Ich mag ein wenig zu meiner Situation erzählen.
Kennengelernt habe ich meinen Ex vor 12Jahren, da hat er schon gerne und viel getrunken, aber nur mit Freunden und zu Anlässen. Für mich hat das gepasst, ich habe gerne mitgemacht.
Kurz vor der Geburt unseres ersten Kindes gab es ein Ereignis, das meinen Ex aus der Bahn geworfen hat. Ab da hat er angefangen heimlich die härten Sachen zu trinken. Ich habe ihm anfangs immer wieder gesagt, wo dieser Weg hinführen wird und ich das nicht für die Kinder will.
Mein Vater ist nasser Alkoholiker und meine Kinder sollten das nicht auch mitmachen müssen. Ich habe mich deshalb vor zwei Jahren getrennt. Die Trennung an sich hat mir schon eine Last von den Schultern genommen und ich habe Verantwortung abgegeben.
Leider habe ich mich bisher räumlich nicht trennen können. Es gibt da so viele, auch vorgeschobene Gründe. Es ist natürlich bequem und finanziell sicher zusammen zu wohnen. Wäre es ein vernünftiges Zusammenleben, hätte alle ihre Vorteile.
Aber schön ist das Zusammenleben schon lange nicht mehr. Ich arbeite jetzt seit drei Jahren wieder. Seit dieser Zeit habe ich viele viele Ängste ausgestanden. Er musste in der Zeit auf die Kinder aufpassen. Natürlich auch unter Alkoholeinfluss. In der Vergangenheit gab es mehr als einmal Situationen, die die Kinder hätten gefährden können. Ich habe mir oft gewünscht, dass jemand die Polizei informiert, wenn er wieder besoffen mit den Kindern unterwegs war. Gott sei Dank kamen diese schlimmeren Abstürze nicht so häufig vor.
Ich glaube meinen persönlichen Tiefpunkt hatte ich vor 1,5Jahren. Ich bin mit den Kindern im Auto in den Urlaub gefahren. Die Kinder haben aufgrund der langen Fahrt irgendwann angefangen zu spinnen und haben nur gestritten. Ich war mit den Nerven so fertig, dass ich ernsthaft darüber nachgedacht habe das Lenkrad zu verreißen, auf der Autobahn, einfach nur damit endlich Ruhe ist. Das war wirklich schlimm. Wir sind dennoch gut angekommen und haben den Urlaub genossen . Danach folgte mein zweiter Hörsturz(vermutlich stressbedingt). Ich habe dann ein halbes Jahr später eine Mutter-Kind Kur gemacht. Die hat mir sehr gut getan, den Kindern auch. Ich habe viel mitgenommen aus der Kur.
Diese Energien sind jetzt aber verbraucht. Ich habe wieder ein enorm hohes Stresslevel. Der Tinnitus brüllt mich nur noch an. Ich habe Angst vor noch einem Hörsturz. Aber ich kann die Situation im Moment nicht ändern. Der Mitbewohner ist seit 3 Monaten zuhause, krankgeschrieben. So schnell wird er nicht arbeiten gehen denke ich. Wir sind also seinen Stimmungsschwankungen ausgesetzt. Man merkt das den Kindern an. Wenn er sie mal wieder anbrüllt, weil er Respekt verlangt, haben sie Angst und weinen. Einsicht seinerseits? Nein, die Kinder müssen Respekt haben vor ihm und gehorchen, wenn sie sich fürchten, dann ist das eben so. Antiautoritäre Erziehung funktioniert nicht.
Das kleine Kind möchte nicht mit dem Vater alleine bleiben. Er macht jedes Mal ein Riesen Geschrei, steigert sich je nach Situation so rein, dass er fast anfängt zu kotzen. Das ist nicht schön mitanzusehen.
Mittlerweile bin ich wirklich bereit meine finanzielle Sicherheit und mein bequemes Leben aufzugeben. So kann es nicht weitergehen.