Mit dem Atmen sehe ich das ähnlich.
Es hat sich auch bei mir angefühlt wie mein Lebenselixier. Ohne kein Leben möglich.
Trocken war und ist ein anderer Planet.
Beiträge von Lebenskuenstler
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Wenn sie noch arbeitet, ist sie vermutlich nicht gerichtlich als geistig unzurechnungsfähig eingestuft und weder Du noch Dein Vater seit ihre gesetzlich bestimmten Betreuer.
Sondern sie ist ein erwachsener Mensch, der selbst entscheidet, wie er/sie lebt. Da muss viel mehr passieren, und Zwang gibt es nur mit gerichtlichem Beschluss.
Zwingen könnt Ihr sie zu gar nichts.
Und überreden, ich wüsste nicht, wie.
Und wenn ihr sie überredet, oder wie man das bezeichnet, wenn ihr sie unter massiven Druck setzt, kann sie bei einem Arzt oder Therapeuten auch sagen, sie will nicht, dann schicken die sie auch wieder heim.
Es funktioniert nur, wenn es von ihr ausgeht. Und sie muss sehr davon überzeugt sein, dass sie wirklich aufhören will, sonst ist das alles pillepalle.
Und genau danach sieht es nicht aus, wie Du schreibst.
Es ist ihr Leben, vergiss nicht, Dein Leben zu leben. -
Am Anfang geht es schlicht und einfach darum, trocken zu werden.
So, wie Du es kannst.
Für mich war ein "Was mach ich stattdessen" z.B. wichtig.
Ansonsten kommen alle möglichen Emotionen ungefiltert hoch und dann ist nichts mehr mit Zuschütten.
Ich habe außerdem ziemlich schnell, aber durch Beobachtung Anderer, begriffen, dass ich keinen einzigen glücklichen Rückfälligen gesehen hatte. Das galt es für mich absolut zu vermeiden. Ich hab bedingungslos aufgehört und es ernst genommen.
Wenn ich ein Problem verstanden habe, habe ich es noch nicht gelöst. Zu wissen, warum ich getrunken habe, hindert mich ja nicht daran.
Das hat von daher keine Priorität.
Wenn Du länger trocken bist, wirst Du nüchtern sowieso ein wenig anders denken, vieles erst merken und das kommt dann von ganz alleine, wenn es kommen will. Das ist dann aber aus meiner Sicht nicht mehr entscheidend.
Mit der Einschränkung, dass Du merken solltest, was Deine Trigger sind.
LG LK -
Das ist, weil viele absolut nicht aufhören wollen, aber sich trotzdem was ändern sollte.
Der Grundgedanke ist der, bei Einzelnen klappt es, weil die Sucht noch nicht so weit fortgeschritten ist, und die Anderen merken vielleicht, dass es mit der Kontrolle nicht klappt.
Das Trinken zu kontrollieren ist meiner Ansicht nach eine ziemlich normale Station auf dem Weg zur Erkenntnis, dass es nur ganz ohne funktioniert. Für mich war es auf jeden Fall einfacher, gar nichts zu trinken als wenig. -
Ich war auch mal: der Watzmann hat drei Gipfel. Auf jedem Gipfel ein Bier und einen Joint. Und sonstige alle möglichen Situationen.
Irgendwie...ich war froh über die Erkenntnis, dass mich niemand, außer mir selbst natürlich, dazu zwingt, weiter zu trinken.
Mir hat das gut getan, dass ich es damals nicht als Krankheit gesehen habe. Ich hatte dafür vielleicht etwas mehr Schuldgefühle, aber ich habe dafür sehr leicht die Verantwortung für meine Sauferei übernommen. Und was ich aktiv tue, kann ich auch aktiv lassen. Übersetzt, wenn ich ein Glas in die Hand nehmen kann, kann ich es auch stehenlassen.
Wenig später habe ich es dann simpel so gesehen, Trockenheit ist einfach die Medizin gegen die Sucht, wenn ich sonst krank bin, nehme ich meine Medizin ja auch. -
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Wenn die Trennung von ihr ausging, würde ich schlicht vermuten, dass sie keine Lust dazu hat.
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Ein Satz noch.
Ist mir hier schon oft aufgefallen, dass Cos schreiben, das ihre Trinker klar zum Ausdruck bringen, dass sie trinken wollen. -
Ich war so ehrlich.
Steht bei mir mehrmals.
Zwar nicht süchtig bezeichnet, aber einfach entschlossen, dass ich trinken will. Das muss ich auch nicht rechtfertigen. -
In einer gesunden Beziehung sollte man ansprechen dürfen, was einem belastet stört und Sorge macht und schließlich normal darüber sprechen können….das ist mit einem nassen Alkoholiker fast unmöglich
In einer gesunden Beziehung ist ein Nein aber auch ein Nein. Da wird nicht lange rummanipuliert, ob man den anderen doch noch dazu bringt, zu tun was er nicht, sondern nur der Partner - in dem Fall Co - will.
Und umgekehrt auch. -
Manchmal gibt es auch das gesamte Repertoire je nach Tagesform.
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Es gibt im Verhältnis zur Zahl der Trinker unter Alkoholeinfluss überdurchschnittlich viele Fälle von schwerer Körperverletzung, und Totschlag im Affekt.
Alkohol enthemmt vor allem. -
Du hattest auch nach Angehörigen gefragt.
Mein Vater sagte mir, nachdem ich trocken war, er weiß, dass er auch Alkoholiker ist. er hat ja auch reichlich getrunken und schon morgens das Bier mit auf die Arbeit genommen und Wein und Schnaps und nie ins Glas gespuckt, aber gleichzeitig sagte er mir, Aufhören rentiert sich für ihn nicht.
Na und, OK, dann war das so.
Warum soll ich jemanden trocken legen wollen, der trinken will? -
Wenn jemand wirklich aufhören will, es alleine nicht schafft und sich keine Hilfe sucht, verstehe ich das auch nicht ganz. Bzw. doch, denn da geht es darum, die Fassade aufrecht zu erhalten, nach außen keine Schwäche zu zeigen. Schwäche ist in unserer Leistungsgesellschaft auch nicht gerne gesehen, da musst Du nur die Nachrichten verfolgen.
Aber dazu musst Du ja erst mal aufhören wollen, und das ist für mich keinesfalls selbstverständlich. Süchtig zu sein ist für mich jedenfalls kein Argument, weil man seinen Stoff ja überall kriegt. Da brauche ich ihn halt, dann kauf ich ihn, wo ist das Problem?
Im Übrigen hat das Trinken mit nassem Kopf schon große Vorteile, die man nicht so einfach aufgibt.Ich hab einfach nicht geglaubt, dass durch professionelle Hilfe irgendwas besser wird. Da bist Du dann halt nüchtern, aber den Rest des Ganzen, was Du am leben beknackt findest, bleibt ja.
Und das merkst Du dann ja noch mehr, wenn Du Dich nicht abschießen kannst. Nach meiner Vorstellung hätte mir die professionelle Hilfe dazu ja mindestens noch eine Million zuschießen müssen, damit ich mich nicht mit der unliebsamen Arbeit plagen müsste. Solche Überlegungen hatte ich.
So lange der Leidensdruck nicht groß genug war, war ich einfach nicht bereit, das Leben so wie es ist, anzunehmen.
Da gibt es auch kein Verlustgefühl, dass ich da irgendwas verpasst hätte, außer einem Leben, das mir ohne Alk sowieso nicht gefiel. Der Gedanke ist dann einfach, wenn ich früher sterbe, habe ich auch weniger Ärger. -
Ich hab gerechnet, mit 5 Bier täglich ist das Risiko für schwere Erkrankungen vielleicht 10 Prozent. Ansonsten erholt sich der Körper durch Trinkpausen, also gehen auch jede Woche Vollräusche. Damit kannst du 80 oder 90 werden, also wozu was ändern?
Ich hab ja solche Leute in der Familie.Das war mir der Spaß wert.
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Nicht so viel reininterpretieren.
Ich hab meine Frau für verrückt gehalten, als sie mit dem Ansinnen kam, dass man auch weniger trinken könnte. Meine Einstellung war, ein gesunder Erwachsener trinkt, weniger trinken nur Kranke.
Und das war nicht dazu, sie zu manipulieren, das war ganz einfach mein Lebensstil.
Und wozu Schuldbewusstsein, Trinken ist nicht verboten. -
Ja, das ist normal, sag ich als Alkoholiker.
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Ich bekam schon das erste Mal nicht genug, als ich mit dem Schnuller den Kirschlikör getunkt hatte.
Danach war es nie "immer", obwohl ich viele Jahre täglich getrunken habe. Und den Versuch, morgens gegen den Kater zu trinken, habe ich aufgegeben, weil es dadurch schlechter wurde. Selbst in der Schlussphase mit 40 bin ich Mittag mit Saftschorle neben den Kollegen mit dem Weißbier gesessen, weil ich das mittags nicht mochte. An sich hätte ich da wahrscheinlich schon lieber weitergesoffen, wenn ich mal angefangen hatte. war halt kein gutes Gefühl nach ein oder zwei Bier, nix halbes und nix ganzes.
Es waren viele Jahre Schnapsphasen, die von gemäßigtem Konsum lange unterbrochen wurden. Aber wenn ich die Phase hatte, wurde ich während dem Trinken immer gieriger. Weil ich das mit der Zeit wusste, hab ich den Körper praktisch vorbereitet, damit ich mehr trinken konnte, als mein Körper eigentlich ausgehalten hätte. Ich weiß noch, dass Maximalrausch mein erklärtes Ziel war. Ich konnte gar nicht mehr betrunken genug werden, dass ich das Gefühl gehabt hätte, jetzt reichts.
Vom ersten absoluten Vollrausch bis zum letzten 26 Jahre. -
Irgendwo habe ich mal gelesen, möglicherweise wars Jellinek, dass sich die extremen Rauschtrinker, die aber gleichzeitig kaum körperlich abhängig werden, besonders leicht vormachen können, dass sie nicht abhängig sind, sie aber aufgrund der extremen psychischen Abhängigkeit, wegen denen das Trinkpausensystem aufrecht erhalten werden muss, die eigentlichen Süchtigen sind.
Das kann man sehen, wie man will, Jellinek ist ja auch ein bisschen überholt, aber mir hat das bei der Akzeptanz geholfen.
edit, und mir ist natürlich auch klar, dass mir genau deswegen "ein bisschen" niemals reichen würde, weil nur volle Kanne interessant wäre. -
Ich war überzeugt davon, dass ich zu intelligent, zu stark und innerlich zu unabhängig wäre, um abhängig zu werden. Die Risiken waren mir schon bewusst, aber ich dachte, wenn man es richtig macht, geht das schon.
Das war auch einer Gründe, warum ich nicht in eine Selbsthilfegruppe wollte, weil ich irgendwie überzeugt war, das sind alles idis, die keine Ahnung haben, um was es wirklich geht. Schwächlinge halt. Was sollte ich von denen lernen?5 Monate, bevor ich aufgehört habe, war ich nach 8 oder 10 Monaten Trinkpause, so exakt weiss ich das nicht mehr, mit jeweils zwei Bier im Monat, abgezählt, absolut überzeugt davon, dass ich nicht abhängig bin, sondern nur gerne trinke. Damit bin ich dann in das reingelaufen, dass ich unbedingt zum feiern saufen wollte. Fühlte sich nach wie vor nach freiwillig an.
Da war aber schon das vorbei, dass mich meine Frau mal für tot gehalten hatte und der Notarzt da war. Das war der Grund für diese Trinkpause.
Als ich aufgehört habe, hatte ich immer noch nicht wirklich das Gefühl, dass ich abhängig trinke. Sondern, dass ich wegen dem ganzen Stress, den ich hatte, ein bisschen über die Stränge gehauen hatte und während dem Stress nicht aufhören konnte. Aber wegen dem Stress, nicht wegen Sucht. Missbräuchliches Trinken halt.
Ich hab auch ganz klar aufgehört, weil mir das Saufen in der Schlussphase nur noch unangenehme Gefühle machte und mir die möglichen Gesundheitsschäden bewusst waren, nicht weil ich mich als Alkoholiker gesehen habe.
Ich habe erst im Rückblick auf meine ganze Geschichte, deren Darstellung hier manchmal befremdet, im bereits lange trockenen Zustand, nach Jahren, akzeptiert, dass ich Alkoholiker bin.