Beiträge von Matcha

    Jeder muss sein Leben leben, du lebst noch, inzwischen sogar ohne Alkohol und schaffst es, dein Kind zu versorgen, du hast allen Grund stolz auf dich zu sein. Dass der Alkohol die Therapeuten weniger interessiert hat, kann ich nachvollziehen, da du auch ohne diese Problematik genug Probleme hattest, die bearbeitet werden konnten. Ohne selber abhängig zu sein, hättest du dich vielleicht eher von deinem Partner getrennt, wer weiß. Aber jetzt ist jetzt und du bist handlungsfähig, das freut mich sehr für dich. LG Matcha

    Hallo Rennschnecke,

    du hast mehr an deinem Leben geändert, als nur das Saufen sein zu lassen. Du bist in ständigem Kontakt mit dieser SHG und tauscht dich aus, gibst gute Ratschläge und anderen das Gefühl, nicht alleine zu sein. Mir hast du mehrfach geholfen und bekommst von mir ganz viele Punkte für's Karma.

    LG Matcha

    Hallo Stef,

    mir fällt jetzt in der dunklen Jahreszeit es auch wieder schwerer, nicht zu trinken, insbesondere nach der Arbeit kreisen die Gedanken und ich würde gerne den Kopf in die Weinwatte packen. Statt dessen rege ich mich über unliebsame Zeitgenossen, Müll auf der Straße, tausende Autos und Weihnachtsmärkte auf. Alles besser als trinken, keine Frage, aber womit endlich den Kopf mal abschalten?? Landgasthaus klingt gut, ich wünsche dir eine ruhige Zeit!

    LG Matcha

    Wo willst Du denn sein, Matcha?

    Hallo Elly, da hast du mir eine einfache, phantastische Frage gestellt............, die ich leider nicht beantworten kann. Traurig, aber das die Wahrheit.

    Ich hatte die Erwartung, dass ich nach der langen Alkoholphase aufwache und das ziellose Vorsichhinleben durch einen Lebensentwurf ersetze, den ich zu verwirklichen versuche. Ich bin aufgewacht und sehe, dass ich weiterhin vor mich hin lebe, die Tage vergehen , tagein, tagaus. Wacher, ohne Alkohol, ist das fast noch schwieriger zu ertragen.

    Klar gibt es schöne Momente mit meinem erwachsenen Kind , Reisen, Laufen, Freunde treffen, was ich am liebsten mache, ist allerdings Serien zu schauen. Da vergesse ich den tristen Alltag. Ein Buch hilft manchmal auch. Mit diesen Beschäftigungen kann ich in das Leben der Anderen eintauchen. Darüber vergesse ich sogar den Alkohol.

    AnnaBlume Hallo Anna, Yoga ist eine gute Idee, da sind Körper und Geist beschäftigt und keiner kommt auf dumme Gedanken, einen Sonnengruss kann ich, wird erledigt

    Rennschnecke , hallo Rennschnecke, ich halte mich nicht für depressiv, dafür kriege ich noch alles zu gut erledigt, es kostet nur viel Energie, mich endlich aufzurufen und die Dinge zu erledigen. Aber danke für den Hinweis!

    Michl danke für die guten Wünsche, das hebt schon die Stimmung.

    Im Grunde habe ich wohl gejammert und mein Selbstmitleid hat sich in den Vordergrund gedrängt, aber musste wohl mal sein. Es tut gut, das sich auch mal zu erlauben, bei all der Kontrolle, die seit dem Alkoholstop nötig ist. Es ist mir jetzt wohl aufgegangen, dass das Nichttrinken ein Marathon ist, wie ich es hier bei den Langzeittrockenen öfter schon gelesen habe. Aber Marathonläufer haben ein Ziel vor Augen und nach 42 km ist das Ziel erreicht.Dann ist Pause. Das Nicht Trinken, das hört ja nie auf und ist eine Aneinanderreihung von trinkfreien Tagen, lebenslänglich. Sorry, das schreckt mich gerade sehr. Vielleicht auch, weil mein erstes Jahr in einem Monat rum ist, ich aber noch nicht da bin, wo ich erwartet habe, zu sein und auch gerne mal den Kopf ausschalten möchte. Ohne Drogen.

    Dankeschön all Alle für die Unterstützung, das hilft mir gerade sehr.

    Es ist nicht so, dass ich mich total abgekoppelt habe, es gibt einige Freunde, auch Gruppen, ich könnte ganz einfach viel mehr unternehmen und Kontakte haben. Ich laufe auch schon regelmäßig, hatte früher mal hier berichtet, dass ich für einen Volkslauf trainiere, den habe ich sogar prima geschafft, da hat mich der Ehrgeiz getrieben. Ich habe mal jahrelang über liebende Güte meditiert, in der Phase war ich auch freundlicher/ nachsichtiger mit meinem Umfeld und habe das auch zurückbekommen. Ich dachte, all dies könnte ich ohne Alkohol einfacher wieder umsetzen, mit mehr Leichtigkeit und Freude. Aber die Leichtigkeit stellt sich bislang nicht ein, ich schiebe alles vor mir her und muss mich zu den Aktivitäten regelrecht zwingen. Ich glaube, dass das noch mit dem Alkohol zusammenhängt, dass ich mich so schlecht aufraffen und auch Freude bei dem Tun empfinden kann,

    Ich hatte mal vor Jahren mit dem Nikotin aufgehört, da fühlte ich mich ähnlich, aber noch schlechter,da hatte ich wirklich depressive Gedanken. Dann habe ich entschieden, es ist besser, mit dem Nikotin wieder anzufangen.

    Mit dem Alkohol werde ich nicht wieder anfangen, das wäre zu schrecklich.

    Nayouk24 / Kazik , es ist richtig, was ihr schreibt, danke dafür. Ich habe mich nicht ohne Grund als "ekelige Misanthropin" beschrieben, mir gefällt meine eigene Lebenshaltung nicht sonderlich. Ich bin immer schon menschenscheu gewesen, unsicher, voller Melancholie und Weltschmerz. Umso anfälliger war ich, in die Sucht zu rutschen, mit Alkohol war das Leben anfangs besser zu ertragen. Später, nachdem ich Alkoholikerin wurde, war es schlechter zu ertragen. Es kam dann der Ekel vor mir selber noch dazu. Ich hatte die Hoffnung, dass nach dem Alkoholstop alles besser wird. Wird es aber nicht, ich bin noch die Selbe, wie vorher, schade.

    Samstag abend, ich bin alleine zu Hause. In der Zeit des Trinkens war ich das, um in Ruhe zu trinken. Jetzt bin ich das, um in Ruhe meiner Internetsucht nachzugeben und Serien zu schauen. Ich scheue es, in Menschengruppen zu sein, das Gerede nervt mich, wie sich die Menschen präsentieren, Lärm, Hektik, all das nervt mich. Trinkende, Betrunkene, da wird das noch unerträglicher für mich. Ich bin eine ziemlich eklige Misantrophin geworden. Aber bald habe ich ein Jahr Nüchternheit geschafft, Alkohol wird nebensächlicher, die Faust in der Tasche wird lockerer. Was mir fehlt, ist der innere Antrieb, der Wunsch, an meiner Situation etwas zu andern, ich sollte mir vorstellen, wo ich gerne wäre und dann Wege finden, dahin zu kommen, aber ich bin extrem träge, Träger als ich mit Alkohol war.

    So, mal ordentlich miese Stimmung abgelassen, schönes Wochenende an all die lieben Menschen hier!

    Damit würde ich der Sucht viel zu viel Raum geben.

    Hi Kazik,

    es ist nun so, dass die Sucht sich in meinem Hirn den Raum nimmt. Sie führt ein Eigenleben.

    Ich versuche nun konsequenter den Alkohol auszublenden, so wie es hier auch empfohlen wird. Keine Gerueche, keine Bilder, vollkommen andere Getraenke, Gedanken wegschicken, dann siecht die Laborratte hoffentlich dahin.

    Die gesunden Anteile, die mich dazu gebracht haben, mit dem Alkohol aufzuhoeren, stärken.

    Ein Beitrag von Paul_ hat mich gedanklich länger beschäftigt, das Nebeneinander von 2 Personen im Körper, der nasse und der trockene Alkoholiker, die sich miteinander darum rangeln, wer das Sagen hat. Damit beschäftigt ich mich auch gerade, besser gesagt die ganz Zeit, seit dem Alkoholstopp.

    Ich habe neulich eine Studie gelesen, da wurde ein Teil der Laborratten alkoholsüchtig gemacht, die Vergleichgruppe nicht. Dann wurden die süchtigen Ratten vom Alkohol entzogen. Es wurde abgewartet bis die Ratten altern und dann wurden die beiden Gruppen auf ihr Lernfaehigkeit getestet. Ergebnis verwundert nicht, naja.

    Seitdem habe ich meinen Namen für die Sucht in mir gefunden, ich nenne sie einfach "Laborratte". So kann ich im Supermarkt sogar mit einem kleinen Augenzwinkern wahrnehmen, dass diese Laborratte in mir wieder Lust auf Alkohol verspürt und mir Tomatensaft und Hafermilch kaufen.

    Auch ist mir durch dieses Gedankenexperiment noch klarer geworden, wie ich mit dem Konsum von alkoholfreiem Bier ( meist 0,35 %ig) die süchtige Laborratte gefüttert habe, so dass sie sich nicht beruhigen konnte.

    Kurzum, mir geht es weiterhin besser und die Zukunft ohne Alkohol sieht weniger düster aus.

    Gestern habe ich eine interessante Diskussion im Vorstellungssbereich leider verpasst, es lässt mir keine Ruhe.

    Die Unterscheidung von rein psychischen und körperlichen Entzugssymptomen ist meiner Meinung nach völlig falsch, man findet dies in der deutschsprachigen Literatur, keine Ahnung, wie das zustande kam. In der englischsprachigen Literatur wird in Schweregrade unterteilt, das finde ich sinnvoller.

    Das Gehirn ist ein Organ, welches unseren gesamten Körper steuert, was als "koerperliche Entzugssymptome" aufgezaehlt wird, sind Stoerungen im autonomen Nervensystem. Es ist nicht das Herz, welches Entzugserscheinungen hat und schnell schlaegt, sondern es wird durch Stress getriggert. Eine Trennung in psychisch und koerperlich ist kuenstlich, irrefuehrend und verleitet zu Verharmlosung.

    So, das musste ich loswerden.

    Mir geht es uebrigens etwas besser, seitdem es für mich kein alkoholfreies Bier mehr gibt. Auch das laestige Be- und Entsorgen entfaellt, ein schöner Nebeneffekt.

    Korrigiere mich, aber Du bist jetzt im 9. Monat? Das ist ein großer Erfolg*!!

    Oskar, es hat bei mir noch nicht "Klick" gemacht, die Schwangerschaft verläuft sehr holprig. Nach anfänglicher Euphorie kamen immer heftiger die Gedanken, dass doch jetzt bitte mal gut ist mit dem Nichttrinken, dass das Leben doch nicht mehr schön ist und will ich überhaupt ein Kind ??

    Die Geburt steht also noch aus.

    Ich bin Alkoholikerin, das ist sicher, diese Sucht, dieses mehr trinken müssen, Nachschub besorgen, die Vorfreude darauf, das Leben ausblenden zu können, der Kater, Übelkeit, die Scham. Da bleibt kein Zweifel, ich bin der Alkoholsucht verfallen.

    Seit 9 Monaten gebe ich ihr nicht nach, das ist mal mehr, mal weniger anstrengend.Es gibt Tage, da vergesse ich das, am wenigsten denke ich darüber nach, wenn ich im Urlaub bin, weg von meinem Zuhause und vom Job.

    Ich habe heimlich getrunken, in Gesellschaft in Maßen oder gar nicht, meinen Job habe ich immer gut gemacht, also dieses Gefühl, ganz unten gewesen zu sein, das habe ich nicht gehabt. Der Hauptgrund, den Alkohol aufzugeben war die Sorge, krank zu werden davon. Das schlimmste der vielen Übel wäre für mich eine Demenz.

    Ich habe in den 9 Monaten viele Fehler gemacht, das alkoholfreie Bier oder, wie mir jetzt aufgefallen ist, die alkoholhaltige Mundspüllösung. Aber auch, und deswegen bin ich dir sehr dankbar für deinen Text, die fehlende Gedankenarbeit. Ich lese hier einfach nur, was andere schreiben und hake es ab. Über mich selber habe ich viel zu wenig nachgedacht, die Angst vor Krankheit reicht nicht aus. Die Sucht will befriedigt werden, der Bedienstete einer Sucht will ich nicht sein, ein anderer Ansatz.

    Ich denke mal selber darüber nach.

    Wenn ich alkfreies Bier trinke, reize ich das System jedesmal aufs Neue.
    Das Suchthirn bedient sich aller Sinne. Mal davon abgesehen, dass alkoholfreies Bier nicht 0,0 ist,
    aber auch bei 0,0 Bier registriert das Suchthirn, es sieht aus wie Bier, es ist serviert wie Bier, es riecht wie Bier und es schmeckt wie Bier.
    Das Suchthirn springt an und wähnt sich schon auf der Zielgeraden. Dann trinke ich es und - nichts passiert!
    Die erwartete Wirkung des Suchthirns bleibt aus, entweder weil kein Alkohol drin ist oder in viel zu geringen Mengen.
    Jetzt beginnt der Tanz erst richtig und der kann bei jedem unterschiedlich ausgehen.

    Dankeschön Nayouk,

    so kann ich es verstehen, das hat mir wirklich gefehlt, das Verständnis!

    Rennschnecke, du hast Recht. Selbstmitleid ist dabei....... und in Alkohol könnte ich es ertränken. Ich ertrinke aber dabei mit, das will ich nicht.

    Ich gehe jetzt mal in dem Park hier spazieren und setz mich auf eine Sonnenbank und mach es wie die Sonnenuhr, denk an die schönen Stunden nur.

    Der Anfall wird vorübergehen und das alkfreie Bier ist ab sofort wirklich gestrichen.

    Danke für deine Rückmeldung Hartmut!

    Maerons Schilderung seiner Sorgen hat mich sehr berührt, so geht es mir auch, das hat plötzlich Trauer in mir ausgelöst. Da ist eine Welt, zu der ich mir keinen Zugang mehr erlaube, in der anderen Welt bin ich noch nicht angekommen, eine Grenzgängerin auf dem Schwebebalken.

    Die HALT Regel beachte ich und sorge dafür, dass ich immer satt bin. LAT bin ich aber oft und es fällt mir schwer, das zu ändern. Aktuell bin ich im Urlaub und hier triggert mich nullkommagarnix. Bin zufrieden. Aber ich fahre bald nach Hause und da wird das Kopfkino wieder losgehen. Dann muss ich wieder Atemübungen machen, gerade atme ich von innen heraus ganz ruhig.