Beiträge von KaDett

    Das hört sich für mich noch zu sehr nach „Kampf“ an. Den wirst du aber nicht durchhalten, jedenfalls nicht auf Dauer. Die Sucht ist definitiv stärker - du wirst dich damit aufreiben.

    Es ist nicht direkt ein Kampf, auch reibe ich mich nicht auf. Bin ja schon mehrere Monate trocken und habe das ohne Hilfe von außen geschafft. Die neu gewonnene Freiheit liebe ich und meine Gesundheit verbessert sich auch. Ich bin sehr glücklich, dass ich nicht mehr trinke. Bis jetzt habe ich ja noch nicht begonnen mich innerlich zu festigen. Der körperliche Entzug ist geschafft und mehrere Monate an Zeit ist inzwischen auch vergangen. Nun ist es eben an der Zeit auch Verhaltensweisen zu verändern und mich mental zu festigen. Dann wird nach und nach sicher meine Abstinenz stabil werden und sich immer mehr festigen. Ich stehe voll und ganz hinter meiner Abstinenz und riskiere nichts. Habe das ja schon 7 Monate gut hinbekommen. Aber jetzt geht’s in die nächste Runde. Habe mir dieses Forum, Selbsthilfegruppe gesucht, und Veränderungen stehen an. Ich schaue da sehr optimistisch und positiv in die Zukunft.

    Aber nun speziell zu Dir. Ich lese aus Deinem Wunsch folgendes heraus. Du möchtest derzeit noch gerne in einer Gruppe von trinkenden Leuten sitzen, ohne dass es Dich stört. Dich in nassem Umfeld aufhalten können und "dazugehören".

    Ums „dazugehören“ gehts überhaupt nicht, aus dem Alter bin ich raus. Ich gehöre im Familien-, Freundes- und Kollegenkreis ja sowieso dazu. Ich habe zuhause allein für mich heimlich getrunken. Ich vermute im Nachhinein, dass es für mich ne Pause war um abzuschalten. Ich war nicht in Kneipen oder Bars unterwegs.

    Nein mir geht’s darum wenn ich z.B. in einer Pizzeria sitze und andere Gäste ein schönes Glas Rotwein vor sich stehen haben und ich habe ne Cola oder Wasser. Oder im Sommer man sitzt draußen und die Leute trinken ein Glas Weißwein oder Aperol und ich sitze mit Wasser da. Das sind fremde Menschen, da muss ich ja nicht dazugehören. Mich triggert es eher ein bisschen die Gläser von den Leuten zu sehen. So hatte ich früher auch in der Pizzeria gesessen mit Rotwein. Ich schaue dann bewusst nicht hin und freue mich auf mein Essen. Da versuche ich seit ich abstinent bin eben den Fokus auf das leckere Essen zu legen, statt auf Getränke. Ansonsten gehe ich ja wenig aus. Weder Clubs oder Bars usw. Bei uns gibt’s überall Gutsschänken wo man isst und trinkt. Sowas meide ich jedoch, weil da fast jeder Wein vor sich stehen hat. Aber in ein normales Restaurant, Pizzeria oder Café möchte ich gerne ab und zu gehen.

    Trockenarbeit habe ich heute angefangen. Bin früher aufgestanden und habe in meine Morgenroutine einen bewussten Blick aus dem Fenster, eine kleine Atemübung mit erstem Üben von Meditation und etwas Gymnastik eingebaut, bevor ich zum Job gefahren bin.

    Ich achte auf Achtsamkeit und kleine Pausen. Und ich arbeite mit positiven Affirmationen. Das ist mal der Anfang. Werde hier verstärkt reinlesen und schöne Tipps auch umsetzen.

    Ok ich verstehe was du meinst. Womöglich liegt es daran, dass ich mich ehrlich gesagt nicht wirklich stabil fühle. Nicht mehr trinken dürfen und nicht mehr trinken müssen ist der gravierende Unterschied. Deshalb steht für mich diese Trockenarbeit an. Das habe ich noch nicht gemacht. War hauptsächlich damit beschäftigt trocken zu bleiben. Ich weiß nicht mal wie man diese Trockenarbeit am besten und effektivsten angeht. Ich habe ja geschrieben das ich im neuen Jahr einiges verändern möchte, das betrifft Verhaltensweisen und Gedankengänge aber auch Abläufe im Alltag. Mehr Pausen einzulegen ebenso. Ich weiß, dass es nicht genügt einfach keinen Alkohol zu trinken. Den körperlichen Entzug habe ich ja gemeistert. Nun geht’s um den inneren Entzug. Dazu sind Veränderungen notwendig. Aber wie ich das am Besten anstelle weiß ich ehrlich gesagt nicht. Da erhoffe ich mir hier im Forum Hilfe. Das ich von den vielen Erfahrungen das für mich passende finde. Ich finde, das können nur Menschen, die selbst getrunken haben und alles selbst erlebt haben.

    Es kann gut sein, dass ich andere Interessen entwickele. Unternehmungen, die ich früher gerne gemacht habe und dabei auch getrunken habe, nicht mehr mag, eben weil trinken nicht mehr bei mir im Vordergrund steht.

    Ich erhoffe mir, dass ich Nüchtern zu sein nicht als Verzicht sehe, sondern als Bereicherung. Das es mir egal sein wird, wenn andere Leute ein Glas Wein vor sich auf dem Tisch stehen haben und ich ein Glas Wasser.

    Kurswechsel, das hört sich sehr gut an. Das sind solche Dinge, die ich auch anstrebe. Dazu Gelassenheit, Dankbarkeit und Demut. Mich haben die vielen Jahre mit Alkohol irgendwie verändert, ich habe mich verloren, nun möchte ich meine wirkliche Persönlichkeit wieder hervorbringen. Dieses durchs Leben hetzen und mich selbst zu vergessen sind Punkte, die ich so nicht mehr möchte. Das Trinken war so ne Art Pause machen vom Alltag. Unzufriedenheit möchte ich in Zufriedenheit umwandeln. Hektik soll zur Ruhe werden, und Zeit für mich nehmen soll den Wein ersetzen.

    Am wichtigsten ist jedoch in allen Situationen sober zu bleiben, Verlockungen wieder einen Schluck oder Glas zu trinken im Keim zu ersticken und unbedingt zu widerstehen. Meine Abstinenz sehe ich als etwas Kostbares. Die ersten Tage ohne Alk waren alles andere als einfach. Möchte ich keinesfalls nochmals wiederholen müssen, deshalb ist ein Rückfall keine Option für mich. Es tut mir gut das hier so nieder zu schreiben. So werden meine Gedanken sortiert, sind schwarz auf weiß formuliert.

    Ich habe ja bereits geschrieben, dass ich noch nie eine Therapie gemacht habe, hier habe ich schon gelesen, dass nach dem Entzug eine Therapie zur Aufarbeitung empfohlen wird. Diese Aufarbeitung möchte ich auch ohne Therapie machen. Vermutlich werde ich hier auch einige Inspirationen diesbezüglich finden.

    Frohes neues Jahr euch allen. Vor allem Gesundheit und Nüchternheit.

    Ich bin gut und sober ins neue Jahr gerutscht und fühle mich heute munter und fit. Bin auch vom Kurzurlaub wieder daheim und morgen beginnt der Alltag wieder.

    Ich werde zusehen, nicht direkt in alte Muster zurückzukehren. Irgendwie möchte ich mein Leben etwas umgestalten und sozusagen aufräumen. Betrifft alle möglichen Bereiche und Themen. Andere Routinen und Abläufe einbringen. Natürlich auch Änderungen an den Situationen wo ich früher getrunken habe. Zuhause ausmisten und gleichzeitig eine Innenreinigung bei mir gehört ebenso dazu. Meine freie Zeit mit anderen Dingen füllen wie z.B. Meditation und Sport. Dafür im Gegenzug die Zeit am Handy und Pad reduzieren. Das sind erstmal so meine Vorhaben für die nächsten Wochen. Hier diese Selbsthilfegruppe wird eine größere Rolle für mich spielen und Bedeutung bekommen, um diese Heimlichtuerei während der ganzen nassen Jahre abzulegen und mit mir selbst wieder ins Reine zu kommen. Ich möchte in den Spiegel schauen und ehrlich mit mir sein. Alte Muster haben einen unschönen Beigeschmack hinterlassen. Meine Gesundheit hat ziemlich unter dem Alkohol gelitten, da möchte ich mir Gutes tun und Verbesserungen erzielen. Also ich habe einiges vor. Werde mir am Besten meine Ideen schriftlich fixieren und einen Plan erstellen wie ich alles am Sinnvollsten umsetzen kann. Ich komme mit einer strukturierten Herangehensweise besser zurecht meine Ziele zu verfolgen und zu erreichen, als mit planloser Aktivität.

    Nun möchte ich mich bei euch für die nette Aufnahme und Begrüßung hier im Forum bedanken. Ich habe hier ein richtig gutes und positives Bauchgefühl. Das war ein wichtiger Schritt zum dauerhaften FÜR IMMER. :)

    Das kann stimmen, denn ich merke jetzt schon, dass ich manche Sachen gar nicht mehr machen will. z.B. wenn es heißt: was trinken gehen, da fängst schon an, denn da habe ich früher Wein getrunken. Wenn ich dann mit nem Spezi da sitze und sehe wie Leute ein Glas Wein trinken, das kann ich mir noch nicht antun. zuviel Suchtdruck und macht Verzichtsgedanken.

    In einem Restaurant ist das schon einfacher, da esse ich was leckeres, das ist dann das Ding. Da sind Getränke Nebensache.

    Ach, da ist mir gerade noch was eingefallen. Ich schaue immer in die "Ungelesenen" Diese Seite bekommst Du zur Auswahl, wenn Du oben auf "Forum" klickst.

    Ich weiß nicht mehr, wie das jetzt ganz am Anfang war. Ggfs. gibt es auch einen Button dort, um erstmal alle alten zu löschen. Falls Dir da ein paar hundert angezeigt werden.

    Vielen Dank, hier fühle ich mich sehr gut aufgehoben. Glaube, dass ich zum Jahreswechsel hier mit euch einen tollen Weg gefunden habe um schön stabil zu werden. Ihr wisst wovon ihr redet und ich kann viel aufnehmen von euren Erfahrungen und Tipps. Mir ist bewusst, dass ich noch am Anfang stehe und eine gewisse Vorsicht nicht schadet.

    Hallo KaDett, das ist auf alle Fälle die richtige Strategie, die fahre ich auch ziemlich konsequent seit zwei Monaten.

    Aber was meinst du mit „noch“? Willst du diese „gefährliche Situationen“ irgendwann wieder in dein Leben lassen?

    Tja klar möchte ich in Restaurants gehen, oder auf eine Feier eingeladen werden. Auch im Sommer draußen in Café s sitzen usw. Ich möchte auch wieder auf Weihnachtsmärkte gehen können oder auf ein Grillfest. Alles wo ich früher Wein oder Sekt getrunken habe, möchte ich wieder machen, werde dann eben aber Wasser oder etwas alkoholfreies trinken. Wenn ich stabil genug bin. Deshalb NOCH meide ich manches, aber ich möchte mich ja nicht verkriechen, sondern einfach ein nüchternes Leben führen. Verstehst du?

    Dieses Jahr also vor wenigen Tagen hat mich der ganze Alk auf Weihnachtsmärkten getriggert. Bin deshalb wieder weg. Aber ich hoffe, dass mich nächstes Jahr Glühwein einfach kalt lässt und ich stattdessen einfach Tee trinke oder so.

    Der Artikel Grundbausteine für ein nüchternes Leben ist großartig. Werde ich mehrmals lesen. Besondere Maßnahmen oder die erwähnte Trockenarbeit habe ich noch gar nicht gemacht. Ich war noch nie in einer Therapie und habe auch mit noch keinem Arzt richtig über das Thema Alkohol gesprochen. Aber mir ist es wichtig unbedingt meine Abstinenz zu erhalten. Habe schon ein paar Potcast und 2 Bücher zum Thema gelesen. Hier das Forum ist ja eine Selbsthilfegruppe, denke da bin ich gut aufgehoben. Den Austausch suche ich ja und auch Insprirationen. Auch Tipps wenn’s mal nicht so dolle läuft und Suchtdruck hartnäckig bleibt.

    Ach ja. Hier gibts noch einen guten Artikel. Hast Du den schon gelesen?

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Noch nicht, aber lese ich jetzt mal. Dankeschön und auch dir einen guten Rutsch 🎆

    Guten Abend KaDett,

    schreiben kannst Du auf alle Fälle immer hier. Das ist schonmal der wichtigste Ort.

    Was machst Du heute Abend? Ist ja ein heißes Pflaster für Alkoholiker heute draußen.

    Und ich hoffe, bei Dir nicht auch noch drinnen. Ist Deine Wohnung alkoholfrei? Wie feierst Du heute denn?

    Ich habe direkt nach meiner Entscheidung mit dem Trinken aufzuhören alle vorrätigen Flaschen ausgekippt. Zum Glück wird in meinem Umfeld wenig Alkohol getrunken. Heute Abend bin ich in einem Kurzurlaub und auch hier ist kein Alkohol weit und breit. Partys oder Festlichkeiten wo viel getrunken wird meide ich. Auch auf Weihnachtsmärkten war ich nur kurz. Wenn ich sehe wenn Leute Wein trinken z.B. in Restaurants kann es sein, dass mich das triggert. Manchmal aber auch nicht. Jedenfalls meide ich noch gefährliche Situationen wo ich früher immer getrunken hatte.

    Hallo Elly,

    ich habe es geleugnet und abgestritten vor mir und auch vor anderen. Wenige Wochen bevor ich aufgehört habe zu trinken, habe ich jedoch gemerkt, dass ich Wein haben MUSS und es ist noch mehr geworden. Es gab eine Veränderung, dieses Zittern, nicht mehr nur abends trinken, die Gedanken drehten sich nur noch um das nächste Glas. Mir wurde es plötzlich klar wie stark ich abhängig war, wie stark die Sucht war und das ich Alkoholikerin bin. Ja das bin ich und weiß es. Ich habe mein Level gebraucht, täglich. Manchmal in den letzten Wochen habe ich schon morgens getrunken oder nachts wenn ich wach war und einfach mit Herzrasen nicht mehr schlafen konnte. Irgendwann habe ich es genau gewusst, dass ich Alkoholikerin bin. Und da habe ich dann aufgehört.

    Hallo zusammen,

    ich möchte gerne hier mitschreiben und lesen um meine Abstinenz zu stärken.

    Zuerst stelle ich mich kurz vor, bin weiblich und habe viele Jahre zuviel Alkohol getrunken. Am liebsten Wein aber auch Sekt. Meine Gesundheit hat ziemlich darunter gelitten und ich kam an den Punkt, an dem ich erkannte, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Habe ohne groß zu überlegen einen kalten Entzug durchgezogen. Das ist jetzt 7 Monate her. Es gab Höhen und auch Tiefen mit Cravings. Aber ich habe seit dem keinen einzigen Schluck Alk mehr getrunken. Ich weiß genau, dass ein einziges Glas Wein mich direkt wieder an den Punkt bringen würde wo ich mal stand. Daher ist für mich nur die absolute Abstinenz der einzige Weg. Deshalb möchte ich mich hier anschließen um meine Abstinenz schützen und stabilisieren durch den Austausch mit Menschen die mich verstehen. Nur Menschen die selbst getrunken haben können einen stärken und unterstützen. Mir ist ein Austausch wichtig um meine Motivation zu erhöhen und weiter an mir zu arbeiten. Ich möchte nun eine Innenschau machen und mich selbst sober richtig kennenlernen. Nüchtern erleben wie ich wirklich bin und ticke und nüchtern dem Leben mit allen Höhen und Tiefen begegnen.

    Ich wünsche allen hier einen guten Rutsch und alles Gute im neuen Jahr. Ich freue mich auf einen netten Austausch :)