Beiträge von Ino

    Liebe Aliceinwonderland,

    Wie lange hat es bei dir gedauert bis du es endgültig realisiert hast?

    Ich würde sagen, mein größter Schritt war es nicht zu realisieren, sondern zu akzeptieren, dass ich loslassen muss.
    ein Perspektivenwechsel war notwendig - raus aus dem Wartezimmer (er muss verstehen/ er muss doch wissen/ er muss sich ändern/ er hat es so schwer/ er ist so alleine….). Dann hab ich für mich verstanden- ich warte auf niemanden, der sich ruiniert, und mich und meine Tochter in den Abgrund zieht. Danach hatte ich keine Argumente für mich, es mir vorzustellen zu wollen, mit ihm zusammen zu bleiben.

    Liebe Grüße Ino

    Ich habe auch einen Anwalt engagiert. Mein Mann zeigt narzistische Verhaltensmuster. Da er keine Diagnose hat, spiele ich nicht mir dem Begriff, ich bin kein Profi und diagnostiziere nicht. Die Verhaltensmuster kann ich jedoch nicht leugnen. Dann ist es mir auch gleich, ob jemand eine Diagnose hat und wie diese heißen soll oder nicht.

    Ps; mein Mann übt seit ca 4 Monaten nachweislich die Schweigebehandlung, er hat nicht mal gefragt, wie unsere Tochter betreut wird in ihrer 6 wöchigen Ferienzeit. Ich arbeite 100% und habe 1,5h Fahrzeit/ Tag. Er weiß nicht mal, da nicht gefragt, wie ihr Jahreszeugnis aussieht und was drin steht. Ihre Krankenversicherung hat er seit Monaten nicht bezahlt. Und so weiter,

    Wenn diejenigen, die irgendwann ein Urteil fallen müssen zum Thema Sorgerecht, dann hoffe ich auf Verständnis.

    Liebe Hiiumaa,

    Dankeschön. In unserer Schule arbeitet ein sehr netter Herr, er ist Mitarbeiter des Jugendamtes. Ich bin im Kontakt mit ihm.
    Mein Mann übernimmt keine Verantwortung für sein Handeln und umformuliert für sich unsere Geschichte. In seiner Version bin ich die böse Hexe. Somit erwarte ich jeglichen Schwierigkeiten und rechne nicht mit seiner Kooperation. Das heißt für mich - Fakten sammeln, mich gut beraten lassen und keine Illusionen züchten.

    Liebe Grüße Ino

    Liebe Sonnenschein,

    Das denke ich auch sehr oft - früher war ich einfach nicht soweit, Ich lerne ziemlich viel über mich die letzten Monate und entdecke Schattenseiten. Es ist ein Prozess und irgendwie bin ich dankbar, dass ich ihn durchlaufe, weil es nur mit mir zu tun hat und somit tue ich mir etwas Gutes. Aber den ganzen Mist drumherum ist Fui 🙂 Und manchmal schwebe ich und möchte mich einfach nur erden. Möchte aufwachen, als ob alles nur ein böser Traum gewesen wäre, meine Familie küssen und das Leben genießen. Und dann wache ich auf, und stelle fest, ich habe nicht geträumt. Ich schaue mich im Spiegel, gebe mir Mut, küsse meine Tochter und der Tag beginnt.

    Dicke Umarmung Ino

    Hallo Sonnenschein,

    Oh, ich frage nicht nach Details, hört sich danach an, dass du keine Ruhe findest. Ich hoffe, du musst die Messer nicht benutzen. Wie geht es den Kindern?
    Bei mir - bleibe konsequent, kostet mich aber meine ganze Kraft und diese ist sogar zu wenig, um alles aufzufangen. Oft stehe ich vor der Herausforderung - wie reagiere ich normal in einer aufeinander Reihung nicht normalen Situationen. Ich wünschte es mir viel früher etwas unternommen zu haben….

    Liebe Grüße Ino

    Liebe Aliceinwonderland,

    Ich denke, du bist vollkommen normal.
    Du befindest dich in einer Situation, in welcher deine Psyche normal reagiert.

    Es ist nun so, dass Menschen viel ertragen können und anfangen können , den Schrecken festzuhalten. Als ich für mich das eingesehen habe, ging es lediglich darum, zu verstehen warum ich mich in der Situation festhalte,
    Liebeskummer hatte ich anfangs auch, bis ich reflektiert habe, dass es nicht um Liebeskummer geht, sondern um Ängste welche mit mir zu tun haben. Das Streben nach Zukunft mit jemandem, der sich in der Sucht festhält, gab mir keine Möglichkeit für persönlichen Wachstum und Zufriedenheit.

    Liebe Grüße Ino

    Liebe AnnaBlume

    Nach dem gesunden Menschenverstand gibt es keine Argumente dafür, dass er in der Wohnung schläft. Nach dem Gesetz gibt es kein Grund dafür, dass er das nicht täte, solange wir verheiratet sind. Nach der Scheidung habe ich rechtliche Grundlagen darauf zu bestehen, dass er geht.
    Ich habe jetzt die Option meine Sachen zu packen und zu gehen. Eventuell mach ich es auch, ich suche die ganze Zeit nach einer neuen Wohnung. Dann wird die aktuelle Wohnung gekündigt und that’s it. Gesetzlich bin ich nicht verpflichtet den Ehepartner mitzunehmen.
    Mein Mann hat sich wirtschaftlich ruiniert infolge seiner Sucht - Auto ist weg, Schulden, negative Kreditwürdigkeit, Jobverlust. Realistisch betrachtet hat er schlechte Karten etwas alleine zu mieten, so meine Einschätzung. Dies macht sein Problem zu meinem. Hier muss ich schauen, wie ich aus der Situation rauskomme.
    In Deutschland, habe ich keine Familie. Seine Familie hat kein Kontakt zu ihm, somit kann er nicht zu Schwester, Vater, Mutter gehen.
    Ich kann den Schloss auswechseln, bin gesetzlich dann nicht im Recht, und habe vor dem Schritt (noch) Respekt. Raustragen geht nicht, ist zu schwer und wird sich wehren 🤓. Also, gedulde ich mich noch und suche währenddessen nach Lösungn.


    Liebe Grüße Ino

    Liebe Rennschnecke,

    Danke, dass du fragst. Mir geht es soweit besser und ich bin bei der Entscheidung geblieben, alleine mit meiner Tochter ein neues Leben aufzubauen. Mein Mann trinkt nicht mehr, jedoch ist mein Vertrauen komplett erloschen und ich habe die Vermutung, neue Chancen werden in alten Muster münden. Ich musste und muss weiterhin enorme emotionale Arbeit leisten, meine Anteile in der ganzen Geschichte zu erkennen. Ich habe so Vieles zugelassen in der Vergangenheit und bin irgendwann nicht mehr ich gewesen. Meine Grenzen waren verschoben, ich habe seine Verantwortung übernommen, mich beschuldigen lassen und immer wieder habe ich Beleidigungen akzeptiert. Und so wollte ich mich nicht mehr sehen, wegen mir und meiner Tochter.
    Mein Alltag aktuell ist sehr stressig, er ist keinerlei beteiligt organisatorisch und finanziell. Schritt nach Schritt probiere ich das Beste daraus zu machen. Es gibt noch viel zu tun, mein Mann verweigert weiterhin die Kommunikation mit mir und somit sind Absprachen nicht möglich. Er schläft noch in unserer Wohnung und hierzu muss ich noch aktiv werden. Normale Menschen reden miteinander, wir nicht, Ich laufe aber nicht mehr hinterher, um zu flennen dass er bitte mit mir redet und einsieht was alles schief läuft.
    In Summe - in den letzten vier Monaten ist viel passiert, ich bin auf meinem richtigen Weg und das gibt mir Mut. Ich vertraue mittlerweile besser meinem Bauchgefühl und überlasse den Anderen die Konsequenzen deren eigenen Entscheidungen (egal aus welchem Grund)

    Liebe Grüße Ino

    Liebe Aliceinwonderland,

    Ich hoffe, du findest hier Hilfe zur Selbsthilfe.
    Du fragst, ob jemand ähnliche Erfahrungen, wie deine, gemacht hat, Ja. Ich bin z.B. eine davon. Lange vor meiner Anmeldung in dem Forum war ich nur ein stiller Leser und war sehr überrascht, wie oft ich mich wiedergefunden habe, in den Geschichten anderer.
    Andauernd habe ich meinen Mann innerlich entschuldigt, die Argumentation habe ich immer finden können- Probleme in der Kindheit , beruflich angespannt ist, ein Einzelgänger… Ich habe gelernt in der Beziehung mich für Sachen zu entschuldigen, welche ich nicht verursacht habe. War nervös, weil ich nicht wusste in welchem Moment die Stimmung kippen wird und einen Streit provoziert wird seinerseits. Danach habe ich mich entschuldigt, weil ich nervös war. Das macht mich ja zu einer unangenehmen Gesellschaft, also hab ich gelernt meine Bedürfnisse und Instinkte zu leugnen. Ende der Story ist - nichts davon ist wahre Liebe, keine Beziehung auf Augenhöhe und somit ist das lediglich eine krankmachende Zukunft. Du hast es in der Hand, für dich zu entscheiden wie du leben möchtest.

    Liebe Grüße Ino

    Hallo zusammen,

    Heute schreibe ich, da ich eine Gedankenüberflutung die letzten Tage verspüre und es mir bis jetzt immer geholfen hat, hier paar Worte zu lassen.
    Meine Tochter und ich sind weiterhin zu zweit, mein Mann blockt weiterhin die Kommunikation . Diesen Zustand zum Thema Kommunikation muss ich demnächst aktiver angehen, da mich dies zunehmend stört und mich negativ beeinflusst.
    Mir fehlt auf, dass ich sehr ungeduldig geworden bin, und keine ungeklärten Zustände ertrage. Bei der Arbeit macht sich das bemerkbar, wenn jemand aus meinem Team mit unklaren Vorschlägen auf mich zukommt 🙈 ich bekomme dann das Gefühl, derjenige „vergeudet“ meine Zeit und so ein Gedanke möchte ich eigentlich gar nicht haben. Und bis jetzt hab ich eher geholfen in so einer Situation.
    Privat brauche ich auch ein schnelles J/Nein und bitte, weiterziehen. Die grauen Töne entgehen mir.
    Liebe Grüße Ino

    Liebe Lilou,

    Mit der Akzeptanz hab ich folgendes gemeint - akzeptieren, dass du nicht schuld bist für sein Zustand, und dass er die Verantwortung dafür tragt. Kein schlechtes Gewissen haben, weil du dir was Gutes tun möchtest.
    Ich kämpfe immer wieder auch mit schlechten Gewissen, da der Vater meiner Tochter weg ist, er ist auch mein Ehemann. Mache mir jedoch direkt, nachdem ein Funken schlechtes Gewissen aufkommt, klar, dass es kein Grund für ein schlechtes Gewissen gibt und akzeptiere, dass es mir so geht. Es ist vielleicht eine Frage der Zeit, bis ich besser damit umgehen kann.
    Und je weniger ich persönlich mich darauf konzentriere, was alles schief gelaufen ist und wie es mir dabei geht, umso weniger fühle ich mich dieser Emotion ausgeliefert. Vielleicht war die Bezeichnung an der Stelle Opferolle fehl am Platz.
    Ich hoffe, ich konnte jetzt besser meine Gedanken transportieren, es fehlt mir manchmal schwer. ❤️ Ich habe zur Zeit ein kleines Schwarz - Weiß Denken entwickelt.

    Hallo Lilou,

    Für mich sieht es so aus, dass du die Situation noch nicht akzeptierst hast, und noch hoffst etwas verändern zu können. Natürlich hat er es nicht gut, wenn er keine Freunde hat und keine Unterstützung, dass sind jedoch bestimmt die Konsequenzen seines Verhaltens.
    Weiterhin habe ich den Eindruck, dass du dich in der Opferrolle hältst, und dadurch sehr konzentriert darauf bist, wie schlecht es dir mit ihm geht. Und somit eher in der Passivität kommst. Entschuldige meine direkte Worte, ist nur gut gemeint.
    Liebe Grüße Ino

    Hallo Lilou,

    Sagen wir mal so. Eigentlich geht es uns ja gut.

    Ich bekam nicht den Eindruck, dass es euch gut geht, aufgrund deiner Aufschriebe. Somit kann ich mich nur den anderen anschließen mit der Meinung, dass du bei dir Klarheit schaffen solltest, wo du hin willst.

    Vielleicht hilft es die Perspektive zu wechseln von „das und jenes will ich nicht“ zu „das und jenes will ich“ in meinem Leben. Diese Übung ist schwierig, jedoch kommst du besser auf eine Richtung, dir angepasst, und nicht anderen Menschen. Dein Kern bist ja du.

    Liebe Grüße Ino

    Hallo Sanni,

    deine Gefühle kann ich sehr gut verstehen. Es ist schwierig loszulassen. Mir hat geholfen zu differenzieren zwischen Realität und Wunschvorstellung. Mit meinem Mann und Vater meines Kindes wollte ich ein schönes Leben führen, voller Liebe, Freude, Vertrauen, Freundschaft, Abenteuer und, und… Habe mich bemüht, diese meine Vorstellung meines Lebens wahr werden zu lassen. Dabei habe ich ignoriert, dass die Lebensrichtung meines Mannes eine andere ist. Alkoholbedingt und anderen Problemen geschuldet. Enttäuscht und wütend habe ich probiert ihn zu überzeugen, dass er sich ändern muss. Erfolglos. Das ist meine Realität. Hier kann ich ansetzten und etwas bewegen. Eine Wunschvorstellung ist legitim, jedoch nicht realisierbar, wenn du die einzige von euch beiden bist, die sich bemüht, daraus etwas zu machen.

    Liebe Grüße Ino