Beiträge von EllaDrei

    Hallo Morgenrot ,

    Du hast Recht, ich bin vermutlich zu schnell bereit, ein Verhalten als "liebevoll" zu begreifen. Danke, dass Du mir das verdeutlichst. Ich muss da besser hinschauen und klären: Was ist echt, was nur Maske, um persönliche Vorteile zu erreichen. Das ist ein jahrzehntelang erlerntes Verhalten bei ihm, mit dem er sich durchs Leben geschlagen hat.

    Auch ich hatte die Zeiten mit Vollzeitarbeit, Haushalt und alleinerziehend, mein Sohn (ist kein geminsames Kind) ist schon aus dem Haus. Als mein Sohn noch bei mir lebte, gab es noch keinen regelmäßigen Suff bei meinem Freund, vor allem nicht in meinem Haushalt. Aber einen Mann, der permanente Stimmungsschwankungen hatte, zu wenig zu gebrauchen und stattdessen eher selbst bedürftig und auf sich fixiert war. Liebevoll ist anders, das stimmt. Meine eigenen Wahrnehmungen haben sich genau wie die Grenzen verschoben. Ich habe mich an so viel schwieriges Verhalten gewöhnt, oft nach Strohhalmen gegriffen. Im Tunnel wirkt ein kleines Licht dann heller als draußen an einem sonnigen Tag, um es mal so auszudrücken...

    Hallo 123 , nein, es ist nicht gut. Da gibt's ja noch mehr in Sachen Sucht und suchtbedingtem Verhalten. Ich verliere das oft aus dem Blick, weil er so häufig abtaucht. Da verfliegen Frust und Ärger und das Bewusstsein, dass ich für mich was ändern muss und will und machen Sorgen und auch Trauer Platz. Aber auch das ist auf gewisse Weise Manipulation. Wegbleiben, bis man vermisst wird....

    Das mit der Einsamkeit zu zweit schwankt hier, nimmt aber zu, Morgenrot . Es gibt auch noch Tage, an denen wir ein Paar sind, uns gut verstehen, miteinander liebevoll umgehen, lachen können. Aber die werden weniger. Ich merke, dass xy immer weniger da ist, selbst wenn er hier ist. Dass er immer weniger teilnimmt, mitmachen kann, auch weil er noch andere gesundheitliche Gebrechen hat, die durch die Trinkerei natürlich schlimmer werden. Die Couch ist sein hauptsächlicher Aufenthaltsort, ein Mixgetränk immer griffbereit, döst vor sich hin. Eigentlich ein Alptraum. Trotzdem fehlt mir der Mensch, wenn ich ehrlich zu mir selbst bin. Vor allem der Mensch, der er ohne den Alk ist. War. Wäre. 😢 Ich weiß, auf Wunder braucht man nicht hoffen.

    Glaub auch, das ist einer von vielen wichtigen Schritten, sich aus dieser Situation herauszuarbeiten, Pingu_001 : Wahrnehmen und anerkennen der eigenen Gefühle. Mein Xy steckt so knietief im Schlamassel, dass meine Belange oft nicht mehr zählen. Seine Probleme wiegen schwerer und haben Priorität. Daneben funktioniere ich dann halt und stelle eigene Gefühle und Themen zurück. Geh über Grenzen, nehme Dinge hin, sag nicht nein, obwohl ich merke, dass eigentlich ein Nein raus will. Denn mir "geht's ja gut" - im Vergleich zu ihm.

    Ohja, da hast Du sehr Recht, Pingu_001 , ich bin in dieser Beziehung meist allein. Hab auch ganz freiwillig Freundschaften aufs Spiel gesetzt für ihn. Das will ich ihm gar nicht vorwerfen, das ist ganz alleine mein Ding. Ich wollte mich anfangs quasi "parat halten" für den Fall, dass er mal fit und ansprechbar war. Über die Phase bin ich zumndest einigemaßen weg ich nehme mir wieder bewusst Dinge für mich und ohne ihn vor.

    Alleine sein ist nicht so sehr meine Sorge, das bin ich durchus gene mal. Es geht um Einsamkeit, das ist schon noch eine andere Stufe, denke ich. Also mangelnde Sozialkontakte, sich in nichts eingebunden fühlen, so ne Art Schattendasein führen. Ist naürlich mein Ding, da gegenzusteuern. Ich kämpfe mit Ansätzen zur Depression, daher fällt mir das nicht so leicht. Noch bin ich berufstätig - was kommt danach, sowas beschäftigt mich. Aber klar, eine von Sucht geprägte Beziehung ist da keine Lösung, im Gegenteil.

    bis wieder etwas passierte und ich stumm blieb, weil ich Gründe für seine "Ausraster" gesucht habe. Zum Teil für ihn, aber wahrscheinlich auch für mich um nicht so wirklich handeln zu müssen?

    Das kommt auch mir sehr bekannt vor. Richtige Ausraster gibt es zwar nicht, eher ein häufiges Aufbrausen, Ungehaltensein, was ja auch schon schlimm genug ist. Und anderes inakzeptables Verhalten. Hast Du schließlich Konsequenzen gezogen? Ich lese gerne bei Dir nach. Danke für Deine Antwort!

    Liebe AnnaBlume , das werde ich machen. Danke für Deine klaren Worte, die brauche ich. Man kann so sehr den Durchblick verlieren. Nach einer verletzenden Aktion seinerseits bin ich die letzten Tage wieder gut ins Nachdenken gekommen. Ich bin viele Male "umgefallen" die letzten Jahre und hab das, was ich möchte oder nicht möchte, viel zu oft hintangestellt. Find's erschreckend, wie sehr man sich als Co selbst aus dem Blick verliert.

    Ich denke, es hat viel mit der Angst vor Einsamkeit zu tun, die natürlich kein Grund sein sollte, eine unglückliche Beziehung aufrecht zu erhalten. Wie konntet Ihr Euer Leben, Eure Gedanken auf für Euch Sinnvolleres lenken?

    Hallo Tiger1991 ,

    habe heute Deinen Thread gelesen - und möchte Dir meinen Respekt für Deine Entscheidung aussprechen. Ja, es ist der einzig sinnvolle und rictige Weg für Dich und Deine Kinder. Auch mir kam beim Lesen der Gedanke, warum kündigt er Freitag an, ab Montag auf Alkohol zu verzichten - warum unternimmt er nicht sofort Schritte? Weil dazwischen ein Wochenende liegt, das noch fürs Trinken genutzt werden kann? Ich kenne halt auch Hinhalte-Taktiken in allen Facetten.

    In einigem, was Du beschreibst, erkenne ich die Siuation hier wieder - vor allem in der langen Zeitdauer Eurer Beziehung und in diesem übersteigerten Verantwortungsgefühl, obwohl man es doch mit einem erwachsenen Menschen zu tun hat. Das hab ich als Co auch lange praktiziert und mit meiner vermutlich übergriffigen (Für)Sorge zusätzlich gebremst, dass mein Freund seine Probleme selbst angeht.

    Ich war der irrigen Annahme, man könnte durch Reden, Weinen, Vorwürfe, Streit, Hinweise auf die lange gemeinsame Zeit, oder auch auf alles, worum sich mein Freund durch sein Trinken und sonstigen Konsum bringt, irgendwas bewirken. Das war alles vergebens. Es kommt mir so vor, als wollte ich stellvertretend für ihn den Kampf gegen die Sucht aufnehmen - überflüssig und kräftezehrend.

    Gut, dass Du es anders machst. Nutz Deine Zeit und Energie für Dich und die Kinder. Klar, leicht wird es nicht nach Eurer langen Beziehung. Aber mit der Zeit sicher leichtER.

    Siehst Du schon klarer, wo er unterkommen kann? Denk daran, auch das ist seine Verantwortung. Mit diesen Gedanken setze ich mich derzeit auch auseinander. Wünsche Dir Kraft!

    Liebe Grüße

    Vielen lDank für Deine Antwort. Ja, genau so ist es. Ich muss den Mut finden, ihm das auch klar so zu sagen. Das fällt mir sehr schwer. Vermutlich weil er mir in vielen Situationen unterschwellig eine Art Mitverantwortung für sein Rückzugsverhalten zuschiebt. Ein Nein löst fast immer ein Beleidigtsein oder Sich-Abwenden, aus der Situation weglaufen aus. Ziemlich unreif, aber bis zu einem gewissen Grad auch effektiv. Man wird vorsichtig mit ihm, will nix falsches sagen, man könnte ihn ja in den nächsten Suff/sonstigen Konsum treiben. Ich weiß, dass ich das nicht mitmachen sollte. Es ist sehr festgefahren.

    Ein Anfang ist nach der Anmeldung hier gemacht. Ich habe ihn auf WhatsApp blockiert und will Abstand. Das ist schon ein Schritt für mich, den ich bisher umgangen habe.

    Hallo Luffi,

    sorry, ich hatte Deine letzten Nachrichten zuerst übersehen und musste deshalb meine Antwort nochmal ein wenig überarbeiten. Habe Deinen Thread hier gelesen - eine sehr schwere Situation für Dich. Kannst Du Dir denn für Auszeiten eine Art Rückzugsmöglichkeit schaffen? Du sagtest, Du liebst ihn, und klar bist Du entsprechend besorgt um ihn. Aber da er strikt jeden Arztbesuch ablehnt, lässt er Dich das hilflos mit anschauen, vermulich ohne sich richtig klarzumachen, wie belastend das für Dich ist. Also wäre es umgekehrt doch auch legitim, wenn Du Abstand suchst, Dir Pausen verschaffst, Dich zurückziehst, um etwas Kraft zu tanken, was meinst Du?

    Du schreibst auch, Du kannst Dich niemandem anvertrauen. Deine Eltern würden es nicht verstehen. Aber alles zu verheimlichen, erzeugt ja vermutlich noch mehr Druck - wäre da nicht evtl die Flucht nach vorne die bessere Wahl, einfach damit es mal ausgesprochen ist?

    Ich denke auch, dass Dein Mann durch regelmäßiges Melden in der Entgiftung und auf die Dringlichkeit hinweisen das Ganze vielleicht doch etwas beschleunigen könnte, wenn er wollte, meinst Du nicht?. Ohne seine Aussagen einfach in Zweifel ziehen zu wollen: Hat er Dir glaubhaft geschildert, dass da früher nichts zu machen ist? Plant er nur Entgiftung oder auch Entwöhnung danach?

    Ich hatte vor wenigen Tagen die Situation, dass mein Xy starke Bauchschmerzen und Übelkeit hatte und sich immer mehr Sorgen wegen Bauchspeicheldrüse machte, die ja bei Alk oft sehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Schließlich sind wir in die Notaufnahme, er war ziemlich in Aufruhr. Man hat irgendwas in Richtung Anzeichen für Herzinfarkt bei Untersuchung gefunden. Er war sehr anhänglich mir gegenüber, super vernünftig, dankbar für mein Hinbringen und Unterstützung und so weiter. Ich habe mir große Sorgen um ihn gemacht, vor allem als ich ihn am nächsten Morgen erst nicht erreichen konnte. Da hatte er sich schon selbst entlassen, weil angeblich alles halb so wild war laut den Ärzten, also war er schon wieder on the road und kam dann mit Fahne morgens zu mir.. Mittlerweile ist er mal wieder in seiner Wohnung abgetaucht, obwohl wir seit gestern eine fest, hoch und heilig vereinbart Verabredung haben. Das zeigt mir wieder: Man sorgt sich, aber zahlt selbst so viel drauf. Und es wird sich nicht um uns gesorgt. Das müssen wir für uns machen.

    Liebe Grüße

    Hallo, Marie04 ,

    danke für Deine Antwort, genau dahin möchte ich kommen -.endlich wirklich klar sehen, was ich mir zumute und wie meine Lebenszeit dahingeht - und dann auch endlich Konsequenzen ziehen, ins Handeln kommen, auch wenn das ebenso auf einen Schnitt hinausläuft. Trete schon viel zu lange auf der Stelle, rede mir die Situation immer wieder schön, wenn es mal ein paar gute Tage gibt.

    Das Problem mit der Wohnung wird er nicht in den Griff bekommen - er hat starke Messi-Tendenzen, hängt an seinen Sachen. Aber auch das kann nur er mit professioneller und externer Hilfe ändern. Du hast vollkommen Recht, es kann nicht angehen, dass ich deshalb hier nach der Reha alles auf unbestimmte Zeit abfange. Ich denke immer mehr, dass ich mich generell viel zu sehr für die Lösung seiner Probleme einspannen lasse.

    Danke Euch allen für Eure Unterstützung!

    Wie ist Dir das gelungen? Herz außen vor und Vernunft walten lassen, warum ist das bloß so schwer...

    Ja, Manipulationen "durfte" ich auch schon viele Male erleben und gebe ihnen immer wieder Raum. Du fragtest nach dem Thema Trennung - genau wie Du vermutest, hab ich die mal offener, mal durch die Blume immer wieder angekündigt, aber nicht gehandelt. Erklärt, dass sich was ändern muss, oder ich sonst den Ausstieg aus diesem Karussell suchen muss, bin aber drauf sitzen geblieben. Was logischerweise dazu führte, dass er mich längst nicht mehr ernst nimmt.

    Wenn xy seine heftigen Sauf-/Konsumphasen hat - meist zum Monatswechsel, wenn etwas Geld da ist - zieht er sich für Tage, manchmal auch eine Woche und länger,vollkommen zurück, lässt alles, was verabredet war sausen. geht nicht an Telefon oder Türklingel, stellt sich tot, was vor allem zu Beginn der Beziehung teils verzweifelte Sorgen bei mir ausgelöst hat. Dann taucht er kleinlaut und vorsichtig wieder auf, möchte bei mir vorbeikommen, ist entwaffnend freundlich, das Spiel geht von vorne los. Noch nicht ein einziges Mal habe ich es geschafft, ihm in einer solchen Situationen konsequent zu sagen, dass er wegbleiben soll.

    Wenn ich sage, wie mich dieses Verhalten belastet, auch wütend macht, kommen nur Selbstbezichtigungen bis Genervtheit seinerseits und er begibt sich in die Opferrolle. Er will natürlich nicht konfrontiert werden, sich damit nicht auseinandersetzen. Es ist so kindisch wie manipulativ, aber ich lasse mich immer wieder da reinziehen, schwanke zwischen Wut, Sorge, manchmal auch Erleichterung, wenn er "zurückkommt", und wir wieder einen netten Abend miteinander verbringen können, als wäre nix gewesen. So lebe ich mittlerweile seinen Suchtrhythmus mit.

    Seinen Konsum versuchte er lange, weitgehend vor mir zu verstecken, er trank wenig bis nichts in meinem Beisein. Das klappt inzwischen nicht mehr, also trinkt er auch hier bei mir, um nicht in den kalten Entzug zu kommen. Morgens riecht er schon nach Schnaps, ein Graus. Auch da lasse ich zu viel zu, verdränge, immer schön mit der sich zäh haltenden Hoffnung auf die nächste bevorstehende Therapie. Während er geschickt manipuliert und die Hoffnungen anschürt, bin ich die Meisterin des Verdrängens geworden. Fühle mich oft so erschöpft und abgestumpft.

    Und doch macht mir der Gedanke an ein Leben ganz ohne ihn auf unerklärliche Weise Angst. In meiner Lebensphase mit jetzt Mitte 50, aber auch, weil er schon fast immer ein wichtiger Mensch für mich war. Aber vielleicht sollte ich das viel stärker hinterfragen und endlich realisieren, dass ich diese Beziehung schon sehr lange fast nur noch alleine trage...

    Hallo Morgenrot ,

    Wenn es Ärzte nicht geschafft haben, mit all ihren Warnungen, wie willst du es schaffen?

    Du hast natürlich Recht. Mir ist bewusst, dass ich keinen Einfluss habe - auch wenn es ein langer Prozess für mich war, das einzusehen. Wie Du weiter unten schreibst, gab es immer wieder Hoffnungsschimmer, kleine Aufs zwischen den vielen Abs, die die Hoffnung wach und mich in dieser Bindung gehalten haben. Xy schafft es sehr gut, mir immer wieder zu vermitteln, dass er da raus will, alle Kraft für den nächsten Anlauf zusammen nimmt. Auch die langwierigen Vorbereitungen der jetzt anstehenden Langzeitreha hat er mir in allen Details geschildert, verbunden damit, wie schlecht es ihm geht, dass er weiß, dass er was ändern muss etc. Es klingt erstmal wie Krankheitseinsicht. Lange Zeit hab ich das zumindest so verstanden. Es ist gut, dass Du klar sagst, dass es das nicht ist.

    Hallo,

    seit einiger Zeit lese ich mit und finde die gegenseitige Unterstützung hier sehr wertvoll.

    Ich bin seit bald acht Jahren mit einem Alkoholiker zusammen, der auch gelegentlich andere Drogen konsumiert. Wir leben nicht zusammen, worum ich auch froh bin. Ich kenne xy seit sehr langer Zeit und fühle mich ihm verbunden. Wir hatten in jungen Jahren schon einmal eine Beziehung, die glücklich begann, doch aufgrund seines Konsums habe ich mich damals schweren Herzens von ihm getrennt. Wirklich verarbeitet habe ich das nie, er meldete sich alle paar Jahre, war immer freundlich und charmant - das waren sicher immer wieder Tests, wie ich mittlerweile zu ihm stehe . Das ist seine große, auch manipulative "Stärke", die mich auch jetzt bei ihm hält, obwohl sich die Situation sehr schwierig entwickelt und mich seit Jahren belastet: Meist geht er trotz der Trinkerei noch immer zumindest vordergründig gut mit mir um. Es gibt natürlich auch problematische Seiten, die ich jetzt erstmal ausklammern möchte. Gewalt ist zumindest kein Thema.

    Er hat bereits von Ärzten klargemacht bekommen, dass er nur noch etwas Lebenszeit hat, FALLS er umgehend aufhört, zu trinken. Ich möchte ihn nicht in den Abgrund, der ihm bevorsteht, begleiten, die Situation raubt mir Kraft und Lebensfreude. Aber ihn alleine mit sich und der Sucht zu lassen, schaffe ich auch (noch) nicht. Er hat kaum sonstige soziale Beziehungen, ist seit langem arbeitslos, depressiv in seiner Sucht gefangen.

    Derzeit wartet er auf die nächste Entgiftung mit direkt anschließender Langzeitreha. Ich habe ihm deutlich gemacht, dass ich nicht an seiner Seite bleiben kann, sollte er danach weitermachen wie bisher - um mich zu schützen.

    Nach der letzten Langzeitreha, (an der ich viel zu intensiv "teilgenommen" habe, damals noch ohne Ahnung von Co-Abhängigkeit, wie ich war) hatte er direkt am Entlasstag einen Rückfall, der mich in ein tiefes Loch stürzen ließ. Das möchte ich so nicht mehr erleben.

    Ich selbst war für mich allein und zuletzt auch mit ihm in zwei Selbsthilfegruppen. Habe mich aber wieder ausgeklinkt, weil ich merke, dass ich nicht offen sprechen kann, wenn er neben mir sitzt. Ich weiß, dass ich etwas für mich selbst tun sollte.

    Da xy eine mittlerweile unbewohnbar vollgestellte Wohnung hat, die auch sein Konsumort ist, möchte er die erste Zeit nach der bald anstehenden Langzeitreha bei mir verbringen, sich dann irgendwann um die Wohnung kümmern. Das geschah in den vergangenen Jahren nie, deshalb glaube ich nicht daran. Ich weiß, mit welchen Stimmungsschwankungen er aus der Reha kommen und wie das an meine Substanz gehen wird. Ich bin hin- und hergerissen zwischen Gedanken, dass es seine Verantwortung ist, sein Leben zu regeln und Wohnung aufzuräumen, um darin klarzukommen einerseits, denke dann wieder, dass er das doch andererseits einfach nicht schafft.

    Auch wenn ich weiter und inzwischen mehr "bei mir" bin als in der Anfangszeit, kann ich mich noch immer schwer abgrenzen und Nein sagen, aus Sorge, was dann aus ihm wird. Ich wiß, das klingt nach einer inzwischen auf Mitgefühl aufgebauten Beziehung, aber es ist schon auch mehr als das, ich mag ihn sehr. Aber eine Trennung steht auch seit Jahren im Raum. Habt Ihr Ideen, wie ich meine Gedanken besser ordnen, aus diesem Dauer-Dilemma herauskommen kann? Vermutlich bleibt letztlich nur der schmerzhafte Schritt der Trennung...

    Danke fürs Lesen des langen Textes... LG