Beiträge von Wichtelmama

    Liebe Tiger1991,

    selbst wenn du ihm mehr Liebe schenkst, wird er weiter trinken. Was aber passieren wird, du wirst dich irgendwann immer mehr ekeln vor diesem Mann. Die Fahne, das Ausdünsten des Alkohols. Ich zumindest kann diesen Geruch schon lange nicht mehr ertragen und es ekelt mich an. Würdest du das denn wollen? Du weißt ja nicht, wie viel er wirklich trinkt. Die Menge wird ja über die Zeit auch nicht weniger werden.
    was in einem Alkoholiker vorgeht kann ich dir nicht sagen. Ich glaube nicht dass ihr es ihm nicht Wert seid, nur ist die Sucht einfach größer. Verstehst du wie ich das meine? Er liebt euch bestimmt, aber solange er nicht aufhören will zu trinken, wird der Alkohol einen unglaublich hohen Stellenwert in seinem Leben haben.
    Ich kann deine Gedanken aber sehr gut nachvollziehen. Ich hatte diese Gedanken anfangs auch. Ich mache das Ganze fast 7 Jahre mit, besser ist es nicht geworden. Das einzige was sich geändert hat, durch die mittlerweile sehr hohe Toleranzgrenze gibt es im Moment keine Abstürze. Aber eine Flasche Vodka in 12 Stunden geht hier locker ohne dass jemand was bemerkt.
    Vor knapp 7 Jahren hat der Mitbewohner auch nur Bier getrunken.

    Api ja so denke ich auch. Der Mietmarkt hat sich die letzten 10Jahre deutlich verändert. Der Wohnraum ist so knapp und begehrt, da hat man vermutlich über Vit.B mehr Glück. Natürlich versuche ich auch alles andere auszuschöpfen, erhoffe mir da aber weniger Erfolg.
    Ich bin immer noch fest davon überzeugt, dass sich alles fügen wird. Man muss Geduld haben ( die habe ich jetzt schon wirklich lange). Das hält mich immer wieder über Wasser, auch wenn die Hoffnungslosigkeit mal wieder aufkeimt.
    Danke dir!

    Api ja, das habe ich auch überlegt. Dachte mir nur, bei den zig Gesuchen macht das auch nicht viel Sinn. Aber du hast schon recht, zu verlieren habe ich ja nichts. Ich schaue jetzt auch vermehrt ans Schwarze Brett in den Supermärkten. Was mir auffällt, vor 10Jahren gab es in den Zeitungen und am schwarzen Brett noch deutlich mehr Anzeigen. Ich denke die älteren Herrschaften die noch zu einem guten Preis vermieten versterben so langsam alle. Oder lassen die Wohnungen leer stehen weil sie keine Lust mehr haben. Hier in der Nachbarschaft stehen auch Wohnungen leer, die Vermieter wollen keine neuen Mieter mehr. Schade.

    Danke dir fürs Daumen drücken!

    Ja, das ist absolut normal. Hier wird auch ständig gelogen. Mittlerweile sogar bei kleinsten Kleinigkeiten. Letztens hat der Mitbewohner behauptet, er hätte abends die Spülmaschine ausgeräumt und er wüsste aber nicht, woher jetzt das ganze Geschirr über Nacht herkommt. Er wäre es nicht gewesen. Lügen bzw. des Trinkverhaltens sowieso.

    Du hast jetzt schon einen so großen und tollen Schritt gemacht mit der eigenen Wohnung. Versuche etwas Abstand zwischen euch zu bringen, nicht nur räumlich. Das wird dir gut tun. Ein Partner der einen immer nur hängen lässt, kann einem doch nicht gut tun. All diese Enttäuschungen immer wieder. Wie meine Vorredner schon geschrieben haben, du kannst nicht helfen! Dein Partner muss es selbst wollen. Er muss selbst aus der Sucht heraus wollen!

    Momo2006 bisher habe ich nur online geschaut. Ich gucke schon lange. Es war nicht wirklich was passendes dabei, zumindest hier im Stadtteil. Das mit den Genossenschaften ist ein guter Tipp, habe ich gestern geschaut. Aktuell nichts passendes frei.
    Mein großes Kind tut sich schwer in der Schule, aber in der jetzigen Schule passen sie gut auf sie auf und nehmen Rücksicht. Auch in der Mittagsbetreuung. Daher ist es mir bisher auch schwer gefallen außerhalb nach einer Wohnung zu schauen. Ich habe Angst das große Kind kommt dann in der Schule gar nicht mehr so zurecht. Vermutlich sind das unbegründete Sorgen. Vor allem weil mir auch schon von zwei anderen Stellen gemeldet wurde, dass die Probleme des Kindes von der Situation zuhause herrühren könnten. Ich bin einfach so zerrissen. Und ich muss ja auch schauen, dass es mit der Arbeit passt. Der Arbeitsweg darf nicht zu lang werden.
    Danke dir für deine Ideen!

    Heute ist ein nichtbsonguter Tag. Der Mitbewohner ist wieder furchtbar angespannt und und lässt seine Laune raus. Denke er hat schon gut getrunken.
    Das Große Kind spinnt rum. Es ist einfach zermürbend.
    Gerade erst wieder in einer Gruppe von einer Dame gelesen, die über hundert Bewerbungen für Wohnungen geschickt hat, aber nur zu 10 Vorstellungsgesprächen geladen wurde.
    Die Hoffnungslosigkeit keimt langsam wieder auf. Gefangen mit dem Alki, keine Chance zur Flucht.

    Kennt ihr das auch, dass es immer auf und ab geht? An einem Tag ist klar, dass eine Tennung unausweichlich ist und am nächsten Tag völlig ausgeschlossen?

    Kenne ich auch! Habe ich sehr lange mitgemacht. Dann folgte zumindest die Trennung vom Partner. Das hat mir so gut getan. Leider hänge ich ja noch in der Wohnung fest und dieses auf und ab geht weiter. Eine Nacht drüber geschlafen, der Mitbewohner nüchtern und „normal“, sogar fürsorglich und zack: ist ja alles gar nicht so schlimm. Anderen geht’s doch viel schlimmer.
    Das kostet Kraft und Nerven. Und die eigenen Hochs und Tiefs wechseln sich auch laufend ab.

    Aber für die Kids ist Eure Situation noch weniger leicht

    Du hast natürlich absolut recht, ich bin mir dessen bewusst. Dieses auf und ab macht ja uns alle fertig. Aber ich sehe ja auch wie die Kinder an ihrem Vater hängen(ok, das tun Kinder eigentlich immer, egal was Eltern ihnen antun). Es ist einfach nur zum kotzen. Ich erhoffe mir aber auch durch die räumliche Trennung, dass der Vater vielleicht etwas entspannter ist, auch im Umgang mit den Kindern. Ich glaube sie gehen ihm oft auf die Nerven. So oder so, dieses Gefühl eine falsche Entscheidung zu treffen bleibt. Aber mir geht es einfach auch schon sehr lange nicht mehr gut. Neuerdings sind Magenschmerzen dazugekommen. Ich werte das mal als Symptom vom Stress.

    Zu der Wohnungssuche. Ich habe überlegt wegen wohnen auf Zeit, aber das möchte ich nicht. Ich möchte bestenfalls gleich eine Wohnung finden, in der wir langfristig bleiben können. Ich glaube die Kinder brauchen auch eine gewisse Konstante. Vor allem muss ich ja auch wegen der Schule und Kindergarten schauen. Hier im Stadtteil ist es eh fast unmöglich irgendwas zu finden. Ich habe mich langsam mit dem Gedanken angefreundet weiter auswärts zu suchen. Aber auch da muss ich schauen wegen der Arbeit. Homeoffice ist nicht möglich und ein langer Arbeitsweg kommt nicht in frage, sonst komme ich Nichtraucher meine Stunden. Und ja, da sind die Finanzen doch einfach wichtig, für eine Mietwohnung muss man hier schon fast eine Niere verkaufen.

    Liebe Joshi,

    ich kenne das Gefühl nur zu gut. Es ist wirklich gemein, dass man so immer als Dumme dasteht. Die Außenstehenden sehen das Problem nicht und können es so nicht begreifen. Ich hatte immer das Gefühl, dass die anderen denken ich übertreibe völlig. Der Partner wirkt ja schließlich immer nüchtern. Trotzdem ist es wichtig Freunde und Familie einzuweihen. So kann zumindest hinterher niemand sagen, er hätte von nichts gewusst. Mein Vater ist damals auch nie als Alkoholiker aufgefallen(hatte sich dann aber in seiner trockenen Phase outen müssen bei Freunden). Erst nach der Trennung von meiner Mutter kam dann langsam ein Absturz nach dem anderen und alle haben erkannt, dass wohl doch was an der Alkoholiker Sache dran war.
    Als Betroffener Angehöriger hast du immer die A-Karte. Bei mir steht die räumliche Trennung noch aus. Das Forum hier bestärkt mich schon sehr. Ich wünsche dir viel Kraft das ganze durchzustehen!

    Heute hatte ich ein gutes Gespräch mit dem Vater des Mitbewohners. Ich habe seine Eltern schon vor einiger Zeit mit ins Boot geholt. Sie wissen dass ihr Sohn Alkoholiker ist, verstehen die Krankheit aber nicht wirklich. Das ist jetzt nicht weiter schlimm, aber sie wissen, dass die Situation mehr als ungesund ist. Sie haben mir Hilfe mit den Kindern zugesichert. Ich finde es sehr wichtig und es tut mir auch gut, wenn man Verbündete hat, jemanden einweiht. Man muss nicht alles alleine tragen und mit sich selbst ausmachen. Seinem Vater ist auch vorher schon aufgefallen, dass sein Sohn immer so ausgedünstet hat. Auch in seinem Freundeskreis ist er bereits mit seinem Konsum aufgefallen. Ich glaube es ist nicht der richtige Weg alles zu vertuschen und verheimlichen.
    Der Mitbewohner trinkt momentan etwas mehr als eine Flasche Vodka in 24h, plus etwas Bier oder Wein. Man merkt ihm den Konsum nicht an, er funktioniert. Außenstehende würden gar nicht wahrnehmen, dass er überhaupt getrunken hat. Ich frage mich schon wie lange sowas gut gehen kann.

    Du kannst einen Anwalt aufsuchen, Pro Familia, Caritas, Diakonie... es gibt Hilfe, dass vor allem die Kinder da rauszukommen. Das ist Kindswohlgefährdung.

    Ich war gestern bei der Caritas, Suchtberatung. Sie hat mir ein paar Flyer mitgegeben mit Anlaufstellen. Ich muss noch schauen ob was passendes für die Kinder dabei. Für Kinder ab 8 Jahren haben sie tolle Angebote, dafür sind meine noch zu jung.
    Zum Anwalt gehe ich noch. Ich will zum Einen mein Testament machen(wir sind nicht verheiratet und ich will nicht, dass er über das Erbe der Kinder verfügt, er kann nicht mit Geld umgehen). Auch will ich mich informieren, was nach meinem Tod mit den Kindern passiert, sollte er weiterhin saufen. Ich habe Geschwister die auch keinesfalls wollen, dass die Kinder dann bei ihm bleiben und sie würden sich um die Kinder kümmern. Sicherlich gibt’s dort noch mehr Informationen.
    Die Profamilia meinte sie wäre jetzt nicht unbedingt zuständig, eher die Suchtberatung. Ich schaue mal was sonst für Angebote gibt.

    Danke euch erstmal für eure Antworten.
    Ja, natürlich, wir müssen raus hier. Ich habe bereits mit meinem Arbeitgeber gesprochen und um andere Arbeitszeiten gebeten. Sobald sich was ergibt, werde ich informiert. Alternativ müsste ich einen anderen Arbeitgeber suchen, damit hätte ich jetzt auch kein Problem und es gibt mittlerweile auch schon mehrere Arbeitgeber, die den Muttis mit den Arbeitszeiten entgegenkommen.
    Jetzt sind die Kinder schon größer und stabiler, nicht mehr so oft krank. Die letzten Jahre waren sie ständig krank im Winter, da kamen mir meine jetztigen Arbeitszeiten natürlich entgegen und ich konnte fast alles auffangen. Genauso wie die ganzen Tage an denen der Kindergarten geschlossen war, früher zu war etc. Denke das waren auch alles Gründe, die mich haben die Situation ertragen lassen.
    Das leider wirklich größte Problem ist die Wohnungssuche. Es gibt hier kaum Wohnungen, bzw ist der Markt hart umkämpft. Ich arbeite daran, dass wir bald rauskommen.
    Zu dem Mitbewohner. Natürlich erzählt man immer nur die schlechten Dinge. Wenn er immer so ein A…Loch wäre, wäre ich sicher längst weg. Aber so oder so, es reicht! Ich bin ja auch EKA. Ich kann mich zwar nicht daran erinnern meinen Vater trinken gesehen zu haben, aber sehr wohl habe ich meine Mutter in Erinnerung, die immer auf Spannung war. Ja, jetzt kann ich das natürlich einordnen. Ich merke, dass ich auch mit meiner Spannung meinen Kindern nichts Gutes tue. Sie merken das und haben in der Vergangenheit oft genug ausbaden müssen, was ich für innerliche Kämpfe gefochten habe. Da hat mir die Kur Gott seindank geholfen Strategien zu entwickeln. Kann ich nur jedem Elternteil ans Herz legen! Einfach mal drei Wochen raus und sich um sich selbst kümmern.
    Trotz aller Entschlossenheit bleibt aber trotzdem noch immer diese Stimme im Kopf, dass ich den Kindern den Vater nehme. Er ist ja nicht den ganzen Tag betrunken, er funktioniert ja. Auch mit einer Flasche Vodka intus. Ja, ich weiß, es ist Blödsinn. Verstärkt wird sowas natürlich auch durch den Mitbewohner der dann wieder sagt, dass ich ihm auch noch in den Rücken falle. Ja, die Stimme kann man nicht so leicht ausschalten.

    Ich mag ein wenig zu meiner Situation erzählen.
    Kennengelernt habe ich meinen Ex vor 12Jahren, da hat er schon gerne und viel getrunken, aber nur mit Freunden und zu Anlässen. Für mich hat das gepasst, ich habe gerne mitgemacht.
    Kurz vor der Geburt unseres ersten Kindes gab es ein Ereignis, das meinen Ex aus der Bahn geworfen hat. Ab da hat er angefangen heimlich die härten Sachen zu trinken. Ich habe ihm anfangs immer wieder gesagt, wo dieser Weg hinführen wird und ich das nicht für die Kinder will.
    Mein Vater ist nasser Alkoholiker und meine Kinder sollten das nicht auch mitmachen müssen. Ich habe mich deshalb vor zwei Jahren getrennt. Die Trennung an sich hat mir schon eine Last von den Schultern genommen und ich habe Verantwortung abgegeben.
    Leider habe ich mich bisher räumlich nicht trennen können. Es gibt da so viele, auch vorgeschobene Gründe. Es ist natürlich bequem und finanziell sicher zusammen zu wohnen. Wäre es ein vernünftiges Zusammenleben, hätte alle ihre Vorteile.
    Aber schön ist das Zusammenleben schon lange nicht mehr. Ich arbeite jetzt seit drei Jahren wieder. Seit dieser Zeit habe ich viele viele Ängste ausgestanden. Er musste in der Zeit auf die Kinder aufpassen. Natürlich auch unter Alkoholeinfluss. In der Vergangenheit gab es mehr als einmal Situationen, die die Kinder hätten gefährden können. Ich habe mir oft gewünscht, dass jemand die Polizei informiert, wenn er wieder besoffen mit den Kindern unterwegs war. Gott sei Dank kamen diese schlimmeren Abstürze nicht so häufig vor.

    Ich glaube meinen persönlichen Tiefpunkt hatte ich vor 1,5Jahren. Ich bin mit den Kindern im Auto in den Urlaub gefahren. Die Kinder haben aufgrund der langen Fahrt irgendwann angefangen zu spinnen und haben nur gestritten. Ich war mit den Nerven so fertig, dass ich ernsthaft darüber nachgedacht habe das Lenkrad zu verreißen, auf der Autobahn, einfach nur damit endlich Ruhe ist. Das war wirklich schlimm. Wir sind dennoch gut angekommen und haben den Urlaub genossen . Danach folgte mein zweiter Hörsturz(vermutlich stressbedingt). Ich habe dann ein halbes Jahr später eine Mutter-Kind Kur gemacht. Die hat mir sehr gut getan, den Kindern auch. Ich habe viel mitgenommen aus der Kur.
    Diese Energien sind jetzt aber verbraucht. Ich habe wieder ein enorm hohes Stresslevel. Der Tinnitus brüllt mich nur noch an. Ich habe Angst vor noch einem Hörsturz. Aber ich kann die Situation im Moment nicht ändern. Der Mitbewohner ist seit 3 Monaten zuhause, krankgeschrieben. So schnell wird er nicht arbeiten gehen denke ich. Wir sind also seinen Stimmungsschwankungen ausgesetzt. Man merkt das den Kindern an. Wenn er sie mal wieder anbrüllt, weil er Respekt verlangt, haben sie Angst und weinen. Einsicht seinerseits? Nein, die Kinder müssen Respekt haben vor ihm und gehorchen, wenn sie sich fürchten, dann ist das eben so. Antiautoritäre Erziehung funktioniert nicht.
    Das kleine Kind möchte nicht mit dem Vater alleine bleiben. Er macht jedes Mal ein Riesen Geschrei, steigert sich je nach Situation so rein, dass er fast anfängt zu kotzen. Das ist nicht schön mitanzusehen.

    Mittlerweile bin ich wirklich bereit meine finanzielle Sicherheit und mein bequemes Leben aufzugeben. So kann es nicht weitergehen.