Hi Angler ich bin's nochmal, ich steck gerade auch in einer schlechten Zeit und hab ehrlich gesagt auch nicht viel zu lachen, nicht das du denkst der hat einfach reden....
Ist das weg oder es ist Harmonie pur, kein Bier, kein Bedürfnis. Damit habe ich aber meine eigene Verantwortung abgegeben. Das ist schleichend, das ist Entwicklung. Da kommen noch Faktoren wie Unzufriedenheit, mangelnde Selbstverwirklichung und kein Seelenfrieden dazu.
Den hatte ich über Jahre und am Anfang der Beziehung, daher kam da nie Alkohol vor. Ich war auch nicht in einem Verzichtsmodus weil ich wusste, ich vertrage das eh nicht, noch nie tat es mir gut.
Wir wissen doch alle das der Alkohol ein "guter" Ratgeber und "fürsorglicher" Freund war. Bei mir war der erste Suff wenn ich mich richtig daran erinnere eine Befreiung, er gab mir ein gutes Gefühl, auch Harmonie hat er mir vorgegaukelt. Das einzige was aber schleichend kam war der Weg in die Sucht, obwohl es mir schon bestimmt 15-20 Jahre immer wieder mal bewusst war das ich ein riesen Problem habe und es immer schlimmer werden wird, ich hätte damals besser schon die Entscheidung treffen sollen mit dem saufen aufzuhören und mir einzugestehen das ich ein Alkoholiker bin dann wäre mir vieles vermutlich erspart geblieben, wenigstens die gesundheitlichen Probleme da bin ich mir ziemlich sicher aber der Alkohol ist halt ein mächtiger Gegner sonst wäre ich ja nicht hier.
Wie lange trinkst du eigentlich schon oder hast du gesoffen? Ein oder zwei Gläser Wein oder Bier gab es bei mir nie, klar konnte ich auch in gewissen Kreisen aufhören und Heim gehen aber immer nur mit der Gewissheit das Zuhause Nachschub steht, wenn nicht wurde er besorgt, egal wie auch wenn ich mir eine Alibipizza bestellen musste.
Ich hab den Alk auch nicht "vertragen", hab aber viel davon vertragen, kotzen musste ich selten. Die Faktoren Unzufriedenheit, mangelnde Selbstverwirklichung und kein Seelenfrieden kamen bei mir natürlich wie vermutlich bei vielen anderen natürlich auch auf, bei mir sind sie sogar jetzt im Moment noch anwesend aber das ändert nichts an der Tatsache das ich Alkoholiker bin. Über eins bin ich mir aber sicher würde ich wieder saufen würden sich meine Probleme nur multiplizieren und das möchte ich genau so wenig wie jemals wieder saufen.
Auch wenn sich morgen alle meine momentanen Probleme plötzlich in Luft auflösen würden könnte ich nie wieder einen "normalen" Umgang mit Alkohol haben. Bei mir wäre es auf jeden Fall so, das ich nach einem Schluck wieder auf Vollgas laufen würde, spätestens wenn ich alleine wäre, falls ich es im "Freundeskreis" angehen würde. Du solltest dir echt mal klar machen ob Du nur ein Problemchen in schwierigen Zeiten mit dem Zeug hast oder ob du Alkoholiker bist. Beim ersteren ist ja "leicht", beim letzteren nicht so wie du ja hier siehst.
Heute saß ich wieder in "meinem" Garten, hab stundenlang ins leere bzw. zum Horizont gestarrt und über vieles nachgedacht, wie jeden Tag. Dabei hab ich aber auch gemerkt das der Fusel schon Gewehr bei Fuß steht oder hinter mir und nur darauf wartet mir Trost anzubieten falls ich nicht mehr weiter weiß und ich muss ehrlich sagen ich war froh das nichts da war, wie auch immer, Jammern wird mMn dann gefährlich wenn du dir nicht 100% sicher bist was Du bist, nur ein Problemtrinker oder halt ein Alkoholiker dessen Problem es ist nicht aufhören zu können.
Ich hätte heute wieder zur Flasche gegriffen, wenn ich Du wäre bzw. so wie du es beschreibst. Vielleicht verstehe ich dich auch falsch, sei bitte nicht böse, ich möchte nicht den Schlaumeier spielen, ich stehe nicht über den Dingen aber inzwischen weiß ich 100% von mir das ich Alkoholiker bin und das nicht erst seit ich "Probleme" hab. Ich hoffe du kannst etwas damit anfangen.
Gruß Arno