Ich habe gezittert und hatte so Angst vorm Wählen. Es ist ein weiterer so großer Schritt und ich kann es nicht glauben , dass ich das wirklich mach. Also dass ich es mir traue.. Man geht Richtung Ende und obwohl man sich alles anders gewünscht hätte die ganze Zeit, geht man trotzdem aktiv weiter.
Liebe releaseme , genauso ging es mir auch. Wahnsinn. Auch ich habe gezittert, wenn ich eine Nummer gewählt habe, die mich wieder entscheidend weiter Richtung Ende bringt. Ich kenne dieses Gefühl, diese Mischung aus Angst vor der eigenen Courage, Angst etwas falsch zu machen und unwiderruflich an die Wand zu fahren (was eigentlich schon an der Wand zerschellt ist). Meine Trennung ist ja erst Mitte Oktober passiert, also alle Gefühle auf diesen großen Schritt zu sind noch voll da. Aber Du gehst eisern weiter. Dazu bedarf es Mut und den hast Du!
Du machst alles richtig. Hast Dir Hilfe gesucht...und gefunden. Nur wer aktiv wird bekommt auch Hilfe. Und deshalb bist Du ja hier gelandet. Es freut mich sehr, dass Du da so eine nette verständige Frau gefunden hast in der psychologischen Beratungsstelle. Manchmal braucht es einen Engel am Wegesrand (so hab ich das immer formuliert und ich hatte schon viele Engel am Wegesrand, die mich weitergebracht haben).
Ich habe das auch mal vor vielen Jahren versucht mit einer Psychologin/Psychotherapeuthin und hatte leider nicht so ein Glück. Die Psychotherapeuthin, die ich damals besucht habe, hat mir, nachdem ich ihr ALLES erzählt habe mit dem Alkohol und meinem Mann, ein -empty-nest-syndrom- diagnostiziert und mir geraten mit meinem Mann doch mal einen langen Urlaub zu machen. Das war das letzte, was ich wollte. Bin nie wieder hingegangen. Aber es grämt mich im Nachhinein nicht. Wahrscheinlich war mein Leidensdruck noch nicht groß genug damals, so dass ich mich nicht entsprechend ausgedrückt habe.
By the way: Ich wurde zuletzt gefragt, ob ich nicht bereue erst jetzt diesen Schritt gemacht zu haben und über all die verlorene Zeit mich gräme. Ich habe ihr geantwortet: Nein, bin ich nicht. Ich habe diese Wegstrecke gebraucht, für mich, für meine persönliche Entwicklung, um mir über alles klar zu werden. Alles ist gut und richtig, wie es verlaufen ist. Meine persönliche Überzeugung. Und abgesehen davon, warum soll man sich damit aufhalten sich über etwas zu grämen in der Vergangenheit, was man eh nicht mehr ändern kann
Ich will unbedingt so weitergehen auch wenn mich diese Vorwürfe immer noch treffen und kurz ins Wanken bringen und ich wieder kurz denke- mache ich vl doch einen Fehler? Aber ich schiebe den Gedanken dann wieder schnell weg.
Wenn ich an meine Trennung denke, die ja noch recht frisch ist, dann kann ich nur sagen: Ja, mich treffen diese Vorwürfe auch weiterhin und auch ich habe Momente, wo ich auch immer wieder ins Wanken komme über meine Entscheidung. Aber es kommen auch immer mehr Momente/Stunden/ ganze Tage, wo ich plötzlich so ein Gefühlt der Erleichterung, Freiheit und Optimismus in mir aufsteigen fühle, dass es mich schier überwältigt. Ich merke, wie ich wieder anfange zu LEBEN.
Liebe releaseme , ganz liebe Grüße!