Beiträge von Lebenskuenstler

    Ich hatte in der Anfangszeit meiner Trockenheit auch das Bedürfnis, es hinter mir zu lassen, mich irgendwann nicht mehr damit zu beschäftigen. Nach nem Jahr etwa hab ich halt gemerkt, dass für Sachen, die mich beschäftigt haben, öfter mal der Vorschlag meiner Außenwelt kam "dann trink was, dann gehts wieder" das Übliche, was viele Normalos halt machen. Im Management, in dem ich damals war, sehr verbreitet. Dann wollte ich wissen, we trockene Alkis damit umgehen, seitdem bin ich immer wieder bei der Selbsthilfe dabei, mit Unterbrechungen.

    Inzwischen ist es schon lange so, dass ich mich nebenher mit meiner Sucht beschäftige, weil auch einerseits das erste Glas stehen lassen muss/soll/will (Kontrollverlust ist übrigens ein recht eindeutiges Suchtkriterium, und den hattest du ja auch. Angefangen und mehr getrunken, als Du wolltest) und ich aber auch die Beschäftigung mit dem Thema interessant finde.
    Und "draussen" geben mir viele Leute und auch Beschäftigungen derer wenig. Unter Alkis finde ich mehr Tiefe, mehr um was gehts eigentlich im Leben, weil sich viele wegen der Sucht damit beschäftigen.

    Ansonsten gings bei mir auch wenig um Suchtdruck, und das schon von Anfang an, sondern mehr darum, was ich nun stattdessen mache, denn Alkohol hatte für mich auch Funktionen. Am Ende habe ich zwar süchtig getrunken und als Grund war mir dann alles recht, aber mein Problem war auch, dass ich immer wieder angefangen habe, das auch willentlich und gezielt getan habe, um bestimmte Gefühlszustände zu erreichen. Der letzte große Absturz begann damit, dass ich was zu feiern hatte und mir das nach längerer Trinkpause auch verdient hatte....und dann konnte ich monatelang nicht mehr aufhören, bis ich schon starke Ängste schob, ob ich da noch rauskomme.

    Will sagen, das, warum ich nicht aufgehört habe, bevor es so schlimm wurde, hatte ich ja trotzdem noch. Bei mir wars eher Stress und dass ich abends das Kopfkino nicht abstellen konnte, da half es, mich bewusstlos zu saufen. Und davor stand ich dann auch trocken und musste es anders lösen.

    Es zwingt Dich ja niemand, hier mehr zu schreiben, als Dir gut tut.

    LG LK

    Hi,

    ich bin lange trockener Alkoholiker.

    Ich habe gute und schlechte Seiten.
    Und ich sehe das bei mir so, früher habe ich nüchtern meine guten Seiten ausgelebt, und wenn ich vom Suff enthemmt war, habe ich meine schlechten Seiten ausgelebt.

    Jetzt lebe ich die guten und die schlechten Seiten nüchtern aus und damit bin ich nüchtern für Andere sicher nicht immer nur angenehm. Und mir ist das egal, denn nüchtern muss ich es nicht allen recht machen.

    Viele Angehörige denken nach meiner Wahrnehmung, an nüchternen Tagen würde sich die eigentliche und gar so tolle Persönlichkeit zeigen. Das ist ja die übliche Darstellung, Jekyll und Hyde, nüchtern der tollste Mensch. Ich sehe das anders, ich hab die ungeliebten Seiten in den Suff ausgelagert und jetzt lebe ich sie nüchtern aus.

    LG LK

    Rein von der Logik her kannst Du ja nur in Zukunft etwas anders machen, als Du es in der Vergangenheit gemacht hast.
    Du kannst Dir deine Fehler analysieren oder sie Dir vorwerfen, um in Zukunft etwas anders zu machen, so weit gehe ich mit.

    Ansonsten bist Du der einzige Mensch, der 24 Stunden an allen Tagen mit Dir auskommen muss, Du wirst Dich nicht los und Deine Selbstvorwürfe sind Deine Lebensgestaltung im Hier und Heute. Du bist derjenige, der das so gestaltet, und wahrscheinlich bist Du auch der Einzige, der unter Deiner Art und Weise, damit umzugehen, leidet. Es gibt Leute, die haben das Bedürfnis nach (Selbst-)bestrafung, bist Du so? Allen anderen kann es nämlich wurscht sein, z.B. mein Leben ist es ja nicht.

    Was ist eigentlich dieses frühere Ich bei Dir? Ich frage deshalb, weil mein erwachsenes Ich außer Drogen/Trinkpausen keine drogenfreien Zeiten kannte. Ich hab schon in früher Pubertät mit 12 oder 13 zu Hause meine Biere und Schnäpse gekriegt, das erste Mal betrunken war ich noch früher. Im Prinzip war meine erwachsene Gesamtpersönlichkeit völlig durchtränkt davon.

    Hast Du so spät angefangen, dass Du bereits ein vollentwickeltes nüchternes Erwachsenenleben vorher hattest? Oder war Alk auch bei Dir vorher schon ein Mittel, um Deine Gefühle und Stimmungen zu regulieren, so wie bei mir?

    Vielleicht lehne ich mich zu weit aus dem Fenster, aber hätte das nicht auch aus anderen Gründen auseinandergehen können?

    So ist es zumindest bei mir, die Beziehungen, die wegen meinem Suchtverhalten gescheitert sind, wären auch sonst nix auf Dauer gewesen, so sehe ich das im Rückblick.

    Ich wünsch Dir, dass du Dich damit aussöhnst. Ändern kannst du es sowieso nicht mehr, das ist rum ums Eck.

    Hi Angler,

    Was ist im Endeffekt eigentlich passiert?
    Welche dauerhaften Schäden hast Du verursacht?

    Mir nimmt niemand, von dem ich wüsste, übel, dass ich mal gesoffen habe.
    Nachdem ich aufgehört hatte, habe ich aufgeräumt, was aufzuräumen war, auch mit ein paar Leute geredet, ob sie sich durch mich geschädigt fühlen, und ansonsten mein Leben nüchtern gestaltet.

    Heute bin ich mit meinem Leben einverstanden und die Saufzeit sehe ich so, dass ich das damals im Grunde ja wollte, also da bin ich mit mir im reinen. Es ist nicht sehr viel dauerhaft kaputt gegangen, wofür ich nüchtern keinen Ersatz gefunden hätte.

    Ich hab gesoffen, na und? Deswegen bin ich doch niemand, der sich sein Leben lang Vorwürfe machen müsste. Ich hab niemanden umgebracht und auch sonst keine schweren Verbrechen begangen, wen juckts?

    Oder macht Dir das Spaß, so mit Dir umzugehen?

    LG LK

    Ich bring gern meinen Vater als Beispiel, der die Aussage traf, dass das Leben nur im Suff zu ertragen ist. Eine Aussage, die mich auch lange geprägt hat. Ich hab ja auch nie versucht, aufzuhören, bis es gar nicht mehr ging. Ich war auch überzeugt, dass ein Leben ohne Alkohol sinnlos ist.

    Gehörte zu dem, dass ich beim Trockenwerden viel an meinen inneren Einstellungen ändern musste. Einmal, so nach vielleicht 4 Jahren Trockenheit, hatte ich auch eine Phase, in der ich mich tatsächlich gefragt habe, ob das Aufhören in Bezug auf Lebensgefühl wirklich was gebracht hatte. Ich war kurz davor, bewusst wieder anzufangen, habe die Kurve dann aber gekriegt.

    Und wie nützlich das ist, entscheidet immer derjenige, den es betrifft.

    eben. In dem Fall würde ich sagen, das entscheidet die Fragestellerin.

    Zu meiner Frau habe ich auch gesagt, ihr Helfersyndrom ist ihr Problem. Nicht meins. Nur weil sie was will, muss ich das noch lange nicht machen. Denn jedem gehört sein Leben sich selbst, und alles, was jede/r macht, ist die Gestaltung seines eigenen Lebens. Sie darf ihres genau so wegwerfen wir ich meines. Das führte letztendlich dazu, dass sie ihre Gefühle weniger von mir abhängig machte, und letztlich zu mehr Freiheit innerhalb der Beziehung.

    Mal meine Sicht auf das Ganze:

    Ich mache es nicht zu meinem Problem, wie Co von ihrem Trinker wegkommt. So wenig wie es das Problem von Co ist, wie ich als Trinker aufgehört habe.

    Aber ich glaube, es kann nützlich sein, ziemlich neutral darzustellen, wie aussichtslos das sein kann, einen Trinker retten zu wollen, weil ich als Trinker überhaupt keinen Bedarf gesehen hab, dass mich jemand retten müsste. Ich war mit mir im Reinen, dass ich gesoffen habe, bis ich eben an den Punkt kam, dass ich selbst aufhören wollte. Und der kam ganz sicher nicht deswegen, weil mich da jemand rausholen wollte.

    Was waren denn eure jeweiligen Entzugserscheinungen während der nassen Zeiten


    Bei mir war das die meiste Zeit nur ein schlimmer Kater. Schon mal nen ganzen Tag lang kaputt, aber nur wenn ich wirklich extremst abgestürzt war. Ich bin schon mitten in der Nacht aufgewacht und habe geschwitzt, aber das hab ich mit "wer saufen kann, kann auch arbeiten" einfach ignoriert. Morgens mich zusammen gesammelt, 3 Tassen starken Kaffee, irgendwann was gesalzenes gegessen dann gings wieder. Ich war ja kein Pegeltrinker, sondern Rauschtrinker.

    So das Selbstbild, wir sind doch harte Hunde, wegen so ein bisschen Kopfweh ändern wir doch nix. Das wäre doch Wehleidigkeit. Hat doch so jemand wie ich nicht. Andere schleppen sich viel kränker in die Arbeit. Alles ganz normal. Es wird ja überall zelebriert, dass man für Leistung auch leiden muss.

    Ja, es wurde schlimmer, aber nicht die Entzugserscheinungen, sondern die geistigen Veränderungen. Erst mal hab ich immer schneller getrunken, weil sich die gewünschte Wirkung gar nicht mehr einstellte. Und am Ende habe ich nur noch verzweifelt versucht, endlich den Pegel zu erreichen, in dem der Rausch so gewesen wäre, wie ich wollte, aber dazu brauchte mein Geist dann mehr Alkohol, als der Körper aufnehmen konnte. Ich wurde gar nicht mehr ausreichend besoffen, bevor ich umgefallen bin. Erst dann kam die Frage auf, für was mache ich das eigentlich?

    Jetzt frag ich selber Mal: warum war für Einige hier das Bekenntnis Alkoholiker der Grund, aufzuhören, und inwieweit hat das beim Aufhören geholfen?

    Für mich war ein Alkoholiker einer, der Alkohol braucht. Und das war erst mal kein Problem, weil es Alkohol überall zu kaufen gibt. Dann brauche ich ihn eben, aber ich kriege ihn ja auch überall. Und die Stigmatisierung war für mich unwichtig, weil mir sowieso egal war, was Andere über mich dachten, wofür Alkohol ja auch noch ein gutes Hilfsmittel war.

    Ich hab wegen dem konkreten Leidensdruck aufgehört, Kotzen Matschbirne etc., nicht weil ich Alkoholiker bin.

    Kann man denn auch 100% einsichtig sein und trotzdem nichts ändern wollen? Kann man als nasser einsichtiger Alkoholiker glücklich sein?

    solche Leute, die das aus ihrer Sicht schildern, wirst Du hier aus Gründen nicht finden. Hier haben alle eine Veränderung angestrebt, selbst die, für die das nicht gepasst hat. Gar nix ändern wollen heißt, was soll ich in so einem Forum oder bei irgendwelche Hilfen oder Ärzten?

    Von mir kann ich sagen, ich habe es lange nicht schlimm gefunden, dass ich irgendwas für den Rausch brauche. Ich hatte wie wohl sehr viele die Illusion, ich behalte das so im Griff, dass ich das bis zu meinem natürlichen Tod bis 80+ machen kann.
    So lange das funktioniert hat, gab es keinen Grund , das zu ändern.

    Und ich glaube bei Alkoholikern, die nicht so extrem viel brauchen, bis es ihnen reicht, so paar Biere über den Tag trinken viele bis ins hohe Alter, die wissen gar nicht, ob sie aufhören könnten, weil sie das nicht interessiert.

    Hi StepByStep

    was mach ich hier eigentlich, es gehört ja nicht mehr zu mir." ich meine wenn man hier im Alkoholforum unterwegs ist, triggert das nicht auch einen, wenn man ständig über Alkohol spricht?

    Ich bin kein Sprecher für Andere, nur für mich. Ich bin etwas über 25 Jahre trocken.

    Nein, es triggert mich nicht. Wenn es überhaupt wirkt, dann so, dass mir oft auffällt, dass ich eine Menge Probleme, die Frischlinge haben, für mich schon lange gelöst habe. Und ich bin auf niemanden neidisch, der das noch vor sich hat. Also es würde, wenn überhaupt, eher abschreckend wirken und es bestätigt mich auch auf meinem Weg.

    Ansonsten ist das Reden oder Schreiben über Sucht für mich nach wie vor ein interessantes Thema, man kann es auch in Richtung Persönlichkeitsentwicklung ausdehnen und das passt für mich. Denn Alkoholiker beschäftigen sich nach meinem Empfinden beim Trockenwerden öfter als Andere, was für sie im Leben wirklich wichtig ist, gehen bewusster ran als viele Andere.

    Trockene Alkoholiker sind für mich definitiv kein schlechterer sozialer Umgang als andere Leute. Bei Anderen steht mir auch oft der gewöhnliche Trinkumgang eher unangenehm im Weg.

    Ich finde es gut, dass ich so relativ ungezwungen beim Thema bleibe, es ist kein Muss, sondern eher angenehm für mich, und hin und wieder bin ich auf diese Weise sogar manchmal nützlich, indem ich was weitergeben kann. Ich hab kein Bedürfnis, das unbedingt abzuschaffen.

    LG LK

    Hi Absti,

    Nur mal noch ein paar Gedanken von mir.

    Ich wurde gefragt, was ich für eine Erwartung habe, wenn ich den Druck verspüre, zu trinken. Und mir ist Suchtdruck aus meinen Trinkpausen durchaus bekannt, da hab ich zum Teil nen halben Tag phantasiert.

    Ich hab mich auch mit Sucht- und Hirnforschung ausgiebig beschäftigt, grade weil ich das ja unbedingt schaffen wollte.

    Kurz, Gefühle bestimmen die Gedanken und Gedanken bestimmen die Gefühle. Und das Gehirn entwickelt sich zum Teil in die Richtung, in die ich denke, zwar erst über einen längeren Zeitraum, aber es ist nachweisbar. Und es hat auch Grenzen, klar. Trotzdem ist ja die Frage, was ich für Möglichkeiten habe, und ich bin kein reines Opfer meiner Macken.

    Und Suchtdruck hat zumindest oft damit zu tun, dass sich da irgendwo noch eine positive Erwartungshaltung ans Trinken verbirgt. Das kann Zugehörigkeit sein, das kann das abmildern unangenehmer Gefühle sein, das kann Lockerheit und Feierlaune sein. Es kann alles sein, was ich früher mit Alkohol geregelt habe.

    Ich hab selber mal so ne Liste ausgefüllt, bei welchen Gelegenheiten ich getrunken habe, das waren wie bei Deiner Aufstellung neulich alle Gelegenheiten, nur in den Trinkpausen nicht, die ich stur durchgezogen habe.

    Saufen ist auch ein Lernprozess, und vieles hat sich im Lauf der Jahre verfestigt, auch wenn es heute vielleicht nicht mehr funktioniert.

    Ja, und ich brauche auch einen funktionierenden Ersatz, damit ich das, wofür ich anfangs gesoffen habe, auf eine nicht mich selbst schädigende Art ersetze. Denn auch wenn ich als voll Süchtiger eigentlich keine Gründe mehr zum Saufen brauche, bleiben die Gründe, warum ich überhaupt so lange gesoffen habe, bis es zum Problem wurde, im Hintergrund bestehen.

    Für mich geht's letztlich um die Frage, wie ich mir ein trockenes Leben so gestalten will, dass ich damit gut leben kann und dafür gar keinen Alk mehr benötige. Das ist der Punkt, dass das reine Weglassen und dagegen ankämpfen nicht reicht. Und ich darf mir dafür auch nicht durch Aktionismus permanent aus dem Weg gehen, sondern brauche Zeiten, in den ich in mich gehe. Und ich meine, z. B. Zocken, was Du mal geschrieben hast, geht eher in Richtung Suchtverlagerung als in Richtung Wohlbefinden. Vielleicht brauchst Du noch was mehr für die Seele.

    Mir ist klar, dass ich nicht Du bin und mich geht Deine Lebensgestaltung gar nichts an. Es ist nicht mein Leben, das Du lebst. Nur ein paar Gedanken, vielleicht passt was für Dich, vielleicht auch nicht.

    LG LK

    Der Hauptgrund für Alkoholismus ist, dass Alkohol eine Droge mit Suchtpotential ist.

    Es kann jeder erwischen, der aus irgendwelchen Gründen lange genug trinkt. Und wenn auch nur die soziale Umgebung so ist, dass da viel getrunken wird.

    Einige Prozent erwischt es immer. Egal ob sie gute oder schlechte Laune haben, sonstige Probleme ja oder nein.

    Ich will da noch was ergänzen.

    Du bezahlst auch den Preis für Deine Rückfälle. Mit jedem Rückfall entwickelt sich Deine Sucht weiter, die Änderungen im Hirn gehen weiter, und Du verspielt nicht nur Vertrauen nach außen, sondern auch Selbstvertrauen, dass Du es schaffen kannst.

    Ich hab mir am Anfang überlegt, die einfachste und billigste Lösung ist es, überhaupt nie rückfällig zu werden, und nichts trinken ist auch ganz einfach, denn ich lasse erst mal ja nur was weg, was ich bisher getan habe. Gut, dann muss ich noch lernen, mich selbst in allen Situationen zu ertragen, aber das geht auch um so besser, je früher ich damit anfange.

    Alles in allem bin ich da erst mal völlig rational drangegangen, die Droge muss unter allen Umständen aus dem Körper draußen bleiben, und je einfacher ich mir selbst das mache, desto einfacher ist das auch.

    Und noch was. Deine Ehrlichkeit ist zwar gut, aber mit dem ausführlichen Beschreiben gibst Du Deinem Saufdruck auch sehr viel Raum und Aufmerksamkeit. Wer schreibt, der bleibt, und Schreiben bewirkt auch, dass die eigene Aufmerksamkeit genau da bleibt. Ich habe mich wenig mit dem Druck beschäftigt, viel mehr damit, wie ich ihn überwunden habe. Ich hab dem einfach keinen Raum gegeben, es gibt nichts, egal wie Du Dich wendest, mein lieber Durst, und fertig, brauchst gar nicht mosern, Du hattest Deinen Spaß, hilft Dir eh nix.

    Wenn Du Deinen Wert aus dem Vergleich ziehen willst, musst Du bedenken, dass Drogen wie Alkohol auf die gleichen Hirnregionen einwirken wie Sex, Liebe und alles, was mit Belohnungen zu tun hat. Und diese Stoffe wirken viel stärker als das, was der Körper selbst produzieren kann. Das ist rational betrachtet völlig klar, dass Du dagegen nicht ankommen kannst.

    Und Du musst ja hier nur bei den neuankommenden Alkoholikern lesen, die Allermeisten sind dann erst mal so mit sich selbst beschäftigt, dass sie ihre Sucht überwinden, da hättest Du möglicherweise längere Zeit erst recht keinen Platz drin. Genau diese Probleme hatte meine Frau auch, dass ja deswegen noch lange nicht sie die Hauptperson war, denn erst mal musste ich mich ja selbst nüchtern auszuhalten lernen. Der Partner mit seinen Bedürfnissen ist da anfangs ja eher eine Belastung als eine Hilfe. Alleine wärs oft einfacher.

    Erst wenn die stabile und zufriedene Trockenheit erreicht ist, wo sehr viele ja gar nie hinkommen, könnte es ja erst werden, wie Deine Bedürfnisse sind.