Beiträge von Lebenskuenstler

    Die ganze Suffbeschreibung von Paul_ unterschreibe ich 1:1.

    Bei mir war der Umschlag, als mir unmittelbar sofort einfiel, wie es endet. Und das bewahrte mich vor vielen Kurzschlüssen, wenn es auch später mal sehr emotional wurde.

    Ich habe schon von einigen gehört, dass sie bei Suchtdruck nur bis zum ersten Glas denken konnten.

    Und die völlig unspektakulären Tagesmeldungen:

    Vorgestern gabs bei meinem Einkaufsladen bergeweise überreife Mango aus einer Kooperative, die die unterstützen. Also, ich Mango satt, sicher 3 Kilo.
    Gestern die Mangos geschält, mit Honig, Zimt, Ingwer durch den Mixer, dazu einen Kaiserschmarrn in der Röhre.
    Blieb die Hälfte übrig, eingefroren.

    Dann, Wetter war noch gut, E-Bike, 20 klmeter weiter eine Kleinstadt mit Museum, und einer Ausstellung, die wir angucken wollten.
    Nach zwei Stunden raus aus der Ausstellung, Pizzeria, und dann in der Abendsonne mit Umweg wieder heim. 45 Kilometer E-Bike insgesamt, Komoot behauptet auch 400 Höhrnmeter. Bei uns gehts auf und ab, kann sein. Am Abend noch ein Jazzkonzert bei Youtube reingzogen.

    Heute Regen, ausgeschlafen. Dann im Bett gefrühstückt, gelesen. Zwei Bücher parallel, wie fast immer, ein seichtes und ein schwierigeres. Irgendwann, halb zwei, liegen wird langsam unbequem. Seitdem hier am Rechner, lesen und hier schreiben.
    Und jetzt Gemüse und Fleisch vorbereiten, ab in die Röhre.

    LG LK

    Noch was zu der Zufriedenheit.

    Ganz am Anfang hatte ich so den Flash, jetzt höre ich auf, dann löse ich alle meine bekannten Probleme und dann bin ich wunschlos glücklich für den Rest meines Lebens.

    Realität war, ich stand einfach am Scheideweg. Gehts jetzt vollends bergab, der Abgrund war direkt vor mir, oder reisse ich das Ruder noch mal rum und lebe überhaupt weiter.
    Richtig war schon, dass ich noch was zu verlieren hatte und einige Voraussetzungen noch gegeben waren, um mein Leben zu gestalten.

    Ich hab dann irgendwann gemerkt, dass "Zufriede Abstinenz" nicht gleichzusetzen ist damit, immer und überall mit Allem zufrieden zu sein.

    Ich selbst hatte ein paar Persönlichkeitseigeschaften, teilweise "ererbt" , teilweise erworben, die mir nicht gefielen und die ich nicht so leicht ändern konnte, und die "Sachzwänge" draussen, Geld verdienen, Gesundheit, andere Leute, machten mich auch nicht gleich wunschlos glücklich.
    Es ist auch gar nicht das Ziel, dass mich nichts mehr aufregt, denn das wäre vermutlich nur mit Gleichgültigkeit zu erreichen, aber ich wollte ja leben. Und Leben ist halt nun mal permanente Veränderung.
    Also hab ich mit dem Gelassenheitsspruch versucht, die Dinge ändern, die ich ändern kann, der Rest zu akzeptieren und die Weisheit zu erwerben, das Eine vom Anderen zu unterscheiden.

    Fiel mir nicht leicht, aber das waren Dinge, die ich nüchtern angehen konnte, und für die Nüchternheit Voraussetzung war, da ich davor ja bereits am Abgrund stand. Gestern stand ich am Abgrund, heute bin ich einen Schritt weiter, alter Witz.

    Zufrieden trocken hiess und heisst für mich auch schlicht Akzeptanz, dass ich nichts mehr trinke. Ohne damit zu hadern, ohne Trinkgründe zu suchen, einfach das Leben nüchtern so annehmen, wie es ist. Und selbst zu den trockenen Zeiten, in denen ich mich selbst gar nicht mochte oder meine Lebensumstände am liebsten auf den Mond geschossen hätte, war mir klar, es wird nur nüchtern besser und nur nüchtern mache ich es möglichst gut und nicht noch schlimmer, als es ist.

    Weil ich mit der Entscheidung, nüchtern zu leben, zufrieden bin.

    Frage an die Mods:
    Passt das überhaupt noch in "Erste Schritte"?

    LG LK

    Zu dem Lebenslang mal was.

    Es ist schon gut, sich das zum Ziel zu setzen. Der Ansatz ist einfach ein anderer, als zu sagen, jetzt mache ich Trinkpause und schiebe den Druck praktisch nur auf.
    Planbar ist es aber nur begrenzt,

    Ich wusste zum Beispiel eine Woche vor dem Aufhören noch nicht mal, dass ich aufhören will. Könnte ja auch umgekehrt gehen.
    Oder morgen früh werde schuldlos in einen Autounfall verwickelt, der mein ganzes Leben umwirft.

    Beim Alkohol ist die Vorstellung vor allem Anfags schwierig.
    Aber erstens weisst Du heute sowieso nicht, wie sich das in einigen Jahren anfühlt,
    Und zweitens verliert die Vorstellung der lebenslangen Abstinenz absolut ihren Schrecken, wenn es kein Kampf mehr ist,
    Du zufrieden abstinent bist und Du fast nur noch merkst, wie viel besser es Dir dann geht.

    Und bis da hin gehst Du einfacher Tag für Tag bzw. in überschaubaren Häppchen.

    LG Lk

    Was mich aber schade finde ist das meine xy und andere nicht mehr so viel mit mir anfangen können, ohne Alkohol kann man anscheinend keine guten Gespräche oder Spaß haben. Bis heute immer noch kein Lebenszeichen vom Mann der Freundin, keine Antwort auf Text Nachrichten, wenn man sich im Supermarkt trifft smalltalk ala wie geht es Dir...

    Ich bin sogar mal einem Selbsthilfeverein beigetreten, weil das die einzige Möglichkeit dort war, zuverlässig Nüchterne zum Unterhalten zu haben. Wirklich so eine Art Stammtisch für mich. Passte auch, da waren andere, denen es ähnlich ging.
    Die anderen Vereine vor Ort warben auf ihren Webseiten mit fröhlichem Umtrunk, dazu hatte ich absolut keine Lust. Und vom Geschäft her hab ichs mal in Kauf genommen, dass es für einige einfach dazugehörte. Ich bin nicht der Erzieher meiner Umwelt. Da war ich aber schon mehrere Jahre trocken, als ich das anfing, und anfangs war ich selbst nicht so begeistert, dass man sagen wir mal, Delikatessen nicht ohne passendes Getränkeangebot verkaufen kann. Wir hatten da mit Software ein Liefersystem aufgebaut, das wollten wir nicht so einfach aufgeben. Also, in mich gegangen, kann ich das oder kann ich das nicht?

    Vor ein paar Jahren bin ich nochmal umgezogen.
    Da war Alkohol zwar nicht das erste Kriterium, aber ich habe mir neue Leute gesucht. Und es trennt sich inzwischen auch da die Spreu vom Weizen. Ich wills nicht so werten, gehnt mich nichts an, was Andere trinken. Aber ich habe auch in neuerer Zeit festgestellt, dass mir Leute, die bei jedem Treffen was trinken, irgendwann auf den Sa....äh, Keks gehen.
    Es gibt aber auch tatsächlich Leute, mit denen ich mich treffe, die im Zusammensein mit mir problemlos gar nichts trinken, weil es bei denen sowieso keine größere Rolle spielt.
    Ich hab in der Zeitung geguckt, was es hier gibt und mich interessiert.

    Unterm Strich, ich habe auch meinen Preis im gesellschaftlichen Zusammensein gezahlt. Viele Kontakte sind irgendwann aber auch uninteressant. Es gibt zwei verschiedene Punkte: geht es nur, oder bringt es mir auch was, wenn ich mit bestimmten Leuten zusammen bin.

    LG LK

    Moin,

    ungeachtet aller Differenzen hier mache ich das auch so, dass ich dran bleibe.
    Hatte zwar immer wieder Jahre Unterbrechungen, weil es keinen spürbaren Grund mehr gab, mich damit zu beschäftigen, ich bin aber immer wieder auf die eine oder andere Weise irgendwann wieder zu dem Thema zurückgekehrt, weil die Normalwelt draussen einem ja suggeriert, dass es geht und normal ist zu trinken. Ich lebe nicht im luftleeren Raum und die Leute um mich rum beeinflussen mich. Also gehe ich ab und an unter trockene Alkoholiker.

    Denn der Punkt stimmt absolut, dass der Rückfall im Kopf beginnt. Am Ende ist es aber immer noch auch der eigene Arm, den ich bewegen muss, damit der Alkohol in den Mund kommt. Und mehrere Zwischenschritte, in denen ich mich immer noch entscheiden könnte, Nein.

    Ich habe auch mein eigenes Risikomanagement. Und ich habe mich anfangs sehr intensiv damit auseinandergesetzt, wie ich Rückfälle vermeiden kann.
    Und keine Sorge, ich bin immer noch entspannt trockien.

    Es ist kein Angstthema mehr, weil es so lange schon klappt. Also ich müsste schon wirklich einen großen Fehler machen, damit ich wieder anfangen würde. Aber grad deswegen besteht auch die Gefahr, es zu vergessen. Und damit wäre es vielleicht nicht sofort präsent, wenn mir überraschend (neulich war es meine Mutter, die mich eigentlich kennt) was angeboten wird.
    Der Teufel ist ein Eichhörnchen...

    LG LK

    Danke, dass Du mich verstehen wolltest.
    Um mich zu verstehen, musst Du aber eins noch wissen:
    Ich erfülle keine Erwartungen.

    Du bist irgendwie das passende Gegenstück zu meiner Mutter, die sich erst neulich mal wieder dazu äusserte, dass ich mich ein bisschen mehr bemühen könnte, nach aussen was herzumachen. Denn sie will, dass ich mich als schöner Mann präsentiere. Und ich laufe rum, wie ich will.
    Scheixxe, dass "Keiner mag Dich so" trotzdem nicht eingetroffen ist.
    Weil mir das völlig wurscht ist, aber einigen Frauen anscheinend nicht. Zieht sich durch mein ganzes Leben und ist durch.

    Ich warte immer drauf, dass Du mir mal "You're So Vain" (Du bist so eitel) vorspielst.
    In dem Song gehts aber um verflossene Liebhaber, und das bin ich bei Dir nicht.

    Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie mich das manchmal nervt, dass ich irgendwie repräsentabel auftreten soll.
    Weil ichs ja könnte, aber ich habe dazu auch keinen Bock.

    Und jetzt möchte ich, dass hier mehr Ruhe einkehrt.


    Was hat das in deinem Faden verloren fragst du dich? Ich glaube zwischen uns gibt es Parallelen. Wir müssen jetzt mit einem ruhigeren oder zumindest anderen Leben klar kommen.
    Ich bin noch ganz frisch und bereite mich darauf vor, dieses andere Leben zu genießen und mit schönen Dingen zu füllen. Vielleicht machen mich manche Beiträge von dir so unruhig, ach was, nennen wir es wütend, weil ich das Gefühl habe, dass du nach 24 Jahren noch immer das neue Selbstkonzept nicht so richtig gefunden hast und dich immer noch über den früheren Hans Dampf definierst.

    Das macht mir Angst und ist mir Lehre zugleich. Denn ich arbeite schmerzhaft daran, die Pippi langstrump an den Nagel zu hängen und einfach nur Anna zu sein. So unspektakulär wie du es beschrieben hast.

    Du irrst Dich an mehreren Stellen.

    Bei Männern ist es sowieso anders als bei Frauen, mit langen weissen Haaren, nicht überdurchschnittlich hässlich und halbwegs durchtrainert muss man sich gar nicht selbst in den Mittelpunkt stellen. Es fällt meiner Frau mehr auf als mir selbst. Und sie möchte unbedingt den Rest ihres Lebens mit mir verbringen, und ich meinerseits will unsere Ehe gar nicht gefährden, also ist das sowieso nur theoretisch interessant, aber trotzdem ganz nett. In der Ausführung wäre es vor allem eh meist nur ein Strohfeuer.

    Ich wurde sogar vermehrt (wieder) Mittelpunkt, als ich bereits längere Zeit trocken war. Trocken ging es manchmal erst richtig ab.
    Zum Teil sogar mit anderen Trockenen. An anderer Stelle, aber Hartmut ist jemand, der hier im Mittelpunkt steht. Ähnlich.

    Und 24 Jahre sind eine sehr lange Zeit. Da kann sich das Leben fünf Mal grundsätzlich ändern. Der einzige Parameter, der sich möglichst nicht ändern sollte, ist die Trockenheit.
    Darüber hinaus bin ich als Langzeittrockener ein Normalsterblicher mit einem speziellen Interesse, nicht mehr und nicht weniger.

    Es gibt ein Sprichwort, ebenfalls von Langzeittrockenen:
    "Trockenheit ist nicht der Weg in den Himmel, aber der Weg aus der Hölle".

    Was ist also dein Anliegen hier?

    Mein Anliegen, mich hier anzumelden, war, irgendwas zu haben, um mir das Thema in Erinnerung zu halten, damit mir nicht so was passiert wie demjenigen, der nach ewiger Trockeheit rückfällig wurde. Und vielleicht noch irgendeine Anlaufstelle, falls es doch je zu einem Problem kommen sollte.
    Das wäre nicht wichtig, wenn ich ernsthaft wieder trinken wollte.

    Ich stehe nach wie vor dazu, dass ich das Forum nicht ändern wollte.

    Aber ich sollte nicht den Fehler machen, den ich aber gemacht habe, das Schreiben hier zum Hobby zu machen, weil ich genügend Tagesfreizeit und relativ wenige dringende Sorgen habe. Also deutlich weniger Beiträge als zuletzt. Schon, weil ich mich selbst ja auch ein bisschen schonen sollte.

    Ansonsten bleibe ich mir selbst treu.

    LG LK

    Für mich ist das der falsche Ort, zwischen irgendwelchen Schluckspechten zu hocken und mir deren dank Alkohol immer dämlicheres Gelaber anzuhören. Aber wir sind zum Glück verschieden.

    Das sind keine Schluckspechte, sondern genau die Sorte, von denen Du auch schreibst. Die nach einem Glas Wein wieder zum Wasser greifen.
    Aber es ist teurer Wein, über den sie fachsimpeln. Hätte ich früher nicht getrunken, aber auch da schreibst Du ja selbst, bei Druck greift man zu allem. Nur der Druck kam halt nicht.

    Hat auch nichts mit den 24 Jahren zu tun. Ich wollte trocken werden, damit der Alkohol nicht mehr meine Handlungen bestimmt. Und er hätte sie bestimmt, wenn ich deswegen Veranstaltungen gemieden hätte. Das war mein Ziel.

    Egal, wie wir es drehen, ich habe es so gemacht.

    Ich habe die letzten Jahre einiges angefangen und nach einiger Zeit wieder aufgehört. An sich ist das völlig OK, ich mache es, so lange es Spaß macht, und ich finde auch wieder was Neues. Das passt im Grund am Besten zu mir. Ich bin nicht der Typ für das ruhige Leben, noch nicht.