Haferflocke - Vorstellung

  • Hallo in die Runde,


    Nachdem ich hier jetzt schon seit einem halben Jahr mitlese, möchte ich gerne auch aktiv ein Teil von euch sein. Ich hoffe dass es mich auf meinem weiteren Weg unterstützt.


    Um es erstmal kurz zu machen, mein Mann trinkt regelmäßig, er ist mittlerweile aber auch schon ausgezogen. Ich lebe alleine mit unseren Kindern. Ich habe festgestellt, dass ich schon mit 4 Leuten über die Alkoholthematik gesprochen habe, und mir erst im Nachhinein bewusst wurde wie sensibel dieses Thema ist. Diese Leute sind lose Freundschaften von mir, ich gehe davon aus dass sie es nicht weiter tratschen. TROTZDEM- mein schlechtes Gewissen ist nun unendlich. Ich will meinem Mann ja nichts schlechtes. Ich habe mir vorher lediglich zu wenig Gedanken gemacht. Damit ich mich nun aber über dieses wichtige Thema austauschen kann, habe ich beschlossen mich hier anonym anzumelden, damit mir sowas nicht noch einmal passiert. Für eine Therapie habe ich mich auch schon auf die Warteliste setzen lassen.


    Als ich "damals" dieses Forum hier gefunden habe, war es für mich wie ein Schlag ins Gesicht, da ich mir plötzlich eingestehen musste, Co-Abhängig zu sein. Das war letztlich auch der Auslöser für die Trennung. Ich bin Ende 30, so möchte ich nicht mein weiteres Leben verbringen.


    Soviel erstmal zu mir.

    Liebe Grüße,

    Haferflocke

  • Hallo Haferflocke,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Leider ist es so, dass sich viele Geschichten der Angehörigen bei uns im Forum ähneln.

    Und es ist so, dass nur der Alkoholkranke die Sucht stoppen kann. Du kannst im Grunde nichts tun, nur dafür sorgen, dass es Dir besser geht. Du hast ja schon einiges umgesetzt, damit es dir wieder besser geht. Ich habe mich auch getrennt weil ich so nicht mehr weiterleben wollte, das war ein sehr wichtiger Schritt.

    Für den Austausch mit den anderen Teilnehmern klicke den folgenden Link an:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Anklicken und kurz etwas dazu schreiben.

    Wir werden Dich dann freischalten und Dein Thema in "Erste Schritte für Angehörige" verschieben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Marie04 17. September 2025 um 09:03

    Hat den Titel des Themas von „Haferflocke- Vorstellung“ zu „Haferflocke - Vorstellung“ geändert.
  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Haferflocke.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Die Kinder sind aus dem Haus, und ich bin grad so traurig. Die letzten Monate habe ich das Thema Alkohol/Co/meine Ehe von mir weg geschoben, ich habe ja auch so als Alleinerziehende genug zu tun. Er darf seine Kinder regelmäßig sehen, da er abends anfängt zu trinken habe ich es ihm nur ohne Übernachtung gestattet. Was ihm aber auch entgegen kommt.


    Ich denke im Moment über eine Scheidung nach, von ihm kam bezüglich unserer Ehe nicht besonders viel. Ich vermute, dass er froh ist gerade seine Ruhe zu haben und ihm keiner mehr "auf den Sack geht" mit "Genörgel" dass er aufhören soll zu trinken. Als wir uns trennten war noch offen wie es weiter geht. Er hat sich vorgenommen weniger zu trinken, mit dem Ziel dann "ERSTMAL gar nichts mehr zu trinken". Was mir aber auch nicht reicht. Und da er mich seit der Trennung nicht einmal gefragt hat wie es mir geht, vermute ich dass es ihm egal ist. Vermutlich spielt der Alkohol auch da eine Rolle, habe ich hier doch schon öfter gelesen dass der Alkohol an erster Stelle steht und dann erstmal laaaaange nichts kommt. Dass es ihm aber so egal ist, bedeutet für mich logischerweise nur die Entscheidung zur Scheidung.

    Es ist die Zukunft einer ganzen Familie, die da den Bach runter geht. Meine Hoffnung, meine Vorstellung von Zukunft... das macht mich grade traurig.

  • Liebe Haferflocke…

    Dein Name zaubert mir ein Lachen ins Gesicht… deine Geschichte berührt mich…

    Ich habe den Eindruck, du bist auf einem guten Pfad und du sorgst, mit deinen Schritten, dass die Familie nicht den Bach runtergeht… 👍👍👍

    Ich klebe seit Jahrzehnten in meinem/unserem Co/AlkoholikerSystem… und bin dabei einen neuen Anlauf zu nehmen…

    Ich kann Dich nur ermuntern, bleib mutig dran… und zögere nicht so lange wie ich das hinbekommen habe…😔

    Wie gut, dass du dich hier mitteilst…

    Hab trotz Traurigkeit einen guten Tag auf dass die Sonne dein Herz erwärmt und der Wind deinen Rücken stärkt…🙏

    Liebe Grüße Simsalabim

  • Hallo Haferflocke,

    erstmal herzlich willkommen.

    Es ist die Zukunft einer ganzen Familie, die da den Bach runter geht. Meine Hoffnung, meine Vorstellung von Zukunft... das macht mich grade traurig.

    Ja, das ist ja auch traurig. Wünsche, Hoffnungen aufzugeben, das ist erstmal ein Gefühl von Trauer und Verlust.

    Aber es ist ja nur ein ( berechtigter) Teil vom Ganzen. Aus diesem System auszusteigen bedeutet auch viel mehr Gutes. Neue Wege und Möglichkeiten, Sicherheit für die Kinderseelen, die in einem geschützten Rahmen groß werden können. Das bedeutet Lebensfreude, neue Chancen. Ruhe und Lachen.

    Ich konnte dieses System erst verlassen, da waren meine Kinder schon groß und ich Ende 40. Ich war leer, ausgebrannt, depressiv, völlig erschöpft. Meine Kinder waren erleichtert, dass ich diesen Schritt machen konnte.

    Und dann haben sich überall neue Türen geöffnet. Und es kam sogar, unerwarteterweise, eine neue Liebe dazu. Eine, die es wert ist, die glücklich macht und völlig anders ist. Lebenswert und erfüllend.

    Ich kann es nur empfehlen. Was unglücklich macht und nicht mehr passt zu verändern, zu verlassen.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hi Haferflocke,

    natürlich ist es traurig, wenn sich die Zukunftspläne in Luft auflösen und die Familie kaputt geht. Leider ist das so, dass die Sucht an erster Stelle steht und dem Süchtigen eben auch wichtiger ist als die Kinder, die Familie und überhaupt als alles andere.

    TROTZDEM- mein schlechtes Gewissen ist nun unendlich. Ich will meinem Mann ja nichts schlechtes. Ich habe mir vorher lediglich zu wenig Gedanken gemacht.

    Ich bin der Meinung, du brauchst überhaupt kein schlechtes Gewissen zu haben. Wer hat getrunken, du oder dein Mann? Hast du ihn dazu gezwungen? Also - es war seine Entscheidung zu trinken und damit auch seine Verantwortung. Und du hast jedes Recht, darüber zu reden und die Wahrheit zu sagen, falls dich zB jemand fragt, weshalb ihr euch getrennt habt.

    Es ist auf jeden Fall gut, dass du dich hier angemeldest hast, da du hier Leute findest, die dich verstehen, weil sie teils sehr ähnliches durchmachen oder durchgemacht haben.

    Du kannst dich auch an eine Suchtberatungsstelle wenden, dort wird auch Hilfe für Angehörige angeboten. Mir hat das damals sehr gut getan, mit den Leuten dort über meine Situation zu sprechen.

  • Hallo,


    Wow, danke für die schnelle und liebevolles Resonanz ❤️

    Deine Geschichte habe ich schon gelesen, liebe Aurora, sie war und ist sehr berührend. Und ich freue mich sehr für dich, dass du damals den Weg dort raus gefunden hast. Den Gedanken an eine neue Liebe kann ich noch gar nicjt zulassen, aber das eilt ja auch nicht. Ich sehe jetzt zu dass ich erstmal wieder zu meinem Weg finde.


    Danke auch dir Panama, wenn ich einen zweiten Namen hätte, wäre es wohl 'schlechtes Gewissen'. Keine Ahnung wo das her kommt, aber es begleitet mich immer. Da es mir bewusst ist, versuche ich da aber auch eingehend mit mir selber zu sprechen. Ja, darüber reden ist in Ordnung, zukünftig aber eher hier und mit meiner Familie. Natürlich ist es die Wahrheit wenn ich über seinen Alkoholkonsum spreche, trotzdem ist es ja auch sein Leben was ich ihm da ggf. Kaputtmache. Und ich habe da erst letztens bei den Alkoholikern in einem Faden gelesen, dass einer auf der Arbeit gemobbt wird wegen des ehemaligen Konsums. Menschen können da ja manchmal ziemlich ätzend und verletzend sein.


    Liebe Simsalabim, ich wünsche dir dass du den Absprung schaffst. Es liest sich bei mir zwar erstmal 'gut', aber der innere Absprung ist auch noch nicht ganz geschafft. Darum bin ich ja hier. Und darum brauche ich einen Psychologen, als Begleitung. Um zu sehen was ich bei mir ändern kann. Und damit ich zukünftig nicht mehr so schnell in Co-Muster Rutsche.


    Ich werde das beste aus dem Tag heute machen, gleich kommen meine Kinder zurück und dann ist die Zeit sowieso schnell und laut gefüllt :)

    Ich wünsche euch allen einen schönen Tag ❤️

  • Guten Morgen,

    Kennt das noch jemand, dass man das Gefühl hat, seinem Partner nicht mehr Vertrauen zu können? Ich habe wirklich lange überlegt, woran dass wohl liegen kann. Da er nichts gemacht hat, wo ich groß sagen könnte AH JA! das war es. Ich kann jetzt auch nur vermuten, ich denke aber auch dass da wohl der Alkohol eine Rolle spielt. Ich konnte Abends nicht mehr ruhig schlafen gehen, wenn die Kinder noch wach waren, wenn mein Mann auch noch wach war. Ich hatte Angst, und kein Vertrauen. Ganz lange konnte ich das gar nicht einordnen, erst nachdem ich hier viel gelesen habe. Dass Alkohol enthemmt, und dann natürlich immer viel mehr passieren kann als ohne. Es ist nie etwas dramatisches passiert (glücklicherweise). Aber alleine wenn die Kinder noch eine Frage hatten, die Vorstellung dass sie mit ihm reden und er sie mit seinen glasigen Augen und dem beseelten Lächeln ansieht machte mir schon ein ungutes Gefühl. So dass ich richtig schlecht geschlafen habe. Das hat sich mittlerweile aber gebessert! Ich schlafe manchmal sogar ZU gut... worüber ich mich sehr freue :)


    Und ich merke auch, wie in mir zwischenzeitlich die Hoffnung aufkommt, wenn er sich noch ändert, wie unsere Träume doch noch in Erfüllung gehen könnten. Total bekloppt. ICH weiß dass das nichts wird. Nur manchmal ploppt das einfach so in meinen Kopf, wie eine Push-Nachricht auf dem Handy... total nervig. Wird das irgendwann besser?!

    Ich wünsche euch einen schönen Tag!

  • Hallo Haferflocke,

    Kennt das noch jemand, dass man das Gefühl hat, seinem Partner nicht mehr Vertrauen zu können? Ich habe wirklich lange überlegt, woran dass wohl liegen kann.

    Oh ja, das kenne ich gut.

    Nach der Trennung damals war mein Exmann erstmal nüchtern. Und wir haben ( leider, wie ich heute sage) noch viel zusammen unternommen. Eigentlich waren wir wie ein altes Ehepaar, nur mit getrennten Wohnungen. Was ich aber die ganze Zeit gemerkt hatte war, dass ich kein Vertrauen mehr hatte. Im Grunde genommen wartete ich nur darauf, dass er wieder trinken würde.

    Denn das war ja meine Erfahrung all die Jahre gewesen. Ich hab gedroht, er hat eine Trinkpause gemacht. Bis ich wieder in der Spur war und es von vorne losging.

    Er hatte mir auch, als nasser Alkoholiker, vieles versprochen, was er tun würde, nicht tun würde und so. Worauf ich mich immer wieder verlassen hatte. Und immer wieder war es nicht so. Ich konnte mich auf nichts verlassen.

    Na klar ist das Vertrauen dann irgendwann weg.

    Und ich merke auch, wie in mir zwischenzeitlich die Hoffnung aufkommt, wenn er sich noch ändert, wie unsere Träume doch noch in Erfüllung gehen könnten. Total bekloppt. ICH weiß dass das nichts wird.

    Nicht bekloppt. " Die Hoffnung stirbt zuletzt" ist so ein geflügeltes Wort. Was mich zum Beispiel auch viel zu lange hat festhalten lassen. Ich wollte um's Verderben doch meinen Lebenstraum nicht aufgeben müssen. Du weißt, dass es nichts wird, das ist gut. Aber den Kopf ploppt halt gerne nochmal ein Schild auf. Dann plopp doch einfach ein neues Schild dagegen auf.

    So in etwa: "Nööö, keine Chance, das wird nix mehr". Oder was auch immer.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Wow. Genauso ging es mir auch. Ich habe ihm nicht mehr geglaubt, konnte mich nicht mehr auf ihn verlassen. Ich habe darauf gewartet dass er abends zu viel trinkt, morgens verschläft und nicht zur Arbeit gehen kann. Nicht aus Boshaftigkeit, sondern damit ER SIEHT dass er ein Problem hat. Dass er endlich einsichtig wird.


    Die Versprechen dass er weniger trinkt, bis ich nicjt mehr drauf geachtet habe, "in der Spur war", und dann irgendwann "ach ja, ich bin ganz davon abgekommen weniger zu trinken". Es sind einfach überall diese Parallelen. Erschreckend.


    Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich bin ein grundauf positiver Mensch, sehe in allem das Gute. Das macht es mir schwer. Aber du hast recht, mein Kopf weiß dass es keine Option ist. Auch mit dem Hintergrund dass sein Ziel ist, "erstmal" nicht mehr zu trinken. Ich arbeite an meinen Schildern ;) heute werde ich mir eine Liste machen mit Dingen, die in unserer Beziehung nicht mehr funktionierten. Damit ich mir bewusst mache, dass Hoffnung hier nicht angebracht ist. Und als nächstes folgt dann die Liste, was ich für mich in den nächsten Jahren erreichen möchte!


    Liebe Grüße

  • Wenn ich deine Texte hier lese, dann sehe ich vor mir eine unglaublich starke Löwenmama ❤️ soso mutig, was du dir eingestehst und welche Schritte du schon gegangen bist, welche Konsequenzen du gezogen hast. Für dich und vor allem für deine Kinder und euer Recht auf ein glückliches Leben.

  • Andererseits ist es ohne Kinder leichter zu sagen „es reicht, ich gehe.“ ,weil man diese Entscheidung eben ausschließlich für sich selber trifft und keine kleinen Menschen involviert sind die ihren Papa vermissen.. wie stehen deine Kinder denn dazu? Wenn ich fragen darf

  • Guten Morgen,

    Wenn ich so darüber nachdenke: für mich selber wäre die Situation vermutlich noch viel länger aushalten gewesen (ich habe einen langen Atem). Ich hätte vermutlich gar nicht dieses Forum gefunden, weil ich es nicht gesucht hätte. Ich hätte viel länger versucht, ihn zu unterstützen und ihm zu helfen weniger zu trinken. Vielleicht hätte er auch weniger getrunken, wenn wir keine Kinder (weniger Stress) hätten. Obwohl das natürlich nur ein Schuss ins Blaue ist, ob es wirklich so ist kann ja keiner sagen.

    Mir hat zuletzt auf jeden Fall nicht mehr gefallen, mich immer mehr wie seine Mutter zu fühlen. Er hat schon seit Jungen Jahren keinen Kontakt mehr zu seiner Mutter, ich weiß nicht inwieweit das eine Rolle spielt in unserer Situation. Und sein Vater, bei dem er damals dann aufgewachsen ist, war auch Alkoholiker. Der ist zwar mittlerweile trocken, da war mein Mann aber auch schon erwachsen und ausgezogen.


    Meine (unsere Kinder) reden gar nicht von Papa. Lediglich wenn der Besuchstag ansteht, dass sie keine Lust haben dahin zu gehen. Dass er doch lieber wieder bei uns einziehen sollte, dann müssten sie ihn nicht besuchen. Dort wäre es langweilig und nicht schön. Es ist nicht so dass sie ihn vermissen. Er hat sich auch nie groß in unser Familienleben integriert. In der Woche war er lange arbeiten, abends hat er die Kinder angemotzt wenn sie nicht schlafen wollten/konnten und am Wochenende war das höchste der Gefühle mit ihnen zu sprechen oder ein Computerspiel zu spielen. Eigentlich ganz schön traurig, wenn ich so darüber nachdenke... alle Jubeljahre hat er dann noch ein Brettspiel mit ihnen gespielt. Aber wirklich präsent war er nicht.

    Mein Kind hat sich aktuell gewünscht, dass Papa zum Geburtstag kommt. Aber er kommt nicht. Ohne Begründung. Kind ist natürlich traurig...

    Ich kann auch nicht einschätzen, ob die Kinder wissen was Stand der Dinge ist. Damals beim Auszug habe ich Ihnen die Situation schon erklärt, danach aber nicht mehr groß darüber gesprochen. Ich lese hier oft, dass den Erwachsenen Kindern von Alkoholikern eine Trennung geholfen hat, bzw geholfen hätte. Ich hoffe dass meine Kinder das irgendwann auch so sehen. Momentan habe ich eher das Gefühl, als hätte die böse Mama den Papa rausgeworfen und er soll doch einfach zurück kommen.

    Obwohl ich auf der anderen Seite auch das Gefühl habe, dass die Situation zu Hause viel entspannter ist, und zwei meiner Kinder viel mehr aufgetaut sind, weil die beiden vorher wirklich oft angeschimpft worden sind wenn sie viel Quatsch gemacht haben.

    Ich habe immer etwas Hemmungen, hier ausführlich zu schreiben, da ich Angst habe wiedererkannt zu werden. Nur als Erklärung, warum ich nich allzusehr ins Detail gehe.

    Liebe Grüße,

    Haferflocke

  • Guten Morgen Haferflocke.
    herzlich willkommen und schön, daß du hierher gefunden hast. Als ich hier aufschlug, war ich so aufgeregt, und mir war auch mulmig dabei, meine Sorgen so in den Orbit zu setzen, weil hier eben jeder mitlesen kann. Aber es hatte auch was Befreiendes, und zu merken, daß ich nicht alleine bin, hat mir sehr geholfen.

    Ich kann auch nicht einschätzen, ob die Kinder wissen was Stand der Dinge ist.

    Kannst du auch nicht. Ich würde behaupten, meine Eltern hatten keine Ahnung, was in uns Kindern abging. Ich habe es ja selbst nicht verstanden. Nur daß da immer dieses Druckgefühl in mir war, weil zuhause die Luft vor Anspannung so dick und schwer im Raum hing. Niemand versuchte uns Kinder zu schützen, sondern im Gegenteil, es wurde erwartet, daß wir unseren Teil dazubeitragen, daß es den Eltern besser geht. Irgendwann ging es nicht mehr, ich habe angefangen mich mit Rückzug zu wehren, was auf viel Unverständnis gestoßen ist. Ich habe mich sehr sehr alleine gefühlt, (naja nicht ganz, weil es gab noch ein Geschwister, wir hielten zusammen). Aber meine Eltern waren mehr mit sich beschäftigt und damit sich das Leben zur Hölle zu machen.

    Ich hätte eine Trennung begrüsst (und gleichzeitig bin ich jedesmal schockgefroren, wenn das Thema auf den Tisch kam). Paradox. Ich wollte es und ich wollte es nicht. Natürlich hätte ich mir für meine Eltern ein Happy End gewünscht. Aber je mehr die Jahre verstrichen, desto mehr hab ich auch als Kind und später Teenager verstanden, daß das nichts mehr wird.

    Obwohl ich auf der anderen Seite auch das Gefühl habe, dass die Situation zu Hause viel entspannter ist, und zwei meiner Kinder viel mehr aufgetaut sind,

    Du gibst ihnen Sicherheit und hast euch aus einer Situation herausgezogen, die alle Beteiligten unter Dauerstress gesetzt hat. Darauf kannst du sehr stolz sein.

    Alles Liebe
    Koda

  • Vielen Dank Koda ❤️

    Genau so wie du es schreibst ist es. Ich hoffe auch, dass meine Kinder es später verstehen. Da ich selber Trennungskind bin (ohne Alkoholiker), und auch oft die tröstende Schulter meiner Mutter war, habe ich mir für meine Kinder ein anderes Leben gewünscht. Was mich selber manchmal nachdenklich macht; ich kann mich an vieles aus meiner Kindheit gar nicht mehr erinnern. Ich könnte nicht mal sagen, ob ich mir eine Trennung meiner Eltern gewünscht hätte oder nicht. Ich weiß nur, dass es viel Streit gab. Und meine Mutter auch später versucht hat mich auf Ihre Seite zu ziehen. Das versuche ich hier zu vermeiden. Ich möchte nicht dass meine Kinder gezwungen sind sich auf eine Seite zu schlagen. Er bleibt ja immer ihr Vater. Und auch, wenn diese Einstellung lobenswert sein mag, handele ich nur aus der Sicht meines inneren Kindes heraus, der Wunsch es selber besser machen zu wollen als ich es erlebt habe.


    Lustigerweise haben meine Eltern nach vielen Jahren dann doch wieder zusammen gefunden, das hat mich bestimmt ein Jahr lang sehr belastet. Es fühlte sich so an, als wäre der ganze Schmerz aus der Kindheit "umsonst" gewesen. Mittlerweile kann ich aber gut damit leben. Sie sind auch ein wichtiger Teil meines nahen Umfeldes.


    Definitiv bin ich auch froh, euch hier gefunden zu haben. Selbst wenn ich nicht täglich schreibe, konnte ich hier schon sehr von euren Erfahrungen profitieren. Es ist so traurig und zugleich tröstlich, dass man nicht alleine mit diesen Sorgen ist.


    Liebe Grüße

    Haferflocke

  • Hallo,


    Zuletzt wieder einen unguten Moment gehabt. Die Kinder und ich sind zu seiner Wohnung gefahren, um ihn zu überraschen. Er hatte Geburtstag, und da er nicht so viele Menschen um sich hat, dachte ich wir erhellen ihm den Tag. Das einzige was sich erhellt hat war das, was ich eigentlich schon lange wusste. Er sah mich ganz schockiert mit großen Augen an, sagte er hat keine Zeit für einen Besuch. Wollte uns auch nicht in sein Zimmer reinlassen. Hat sich kurz bedankt, auch kurz gefreut. Dann sind wir nicht mal 5 Minuten später wieder raus. Ich denke er hat seinen Ehrentag mit sich und dem Bier gebührend gefeiert. Was für eine absolut dämliche Idee von mir! Und dann auch noch die Kinder so zu enttäuschen. Ich weiß nicht was ich mir dabei gedacht habe.


    Ich glaube er vermisst uns auch gar nicht. Er ist froh, dass er alleine trinken kann. Eigentlich hat er einen Plan, an den er sich laut seinen Worten hält. Nach und nach weniger trinken. Ich glaube ihm kein Wort mehr. Sowas blödes passiert mir sicher nicht nochmal.


    Ich merke grade, dass ich das schreibe, was ich bei anderen immer sofort rauslese: Tja, der Alk steht an erster Stelle. Wusstest du doch. Und selbst ist man wieder völlig betriebsblind...


    Liebe Grüße

    Haferflocke

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