Beiträge von Lebenskuenstler

    Bei uns ging das mal 4 Wochen lang jeden Tag.
    Und jeder Versuch, es beim nächsten Mal friedlicher zu machen, sich zu versöhnen, kam wieder irgendein Trigger, "Du aber"

    Uns es war nicht gerade so, dass wir uns nicht bemüht hätten.

    Wir hatten irgendwann Coaching wegen der gemeinsamen Firmengründung. Und jedes nur mögliche Interesse, das hinzukriegen.
    Und wir bekamen viel Geld dafür uns coachen zu lassen, weil wir eine vielversprechende Geschäftsidee hatten.

    Sagte uns die Coachin, das Problem ist, das wir beide Motivatoren sind. Eigentlich jede(r) ein Chef. Und keiner gibt nach.

    Und: Streit bringts 10 Minuten lang. Keine Minute länger. Dann raus aus der Situation, Fresse halten, aus dem Zimmer raus.

    Irgendwann klappte es.

    Besser wenn Du das hier schreibst.

    Muss alles mal umgerührt werden und das Unterste nach oben, so war es bei uns.
    Es passieren während der Saufzeit viele Dinge, Verletzungen, und ob es immer nur der Alkohol ist oder auch andere Schwierigkeiten, kann man ja nur rausfinden, wenn mans anguckt.

    Und im Streit kommen auch wesentliche Dinge zum Vorschein, die man sich sonst vielleicht verkneift, aus Angst vor Verletzungen etc., aber im Streit wollen wir, meine Frau und ich, treffen und weh tun. Na ja, das kann einen schon weiter bringen, nur sollte das irgendwann halt auch wieder aufhören, wenn es nichts Neues mehr hervorbringt.

    Ich hab hier nen Bio-Markt, da laufe ich durch die Saftabteilung und durch die Teeabteilung und probiere alles durch. Puren Saft mische ich mt zwei Drittel Wasser.
    Und Tees kaufen wir oft online in Großpackungen, wenn er schmeckt. Kriegt man mit der Zeit ja alles mit.
    Die Beuteltees sind mir meistens zu lätschig (schwach).
    Grüntee bei nem Drektimporteur auch kiloweise.

    Hi Boss,

    ich hab nen echten Stressjob nach 3 Monaten Trockenheit angenommen. Weil ich ordentlich Schulden hatte, war mir das als Baustein zum Frustabbau wichtig und ich war der Meinung, ich sollte meine Probleme auch wegen der Stabilität der Trockenheit lösen..
    Jetzt dürfte gerade die erste feucht-fröhliche Weihnachtsfeier sich jähren, ich musste als Führungspersonal erscheinen und es lief unter Arbeitszeit, hätte schlecht ausgesehen, wenn ich nicht dabei gewesen wäre. Ich hab mir im Vorfeld überlegt, wie ich das mache und es hat funktioniert, ich weiss aber, dass es Andere triggert, deswegen ist das nur meine Erfahrung, und keine Empfehlung.

    Ich hatte fast nie Saufdruck, meine schlechten Erfahrungen reichten erst mal. Ich hab ja auch ein bisschen mehr getrunken als Du und mir ging es ein bisschen schlechter deswegen.

    Das erste Jahr war ich ziemlicher Loner, allein aufgehört, dann 8 Wochen einige Termine in der Suchtberatung, dann nichts mehr. Ich hab eine Partnerin, aber trocken werden musste ich selbst.
    Und ich war auch so ein Typ mit der Einstellung, Yoga ist was für Warmduscher.

    Ich hatte im Job viel Verantwortung und ich kam abends schlecht runter. Stresshormone hoch, Gedankenkreisen um den Tagesablauf, Unsicherheit ob ichs richtig mache, volles Programm. Ich habs mit auspowern versucht, bin schon mal grundsätzlich 20 km mit dem Rad da hin gefahren, mittags um den See gelaufen, abends noch ne Extrarunde, triggerte das Aufgedrehtsein aber eher bei mir.

    Bin nach einem knappen Jahr in eine reale SHG, gucken ob Andere ähnliche Probleme haben, waren aber leider lauter Leute mit völlig anderer Lebensrealität als ich.

    Tja und dann bin ich zum Yoga. Wenn du glaubst, das ist was für Weicheier, hast Du schlicht keine Ahnung. Erst mal war es körperlich anstrengend, obwohl ich sehr fit war, und bei den ersten Meditationsversuchen musste ich mal aufspringen und den Raum verlassen, weil ich mich selbst nicht ausgehalten habe.
    Ich würde heute aber sagen, genau das brauchte ich.
    Äh, Nein, ich will Dich nicht überreden. Ich schätze aber, dass Du schlicht keine Ahnung davon hast und nur eine Meinung ohne Background dazu.
    Es geht nur ums geistig mal die Scheuklappen ablegen, was gibts überhaupt für Möglichkeiten.
    Was Du machst, ist natürlich individuell.

    Hör in Dich rein, ob das, was Du tust, Dir gut tut. Manche Leute, mich eingeschlossen, stellen hohe Ansprüche an sich selbst, die sie erfüllen wollen, obwohl das ungesund werden kann.

    LG LK

    Es war ein ziemliches Hin und Her.

    Meine Frau hatte bereits angekündigt, dass sie mich verlässt, weil sie mir nicht zugucken wollte, wie ich mich totsaufe.
    Dann hab ich halt weitergesoffen, war froh, dass ich frei saufen konnte, bis es mir halt verdammt dreckig ging.

    Ich weiss nicht mehr genau, wie wir wieder zusammenkamen, es war halt schwierig mit Wohnungen und wir haben noch zusammengewohnt, als ich trocken wurde. Ich hatte das schon geknickt, dass es mit uns noch mal wird, wenn ich mich nicht falsch erinnere. Es ist 25 Jahre her. Aufgehört habe ich nicht deswegen, sondern meine größte Angst war, dass ich eines Tages mit nem Hirnschaden aufwache und dann auf Hilfe angewiesen wäre. Nix mehr mit ich mache was ich will.

    Und dann haben wir uns noch lange öfter rumgestritten. Andererseits hatten wir immer viele Gemeinsamkeiten, deswegen gings weiter.

    Wenns Dich interessiert, kannst Du das lesen, ist aber anders als bei Dir, glaube ich

    Lebenskuenstler
    7. Januar 2025 um 17:46

    Bei mir war das etwas anders, weil ich nie versprochen hatte, aufzuhören. Meine Frau hat es auch nicht verlangt, vernünftig trinken hätte ihr gereicht, aber das konnte ich nicht.

    Meine Frau hat sich, als ich trocken war, mal beschwert. Als ich noch gesoffen habe, gingen alle Streitigkeiten darum, und als ich trocken wurde ging es wieder vor allem um mich. Und wo blieb sie?
    Das habe ich zwar verstanden, konnte es aber nicht ändern, weil ich dann erst mal mit mir selbst und dem Trockenwerden beschäftigt war.
    Und dann konnte ich es auch nicht mehr haben, dass ihre Gedanken immer um das kreisten, was ich mache. Das war der zweite Punkt, ihre Coabhängigkeit störte mich dann auch.

    Für mich gibt es ein Hauptmerkmal für Alkoholiker.

    Das ist nicht die Menge, sondern dass es einem schwerfällt, aufzuhören. Und vorher schon, dass es einem schwer fällt, bei der Menge zu bleiben, die man sich vorgenommen hat.
    Jedes "man" könnte ich mit "mir" ersetzen, aber nach meiner Beobachtung das ist ziemlich verbreitet.

    Selbst wenn jemand wenig trinkt, aber sagt, ohne das kann er nicht wrklich Spaß haben, bewegt er sich schon in diese Richtung.

    Staubtrocken wurde mir schon vorgeworfen, wenn ich das Geschwätz, warum einer unbedingt gegen seinen Willen trinken musste, aus irgendeiner Situation, nicht gelten liess. Ich sagte immer, wenn das wirklich ein Grund wäre, dann müsste Saufen ja auch die Lösung des Problems gewesen sein. Und, gehts Dir nun besser (mitten in oder kurz nach einem Rückfall)...hats wenigstens geschmeckt?

    Ich lese im Forum die Frage, ob Abstinenz an erster Stelle steht oder ob was Anderes wichtiger ist.

    Aus meiner Perspektive des Langzeittrockenen:
    Im ersten Jahr habe ich meine Abstinenz stabilisiert. Das musste sie an erster Stelle stehen, ich musste viel dazulernen, umdenken, und mitkriegen, dass alles auch nüchtern geht und es keine realen Gründe zum trinken gibt, damit meine ich, Nüchternbleiben bringt mich in keiner Situation um, geht alles nüchtern, wenn ich das will. Ich habe auch Trigger und Saufdruck nicht als Trinkgrund akzeptiert, weil er vorbei geht.

    Danach ging mir die Abstinenz fast immer so leicht von der Hand, war ein Selbstläufer, so dass ich es als Dummheit empfunden hätte, wieder anzufangen. Ich denke nicht sehr mit dem Krankheitsbegriff, ich bin mehr berechnend, was sich auf Dauer besser anfühlt.

    Nur eine Zeitlang nach etwa 4 Jahren hatte ich eine Phase, in der ich dachte, was hat sich eigentlich wirklich verbessert? Aber im Grund wars mir klar, dass es sich verbessert hatte. Ich war über eine bestimmte Sachlage unzufrieden, aber die hätte sich durch Wiederanfangen auch nicht verbessert.

    Klar kann ich mir ausrechnen, was passieren würde, wenn ich wieder anfange. Aber ist das tatsächlich der Grund, warum ich nicht mehr trinke? Nein, es ist das Lebensgefühl, das ich habe, und das ich behalten möchte.

    Im Normalfall bräuchte ich eine Gruppe wie hier nicht, wenn es mir nicht auch Spaß machen würde, mich hier auszutauschen, und wenn mich trinkende Gesellschaft nicht so sehr langweilen würde. Gedanken an Alkohol habe ich äusserst selten, bin mir meiner Nüchternheit sehr sicher. Und so bleibt es auf sehr angenehme Weise im Hinterkopf, dass es auch anders sein könnte, ich lese es hier ja jeden Tag. Ich leide nicht sehr mit und bin mir selbst der Nächste.

    Ja, und als ich aufgehört habe, hörte es auch auf, dass ich mich, wenns langweilig war, auch mal irgendwo in eine Kneipe setze und sich eventuell eine Unterhaltung ergab. Ich musste mir zielgerichtet neue Leute suchen, ausserdem hatte ich irgendwann das Bedürfnis, Erfahrungen auszutauschen. Es fing damit an, dass ich wissen wollte, wie andere nach einem Stressjob abends runterkommen, ohne zu trinken. Ein Problem, das ich auch schon lange nicht mehr habe.
    Und ich musste auch dahin umdenken, dass ich als Mensch soziale Bedürfnisse habe. Ganz nebenbei war ich so ein Misanthrop, dass es mir schon Schwierigkeiten machte, zu akzeptieren, dass ich ein Mnsch bin...das ging auch nur nüchtern.

    Ob die Abstinenz an erster Stelle steht, ist für mich eine Überlegung, die nur dann eine Rolle spielt, wenn ich abwägen würde, ob ich wieder anfange.

    Irgendwie ist das für mich hier "warum einfach, wenns auch kompliziert geht"

    Irgendwer sagte mal - nicht hier - viele Alkoholiker bringen das Maul nur im Suff auf. Und ich hab mir schon trinkend geschworen, das wird bei mir nie so sein.

    Wenn ich gerade Lust dazu habe, erzähle ich es, wenn nicht, dann nicht.
    Vor allem Leuten, die ich neu kennenlerne, und die mal ein Bier mit mir trinken gehen wollen, um die Bekanntschaft zu vertiefen, erzähle ich, dass ich trockener Alkoholiker bin, um das gleich klarzustellen.

    Wenn mich jemand fragt, ob ich glaube, das es besser für mich war, sage ich, ich hab manchmal drei Liter Schnaps getrunken. Dafür gibts Zeugen, ich weiss, dass es mich umgebracht hätte, also war es besser, aufzuhören, Punkt.

    Hi,

    was mir aufgefallen ist, Dein Ex ist ja absolut polizeibekannt.

    Ohne dass ich jetzt viel Ahnung davon häte, ich habe keine Kinder, aber könnte das beim Aufenthaltsbestimmungsrecht nicht gegen ihn verwendet werden?

    Und was wäre mit Kontaktverbot zu Dir?

    Was ist mit "sie lieben ihn" und "ich muss sie überreden, zu ihm zu gehen"?

    Dass Scheidungen das Schlechteste im Menschen zu Vorschein bringen, habe ich bei meinen Eltern erlebt.

    LG LK

    Hi Bibitor,

    Ich bin extrem emphatisch und weiß, dass es dem flüchtigen Familienmitglied nun total beschissen geht

    Das ist Spekulation.

    Ich habe vor vielen Jahren mal eine Gruppe verlassen, weil es nicht mehr passte. Ich war wütend, weil mir alles mögliche unterstellt wurde von wegen Saufdruck und nicht ernst meinen.
    Ich blieb trocken und der Gruppenleiter, der der hundertfünfzigprozentige war, hatte irgendwann einen Rückfall. Und ich hab ihn dann auf der Straße getroffen. War mir ein innerer Vorbeimarsch. Irgendwie tat er mir zwar leid, aber der hatte mich lange genug geärgert.

    Das hat mit dem hier gar nichts zu tun, nicht missverstehen bitte.
    Ich will nur sagen, es ist manchmal besser, sich selbst treu zu bleiben und etwas zu verlassen, wenn man sich nicht mehr wohlfühlt.

    LG LK