Beiträge von Lebenskuenstler

    War ja auch schon öfter "Gratulation, wow, so viele Jahre trocken, da möchte ich auch hin" Nicht unbedingt hier, oder ich nehme das gar nicht mehr wahr, aber woanders schon mal ziemlich deutlich.

    Mir ist das eher peinlich. Ich habe meine Trockenzeit, aber ich bin nicht trocken geworden, um bewundert zu werden. Sondern schlicht wegen mir selbst. Das wäre mir auch egal, wenn das jemand total bescheuert finden würde. Deswegen würde ich das trinken ja nicht wieder anfangen, bloss weil das jemand doof findet.. Ich mach ja wegen mir, eben.

    Die Frage, ob ich bewundert werden will...

    Ich hab schon mal jemandem gesagt, dass ich nicht auf einer Schleimspur ausrutschen will. Ich hasse es, bewundert zu werden. Oder auf ein Podest gestellt zu werden.
    Kommt genau da hin, dass man da ja wieder von den Anderen getrennt ist oder eine Fassade lebt. Und ausserdem Erwartungen erfüllen muss. Zumindest wird es von einem erwartet und wenn nicht, ist die Fallhöhe groß.

    Ich habe den Braten zum Glück aber oft schon gerochen und mir genau überlegt, was ich will. Trotzdem war halt ohne Moos nix los. Irgendwas musste ich nun mal tun. Ging und geht nicht um Reichtum oder Status, sondern um ein angenehmes Leben ... wofür ich mich nicht zu sehr stressen will.
    Und ansonsten habe ich Glück gehabt, dass ich zur rechten Zeit am rechten Ort war, wo die Fachleute händeringend gesucht wurden. Da kam der Headhunter, wunderbar.

    Jo. Schönen Tag allerseits

    LG LK

    Mir fehlen die Worte und ich schüttele nur den Kopf. Ich habe keinen Aufpasser. Habe das Gefühl, dass du dich schnell in etwas reinsteigerst. Aber bitte verschone mich damit.

    Nein. Wenn ich etwas lese, entstehen Bilder in meinem Kopf. Assoziatives Denken nennt man das.

    Es ist nichts persönliches mit Dir.

    Vielleicht haben wir so unterschiedlichen Background, dass wir uns nicht verstehen. Ich werde Dich in Ruhe lassen.

    LG LK

    Voarab an die Mods: wenn unerwünscht, bitte löschen.

    Hallo KaDett,

    In letzter Zeit hatte ich das Gefühl, dass es Dich leicht nervt, wenn ich Dir schreibe, und ich möchte Dir nicht zu nahe treten.

    Nur mal was zum Nachdenken. Ob Du darauf antworten willst oder es unter den Tisch fallen lässt, ist für mich nicht überlebenswichtig. Also mach Dir darum keinen Kopf, was Du mir antworten sollst. Nur wenn Du selbst willst und bereit dazu bist.

    Ich wurde im Laufe meiner nun nicht ganz kurzen Trockenheitsgeschichte schon mal Alkoholikern an die Seite gestellt, die während der Adaption - also dem langsamen Freilassen aus einer geschlossenen Therapieeinrichtung, in der Vielfachrückfällige untergebracht waren, die schon mal mit dem Gesetz in Konflikt kamen - lernen sollten, sich durch einen Lebensmitteldiscounter zu bewegen, ohne am Schnapsregal etwas mitgehen zu lassen.

    Sprich ich sollte für die quasi die Aufsicht machen. Sie haben mir vertraut, weil ich der Trockene Trinker war und bin. Also einer von ihnen. Und das ist dann so eine Art mobiler sicherer Raum.

    Trotzdem bin ich natürlich Realist. Das war flankiert von anderen Maßnahmen, überraschendem Blasen-lassen bei der Rückkehr und das Geld zum Bezahlen in dem Discounter hatte nur ich. Und ich kenne die Tricks, irgendein Freund von draussen lässt irgendwo am Weg einen Umschlag mit Geld liegen, von dem ich nichts weiss und schon ist der perfekte Aufsichtsplan geplatzt. Oder einer schaffts, gleich vor dem entspechenden Regal eine halbe Flasche Hochprozentigen in drei Sekunden zu trinken, wenn gerade keiner hinguckt.
    Die ehrenamtliche Begleitung von Alkoholikern, die lernen mussten, sich in einem nüchternen Leben zurechtzufinden, habe ich mehrfach gemacht. Auch andere Situationen, als die soeben beschriebene. Ich hab auch Geld dafür bekommen, also ich bin jetzt nicht Mutter Theresa.

    Und ich habe ganz sicher nicht unterschrieben, dass ich da irgendetwas garantieren kann. Wer trinken will, findet immer einen Weg.

    Das ging nur, wenn auch die Betroffenen wirklich bereit waren, mit zu spielen. Die Verantwortung blieb bei ihnen.

    Übertragen wir das auf Deine Situation. Wie soll das Aufpassen auf Dich im Ernstfall aussehen, wenn Du beispielsweise so einen Suchtdruck haben solltest wie neulich, wo Du doch ziemlich verzweifelt warst?

    Ich verweise noch einmal darauf, dass Du nicht antworten musst.

    LG LK

    Ich lese mich quer durch die neuen Beiträge und da ploppt immer was in meinen Gedanken auf, was auch mich betrifft.

    Hier das mit der Durchschnittlichkeit.
    Es ist ja nicht nur so, dass ich Einiges kann, andere Dinge kann ich weniger oder überhaupt nicht. Und für manche Dinge, die ich besser können möchte, brauche ich ein Übungsfeld (wozu dieses Forum gut geeignet ist).

    Kazik schrieb, Seele muss nachkommen ist bei mir manchmal auch so, wenn die Veränderungen sehr schnell sind. Und bei mir hat sich im Leben schon sehr viel geändert.

    Nachdem ich das gestern geschrieben habe, wo ich schon mal war, ist mir das wieder aufgefallen.

    Ebenso wie dorothea schreibt, dass mir durchs Aufschreiben schon sehr deutlich auffällt, wo ich nie wieder hin will.

    Und bei R/no , was Hartmut schreibt, so lange ich nüchtern bin, habe ich alle Zeit meines Lebens, mein Leben zu ändern.

    Ich habe nüchtern auch Träume verwirklicht, an die ich seit Kindesbeinen gar nicht mehr zu denken wagte. Das ist der Vorteil der Langzeitabstinenz.
    Und jetzt arbeite ich auch gerade dran, einen Punkt in meinem Leben noch zu ändern.

    Das will ich jetzt aber nicht zerreden, manche Dinge brauchen Zeit zum Wachsen, und um spruchreif zu werden.

    Es geht um meine Verträglichkeit. Ich bin lange Zeit zu schnell nach oben gefallen, bis die Luft ziemlich dünn wurde. Das wollte ich so gar nicht. War mir zu einsam.

    Ich bin jetzt gerade ziemlich angenehm innerlich aufgeräumt.

    LG LK

    Gut, und jetzt lösen wir das Spielchen auf, denn ich mag keine Rätsel.

    Quod erat demonstrandum, was zu beweisen war.

    Jetzt hast Du mir gezeigt, dass ich Dir gezeigt habe, dass das Bild, dass Du von mir hattest in Deinen Augen stimmt.

    Und e.h.e heisst nicht Ehe, obwohl der Begriff bei manchen sicher auf ihre Ehe zutreffen wird.

    Sondern e.h.e heisst errare humanum est, Irren ist menschlich.
    Und jetzt kann ich mich in meiner Interpretation geirrt haben und bei mir haben sich auch schon manche gewundert, wer der Kerl nun wirklich ist, also wir können uns beide in unserer Interpretation oder unserem Urteil auch irren.

    So, und jetzt wünsche ich viel Spaß und gute Unterhaltung, ich bin jetzt bei meiner Veranstaltung.

    Guten Morgen, ich war gestern in meiner live SHG und bin danach extrem frustriert nach Hause gekommen, wir haben allen ernstes 2 Stunden lang über Festnetzverträge und Wohnungen gesprochen, irgendwie kam mir alles so vor als ob ich ein Fremdkörper wäre, die kennen sich halt schon lange, Freundschaften sind entstanden usw.

    Ich hatte auch das Gefühl das da alle auf das Ende der Veranstaltung warten als ob sie gezwungen wurden dort hinzugehen. Ich denke ich schreibe heute in die Gruppe das ich nicht mehr komme weil die Chemie zwischen uns nicht mehr passt. Ich brauche eher etwas wie hier wo ich meinen Gedanken freien Lauf lassen kann und ehrliche konstruktive Kritik bekomme anstatt über alltagsprobleme zu diskutieren oder über den Kassenstand informiert zu werden und welchen Ausflug man machen könnte. Dann stand noch die Frage im Raum ob die Jahresgebühr erhöht werden soll. So ging das zwei Stunden lang...davon haben wir 10 Minuten über die wirklichen Probleme gesprochen. Irgendwie war es für mich nur verlorene Zeit, wie seht ihr das? Würde mich echt interessieren, bevor ich denen schreibe.

    Nicht falsch verstehen ich möchte jetzt nicht über die Gruppe abledern falls das so klingt.

    Wie sich doch manche Dinge ähneln, sage ich da. Such Dir eine andere Gruppe oder mache es hier.

    Hallo Lebenskünstler, echt enorm wie manche Charaktere sich ähneln. Das könnten auch meine Frau und ich sein.

    Hallo Topfmann,

    ich muss dazu sagen, dass genau unsere Streitfähigkeit für unseren Paartherapeuten ein Grund war, uns zu bestätigen, dass es sich rentiert, weiterzumachen. Besser als sich schmollend (oder saufend) in eine Ecke zu verkriechen. Falls Du das auf Deine Situation beziehen kannst, tu es

    ich mag manche Menschen, aber bei Weitem nicht alle. Und ich bemühe mich auch nicht, es allen recht zu machen, wozu auch? Mir machen es ja auch nicht alle recht.

    Der Großkotz.... früher habe ich eher von unten nach oben getreten als umgekehrt. Ich habe gelernt, dass es falsch ist, sich klein zu machen.

    Und ich war durch meine Chaotik und auch wegen fehlender Unterstützung seitens meines explodierten Elternhauses längere Zeit am Existenzminimum und sogar einige Monate obdachlos. Heute bin ich im oberen Drittel angelangt und natürlich geniesse ich den Gegensatz. Und ich mag mich, weil ich mich da herausgearbeitet habe. Tatsächlich bin ich aber auch dankbar für das Glück, das ich hatte.

    Und im Übrigen bin ich so durchschnittlich, wie Du es Dir nur vorstellen kannst, Aber von manchen Leuten umgeben, die mich für etwas Besonderes halten. Das werde ich hier aber nicht im Detail ausführen wegen Wiedererkennungsmöglichkeit. Und Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.

    Erwarten kann man viel, ob man es davon bekommt, ist die andere Frage.

    Meine Frau und ich haben das alles ausgefochten. Eigenen Standpunkt geklärt, diskutiert, gestritten und uns irgendwann geeinigt.

    Spannend wars beim ersten Mal nach dem Trockenwerden. Denn aus einem Streit zum Saufen zu gehen gehörte zu meinem Repertoire.
    Das hätte sie aber nicht verhindern können.
    Es war mein "ich trinke auf gar keinen Fall. Auf überhaupt keinen Fall". Weil ich auf den ganzen Rattenschwanz an Konsequenzen, vorn dran meine Selbstverachtung, absolut keine Lust hatte.

    LG LK

    Ich könnte auch schon wieder verschiedentlich meinen Senf dazu geben.
    Weil mich das aber stresst, schreibe ich hier.

    Also, ich habe meinen Vater, der mich so verprügelt hatte, in Liebe losgelassen.
    Es war Selbsterkenntnis auf mehreren Ebenen dabei im Spiel.

    Ich erkannte meine Charaktereigenschaften in ihm, kurze Zündschnur, wenn es eng wurde, allgemeine Grantigkeit. Saufen hatten wir gemeinsam. Gewalttätigkeit konnte ich mir nach ein paar Schlägereien als Spätpubertierender zum Glück vollkommen abgewöhnen.

    Ein Glück, dass meine Frau unbedingt so einen Grantler und Unangepassten wollte, der jedem seine Meinung gurkte und sich viele Leute auf Abstand hielt. Sie wurde ja vor mir gewarnt:lol:.
    Sie litt aber unter einem Elternhaus, in dem Konflikte am liebsten unter den Teppich gekehrt wurden.

    Wenn wir streiten, will sie genau so streiten wie ich. Hart, unfair, unter der Gürtellinie, einfach raus was da in Gefühlen drinsteckt. Wir finden erfahrungsgemäß da immer wieder den Ausgang. Wir sind uns einig im Scherz, für eventuell andere Partner wären wir längst zu verhunzt und die würden ja die Flucht ergreifen, so wie wir austeilen. Und einstecken. Ich hab mir schon die tollsten Dinge über mich angehört und ich lebe trotzdem noch.
    Damit kann ich fast unkomplizierter umgehen als mit Lob. Bei Lob war ich früher automatisch gleich mal vorsichtig, denn dafür wurde meistens was verlangt.
    Ausserdem bin ich überzeugter Gerechtigkeitsfan und Arbeitsteiler, Ich stehe gerne in der Küche. Sie wird schon Gründe haben, warum sie noch da ist.

    Veranstaltungen und Langeweile? Ich veranstalte selbst und da gibt es was ich will. Da trinkt keiner. Morgen abend wieder.
    Und übermorgen eine andere Veranstaltung von jemand Anderem, da trinkt auch keiner. Und es sind keine Alkoholiker.
    Das Risiko bin ich bewusst und aktiv eingegangen, wenn mir etwas sehr wichtig war, denn ich habe auch mindestens ein Hobby, was meine Kraftquelle ist - und da gibt es eben welche, die trinken. Nachdem ich gemerkt habe, dass mir auch das nüchtern besser gefällt, als wenn ich früher mitgetrunken habe, war mir das egal. Meine Wahrnehmung habe ich trotzdem, denn ich schule in anderen Bereichen meine Wahrnehmung. Zum Beispiel neulich bei der Trauerfeier, wo der Wein stand...ich aber nur am überlegen, wie der Kelch im Wortsinn an mir vorüber geht.
    Bei Partys habe ich nüchtern festgestellt, dass mich die so langweilen, dass ich früher da wohl gegen meine Langeweile angesoffen habe. Um die Leute überhaupt zu ertragen. Könnte 20 Jahre her sein, dass ich zuletzt auf einer war. Und das war wohl eher die Weihnachtsfeier in der Firma.

    Ich weiß aus meiner eigenen Erfahrung, dass mich niemand hätte retten können.

    Der Satz könnte, nein, kann sogar von mir sein. Ich habe ihn auch schon so ausgesprochen.

    Und er hat mir sehr geholfen, als mein Vater am Alkohol starb.

    Ich habe ihn auch in Liebe losgelassen. Das ist das beste, was Du tun kannst, meiner Meinung nach.

    Jetzt mal ganz langsam von meiner Seite.

    Du hast bedeutend schneller und mehr hier geschrieben als ich. Und bei mir merkte jemand an, dass ich wohl schon etwas über der Gleichgewichtslinie bin.
    Mich geht es überhaupt nichts an, was Du tust, ich kenne Dich ja nicht mal. Aber wenn ich so schreiben würde, wie Du die letzten Tage, rein von der Menge her, dann würde das bei mir irgendwann zu einer Art Burnout führen.

    Wenn ich mich um kranke Familienmitglieder kümmere, gabs schon mal, dann habe ich überhaupt keinen Nerv, mich mit Anderen zu unterhalten. Und wenn, dann höchstens ganz kurz. Aber wie gesagt, mach wie Du denkst. Aber nachdem Dir der Austausch anscheinend nicht so gut getan hat - was ich deinem Geschriebenen so entnehme - stelle ich Dir jetzt mal die Frage, was Selbstfürsorge für Dich heisst. Und ich brauche die Antwort sicher nicht, um mich gut zu fühlen.

    Ja, es kann sein, dass ich für Dich schon wieder in Rätseln schreibe. Ich schreibe Dir, wie es mir gehen würde, wenn ich mich so verhalten würde wie Du. Meine Energien sind nicht endlos.

    Ich habe Chefs und Autoritätspersonen immer gehasst und nach Kräften demontiert.
    Aber weil ich mir nichts sagen lassen wollte, musste ich in irgendetwas gut werden.
    Manager ist nicht anderes als eine Bezeichnung für einen Experten mit Führungsverantwortung.
    Und ab einer gewissen Qualifikation nehmen sie Dich nicht mehr ernst, wenn Du Dich unter Wert verkaufst.

    An sich bin ich ein Freak wie er im Buche steht. In abgerissenen Klamotten rumgelaufen und brave Bürger erschreckt.

    Aber eben auch ein Nerd.