Hallo:)
Ich würde gern von euren Erfahrungen hören. Haben eure Kinder sich nach der Trennung auch verändert? Zum positiven? Habt ihr da auch Feedback aus dem Umkreis (Erzieher, Lehrer) bekommen?
Liebe Grüße
Haferflocke
Hallo:)
Ich würde gern von euren Erfahrungen hören. Haben eure Kinder sich nach der Trennung auch verändert? Zum positiven? Habt ihr da auch Feedback aus dem Umkreis (Erzieher, Lehrer) bekommen?
Liebe Grüße
Haferflocke
Hallo,
Zuletzt wieder einen unguten Moment gehabt. Die Kinder und ich sind zu seiner Wohnung gefahren, um ihn zu überraschen. Er hatte Geburtstag, und da er nicht so viele Menschen um sich hat, dachte ich wir erhellen ihm den Tag. Das einzige was sich erhellt hat war das, was ich eigentlich schon lange wusste. Er sah mich ganz schockiert mit großen Augen an, sagte er hat keine Zeit für einen Besuch. Wollte uns auch nicht in sein Zimmer reinlassen. Hat sich kurz bedankt, auch kurz gefreut. Dann sind wir nicht mal 5 Minuten später wieder raus. Ich denke er hat seinen Ehrentag mit sich und dem Bier gebührend gefeiert. Was für eine absolut dämliche Idee von mir! Und dann auch noch die Kinder so zu enttäuschen. Ich weiß nicht was ich mir dabei gedacht habe.
Ich glaube er vermisst uns auch gar nicht. Er ist froh, dass er alleine trinken kann. Eigentlich hat er einen Plan, an den er sich laut seinen Worten hält. Nach und nach weniger trinken. Ich glaube ihm kein Wort mehr. Sowas blödes passiert mir sicher nicht nochmal.
Ich merke grade, dass ich das schreibe, was ich bei anderen immer sofort rauslese: Tja, der Alk steht an erster Stelle. Wusstest du doch. Und selbst ist man wieder völlig betriebsblind...
Liebe Grüße
Haferflocke
Guten Morgen releaseme,
Ich kann das Gefühl so gut verstehen. Das man das Gefühl hat, der Partner ist zwar da, aber eigentlich nicht. Also körperlich da. Aber im Kopf ist er woanders. Ich habe das zuletzt auch immer vermisst, dass er reinkommt und sich einfach mal freut. Uns zu sehen, Zeit mit uns zu verbringen. Und ehe man sich versieht geht so viel Zeit ins Land, und man kann hoffen bis der Arzt kommt, und es ändert sich nichts. Man lebt nebeneinander her, die ganze Arbeit bleibt an einem selber hängen. Das tut weh. Auch weil die ganzen schönen Momente der Kinder vom Papa gar nicht miterlebt werden. Sie werden so nebenbei abgetan. Bis das alles zur Normalität wird. Ich wünsche mir für meine Kinder und mich ein anderes Leben. Mit mehr Freude und Liebe. Es ist nicht immer einfach. Aber es liegt in unserer Hand.
Ich lass dir liebe Grüße da ❤️
Haferflocke
Vielen Dank Koda ❤️
Genau so wie du es schreibst ist es. Ich hoffe auch, dass meine Kinder es später verstehen. Da ich selber Trennungskind bin (ohne Alkoholiker), und auch oft die tröstende Schulter meiner Mutter war, habe ich mir für meine Kinder ein anderes Leben gewünscht. Was mich selber manchmal nachdenklich macht; ich kann mich an vieles aus meiner Kindheit gar nicht mehr erinnern. Ich könnte nicht mal sagen, ob ich mir eine Trennung meiner Eltern gewünscht hätte oder nicht. Ich weiß nur, dass es viel Streit gab. Und meine Mutter auch später versucht hat mich auf Ihre Seite zu ziehen. Das versuche ich hier zu vermeiden. Ich möchte nicht dass meine Kinder gezwungen sind sich auf eine Seite zu schlagen. Er bleibt ja immer ihr Vater. Und auch, wenn diese Einstellung lobenswert sein mag, handele ich nur aus der Sicht meines inneren Kindes heraus, der Wunsch es selber besser machen zu wollen als ich es erlebt habe.
Lustigerweise haben meine Eltern nach vielen Jahren dann doch wieder zusammen gefunden, das hat mich bestimmt ein Jahr lang sehr belastet. Es fühlte sich so an, als wäre der ganze Schmerz aus der Kindheit "umsonst" gewesen. Mittlerweile kann ich aber gut damit leben. Sie sind auch ein wichtiger Teil meines nahen Umfeldes.
Definitiv bin ich auch froh, euch hier gefunden zu haben. Selbst wenn ich nicht täglich schreibe, konnte ich hier schon sehr von euren Erfahrungen profitieren. Es ist so traurig und zugleich tröstlich, dass man nicht alleine mit diesen Sorgen ist.
Liebe Grüße
Haferflocke
Guten Morgen,
Wenn ich so darüber nachdenke: für mich selber wäre die Situation vermutlich noch viel länger aushalten gewesen (ich habe einen langen Atem). Ich hätte vermutlich gar nicht dieses Forum gefunden, weil ich es nicht gesucht hätte. Ich hätte viel länger versucht, ihn zu unterstützen und ihm zu helfen weniger zu trinken. Vielleicht hätte er auch weniger getrunken, wenn wir keine Kinder (weniger Stress) hätten. Obwohl das natürlich nur ein Schuss ins Blaue ist, ob es wirklich so ist kann ja keiner sagen.
Mir hat zuletzt auf jeden Fall nicht mehr gefallen, mich immer mehr wie seine Mutter zu fühlen. Er hat schon seit Jungen Jahren keinen Kontakt mehr zu seiner Mutter, ich weiß nicht inwieweit das eine Rolle spielt in unserer Situation. Und sein Vater, bei dem er damals dann aufgewachsen ist, war auch Alkoholiker. Der ist zwar mittlerweile trocken, da war mein Mann aber auch schon erwachsen und ausgezogen.
Meine (unsere Kinder) reden gar nicht von Papa. Lediglich wenn der Besuchstag ansteht, dass sie keine Lust haben dahin zu gehen. Dass er doch lieber wieder bei uns einziehen sollte, dann müssten sie ihn nicht besuchen. Dort wäre es langweilig und nicht schön. Es ist nicht so dass sie ihn vermissen. Er hat sich auch nie groß in unser Familienleben integriert. In der Woche war er lange arbeiten, abends hat er die Kinder angemotzt wenn sie nicht schlafen wollten/konnten und am Wochenende war das höchste der Gefühle mit ihnen zu sprechen oder ein Computerspiel zu spielen. Eigentlich ganz schön traurig, wenn ich so darüber nachdenke... alle Jubeljahre hat er dann noch ein Brettspiel mit ihnen gespielt. Aber wirklich präsent war er nicht.
Mein Kind hat sich aktuell gewünscht, dass Papa zum Geburtstag kommt. Aber er kommt nicht. Ohne Begründung. Kind ist natürlich traurig...
Ich kann auch nicht einschätzen, ob die Kinder wissen was Stand der Dinge ist. Damals beim Auszug habe ich Ihnen die Situation schon erklärt, danach aber nicht mehr groß darüber gesprochen. Ich lese hier oft, dass den Erwachsenen Kindern von Alkoholikern eine Trennung geholfen hat, bzw geholfen hätte. Ich hoffe dass meine Kinder das irgendwann auch so sehen. Momentan habe ich eher das Gefühl, als hätte die böse Mama den Papa rausgeworfen und er soll doch einfach zurück kommen.
Obwohl ich auf der anderen Seite auch das Gefühl habe, dass die Situation zu Hause viel entspannter ist, und zwei meiner Kinder viel mehr aufgetaut sind, weil die beiden vorher wirklich oft angeschimpft worden sind wenn sie viel Quatsch gemacht haben.
Ich habe immer etwas Hemmungen, hier ausführlich zu schreiben, da ich Angst habe wiedererkannt zu werden. Nur als Erklärung, warum ich nich allzusehr ins Detail gehe.
Liebe Grüße,
Haferflocke
Danke Kruemel ![]()
Ja. Wer weiß wie lange ich das ohne Kinder noch mitgemacht hätte. Mit Kindern sieht man alles immer nochmal aus einem anderen Blickwinkel.
Hey Franzi,
Ich verstehe dich so gut. Wo soll man die Menge an Vertrauen hernehmen, die über Jahre in kleinen Stückchen weggebrochen ist?
Du bist nicht alleine mit diesen Gefühlen. Und du bist ihm nichts schuldig!
Hallo Kruemel,
Ich finde deine Geschichte sehr erschreckend. Und auch dass du sagst, so schlimm ist es im Vergleich zu den anderen ja gar nicht. Denn ganz ehrlich- mir geht es auch so.
Mein Mann lag sogar nie- wie es bei dir war- besoffen irgendwo rum, bzw dass ist in seinem Leben vielleicht 1 oder 2 x passiert. Aber er hat in schöner Regelmäßigkeit (jeden Abend) seine 6 Bier getrunken. Der Witz an der Sache ist, auch als er früher nicht jeden Tag und "nur" 3 oder 4 Bier getrunken hat, fand ich es auch schon schlimm. Für mich, die darin einen riskanten Konsum gesehen hat. Heute sehe ich das immer noch so. Und ich glaube, auch wenn er irgendwann 10 Bier trinken würde oder sich am Wochenende komplett abschießt, wäre es für mich immer noch schlimm. Weil es sich einfach immer so schwer und belastend anfühlt. Und ich denke auch, dass ist der Punkt. Wenn es für dich schlimm ist, dann IST es schlimm. Egal wie oft oder wie viel. Es ist nur so, dass sich meine Grenze immer weiter verschoben hat. Vertrau auf deine Wahrnehmung und dein Bauchgefühl!
Dass du keinen Alkohol mehr trinken kannst verstehe ich übrigens total. Ich kann seit seinem Auszug auch keinen mehr sehen!
Liebe Aurora,
Erhol dich gut! Schlaf ist so wichtig! Ich wünsche dir einen schönen Urlaub!
Liebe Grüße
Wow. Genauso ging es mir auch. Ich habe ihm nicht mehr geglaubt, konnte mich nicht mehr auf ihn verlassen. Ich habe darauf gewartet dass er abends zu viel trinkt, morgens verschläft und nicht zur Arbeit gehen kann. Nicht aus Boshaftigkeit, sondern damit ER SIEHT dass er ein Problem hat. Dass er endlich einsichtig wird.
Die Versprechen dass er weniger trinkt, bis ich nicjt mehr drauf geachtet habe, "in der Spur war", und dann irgendwann "ach ja, ich bin ganz davon abgekommen weniger zu trinken". Es sind einfach überall diese Parallelen. Erschreckend.
Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich bin ein grundauf positiver Mensch, sehe in allem das Gute. Das macht es mir schwer. Aber du hast recht, mein Kopf weiß dass es keine Option ist. Auch mit dem Hintergrund dass sein Ziel ist, "erstmal" nicht mehr zu trinken. Ich arbeite an meinen Schildern
heute werde ich mir eine Liste machen mit Dingen, die in unserer Beziehung nicht mehr funktionierten. Damit ich mir bewusst mache, dass Hoffnung hier nicht angebracht ist. Und als nächstes folgt dann die Liste, was ich für mich in den nächsten Jahren erreichen möchte!
Liebe Grüße
Guten Morgen,
Kennt das noch jemand, dass man das Gefühl hat, seinem Partner nicht mehr Vertrauen zu können? Ich habe wirklich lange überlegt, woran dass wohl liegen kann. Da er nichts gemacht hat, wo ich groß sagen könnte AH JA! das war es. Ich kann jetzt auch nur vermuten, ich denke aber auch dass da wohl der Alkohol eine Rolle spielt. Ich konnte Abends nicht mehr ruhig schlafen gehen, wenn die Kinder noch wach waren, wenn mein Mann auch noch wach war. Ich hatte Angst, und kein Vertrauen. Ganz lange konnte ich das gar nicht einordnen, erst nachdem ich hier viel gelesen habe. Dass Alkohol enthemmt, und dann natürlich immer viel mehr passieren kann als ohne. Es ist nie etwas dramatisches passiert (glücklicherweise). Aber alleine wenn die Kinder noch eine Frage hatten, die Vorstellung dass sie mit ihm reden und er sie mit seinen glasigen Augen und dem beseelten Lächeln ansieht machte mir schon ein ungutes Gefühl. So dass ich richtig schlecht geschlafen habe. Das hat sich mittlerweile aber gebessert! Ich schlafe manchmal sogar ZU gut... worüber ich mich sehr freue ![]()
Und ich merke auch, wie in mir zwischenzeitlich die Hoffnung aufkommt, wenn er sich noch ändert, wie unsere Träume doch noch in Erfüllung gehen könnten. Total bekloppt. ICH weiß dass das nichts wird. Nur manchmal ploppt das einfach so in meinen Kopf, wie eine Push-Nachricht auf dem Handy... total nervig. Wird das irgendwann besser?!
Ich wünsche euch einen schönen Tag!
Hallo,
Wow, danke für die schnelle und liebevolles Resonanz ❤️
Deine Geschichte habe ich schon gelesen, liebe Aurora, sie war und ist sehr berührend. Und ich freue mich sehr für dich, dass du damals den Weg dort raus gefunden hast. Den Gedanken an eine neue Liebe kann ich noch gar nicjt zulassen, aber das eilt ja auch nicht. Ich sehe jetzt zu dass ich erstmal wieder zu meinem Weg finde.
Danke auch dir Panama, wenn ich einen zweiten Namen hätte, wäre es wohl 'schlechtes Gewissen'. Keine Ahnung wo das her kommt, aber es begleitet mich immer. Da es mir bewusst ist, versuche ich da aber auch eingehend mit mir selber zu sprechen. Ja, darüber reden ist in Ordnung, zukünftig aber eher hier und mit meiner Familie. Natürlich ist es die Wahrheit wenn ich über seinen Alkoholkonsum spreche, trotzdem ist es ja auch sein Leben was ich ihm da ggf. Kaputtmache. Und ich habe da erst letztens bei den Alkoholikern in einem Faden gelesen, dass einer auf der Arbeit gemobbt wird wegen des ehemaligen Konsums. Menschen können da ja manchmal ziemlich ätzend und verletzend sein.
Liebe Simsalabim, ich wünsche dir dass du den Absprung schaffst. Es liest sich bei mir zwar erstmal 'gut', aber der innere Absprung ist auch noch nicht ganz geschafft. Darum bin ich ja hier. Und darum brauche ich einen Psychologen, als Begleitung. Um zu sehen was ich bei mir ändern kann. Und damit ich zukünftig nicht mehr so schnell in Co-Muster Rutsche.
Ich werde das beste aus dem Tag heute machen, gleich kommen meine Kinder zurück und dann ist die Zeit sowieso schnell und laut gefüllt ![]()
Ich wünsche euch allen einen schönen Tag ❤️
Die Kinder sind aus dem Haus, und ich bin grad so traurig. Die letzten Monate habe ich das Thema Alkohol/Co/meine Ehe von mir weg geschoben, ich habe ja auch so als Alleinerziehende genug zu tun. Er darf seine Kinder regelmäßig sehen, da er abends anfängt zu trinken habe ich es ihm nur ohne Übernachtung gestattet. Was ihm aber auch entgegen kommt.
Ich denke im Moment über eine Scheidung nach, von ihm kam bezüglich unserer Ehe nicht besonders viel. Ich vermute, dass er froh ist gerade seine Ruhe zu haben und ihm keiner mehr "auf den Sack geht" mit "Genörgel" dass er aufhören soll zu trinken. Als wir uns trennten war noch offen wie es weiter geht. Er hat sich vorgenommen weniger zu trinken, mit dem Ziel dann "ERSTMAL gar nichts mehr zu trinken". Was mir aber auch nicht reicht. Und da er mich seit der Trennung nicht einmal gefragt hat wie es mir geht, vermute ich dass es ihm egal ist. Vermutlich spielt der Alkohol auch da eine Rolle, habe ich hier doch schon öfter gelesen dass der Alkohol an erster Stelle steht und dann erstmal laaaaange nichts kommt. Dass es ihm aber so egal ist, bedeutet für mich logischerweise nur die Entscheidung zur Scheidung.
Es ist die Zukunft einer ganzen Familie, die da den Bach runter geht. Meine Hoffnung, meine Vorstellung von Zukunft... das macht mich grade traurig.
Vielen Dank Marie!
Hallo in die Runde,
Nachdem ich hier jetzt schon seit einem halben Jahr mitlese, möchte ich gerne auch aktiv ein Teil von euch sein. Ich hoffe dass es mich auf meinem weiteren Weg unterstützt.
Um es erstmal kurz zu machen, mein Mann trinkt regelmäßig, er ist mittlerweile aber auch schon ausgezogen. Ich lebe alleine mit unseren Kindern. Ich habe festgestellt, dass ich schon mit 4 Leuten über die Alkoholthematik gesprochen habe, und mir erst im Nachhinein bewusst wurde wie sensibel dieses Thema ist. Diese Leute sind lose Freundschaften von mir, ich gehe davon aus dass sie es nicht weiter tratschen. TROTZDEM- mein schlechtes Gewissen ist nun unendlich. Ich will meinem Mann ja nichts schlechtes. Ich habe mir vorher lediglich zu wenig Gedanken gemacht. Damit ich mich nun aber über dieses wichtige Thema austauschen kann, habe ich beschlossen mich hier anonym anzumelden, damit mir sowas nicht noch einmal passiert. Für eine Therapie habe ich mich auch schon auf die Warteliste setzen lassen.
Als ich "damals" dieses Forum hier gefunden habe, war es für mich wie ein Schlag ins Gesicht, da ich mir plötzlich eingestehen musste, Co-Abhängig zu sein. Das war letztlich auch der Auslöser für die Trennung. Ich bin Ende 30, so möchte ich nicht mein weiteres Leben verbringen.
Soviel erstmal zu mir.
Liebe Grüße,
Haferflocke