Voarab an die Mods: wenn unerwünscht, bitte löschen.
Hallo KaDett,
In letzter Zeit hatte ich das Gefühl, dass es Dich leicht nervt, wenn ich Dir schreibe, und ich möchte Dir nicht zu nahe treten.
Nur mal was zum Nachdenken. Ob Du darauf antworten willst oder es unter den Tisch fallen lässt, ist für mich nicht überlebenswichtig. Also mach Dir darum keinen Kopf, was Du mir antworten sollst. Nur wenn Du selbst willst und bereit dazu bist.
Ich wurde im Laufe meiner nun nicht ganz kurzen Trockenheitsgeschichte schon mal Alkoholikern an die Seite gestellt, die während der Adaption - also dem langsamen Freilassen aus einer geschlossenen Therapieeinrichtung, in der Vielfachrückfällige untergebracht waren, die schon mal mit dem Gesetz in Konflikt kamen - lernen sollten, sich durch einen Lebensmitteldiscounter zu bewegen, ohne am Schnapsregal etwas mitgehen zu lassen.
Sprich ich sollte für die quasi die Aufsicht machen. Sie haben mir vertraut, weil ich der Trockene Trinker war und bin. Also einer von ihnen. Und das ist dann so eine Art mobiler sicherer Raum.
Trotzdem bin ich natürlich Realist. Das war flankiert von anderen Maßnahmen, überraschendem Blasen-lassen bei der Rückkehr und das Geld zum Bezahlen in dem Discounter hatte nur ich. Und ich kenne die Tricks, irgendein Freund von draussen lässt irgendwo am Weg einen Umschlag mit Geld liegen, von dem ich nichts weiss und schon ist der perfekte Aufsichtsplan geplatzt. Oder einer schaffts, gleich vor dem entspechenden Regal eine halbe Flasche Hochprozentigen in drei Sekunden zu trinken, wenn gerade keiner hinguckt.
Die ehrenamtliche Begleitung von Alkoholikern, die lernen mussten, sich in einem nüchternen Leben zurechtzufinden, habe ich mehrfach gemacht. Auch andere Situationen, als die soeben beschriebene. Ich hab auch Geld dafür bekommen, also ich bin jetzt nicht Mutter Theresa.
Und ich habe ganz sicher nicht unterschrieben, dass ich da irgendetwas garantieren kann. Wer trinken will, findet immer einen Weg.
Das ging nur, wenn auch die Betroffenen wirklich bereit waren, mit zu spielen. Die Verantwortung blieb bei ihnen.
Übertragen wir das auf Deine Situation. Wie soll das Aufpassen auf Dich im Ernstfall aussehen, wenn Du beispielsweise so einen Suchtdruck haben solltest wie neulich, wo Du doch ziemlich verzweifelt warst?
Ich verweise noch einmal darauf, dass Du nicht antworten musst.
LG LK