Ich bin nicht mehr das ihnen ausgelieferte Kind. Und meine innere Haltung ist wohl im Außen deutlich spürbar.
Das trifft es! Danke für die beiden Sätze.
So nehme ich das auch wahr. Im Außen scheine ich anders zu wirken, weil die Art, in der viele Mitmenschen (vor allem in der Familie) mit mir umgehen, respektvoller erscheint. Oder anders ausgedrückt: Ich fühle mich ernst genommen.
Was den "Katalysator" betrifft:
Mein Eindruck ist, dass, wenn meine Mutter von irgendwas getriggert wird, sie das an mir ausläßt, wenn ich zugegen bin. Da ist sie es los und kann in ihrem Trott weitermachen und tut dann so, als ob nix gewesen wäre. Da reicht es, dass ich was sage, wie ich es sage usw. Ich fühle mich von ihr wie ein kleines Kind behandelt, dass in seine Schranken gewiesen werden muss. Aus ihrer Sicht.
Kommt das einigermaßen verständlich rüber? Es kann auch sein, dass das Wort "Katalysator" unpassend ist; falls ja, dann gib mir bitte eine Rückmeldung.
Ich versuch es mal mit einer Erklärung.
Für mich ähneln sich die Verhaltensweisen indem:
-ich nach außen als ganz toll hingestellt werde
-nach außen hin das Bild der perfekten Familie präsentiert wird
-absolute Konfliktunfähigkeit vorhanden ist (Konflikte werden ignoriert und später so getan, als ob nie was gewesen wäre)
-ich mich benutzt fühle in dem Sinne, dass ich nach den Vorstellungen meiner Eltern funktionieren soll und ich ignoriert oder gedemütigt werde, wenn ich nicht "spure"
- ich abgeschrieben bin als Mensch, sobald etwas vermeintlich Besseres zugegen ist (z.B. Alkohol oder andere Menschen, von denen Zuneigung und Anerkennung erhofft wird)
-alle anderen an den eigenen Problemen schuld sind, nur man selber nicht
-Veränderungen schwer bis gar nicht angegangen werden (sind ja alle anderen Schuld, sollen die sich doch ändern) und man daher weiter Grund zum Jammern hat
-das allgemeine Denken schwarz/ weiß erscheint
-Stimmungsschwankungen oft vorhanden sind und ich nie weiß, woran ich bin
-es im Grunde genommen nur um die abhängige Person geht und ich als Mensch mit meinen Anliegen keine Rolle spiele (aber ich soll die mir zugewiesene Rolle erfüllen, was ich nicht mehr mache)
Das ist im Groben meine Auflistung. So sehe ich aus meiner Erfahrung heraus die Gemeinsamkeiten im Verhalten von Alkoholiker (mein Vater) und Co- Abhängiger (meine Mutter).
Vielleicht hilft Dir das ja etwas weiter. Mir hat Deine Nachfrage sehr geholfen, weil ich beim Antworten für mich nochmal Struktur reinbringen konnte. Danke dafür!