Die Größe hat mich erschlagen. Muss mich erst wieder mental aufbauen.

    Bin jetzt tatsächlich daheim wegen Zahnweh und jetzt auf dem Sofa. Irgendwie ist das ganze mehr als seltsam. Hatte richtig Herzrasen. Das kann doch nicht von so einem Film von gestern Abend kommen. Die paar Gläser Wein haben mich zwar beschäftigt, aber die Reaktion ist doch viel zu groß.

    Habe eine neue Tee Sorte, vielleicht bin ich ja allergisch gegen Inhaltsstoffe oder so. Jedenfalls bin ich richtig platt jetzt. Habe alles mögliche essbare reingestopft. Kiwi, Schokolade, Wasser, Pfeffer, Salz und Gummibärchen. Komme mir vor wie Falschgeld. Ich habe doch schon öfter Weingläser sogar in real gesehen während der ganzen Abstinenz. Das hat mich noch nie so aus der Bahn geworfen.

    Danke euch allen erstmal. Muss das mal in Ruhe analysieren und den neuen Tee unter die Lupe nehmen. Das war wirklich ein Brett und ich kann noch nicht damit umgehen was da passiert ist.

    Scheint wieder besser zu sein. Was für eine Bank. Bin richtig geknickt, traurig und ko. Dieses für immer und Nie wieder haben mich regelrecht überrollt. Jetzt ist meine ganze Motivation im Keller. Wieder von vorne anfangen, kapitulieren statt kämpfen, weiß nicht. Ich will keine Alkoholiker sein. Ich hab richtig die Schnau.. voll. Das hat mich richtig zurückgeworfen. Abstinenz ist zu schwer für mich.

    Im Job funktioniert der Notfallkoffer nur begrenzt. Außer Wasser in Ingwer Tee hatte ich nichts gegenzusteuern. Ich werde direkt zuhause meine Tasche aufrüsten.

    Ich bin froh wenn es heute Abend ist und ich im Bett bin und die Decke über den Kopf ziehen kann. Dieser ganze Mist nervt massiv und kostet meine ganze Energie. Sorry ich bin grad zickig ohne Ende. Ich hasse es Alkoholikerin zu sein. Abstinenz bringt mich an meine Grenze und drüber hinaus.

    Irgendwas läuft grad schief bei mir. Bin im Job und denke an den Film , nicht wirklich an den Film, sondern an die Szenen wo Wein getrunken wurde.
    Mir schießen Gedanken durch den Kopf „für immer“ und „nie wieder“ auch so ein Glas Wein trinken zu können. Ich hadere echt rum und könnte die ganze Abstinenz an die Wand werfen. Boah bin wirklich kalt erwischt worden. Was dieser Film auslöst macht mir Angst. Wenn ich jetzt in einem Einkaufsmaekt stehen würde, könnte es tatsächlich sein, dass ich eine Flaschen kaufe und auch trinken würde. Meine ganze Trockenheitsarbeit fühlt sich an wie für die Katz. 8 Monate fühlen sich grad an wie 8 Tage. Bin grad mehrere km zurück gefallen. Da muss man kerngesund sein. Warum ist das denn jetzt so dumm?

    Ich glaube, dass ich die Gläser tatsächlich anglotzt habe. Ja quasi nasses Denken.

    Leichte Verzichtsgedanken deshalb weil ich weder nervös noch unruhig wurde. Habe später meditiert und habe eine Art Zwiegespräch geführt: Ja ich habe dich (Alk) wahrgenommen, du hattest einen Platz in meiner Vergangenheit. Aber jetzt und in der Zukunft ist kein Platz für dich in meinem Leben. Alk bleibt stehen ich drehe mich um und gehe weg.

    Habe gerade etwas Fernsehen geschaut. Ganz entspannt. In dem Film wurde des öfteren Wein in verschiedenen Situationen getrunken. Ganz selbstverständlich hier ein Glas Rotwein, da ein Glas Weißwein. Als wäre es das normalste und selbstverständlichste von der Welt. Vorm kochen, auf der Terrasse, zu tiefgründigen Gesprächen. Habe das nicht sonderlich bewertet, aber bemerkt. Und was soll ich sagen, es war mir nicht wirklich egal und hat in leichter Form Verzichtsgedanken hervorgerufen 😔 Natürlich passiert jetzt nichts weiter. Gehe auch gleich schlafen, morgen wieder aufstehen und Job. Aber ich sehe, dass an so einem simplen Beispiel dass Alkohol überall ist und immer die Konfrontation bleibt. Damit muss man dann letztendlich umgehen können.

    Topfmann ich wünsche dir, dass sich alles gut entwickelt. Arzttermin ist gut, jetzt kannst du auch deine Gesundheit aktiv unterstützen. Für deine Familiensituation wird sicher auch Geduld nötig sein. Auch deiner Frau gegenüber. Auch sie wird Zeit brauchen um alles zu überdenken und zu verarbeiten. Du hast jetzt definitiv einen riesigen Vorteil. Deinen klaren Kopf, du kannst überlegen was und wie du etwas tust. Mobbing im Job ist mies. Aber vielleicht kannst du nun auch da neue Strategien finden. Jedenfalls wünsche ich dir alles erdenklich Gute. Stunde für Stunde und Tag für Tag bist du länger nüchtern, das wird dir in allem zugute kommen. Kopf hoch und optimistisch sein. Bestimmt wird alles gut.

    Vielleicht ist auch ein Blumenstrauß für deine Frau etwas, was ihr zeigt, dass du es ernst mit der Nüchternheit nimmst und einen Schritt auf sie zu gehst.

    Ich bin jemand, der sich schnell andere mit deren Probleme auf die eigenen Schultern lädt. Ich fühle sehr mit anderen mit und am Ende belastet mich das dann. Deshalb ist Selbstschutz für mich wichtig und auch mich abzugrenzen. Darin habe ich nicht viel Übung und muss das erst noch lernen. Aktuell ist es aber notwendig mich zu schützen und meine Schultern leer zu bekommen und idealerweise dann leer zu lassen. Mir ist das sonst zu schwer und packe das nicht. Habe das sogar hier im Forum gespürt. Die vielen Schicksale lassen mich nicht kalt. Deshalb habe ich auch mal eine kleine Pause eingelegt und habe meine Schultern leer geschüttelt. Ich möchte mir das befreite Gefühl, dass ich durch die Nüchternheit erlebe, erhalten. Einfach unbeschwert und frei fühlen.

    Ich versuche Leichtigkeit und Entspannung in mein Leben zu bekommen. Vermeide die tägliche negative Nachrichtenflut, verlasse Situationen wo Leute nur meckern und mies über alles und jeden reden. Ich verwende Karten mit positiven Affirmationen und rede mir selbst gut zu. Also ich möchte das positive und schöne sehen.

    Aber dieses eine Video hat auch eine mega Wirkung bei mir erzielt. Mitgefühl sowieso, aber sogar auch Erleichterung, dass ich den Weg in die Nüchternheit gefunden habe. Ich werde mal abwägen ob das was für mich ist oder eher nicht.

    Habe mal Ausschnitte von ein paar Videos zum Thema angeschaut. Zum ersten Mal. Das bewegt richtig viel in mir. Weiß grad gar nicht ob positiv oder negativ. Jedenfalls sehr aufwühlend. Bisher habe ich nur 2 Bücher gelesen, nur Bruchteile von Podcasts und heute eben Videos. Ich weiß nicht ob ich nochmal welche schaue. Werde mal schauen und überlegen ob das gut für mich ist.

    Das Gefühl hatte ich vorhin auch. Reif für ne Pause zu sein. Glaube das ist auch wichtig um alles sacken zu lassen, zu verarbeiten aber auch mal vom Thema abzuschalten. Und was mache ich, lese hier fleißig kreuz und quer weiter 🤣

    Heute werde ich im Rahmen von Selbstfürsorge mal das Thema etwas ruhen lassen. Ich finde, dass ich mal ne Pause machen kann. Möchte dieses Wochenende auch mal meine Zeit in den sozialen Medien am Ipad und Handy etwas reduzieren. Habe noch bisschen was zu tun und Alkohol rücke ich einfach mal etwas nach hinten. Zuviel Präsenz soll das Thema in meinem Leben nicht mehr bekommen. Ich stelle mir das irgendwie so vor, das Alkohol verblasst. Das heißt nicht, dass ich leichtsinnig werde. Ich möchte mich aber auch etwas davon lösen.