Beiträge von Bergdohle

    Hallo liebe releaseme, ich habe deinen Faden verfolgt und habe mich in so vielen Gefühlen auf deiner Seite wiederkannt. Diese Zweifel, ob man das Richtige tut.Ob man nicht alles zu überspitzt sieht. Panama hat ja den Vorschlag mit der Liste gemacht, auf der man alle Vorfälle/Eskalationen aufnotiert und sie sich somit wieder in Erinnerung ruft, wenn man zögert und meint "es war doch alles nicht so schlimm" . Ich bin sogar einen Schritt weiter gegangen. Ich habe meinen Mann fotografiert bzw. gefilmt, wenn er besoffen auf der Couch geschnarcht hat. Und wenn ich mir diese erbärmlichen Fotos/Videos ansehe, weiß wieder, warum ich mich getrennt habe...um genau so was nicht mehr sehen zu müssen, wenn ich nach Hause komme.

    Ich schreibe selten hier und nich weniger was zu anderen Geschichten...auch wenn ich viel mitlese. Und ich muss jetzt mal sagen, wie froh ich bin, dass ich dieses Forum gestoßen bin. Es hat.mir soviele Erkenntnisse gebracht, die vielen ähnlichen Stories haben mich berührt und mir das Gefühl gegeben nicht allein zu sein mit meiner Situation und habe den Mut gefunden mich zu trennen. Da mit der Trennung noch nicht plötzlich wieder heile Welt bei mir ist (es ist ein Schritt in die richtige Richtung), werde ich weiter mitlesen und mich weiter entwickeln dürfen dank euch. Alles Gute Dir, liebe realeaseme. Bleib dran!

    Liebe Dorothea, Du hast recht...ja, Du hast recht. Er kann sich alle Hilfe holen, die er braucht. Er muss es nur tun. Danke für das Teilen Deiner eigenen Erfahrung. Sowas finde ich immer sehr sehr hilfreich und beruhigend.

    Vor deiner Antwort habe ich tatsächlich seine Schwester kontaktiert und war danach völlig aufgewühlt. Er hat sich, für alle Anwesenden (Eltern und Schwester), anscheinend eigenartig benommen. Hat murmelnd Selbstgespräche geführt und irgendwas von Schuld oder nicht Schuld gemnurmelt.

    Und ich merke, wie ich da irgendwie wieder reingezogen werde, emotional. Un ich habe das Gefühl, dass sich da um mich herum so Erwartungshaltungen aufbauen, seitens der Familie meines Mannes. Aber ich kann mir das ebensogut einbilden. Ich glaube manchmal ich ticke nicht mehr ganz richtig und kann mich nicht mehr auf meine Wahrnehmungen verlassen.

    aber du mußt hier wirklich ne trennlinie hin bekommen

    Ja, das muss ich UNBEDINGT.

    zermarter dich nicht mit fragen und selbstvorwürfen. er kann ja was ändern wenn er denn will. und du solltest dein leben nicht von ihm abhängig machen, mach es dir schön, das ist dein recht.

    Das werde ich jetzt tun. Erst was essen und dann mache ich einen langen Spaziergang.

    Liebe Grüße:)

    Guten Morgen liebe SonnenscheinCoA. Das ist ja lieb, dass du frägst 😍. Konnte gut einschlafen und 6 h durchschlafen. Und jetzt steht der Tag wie eine Wand vor mir. Ich habe weder von seiner Schwester noch von meinem Mann was gehört. Diese Ungewissheit plagt mich. Warum? Weil ich ein schlechtes Gewissen habe. Er war so viele Jahre (wir sind 31 Jahre verheiratet) ein guter Mann und er ist ein guter Mensch....bis er vor 7 Jahren "falsch abgebogen" ist. Und ich habe ihm 2 wunderbare Kinder zu verdanken. Ich habe das Gefühl ich benehme mich absolut schäbig und herzlos, wenn ich jetzt nicht nachfrage. Ich bin gerade überfordert mit der Situation.

    Lieben Gruß

    Liebe Sonnenschein CoA. Jetzt kam noch mein "Jüngster" vorbei, der gleich bei mir um die Ecke wohnt. Und er hat im Prinzip das Selbe gesagt wie Du: "Du bist nicht zuständig und Papa ist erwachsen".

    Und Du hast recht, wenn Du sagst er kann über seinen Zustand Auskunft geben. Er könnte ja auch mal ehrlich auf den Tisch packen, was Sache ist. Seine Schwester ins Vertrauen ziehen.....

    Ja, dass mit dem Informiert werden ist so eine Sache. Da muss ich tatsächlich aufpassen, dass ich da nicht wieder in was reinrutsche. Bis jetzt hat sich niemand mehr bei mir gemeldet und ich werde jetzt auch nicht hinterhertelefonieren. Was auch immer mir da gesagt wird, es würde mich nur wieder aufregen.

    Ja, laufen bis zur Erschöpfung, das kenne ich auch. Ausdauersport war und ist immer das Mittel meiner Wahl, wenn ich rastlos bin und die Gedanken kreisen. Und wenn das gerade nicht geht, dann tut es auch ein Spaziergang. Hauptsache raus und Bewegung.

    Ich werde jetzt noch eine abendliche Spazierrunde durchs Viertel drehen. Irgendwie komme ich gerade schwer zur Ruhe.

    Danke Dir, für Deine Worte!


    Lieben Gruß!

    Hallo, nun melde ich mich mal wieder, da ich wiedermal eine Frage habe, 4 Monate sind seit meiner letzten Reaktion hier auf diesem Forum vergangen. Ich habe immer wieder fleißig mitgelesen und mich inspirieren lassen von all dem, was in Bezug auf Co-Abhängigkeit geschrieben wurde. Vor 3 Wochen ist mein Mann ausgezogen, auf meinen insistierenden Wunsch hin. Alles schien gut zu laufen. Ab und zu treffen wir uns, um Organisatorisches zu besprechen und immer war er offensichtlich nüchtern. Nun rufe ich ihn vorhin an und es geht seine Schwester an sein handy und sagt mir, er liegt bei seinen Eltern auf der Couch, ist einfach nur müde und wäre vorhin vorm Haus zusammengebrochen. Sie wollte von mir wissen, ob ich weiß was los ist mit ihm. Ich war völlig geschockt und meinte nur, ich weiß es nicht und hab vorgeschlagen einen Krankenwagen zu rufen. Das haben sie anscheinend auch schon überlegt. Nun sitzen da seine Eltern mit seiner Schwester und überlegen was zu tun ist. Sie wissen (wahrscheinlich?) nichts von seiner Trinkerei. Und ich habe es Ihnen am Telefon auch nicht gesagt. Ich habe ein furchtbar schlechtes Gewissen, weil ich nicht sofort ins Auto gesprungen bin, um die 3/4 h zu ihm zu fahren. Aber ganz ehrlich, ich will nicht zu ihm fahren. Ich mache mir Sorgen um ihn, aber ich will endlich mal nicht entscheiden müssen, was zu tun ist. Will nicht irgendwie da rein gezogen werden. Will mich nicht emotional gedrängt fühlen ihn wieder aufzunehmen. Ich weiß, dass er mit der Trennung und dem neuen Wohnumfeld schlecht zurecht kommt. Kann sein, dass er nüchtern ist. Sicher hat er eine Depression. Ich weiß es nicht. Und ich bin kein Arzt. Und seine ganzen Gesundheitschecks waren ja immer super (so meinte er). Ich sehe keinen Sinn darin, dass ich auch noch aufschlage bei seinen Eltern. Das bringt doch auch nichts. Und mir geht es dabei schlecht. Ihr seht schon, ich versuche mich da rauszureden, warum ich nicht zu ihm fahre. Oder liege ich völlig daneben? Objektive Meinungen wären mir wichtig. Ich habe aber seine Schwester gebeten mich auf den Laufenden zu halten.

    Hallo liebe Julia, danke für Deine lange Nachricht. Ja das Problem mit dem Geld und Teilzeitjob kenne ich auch. Meine Kinder sind glücklicherweise erwachsen und aus dem Haus. Und das ist gut so, so müssen sie dieses Trauerspiel hier nicht ertragen. Als er diese fast 3 monatige Abstinenz hatte, da sind 2 Dinge passiert. Ich habe mich für ihn gefreut, dass er vieleicht doch seinen Weg findet zurück in ein Leben ohne Alkohol....und gleichzeitig habe ich gemerkt, dass das für mich keine Rolle mehr spielt. Ich will dieses Leben nicht mehr. Dieses ewige Lauern, ob er vieleich wieder trinkt. Mein Mißtrauen ist inzwischen so groß. Ich will einfach wieder frei sein von dem Allem. Er hat mir dann sogar, bevor es wieder losging, angeboten, dass er auszieht, so dass wir einfach beide mal in Ruhe wieder zu uns finden können ohne uns ständig gegenseitig zu triggern. Dem habe ich gleich zugestimmt. Und einen Tag später ging das große Saufen los. Ich weiß nicht was da in seinem Kopf vorgeht. Hat er erwartet, dass ich sage " oh nein, lass es uns doch zusammen im Haus nochmal versuchen"...oder ist ihm die ganze Tragweite seines Angebots bewusst geworden. Was weiß ich. Ich bin gerade so unfassbar wütend. Und ich weiß, dass Wut bei mir gut ist. Lieber Wut , als Angst und Verzweiflung.

    Tja, mal sehen, wie das hier weitergeht. Seit 4 Tagen wird durchgesoffen. Ich glaube er hat seine Klamotten seit Tagen nicht gewechselt...oder geduscht. So, jetzt muss ich schlafen, morgen läutet mein Wecker für meinen Teilzeit Job. Mein Mann arbeitet übrigens nicht mehr...schön für ihn.

    Liebe Julia, bleibe "egoistisch", denk an Dich. <3

    Hallo ihr Lieben. Nachdem ich ja meist nur der stille Mitleser bin, hier nun ein kurzes Update. Nach wochenlanger Abstinenz trinkt mein Mann nun wieder. Es ist ein Trauerspiel anzusehen, wie ein intelligenter Mann, der dazu noch mit einem, trotz seiner Trinkgewohheiten, relativ gesunden Körper gesegnet ist, sich so gehen lässt. Ich weiß, ich weiß, es ist die Krankheit. Dennoch tut es weh das anzuschauen. Und immer wieder schleicht sich auch der Gedanke ein: Was bin ich doch für ein schlechter Mensch, dass ich egoistisch all das hinter mir lassen möchte. Aber ich habe es so satt. Ich habe ihm nun das erste Mal deutlich gesagt, dass wir uns räumlich trennen müssen. Ich will alleine leben. Ich will Ruhe und Frieden. Das allein war schon ein riesen Schritt für mich. Nun kommt der nächste schwierige Schritt. Wie machen? Das ist keine Frage ans Forum. Das überlege ich mir für mich. Wichtig war, dass ich schon mal den Entschluss gefasst habe. Ein Schritt getan. Nun geht es weiter....Danke an alle, die ihre Geschichte, ihre Gedanken und Gefühle hier teilen. Das macht mir Mut weiter zu gehen.

    Leider bedeutet das Signalwort ‚durchstarten‘ bei Männern, dass sie sich gleich ne neue Frau suchen wollen. Und egal wie unansehnlich, unausstehlich oder saudoof sie sind- klappt trotzdem fast immer.

    Ja, liebe AnnaBlume, genau das ist wohl auch sein Wunsch. Er will schließlich wieder eine vollwertige Partnerin an seiner Seite, so seine Worte. Oft habe ich mir gewünscht, dass er jemanden kennenlernt. Damit ich dann endlich meine Ruhe habe und ich nicht die Trennung innitiieren muss. Ganz schön feige von mir, ich weiß.

    aber es macht auch Spass sich umzuhören was es alles gibt mit wenig Geld oder keines.

    Das habe ich auch festgestellt. Ich singe im Kirchenchor für 0 Euro. Und bin in einer Outdoorgruppe für 0 Euro. Und ich weiß, bei uns in unserer Kleinstadt gibt es noch mehr, was umsonst ist und mir Spass machen würde. Man muss sich nur umhören und offen sein.

    Aber es ist keine Komfortzone die es zu verlassen gilt. Komfortzone wirst du haben wenn du nach Hause in deine eigene Wohnung kommst ,wo dich niemand wertlos macht, was hast du von einem Komfortgarten wenn du abends vorgehalten bekommst dass du alles falsch machst, faul bist usw..

    Das hast Du sehr treffend formuliert, Mariexy....bzw. Mariewertvoll <3. Er sagte doch auch glatt unlängst zu mir, dass ich mich schon durch sein ganzes Leben schmarotzt hätte. Hallo, ich war zu Hause bei den Kindern...und die sind gut gelungen, wenn ich das mal so sagen darf. Habe geputzt, gekocht, Erledigungen gemacht etc... Gestern war ich bei einer meiner guttuenden Freundinnen und die meinte: So darf niemand mit einem reden! Und sie sagte: Überlege Dir gut: Willst du in Zukunft im Driver's seat sitzen oder einfach mitkutschiert werden?

    Darum ist die Idee der Trennung garnicht mal verkehrt. Auch wenn es schwerfällt.

    Wie recht Du hast! Das Gute an dem Ganzen ist, je mehr Mist er macht, desto mehr bringt es mich Richtung Trennung. Vor 1 Jahr hätte mich der Gedanke auf mich selbst gestellt zu sein in Panik versetzt. Jetzt stelle ich mir auf der Heimfahrt von der Arbeit oft vor, wie es wäre in eine ruhige Wohnung zu kommen. Und es fühlt sich gut an. Leider habe ich immer mal wieder richtige Panikanfälle bei dem Gedanken es durchzuziehen. Aber die werden immer kürzer.....

    Was genau willst du für dich?

    Ich will einfach nur Ruhe. Ich will heimkommen und wissen es erwartet mich nichts...nur Frieden. Ich will wieder selbstbestimmt leben und nicht nur ein Leben führen, was aus Reaktionen von mir auf Aktionen von ihm besteht. Und im Grunde meines Herzen weiß ich, dass die Trennung, sei sie vorübergehend um sich neu zu sortieren, oder dauerhaft, weil ich merke, da führt kein Weg mehr zurück, die einzige Möglichkeit ist. Denn hier im Haus triggern wir uns immer wieder gegenseitig. Ich brauche nur Mut.

    Hallo, ich möchte gleich vorwegschicken, dass ich weiß, dass ich in dem Forum keine Hilfe für alle anderen bin, da ich meist nur der stille Leser bin und nur ab und an mal ein paar Fragen in das Forum werfe. Ich möchte nur einfach mal wieder was fragen und einen kleinen Zwischenbericht abgeben und hoffe, dass ich dennoch (auch trotz zurückhaltender Aktivität) Antworten bekomme. Danke schon mal.

    Mein Mann hat seit Anfang Mai mit Trinken aufgehört. Von einem Tag auf den anderen. Es ist mir ein Rätsel, wie er das konnte. Und da ich mittlerweile feine Antennen habe muss ich sagen, ja, es ist tatsächlich so. Hat jemand das schon mal erlebt von euch?

    Natürlich kamen dann Vorwürfe: Ich habe all die Jahre übertrieben reagiert. Er sei somit kein Alkoholiker. Er hat mir auch seine neuesten Blutwerte vorgelegt, die erstaunlicherweise, abgesehen von leicht erhöhten Leberwerten, im grünen Bereich lagen. Und wieder hinterfrage ich mich.

    Zwischenbericht: Nun, er trinkt nicht mehr, aber dafür kommen andere Dinge: Vor 3 Wochen wollte er mich quasi aus dem Haus schmeißen (in einer Woche bist du ausgezogen, egal wie...ich will nochmal durchstarten)und hat mich behandelt wie eine Fremde. Gestern meinte er: Lass uns einen Neuanfang machen. Das alles nimmt mich sehr mit. Mittlerweile bin ich soweit, dass ich mit dem Gedanken anfreunde mein schönes Zuhause mit Garten zu verlassen um in eine kleine Wohnung zu ziehen. Bedeutet auch, ich muss aus der Komfortzone raus und meine 50% Arbeitskraft erhöhen...in einem Alter, wo andere kürzertreten.

    Ich habe ein solches Bedürfniss nach einem Leben ohne Psychostress.

    Hallo Livia, so weit wie Morgenrot bin ich noch nicht ganz. Ich koche nicht mehr explizit für ihn. Aber da einer unserer Söhne im Ort wohnt, lade ich ihn öfter zum essen ein (wenn ich nicht arbeite oder auch sonst nichts vor habe) und da koche ich dann auch für meinen Mann mit. Es ist schließlich auch sein Sohn und er freut sich an der gemeinsamen Zeit. Ausflüge mache ich seit 1 Jahr nicht mehr mit meinem Mann, die mache ich alleine oder mit Freunden. Und Urlaube mache ich auch nicht mehr mit ihm. Das habe ich ihm vor 2 Jahren so gesagt, dass es für mich keine gemeinsamen Urlaube mehr gibt. Die Ausnahme war dieses Jahr, da wollte er unbedingt zu seinen runden Geburtstag nochmal einen Familienurlaub machen mit unseren beiden Söhnen. Wir 4 waren ein verlängertes Wochenende weg und ich hatte ein eigenes Hotelzimmer auf meinen Wunsch hin. Ich habe das auch nur gemacht, weil ich ein eigenes Zimmer hatte und unserer Söhne dabei waren.