Beiträge von Lebenskuenstler

    Danke, dass Du mich verstehen wolltest.
    Um mich zu verstehen, musst Du aber eins noch wissen:
    Ich erfülle keine Erwartungen.

    Du bist irgendwie das passende Gegenstück zu meiner Mutter, die sich erst neulich mal wieder dazu äusserte, dass ich mich ein bisschen mehr bemühen könnte, nach aussen was herzumachen. Denn sie will, dass ich mich als schöner Mann präsentiere. Und ich laufe rum, wie ich will.
    Scheixxe, dass "Keiner mag Dich so" trotzdem nicht eingetroffen ist.
    Weil mir das völlig wurscht ist, aber einigen Frauen anscheinend nicht. Zieht sich durch mein ganzes Leben und ist durch.

    Ich warte immer drauf, dass Du mir mal "You're So Vain" (Du bist so eitel) vorspielst.
    In dem Song gehts aber um verflossene Liebhaber, und das bin ich bei Dir nicht.

    Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie mich das manchmal nervt, dass ich irgendwie repräsentabel auftreten soll.
    Weil ichs ja könnte, aber ich habe dazu auch keinen Bock.

    Und jetzt möchte ich, dass hier mehr Ruhe einkehrt.


    Was hat das in deinem Faden verloren fragst du dich? Ich glaube zwischen uns gibt es Parallelen. Wir müssen jetzt mit einem ruhigeren oder zumindest anderen Leben klar kommen.
    Ich bin noch ganz frisch und bereite mich darauf vor, dieses andere Leben zu genießen und mit schönen Dingen zu füllen. Vielleicht machen mich manche Beiträge von dir so unruhig, ach was, nennen wir es wütend, weil ich das Gefühl habe, dass du nach 24 Jahren noch immer das neue Selbstkonzept nicht so richtig gefunden hast und dich immer noch über den früheren Hans Dampf definierst.

    Das macht mir Angst und ist mir Lehre zugleich. Denn ich arbeite schmerzhaft daran, die Pippi langstrump an den Nagel zu hängen und einfach nur Anna zu sein. So unspektakulär wie du es beschrieben hast.

    Du irrst Dich an mehreren Stellen.

    Bei Männern ist es sowieso anders als bei Frauen, mit langen weissen Haaren, nicht überdurchschnittlich hässlich und halbwegs durchtrainert muss man sich gar nicht selbst in den Mittelpunkt stellen. Es fällt meiner Frau mehr auf als mir selbst. Und sie möchte unbedingt den Rest ihres Lebens mit mir verbringen, und ich meinerseits will unsere Ehe gar nicht gefährden, also ist das sowieso nur theoretisch interessant, aber trotzdem ganz nett. In der Ausführung wäre es vor allem eh meist nur ein Strohfeuer.

    Ich wurde sogar vermehrt (wieder) Mittelpunkt, als ich bereits längere Zeit trocken war. Trocken ging es manchmal erst richtig ab.
    Zum Teil sogar mit anderen Trockenen. An anderer Stelle, aber Hartmut ist jemand, der hier im Mittelpunkt steht. Ähnlich.

    Und 24 Jahre sind eine sehr lange Zeit. Da kann sich das Leben fünf Mal grundsätzlich ändern. Der einzige Parameter, der sich möglichst nicht ändern sollte, ist die Trockenheit.
    Darüber hinaus bin ich als Langzeittrockener ein Normalsterblicher mit einem speziellen Interesse, nicht mehr und nicht weniger.

    Es gibt ein Sprichwort, ebenfalls von Langzeittrockenen:
    "Trockenheit ist nicht der Weg in den Himmel, aber der Weg aus der Hölle".

    Was ist also dein Anliegen hier?

    Mein Anliegen, mich hier anzumelden, war, irgendwas zu haben, um mir das Thema in Erinnerung zu halten, damit mir nicht so was passiert wie demjenigen, der nach ewiger Trockeheit rückfällig wurde. Und vielleicht noch irgendeine Anlaufstelle, falls es doch je zu einem Problem kommen sollte.
    Das wäre nicht wichtig, wenn ich ernsthaft wieder trinken wollte.

    Ich stehe nach wie vor dazu, dass ich das Forum nicht ändern wollte.

    Aber ich sollte nicht den Fehler machen, den ich aber gemacht habe, das Schreiben hier zum Hobby zu machen, weil ich genügend Tagesfreizeit und relativ wenige dringende Sorgen habe. Also deutlich weniger Beiträge als zuletzt. Schon, weil ich mich selbst ja auch ein bisschen schonen sollte.

    Ansonsten bleibe ich mir selbst treu.

    LG LK

    Für mich ist das der falsche Ort, zwischen irgendwelchen Schluckspechten zu hocken und mir deren dank Alkohol immer dämlicheres Gelaber anzuhören. Aber wir sind zum Glück verschieden.

    Das sind keine Schluckspechte, sondern genau die Sorte, von denen Du auch schreibst. Die nach einem Glas Wein wieder zum Wasser greifen.
    Aber es ist teurer Wein, über den sie fachsimpeln. Hätte ich früher nicht getrunken, aber auch da schreibst Du ja selbst, bei Druck greift man zu allem. Nur der Druck kam halt nicht.

    Hat auch nichts mit den 24 Jahren zu tun. Ich wollte trocken werden, damit der Alkohol nicht mehr meine Handlungen bestimmt. Und er hätte sie bestimmt, wenn ich deswegen Veranstaltungen gemieden hätte. Das war mein Ziel.

    Egal, wie wir es drehen, ich habe es so gemacht.

    Ich habe die letzten Jahre einiges angefangen und nach einiger Zeit wieder aufgehört. An sich ist das völlig OK, ich mache es, so lange es Spaß macht, und ich finde auch wieder was Neues. Das passt im Grund am Besten zu mir. Ich bin nicht der Typ für das ruhige Leben, noch nicht.

    Also lass solche Schilderungen hier bitte sein, Lebenskuenstler.

    Das ist das, warum ich schreibe, es ist ein wenig schwierig, hier über meine trockene Zeit zu schreiben. Weil es da mehr solcher Details gäbe.

    Es geht nicht nur Dir auf die Nerven, sondern langsam auch mir, dass ich laufend aufpassen muss, was ich schreibe.

    Ich selbst schreibe sehr gern, deswegen bin ich ja auch so ein Vielschreiber. Und FB, was meine Frau mehr macht - sie administriert dort Interessengruppen - ist meins weniger. Wir sind halt solche Internet-Typen.

    Aber um auf die Vereine zurückzukommen, ich weiss, dass ich selbst früher zwischen vielen Stühlen sass und da wo es heute drum geht, beantworten die Verantwortlichen bis nachts um 2 E-Mails. Das muss einem liegen, mir liegt es nicht mehr.

    Schon allein für meine Mini-Arbeitsgruppe, 10 Leute, muss ich Einladungen schreiben, Material vorbereiten, demnächst ein Zeitungsinterview...mit Klarnamen, das muss passen. Es ist aber ein Thema, was ich selbst ins Leben gerufen habe, da habe ich mich drauf eigelassen und ich wusste es, also gibts nix zu jammern. Aber zu was drängen werde ich mich nicht lassen.

    Das war OK, solange ich einen Ersatz für mein Elternhaus brauchte, und auch, als wir für die Firma nach Kunden gesucht haben. Heute mag ich keine Termine mehr, nur wenige.

    Nee, ich brauch schon was Anderes. Und das entscheide ich meistens von Fall zu Fall. Mit so nem Posten wäre ich gebunden, sonst brauche ich gar nicht erst anfangen.

    ich geh mal in mich, wie ich hier weitermache.

    Meine Erfahrung ist, dass ich zwischen Weintrinkern sitzen kann und es bei mir nichts auslöst.

    Und dass ich meinen Tag füllen muss, heisst noch lange nicht, dass ich ihn als Vereinsmeier verbringen will.
    Es darf schon auch noch ein bisschen Spaß machen. Vereinsvorstand heisst vor allem, dass alle was von einem wollen.

    Ich will dazu eigentlich nichts sagen. Aber es gibt Hirnscans, nach denen der Anblick von Alkohol nach längerer Konfrontation nichts mehr bewirkt.

    Nicht lange her, dass ich gelesen habe, dass das besonders bei Langzeitrockenen eine Rolle spielt, bei denen die Erinnerung an schlimme Zeiten langsam verblasst.

    Trotzdem ist das nur ein Teil der Wahrheit, und weil es meine Suchtkarriere betrifft, schreibe ich es doch noch mal.

    Ich war in meiner wilden Jugend erst mal Mitvorstand in einem freien Jugendverein mit Gewölbekeller und Kneipenbetrieb. Aufgrund dessen warb mich meine Stadt für das städtische Jugendhaus an.
    Unterm Strich heisst das, dass ich schon vor dem Studium etwa 5 Jahre lang das Hausrecht in der eigenen Kneipe hatte, mit sämtlichen Kontakten die das mit sich brachte.
    Und das förderte meine Suchtkarriere wie noch was. Mein Selbstbewusstsein ebenfalls. Positiv dabei war, dass es gegen das Runtermachen zu Hause half.

    In meiner trockenen Zeit wurde ich unter Anderem aufgrund unserer Geschäftsidee Regionalvorstand eines ziemlich elitären Genussverbands, in dem die Weintrinker eine sehr erhebliche Rolle spielten. Und ich der trockene Alkoholiker vorn dran.

    Vor ein paar Jahren bin ich/sind wir zurück in meine frühere Heimat, und ich werde immer noch hin und wieder gefragt, ob ich für irgendwas den Landkreisvorsitz übernehmen will, weil man mich halt kennt und weil ich inzwischen auch ein paar Kompetenzen mehr habe. Ich muss mein Ehrenamt, das ich habe, aktiv begrenzen, sonst schütten sie mich zu. Und da muss ich hin und wieder recht deutlich werden, wo meine Grenzen sind.
    Ich muss mich schon damit auseinandersetzen, was ich will. Bis heute.

    LG Lk

    Für einen baldigen Reha-Termin drücke ich Dir die Daumen, Lebenskuenstler.

    Wie lange wird es dauern und in welche Region von Deutschland wirst Du dann reisen?

    Die Reha findet direkt am Bodensee statt. Zwischen Therme und Strandbad am Bodensee ist die Klinik.
    Ich nehme das E-Bike mit, City Konstanz zwei Kilometer weg, direkt dahinter die Schweizer Grenze.
    4 Wochen Standard, je nach dem Verlängerung oder Verkürzung.

    Das wird mir schon gefallen, ausserdem wüsste ich gerne langsam den Termin, denn die Urlaubsplanung ist davon noch blockiert.

    Meine Schmerzen sind momentan sehr viel weniger.

    Ja, sind durchaus auch ein paar Luxusprobleme, die ich habe.

    Ein wesentlicher Punkt bei mir ist, dass mich "Normalgespräche", Smalltalk, wie er oft läuft, schlicht langweilen. Keine böse Absicht, fesseln mich einfach nicht.
    War früher schon so, deswegen war Saufen ja eine vollwertige Beschäftigung.
    Und ich bin aber auch aus dem Alter raus, wo ich mich zwinge, mit Leuten auskommen zu müssen.
    Früher wurde ich auch zu Hause rausgeschmissen und musste mich irgendwo beschäftigen, ist ja schon lange nicht mehr so.

    Großer Unterschied zu meiner Jugend, früher konnte ich mich in die Kneipe setzen, egal ob wer kam oder nicht, wenn ich was zu Trinken hatte brauchte ich nichts Anderes.
    Heute fällt das natürlich komplett aus, nicht wegen dem Risiko. sondern, wenn ich gegessen habe und meine Saftschorle leer ist, habe ich dort nichts mehr zu tun, mir wirds langweilig.

    Sucht ist trotz Allem immer noch ein spannendes Thema. Vor allem, wenn man sich nebenbei auch noch mit Suchtforschung beschäftigt. Da wird aber Konfrontation wesentlich positiver gesehen als hier, deswegen möchte ich das hier nicht.
    Ansonsten bin ich an sämtlichen Naturwissenschaften interessiert, ich habe ja auch dreimal mit dem Studieren begonnen, unterschiedliche Richtungen, und eins habe ich abgeschlossen. Also das passt schon zu mir.

    Und, ist ja unbestreitbar, ich kann durchaus manchmal noch was bieten. es müssen nicht alle sein, manche profitieren oder lesen es gern, steht ja hier. Und ich bin auch nicht das reine Arxxxloch, dem das völlig wurscht ist. Freut mich, wenn es jemandem hilft, und gibt mir zu denken, wenn es schadet. Manchmal sag ich auch, ich hab noch nie einen umgebracht, die kriminelle Energie war eher unterentwickelt, also was solls.

    Es ist im nüchternen Zustand immer noch schwierig, den Tag zu füllen. "Suchen Sie sich eine sinnvolle Beschäftigung" tja, das hier ist, wenn ichs nicht übertreibe, eine.

    Ich bin ein bisschen übers Ziel rausgeschossen. Von wegen weil meine Frau mein armes Opfer war. Ist sie nicht und sie sieht sich auch selbst nicht so.

    Die Bilanz könnte jetzt wirklich langsam beendet sein.
    Aus dem trockenen Leben habe ich ein paar Sachen erzählt, aber ich will nicht zu viel erzählen.
    Erst die Jobs, mit denen ich nicht zufrieden war, dann die Selbstständigkeit.
    Kraftquellen großer Garten, Katzen, Bergtouren. Damit habe ich mich aber früher auch schon seelisch über Wasser gehalten, das war nie ganz weg.
    Umzug, eigenes Haus. Ist aber auch nicht so viel, dass ich dass immer wiederholen will.
    Ich habe ja schon mehrmals erzählt, dass ich kein Risikominimierer war, das wäre hier auch schwierig, denke ich.

    Ausserdem läuft es heute meistens einfach so vor sich hin.
    Ich arbeite nichts mehr und ich muss auch nichts mehr mit Leuten zu tun haben. Ausser, ich bemühe mich, mache ich manchmal, aber nicht immer.
    Zwangskontakte wie bei der Arbeit gibt es ja ncht mehr. Folglich auch keine Konflikte.
    Von der Großfamilie ist auch nicht mehr viel übrig, wird deutlich weniger.

    Vieles, was ich gerne gemacht habe, ist wegen der Behinderung nicht mehr möglich.
    Ich stehe morgens auf und überlege mir, was ich den Tag über so mache.
    Aus alter Gewohnheit (Softwareentwicklung) hänge ich den halben Tag am Rechner, lese mich irgendwo durch Nachrichten und Naturwissenschaften.
    Dabei bleibe ich auch öfter hier hängen. Auch schon ein bisschen Gewohnheit.

    Ansonsten, heute, Lesen, Liegestuhl, kleinere Erledigungen, kochen.
    Die süssen Sachen kocht meine Frau, die salzigen koche ich. Arbeitsteilung.
    Wahrscheinlich setze ich mich noch aufs Fahrrad.

    Und auf den Reha-Termin warte ich auch noch.

    Unspektakulär.

    LG LK

    Ich fühlte mich auch überlegen.
    Viel vertragen hiess ja, man merkte mir nicht viel an, und den Aussagen nach wurde ich nicht so schnell blöd wie viele Andere.
    Ausserdem konnte ich tatsächlich einige unter den Tisch trinken.
    So richtig ein Typ zum fröhlichen Bechern.
    Wie geschrieben, mit meiner damals noch zukünftigen Frau oft der letzte aus der Studentenkneipe. Und ich war kein Problemfall. Wir haben uns damals schon krankgelacht.
    Wir haben noch jahrelang Hochprozentiges selbst angesetzt, bis sie sich morgens nicht mehr gut fühlte.
    Und dann hätte sie gerne gehabt, dass ich irgendwie mitmache, ich wollte aber nicht.
    Es war erst nicht Sucht, ich wollte einfach weitermachen wie vorher. Einfach, weil ich ja machen kann, was ich will, ausser wir haben es abgemacht. Die Abmachung gab es aber nicht.

    Irgendwann kam halt die allseits bekannte Persönlichkeitsveränderung.
    Und die anderen Probleme.

    Natürlich gab es dann genügend Gründe zum Aufhören, sonst wäre ich kaum 24 Jahre etcpipapo.

    LG LK

    Vorhin beim Spazieren ist mir noch was zu dem Spaßtrinken eingefallen.

    Hier hört es sich ja an, als ob das besonders pervers wäre.

    Es ist Normalität.
    Fast jeder kennt die Bilder vom Ballermann, wo sich die Kampftrinker stolz zur Schau stellen.
    Es sind immer viele Frauen auch dabei.

    Beim Münchner Oktoberfest gibt es den Kotzhügel. Jedes Jahr gibts Fotos von den Bierleichen.
    Keiner dort schämt sich, besoffen zu sein.
    Die Italiener fahren zügeweise nach München zur Fiesta della Birra. Die Hotels sind ausgebucht.

    Sicher nicht alles nur Problemtrinker.
    Und überall gibt es vermutlich welche, die den Spaß übertreiben und unter den Alkoholikern landen.

    Natürlich, trocken ist das blöd.
    Aber als ich noch gesoffen habe, habe ich anders gedacht.

    Und dass wegen des Geschmacks? Purer Alkohol ist nicht gerade genießbar man braucht Zusatzstoffe damit er schmeckt. Wenn das dein Empfinden war, dann war es vielleicht fehlgeleitet?

    Das habe ich nicht geschrieben.
    Ich habe geschrieben, dass ich wegen der Wirkung getrunken habe.

    Wir haben selbst Getränke produziert, aber drauf geachtet, dass es möglichst reinhaut.

    Genusstrinker kannte ich früher nicht. Erst, als ich schon länger trocken war und mich unter Normalbürgern bewegte, begegnete mir das.
    Edit: natürlich wurde es früher auch bei uns zelebriert. Tu Dir was Gutes, die Werbesprüche funktionieren ja nur, weil es sich auch so anfühlt.

    Und es war kurz- aber nur kurz - verführerisch, weil die ganz offensichtlich überhaupt kein Problem damit hatten/haben und nur die schönen Seiten zelebrieren.
    Da hätte ich in dem Moment, als die Sauferei schon kein Problem mehr war, kurz gerne dazugehört.
    Ging aber auch an mir vorüber.
    Ich würde dann sogar mal eine der Hauptfiguren in so einer Clique, obwohl ich offen kommuniziert hatte, dass ich Alkoholiker bin. Das war für mich ein Teil des Normal-Werdens.

    Ich habe neulich einen Test gemacht, weil ich mit jemandem befreundet war, der sich als hochsensibel bezeichet. Und ich habe nicht begriffen, warum der glaubte, mit mir auszukommen.

    Ich bin auf jeden Fall weniger sensibel als der Durchschnitt nach dem Test. Es ist nicht nur dickes Fell (was ich ausserdem auch habe).

    Alkohol:
    ich komme aus einer Familie mit Alkoholtoten.
    Wir hatten im Gymnasium Prävention. Es kam ein Polizist, der uns informierte, und unser Biologielehrer besprach ganz genau, was passieren kann. Wir, in die Pause, erst mal einen durchgezogen.

    Wir waren das, was man bei uns Halbstarke nannte. Und natürlich punktete Halb-Mann, auch bei den Mädels, wenn man was vertragen hat. Wer noch gerade laufen konnte, hatte gewonnen.
    Sicher nicht bei Allen, aber bei denen, die mit uns zusammen waren. Und auf die kam es ja an.

    ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich nicht wusste, was ich da tue.

    Muss ich doch nochmal. Saufdruck ist eine Emotion?Liebe ist für mich ein Gefühl und Saufdruck ist die blanke Sucht.Ich hab jetzt auch keine Zeit mehr Ich muss aufs Fahrrad das schöne Wetter ausnutzen.

    Ich habe viele Jahre ganz sicher nicht aus blanker Sucht gesoffen, sondern weil ich gerne getrunken habe. Das bezeichne ich durchaus als Liebe zum Alkohol. Ich hab den guten Freund ja auch betrauert, steht hier irgendwo.
    Bis ich süchtig wurde, dauerte es viele Jahre. Und wenn ich dann nicht aus Sucht getrunken habe, wäre ich ja eine arme Sau gewesen, wenn ich es nicht mal geliebt hätte.

    Danke, traurig, auch ein schönes Beispiel, warum das hier gerade vieldiskutierte Outen allein noch keine Rückfallversicherung darstellt.

    Die Rückfallversicherung bin ich selbst. Ich weiss, was ich will.
    Es ist auch nicht schwer. das abzulehnen, ich muss nur in dem Moment geistig anwesend sein.

    By the way, schon viele Jahre ist mir inzwischen klar, dass für mich richtige Säufer keine Gefahr darstellen. Richtige Genusstrinker, die wirklich wegen dem Geschmack eins trinken und die dann wieder zum Wasser greifen, waren eine Zeitlang ein bisschen verführerischer für mich. So mit dem Hintergedanken, schmecken würde es mir vielleicht auch, und ich musste ja schon was intus haben, bis ich die Kontrolle verlor...

    Früher habe ich selten wegen dem Geschmack getrunken, im Vordergrund stand schon die Wirkung

    Bei mir funktioniert vieles dadurch, dass ich es mir bewusst mache. Wenn es mir bewusst ist, kann ich auch daneben sitzen.
    Ich bin insgesamt mehr Kopfmensch als Gefühlsmensch.
    Und ich bin eher bekennender Grobmotoriker als hochsensibel.
    Und wie alle Anderen auch bin ich, wie ich bin. Es klappt für mich im Wesentlichen, also sehe ich auch wenig Grund, daran etwas zu ändern. Ich bitte ja keinen um Hilfe, weils mir schlecht ginge.

    Ansonsten ist mir meine persönliche Freiheit sehr wichtig.
    Dieses Bedürfnis führt einerseits dazu, dass ich relativ wenig Rücksicht auf die Meinung Anderer nehme, wenn sie mir nicht passt (was bei der Trockenheit sehr nützlich war und ist) und andererseits dazu, dass ich der Abhängigkeit bald den Zahn gezogen habe, als sie mir lästig wurde.

    Das Wort zum Sonntag.

    Ich lese in deinem Thread eher selten mit, weil mir der Mehrwert oft nicht im Verhältnis zur Textlänge steht. Das ist natürlich subjektiv und andere sehen das sicher anders. Einige deiner Beiträge in anderen Threads finde ich hingegen sehr anregend, durchdacht und durchaus wertvoll.

    Ja, durchaus möglich.

    Gerade, weil hier jeder für sich selbst verantwortlich ist, sehe ich darin kein Problem.

    Ich bin nicht für Andere verantwortlich, was hier genügend Leute erst lernen müssen, und eben weil ich keinen Fanclub brauche, müssen es auch nicht alle gut finden.

    Unterm Strich bleibt nicht viel übrig, ausser dass ich mich hier an die Forenregeln halte.
    Ich soll mich ein bisschen zurückhalten, gerne.
    Ich seh ja durchaus ein, dass Leute, die zu kämpfen haben, da nichts rausziehen.

    Mich selbst hat an meinem eigenen Anfang interessiert:
    gibt es Leute, die es auf Dauer schaffen?
    Wie sind die drauf?
    Werde ich mich nüchtern irgendwannwieder als ganzer Mensch fühlen (denn der Alk war in mein Leben schon sehr tief eingebaut, ich wusste nicht ob das eine runde Sache wird)

    Und nur wer sich da drin wiederfindet, wird vermutlich was rausziehen.
    Manchen helfen bei mir auch ganz Andere Dinge, ich habe im Laufe von vielen Jahren schon einige Rückmeldungen gekriegt. Geändert habe ich mich ausserdem wegen schlechten Rückmeldungen auch nicht. Sie waren aber keineswegs nur schlecht, gemischt. So ist das halt.

    LG LK

    So im Nachgang verstehe ich übrigens die Kritik an mir nicht ganz.

    Wir hätten uns trennen müssen, wie es hier vielen Cos empfohlen wird.
    Gleichzeitig hatten wir emotionale Schwierigkeiten, das umzusetzen.

    Und wie ich heute auch hier lese, es gäbe ja Andere. Genau das ist es auch bei mir.
    Grade bei Dir, AnnaBlume , die Du Dich nach eigener Aussage jedes Jahr von jemandem trennst, fand ich das ziemlich schräg.

    Eine Weile nach der Therapie, in die ich sie mit gedrängt hatte (es gab auch ihrerseits Gründe dafür) sagte sie mir, nun könnte sie mich gehen lassen, wenn wieder was wäre.

    Ich finde es viel angenehmer, zusammen zu sein, weil es einem was gibt, und nicht, weil man aneinander klebt.

    So, wie es jetzt ist, können wir uns gut vorstellen, miteinander alt zu werden. Wir haben gemeinsame Interessen ud Gesprächsthemen, aber wir müssen nicht.

    Damit ist für uns das Ziel erreicht. Der Rest sind Dinge wie alt werden und meine Körperbehinderung, die sich kaum ändern lassen. Das ist aber nicht seelisch.

    Vielleicht nervts manche, dass ich hier so fröhlich meinen Ist-Zustand schildere.
    Ich habe weniger Probleme als viele hier.
    Ich von meiner Seite sehe das so, dass sich Trockenwerden deswegen lohnt, was wäre gewonnen, wenn ich schreiben würde:

    "ach, 24 Jahre trocken, ein ewiger Kampf. permanent musste ich aufpassen, einfach schlimm"...wäre das schöner?

    LG LK

    Erst mal zu dem Thema mit meiner Frau:

    glaubt hier jemand ernsthaft, dass es locker war, als wir uns - wegen der Sauferei und der Kontrolle - getrennt haben?

    Es ist lange vorbei und meine Frau kann mir ihre Meinung sehr gut selbst sagen.
    Wir haben eine funktionierende Ehe.
    Euch hier hat sie nicht um Hilfe gebeten und ich glaube auch nicht, dass sie es tun wird:lol:

    Ich selbst bin nach wie vor in der Nachsorge, weil meine Laune vielleicht zu gut wird. Besser, als gut für mich wäre. Weil ich viel eher euphorisch als depressiv werde.

    Mein Fanclub.... wenn sich manche nicht drüber aufregen wrden, dass ich ihn habe, würde ich den Fanclub wahrscheinlich gar nicht registrieren.
    Und ich hatte wirklich mal einen...ist vor allem anstrengend, weil man dann einen Ruf zu verlieren hat. Es ist mir egal.

    Ansonsten, Alkohol.
    Vorgestern bekam ich von einem mir sehr nahestehenden Menschen ein Glas Bier zum Essen angeboten, könnte ja sein, dass ich es mir inzwischen anders überlegt habe.
    Gerade, weil es schon lange kein Problem mehr ist, nehmen das auch Andere bei mir nicht mehr ernst.
    Deswegen ist es rein und ausschliesslich meine Aufgabe, drauf aufzupassen, denn ausser mir tuts keiner.
    Ich halte mir das hier im Gedächtnis.

    LG LK

    Hab noch zwei Minuten.

    Ich musste aus der Notwendigkeit heraus aufhören. Verrecken oder leben.

    Das an sich wäre für mich keine Notwendigkeit gewesen. Ich gehe davon aus, wenn ich tot bin, merke ich nichts mehr, habe dann also auch keinerlei Sorgen mehr.

    Interessant ist höchstens der Weg dorthin, wie sterbe ich?

    Aber selbst das hätte mich nicht motiviert, wenn ich nicht den Flash gehabt hätte, dass das Leben ohne Alkohol viel schöner sein könnte.

    LG Lk