Beiträge von Bergdohle

    Liebe releaseme alle Vorschreiberinnen haben es ja schon auf den Punkt gebracht. Deshalb hier nur ergänzend meine persönlichen Taktiken/Hilfsmittel, die mir geholfen haben in diesem Gefühlschaos auf Kurs zu bleiben: Ich hatte ja schon sehr früh niedergeschrieben, was alles so vorgefallen war und das habe ich mir dann in solchen Momenten durchgelesen ..denn seltsameweise werden diese Erinnerungen in solchen Situationen irgendwie vernebelt. Alternativ, wie schon oben genannt, den eigenen Faden nochmal lesen, um sich wieder in Erinnerung zu rufen WAS alles ablief und WIE SEHR du darunter gelitten hast. Und dann habe ich auch gerne auf Automodus geschaltet: Scheuklappen auf, nicht denken, stur dem Weg folgen. Und zu guterletzt habe ich mir vorgestellt, wie schön ich mir mein neues Leben gestalten werde und wie frei es sich anfühlen würde.

    Vieleicht ist ja was dabei, liebe releaseme

    Nun will ich einfach mal ein paar Gedanken loswerden. Ich meiner Familie war Alkohol nie ein Thema.Ich selber habe nie groß das Bedürfniss nach Alkohol gehabt. Trinke extremst selten Alkohol, weil es mir schlicht und ergreifend nicht schmeckt. Ich war diesem Thema gegenüber völlig naiv. Und selbst als das mit meinem Mann und seinem Alkoholkonsum anfing, habe ich lange nicht erkannt, was hier eigentlich los ist. Mir ist dann erst aufgegangen was für eine Höllendroge das doch ist. Sie macht Menschen kaputt, Alkoholiker, wie die um den Alkoholiker herum. Und das Gemeine ist, dass man diese Droge frei erwerben kann und sogar öffentlich konsumieren kann, ohne dass es Anstoß erregt.

    Als ich 2024 angefangen habe hier mitzulesen und Anfang 2025 den Mut gefasst habe mich hier anzumelden, hat mein Leben eine ungeahnte Wendung zum Guten erfahren dürfen. Mein Mann ist nun seit 2 Monaten ausgezogen, aber ich merke, dass es noch viel Arbeit zu tun gibt. Immer wieder kommen Zweifel hoch...interessanter Weise an Tagen, wenn es mir gesundheitlich nicht gut geht, an Tagen die mega stressig sind oder Tagen an denen alles schief läuft oder einfach nur das Wetter trüb und grau ist. Ich habe gelernt, dass das normal ist und dass ich einfach nur diesen EINEN Tag hinter mich bringen muss. Der nächste Tag war bisher immer wieder wunderbar und das Gefühl frei zu sein und voller Zuversicht in die Zukunft zu schauen hat mich dann wieder erfasst.

    Mir tut es total gut fast jeden Tag hier im Forum zu lesen. Egal ob bei den Co's oder trockenen Alkoholikern. Wir haben doch alle das selbe Ziel.

    Und da möchte ich doch mal meinen Dank an die Moderatoren aussprechen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben Ihre Zeit uns freiwillig und unentgeldlich zur Verfügung zu stellen um uns hier zu helfen mit ihrem Erfahrungsschatz, ihren aufmunternden Worten, Ihrem Verständniss, Empathie, aber auch mit Kritik und mit echten hilfreichen und funktioniernden Tipps. 1000 Dank!!!! <3

    Kann auf meinem handy nicht zitieren...deshalb hab ich deinen Text kopiert, releaseme :

    "Ich denke halt, dass er mich dann völlieg in der Hand hätte, weil er dann wüsste, dass ich es sowieso nie durchziehen würde. Und ich empfinde halt wirklich nichts als Mitleid.

    Und er muss was ändern, wenn er fürn seine Kinder da sein möchte. Aber nicht für mich..."

    Genauso ist es !!!

    Liebe releaseme . Alles was du schreibst kenne ich. Und wenn ich das lese fühle ich gleich wieder all diese schrecklichen und belastenden Gefühle in mir aufsteigen. Am Auszugstag meines Mannes lagen wir uns weinend in den Armen und ich war drauf und dran zu sagen "komm zurück". Auch die Zeit danach war ein Tanz zwischen Euphorie und Verzweiflung/Zweifel . Heute noch fühle ich mich elend, wenn ich ihn sehe oder höre. Es geht ihm definitiv nicht gut. Ich muss dann den Gedanken wegschieben, dass es meine Schuld ist, weil ich ihn weggestossen habe. Nein....wir haben uns befreit um unser selbst...und in deinem Fall auch um deiner Kinder willen.

    Heute ist so ein Tag, das Wetter ist trübe und ich bin nicht auf Arbeit. Da schleicht sich der Gedanke an, wie schön es doch wäre, wenn er da wäre. Aber dann habe ich das komplett durchgedacht, wie es wirklich wäre und bin erleichtert, dass er nicht mehr da ist.

    Ich spüre sogar Ubelkeit in mir hochsteigen, wenn ich nur seine Nummer auf dem Telefon sehe, wenn er anruft. Manchmal träume ich auch von ihm... Alpträume. All das zeigt mir, wie schlecht es mir doch ging und ich das lange nicht erkannt habe und dass mein Mitleid und meine Zweifel nur aus meinen Erinnerungen an die guten Zeiten, als der Alkohol noch nicht das Zepter übernommen hat, entspringen. Die sind vorbei.

    Liebe releaseme , all deine Empfindungen und Gefühle haben ihre Berechtigung. Auch wenn sie weh tun, lass sie kommen und wieder gehen, und gehe deinen Weg weiter. Wenn du gehst hat auch er endlich eine Chance an sich zu arbeiten, um seiner willen, weil das Leben einfach zu wertvoll ist um es an Alkohol zu verschwenden. Er hat die Chance das zu erkennen und das Problem anzugehen...oder eben nicht.
    Und sofern er sich für das Leben entscheidet muss dann die Zukunft zeigen, was das dann in Bezug.auf euch bedeutet. Meine Meinung.

    :*

    Liebe releaseme , du hast dir einen nickname gesucht, der ja schon ausdrückt nach was dein Herz sich sehnt. Nun hast du den ersten entscheidenden Schritt in diese Richtung gemacht. Immer wieder wird man sich auf seinem Weg fragen, ob man die richtige Entscheidung getroffen hat...das ist völlig okay. Aber mit der Zeit werden die Dinge sich fügen und der Weg wird immer klarer und das Herz immer leichter werden. Diese Erfahrung durfte ich machen. Du bist strukturiert und hast alles super gemacht. Eine super Mutter, die sich traut Entscheidungen zum Wohl ihrer Kinder zu treffen. Nicht verzagen. Du bist auf einen guten Weg.

    Liebe Grüße♥️

    Hallo liebe Halbmond02 . Ja das mit den Beschuldigungen und netten Gesten kenne ich auch.

    Als ich anfing mich emotional von meinen Mann zu entfernen und auch wieder mehr Dinge ohne ihn unternahm, hat er angefangen mich zu beschuldigen ich hätte einen Freund. Das wurde dann so eine fixe Idee, dass es.bei jeder Gelegenheit aufn Tisch kam. Der Höhepunkt war dann, dass er eines Tages unsere erwachsenen Söhne einbestellt hatte, damit ich denen sage, dass ich einen Freund hätte. Das war so eine absurde Situation. Ich habe und hatte übrigens nie einen Freund. Ich bin nie ganz dahinter gekommen, was das sollte: Manipulation? Provikationen? Mich verletzen wollen? Sich selber einen anderen Grund als Alkohol vorgaukeln, warum ich mich von ihm entferne?

    Und er hat mir dann auch oft Geschenke gemacht. Aber alles was ich wollte war, dass das mit dem Alkohol endlich aufhört.

    Ganz liebe Grüße ♥️

    irgendwie scheinen so narzistische mütter für unsere dachschäden verantwortlich zu sein

    Liebe dorothea , also bei dieser Formulierung (oben) musste ich lachen. Danke.

    ich war am leid in dieser welt vollumfänglich schuld. vor allem an ihrem. denn das war ja das einzige was zählte.

    Wow, unsere Mütter müssen verwandt sein.

    wenn sie deinen mann soooo bedauert kann sie ihn ja aufnehmen und ihm den dreck hinterher räumen

    Ich hab ihr tatsächlich auch gesagt, dass wenn sie meinen Mann so bedauert und so vermisst, dann kann er ja bei ihr einziehen. Da war dann erstmal Sendepause.

    meine schwiegermutter hat ihr herzchen zurück bekommen nachdem sie mir über jahre auch jeden dreck angeworfen hat den sie nur finden konnte. war dann später alles gar nicht mehr so witzig mit ihrem tollen sohn.

    Ach dorothea , du hast ja auch ganz schön was mitgemacht in deinem Leben. Toll, wie du das alles hinbekommen hast und in dir ruhst. <3. learn from the best!

    guck das du dir was schönes gönnst. hast nichts falsch gemacht.

    1000 Dank. Freue mich immer über deine sinnigen, einfühlsamen und pragmatischen Antworten.

    Ganz liebe Grüße!

    Liebe Mala24 , nachdem Du in meinem Faden geschrieben hast, habe ich mir mal deine Beiträge durchgelesen.

    wie bereits in meinem 1. Beitrag erwähnt bin ich letzten Freitag mit meiner Tochter ausgezogen.

    Wow. Was für ein Schritt! Du bist eine starke Frau! Ich hätte diesen Schritt nie gewagt, solange die Kinder noch im Haus waren. Du schaffst das. Gib dir Zeit. Ich dachte immer wenn mein Mann auszieht, dann ZACK bin ich glücklich. Nein, so einfach ist das nicht. Zuviele gute Zeiten hatte man gemeinsam und auch zu viele Verletzungen sind passiert. Zweifel ploppen auf, ob man richtig gehandelt hat. Eine Achterbahn der Gefühle. All das muss verarbeitet werden. Sei gut zu dir und geduldig mit dir.

    Ich drück Dich!

    Liebe Mala24 , vielen Dank für deine Antwort. Es tat mir so gut, dass du das von deiner Mutter und dir geschrieben hast.

    Hartmut hat mal über Prägung in meinem Faden geschrieben:" Deshalb lasse ich alle Päckchen aus der Kindheit liegen, denn die ist vorbei. Ich lasse mir nicht einreden, ich sei geprägt nicht hier, nicht jetzt. Ich brauche keine Begründungen mehr, warum ich etwas nicht tun will oder kann, was mich gehemmt lässt . Das waren für mich alles nur vorgeschobene Gründe."

    Ja, da wäre ich auch gerne, an diesem Punkt, und ich finde es bewunderswert, wenn man das kann. Ich kann es anscheinend nicht. Aber ich arbeite an mir meinen Frieden mit meiner Mutter zu finden.

    Über Kontaktabbruch habe ich tatsächlich auch schon nachgedacht, aber das bringe ich dann doch nicht fertig. Seit dem Tod meines Vaters habe ich quasi seine Aufgaben im Bezug auf alles Bürokratische übernommen. Meine Mutter kann nicht mal Rechnungen bezahlen, da sie keine Schecks ausfüllen kann (hat alles mein Vater gemacht), geschweige denn Onlinebanking.

    Aber ich habe den Kontakt auf das allernotwendigste reduziert...für meinen Seelenfrieden.

    Nochmal Danke<3, liebe Mala24

    Hallo, nun muss ich mal wieder was in eigener Sache loswerden. Ich habe es endlich nach Wochen seit dem Auszug meines Mannes geschafft meine Mutter davon in Kenntnis zu setzen. Meine Mutter weiß übrigens seit Jahren, dass mein Mann trinkt und das es mir schlecht dabei geht. Ich saß wieder mal bei ihr und hatte es satt Fragen zu meinem Mann ausweichend zu beantworten. Die Retoure kam promt. Erstmal hat meine Mutter nur meinen Mann bedauert: Oh, der Arme. Nun muss er selber kochen und waschen..etc. Keine Frage wie es denn mir so geht und um was ich mich jetzt alles alleine kümmern muss. Als ich nicht darauf einging kamen Anklagen: "Du bist schuld an ALLEM, auch dass dein Mann trinkt, weil Du immer so stur bist und nie nachgibst". Ich meinte dann nur, auch ich habe ein Recht darauf glücklich zu sein und dafür zu sorgen, dass ich es wieder werde. Dann kam sie mit dem Spruch daher: "Aber du hast bei der Heirat geschworen in guten wie in schlechten Zeiten..."(meine Mutter hatte mit der Kirche übrigens nie etwas am Hut, aber jetzt wird sie plötzlich katholisch). Als ich meinte, dass ich auch ein Recht darauf habe zu gehen, wenn die schlechten Zeiten zu lange andauern (geht ja schon Jahre so mit der Trinkerei), verfiel sie ins Heulen und Jammern, wie am Ende sie doch sei. Auch wenn ich weiß, dass meine Mutter sehr manupulativ ist und immer war, wenn die Dinge nicht nach ihrer Vorstellung liefen (Drohung mit Selbstmord waren keine Seltenheit), hat mich das doch wiedermal total fertig gemacht. In solchen Momenten zweifle ich dann. Aber glücklicherweise nur kurz, da ich über ein paar Notfallkontakte verfüge, die mir wieder eine richtige Sichtweise auf die Dinge geben.

    Und nun konnte ich mit meinen Text auch noch meinen Frust hier von der Seele schreiben.

    Ich werde wohl immer daran zu knabbern haben, dass ich von meiner Mutter nie das Gefühl bekommen werde, das ihr mein Glück wichtig ist. Ich weiß, ich muss damit meinen Frieden machen, sie kann wohl nicht anders. Aber es schmerzt dennoch immer wieder.

    Danke fürs zuhören.

    ich versuche wirklich wirklich das Beste für mich zu machen, aber es ist langsam und schwer.

    und kleine Schritte vorwärts sind immer noch besser als gar keine oder rückwärts zu gehen.

    Genauso war es bei mir ,liebe Halbmond02 . Ich war oft sehr unzufrieden mit mir, besonders wenn ich hier im Forum gelesen habe wie manche Co's das verhältnissmäßig schnell durchgezogen haben. Ich habe ihre Konsequenz und Klarheit bewundert und mich gleichzeitig so schwach und minderwertig gefühlt. Bis ich mir selber klargemacht habe, dass jeder sein eigenes Tempo hat. Ich habe 7 Jahre gebraucht um die Erkenntiss zu gelangen, dass es so nicht mehr weitergeht und die Trennung durchzuziehen. Und ich habe all diese Zeit gebraucht um hinter meiner Entscheidung stehen zu können. Wie ich schon mal geschrieben habe irgendwo, sehe ich diese Jahre nicht als verschwendet, sondern als notwendig für meinen Entwicklungsweg. Deshalb sagst du ganz richtig, dass auch kleine Schritte völlig okay sind, Hauptsache vorwärts.

    Liebe Grüße!

    Ich kieg das Bild nicht aus dem Kopf, dass er nur in seiner Wohnung liegt, einsam vor sich hin vegetiert, gefangen in diesem ewigen Kreislauf aus Scham, Schuldgefühlen und Selbsthass, er nix zu Essen hat,

    Liebe EllaDrei , auch bei mir tauchen immer wieder Gedanken solcher Art auf. Ich frage mich auch manchmal, ob er auch seine Bettwäsche wechselt und seine Klamotten, ob er mit dem waschen klarkommt. Einmal huschte mir der Gedanke in meinem Kopf, ob ich ihm anbieten solle seine Wäsche zu waschen. Dann hab ich mich aber selbst getadelt ob diesem irrwitzigen Gedanken. Ich muss ja schließlich jetzt auch "Kram" machen, den vorher mein Mann erledigt hat. Ich kann mich da Jump! nur anschließen...ich praktiziere dann auch das "liebevoll" zu sich selbst sein mit einem schönen und gesunden Essen sich kochen, raus gehen, Sport machen und Menschen treffen. Seit mein Mann nicht mehr hier wohnt habe ich schon einige Kontakte wiederaufleben lassen, die jahrelang brach gelegen sind, da ich dafür keine Energie aufbringen konnte.....und so spinne ich mir ein Netzwerk voller wunderbarer Kontakte.

    Liebe Grüße !

    Und das betrifft nicht nur Alkoholiker. Co-Abhängige hängen genauso mit drin, auch wenn viele das ungern hören. Sie fügen sich selbst genauso Leid zu, weil sie nicht ins Handeln kommen, nicht aus ihren Mustern raus

    Sehr richtig, lieber Hartmut . Auch wir Co's tragen unseren Teil dazu bei! Und wenn wir in die Handlung kommen, dann haben beide (Co und Abhängiger) die Chance etwas zum Besseren zu ändern.

    Liebe Grüße und danke für diesen wichtigen Hinweis.

    Ich habe gezittert und hatte so Angst vorm Wählen. Es ist ein weiterer so großer Schritt und ich kann es nicht glauben , dass ich das wirklich mach. Also dass ich es mir traue.. Man geht Richtung Ende und obwohl man sich alles anders gewünscht hätte die ganze Zeit, geht man trotzdem aktiv weiter.

    Liebe releaseme , genauso ging es mir auch. Wahnsinn. Auch ich habe gezittert, wenn ich eine Nummer gewählt habe, die mich wieder entscheidend weiter Richtung Ende bringt. Ich kenne dieses Gefühl, diese Mischung aus Angst vor der eigenen Courage, Angst etwas falsch zu machen und unwiderruflich an die Wand zu fahren (was eigentlich schon an der Wand zerschellt ist). Meine Trennung ist ja erst Mitte Oktober passiert, also alle Gefühle auf diesen großen Schritt zu sind noch voll da. Aber Du gehst eisern weiter. Dazu bedarf es Mut und den hast Du!

    Du machst alles richtig. Hast Dir Hilfe gesucht...und gefunden. Nur wer aktiv wird bekommt auch Hilfe. Und deshalb bist Du ja hier gelandet. Es freut mich sehr, dass Du da so eine nette verständige Frau gefunden hast in der psychologischen Beratungsstelle. Manchmal braucht es einen Engel am Wegesrand (so hab ich das immer formuliert und ich hatte schon viele Engel am Wegesrand, die mich weitergebracht haben).

    Ich habe das auch mal vor vielen Jahren versucht mit einer Psychologin/Psychotherapeuthin und hatte leider nicht so ein Glück. Die Psychotherapeuthin, die ich damals besucht habe, hat mir, nachdem ich ihr ALLES erzählt habe mit dem Alkohol und meinem Mann, ein -empty-nest-syndrom- diagnostiziert und mir geraten mit meinem Mann doch mal einen langen Urlaub zu machen. Das war das letzte, was ich wollte. Bin nie wieder hingegangen. Aber es grämt mich im Nachhinein nicht. Wahrscheinlich war mein Leidensdruck noch nicht groß genug damals, so dass ich mich nicht entsprechend ausgedrückt habe.

    By the way: Ich wurde zuletzt gefragt, ob ich nicht bereue erst jetzt diesen Schritt gemacht zu haben und über all die verlorene Zeit mich gräme. Ich habe ihr geantwortet: Nein, bin ich nicht. Ich habe diese Wegstrecke gebraucht, für mich, für meine persönliche Entwicklung, um mir über alles klar zu werden. Alles ist gut und richtig, wie es verlaufen ist. Meine persönliche Überzeugung. Und abgesehen davon, warum soll man sich damit aufhalten sich über etwas zu grämen in der Vergangenheit, was man eh nicht mehr ändern kann

    Ich will unbedingt so weitergehen auch wenn mich diese Vorwürfe immer noch treffen und kurz ins Wanken bringen und ich wieder kurz denke- mache ich vl doch einen Fehler? Aber ich schiebe den Gedanken dann wieder schnell weg.

    Wenn ich an meine Trennung denke, die ja noch recht frisch ist, dann kann ich nur sagen: Ja, mich treffen diese Vorwürfe auch weiterhin und auch ich habe Momente, wo ich auch immer wieder ins Wanken komme über meine Entscheidung. Aber es kommen auch immer mehr Momente/Stunden/ ganze Tage, wo ich plötzlich so ein Gefühlt der Erleichterung, Freiheit und Optimismus in mir aufsteigen fühle, dass es mich schier überwältigt. Ich merke, wie ich wieder anfange zu LEBEN.

    Liebe releaseme , ganz liebe Grüße!

    Genauso wichtig ist es, dass Du Dir die Arbeit dort gut vorstellen kannst.

    Liebe Rennschnecke , genauso ist es, deswegen habe ich mich immer nur dort beworben, wo schon mal mein Bauchgefühl sagte, dass könnte dort gut sein. Hatte heute 3 1/2 Stunden Probearbeiten und obwohl unheimlich viel Input plötzlich auf mich hereinprasselte (habe ja noch nie im Servicebrereich gearbeitet) hat mir die Arbeit sehr gut gefallen. Ich mag es, wenn es immer was zu tun gibt. Die Kollegen in der heutigen Schicht waren auch sehr nett und das Ambiente in dieser Privatklinik ist total schön. War schon mal ein guter erster Eindruck. So wie es auschaut würden sie mich nehmen ab 1, Januar. Aber es muss noch mit der Chefin abgestimmt werden. Also wahr ist es erst, wenn ich den Arbeitsvertrag unterschrieben habe. Aber ich hab schon mal das Gefühl mich nicht völlig blöd angestellt zu haben, was mir guttut. Nun gehe ich schlafen, denn morgen gehe ich wieder in meinen 50% Hauptjob, den ich glücklicherweise habe.

    Gute Nacht!

    Zum Glück 🍀 habe ich ein neues Werkzeug, welches mir bei solch schwerwiegenden Selbstzweifeln hilft, den Blick etwas wertschätzender, wohlwollender auf unsere wertvolle unsichtbare Arbeit zu lenken

    Liebe Simsalabim , das stimmt. Wie auch dorothea geschrieben hat, ist auch unsere unermüdliche unbezahlte Arbeit, die wir für die Familie leisten und/oder geleistet haben, sehr wertvoll. Auch wenn in der heutigen Welt meist nur die Arbeit zählt, die Geld in die Kasse schwemmt. Danke Dir.

    Wenn ich deinen Forumsnamen lese, dann sehe ich immer Zauberfunken vor meinem geistigen Auge :).

    Liebe Grüße!

    Nun muss ich Dir noch schnell antworten, lieber Hartmut , bevor ich abdüse.

    Ich habe schon einiges von dir hier gelesen, was Du den trockenen Alkoholikern so antwortest. Und ich kann nur immer wieder sagen "WOW". Du haust immer so klare Ansagen und Statements raus.

    Ich habe Besseres zu tun, als auf ander zu schauen , ich habe mich selbst. Deshalb lasse ich alle Päckchen aus der Kindheit liegen, denn die ist vorbei. Ich lasse mir nicht einreden, ich sei geprägt nicht hier, nicht jetzt. Ich brauche keine Begründungen mehr, warum ich etwas nicht tun will oder kann, was mich gehemmt lässt . Das waren für mich alles nur vorgeschobene Gründe.

    Ich werde mir das was Du geschrieben hast in einer ruhigen Minute zu Gemüte führen.

    Danke für Deine knallharte Sicht der Dinge.

    Liebe Grüße!