Beiträge von EllaDrei

    Hallo Eule,

    kenn ich alles genau so. Ich war immer diejenige, die sich um alle Termine rund um meinen Sohn gekümmert hat, ob Kita, Schule, Förderlehrer oder sonstiges. Mein damaliger Partner - mit dem ich vor xy zusammen war - hat sich um nichts gekümmert und tut es bis heute nicht, will dann immer von mir Bericht erstattet bekommen, "wie es war". Auch wenn wir beide das Sorgerecht haben.

    Aus meiner Sicht ist es ehrlich gesagt Zeitverschwendung, sich darüber auseinander zu setzen. Du hast ja schon alles versucht mit sogar einem gemeinsamen Kalender. Schon interessant, dass er sich das so vorstellt, dass alle diese Stellen erst mit Dir Termin ausmachen und dann für ihn nochmal alles umgeschmissen und nach seinem Gusto geplant wird. Aber genauso ging es mir auch oft. Der Herr Papa beklagte, dass er nicht gefragt worden sei. Mühsam.

    Heute denke ich mir: Entweder er zeigt Interesse und versucht als erwachsener Mann, sich selbst einen Überblick über Termine zu verschaffen und diese auch wahrzunehmen, oder er lässt es bleiben. Ich hab beschlossen, mich da nicht mehr zu verkämpfen. Frage ihn nur noch bei Terminen, bei denen zwingend wir beide anwesend sein müssen, wann er Zeit hat, den Rest absolviere ich einfach alleine, und wenn ich Lust habe, spreche ich ihm Info zum Verlauf per WhatsApp auf.. Wenn er sich darüber beschwert, dass er nicht vorab einbezogn wurde, lasse ich das mittleweile an mir abprallen - er hätte sich ja von sich aus kümmern und fragen können, was in nächster Zeit anliegt.

    Liebe Grüße

    Hallo Tysja,

    einiges von dem, was Du beschreibst, könnte auch von mir sein, Hier ähneln sich ja viele Geschichten. Auch Xy konnte früher ein liebevoller Partner sein. Aber die Alkoholiker- bzw. Suchtpersönlichkeit bekommt man halt immer gratis dazu, ob man will oder nicht. Das bringt dann diese Wechselbäder mit sich - mal hat man den freundlichen, vermeinlich einsichtigen Partner, der einen wieder gnädig stimmen möchte, dann wieder den Alkoholiker, der wie in Eurem Fall pöbelt und beschimpft. Mein mittleweile Ex-Partner hat sich immer komplett für Tage verkrochen und getrunken bzw. seine Droge konsumiert, ich denke auch, damit es nicht zu solchen Ausfällen kommt. Dann tauchte er irgendwann erst kleinlaut wieder auf, aber die Genervt- und Gereiztheit, die Du ja auch beschreibst, wurde immer mehr zum ständigen Begleiter..

    Solange er keine ernsthaften Schritte aus eigener Krankheitseinsicht geht, ist leider keine Hoffnung in Sicht , dass sich was ändert, und selbst dann wäre es noch ein weiter Weg. Auch Gespräche oder ihm etwas mit auf den Weg geben zu wollen führt leider kaum zu etwas. Das wirst Du ja auch schon unzählige Male versucht haben? Er selbst muss für sich entscheiden, dass es reicht mir dem Trinken. An den Punkt kommen leider viele erst sehr spät und manche nie. Mein Ex ist eine Woche nach Abchluss einer halbjährigen Reha rückfällig geworden und seither verschwunden. Wir haben viel geredet die letzten Monate. Ich sehe jetzt, was es gebracht hat, nämlich leider gar nichts.

    Wichtig ist, auf Dich zu achten. Gut, dass Ihr nicht zusammengezogen seid! Mit Abstand zu ihm, kannst Du besser bei Dir bleiben und für Dich entscheiden, wie es weiter geht.

    Liebe Grüße

    Vielleicht ist es auch einfach totale Acht- und Empathielosigkeit, hopeless , was keinen Deut besser wäre. Er haut im Streit ein paar Worte raus und ist sich der Wirkung hinterher gar ncht mehr bewusst,will sie ungesagt machen.

    Xy war auch heute so und morgen anders. Meistens erstmal für ein, zwei Tage freundliche Fassade dann hat er wieder den Kontakt für Tage abgebrochen und auf nichts mehr reagiert. Danach sollte wieder alles gut sein, ich ihn mit offenen Armen empfangen und ja keine Fragen stellen. Gelegntlich fragte ich ihn, was er sich eigentlich noch von der Beziehung erhofft (eigentlich hätte ich mir diese Frage stellen müssen) - dann kam regelmäßig: "Keine Ahnung!" Das hat mich auch immer verletzt. Achtlos halt.

    Ich hoffe, Dir geht es inzwischen etwas besser? Was machst Du heute? Geh lieber mit einer Freundin Kaffee trinken... Es wird nächste Gelegenheiten geben, die ähnlich verlaufen. Das hat mich in den vergangenen Jahren so fertig gemacht, dass keine positiven Veränderungen möglich waren, egal wie oft man versucht hat, zu reden und wie viel Kraft man für jeden Neuanfang aufgewendet hat. Irgendwann ist man nur noch ausgelaugt. Magst Du Dir das wirklich weiter antun?

    Liebe Grüße

    Liebe Linde66 ,

    hab mir das hier gerade mal rübergezogen, weil ich es auch noch immer nicht verstanden habe. Vielleicht, weil ich mit dem Handy hier lese oder schreibe?

    orangerot sind neu registrierte Teilnehmer

    blau sind die Teilnehmer des offenen Forenbereichs

    grün sind die Teilnehmer des geschützten Forenbereichs

    beige-gelb-gold-hellgrün (ich weiß gar nicht, wie ich zu der Farbe sagen soll :lol: ) sind die Moderatoren

    Bei mir erscheinen alle Namenskürzel der User mit unterschiedlich umrandeten Punkten, mein eigenes ist grün umrandet, aber ich schreibe ja im offenen Bereich, oder nicht? SonnenscheinCoAs zB ist hellbeige, Inos ist bei mir pink umrandet usw. Und manche User haben individuelle Punkte, da sehe ich ohnehin kine Farben.

    Dann bitte noch die (Verständnis)Frage, warum muss ich mich für den geschützten Bereich extra bewerben, vermutlich weil dort offener kommuniziert wird und Ihr erstmal schauen möchtet, wer da so hereinkommt? Und wenn man dort ist, kann man dann noch mit Leuten im offenen Bereich kommunizieren, bleiben alte, offen geschriebene Beiträge weiterhin öffentlich sichtbar? Fragen über Fragen...

    Danke Dir im Voraus für Infos 🙂 Ich hoffe, es war ok, das hier in meinem Bereich zu Posten. Oder hätte ich Dir das persönlich per PN schreiben sollen? Dann bitte gerne ändern, danke Dir!

    Hallo releaseme ,

    meine Nachricht eben überschnitt sich mit Deiner., die hab ich erst danach gelesen.. Es tut mir sehr leid, und ich kann mir vorstellen, wie Du Dich fühlst. Mein erster Gedanke dazu: Lass ihn ziehen. Er kommt mit sich selbst nicht mehr klar und - genau wie Du schreibst - trägt es auf dem Rücken der Kinder aus. Die müssen geschützt werden. Das funktioniert im gemeinsamen Haushalt nicht mehr, auch wenn Du zurecht immer wieder Partei für Deinen Sohn ergriffen hast. Hol Dir alle Unterstützung, die Du bekommen kannst.

    Guten Morgen,

    Ich denke schon, dass Alkoholiker und auch Drogenabhängige eigene Veränderungen merken. Sucht hat aber viel mit Verleugnung zu tun. Und im Konflikt geht es ja oft auch ums Recht haben und Schuldzuweisungen Wenn ich Xy auf "die guten alten Zeiten" ansprach, in denen ich ihn ganz anders erlebt hab, viel offener, herzlicher, auch entspannter, meinte er selbst, dass er sich seit damals total verändert hat, viel gereizter, fahriger geworden ist, der Kopf kaum noch zur Ruhe kommt, er oft am liebsten nur schlafen, nichts mehr mitkriegen würde. Da spielte seine Droge natürlich mit rein und ist vermutlich nicht vergleichbar mit vielen anderen, will auch nur sagen: Wahrnehmen tut er das auf jeden Fall.

    Hallo hopeless ,

    warum sollten sie ein falsches Bild von Dir bekommen, wenn Du sagst, wie es ist? Eigentlich würde es doch eher ein falsches Bild erzeugen, wenn Du die Wahrheit versteckst? Ich sehe es auch wie Morgenrot, dass Du nicht für die Familie und ihren Umgang mit seiner Erkrankung verantwortlich bist. Wenn Dich das Ganze aufwühlt, wäre vielleicht noch eine Überlegung, die Schwester erstmal nicht zu treffen und das erstmal auf sich beruhen zu lassen? Wenn Dir aber etwas an dem Treffen liegt, würde ich ihr glaube auf Nachfrage möglichst sachlich und ohne Vorwürfe gegen ihn zu äußern die Lage schildern. Zu lügen finde ich auch keine Option - da verstrickst Du Dich, um ihn und die Familie zu schonen und lädst Dir so noch ein zusätzliches Päckchen drauf.

    Ich habe vor Jahren, als ich schon mal sehr in Sorge um xy war, seine Geschwister einbezogen. Hat mich einige Überwindung gekostet, weil ich die bis dahin kaum kannte. Aber es war für mich der richtige Schritt, weil ich mit meiner Angst dann nicht mehr alleine war. Die waren auch alle sofort im Bilde, obwohl die auch alle weiter auseinander wohnen und lange schon kaum noch Kontakt bestand. Ist natürlich eine andere Situation als Eure. Jetzt habe ich auch wieder jemanden aus der Familie informiert. Vielleicht ahnt die Schwester Deines xy doch, was los ist, und will sich auch deshalb mit Dir treffen?

    Liebe Grüße

    Nach jetzt fast drei Wochen fällt es mir schwerer, mir keine Sorgen zu machen. Ich hab mich dummerweise vor Jahren auf einen gemeinsamen Handyvertrag eingelassen und bringe es nicht über mich, den endlich zu kündigen. Dann wäre er ganz abgeschnitten. Er bekäme wegen Schulden keinen eigenen Vertrag, bloß eine Prepaidkarte. Über die App des Anbieters sehe ich, dass sein Handy aus ist. Kein Datenverbrauch, keine Anrufe, nix. Lebt er noch? Hat er was zu Essen? Ich weiß es nicht. Und sollte es lassen, da rein zu schauen, ich weiß.

    Der Ablauf ist exakt so wie vor einigen Jahren nach dem letzten großen Rückfall nach Reha. Habe meine alten Nachrichten noch, die ich ihm damals geschrieben habe. Die machen mich traurig, auch wütend. Ich hbe ihm damals so viele Brücken gebaut, Wie sinnlos.

    Heute Morgen ging es mir gar nicht gut. Ich muss aufpassen, da nicht mehr so tief reinzurutschen. Bin zu viel alleine. Einerseits weil ich von zu Hause arbeite. Kann auch mit niemandem mehr über diese Situation sprechen. Freundinnen gegenüber fühle ich mich seit Jahren schlecht, weil ich so lange an seiner Seite geblieben bin. Da würde ich nur Unverständnis und Schweigen ernten.

    Zum Glück seid Ihr hier, dafür bin ich sehr dankbar.

    Die Verabredung letztes Wochenende hat immehin ganz gut getan. Da will ich dran bleiben und habe deshalb weitere Unternehmungen geplant. Ich muss mich am Schopf packen und da rausziehen. Nächstes Wochenende fahre ich eine Freundin besuchen. Es muss und wird irgendwie weitergehen.

    Du kannst ja grundsätzlich Mitgefühl haben. Aber münze es nicht in finanzielle Unterstützung und Kontakt um, den Du eigentlich ausdrücklich nicht mehr willst. Oder doch?Hinterfrage das mal ernsthaft, Foxi Das ist nicht böse gemeint, ich kenne das aus der Partnerin-Perspektive nur zu gut. Ich habe Xy ewig auch finanziell unterstützt, weil ich mir selbst eingeredet habe,dass er ohne mich am Hungertuch nagen muss. In Wirklichkeit hab ich meine eigene Co-Abhängigkeit gefüttert. Und er hatte Spielraum, um Alk und Drogen zu kufen.

    Aus heuiger Sicht waren all die Sorgen um sein Wohlergehen, meine vermeintlichen Hilfen ein Vehikel, um immer irgendwie in Kontakt zu bleiben, denn den wollte ich lange Jahre um keinen Preis verlieren. Das ist tatsächlich eine handfeste Abhängigkeit, die man schwer erklären kann. Und die für den Betroffenen nicht hilfreich ist.

    Guten Morgen,

    meine Gedanken gehen auch immer wieder in eine ähnliche Richtung wie Deine, Sonnenschein CoA . Aber ich kann mich auch in Foxis Gedanken reindenken. Das ist ein steiniger Weg, der Zeit in Anspruch nimmt. Finde das Online-Coaching einen guten Schritt und hoffe, dass es Euch hilft und Ihr Euch mit der Zeit besser sortieren und auch lösen könnt, vor allem von diesem sehr großen Verantwortungsgefühl für Euren erwachsenen Sohn.

    Ich traf neulich die Mutter einer sehr guten Freundin aus Kinder- und Jugendtagen, die sich wegen einer psychischen Erkrankung von ihren Eltern abwandte und seit vielen Jahren nicht mehr greifbar ist. Alleine mich zu sehen brachte ihre Mutter zum Weinen. Und mich auch... Emotionen kann man nicht einfach abschalten, auch nach so langer Zeit sind sie schnell wachgerufen. Ich denke, es hilft nur Akzeptanz, mit der Zeit zu lernen, mit der Situation zu leben.

    Das hast Du gut gesagt - Dich selbst abholen. Ich halte mir auch immer wieder vor Augen, wie viel Negatives es in meiner Beziehung gab. Da könnte ich auch Bücher drüber schreiben.

    Mein Ex ist nicht so ein erfolgreicher Macher wie Dein Mann, hat aber die gleichen Baustellen, ist fast direkt nach einer Reha kürzlich wieder rückfällig geworden und abgetaucht. Damit war meine Grenze überschritten. Ich kenne ihn seit Jahrzehnten und kann aus dieser Erfahrung sagen: Er ist nicht mehr der Mensch, der er mal war. Und selbst wenn ich ihn aufgrund von Therapien jetzt phasenweise nüchtern erlebt habe, hat mir das den Mann, in den ich mich mal verliebt hatte, nicht mehr zurückgebracht.

    Die Scham war bei mir auch immer wieder Thema. Aber es gibt keinen Grund dafür, Du bist ins Handeln gekommen, was nach diesen schweren Jahren ein Kraftakt ist. Und Du klingst gerade sehr reflektiert und entschlossen. Das machst Du super, nutz diese Energie für Dich und Dein Kind!

    Hallo Janjale,

    ja, ich kenne die Situation. Das Empathielose, die Kälte, die Gleichgültigkeit. Und Deine Tränen und Fassungslosigkeit wie er so sein kann. Er säuft und kokst, das hat ihn so einfrieren lassen. Er ist suchtkrank. Wie Ihr - Du und Dein Sohn - leidet, das kommt nicht mehr wirklich an ihn ran, auch wenn er gelegentlich kurz mal Besserung verspricht, um Dich zu beruhigen - und das dann im Wechsel mit haltlosen Schuldzuweisungen. Für ihn stehen seine Suchtmittel im Mittelpunkt. Mag sein, dass er jetzt nach außen noch gut funktioniert, aber das wird sich ändern. Der Absturz ist auch da vorprogrammiert.

    Ich wiß genau, wie bitter es ist, sich das alles klar zu machen, aber nur so kannst Du eine Veränderung für Dich angehen. Deine Wahrnehmungen sind vollkommen angemessen. Schütze Dich und Euren Sohn und geh auf Abstand, am besten dauerhaft innerlich und auch räumlich. Genau wie Du schreibst:

    Deinem Mann kannst Du nicht helfen oder ihn bekehren. Wenn überhaupt kann nur er selbst trocken und clean werden, weil er das aus eigenem Antrieb will. Du bist machtlos.

    Liebe Grüße

    Liebe Sonnenschein,

    auch ich habe höchsten Respekt davor, wie Du das alles meisterst! Ohne Dich verunsichern zu wollen aber die Frage: könntest Du nicht umziehen, um solche Situationen künftig möglichst zu vermeiden? Ich hätte ehrlich gesagt einfach Angst, dass er wieder so auftritt. Oder bekäme er über die noch bestehende gemeinsame Arbeit eh im Handumdrehen raus, wohin Du umziehen würdest? Was sagt die Polizei, wie sie Euch schützen können?

    Mensch, passt gut auf Euch auf!

    Vor einer Woche ist Xy verschwunden. Es geht mir gut. Bin nicht in Grübeleien versunken wie sonst so oft - oder bin zumindest längst wieder aufgetaucht. Er hat mir mitgeteilt, dass er krank ist. Habe nur knapp reagiert und mich wieder ausgeklinkt. Mir fiel natürlich einiges dazu ein, aber ich hab es für mich behalten, es bringt ja nix.

    Heute treffe ich Kollegen bei einem Arbeitstreffen, und für das Wochenende hab ich mich über eine App mit einer größeren Gruppe Menschen zu einer Unternehmung verabredet. Es wird.

    Guten Morgen Hopeless,

    wie geht es Dir heute? Das Buch hab ich glaube auch in der Literaturliste schon mal gesehen, heißt "ich will mein Leben zurück", von Jens Flassbeck und ist auf Angehörige ausgerichtet Ich fand es gut, weil es viel von dieser Siuchtkranker-Co-Dynamik erklärt und was es heißt, wieder für sich zu sorgen. Da zu gibt er auch Empfehlungen, wie man das umsetzen kann.

    Liebe Grüße

    Es gibt im Forum auch einen Bereich mit Buchtipps. Ich habe auch einen, bin aber nicht sicher, ob ich den hier Posten darf?

    Sei versichert, ich kann jeden Deiner beschriebenen Gedankengänge nachvollziehen. Verrückt mal wieder, wie sich das alles ähnelt. Bei den Warum-Fragen kommt man aber immer wieder zurück zum Ausgangspunkt: Weil er süchtig ist und das die gesamte Beziehung überschattet.

    Guten Morgen hopeless ,

    Wieso war ich auch so dumm und bin wieder darauf angesprungen.

    diese Gedanken kenne ich nur zu gut. Versuche, die beiseite zu schieben. Du bist nicht "dumm", hältst nur tief drinnen an dem Wunsch fest, dass noch alles gut wird mit ihm. Da lässt man sich immer wieder aufs Glatteis führen. Denk bei der nächsten Nachricht einfach dran: Ein paar warme Worte ändern nichts. Wenn er nix ändern will, wird er weiter trinken, und Du kannst daran nichts ändern.

    Lebenskünstler hat mich hier gefragt, ob ich meine Grenzen kenne, das ist ne wichtige Frage - vielleicht ja auch für Dich?

    Für uns Cos gibt es ja auch einen Notfallkoffer. Bei mir sind da auch die vielen schwierigen Erfahrungen drin, die halte ich mir immer wieder mal vor Augen. Wie oft ich ohne Vorwarnung im Regen stehen gelassen wurde. Die fehlende Verlässlichkeit, wenn ich mal Unterstützung gebraucht hätte. Stattdessen war ich die Feuerwehr, die immer einsprang. Die Lügen. Die schwindende Lebensfreude, weil nur noch Probleme gemeinsame Tage beherrschten. Hoffnungslosigkeit - siehe auch Dein Nickname. Alles nicht gerade rosarot. Dir fällt bestimmt auch so einiges dazu ein. Letztlich haben wir es in der Hand, es zu ändern.

    Liebe Grüße

    Hallo Hopeless,

    Mein erster Impuls: Lies die Nachricht am besten gar nicht, bzw geh nicht drauf ein. Bleib lieber bei Dir. Ich weiß, wie extrem das triggert. Xy hat mich auch immer vermisst/wäre eigentlich angeblich auch gerne mit mir zusammen gewesen/wollte mich auch nicht verlieren und ich dachte auch immer wieder, dass er drauf wartet, dass ich es beende, um einen Trinkgrund zu haben. Ich werfe ihm mittlerweile gar nicht mehr böse Absicht vor. Es ist für mich nur noch das deutliche Zeichen, dass er zu keiner Beziehung mehr fähig ist.

    Man fühlt sich wie ein Pawlowscher Hund, wartet und wartet, bis das Glöckchen läutet und schon hängt man am Handy,. Wie demütigend. Das ist kein Leben und vor allem keine Beziehung so. Man ist verdonnert dazu, nur noch zu reagieren. Das macht einen kaputt.

    Liebe hopeless ,

    ich verstehe Dich so gut. Ich habe das unzählige Male genau so durchlebt, wie Du, diese frustrierenden immer gleiche Abfolge aus seinem Abtauchen, meiner Enttäuschung, und Wut, mich mühsam wieder aufgerichtet, dann war er plötzlich wieder da bzw rief an, lockte mich mit paar wenigen netten oder wahlweise einsichtigen Worten gepaart mit Selbstmitleid wieder aus der Deckung, es ging zwei drei Tage gut und die nächste Runde begann, alles in Endlosschleife.

    Wirklich, Du bist nicht allein, mach Dir keine Vorwürfe, denke nur darüber nach, wie Du Dich künftig besser schützen kannst. Ich weiß, dass man da jedes Mal ein Stück niedergedrückter rauskommt,. Genau deshalb: Versuche, nicht zurück zu schauen.

    Was Du Montag zu ihm gesagt hast, ist längst vergessen. Mein xy ist auch wieder weg, obwohl er gerade ein halbes Jahr Reha hinter sich hat - Same procedure...

    Im Zweifel hat Dein Partner das, was Ihr Montag besprochen habt, gar nicht richtig wahrgenommen und trotzdem allem zugestimmt, um Dich umzustimmen. Das liegt mit Sicherheit nicht an Gedächtnisverlust. Er ist suchtkrank. Das Trinken steht für ihn erstmal über allem, so bitter es auch ist.

    Klar fände er sicher gut, wenn er Dich nebenbei in seinem Leben halten könnte. Letztlich wird dieser Mechanismus aber immer wieder so ablaufen. Schau auf Dich, liebe hopeless . Du bist mit diesem Problem nicht allein. Viel Kraft wünsche ich Dir!